Ich freue mich und bin fröhlich über Deine Güte (Psalm 31,8ff)

Die wahre Religion Christi und die falsche Lehre des Antichristen (1545) von Lucas Cranach d.J., 1515-1586.

Ich freue mich und bin fröhlich über Deine Güte, daß Du mein Elend ansiehst und kennst die Not meiner Seele und übergibst mich nicht in die Hände des Feindes; Du stellst meine Füße auf weiten Raum. 

HERR, sei mir gnädig, denn mir ist angst! Mein Auge ist trübe geworden vor Gram, matt meine Seele und mein Leib. Denn mein Leben ist hingeschwunden in Kummer und meine Jahre in Seufzen. Meine Kraft ist verfallen durch meine Missetat, und meine Gebeine sind verschmachtet. 

Allen meinen Bedrängern bin ich ein Spott geworden, eine Last meinen Nachbarn und ein Schrecken meinen Freunden. Die mich sehen auf der Gasse, fliehen vor mir. Ich bin vergessen im Herzen wie ein Toter; ich bin geworden wie ein zerbrochenes Gefäß. Denn ich höre, wie viele mich verleumden: Schrecken ist um und um! Sie halten Rat miteinander über mich und trachten danach, mir das Leben zu nehmen. 

Ich aber, HERR, hoffe auf Dich und spreche: Du bist mein Gott! Meine Zeit steht in Deinen Händen. Errette mich von der Hand meiner Feinde und von denen, die mich verfolgen. Laß leuchten Dein Antlitz über Deinem Knecht; hilf mir durch Deine Güte! 

HERR, laß mich nicht zuschanden werden; denn ich rufe Dich an. Die Frevler sollen zuschanden werden und verstummen im Totenreich. Verstummen sollen die Lügenmäuler, die da reden wider den Gerechten frech, stolz und höhnisch. 

Wie groß ist Deine Güte, HERR, die Du bewahrt hast denen, die Dich fürchten, und erweisest vor den Menschen denen, die auf Dich trauen! Du birgst sie im Schutz Deines Angesichts vor den Rotten der Leute, Du verbirgst sie in der Hütte vor den zänkischen Zungen. 

Gelobt sei der HERR; denn er hat seine wunderbare Güte mir erwiesen in einer festen Stadt. Ich sprach wohl in meinem Zagen: Ich bin von Deinen Augen verstoßen. Doch Du hörtest die Stimme meines Flehens, als ich zu Dir schrie. 

Liebet den HERRN, alle seine Heiligen! Die Gläubigen behütet der HERR und vergilt reichlich dem, der Hochmut übt. Seid getrost und unverzagt alle, die Ihr des HERRN harret! 

Psalm 31,8-24.

Das walte Gott Vater + Sohn und Heiliger Geist! Amen

Apostolische Glaubensbekenntnis 

Ich glaube an Gott, den Vater, den allmächtigen Schöpfer Himmels und der Erde. 

Und an Jesum Christum, seinen einigen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist vom Heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, niedergefahren zur Hölle, am dritten Tage auferstanden von den Toten, aufgefahren gen Himmel; sitzend zur rechten Hand Gottes, des allmächtigen Vaters; von dannen er kommen wird zu richten die Lebendigen und die Toten. 

Ich glaube an den Heiligen Geist, eine heilige christliche Kirche, die Gemeinde der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. Amen.

Vaterunser 

Vater unser im Himmel
Geheiligt werde Dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Willst Du, so kannst Du dies Gebet dazu sprechen (Luthers Abendsegen)

Ich danke Dir, mein himmlischer Vater, durch Jesus Christus, Deinen lieben Sohn, daß Du mich diesen Tag gnädiglich behütet hast, und bitte Dich, Du wollest mir vergeben alle meine Sünde, wo ich Unrecht getan habe, und mich diese Nacht auch gnädiglich behüten. Denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in Deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde.

Alsdann flugs und fröhlich geschlafen. 

Wandelt als Kinder des Lichts; die Frucht des Lichts ist lauter Güte und Gerechtigkeit und Wahrheit.

Epheser 5,8b-9.

Lied aus dem Lutherischen Kirchengesangbuch

Dein ewge Treu und Gnade, o Vater, weiß und sieht, was gut sei oder schade dem sterblichen Geblüt; und was Du dann erlesen, das treibst Du, starker Held, und bringst zum Stand und Wesen, was Deinem Rat gefällt.

Weg hast Du allerwegen, an Mitteln fehlt Dir’s nicht; Dein Tun ist lauter Segen, Dein Gang ist lauter Licht; Dein Werk kann niemand hindern, Dein Arbeit darf nicht ruhn, wenn Du, was Deinen Kindern ersprießlich ist, willst tun.

Und ob gleich alle Teufel hier wollten widerstehn, so wird doch ohne Zweifel Gott nicht zurücke gehn; was er sich vorgenommen und was er haben will, das muss doch endlich kommen zu seinem Zweck und Ziel.

Hoff, o Du arme Seele, hoff und sei unverzagt! Gott wird Dich aus der Höhle, da Dich der Kummer plagt, mit großen Gnaden rücken; erwarte nur die Zeit, so wirst Du schon erblicken die Sonn der schönsten Freud.

Paul Gerhardt 1653 (LKG 340,3-6)

Morgenlese

Da sprach nun Jesus zu den Juden, die an ihn glaubten: Wenn Ihr bleiben werdet an meinem Wort, so seid Ihr wahrhaftig meine Jünger und werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird Euch frei machen. 

Da antworteten sie ihm: Wir sind Abrahams Nachkommen und sind niemals jemandes Knecht gewesen. Wie sprichst Du dann: Ihr sollt frei werden? 

Jesus antwortete ihnen und sprach: Wahrlich, wahrlich, ich sage Euch: Wer Sünde tut, der ist der Sünde Knecht. 

Der Knecht aber bleibt nicht ewig im Haus; der Sohn bleibt ewig. Wenn Euch nun der Sohn frei macht, so seid Ihr wirklich frei. 

Johannes 8,31-36

Abendlese

Seht Euch vor vor den falschen Propheten, die in Schafskleidern zu Euch kommen, inwendig aber sind sie reißende Wölfe. An ihren Früchten sollt Ihr sie erkennen. Kann man denn Trauben lesen von den Dornen oder Feigen von den Disteln? 

So bringt jeder gute Baum gute Früchte; aber ein fauler Baum bringt schlechte Früchte. Ein guter Baum kann nicht schlechte Früchte bringen und ein fauler Baum kann nicht gute Früchte bringen. Jeder Baum, der nicht gute Früchte bringt, wird abgehauen und ins Feuer geworfen. Darum, an ihren Früchten sollt Ihr sie erkennen. 

Es werden nicht alle, die zu mir sagen: Herr, Herr!, in das Himmelreich kommen, sondern die den Willen tun meines Vaters im Himmel. Es werden viele zu mir sagen an jenem Tage: Herr, Herr, haben wir nicht in Deinem Namen geweissagt? Haben wir nicht in Deinem Namen Dämonen ausgetrieben? Haben wir nicht in Deinem Namen viele Machttaten getan? Dann werde ich ihnen bekennen: Ich habe Euch nie gekannt; weicht von mir, die Ihr das Gesetz übertretet! 

Matthäus 7,15-23

Konkordienformel (Solida Declaratio): Vom 3. Gebrauch des Gesetzes Gottes (De tertius usu legis devinae: VI,15-25)

Es segne und behüte Euch Gott, der allmächtige und barmherzige, der Vater, Sohn + Heiliger Geist  + Friede sei mit Euch +

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About Wilhelm Weber

Pastor at the Old Latin School in the Lutherstadt Wittenberg
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