Read this appropriate summary of Bishop H-J Voigt. He reflects the historical visit of Pope Benedict XVI in Erfurt. Sadly I only found this posting today.
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Papst Benedikt XVI. hat vom 22. bis zum 25. September 2011 Deutschland besucht. Bischof Hans-Jörg Voigt (Hannover) von der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche (SELK), der am 23. September an einem ökumenischen Wortgottesdienst mit dem Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche teilgenommen hat, zieht ein Fazit.
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Durch tieferes Eindringen in die Wahrheit der Heiligen Schrift entstehe die Einheit der Kirche und nicht durch das Schließen von Theologischen Kompromissen. Eine Erkenntnis, die selbstständige Lutheraner nur voll und ganz bejahen können. Theologische Kompromissformeln werden früher oder später von der geglaubten Klarheit der Heiligen Schrift überführt. Erbetete und erlittene gemeinsame Bekenntnisse können die Zeiten überdauern.
Der Papst habe Luther im Augustinerkloster mit keinem Wort erwähnt, hörte ich gleich nach dem Gottesdienst jemanden kritisch anmerken. Ich entgegnete, dass Benedikt XVI. an diesem denkwürdigen Ort ein Glaubenszeugnis abgelegt habe, das in seiner Klarheit und Eindeutigkeit auch für Luther nichts zu wünschen übrig ließe. Die notwendige Auseinandersetzung mit Luther hat der Papst dann noch nachgetragen.
Mein Fazit vom Besuch Benedikts XVI. in Deutschland: Hier ist ein hochgelehrter Theologe mit der unerschrockenen Weisheit des Alters der verheerenden Selbstmarginalisierung der Kirche durch permanente Anpassungen an verschiedenste Erwartungen mit dem Namen Jesus Christus entgegengetreten. Dabei fehlte es nicht an Humor, an einem Quäntchen Selbstironie und auch einer gehörigen Portion Selbstkritik, zum Beispiel im Bezug auf die notvolle Missbrauchsproblematik.
Sollte Katrin Göring-Eckardt, Präses der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), mit ihrem Wort von den Mauern, die man zu lange bewacht – Mauern aus Stein und Mauern aus Schweigen – und die dann von innen aufbrechen, die römisch-katholische Kirche gemeint haben, dann wäre dies in diesem Zusammenhang ein indirekter Vergleich mit dem DDR-Regime gewesen. Das kann Frau Göring-Eckardt so eigentlich nicht gemeint haben – und es wäre auch wirklich unangemessen!
Natürlich könnte man hier auch all die offenen theologischen Fragen und unser „Nein“ zur Lehre des I. Vatikanischen Konzils vom Papstamt zitieren. Man würde aber damit dem Ereignis nicht gerecht, dass für einige Tage Jesus Christus und der christliche Glaube Thema Nr. 1 in Deutschland war. Die Mitglieder des Bundestages haben sich mit gutem Grund in Ehrerbietung von ihren Plätzen erhoben.
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Ein Kommentar von selk_news [28.9.2011]
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