Auf dem Sprung nach Afrika

Wer eine Reise tut, kann was erzählen… sagte mein Vater damals immer mal wieder. Das lag nicht nur an den abwechslungsreichen Gästen, die wir in Enhlanhleni hatten, sondern auch aus eigener Erfahrung. Schließlich war er ja schon in jungen Reisen mit dem Schiff nach Dreihausen und dann bald mit dem Flugzeug zum Studium in Bleckmar, Hamburg und Oberursel. Oder ist er mit O.Stilfried auch noch mit dem Schiff gefahren? Das weiß ich jetzt gar nicht mehr. Mama wird es wohl noch wissen.

Es lief ja bisher alles wie am Schürchen. Immer waren da ein paar Verzögerungen. Mehr aber nicht. Der Taxifahrer mußte erst den Van vom Schnee befreien. Darum habe ich erst zweimal mit seiner Chefin telefoniert. Ich wollte doch wirklich nicht wieder den IC nach Frankfurt verpassen. Nach einer kurzen Wartezeit am eiskalten Gleis 2 ging es dann aber im Wagen 3 und Sitz 124 wie gebucht los. Ich saß bis Leipzig in Fahrtrichtung. Dann kam ein junger Spund und setzte sich mir quer gegenüber. Er machte aber immer wieder deutlich, daß er eigentlich auch gebucht und mir direkt gegenüber sitzen sollte. Doch mein iMac war im Weg. Da er auch so einen hatte, blieb er dann im Gangsitz und hatte nicht so eine tolle Sicht wie ich, obwohl er von Anfang an in die Fahrtrichtung guckte. Ein anderer Mann war schon von Berlin oder früher im Zug. Der saß an dem Tisch der neben uns war. Von dem hörte und sah man nichts. Er hatte sich auch mit Kopfhörern gegen den Lärm der Welt isoliert – genau wie mein Gegenüber. Da war es wunderbar ruhig und bis auf die Schaffner hat uns keiner gestört. Wir haben unser eigen Ding getan und sind dann alle zusammen mit ungefähr 3 Minuten (!) in Frankfurt am Hauptbahnhof ausgestiegen.

Ich wußte, daß die S9 ganz ausfiel und ich deswegen entweder mit 1 oder mit der 8 fahren sollte. Als erste kam die S1 nach Wiesbaden. Da bin ich gut reingekommen und stand schon ganz parat als ich zum Glück noch meinen Nebenmann fragte, ob der Zug denn auch beim Flughafen vorbei fuhr. Das verneinte er aber. Da bin ich Gott sei Dank noch heile und schnell genug rausgekommen. Und wartete dann auf dem vollen Bahnsteig 103 auf den nächsten – und richtigen. Reisen bleibt aufregend. Mit mir warteten viele Touristen mit Koffern. Ich sah Asiaten, Afrikaner und sonstige Exoten.

Eine Frau fiel mir auf, weil sie unruhig hin und her hastete. Als ich dann im richtigen Zug stand, kam die Frau auch die langgezogene Kabine runter. Immer wieder ging sie auf die Knie und äugte zwischen den sitzenden Beinen unter die Sitzplätze bis sie dann zu uns kam. Da habe ich sie gefragt, ob sie ok sei. Sie verneinte. Sie sei aus Frankreich und sei beim Bahnhof zu eilig aus dem Zug gestiegen, aber den Koffer vergessen – und nun suche sie ihn verzweifelt. Ich sagte ihr von “Lost & Found”, aber das kannte sie schon. Bei der nächsten Haltestelle, wechselte sie in den nächsten Wagen und versuchte dort ihr Glück. Ich aber stieg am Flugplatz aus. Dankbar, dass alles so gut und ohne Verzögerung abgelaufen war.

Bei Flughafen mußte ich von Terminal 1 zu 2. Bis dahin mußte ich mich erstmal oft durchfragen. Ich habe auch eine Info-Säule gebraucht, aber als die Frau dort einfach nicht zurückgrüßen wollte und mein “Guten Tag!” ohne jede Reaktion blieb, fragte ich noch, ob sie nicht Zeit hätten zu grüßen, aber auch das ließ sie ohne Antwort. Da bin ich angewidert und unverrichteter Dinge weiter. Irgendwann bin ich doch zum richtigen Bus Stop gekommen.

Von dort bin ich mit dem gelben Schuttle gefahren. Ich stand neben einem Mann, der hatte eine schafswollene Weste an und allerlei originellen Kram. Nach seiner Mütze habe ich ihn dann doch noch gefragt: “Ist die (sind Sie?) von Norwegen?” Er zog sie und blickte versonnen: “Nein, aus Österreich. Die gehörte, meiner Mutter. Die hat sie vor vierzig Jahren das letzte Mal angezogen. Immer wenn ich auf Reisen gehe, setze ich sie auf.” Jetzt ist er auf dem Sprung nach Pakistan – zu einer Hochzeit. Dort war er zwanzig Jahre nicht mehr. Jetzt fährt er mit Sohn und Frau über Dubai dorthin – und weil es dort auch sehr kalt sein könnte, sei er eben so angezogen. Er war auch schon mal in Afrika. Er hat irgendwann seinen Sohn dort besucht – als Tourist. Da war er fasziniert von dem blauen, warmen Meer – und den großen Schildkröten. Außerdem war ihm aufgefallen, daß die Leute alle keinen Strom hatten, sondern immer nur Generatoren nutzten – wenn sie den Glück hatten, sonst gings mit Holzfeuer. Immer ohne Kühl- und Gefriermöglichkeiten. Immer von der Hand in den Mund und ganz im Sinne von “unser täglich Brot gib uns heute!” Irgendwann kamen wir dann bei Terminal 2 an. Dort bin ich jetzt und warte auf meinen Flug um 14h30. Ich geh mal gucken, ob es dort weiter geht.

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Der Bräutigam wird bald rufen: “Kommt all, Ihr Hochzeitsgäst!” (LKG 73)

Der Bräutgam wird bald rufen: “Kommt all ihr Hochzeitgäst!”
Hilf Gott, daß wir nicht schlafen, in Sünden schlummern fest,
bald habn in unsern Händen die Lampen, Öl und Licht,
und dürfen uns nicht wenden von Deinem Angesicht.

Dann wird der Herr Christ führen uns, die wir ihm vertraut,
mit großem Jubilieren zum Vater, seine Braut;
da werden wir Gott schauen von hellem Angesicht,
Leiblich mit unseren Augen das ewig wahre Licht.

Gott wird sich zu uns kehren, ein’m jeden setzen auf
ein gülden Kron der Ehren, uns herzen freundlich drauf,
wird uns an sein Brust drücken aus Lieb ganz väterlich,
an Leib und Seel uns schmücken mit Gaben mildiglich.

Also wird Gott erlösen uns gar aus aller Noth,
vom Teufel, allem Bösen, von Trübsal, Angst und Spott;
von Trauern, Weh und Klagen, von Krankheit, Schmerz und Leid,
von Schwermut, Sorg und Zagen, von aller bösen Zeit.

Johann Walter 1552 (LKG 73)

Dritter Sonntag im Advent (Der Vorläufer des Herrn)

Bereitet dem Herrn den Weg, denn siehe, der Herr kommt gewaltig.

Jesaja 40,3.10

Fortlaufende Lese

Hört mir zu, ihr Inseln, und ihr Völker in der Ferne, merkt auf! Der HERR hat mich berufen von Mutterleibe an; er hat meines Namens gedacht, als ich noch im Schoß der Mutter war. 2 Er hat meinen Mund wie ein scharfes Schwert gemacht, mit dem Schatten seiner Hand hat er mich bedeckt. Er hat mich zum spitzen Pfeil gemacht und mich in seinem Köcher verwahrt. 3 Und er sprach zu mir: Du bist mein Knecht, Israel, durch den ich mich verherrlichen will. 4 Ich aber dachte, ich arbeitete vergeblich und verzehrte meine Kraft umsonst und unnütz. Doch mein Recht ist bei dem HERRN und mein Lohn bei meinem Gott. 5 Und nun spricht der HERR, der mich von Mutterleib an zu seinem Knecht bereitet hat, dass ich Jakob zu ihm zurückbringen soll und Israel zu ihm gesammelt werde – und ich bin vor dem HERRN wert geachtet und mein Gott ist meine Stärke –, 6 er spricht: Es ist zu wenig, dass du mein Knecht bist, die Stämme Jakobs aufzurichten und die Zerstreuten Israels wiederzubringen, sondern ich habe dich auch zum Licht der Völker gemacht, dass mein Heil reiche bis an die Enden der Erde.

Jesaja 49,1-6

Tageslese

Wahrlich, ich sage euch: Unter allen, die von einer Frau geboren sind, ist keiner aufgetreten, der größer ist als Johannes der Täufer; der aber der Kleinste ist im Himmelreich, ist größer als er. 12 Aber von den Tagen Johannes des Täufers bis heute leidet das Himmelreich Gewalt, und die Gewalt tun, reißen es an sich. 13 Denn alle Propheten und das Gesetz haben geweissagt bis hin zu Johannes; 14 und wenn ihr’s annehmen wollt: Er ist Elia, der da kommen soll. 15 Wer Ohren hat, der höre!

Matthäus 11,11-15

Kollekte zum 3. Sonntag im Advent

Herr, nimm an unser Gebet und Flehen und verleihe uns, daß wir der Weisung des Johannes gehorchen, Deinem Sohn den Weg zu bereiten und ihn aufzunehmen in unsere Herzen, auf daß wir die Kindschaft erlangen durch ihn, unsern Herrn Jesus Christus, Deinen Sohn, der mit Dir und dem Heiligen Geiste, ein wahrer Gott, lebet und regieret von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

Orate fratres S. 112

Gebet für Montagmorgen

Allmächtiger Gott, barmherziger VAter, unter Deinem Beistand beginnen wir von neuem die Arbeit unseres Berufs, und da wir nicht wissen, was uns in dieser Woche begegnen wird, so bitten wir Dich, mach Du den Anfang, regiere die Mitte, segne das Ende. Wenn Du uns leitest, so irren wir nicht; wenn Du uns hälst, so fallen wir nicht; Deine Treue behüte uns Leib und Leben, Hab und Gut. Wende alle Krankheit von uns und unserem Hause. Bewahre uns vor Sünden und leite uns in Deiner Wahrheit. Erhalte unser Herz bei dem Einen, daß wir Deinen Namen fürchten. Heilige unser Leben und hilf uns zu Deinem himmlischen Reich. Amen.

Gebete zum evangelisch-lutherischen Gesangbuch der Hannoverschen Landeskirche, 1937. (Anhang S.8)

Es segne und behüte Euch Gott, der allmächtige und barmherzige, der Vater, Sohn + Heiliger Geist 

Friede sei mit Euch + 

AmenAmen

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Dr. Martin Luther´s Sermon for the 3rd Sunday in Advent

Hier die Predigt Dr. Martin Luthers zum 3. Sonntag im Advent über Matthäus 11,2-10 in seiner Hauspostille (WA 52 (S.23ff):

The English translation of Dr. Martin Luther´s sermon held on the 3rd Sunday in Advent and on the holy Gospel of St. Matthew11,2-10 taken from “A year in the gospels with Martin Luther” Vol. 2 (CPH, St.Louis: 2018) Pg.56ff:

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Der Vorläufer des Herrn (3. Sonntag im Advent)

Bereitet dem Herrn den Weg; denn siehe, der Herr kommt gewaltig.

Jesaja 40,3.10

Introitus

Herr, der du bist vormals gnädig gewesen deinem Lande
und hast erlöst die Gefangenen Jakobs;
der du die Missetat vormals vergeben hast deinem Volk
und all ihre Sünde bedeckt hast; – SELA –
der du vormals hast all deinen Zorn fahren lassen
und dich abgewandt von der Glut deines Zorns:
Hilf uns, Gott, unser Heiland,
und lass ab von deiner Ungnade über uns!
Willst du denn ewiglich über uns zürnen
und deinen Zorn walten lassen für und für?
Willst du uns denn nicht wieder erquicken,
dass dein Volk sich über dich freuen kann?
Herr, zeige uns deine Gnade
und gib uns dein Heil!

Psalm 85,2-8

Kollekte

Herr, nimm an unser Gebet und Flehen und verleihe uns, daß wir der Weisung des Johannes gehorchen, Deinem Sohn den Weg zu bereiten und ihn aufzunehmen in unsere Herzen, auf daß wir die Kindschaft erlangen durch ihn, unsern Herrn Jesus Christus, Deinen Sohn, der mit Dir und dem Heiligen Geiste, ein wahrer Gott, lebet und regieret von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

Orate fratres S. 112

Alttestamentliche Lesung

Tröstet, tröstet mein Volk!, spricht euer Gott. Redet mit Jerusalem freundlich und predigt ihr, dass ihre Knechtschaft ein Ende hat, dass ihre Schuld vergeben ist; denn sie hat die volle Strafe empfangen von der Hand des Herrn für alle ihre Sünden. Es ruft eine Stimme: In der Wüste bereitet dem Herrn den Weg, macht in der Steppe eine ebene Bahn unserm Gott! Alle Täler sollen erhöht werden, und alle Berge und Hügel sollen erniedrigt werden, und was uneben ist, soll gerade, und was hügelig ist, soll eben werden; denn die Herrlichkeit des Herrn soll offenbart werden, und alles Fleisch miteinander wird es sehen; denn des Herrn Mund hat’s geredet. Es spricht eine Stimme: Predige!, und ich sprach: Was soll ich predigen? Alles Fleisch ist Gras, und alle seine Güte ist wie eine Blume auf dem Felde. Das Gras verdorrt, die Blume verwelkt; denn des Herrn Odem bläst darein. Ja, Gras ist das Volk! Das Gras verdorrt, die Blume verwelkt, aber das Wort unseres Gottes bleibt ewiglich. Zion, du Freudenbotin, steig auf einen hohen Berg; Jerusalem, du Freudenbotin, erhebe deine Stimme mit Macht; erhebe sie und fürchte dich nicht! Sage den Städten Judas: Siehe, da ist euer Gott; siehe, da ist Gott der Herr! Er kommt gewaltig, und sein Arm wird herrschen. Siehe, was er gewann, ist bei ihm, und was er sich erwarb, geht vor ihm her. Er wird seine Herde weiden wie ein Hirte. Er wird die Lämmer in seinen Arm sammeln und im Bausch seines Gewandes tragen und die Mutterschafe führen.

Jesaja 40,1-11

Epistel

Dafür halte uns jedermann: für Diener Christi und Haushalter über Gottes Geheimnisse. Nun fordert man nicht mehr von den Haushaltern, als dass sie für treu befunden werden. Mir aber ist’s ein Geringes, dass ich von euch gerichtet werde oder von einem menschlichen Gericht; auch richte ich mich selbst nicht. Ich bin mir zwar keiner Schuld bewusst, aber darin bin ich nicht gerechtfertigt; der Herr ist’s aber, der mich richtet. Darum richtet nicht vor der Zeit, bis der Herr kommt, der auch ans Licht bringen wird, was im Finstern verborgen ist, und das Trachten der Herzen offenbar machen wird. Dann wird auch einem jeden von Gott Lob zuteilwerden.

1. Korinther 4,1-5

Evangelium

Und sein Vater Zacharias wurde vom Heiligen Geist erfüllt, weissagte und sprach:
Gelobt sei der Herr, der Gott Israels!
Denn er hat besucht und erlöst sein Volk
69und hat uns aufgerichtet ein Horn des Heils
im Hause seines Dieners David –
70wie er vorzeiten geredet hat
durch den Mund seiner heiligen Propheten –,
71dass er uns errettete von unsern Feinden
und aus der Hand aller, die uns hassen,
72und Barmherzigkeit erzeigte unsern Vätern
und gedächte an seinen heiligen Bund,
73an den Eid, den er geschworen hat unserm Vater Abraham,
uns zu geben, 74dass wir, erlöst aus der Hand der Feinde,
ihm dienten ohne Furcht 75unser Leben lang
in Heiligkeit und Gerechtigkeit vor seinen Augen.
76Und du, Kindlein, wirst Prophet des Höchsten heißen.
Denn du wirst dem Herrn vorangehen, dass du seinen Weg bereitest
77und Erkenntnis des Heils gebest seinem Volk
in der Vergebung ihrer Sünden,
78durch die herzliche Barmherzigkeit unseres Gottes,
durch die uns besuchen wird
das aufgehende Licht aus der Höhe,
auf dass es erscheine denen, die
sitzen in Finsternis und Schatten des Todes,
und richte unsere Füße auf den Weg des Friedens.

Lukas 1,67-79

Glaubensbekenntnis der Kirche

Ich glaube an den Einen Gott, den allmächtigen Vater, Schöpfer Himmels und der Erden, all des, das sichtbar und unsichtbar ist.

Und an den Einen Herrn Jesus Christus, Gottes eingeborenen Sohn, der vom Vater geboren ist vor aller Zeit und Welt, Gott von Gott, Licht vom Licht,wahrhaftigen Gott vom wahrhaftigen Gott, geboren, nicht geschaffen, eines Wesens mit dem Vater, durch welchen alles geschaffen ist; welcher um uns Menschen und um unserer Seligkeit willen vom Himmel gekommen ist und leibhaft geworden durch den Heiligen Geist von der Jungfrau Maria und Mensch geworden; auch für uns gekreuzigt unter Pontius Pilatus, gelitten und begraben und am dritten Tage auferstanden nach der Schrift, und ist aufgefahren gen Himmel und sitzet zur Rechten des Vaters und wird wiederkommen mit Herrlichkeit, zu richten die Lebendigen und die Toten; dessen Reich kein Ende haben wird.

Und an den Herrn, den Heiligen Geist, der da lebendig macht, der von dem Vater und dem Sohn ausgeht, der mit dem Vater und dem Sohne zugleich angebetet und zugleich geehret wird, der durch die Propheten geredet hat.

Und die Eine, heilige, christliche, apostolischeKirche. Ich bekenne die Eine Taufe zur Vergebung der Sünden Und warte auf die Auferstehung der Toten und das Leben der zukünftigen Welt.

Nizänum

Wochenlied

Mit Ernst, o Menschenkinder, das Herz in Euch bestellt; bald wird das Heil der Sünder, der wunderstarke Held, den Gott aus Gnad allein der Welt zum Licht und Leben versprochen hat zu geben, bei allen kehren ein.

Bereitet doch fein tüchtig den Weg dem großen Gast; macht seine Steige richtig, lasst alles, was er hasst; macht alle Bahnen recht, die Tal lasst sein erhöhet, macht niedrig, was hoch stehet, was krumm ist, gleich und schlicht.

Ein Herz, das Demut liebet, bei Gott am höchsten steht; ein Herz, das Hochmut übet, mit Angst zugrunde geht; ein Herz, das richtig ist und folget Gottes Leiten, das kann sich recht bereiten, zu dem kommt Jesus Christ.

Ach mache Du mich Armen zu dieser heilgen Zeit aus Güte und Erbarmen, Herr Jesu, selbst bereit. Zieh in mein Herz hinein vom Stall und von der Krippen, so werden Herz und Lippen dir allzeit dankbar sein.

Valentin Thilo 1642 (LKG 77)

Predigttext

Da aber Johannes im Gefängnis von den Werken Christi hörte, sandte er seine Jünger 3 und ließ ihn fragen: Bist du, der da kommen soll, oder sollen wir auf einen andern warten? 4 Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Geht hin und sagt Johannes wieder, was ihr hört und seht: 5 Blinde sehen und Lahme gehen, Aussätzige werden rein und Taube hören, Tote stehen auf und Armen wird das Evangelium gepredigt;6und selig ist, wer sich nicht an mir ärgert.
7 Als sie fortgingen, fing Jesus an, zu dem Volk über Johannes zu reden: Was wolltet ihr sehen, als ihr in die Wüste hinausgegangen seid? Ein Schilfrohr, das vom Wind bewegt wird? 8 Oder was wolltet ihr sehen, als ihr hinausgegangen seid? Einen Menschen in weichen Kleidern? Siehe, die weiche Kleider tragen, sind in den Häusern der Könige. 9 Oder was wolltet ihr sehen, als ihr hinausgegangen seid? Einen Propheten? Ja, ich sage euch: Er ist mehr als ein Prophet. 10 Dieser ist’s, von dem geschrieben steht: »Siehe, ich sende meinen Boten vor dir her, der deinen Weg vor dir bereiten soll.«

Matthäus 11,2-10

Kirchengebet

Ewiger Gott,
in allem gegenwärtig und schmerzlich vermisst,
du bist unsere Sehnsucht,
unsere Frage:
Wo bleibst du?
Komm in unsere Welt,
wo wir auf dich warten,
wo in Hass und Gewalt zerfällt, was wir Menschlichkeit nannten,
wo Worte wie „Zukunft“ und „Hoffnung“ schwerer auszusprechen sind,
wo wir allein nicht bestehen können,
wo wir in uns selbst verloren sind,
wenn du nicht nahst.
Wir rufen: Herr, erbarme dich.
Komm
in zerbombte Städte und verbrannte Dörfer,
in die Flüchtlingslager und Notunterkünfte,
in die Herzen ohne Hoffnung,
in die Tiefen der Seelen, wo Traumen und Ängste und Schuld gären.
Wir rufen: Herr, erbarme dich.
Warte nicht, komm
zu allen die Heilung erhoffen,
wo sie fast undenkbar geworden ist,
Heilung des Körpers,
Heilung der Seele,
Heilung von Kulturen und Gemeinschaften und Völkern.
Wir rufen: Herr, erbarme dich.
Komm in unsere Welt,
wo so viel Elend verschwiegen wird,
wo Demokratien wanken,
wo einer dem anderen neidet und misstraut,
wo die Arroganz und Machtgier der Etablierten
auf die Ängste der Abgehängten trifft,
Wir rufen: Herr, erbarme dich.
Komm, warte nicht, komm,
nur du kannst retten,
nur du kannst erlösen, was dem Tod übergeben ist,
sterbende Wälder,
wehrlose Menschen,
verlorenes Erinnern,
erkaltender Glaube.
Wir rufen: Herr, erbarme dich.
Komm zu uns,
die wir Gefangene sind in uns selbst,
verstrickt in unsere Ansprüche und Lieblosigkeiten,
in Strategien des eigenen Vorteils und der Selbstgerechtigkeit,
Verschlossene im Dunkel.
Wir warten auf dich, ängstlich, denn wir haben uns verirrt
und rufen: Herr, erbarme dich.
Wo bleibst du, Gott?
Lass uns deinen offenen Himmel sehen,
wenn du alles und auch uns verwandelst.
Überwinde, was dir in uns widersteht,
und schaffe dir Raum in unseren Herzen!
Amen,
komm Herr Jesus!
Amen.

VELKD Gebet der Woche

+ Der Herr sei mit Euch +

Der Herr segne und behüte Dich.
Der Herr lasse Sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig.
Der Herr erhebe Sein Angesicht auf Dich und schenke Dir Seinen Frieden.
4.Mose 6,24-26
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Ihr lieben Christen freut Euch nun

“Einsamer Wanderer vor nächtlicher Kirche” (1815) von Christian Johann Gottlieb Giese (Greifswald)

Ihr lieben Christen, freut euch nun, bald wird erscheinen Gottes Sohn, der unser Bruder worden ist, das ist der lieb Herr Jesus Christ.

Der Jüngste Tag ist nun nicht fern. Komm, Jesu Christe, lieber Herr! Kein Tag vergeht, wir warten Dein und wollten gern bald bei Dir sein.

Du treuer Heiland Jesu Christ, dieweil die Zeit erfüllet ist, die uns verkündet Daniel, so komm, lieber Immanuel.

Der Teufel brächt uns gern zu Fall und wollt uns gern verschlingen all; er tracht’ nach Leib, Seel, Gut und Ehr. Herr Christ, dem alten Drachen wehr.

Ach lieber Herr, eil zum Gericht! Lass sehn Dein herrlich Angesicht, das Wesen der Dreifaltigkeit. Das helf uns Gott in Ewigkeit.

Erasmus Alber 1546 (LKG 72)

Zweiter Sonntag im Advent (Der kommende Erlöser)

Sehet auf und erhebet Eure Häupter, darum daß sich Eure Erlösung naht.

Lukas 21,28

Fortlaufende Lese

Bel bricht zusammen, Nebo ist gefallen, ihre Götzenbilder sind den Tieren und dem Vieh aufgeladen, dass sie sich müde tragen an dem, was eure Last war. 2 Sie fallen und beugen sich allesamt, sie können die Last nicht retten; sie selbst müssen in die Gefangenschaft gehen. 3 Hört mir zu, ihr vom Hause Jakob und alle, die ihr noch übrig seid vom Hause Israel, die ihr von mir getragen werdet von Mutterleibe an und vom Mutterschoße an mir aufgeladen seid: 4 Auch bis in euer Alter bin ich derselbe, und ich will euch tragen, bis ihr grau werdet. Ich habe es getan; ich will heben und tragen und erretten. 5 Wem wollt ihr mich gleichstellen, und mit wem vergleicht ihr mich? An wem messt ihr mich, dass ich ihm gleich sein soll? 6 Sie schütten das Gold aus dem Beutel und wiegen das Silber mit der Waage dar und dingen den Goldschmied, dass er einen Gott daraus mache, vor dem sie knien und anbeten. 7 Sie heben ihn auf die Schultern und tragen ihn und setzen ihn nieder an seine Stätte, dass er stehe und nicht von seinem Ort rücke. Schreit einer zu ihm, so antwortet er nicht und hilft ihm nicht aus seiner Not. 8 Gedenkt doch daran und seid fest, ihr Abtrünnigen, nehmt’s zu Herzen! 9 Gedenkt des Vorigen von alters her, denn ich bin Gott, und sonst keiner, ein Gott, dem nichts gleicht, 10 der ich zuvor verkündige, was hernach kommen soll, und vorzeiten, was noch nicht geschehen ist, und der ich sage: Was ich beschlossen habe, geschieht, und alles, was ich mir vorgenommen habe, das tue ich. 11 Ich rufe einen Adler vom Osten her, aus fernem Lande den Mann, der meinen Ratschluss ausführe. Wie ich’s gesagt habe, so lasse ich’s kommen; was ich geplant habe, das tue ich auch. 12 Hört mir zu, ihr trotzigen Herzen, die ihr ferne seid von der Gerechtigkeit! 13 Ich habe meine Gerechtigkeit nahe gebracht; sie ist nicht ferne und mein Heil säumt nicht. Ich will zu Zion das Heil geben für Israel, meine Zier.

Jesaja 46,1-13

Tageslese

Und dem Engel der Gemeinde in Laodizea schreibe: Das sagt, der Amen heißt, der treue und wahrhaftige Zeuge, der Anfang der Schöpfung Gottes: 15 Ich kenne deine Werke, dass du weder kalt noch warm bist. Ach dass du kalt oder warm wärest! 16 Weil du aber lau bist und weder warm noch kalt, werde ich dich ausspeien aus meinem Munde. 17 Du sprichst: Ich bin reich und habe mehr als genug und brauche nichts!, und weißt nicht, dass du elend und jämmerlich bist, arm, blind und bloß. 18 Ich rate dir, dass du Gold von mir kaufst, das im Feuer geläutert ist, damit du reich werdest, und weiße Kleider, damit du sie anziehst und die Schande deiner Blöße nicht offenbar werde, und Augensalbe, deine Augen zu salben, damit du sehen mögest. 19 Welche ich lieb habe, die weise ich zurecht und züchtige ich. So sei nun eifrig und tue Buße! 20 Siehe, ich stehe vor der Tür und klopfe an. Wenn jemand meine Stimme hören wird und die Tür auftun, zu dem werde ich hineingehen und das Abendmahl[1] mit ihm halten und er mit mir. 21 Wer überwindet, dem will ich geben, mit mir auf meinem Thron zu sitzen, wie auch ich überwunden habe und mich gesetzt habe mit meinem Vater auf seinen Thron. 22 Wer Ohren hat, der höre, was der Geist den Gemeinden sagt!

Offenbarung 3,14-22

Kollekte für den zweiten Sonntag im Advent

O Gott, der Du uns durch das Gedächtnis unserer Erlösung alljährlich aufs neue erfreust, gib, daß wir Deinen eingeborenen Sohn, den wir freudenvoll als unseren Erlöser empfangen, auch bei seinem Kommen zum Gericht getrost und im Frieden schauen. Amen

Orate fratres S.111

Gebet für Samstagmorgen

Allmächtiger, güter Gott, lieber himmlischer Vater, Deine Güte ist es, daß wir nicht gar aus sind; Deine Barmherzigkeit hat noch kein Ende, sondern sie ist alle Morgen neu und Deine Treue ist groß. Unsere Seele erhebt sich zu Dir mit Preis und Dank, daß Du uns wieder gesund und froh zu einem neuen Morgen hast erwachen lassen. Aber unser Leben fähret schnell dahin, als flögen wir davon. Hilf uns, o treuer Gott, daß wir die flüchtige Zeit treu und gewissenhaft auskaufen. Gib Deinen Segen zu allem unserem Wirken und Tun. Wohne in unseren Herzen, daß wir in Dir bleiben unter allen Sorgen des Tages. Dein heiliger Engel geleite uns auf allen unseren Wegen, bis der letzte große Tag anbricht, da wir Dir dienen in der Freiheit der Erlösten und Dich schauen von Angesicht zu Angesicht im Glanze Deiner Herrlichkeit. Amen.

Gebete zum evangelisch-lutherischen Gesangbuch der Hannoverschen Landeskirche, 1937.

Es segne und behüte Euch Gott, der allmächtige und barmherzige, der Vater, Sohn + Heiliger Geist 

Friede sei mit Euch + AmenAmen

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Die also fest gläuben und beständig bleiben

Die also fest gläuben und beständig bleiben,
Dem Herren in allen trachten zu gefallen.
Die weden mit Freuden auch von hinnen scheiden.

Denn bald und behende kommt ihr letztes Ende;
Da wird er vom Bösen ihre Seel erlösen
Und sie mit sich führen zu der Engel Chören.

Wird von dannen kommen wie denn wird vernommen,
Wenn die Toten werden erstehn von der Erden
Und zu seinen Füßen sich darstellen müssen.

Da wird er sie scheiden die Frommen zur Freuden,
Die Bösen zur Höllen in peinliche Stellen,
Wo sie ewig müssen ihr Untugend büßen.

Ei nun, Herre Jesu, schick unser Herzen zu,
Daß wir, alle Stunden rechtgläubig erfunden,
Darinnen verscheiden zur ewigen Freuden.

Böhmische Brüder 1544 (LKG 71,5-9)

Zweiter Sonntag im Advent (Der kommende Erlöser)

Seher auf und erhebet Eure Häupter, darum daß sich Eure Erlösung naht.

Lukas 21,28

Fortlaufende Lese

Denn so spricht der HERR, der den Himmel geschaffen hat – er ist Gott; der die Erde bereitet und gemacht hat – er hat sie gegründet; er hat sie nicht geschaffen, dass sie leer sein soll, sondern sie bereitet, dass man auf ihr wohnen solle: Ich bin der HERR, und sonst keiner mehr. 19 Ich habe nicht im Verborgenen geredet an einem finstern Ort der Erde; ich habe nicht zu den Söhnen Jakobs gesagt: »Sucht mich vergeblich!« Denn ich bin der HERR, der von Gerechtigkeit redet und verkündigt, was recht ist. 20 Versammelt euch und kommt miteinander herzu, ihr Entronnenen der Völker. Keine Erkenntnis haben, die sich abschleppen mit den Klötzen ihrer Götzen und zu einem Gott flehen, der nicht helfen kann. 21 Tut es kund, bringt es vor, beratet miteinander: Wer hat dies hören lassen von alters her und vorzeiten verkündigt? Hab ich’s nicht getan, der HERR? Es ist sonst kein Gott außer mir, ein gerechter Gott und Heiland, und es ist keiner außer mir. 22 Wendet euch zu mir, so werdet ihr gerettet, aller Welt Enden; denn ich bin Gott, und sonst keiner mehr. 23 Ich schwöre bei mir selbst, und Gerechtigkeit geht aus meinem Munde, ein Wort, bei dem es bleiben soll: Mir sollen sich alle Knie beugen und alle Zungen schwören 24 und sagen: Im HERRN habe ich Gerechtigkeit und Stärke. Aber alle, die ihm widerstehen, werden zu ihm kommen und beschämt werden. 25 Im HERRN wird gerecht werden Israels ganzes Geschlecht und wird sich seiner rühmen.

Jesaja 45,18-25

Tageslese

Als er aber von den Pharisäern gefragt wurde: Wann kommt das Reich Gottes?, antwortete er ihnen und sprach: Das Reich Gottes kommt nicht mit äußeren Zeichen; 21 man wird auch nicht sagen: Siehe, hier!, oder: Da! Denn sehet, das Reich Gottes ist mitten unter euch.

22 Er sprach aber zu den Jüngern: Es wird die Zeit kommen, in der ihr begehren werdet, zu sehen einen der Tage des Menschensohns, und werdet ihn nicht sehen. 23 Und sie werden zu euch sagen: Siehe, da!, oder: Siehe, hier! Geht nicht hin und lauft nicht hinterher! 24 Denn wie der Blitz aufblitzt und leuchtet von einem Ende des Himmels bis zum andern, so wird der Menschensohn an seinem Tage sein. 25 Zuvor aber muss er viel leiden und verworfen werden von diesem Geschlecht.

Lukas 17:20-25

Kollekte für den zweiten Sonntag im Advent

O Gott, der Du uns durch das Gedächtnis unserer Erlösung alljährlich aufs neue erfreust, gib, daß wir Deinen eingeborenen Sohn, den wir freudenvoll als unseren Erlöser empfangen, auch bei seinem Kommen zum Gericht getrost und im Frieden schauen. Amen

Orate fratres S.111

Es segne und behüte Euch Gott, der allmächtige und barmherzige, der Vater, Sohn + Heiliger Geist 

Friede sei mit Euch + AmenAmen

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Gottes Sohn ist kommen uns allen zu Frommen

Gottes Sohn ist kommen uns allen zu Frommen hier auf diese Erden in armen Gebärden, dass er uns von Sünde freie und entbinde.

Er kommt auch noch heute und lehret die Leute, wie sie sich von Sünden zur Buß sollen wenden, von Irrtum und Torheit treten zu der Wahrheit.

Die sich sein nicht schämen und sein’ Dienst annehmen durch ein’ rechten Glauben mit ganzem Vertrauen, denen wird er eben ihre Sünd vergeben.

Denn er tut ihn’ schenken in den Sakramenten sich selber zur Speisen, sein Lieb zu beweisen, dass sie sein genießen in ihrem Gewissen.

Böhmische Brüder 1544

Zweiter Sonntag im Advent (Der kommende Erlöser)

Seher auf und erhebet Eure Häupter, darum daß sich Eure Erlösung naht.

Lukas 21,28

Fortlaufende Lese

Weh dem, der mit seinem Schöpfer hadert, eine Scherbe unter irdenen Scherben! Spricht denn der Ton zu seinem Töpfer: »Was machst du? Dein Tun ist ungeschickt!« 10 Weh dem, der zum Vater sagt: Warum zeugst du?, und zur Frau: Warum gebierst du? 11 So spricht der HERR, der Heilige Israels und sein Schöpfer: Wollt ihr mich zur Rede stellen wegen meiner Söhne? Und wollt ihr mir Befehl geben wegen des Werkes meiner Hände? 12 Ich habe die Erde gemacht und den Menschen auf ihr geschaffen. Ich bin’s, dessen Hände den Himmel ausgebreitet haben und der seinem ganzen Heer geboten hat. 13 Ich habe ihn erweckt in Gerechtigkeit, und alle seine Wege will ich eben machen. Er soll meine Stadt wieder aufbauen und meine Gefangenen loslassen, nicht um Geld und nicht um Geschenke, spricht der HERR Zebaoth.

14 So spricht der HERR: Der Ägypter Erwerb und der Kuschiter Gewinn und die hochgewachsenen Leute von Seba werden zu dir kommen und dein Eigen sein. Sie werden dir folgen, in Fesseln werden sie gehen und werden zu dir kommen und niederfallen und zu dir flehen: Nur bei dir ist Gott, und sonst ist kein Gott mehr. 15 Fürwahr, du bist ein verborgener Gott, du Gott Israels, der Heiland. 16 Aber die Götzenmacher sollen alle in Schmach und Schande geraten und miteinander schamrot einhergehen. 17 Israel aber wird errettet durch den HERRN mit einer ewigen Rettung, und ihr werdet nicht zuschanden noch zu Spott immer und ewiglich. 

Jesaja 45,9-17

Tageslese

Jesus fing an und sagte zu ihnen: Seht zu, dass euch nicht jemand verführe! 6 Es werden viele kommen unter meinem Namen und sagen: Ich bin’s, und werden viele verführen. 7 Wenn ihr aber hören werdet von Kriegen und Kriegsgeschrei, so erschreckt nicht: Es muss geschehen. Aber das Ende ist noch nicht da. 8 Denn es wird sich ein Volk gegen das andere erheben und ein Königreich gegen das andere; es werden Erdbeben geschehen hier und dort, es werden Hungersnöte sein: Das ist der Anfang der Wehen. 9 Ihr aber seht euch vor! Sie werden euch den Gerichten überantworten, und in den Synagogen werdet ihr geschlagen werden, und vor Statthalter und Könige werdet ihr geführt werden um meinetwillen, ihnen zum Zeugnis. 10 Und das Evangelium muss zuvor gepredigt werden unter allen Völkern. 11 Und wenn sie euch hinführen und überantworten werden, so sorgt euch nicht vorher, was ihr reden sollt; sondern was euch in jener Stunde gegeben wird, das redet. Denn ihr seid’s nicht, die da reden, sondern der Heilige Geist. 12 Und es wird ein Bruder den andern zum Tod überantworten und der Vater das Kind, und die Kinder werden sich empören gegen die Eltern und werden sie zu Tode bringen. 13 Und ihr werdet gehasst sein von jedermann um meines Namens willen. Wer aber beharrt bis an das Ende, der wird selig.

Markus 13,5-13

Kollekte für den zweiten Sonntag im Advent

O Gott, der Du uns durch das Gedächtnis unserer Erlösung alljährlich aufs neue erfreust, gib, daß wir Deinen eingeborenen Sohn, den wir freudenvoll als unseren Erlöser empfangen, auch bei seinem Kommen zum Gericht getrost und im Frieden schauen. Amen

Orate fratres S.111

Es segne und behüte Euch Gott, der allmächtige und barmherzige, der Vater, Sohn + Heiliger Geist 

Friede sei mit Euch + AmenAmen

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O Mensch, wie, daß Du nicht verstehst?

Lutherstadt Wittenberg (Thomas Sickert FB)

O Mensch, wie, daß du nicht verstehst und dem König entgegen gehst,
der Dir so ganz demütig kömmt und sich Dein so treulich annimmt.

Ei, nimm ihn heut mit Freuden an, bereit ihm Deines Herzens Bahn,
auf daß er komm in Dein Gemüt, und Du genießest seiner Güt.

Unterwirf ihm Deine Vernunft in dieser gnadenreichen Zukunft,
untergib seiner Heiligkeit die Werk Deiner Gerechtigkeit.

Wo Du dies tust, so ist er Dein, bewahrt Dich vor der Höllenpein.
Wo nicht, so sieh dich eben für, denn er schleußt Dir des Himmels Tür.

Sein erste Zukunft in die Welt ist in sanftmütiger Gestalt,
die ander wird erschrecklich sein, den Gottlosen zu großer Pein.

Die aber jetzt in Christo stehn, werden alsdann zur Freuden gehn,
und besitzen der Engel Chor, daß sie kein Übel mehr berühr.

Dem Vater in dem höchsten Thron, samt seinem eingebornen Sohn,
dem Heilgen Geist gleicherweis, sei in Ewigkeit sei Dank und Preis.

Michael Weiße 1531 (LKG 70,8-14)

Zweiter Sonntag im Advent (Der kommende Erlöser)

Seher auf und erhebet Eure Häupter, darum daß sich Eure Erlösung naht.

Lukas 21,28

Fortlaufende Lese

So spricht der HERR zu seinem Gesalbten, zu Kyrus, den ich bei seiner rechten Hand ergriff, dass ich Völker vor ihm unterwerfe und Königen das Schwert abgürte, damit vor ihm Türen geöffnet werden und Tore nicht verschlossen bleiben: 2 Ich will vor dir hergehen und das Bergland eben machen, ich will die ehernen Türen zerschlagen und die eisernen Riegel zerbrechen 3 und will dir heimliche Schätze geben und verborgene Kleinode, damit du erkennst, dass ich der HERR bin, der dich beim Namen ruft, der Gott Israels. 4 Um Jakobs, meines Knechts, und um Israels, meines Auserwählten, willen rief ich dich bei deinem Namen und gab dir Ehrennamen, obgleich du mich nicht kanntest. 5 Ich bin der HERR, und sonst keiner mehr, kein Gott ist außer mir. Ich habe dich gerüstet, obgleich du mich nicht kanntest, 6 damit man erfahre vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Niedergang, dass keiner ist außer mir. Ich bin der HERR, und sonst keiner mehr, 7 der ich das Licht mache und schaffe die Finsternis, der ich Frieden gebe und schaffe Unheil. Ich bin der HERR, der dies alles tut. 8 Träufelt, ihr Himmel, von oben, und ihr Wolken, regnet Gerechtigkeit! Die Erde tue sich auf und bringe Heil, und Gerechtigkeit wachse mit auf! Ich, der HERR, erschaffe es. 

Jesaja 45,1-8

Tageslese

Dem Engel der Gemeinde in Ephesus schreibe: Das sagt, der da hält die sieben Sterne in seiner Rechten, der da wandelt mitten unter den sieben goldenen Leuchtern: 2 Ich kenne deine Werke und deine Mühsal und deine Geduld und weiß, dass du die Bösen nicht ertragen kannst; und du hast die geprüft, die sagen, sie seien Apostel und sind’s nicht, und hast sie als Lügner befunden 3 und hast Geduld und hast um meines Namens willen die Last getragen und bist nicht müde geworden. 4 Aber ich habe gegen dich, dass du deine erste Liebe verlassen hast. 5 Denke nun daran, aus welcher Höhe du gefallen bist, und tue Buße und tue die ersten Werke! Wenn aber nicht, werde ich über dich kommen und deinen Leuchter wegstoßen von seiner Stätte – wenn du nicht Buße tust. 6 Aber das hast du für dich, dass du die Werke der Nikolaïten hassest, die auch ich hasse. 7 Wer Ohren hat, der höre, was der Geist den Gemeinden sagt! Wer überwindet, dem will ich zu essen geben von dem Baum des Lebens, der im Paradies Gottes ist.

Offenbarung 2,1-7

Kollekte für den zweiten Sonntag im Advent

O Gott, der Du uns durch das Gedächtnis unserer Erlösung alljährlich aufs neue erfreust, gib, daß wir Deinen eingeborenen Sohn, den wir freudenvoll als unseren Erlöser empfangen, auch bei seinem Kommen zum Gericht getrost und im Frieden schauen. Amen

Orate fratres S.111

Es segne und behüte Euch Gott, der allmächtige und barmherzige, der Vater, Sohn + Heiliger Geist 

Friede sei mit Euch + AmenAmen

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Lob sei dem allmächtigen Gott (LKG 70)

Lob sei dem allmächtigen Gott, der sich unser erbarmet hat,
gesandt sein allerliebsten Sohn aus ihm geborn im höchsten Thron.

Auf daß er unser Heiland würd, uns freiet von der Sündenbürd,
und durch sein Gnade und Wahrheit, führet zur ewigen Klarheit.

O große Gnad und Gütigkeit, o tiefe Lieb und Mildigkeit!
Gott tut ein Werk, des ihm kein Mann, auch kein Engel verdanken kann.

Gott nimmt an sich unser Natur, der Schöpfer eine Kreatur;
er veracht nicht ein armes Weib, Mensch zu werden in ihrem Leib.

Des Vaters Wort von Ewigkeit wird Fleisch in aller Reinigkeit.
Das A und O, Anfang und End, gibt sich für uns in groß Elend.

Was ist der Mensch, was ist sein Tun, daß Gott für ihn gibt seinen Sohn?
Was darf unser das höchste Gut, daß es so unserthalben tut?

O weh dem Volk welchs Dich veracht, der Gnad sich nicht teilhaftig macht,
nicht hören will des Sohnes Stimm, denn auf ihm bleibet Gottes Grimm.

Michael Weiße 1531 (LKG 70,1-7)

Zweiter Sonntag im Advent (Der kommende Erlöser)

Seher auf und erhebet Eure Häupter, darum daß sich Eure Erlösung naht.

Lukas 21,28

Fortlaufende Lese

Gedenke daran, Jakob, und du, Israel, denn du bist mein Knecht. Ich habe dich bereitet, dass du mein Knecht seist. Israel, ich vergesse dich nicht! 22 Ich tilge deine Missetat wie eine Wolke und deine Sünden wie den Nebel. Kehre dich zu mir, denn ich erlöse dich! 23 Jauchzet, ihr Himmel, denn der HERR hat’s getan! Jubelt, ihr Tiefen der Erde! Ihr Berge, frohlocket mit Jauchzen, der Wald und alle Bäume darin! Denn der HERR hat Jakob erlöst, an Israel verherrlicht er sich.

24 So spricht der HERR, dein Erlöser, der dich von Mutterleibe bereitet hat: Ich bin der HERR, der alles schafft, der den Himmel ausbreitet allein und die Erde fest macht ohne Gehilfen; 25 der die Zeichen der Wahrsager zunichtemacht und die Weissager zu Narren; der die Weisen zurücktreibt und ihre Kunst zur Torheit macht; 26 der das Wort seines Knechts wahr macht und den Rat seiner Boten vollführt; der zu Jerusalem spricht: Du sollst bewohnt sein!, und zu den Städten Judas: Ihr sollt wieder aufgebaut werden!, und ihre Trümmer richte ich auf; 27 der zu der Tiefe spricht: Versiege!, und deine Fluten trockne ich aus; 28 der zu Kyrus sagt: Mein Hirte! Er soll all meinen Willen vollenden und sagen zu Jerusalem: Werde wieder gebaut!, und zum Tempel: Werde gegründet!

Jesaja 44:21-28

Tageslese

Weiter, ihr Brüder und Schwestern, betet für uns, dass das Wort des Herrn laufe und gepriesen werde wie bei euch 2 und dass wir gerettet werden vor falschen und bösen Menschen; denn der Glaube ist nicht jedermanns Ding. 3 Aber der Herr ist treu; der wird euch stärken und bewahren vor dem Bösen. 4 Wir haben aber das Vertrauen zu euch in dem Herrn, dass ihr tut und tun werdet, was wir gebieten. 5 Der Herr aber richte eure Herzen aus auf die Liebe Gottes und auf das Warten auf Christus.

2. Thessalonicher 3,1-5

Kollekte für den zweiten Sonntag im Advent

O Gott, der Du uns durch das Gedächtnis unserer Erlösung alljährlich aufs neue erfreust, gib, daß wir Deinen eingeborenen Sohn, den wir freudenvoll als unseren Erlöser empfangen, auch bei seinem Kommen zum Gericht getrost und im Frieden schauen. Amen

Orate fratres S.111

Es segne und behüte Euch Gott, der allmächtige und barmherzige, der Vater, Sohn + Heiliger Geist 

Friede sei mit Euch + AmenAmen

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Nun komm, der Heiden Heiland

St. Coloman im Allgäu, Bayern.

Nun komm, der Heiden Heiland, der Jungfrauen Kind erkannt, dass sich wunder alle Welt, Gott solch Geburt ihm bestellt.

Nicht von Manns Blut noch von Fleisch, allein von dem Heiligen Geist ist Gotts Wort worden ein Mensch und blüht ein Frucht Weibes Fleisch.

Der Jungfrau Leib schwanger ward, doch blieb Keuschheit rein bewahrt, leucht hervor manch Tugend schon, Gott da war in seinem Thron.

Er ging aus der Kammer sein, dem königlichen Saal so rein, Gott von Art und Mensch, ein Held; sein’ Weg er zu laufen eilt.

Sein Lauf kam vom Vater her und kehrt wieder zum Vater, fuhr hinunter zu der Höll und wieder zu Gottes Stuhl.

“Der Du bist dem Vater gleich, führ hinaus den Sieg im Fleisch, daß Dein ewig Gottsgewalt in uns das krank Fleisch erhalt.

Dein Krippen glänzt hell und klar, die Nacht gibt ein neu Licht dar. Dunkel muss nicht kommen drein, der Glaub bleib immer im Schein.”

Lob sei Gott dem Vater gtan; Lob sei Gott seim eingen Sohn, Lob sei Gott dem Heilgen Geist immer und in Ewigkeit.

Hymnus des Bischofs Ambrosius von Mailand +397 (Veni redemptor gentium), deutsch von Martin Luther 1524 (LKG 69)

Erster Sonntag im Advent (Der kommende Herr)

Siehe, Dein König kommt zu Dir, ein Gerechter und ein Helfer.

Sacharja 9,9

Fortlaufende Lese

Du aber, Israel, mein Knecht, Jakob, den ich erwählt habe, du Same Abrahams, meines Geliebten, 9 du, den ich fest ergriffen habe von den Enden der Erde her und berufen von ihren Grenzen, zu dem ich sprach: Du sollst mein Knecht sein; ich erwähle dich und verwerfe dich nicht –, 10 fürchte dich nicht, ich bin mit dir; weiche nicht, denn ich bin dein Gott. Ich stärke dich, ich helfe dir auch, ich halte dich durch die rechte Hand meiner Gerechtigkeit. 11 Siehe, zu Spott und zuschanden sollen werden alle, die dich hassen; sie sollen werden wie nichts und die Leute, die mit dir streiten, sollen umkommen. 12 Wenn du nach ihnen fragst, wirst du die nicht finden, die mit dir hadern. Es sollen werden wie nichts und ein Ende haben, die dich bekämpfen. 13 Denn ich bin der HERR, dein Gott, der deine rechte Hand fasst und zu dir spricht: Fürchte dich nicht, ich helfe dir! 14 Fürchte dich nicht, du Würmlein Jakob, du armer Haufe Israel. Ich helfe dir, spricht der HERR, und dein Erlöser ist der Heilige Israels. 15 Siehe, ich habe dich zum scharfen, neuen Dreschwagen gemacht, der viele Zacken hat, dass du Berge zerdreschen und zermalmen sollst und Hügel wie Spreu machen. 16 Du sollst sie worfeln, dass der Wind sie wegführt und der Wirbelsturm sie verweht. Du aber wirst fröhlich sein über den HERRN und wirst dich rühmen des Heiligen Israels. 17 Die Elenden und Armen suchen Wasser und es ist nichts da, ihre Zunge verdorrt vor Durst. Aber ich, der HERR, will sie erhören; ich, der Gott Israels, will sie nicht verlassen. 18 Ich will Wasserbäche auf den Höhen öffnen und Quellen inmitten der Täler und will die Wüste zu Wasserstellen machen und das dürre Land zu Wasserquellen. 19 Ich will in der Wüste wachsen lassen Zedern, Akazien, Myrten und Ölbäume; ich will in der Steppe pflanzen miteinander Zypressen, Buchsbaum und Kiefern, 20 damit man zugleich sehe und erkenne und merke und verstehe: Des HERRN Hand hat dies getan, und der Heilige Israels hat es geschaffen.

Jesaja 41,8-20

Tageslese

Und in solchem Vertrauen wollte ich zunächst zu euch kommen, auf dass ihr abermals eine Wohltat empfinget. 16 Von euch aus wollte ich nach Makedonien reisen, aus Makedonien wieder zu euch kommen und mich von euch geleiten lassen nach Judäa. 17 Bin ich etwa leichtfertig gewesen, als ich dies wollte? Oder plane ich, was ich plane, auf fleischliche Weise, sodass das Ja Ja bei mir auch ein Nein Nein wäre? 18 Bei der Treue Gottes, unser Wort an euch ist nicht Ja und Nein zugleich. 19 Denn der Sohn Gottes, Jesus Christus, der unter euch durch uns gepredigt worden ist, durch mich und Silvanus und Timotheus, der war nicht Ja und Nein, sondern das Ja war in ihm. 20 Denn auf alle Gottesverheißungen ist in ihm das Ja; darum sprechen wir auch durch ihn das Amen, Gott zur Ehre. 21 Gott ist’s aber, der uns fest macht samt euch in Christus und uns gesalbt hat 22 und versiegelt und in unsre Herzen als Unterpfand den Geist gegeben hat.

2. Korinther 1,15-22

Kollekte für den ersten Sonntag im Advent

Lieber Herr Gott, wecke uns auf, daß wir bereit seien, wenn Dein Sohn kommt, ihn mit Freuden zu empfangen und Dir mit reinem Herzen zu dienen, durch unsern Herrn Jesus Christus, Deinen Sohn, der mit Dir und dem Heiligen Geiste lebt und regiert von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen

Orate fratres S.111

Es segne und behüte Euch Gott, der allmächtige und barmherzige, der Vater, Sohn + Heiliger Geist 

Friede sei mit Euch + AmenAmen

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