231 – Dies sind die heilgen Zehn Gebot

2. Ich bin allein dein Gott, der Herr,
kein Götter sollst du haben mehr;
du sollst mir ganz vertrauen dich,
von Herzensgrund lieben mich.
Kyrieleis.
3. Du sollst nicht brauchen zu Unehrn
den Namen Gottes, deines Herrn;
du sollst nicht preisen recht noch gut,
ohn was Gott selbst red’t und tut.
Kyrieleis.
4. Du sollst heilgen den siebten Tag,
dass du und dein Haus ruhen mag;
du sollst von deim Tun lassen ab,
dass Gott sein Werk in dir hab.
Kyrieleis.
5. Du sollst ehrn und gehorsam sein
dem Vater und der Mutter dein
und wo dein Hand ihn’ dienen kann;
so wirst du langes Leben han.
Kyrieleis.
6. Du sollst nicht töten zorniglich,
nicht hassen noch selbst rächen dich,
Geduld haben und sanften Mut
und auch dem Feind tun das Gut.
Kyrieleis.
7. Dein Eh’ sollst du bewahren rein,
dass auch dein Herz kein’ andern mein,
und halten keusch das Leben dein
mit Zucht und Mäßigkeit fein.
Kyrieleis.
8. Du sollst nicht stehlen Geld noch Gut,
nicht wuchern jemands Schweiß und Blut;
du sollst auftun dein milde Hand
den Armen in deinem Land.
Kyrieleis.
9. Du sollst kein falscher Zeuge sein,
nicht lügen auf den Nächsten dein;
sein Unschuld sollst auch retten du
und seine Schand decken zu.
Kyrieleis.
10. Du sollst deins Nächsten Weib und Haus
begehren nicht, noch etwas draus;
du sollst ihm wünschen alles Gut,
wie dir dein Herz selber tut.
Kyrieleis.
11. All die Gebot uns geben sind,
dass du dein Sünd, o Menschenkind,
erkennen sollst und lernen wohl,
wie man vor Gott leben soll.
Kyrieleis.
12. Das helf uns der Herr Jesus Christ,
der unser Mittler worden ist;
es ist mit unserm Tun verlorn,
verdienen doch eitel Zorn.
Kyrieleis.
2. Mose 20,1-17
Text: Martin Luther 1524 (LKG 244)
Musik: IN GOTTES NAMEN FAHREN WIR (NR. 498) 13. Jhd Erfurt.
Donnerstag nach dem 24. Sonntag nach Trinitatis “Der Überwinder des Todes”)
Danksaget mit Freuden dem Vater, der uns tüchtig gemacht hat zum Erbteil der Heiligen im Licht.
Kolosser 1,12
Kollekte
Allmächtiger, ewiger Gott, der Du durch hDeinen Sohn Vergebung der Sünden und Rettung vor dem ewigen Tode zugesagt hast, wir bitten Dich, stärke uns durch Deinen Heiligen Geist, daß wir in solchem Vertrauen auf Deine Gnade durch Christus täglich zunehmen und die Hoffnung fest und gewiß behalten, daß wir nicht sterben, sondern einschlafen und am Jüngsten Tage zum ewigen Leben erweckt werden sollen, durch Deinen Sohn, Jesus Christus, unseren Herrn, der mit Dir und dem Heiligen Geiste lebet und regieret von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.
Orate fratres 3.Aufl. Vandenhoeck & Ruprecht: Göttingen, 1970. S.159
Fortlaufende Lese
Gerühmt muss werden; wenn es auch nichts nützt, so will ich doch kommen auf die Erscheinungen und Offenbarungen des Herrn. 2 Ich kenne einen Menschen in Christus; vor vierzehn Jahren – ist er im Leib gewesen? Ich weiß es nicht; oder ist er außer dem Leib gewesen? Ich weiß es nicht; Gott weiß es –, da wurde derselbe entrückt bis in den dritten Himmel. 3 Und ich kenne denselben Menschen – ob er im Leib oder außer dem Leib gewesen ist, weiß ich nicht; Gott weiß es –, 4 der wurde entrückt in das Paradies und hörte unaussprechliche Worte, die kein Mensch sagen kann. 5 Für denselben will ich mich rühmen; für mich selbst aber will ich mich nicht rühmen, außer meiner Schwachheit. 6 Denn wenn ich mich rühmen wollte, wäre ich kein Narr; denn ich würde die Wahrheit sagen. Ich enthalte mich aber dessen, damit nicht jemand mich höher achte, als er an mir sieht oder von mir hört. 7 Und damit ich mich wegen der hohen Offenbarungen nicht überhebe, ist mir gegeben ein Pfahl ins Fleisch, nämlich des Satans Engel, der mich mit Fäusten schlagen soll, damit ich mich nicht überhebe. 8 Seinetwegen habe ich dreimal zum Herrn gefleht, dass er von mir weiche. 9 Und er hat zu mir gesagt: Lass dir an meiner Gnade genügen; denn meine Kraft vollendet sich in der Schwachheit. Darum will ich mich am allerliebsten rühmen meiner Schwachheit, auf dass die Kraft Christi bei mir wohne. 10 Darum bin ich guten Mutes in Schwachheit, in Misshandlungen, in Nöten, in Verfolgungen und Ängsten um Christi willen; denn wenn ich schwach bin, so bin ich stark.
2. Korinther 12,1-10
Tageslese
Gott aber sei gedankt, der uns allezeit im Triumph mitführt in Christus und offenbart den Geruch seiner Erkenntnis durch uns an allen Orten! 15 Denn wir sind für Gott ein Wohlgeruch Christi unter denen, die gerettet werden, und unter denen, die verloren werden: 16 diesen ein Geruch des Todes zum Tode, jenen aber ein Geruch des Lebens zum Leben. Und wer ist dazu tüchtig? 17 Wir sind ja nicht wie die vielen, die mit dem Wort Gottes Geschäfte machen; sondern wie man aus Lauterkeit und aus Gott redet, so reden wir vor Gott in Christus.
2.Korinther 2,14-17
Gebet am Donnerstagabend (Kirche, Volk und Obrigkeit)
Allmächtiger Herr und Heiland unseres Lebens, wir danken Dir, daß Du uns berufen hast durch das Wort Deines Evangeliums, daß wir Boten sein sollen denen, die auf Dich warten. Wir bitten Dich für unsere Kirche. Laß Dein Wort unter uns lauter und rein verkündigt werden, und füge uns zusammen zur Gemeinschaft Deines Reiches. Segne unseren Bischof und alle, die zur Leitung Deiner Kirche berufen sind – Pastoren, Missionare, Evangelisten, Lehrer und Kirchenvorsteher. Schenke die nötigen Mittel, die Kraft und die Freudigkeit, daß die Arbeit, die getan werden muß auch getan werden kann in Haus und Gemeinde, Kirche und Mission.
Wir bitten Dich für dieses Land und Volk, aber auch für alle Welt und alle Völker, für die Freiheit und den Frieden dieses Kontinents und alle Kontinente. Schenke Gerechtigkeit und Frieden. Wehre allem Missbrauch von Macht.
Hilf, daß wir einander dienen, daß wir tun, was zum Wohl aller dient und zum Besten Deiner Kirche. Erwecke Dir gehorsame Diener und Boten in allen Ständen – und baue Dein Reich in aller Welt, daß die Zahl der Auserwählten bald voll werde und Dein Sohn wiederkommt in Herrlichkeit.
Stärke in uns den Geist der Kindschaft, daß wir alles von Dir erwarten und Dir allein die Ehre geben. Durch Jesum Christum, Deinen Sohn. Amen.
Evangelisch-lutherisches Gesangbuch der Hannoverschen Landeskirche (1937): Gebete zum täglichen Gottesdienste. S. 17
