Wilhelm Weber: Wittenberger, Namensvetter & Hausgenosse

Wer “Wilhelm Weber” googelt wird nicht nur in Wittenberg fündig. Natürlich ist hier zuerst das geniale Stadtkind aus dem 19. Jahrhundert die Rede. Der dem Postamt Hausname und Straßenaddresse verliehen hat, aber auch in der Collegienstraße wohnhaft und in unserer Alten Lateinschule die Schulbank gedrückt hat.  

Er hieß Wilhelm Eduard Weber und wurde am 24. Oktober 1804 hier in der Lutherstadt geboren und in 1827 habilitierter er sich in Halle zum Thema „Wellen“ und wurde bereits ein Jahr später Professor der Physik. In 1831 zog er als solcher nach Göttingen, wo er die nächsten Jahre zusammen mit Professor C.F. Gauß erfolgreich forschte.

Nicht mal eine Dekade ging das gut, weil er mit den berühmten Göttinger Sieben gegen das Außerkraftsetzen des Staatsgrundgesetzes durch den König von Hannover in 1837 protestierte und deswegen amtsenthoben und entlassen wurde. Obwohl mundtot gemacht und gemaßregelt, wurde ihre Tat zum leuchtenden Fanal, das viele Mutlose aufrüttelte und für Freiheit und Selbstbestimmungsrecht aufstehen ließ. Einfach war es für ihn nicht. Der König von Hannover entschied: „Der Weber ist ohne Gehalt seines Amtes zu entheben… wie die anderen sechs auch!“ Und der preußische Minister von Rochow urteilte bezüglich dieser sieben herablassend: „beschränkter Untertanenverstand.“

“Göttinger Sieben”

Weber forschte indes auch unter erheblich erschwerten Umständen fleißig weiter, bestimmte in 1846 die sogenannten „Weberschen Gesetze“ zur elektrischen Wirkung und wurde in 1849 – ein Jahr nach der Revolution – wieder als Professor in Göttingen eingesetzt. Er starb dann am 23. Juni 1891 hochbetagt in dieser seiner Wahlheimat.

Schon als Kind machte er die französische Belagerung mit und erlebt das Niederbrennen des Familienhauses, in der die Familie alles verlor und zeitweilig nach Bad Schmiedeberg umzog. Im Jahr 1816 verstarb seine Mutter – Christiane Friedericke Wilhelmine Weber. In dem Jahr wurde die Leucorea auch nach Halle verlegt und so kam die Zeit an der Alten Lateinschule und seiner Wittenberger Kindheit zum frühzeitigen Abschluss. In 1860 wurde er zum Mitglied der Leopoldina gewählt und so hat an seinem Lebensabend sich wieder eine Beziehung zur Stätte des Beginns seiner wissenschaftlichen Laufbahn hergestellt.

Weitere Hinweise:

Auf Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Eduard_Weber

Zum Wilhelm Weber-Haus in Wittenberg: https://www.wittenberg.de/kultur-und-tourismus/qr-codes-stelen-des-tourist-leit-systems/wilhelm-weber-haus-ov4qr1.html

Hier eine umfassendere Biographie:  https://www.deutsche-biographie.de/sfz75068.html

Und Träger des Orden Pour le mérite: http://www.orden-pourlemerite.de/mitglieder/wilhelm-eduard-weber

About Wilhelm Weber

Pastor at the Old Latin School in the Lutherstadt Wittenberg
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1 Response to Wilhelm Weber: Wittenberger, Namensvetter & Hausgenosse

  1. Pingback: The Lord moves his people in marvellous ways… | Wilhelm's space

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