Elector John Frederick, the Magnanimous

John Frederick I playing his cousin Albert of Brandenburg by Antonis Mor (1549)

Just a few days after the battle at Mühlberg (24 April 1547) emperor Charles V moved via Belgern und Torgau to encamp on the Elbe flats to besiege the heavily fortified city of Wittenberg. His demand to give up the city was rejected vehemently. The city resisted longer than expected, so the emperor tried to force their hand by threatening to send them the decapitated elector.

The commander of the fortress replied: “We will respond by treating the margrave Albert of Brandenburg in kind.” The emperor called a tribunal, which condemned the captive elector to death. Their verdict: “John Frederick the eighth, is to be punished as example. He is to be beheaded in the marked field.” John Frederick took this ruling calmly.

The story goes, that the elector heard this decision on the 10th of May. He was playing chess with his cousin, the duke Ernst of Brunswick. On receiving the news, he did not stop playing, but put the order aside and told the duke: “Watch out. You are checkmate.” This anecdote shows how the elector took the judgment composed and calmly. He told the emperor: “I presume, Your majesty will deal more leniently with me than that. If not, do give me a day´s notice to inform my wife and sons about necessities.”

The emperor did not pass the death sentence, but a week later on the 18th of May Wittenberg capitulated. The elector gave up his lands and his electorship. He handed over the unconquered fortresses Wittenberg and Gotha and entered lifelong imprisonment.

“John Frederick, elector of Saxony called the magnanimous.”
A memoir on his four hundredth birthday anniversary by D. Bernhard Rogge
translated by yours truly.
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Jauchzet, Ihr Himmel, frohlocket, Ihr Engel in Chören

Jauchzet, Ihr Himmel, frohlocket, Ihr Engel, in Chören, singet dem Herren, dem Heiland der Menschen, zu Ehren! Sehet doch da: Gott will so freundlich und nah zu den Verlornen sich kehren.

Jauchzet, Ihr Himmel, frohlocket, Ihr Enden der Erden! Gott und der Sünder, die sollen zu Freunden nun werden. Friede und Freud wird uns verkündiget heut; freuet euch, Hirten und Herden!

Sehet dies Wunder, wie tief sich der Höchste hier beuget; sehet die Liebe, die endlich als Liebe sich zeiget! Gott wird ein Kind, träget und hebet die Sünd; alles anbetet und schweiget.

Gott ist im Fleische: wer kann dies Geheimnis verstehen? Hier ist die Pforte des Lebens nun offen zu sehen. Gehet hinein, eins mit dem Kinde zu sein, die Ihr zum Vater wollt gehen.

Hast Du denn, Höchster, auch meiner noch wollen gedenken? Du willst Dich selber, Dein Herze der Liebe, mir schenken. Sollt nicht mein Sinn innigst sich freuen darin und sich in Demut versenken?

König der Ehren, aus Liebe geworden zum Kinde, dem ich auch wieder mein Herze in Liebe verbinde: Du sollst es sein, den ich erwähle allein; ewig entsag ich der Sünde.

Süßer Immanuel, werd auch in mir nun geboren, komm doch, mein Heiland, denn ohne Dich bin ich verloren! Wohne in mir, mach mich ganz eines mit Dir, der Du mich liebend erkoren.

Gerhard Tersteegen 1731 (LKG 108)

Dienstag nach dem Letzten Sonntag nach Epiphanias (Verklärung)

Gott, der da hieß Licht aus der Finsternis hervorleuchten, der hat einen hellen Schein in unsere Herzen gegeben, daß durch uns entstünde die Erleuchtung zur Erkenntnis der Klarheit Gottes in dem Angesichte Jesu Christe.

2. Korinther 4,6

Kollekte

Herr Gott, himmlischer Vater, der Du Deinen Sohn vom Himmel herab verkläret hast: verleihe uns, daß wir die Offenbarung seiner Herrlichkeit gläubig aufnehmen und ihm willig nachfolgen, auf daß wir durch sein Leiden und Kreuz zur Glorie der Auferstehung durch Jesus Christus, unsern Herrn.

Orate fratres S.122

Fortlaufende Lese

Halte dich an das Vorbild der heilsamen Worte, die du von mir gehört hast, im Glauben und in der Liebe in Christus Jesus. 14 Dieses kostbare Gut, das dir anvertraut ist, bewahre durch den Heiligen Geist, der in uns wohnt. 15 Das weißt du, dass sich von mir abgewandt haben alle, die in der Provinz Asia sind, unter ihnen Phygelus und Hermogenes. 16 Der Herr gebe Barmherzigkeit dem Hause des Onesiphorus; denn er hat mich oft erquickt und hat sich meiner Ketten nicht geschämt, 17 sondern als er in Rom war, suchte er mich eifrig und fand mich. 18 Der Herr gebe ihm, dass er Barmherzigkeit finde bei dem Herrn an jenem Tage. Und welche Dienste er in Ephesus geleistet hat, weißt du am besten. 

2. Timotheus 1,13-18

Tageslese

Ist aber unser Evangelium verdeckt, so ist’s denen verdeckt, die verloren werden, 4 den Ungläubigen, denen der Gott dieser Welt den Sinn verblendet hat, dass sie nicht sehen das helle Licht des Evangeliums von der Herrlichkeit Christi, welcher ist das Ebenbild Gottes. 5 Denn wir predigen nicht uns selbst, sondern Jesus Christus, dass er der Herr ist, wir aber eure Knechte um Jesu willen. 6 Denn Gott, der da sprach: Licht soll aus der Finsternis hervorleuchten, der hat einen hellen Schein in unsre Herzen gegeben, dass die Erleuchtung entstünde zur Erkenntnis der Herrlichkeit Gottes in dem Angesicht Jesu Christi.

2. Korinther 4,3-6

Gebet am Dienstag

Allmächtiger Gott, himmlischer Vater!

Wir preisen Deine grundlose Barmherzigkeit, mit der Du Dich über sündige Menschen erbarmst. Alle Propheten und Apostel verkündigen uns das in Deinem Wort.

Laß unsere Hoffnung nicht zu Schanden werden, wenn wir zu Dir beten für alle Leidenden in dieser Zeit. Denn siehe, der böse Feind ist mächtig geworden, und die Großen dieser Welt regieren oft mit Ungerechtigkeit. O GOTT, der Du vormals hast Deinen Heiligen überwinden lassen, stärke auch heute alle, die Deiner Hilfe gegen Unrecht bedürftig sind.

Gib, daß alle Kriegsgefangenen und Geiseln der Terroristen – als Sklaven gehalten und Opfer irdischer Rache – in ihre Heimat zurückkehren. Stehe allen Vertriebenen und Heimatlosen bei und sei Du ihre Gerechtigkeit. Den Witwen und Waisen sei ein Vater mit starkem Schutz.

O Jesu Christe, der Du Deine Heiligen wunderbar führst: Gehe durch Riegel und Gitter zu denen, die um Deines Namens und um Deiner Kirche willen gefangen sind; stärke sie zu einem guten Zeugnis und laß sie nicht wankend werden im Bekenntnis Deines Namens. Uns aber lehre durch das Beispiel so vieler heiliger Märtyrer, daß wir allezeit wach seien zum Bekenntnis Deines Namens. Laß uns nicht zu Schanden werden, wenn der böse Feind Hand an uns legt, sondern gib, daß wir in aller Anfechtung bestehen. Doch wenn es Dein Wille ist, dann laß uns in Ruhe und Frieden leben der Heiligung Deines Namens.

Um Deines heiligen Opfers willen, o Jesu Christe, der Du mit dem Vater und dem Heiligen Geist, ein wahrer GOTT, lebest und regierst von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

Lutherisches Kirchengesangbuch (Lutheraner Verlag, Uelzen: 1956. Anhang: S.143)

Es segne und behüte Euch Gott, der allmächtige und barmherzige, der Vater, Sohn + Heiliger Geist 
Friede sei mit Euch + 
AmenAmen

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Wie man fur Gott from und gerecht wird (AC IV cont)

Rudolf Schäfer: “Das Endgericht”

Und inn diessen stücken eben, inn disser lare sind viel andere grosse, gantz schedliche irthumb und schreckliche lesterunge Gottes begriffen und verborgen, welche alle bey namen zu erzelen jtzo zu lange were; allein das wölle doch umb Gottes willen ein jglicher Christlicher leser bedencken: Können wir durch solch werck für Gott from und Christen werden, so wolt ich gerne hören – und versucht alle, euer bestes hie zu antworten -, was doch vor unterscheid sey wolt zwischen der Philosophen und Christi lare. So wir vergebung der sunde erlangen mügen durch solch unser wercke odder „actus elicitos“, was hilfft uns denn Christus? Können wir heilig und from fur Gott werden durch natürliche vernufft und unser eigen gute wercke, Was dürffen wir denn des bluts und tods Chirsti odder das wir durch ihnen neu geborn werden, wie Petrus sagt? Und aus dem ferlichen irthumb ist es leider dahin geraten, das auch gros Theologen zu Löven, Paris etc. von keiner andern Christlichen frömkeit odder gerechtickeit gewust haben denn von der frömgkeit, wilche die Philosophy leret. Und so es uns billich frömde sein solt und wir billich sie verlachen sollten, verlachen sie uns, ja verspotten Paulum selbst.

Also gar ist der schendlich, greulich irthumb eingerissen. Ich hab selbst ein grossen prediger gehört, wilcher Christi und das Evangelium nicht gedacht und Aristotelis Ethicorum predigt; heist das nicht kindisch, nerrisch unter Christen gepredigt? Aber ist der widdersacher lere war, so ist das Ethicorum ein köstlich predigtbuch und ein fein, neu Bibel. Denn von eusserlichem erbarn leben wird nicht leicht jmands besser schreiben denn Aristoteles. Wir sehen, das etlich hochgelarten haben bücher geschrieben, darinne sie anzeigen, als stimmen die wort Christi und die sprüche Socratis und Zenonis fein zusamen, gleich als sey Christus komen, das er gute gesetz und gebot gebe, durch wilche wir vergebung der sunden verdienen sollten, und nicht viel mehr gnade und friede Gottes zu verkünden und den heiligen geist auszuteilen durch sein verdienst und blut. Darümb, so wir der widdersacher lere annemen, das wir vergebung der sunden verdienen mügen aus vermügen natürlicher vernunfft und unser werck, so sind wir schon Aristotelisch und nicht Christisch und ist kein unterschied zwischen erbarm Heidnischem, zwischen Phariseischem und Christlichem leben, zwischen Philosophy und Evangelio.

Wiewol nu die widdersacher, damit sie des namen Christi nicht gar als die Gottlosen, rohen Heiden schweigen, also vom glauben reden, das sie sagen, Es sei ein erkentnis der Historien von Christo, und wiewol sie von Christo auch dennoch etwas sagen, nemlich, das er uns verdienet habe ein „habitum“ oder „primam gratiam“, die erste gnade, wilche sie achten fur ein neigung, dadurch wir dennoch Gott leichter denn sonst lieben können, So ist es doch ein schwache, geringe, klein, schlecht wirckung, die Christus also hette odder die durch solchen habitum geschehe. Denn sie sagen nichtsdesteweniger, das die wercke unser vernunfft und willens, ehr derselbige habitus da ist und auch darnach, wenn derselbig habitus da ist, „eiusdem speciei“, i.e. fur und nach einerley und ein ding sey. Denn sie sagen, das unser vernunfft und menschlicher wille an ihm selbs vermüge, Gott zu lieben, allein der habitus brenge ein neigung, das die vernufft dasselbige, das sie zuvor wol vermag, deste lieber und leichter thue. Darümb leren sie auch, das derselbige habitus müsse verdienet werden durch unser vorgehende wercke und das wir durch die werck des gesetzs vermerung solcher guter neigung und das ewige leben verdienen. Also verbergen uns die leute Christum und begraben ihn auffs neu, das wir ihnen nicht fur ein mitler erkennen können, denn sie schweigen gar, das wir lauter aus gnaden, one verdienst vergebung der sunden durch ihnen erlangen, sondern brengen ihre treume auff, als künden wir durch gute wercke und des gesetzs werck vergebung der sunde verdienen, so doch die gantz schrifft sagt, das wir das gesetz nicht vermügen zu erfüllen odder zu halten. Und so die vernufft am gesetz nichts ausrichtet, denn das sie allein eusserlich werck thut – Im hertzen aber fürchtet sie Gott nicht -, so gleubt sie auch nicht, das Got ihr warneme. Und wiewol das sie von dem habitu also reden, so ist es doch gewis, das one den glauben an Christum recht Gottesliebe inn keinem hertzen sein kann, so kann auch niemands verstehen, was Gottesliebe ist, ohne den glauben.

Das sie aber ein unterschied ertichten unter „merito congrui“ und „merito condigni“, unterm gebürlichen verdienst und rechtem gantzen verdienst, spilen und zancken sie allein mit worten, damit sie sich nicht öffentlich als Pelagianer mercken lassen. Denn so Gott von nut mus gnade geben umb gebürverdienst, wiewol sie selbs nicht wissen, was sie sagen; denn sie ertichten und treumen, das, wenn der habitus der lieb Gottes da ist, so verdiene der mensch gebürlich odder de congruo die gnade Gottes. Und sagen doch, es könne niemands so gewis sein, ob derselbig habitus da sey. Nu höret, lieben herrn, wie wissen sie denn odder wenn wissens sie es, ob sie gebürlich odder durch gantz verdienst fur vol odder halb unserm Herrn Gott sein gnad abverdienen?

Aber, ach, lieber Herr Gott, das sind eitel kalte gedancken und treume müssiger, heiloser, unerfarner leute, wilche die Bibel nicht viel inn practiken brengen, die gar nicht wissen noch erfaren, wie einem sunder umbs hertz ist, was anfechtung des tods odder des Teuffels sind, die gar nicht wissen, wie rein wir alles verdienstes, aller werck vergessen, wenn das hertz Gottes zorn fület odder das gewissen inn engsten ist. Die sicheren, unerfaren leute gehen wol immer dahin in dem wahn, als verdienen sie mit ihren wercken de cogruo gnad. Denn es ist one das uns angeborn natürlich, das wir von uns selbs und unsern wercken gern etwas viel wollten halten. Wenn aber ein gewissen recht sein sunde und jamer fület, so ist aller scherzt, so sind alle spilgedancken aus und ist eitel grosser, rechter ernst; da lest sich kein hertz noch gewissen stillen, noch zufrieden stellen, suchet allerley wercke und aberwercke und wolt gern gewisheit, wolt gern grund fülen und gewis auff etwas fussen und rugen. Aber dieselbigen erschrocknen gewissen fülen wol, das man weder de condigno noch de congruo nichts verdienen kann, sincken bald dahin inn verzagen und verzweifelung, wenn ihnen nicht ein ander wort denn des gesetzs lere, nemlich das Evangelium von Christo, das der fur uns gegeben ist, gepredigt wird. Daher weis man etlich Historien, das die Barfusser Mönche, wenn sie etlichen guten gewissen an der todstunde lange haben umbsonst ihr orden und gute wercke gelobet, das sie zuletzt haben müssen ihres ordens und Sanct Franciscen schweigen und dis wort sagen: lieber mensch, Christus ist fur dich gestorben. Das hat inn engsten erquicket und erkület, frid und trost allein geben.

Also leren die widdersacher nichts denn ein eusserliche frömkeit, eusserlicher guter werck, wilche Paulus „des gesetzs frömkeit“ nennent, und sehen also wie die Jüden das verdeckt angesicht Mosi, thun nichts, denn das sie inn etlichen sichern heuchlern die sicherheit und hertigkeit stercken, füren die leute auff ein sandgrund, auff ihre eigen werck, dadurch Christus und das Evangelium veracht wird, geben manchen elenden gewissen ursach zur verzweifelung, denn sie thun gute wercke auff ungewissen wahn, erfahren nimmer, wie ein gros krefftig ding der glaube ist, fallen zuletzt gantz in verzweifelung. Wir halten und reden von der eusserlichen frömkeit also, das Gott wol foddert und haben wil ein solch eusserlich erbar leben und umb Gottes gebots willen müsse man dieselbigen guten wercke thun, wilche inn Zehen gepoten werden geboten, denn „das gesetz ist unser zuchtmeister“ und das „gesetz ist den unrechten geben“. Denn Gott der Herr will, das den groben sunden durch ein eusserliche zucht gewehret werde, und, dasselbige zu erhalten, gibt er gesetz, ordenet öberkeit, gibt gelerte weise leute, die zum regiment dienen. Und also eusserlich erbar wandel und leben zu füren, vermag etlichermas die vernufft aus ihren krefften, wiewol sie offte durch angeborne schwacheit und durch list des Teuffels auch daran gehindert wird. Wiewol ich nu einem solchen eusserlichem leben und den guten wercken gerne so viel lobes las, als ihm gebüret, denn inn diesem leben und im weltlichen wesen ist jhe nicht bessers denn redligkeit und tugent. Wie denn Aristoteles sagt, das widder morgenstern noch abentstern lieblicher, schöner sey denn erbarkeit und gerechtigkeit; wie denn Gott solch tugent auch belonet mit leiblichen gaben, so sol man doch gute wercke und solchen wandel nicht also hoch heben, das es Christo zu schmach reiche. Denn also schlies ich und bin des gewis, erticht ists und nicht war, das wir durch unser wercke sollten vergebung der sunde verdienen. Auch ists lügen und nicht war das ein mensch fur Gott könne gerecht und from werden durch seine wercke und eusserlich frömkeit. Auch ist es ungrund und nicht war, das die menschlich vernunfft aus ihren krefften vermügen solt, Gott uber alles zu lieben, sein gebot zu halten, ihnen zu forchte, gewis darauff zu stehen, das Gott das gebet erhöre, Gott zu dancken und gehorsam zu sein, in trübsaln und andern, was Gottes gesetz gebeut, als nicht frembdes gutes begern etc., Denn das alles vermag vernunfft nicht, wiewol sie eusserlich erbar leben und gute werck etlichermas vermag. Auch ist es ertichtet und nicht war und lesterung widder Christum, das diejhenigen sollen one sunde sein, die Gottes gebot allein eusserlich halten, one geist und gnade im hertzen.

Diesses meins beschlus hab ich zeugnis nicht allein aus der heiligen schrifft, sondern auch aus den alten Vetern. Augustinus redet und handelt solchs auffs allerreichlichst wider die Pelagianer, das die gnade nicht geben wird umb unsers verdiensts willen, Und im buch „de natura et gratia“, i.e. „von der natur und gnade“, sagt er also: „So das vermügen der natur durch den freien willen gnug ist, beide zu erkennen, wie man leben sol und also recht zu leben, so ist Christus umbsonst gestorben.“ Warümb solt ich hie auch nicht ruffen und schreien mit Paulo? Ich mag billich schreien: „Ihr habt Christum verloren, die ihr durchs gesetzs wercke gerecht werden wolt und sei von der gnade gefallen“; denn ihr erkennent die gerechtigkeit nicht, die fur Gott gilt, und trachtet, eure eigne gerechtigkeit auffzurichten, und seid der gerechtigkeit, die fur Gott gilt, nicht unterthan; denn wie das endes des gesetzs Crhistus ist, also ist auch der heiland der verterbeten natur Christus.“ Item Johannes am 8.: „So euch der son frey macht, so seid ihr recht frey.“

Apologia der Confession verdeutscht aus dem Latin durch Justum Jonam: AC IV (Die Bekenntnisschriften der Evangelisch-Lutherischen Kirche hg.v Dingel u.a. i.A. der EKD (V&R: 2014. S.272ff)
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Wunderbarer Gnadenthron, Gottes und Marien Sohn

Geburt Jesu Christi (1310) von Giotto di Bondone (San Francesco, Assisi)

Wunderbarer Gnadenthron, Gottes und Marien Sohn,
Gott und Mensch, ein kleines Kind, das man in der Krippe findt,
großer Held von Ewigkeit, dessen Macht und Herrlichkeit rühmt die ganze Christenheit:

Du bist arm und machst zugleich uns an Leid und Seele reich.
Du wirst klein, Du großer Gott, und machst Höll und Tod zu Spott.
Aller Welt wird offenbar, ja auch Deiner Feinde Schar, daß Du, Gott, bist wunderbar.

Laß mir Deine Güt und Treu täglich werden immer neu.
Gott, mein Gott, verlaß mich nicht, wenn mich Not und Tod anficht.        Laß mich Deine Herrlichkeit, Deine Wundergütigkeit schauen in der Ewigkeit.

Johann Olearius 1665 (LKG 107)

Montag nach dem Letzten Sonntag nach Epiphanias (Verklärung)

Gott, der da hieß Licht aus der Finsternis hervorleuchten, der hat einen hellen Schein in unsere Herzen gegeben, daß durch uns entstünde die Erleuchtung zur Erkenntnis der Klarheit Gottes in dem Angesichte Jesu Christe.

2. Korinther 4,6

Kollekte

Herr Gott, himmlischer Vater, der Du Deinen Sohn vom Himmel herab verkläret hast: verleihe uns, daß wir die Offenbarung seiner Herrlichkeit gläubig aufnehmen und ihm willig nachfolgen, auf daß wir durch sein Leiden und Kreuz zur Glorie der Auferstehung durch Jesus Christus, unsern Herrn.

Orate fratres S.122

Fortlaufende Lese

Paulus, Apostel Christi Jesu durch den Willen Gottes nach der Verheißung des Lebens in Christus Jesus, 2 an Timotheus, mein geliebtes Kind: Gnade, Barmherzigkeit, Friede von Gott, dem Vater, und Christus Jesus, unserm Herrn!

3 Ich danke Gott, dem ich diene von meinen Vorfahren her mit reinem Gewissen, wenn ich ohne Unterlass deiner gedenke in meinem Gebet, Tag und Nacht. 4 Und wenn ich an deine Tränen denke, verlangt mich, dich zu sehen, damit ich mit Freude erfüllt werde. 5 Denn ich erinnere mich an den ungeheuchelten Glauben in dir, der zuvor schon gewohnt hat in deiner Großmutter Lois und in deiner Mutter Eunike; ich bin aber gewiss, auch in dir. 6 Aus diesem Grund erinnere ich dich daran, dass du erweckest die Gabe Gottes, die in dir ist durch die Auflegung meiner Hände. 7 Denn Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit. 8 Darum schäme dich nicht des Zeugnisses von unserm Herrn noch meiner, der ich sein Gefangener bin, sondern leide mit für das Evangelium in der Kraft Gottes. 9 Er hat uns selig gemacht und berufen mit einem heiligen Ruf, nicht nach unsern Werken, sondern nach seinem Ratschluss und nach der Gnade, die uns gegeben ist in Christus Jesus vor der Zeit der Welt, 10 jetzt aber offenbart ist durch die Erscheinung unseres Heilands Christus Jesus, der dem Tode die Macht genommen und das Leben und ein unvergängliches Wesen ans Licht gebracht hat durch das Evangelium, 11 für das ich eingesetzt bin als Prediger und Apostel und Lehrer. 12 Aus diesem Grund leide ich dies alles; aber ich schäme mich dessen nicht; denn ich weiß, an wen ich glaube, und bin gewiss, dass er bewahren kann, was mir anvertraut ist, bis an jenen Tag.

2. Timotheus 1,1-12

Tageslese

Als nun Mose vom Berge Sinai herabstieg, hatte er die zwei Tafeln des Gesetzes in seiner Hand und wusste nicht, dass die Haut seines Angesichts glänzte, weil er mit Gott geredet hatte. 30 Als aber Aaron und alle Israeliten sahen, dass die Haut seines Angesichts glänzte, fürchteten sie sich, ihm zu nahen. 31 Da rief sie Mose, und sie wandten sich wieder zu ihm, Aaron und alle Obersten der Gemeinde, und er redete mit ihnen. 32 Danach nahten sich ihm auch alle Israeliten. Und er gebot ihnen alles, was der HERR mit ihm geredet hatte auf dem Berge Sinai. 33 Und als er dies alles mit ihnen geredet hatte, legte er eine Decke auf sein Angesicht. 34 Und wenn er hineinging vor den HERRN, mit ihm zu reden, tat er die Decke ab, bis er wieder herausging. Und wenn er herauskam und zu den Israeliten redete, was ihm geboten war, 35 sahen die Israeliten, wie die Haut seines Angesichts glänzte. Dann tat er die Decke auf sein Angesicht, bis er wieder hineinging, mit ihm zu reden.

2. Mose 34,29-35

Gebet am Montag

O Herr, wir klagen Dir den Verfall Deiner Kirche. Es ist unsere Schuld, daß man nicht mehr erkennt die Schönheit Deiner Braut. darum bitten wir Dich: Gib und mehre in uns den Glauben, Liebe und Hoffnung in Dich. Reut aus in uns alle Sünd und Laster, alle Zwietracht, allen Unglauben, alle Irrsal und Ketzerei. Strafe die Irrenden, bekehre die Ungläubigen, bringe die Abtrünnigen wieder zur Einigkeit der christlichen Kirche und zeige ihnen das Licht Deiner Wahrheit.

Behüte unseren Hirten vor aller Gefahr des Leibes und der Seele. Segne alle Hirten und Bischöfe, Missionare, Evangelisten, Lehrer, Kirchenvorsteher und Gehilfen im Aufbau Deiner Gemeinde, gib Gedeihen in allen Dingen und rüste Deine ganze Kirche aus mit Kraft und Bewährung des heiligen Glaubens. Stehe bei Deinen Zeugen unter den Völkern und fördere den Lauf Deines Evangeliums in aller Welt.

Erfülle alle Obrigkeit mit Deiner Furcht und laß ihr Regieren der Welt zum Frieden dienen. Erbarme Dich über unser Volk und Land.

Die Jugend laß auferzogen werden in der Zucht und Ermahnung zu Dir, auf daß sie erkenne Dein Gesetz und den Weg Deines Heils. Verleihe Beständigkeit und Treue allen frommen Lehrern.

Tröste alle Betrübten und Traurigen. Den Kranken teil mit Gesundheit des Leibes und der Seelen. Den schwangeren Frauen schenke nach Deiner Barmherzigkeit einen fröhlichen Anblick in ihrer Geburt. Den armen Dürftigen gib leiblich und geistlich nach Deinem Wohlgefallen. Die unterwegs sind, laß dem Schutz Deiner heiligen Engel befohlen sein, und sei eine starke Hilfe allen, die Dein bedürfen. Um Deiner heiligen Wunden willen, o Jesu! Amen.

Lutherisches Kirchengesangbuch (Lutheraner Verlag, Uelzen: 1956. Anhang: S.142)

Es segne und behüte Euch Gott, der allmächtige und barmherzige, der Vater, Sohn + Heiliger Geist 
Friede sei mit Euch + 
AmenAmen

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Letzter Sonntag nach Epiphanias (Verklärung Christi)

 Die Verklärung Christi. Epitaph des Johannes Göckerlein vom Meister des Universitätsaltars um 1500.

Introitus

Der Herr ist König; des freue sich das Erdreich und seien fröhlich die Inseln, so viel ihrer sind. Wolken und Dunkel sind um ihn her, Gerechtigkeit und Recht sind seines Thrones Stütze. Feuer geht vor ihm her und verzehrt ringsum seine Feinde. Seine Blitze erleuchten den Erdkreis, das Erdreich sieht es und erschrickt. Berge zerschmelzen wie Wachs vor dem Herrn, vor dem Herrscher der ganzen Erde. Die Himmel verkündigen seine Gerechtigkeit, und alle Völker sehen seine Herrlichkeit. Schämen sollen sich alle, die den Bildern dienen und sich der Götzen rühmen. Betet ihn an, alle Götter! Zion hört es und ist froh, und die Töchter Juda sind fröhlich, weil du, Herr, recht regierest. Denn du, Herr, bist der Höchste über allen Landen, du bist hoch erhöht über alle Götter. Die ihr den Herrn liebet, hasset das Arge! Der Herr bewahrt die Seelen seiner Heiligen; aus der Hand der Frevler wird er sie erretten. Dem Gerechten muss das Licht immer wieder aufgehen und Freude den aufrichtigen Herzen. Ihr Gerechten, freut euch des Herrn und danket ihm und preiset seinen heiligen Namen!

Psalm 97,1-12

Kollekte

Herr Gott, himmlischer Vater, der Du Deinen Sohn vom Himmel herab verkläret hast: verleihe uns, daß wir die Offenbarung seiner Herrlichkeit gläubig aufnehmen und ihm willig nachfolgen, auf daß wir durch sein Leiden und Kreuz zur Glorie der Auferstehung durch Jesus Christus, unsern Herrn.

Orate fratres S.122

Altes Testament

Mose aber hütete die Schafe Jitros, seines Schwiegervaters, des Priesters in Midian, und trieb die Schafe über die Wüste hinaus und kam an den Berg Gottes, den Horeb. Und der Engel des Herrn erschien ihm in einer feurigen Flamme aus dem Dornbusch. Und er sah, dass der Busch im Feuer brannte und doch nicht verzehrt wurde. Da sprach er: Ich will hingehen und diese wundersame Erscheinung besehen, warum der Busch nicht verbrennt. Als aber der Herr sah, dass er hinging, um zu sehen, rief Gott ihn aus dem Busch und sprach: Mose, Mose! Er antwortete: Hier bin ich. Er sprach: Tritt nicht herzu, zieh deine Schuhe von deinen Füßen; denn der Ort, darauf du stehst, ist heiliges Land! Und er sprach weiter: Ich bin der Gott deines Vaters, der Gott Abrahams, der Gott Isaaks und der Gott Jakobs. Und Mose verhüllte sein Angesicht; denn er fürchtete sich, Gott anzuschauen. Und der Herr sprach: Ich habe das Elend meines Volks in Ägypten gesehen, und ihr Geschrei über ihre Bedränger habe ich gehört; ich habe ihre Leiden erkannt. Und ich bin herniedergefahren, dass ich sie errette aus der Ägypter Hand Und sie aus diesem Lande hinaufführe in ein gutes und weites Land, in ein Land, darin Milch und Honig fließt, in das Gebiet der Kanaaniter, Hetiter, Amoriter, Perisiter, Hiwiter und Jebusiter. Weil denn nun das Geschrei der Israeliten vor mich gekommen ist und ich dazu ihre Drangsal gesehen habe, wie die Ägypter sie bedrängen, so geh nun hin, ich will dich zum Pharao senden, damit du mein Volk, die Israeliten, aus Ägypten führst. Mose sprach zu Gott: Wer bin ich, dass ich zum Pharao gehe und führe die Israeliten aus Ägypten? Er sprach: Ich will mit dir sein. Und das soll dir das Zeichen sein, dass ich dich gesandt habe: Wenn du mein Volk aus Ägypten geführt hast, werdet ihr Gott dienen auf diesem Berge. Mose sprach zu Gott: Siehe, wenn ich zu den Israeliten komme und spreche zu ihnen: Der Gott eurer Väter hat mich zu euch gesandt!, und sie mir sagen werden: Wie ist sein Name?, was soll ich ihnen sagen? Gott sprach zu Mose: Ich werde sein, der ich sein werde. Und sprach: So sollst du zu den Israeliten sagen: »Ich werde sein«, der hat mich zu euch gesandt. Und Gott sprach weiter zu Mose: So sollst du zu den Israeliten sagen: Der Herr, der Gott eurer Väter, der Gott Abrahams, der Gott Isaaks, der Gott Jakobs, hat mich zu euch gesandt. Das ist mein Name auf ewig, mit dem man mich anrufen soll von Geschlecht zu Geschlecht.

2. Mose 3,1-15

Epistel

Denn Gott, der da sprach: Licht soll aus der Finsternis hervorleuchten, der hat einen hellen Schein in unsre Herzen gegeben, dass die Erleuchtung entstünde zur Erkenntnis der Herrlichkeit Gottes in dem Angesicht Jesu Christi. Wir haben aber diesen Schatz in irdenen Gefäßen, auf dass die überschwängliche Kraft von Gott sei und nicht von uns. Wir sind von allen Seiten bedrängt, aber wir ängstigen uns nicht. Uns ist bange, aber wir verzagen nicht. Wir leiden Verfolgung, aber wir werden nicht verlassen. Wir werden unterdrückt, aber wir kommen nicht um. Wir tragen allezeit das Sterben Jesu an unserm Leibe, auf dass auch das Leben Jesu an unserm Leibe offenbar werde.

2. Korinther 4,6-10 (Predigttext)

Evangelium

Und nach sechs Tagen nahm Jesus mit sich Petrus und Jakobus und Johannes, dessen Bruder, und führte sie allein auf einen hohen Berg. Und er wurde verklärt vor ihnen, und sein Angesicht leuchtete wie die Sonne, und seine Kleider wurden weiß wie das Licht. Und siehe, da erschienen ihnen Mose und Elia; die redeten mit ihm. Petrus aber antwortete und sprach zu Jesus: Herr, hier ist gut sein! Willst du, so will ich hier drei Hütten bauen, dir eine, Mose eine und Elia eine. Als er noch so redete, siehe, da überschattete sie eine lichte Wolke. Und siehe, eine Stimme aus der Wolke sprach: Dies ist mein lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe; den sollt ihr hören! Als das die Jünger hörten, fielen sie auf ihr Angesicht und fürchteten sich sehr. Jesus aber trat zu ihnen, rührte sie an und sprach: Steht auf und fürchtet euch nicht! Als sie aber ihre Augen aufhoben, sahen sie niemand als Jesus allein. Und als sie vom Berge hinabgingen, gebot ihnen Jesus und sprach: Ihr sollt von dieser Erscheinung niemandem sagen, bis der Menschensohn von den Toten auferstanden ist.

Matthäus 17,1-9

Glaubensbekenntnis

Ich glaube an den Einen Gott, den allmächtigen Vater, Schöpfer Himmels und der Erden, all des, das sichtbar und unsichtbar ist.

Und an den Einen Herrn Jesus Christus, Gottes eingeborenen Sohn, der vom Vater geboren ist vor aller Zeit und Welt, Gott von Gott, Licht vom Licht,wahrhaftigen Gott vom wahrhaftigen Gott, geboren, nicht geschaffen, eines Wesens mit dem Vater, durch welchen alles geschaffen ist; welcher um uns Menschen und um unserer Seligkeit willen vom Himmel gekommen ist und leibhaft geworden durch den Heiligen Geist von der Jungfrau Maria und Mensch geworden; auch für uns gekreuzigt unter Pontius Pilatus, gelitten und begraben und am dritten Tage auferstanden nach der Schrift, und ist aufgefahren gen Himmel und sitzet zur Rechten des Vaters und wird wiederkommen mit Herrlichkeit, zu richten die Lebendigen und die Toten; dessen Reich kein Ende haben wird.

Und an den Herrn, den Heiligen Geist, der da lebendig macht, der von dem Vater und dem Sohn ausgeht, der mit dem Vater und dem Sohne zugleich angebetet und zugleich geehret wird, der durch die Propheten geredet hat.

Und die Eine, heilige, christliche, apostolischeKirche. Ich bekenne die Eine Taufe zur Vergebung der Sünden Und warte auf die Auferstehung der Toten und das Leben der zukünftigen Welt.

Nizänum

Wochenlied

Herr Christ, der einig Gotts Sohn, Vaters in Ewigkeit, aus seim Herzen entsprossen, gleichwie geschrieben steht, er ist der Morgensterne, sein Glänzen streckt er ferne vor andern Sternen klar;

für uns ein Mensch geboren im letzten Teil der Zeit, daß wir nicht wärn verloren vor Gott in Ewigkeit, den Tod für uns zerbrochen, den Himmel aufgeschlossen, das Leben wiederbracht:

laß uns in Deiner Liebe und Kenntnis nehmen zu, daß wir am Glauben bleiben, Dir dienen im Geist so, dass wir hier mögen schmecken dein Süßigkeit im Herzen und dürsten stets nach Dir.

Du Schöpfer aller Dinge, Du väterliche Kraft, regierst von End zu Ende kräftig aus eigner Macht. Das Herz uns zu Dir wende und kehr ab unsre Sinne, dass sie nicht irrn von Dir.

Ertöt uns durch Dein Güte, erweck uns durch Dein Gnad. Den alten Menschen kränke, dass der neu leben mag und hier auf dieser Erden den Sinn und alls Begehren und Gdanken hab zu Dir.

Elisabeth Kreuziger 1524 (LKG 120)

Kirchengebet

Du sprichst, barmherziger Gott, damit es in uns hell wird.

Du sprichst, damit es in der Welt hell wird.

Vertreibe mit deinem hellen Schein die Finsternis des Krieges,

dass es ein Ende hat  mit dem Tod, mit den Vergewaltigungen, mit der Angst. Erbarme dich.

Vertreibe mit deinem hellen Schein das Dunkel von Streit und Lüge,

dass es ein Ende hat mit hartherzigem Beharren auf dem Eigenen, mit verächtlichen Worten über die anderen, mit unbarmherzigen Blicken auf die Schwachen. Erbarme dich.

Bekehre mit deinem hellen Schein alle, die Schuld auf sich geladen haben, dass es ein Ende hat mit Verschweigen und Vertuschen, damit Bitten um Vergebung von Herzen kommen, damit die Wunden von Missbrauch heilen können. Erbarme dich.

Ermutige mit deinem hellen Schein alle, die im Schatten leben, damit sich die Geknickten aufrichten, die Gedemütigten wehren, die Mutlosen aufatmen. Erbarme dich.

Hülle ein in deinen hellen Schein unsere Verstorbenen. und alle, die trauern.

Wenn du sprichst, barmherziger Gott, hat die Finsternis verloren. Sprich auch heute und lass es licht werden in uns, in deiner Kirche, in deiner Welt durch Jesus Christus, unseren Morgenstern. Amen.

VELKD


+ Der Herr sei mit Euch +

Der Herr segne und behüte Dich.
Der Herr lasse Sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig.
Der Herr erhebe Sein Angesicht auf Dich und schenke Dir Seinen Frieden.
4. Mose 6,24-26
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O Jesulein süß, o Jesulein mild

Flucht nach Ägypten Mühlhäuser Altar Bamberger Dom

O Jesulein süß, o Jesulein mild, Deins Vaters Willn hast Du erfüllt, bist kommen aus dem Himmelreich, uns armen Menschen worden gleich. O Jesulein süß, o Jesulein mild!

O Jesulein süß, o Jesulein mild, Deins Vaters Zorn hast Du gestillt. Du zahlst für uns all unsre Schuld und bringst uns in Deins Vaters Huld. O Jesulein süß, o Jesulein mild!

O Jesulein süß, o Jesulein mild, mit Freud hast Du die Welt erfüllt. Du kommst herab vom Himmelssaal und tröst uns in dem Jammertal. O Jesulein süß, o Jesulein mild!

O Jesulein süß, o Jesulein mild, sei unser Schirm und unser Schild. Wir bitten durch Dein Gburt im Stall, behüt uns all vor Sündenfall. O Jesulein süß, o Jesulein mild!

O Jesulein süß, o Jesulein mild, Du bist der Lieb ein Ebenbild. Zünd an in uns der Liebe Flamm, daß wir Dich loben allzusamm. O Jesulein süß, o Jesulein mild!

O Jesulein süß, o Jesulein mild, hilf, dass wir tun alls, was Du wilt. Was unser ist, ist alles Dein; ach, laß uns Dir befohlen sein. O Jesulein süß, o Jesulein mild!

Altenburg 1655 (LKG 106)

Samstag nach dem 3. Sonntag nach Epiphanias (Der Heiden Heiland)

Und es werden kommen vom Morgen und vom Abend, von Mitternacht und vom Mittage, die zu Tisch sitzen werden im Reiche Gottes.

Lukas 13,29

Kollekte

Herr Gott, himmlischer Vater, der Du willst, daß allen Menschen geholfen werde, und daß sie zur Erkenntnis der Wahrheit kommen, wir bitten Deine milde Güte, sende die Boten Deiner Barmherzigkeit und laß sie verkündigen Dein Heil allem Volke, das im Dunkeln wohnet, auf daß erfüllet werde das Wort Deiner gnädigen Verheißung, daß die Völker wandeln in Deinem LIchte und die Könige im Glanze Deiner Herrlichkeit, durch Jesus Christus, unsern Herrn, der mit Dir und dem Heiligen Geist lebt und regiert in Ewigkeit. Amen.

Orate fratres S.120

Fortlaufende Lese

Aber du, Mensch Gottes, fliehe das! Jage aber nach der Gerechtigkeit, der Frömmigkeit, dem Glauben, der Liebe, der Geduld, der Sanftmut! 12 Kämpfe den guten Kampf des Glaubens; ergreife das ewige Leben, wozu du berufen bist und bekannt hast das gute Bekenntnis vor vielen Zeugen. 13 Ich gebiete dir vor Gott, der alle Dinge lebendig macht, und vor Christus Jesus, der unter Pontius Pilatus bezeugt hat das gute Bekenntnis, 14 dass du das Gebot unbefleckt und untadelig bewahrst bis zur Erscheinung unseres Herrn Jesus Christus, 15 welche uns zeigen wird zu seiner Zeit der Selige und allein Gewaltige, der König aller Könige und Herr aller Herren, 16 der allein Unsterblichkeit hat, der da wohnt in einem Licht, zu dem niemand kommen kann, den kein Mensch gesehen hat noch sehen kann. Dem sei Ehre und ewige Macht! Amen.

17 Den Reichen in dieser Welt gebiete, dass sie nicht stolz seien, auch nicht hoffen auf den unsicheren Reichtum, sondern auf Gott, der uns alles reichlich darbietet, es zu genießen; 18 dass sie Gutes tun, reich werden an guten Werken, gerne geben, zum Teilen bereit sind 19 und sich selbst einen Schatz sammeln als guten Grund für die Zukunft, damit sie das wahre Leben ergreifen. 20 O Timotheus! Bewahre, was dir anvertraut ist, und meide das ungeistliche lose Geschwätz und das Gezänk der fälschlich so genannten Erkenntnis, 21 die einige verkünden; sie sind vom Glauben abgeirrt. Die Gnade sei mit euch!

1. Timotheus 6,11-21

Tageslese

Als man sich aber lange gestritten hatte, stand Petrus auf und sprach zu ihnen: Ihr Männer, liebe Brüder, ihr wisst, dass Gott vor langer Zeit unter euch bestimmt hat, dass durch meinen Mund die Heiden das Wort des Evangeliums hören und glauben. 8 Und Gott, der die Herzen kennt, hat es bezeugt und ihnen den Heiligen Geist gegeben wie auch uns, 9 und er hat keinen Unterschied gemacht zwischen uns und ihnen und reinigte ihre Herzen durch den Glauben. 10 Warum versucht ihr denn nun Gott dadurch, dass ihr ein Joch auf den Nacken der Jünger legt, das weder unsre Väter noch wir haben tragen können? 11 Vielmehr glauben wir, durch die Gnade des Herrn Jesus selig zu werden, auf gleiche Weise wie auch sie. 12 Da schwieg die ganze Menge still und hörte Barnabas und Paulus zu, die erzählten, wie große Zeichen und Wunder Gott durch sie getan hatte unter den Heiden.

Apostelgeschichte 15,7-12

Gebet am Sonnabend

Herr Gott, himmlischer Vater, wiederum geht eine Woche zu Ende. Wir bitten Dich mit allen Sündern: Siehe nicht an, Herr, unsere Schuld. Wir bitten Dich, vergib, daß wir auch in dieser Woche wieder gesündigt haben mit Gedanken, Worten und Werken, mit innerlicher Blindheit, Unglauben, Zweifel, Kleinmütigkeit, Ungeduld, Hoffart, bösen Lüsten, Geiz, heimlichem Neid, Haß, Mißgunst und anderen Sünden.

Wir bitten Dich, erlöse uns durch Deine Barmherzigkeit. Wir wissen, daß eine einzige Sünde unsere Gemeinschaft mit Dir auf ewig zerstört. Wir wissen, daß wir Deinen Zorn auf ewig verdient haben. Wir wissen, wir sind es nicht wert, Deine Kinder zu heißen; doch wir hoffen auf Deine Gnade, o Gott. Wir bitten Dich, daß Du uns vergeben mögest um Jesu Christi, Deines lieben Sohnes, willen. Durch ihn schenke uns Kraft, unsere Sünde zu hassen, auf daß wir ein Dir wohlgefälliges Leben führen in wahrer Demut und in der Erkenntnis Deines heiligen Willens. O Herr, lehre uns bedenken, daß wir sterben müssen, auf daß wir klug werden. Amen.

Zuletzt bitte ich Dich, himmlischer Vater, daß Du mir und allen Christen den morgigen Sonntag zu einem Segen gereichen lassen wollest! Wecke in uns allen den Hunger nach Deinem Wort und Sakrament und laß uns hier auf Erden mit bereitetem Herzen in der Gemeinschaft Deiner Heiligen teilhaben an der ewigen Liturgie, die vor dem Throne des Lammes von allen Engeln und Auserwählten gesungen wird.

Erhöre unser Gebet um eben des Lammes, um Deines lieben Sohnes Jesu Christi willen. Amen

Lutherisches Kirchengesangbuch (Lutheraner Verlag, Uelzen: 1956. Anhang: S.148)

Es segne und behüte Euch Gott, der allmächtige und barmherzige, der Vater, Sohn + Heiliger Geist 
Friede sei mit Euch + 
AmenAmen

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Kommt und laßt uns Christum ehren

“Anbetung der Hl. drei Könige” von Lucas Cranach d.Ä. 1472-1553

Kommt und lasst uns Christus ehren, Herz und Sinnen zu ihm kehren; singet fröhlich, lasst Euch hören, wertes Volk der Christenheit.

Sünd und Hölle mag sich grämen, Tod und Teufel mag sich schämen; wir, die unser Heil annehmen, werfen allen Kummer hin.

Sehet, was hat Gott gegeben: seinen Sohn zum ewgen Leben. Dieser kann und will uns heben aus dem Leid ins Himmels Freud.

Seine Seel ist uns gewogen, Lieb und Gunst hat ihn gezogen, uns, die Satan hat betrogen, zu besuchen aus der Höh.

Jakobs Stern ist aufgegangen, stillt das sehnliche Verlangen, bricht den Kopf der alten Schlangen und zerstört der Höllen Reich.

Unser Kerker, da wir saßen und mit Sorgen ohne Maßen uns das Herze selbst abfraßen, ist entzwei, und wir sind frei.

O Du hochgesegnete Stunde, da wir das von Herzensgrunde glauben und mit unserm Munde danken Dir, o Jesulein.

Schönstes Kindlein in dem Stalle, sei uns freundlich, bring uns alle dahin, da mit süßem Schalle Dich der Engel Heer erhöht.

Paul Gerhardt 1666 (LKG 105)

Donnerstag nach dem 3. Sonntag nach Epiphanias (Der Heiden Heiland)

Und es werden kommen vom Morgen und vom Abend, von Mitternacht und vom Mittage, die zu Tisch sitzen werden im Reiche Gottes.

Lukas 13,29

Kollekte

Herr Gott, himmlischer Vater, der Du willst, daß allen Menschen geholfen werde, und daß sie zur Erkenntnis der Wahrheit kommen, wir bitten Deine milde Güte, sende die Boten Deiner Barmherzigkeit und laß sie verkündigen Dein Heil allem Volke, das im Dunkeln wohnet, auf daß erfüllet werde das Wort Deiner gnädigen Verheißung, daß die Völker wandeln in Deinem LIchte und die Könige im Glanze Deiner Herrlichkeit, durch Jesus Christus, unsern Herrn, der mit Dir und dem Heiligen Geist lebt und regiert in Ewigkeit. Amen.

Orate fratres S.120

Fortlaufende Lese

Alle, die als Sklaven unter dem Joch sind, sollen ihre Herren aller Ehre wert halten, damit nicht gegen den Namen Gottes und die Lehre gelästert werde. 2 Welche aber gläubige Herren haben, sollen diese nicht verachten, weil sie Brüder sind, sondern sollen ihnen umso mehr dienstbar sein, weil sie gläubig und geliebt sind und sich bemühen, Gutes zu tun. So lehre und mahne!

3 Wenn jemand anders lehrt und bleibt nicht bei den heilsamen Worten unseres Herrn Jesus Christus und bei der Lehre, die der Frömmigkeit gemäß ist, 4 der ist aufgeblasen und weiß nichts, sondern ist süchtig nach Fragen und Wortgefechten. Daraus entspringen Neid, Hader, Lästerung, böser Argwohn, 5 Schulgezänk solcher Menschen, die zerrüttete Sinne haben und der Wahrheit beraubt sind, die meinen, Frömmigkeit diene dem Gewinn. 6 Ein großer Gewinn aber ist die Frömmigkeit zusammen mit Genügsamkeit. 7 Denn wir haben nichts in die Welt gebracht; darum können wir auch nichts hinausbringen. 8 Wenn wir aber Nahrung und Kleider haben, so wollen wir uns damit begnügen. 9 Denn die reich werden wollen, die fallen in Versuchung und Verstrickung und in viele törichte und schädliche Begierden, welche die Menschen versinken lassen in Verderben und Verdammnis. 10 Denn Geldgier ist eine Wurzel alles Übels; danach hat einige gelüstet und sie sind vom Glauben abgeirrt und machen sich selbst viel Schmerzen.

1. Timotheus 6,1-10

Tageslese

Ich weiß aber selbst sehr wohl von euch, meine Brüder und Schwestern, dass auch ihr selber voll Güte seid, erfüllt mit aller Erkenntnis, sodass ihr euch untereinander ermahnen könnt. 15 Ich habe euch aber zum Teil sehr kühn geschrieben, um euch zu erinnern kraft der Gnade, die mir von Gott gegeben ist, 16 sodass ich ein Diener Christi Jesu unter den Heiden bin, der mit dem Evangelium Gottes wie ein Priester dient, auf dass die Heiden ein Opfer werden, das Gott wohlgefällig ist, geheiligt durch den Heiligen Geist. 17 Darum kann ich mich rühmen in Christus Jesus, dass ich Gott diene. 18 Denn ich werde nicht wagen, etwas zu reden, das nicht Christus durch mich gewirkt hat, um die Heiden zum Gehorsam zu bringen durch Wort und Werk, 19 in der Kraft von Zeichen und Wundern und in der Kraft des Geistes Gottes. So habe ich von Jerusalem aus ringsumher bis nach Illyrien das Evangelium Christi voll ausgerichtet. 20 Dabei setze ich meine Ehre darein, das Evangelium zu predigen, wo Christi Name noch nicht genannt wurde, damit ich nicht auf einen fremden Grund baue, 21 sondern wie geschrieben steht: »Denen nichts von ihm verkündigt worden ist, die sollen sehen, und die nichts gehört haben, sollen verstehen.«

Römer 15,14-21

Gebet am Freitag

Wir danken Dir, HErr JEsu Christe, wahrer GOTT und Mensch, daß Du uns arme Sünder und verdammte Menschen ohn all unsere Werke, Verdienst und Würdigkeit durch Dein heiliges Leiden, Sterben und Blutvergießen erlöset hast.

O HErr JEsu Christe, wie groß ist Dein Leiden, wie schwer ist Deine Pein, wieviel ist Deiner Marter, wie tief sind Deine Wunden, wie bitter und schmerzlich ist Dein Tod. Wie unaussprechlich ist Deine Liebe, damit Du uns Deinem himmlischen Vater versöhnt hast, da Du am Ölberg blutigen Schweiß vor großer Todesangst geschwitzt hast, daß die Blutstropfen auf die Erde gefallen, und Du daselbst, von allen Deinen Jüngern verlassen, in die Hände der schnöden Juden und Gottlosen Schar Dich willig für uns gegeben, welche Dich hart und grausam gebunden, von einem ungerechten Richter zum anderen unbarmherzig geführt haben. Daselbst bist Du fälschlich verklagt und verurteilt, verspeit, verhöhnt und mit Fäusten ins Angesicht geschlagen worden. Du bist um unserer Missetat willen zerschlagen, gegeißelt, mit Dornen gekrönt und jämmerlich zugerichtet, wie ein armer Wurm, der nicht einem Menschen ähnlich gewesen. Denn Du warst der Allerverachtetste und Unwerteste, voller Schmerzen und Krankheit, also daß es auch ein heidnisch Herz erbarmt hat zu sagen: “Sehet, welch ein Mensch ist das !” Du bist von wegen unserer Missetat mitten unter zwei Übeltäter gerechnet und als ein Fluch aufgehängt, an Händen und Füßen mit Nägeln durchgraben, dazu in Deinem höchsten Durst mit Essig und Gallen getränkt, und mit großen Schmerzen hast Du Deinen Geist aufgegeben, auf daß Du unsere Schuld bezahltest, und wir durch Deine Wunden geheilt würden.

O HErr JEsu Christe, für diese und alle andere Deine Marter und Pein sagen wir Dir Lob und Dank und bitten Dich, laß Dein heilig bitter Leiden an uns nicht verloren sein, sondern gib, daß wir uns desselben zu jeder Zeit von Herzen trösten und rühmen, auch desselben zu jeder Zeit von Herzen trösten und rühmen, auch dasselbe also begehen und betrachten, daß alle böse Lust in uns ausgelöscht und gedämpft, dagegen aber alle Tugend eingepflanzt und gemehrt werde, auf daß wir, der Sünde abgestorben, der Gerechtigkeit leben, und Deinem uns gelassenen Vorbilde nachfolgen, in Deine Fußtapfen treten, das Übel mit Geduld ertragen und das Unrecht mit gutem Gewissen leiden. Amen.

Lutherisches Kirchengesangbuch (Lutheraner Verlag, Uelzen: 1956. Anhang: S.147)

Es segne und behüte Euch Gott, der allmächtige und barmherzige, der Vater, Sohn + Heiliger Geist 
Friede sei mit Euch + 
AmenAmen

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Apologie: Von der Erbsünde (4)

“Sündenfall” (1537) von Lucas Cranach jr (1515-1586) zu sehen im Dresdener Zwinger

Der halben wir so eigentlich beides erwenet und ausgedrückt, da wir haben leren wöllen, was die Erbsunde sey, beide, die böse lust und auch den mangel der ersten gerechtigkeit im Paradis. Und sagen, derselb mangel sey, das wir Adamskinder Gott von hertzen nicht vertrauen, ihnen nicht fürchten noch lieben. Die böse lust sey, das natürlich widder Gottes wort all unser sin, hertz und mut stehet, da wir nicht allein suchen allerley wollust des leibs, sondern auch auff unser weisheit und gerechtigkeit vertrauen und deagegen Gottes vergessen und wenig, ja, gar nichts achten. Und nicht allein die alten Veter als Augustinus und dergleichen, sondern auch die neulichsten lerer und Schloastici, die etwas verstand gehabt, leren, das diese zwey steück semptlich die Erbsunde sind, nemlich der mangel und die böse lust. Denn also sagt Sanct Thomas, das Erbsund ist nicht allein ein mangel der Ersten gerechtigkeit, sondern auch ein unördentlich begirde odder lust inn der seelen. Derhalben ist es, sagt er, nicht allein eitel lauter mangel, sondern auch „aliquid positivum“. Und Bonaventura auch sagt klar: Wenn man fragt, was die Erbsunde sey, ist dies die recht antwort: Das es ein ungeweret (ungezügelte), böse lust sey. Auch ist die recht antwort, das es ein mangel sey der gerechtigkeit; und eins gibt das ander.

Gleich dasselbig meinet auch Hugo, da er saget: die Erbsunde ist blindheit im hertzen und böse lust im fleisch, denn er will anzeigen, das wir Adamskinder alle so geborn werden, das wir Gott nicht kennen, Gott verachten, ihm nicht vertrauenb, ja ihnen auch flihen und hassen. Denn das hat Hugo wollen kurtz begreiffen, da er gesagt: „Ignoratia in mente“, blindheit odder unwissenheit im hertzen. Und die sprüche auch auch der neuesten lerer stimmen uberein mit der heiligen schrifft. Denn Paulus nennet die Erbsunde unterzeitten mit klaren worten einen mangel Göttliches liechtes etc. iCorin.ii: „Der natürlich mensch aber vernimpt nichts vom Geist Gottes“; und an andern orten nennet er es „böse lust“ als zu den Römern am vii., da er sagt: „Ich sehe ein ander gesetz inn meinen geliedern“ etc., Welche lust allerley böse früchte gebiret. Ich könd hie wol viel mehr sprüche der schriffte furbringen von beiden diesen stücken, aber inn dieser öffentlichen warheit ist es nicht not. Ein jeder verstendiger wird leichtlich sehen und mercken, das also one Gottesforcht, one vertrauen im hertzen sind nicht allein actus odder wircklich sunde sein, sondern ein angeborn mangel des Göttlichen liechts und alles guten, welcher da bleibt, solange wir nicht durch den heiligen geist neu geborn und durch den erleuchtet werden.

Wie wir nun bisher von der Erbsunde geschrieben und geleret, so leren wir nichts neues, nichts anders denn die heilige schrifft, die gemeine heilige Christliche kirche. Sondern solche nötige, tapffere, klare sprüche der heiligen schrifft und der Veter, welche durch ungeschickt gezenck der Sophisten unterdrückt gewesen, bringen wir widder an tag und wollten gern die Christlich lere rein haben. Denn es ist jhe am tage, das die Sophsten und schuelzencker nicht verstanden haben, was die Veter mit dem wort „mangel der ersten gerechtigkeit“ gemeinet. Dis stücke aber eigentlich und richtig zu leren und was die Erbsunde sey oder nicht sey, ist gar hoch vonnöten und kann niemand sich nach Christo, nach dem unaussprechlichen schatze Göttlicher hulde und gnade, welche das Evangelium furtregt, hertzlich sehnen oder darnach verlangen haben, der nicht sein jamer und seuch erkennet, wie Christus sagt: „die gesunden dörffen des artztes nicht“. All heilig, erbar leben, alle gute wercke, soviel immer ein mensch auff erden thun mag, sind fur Gott eitel heuchley und greuel, wir erkennen denn erst, das wir von art elende sunder sind, welche in ungnaden Gottes sein, Gott widder fürchten noch lieben. Also sagt der Prophet: Dieweil du mir es gezeigt hast, bin ich erschrocken, und der Psalm: „Alle menschen sind lügener!“ das ist, sie sind nicht recht gesinnet von Gott.

Hier schreien nu die widdersacher hefftig widder Doctor Luther, das er geschrieben hat, die Erbsunde bleibe auch nach der Tauffe, und sagen dazu, derselbig Artikel sey billich verdampt von Bapst Leo dem Zehenden. Aber Keiserliche Maiestat wird hie öffentlich finden, das sie uns gantz unrecht thun; denn die widdersacher verstehen fast wol, auff was meinung Doctor Luther das gered will haben, da er sagt, die Erbsunde bleibe nach der Tauffe. Er hat allzeit klar also geschrieben, das die heilige Tauffe die gantz schuld und erbpflicht der Erbsunde wegnimpt und austilget, wiewol das „material“ der sunde, nemlich die böse neigung und lust, bleibet. Darüber inn alle seinen schrifften setzet er noch dazu vom selbigen material, das der heilig geist, wilcher gegeben wird durch die Tauffe, aufehet innwendig die uberig böse luste teglich zu tödten und zu leschen und brengt ins hertz ein neu liecht, ein neuen syn und mut. Auff die meinung redet auch Augustinus, da er also sagt: die Erbsunde wird inn der Tauff vergeben, nicht da sie nicht mehr sey, sondern das sie nicht zugerechnet werde.

Da bekennet Augustinus öffentlich, das die sunde inn uns bleibt, wiewol sie uns nicht zugerechnet wird. Und dieser spruch Augustini hat den lerern hernach so wol gefallen, das er auch im Decret angezogen wird. Und widder Julianum sagt Augustinus: Das gesetz, das inn unsern gelidern ist, ist weggethan durch die geistliche widdergepurt und bleibt doch im fleisch, welchs ist sterblich. Es ist hinweg gethan, denn die schuld ist gantz los durch das Sacrament, dadurch die gleubigen neu geborn werden, und bleibt noch da, denn es wircket böse lust, widder wicleh kempffen die gleubigen. Das Doctor Luther so helt und leret, wissen die widdersacher fast wol, und so sie es nicht können anfechten, sondern selbs bekennen müssen, vorkeren sie ihm böslich die wort und deuten ihm sein meinung felschlich, die warheit unterzudrücken und unschuldig zu verdamnen.

Aber weiter disputirn die widdersacher, das die böse lust ein last und auffelegte straffe sey und sey nicht ein solche sunde, die des todes und verdamnis schuldig. Dawider sagt Doctor Luther, Es sey ein solche verdamliche sunde. Ich habe hie oben gesagt, das Augustinus auch solches meldet, die Erbsunde sey die angeborne böse lust. Sol diese ubel gered sein, mögen sie es mit Augustino ausfechten. Darüber sagt Paulus: „Die sunde erkant ich nicht one daurch das gesetze; denn ich wuste nicht von der luste, wo das gesetz nicht gesagt hette: las dich nicht gelüsten.“ Da sagt jhe Paulus dürre eraus: ich wuste nicht, das die lust sunde war etc. Item: „Ich sehe ein ander gesetz in meinen geliedern, das da widderstreittet dem gesetze inn meinem gemüte und nimpt mich gefangen inn der sunde gesetze, welchs ist inn meinen geliedern.“

Dieses sind Pauli helle, gewisse wort und klare sprüche; da vermag kein gloss, kein listiges fündlein nichts widder; diese sprüch werden alle Teuffel, alle menschen nicht mügen umbstossen. Da nennet er klar die bösen lust ein sunde, doch sagt er, das solch sunde denjhenigen, so an Christum gleuben, nichts wird zugerechnet; doch an ir selbst ist es gleichwol warlich ein sunde, des todes und ewigen verdamnis schüldig, und hat keinen zweifel, das auch solchs der alten Veter meinung gewest. Denn Augustinus disputirt und ficht hefftig widder diejhenigen, die da hilten, das die böse neigung und lust am menschen nicht sunde were und widder gut noch böse, wie schwarzten oder weissen leib haben auch wider gut noch bös ist.

Apologia der Confession verdeutscht aus dem Latin durch Justum Jonam: AC II (Die Bekenntnisschriften der Evangelisch-Lutherischen Kirche hg.v Dingel u.a. i.A. der EKD (V&R: 2014. S.256+258+260)
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AC IV: Von der Erbsünde (5)

Kain auf der Flucht vor Jahwes Fluch von Fernand-Anne Piestre Cormon ca. 1880, Musée d’Orsay, Paris

Und wenn die widdersacher werden furgeben, das „fomes“ odder die böse neigung widder gut noch böse sey, da werden nicht allein viel sprüche der schrifft widder sein, sondern auch die gantze Kirche und alle Veter. Denn alle erfarne Christliche hertzen wissen, das diese stücke leider uns inn der haut stecken, angeborn sind, nemlich, das wir gelt, gut, alle ander sachen grosser denn Gott achten, sicher dahingehen und -leben, Item, das wir immer nach art fleischlicher sicherheit also gedencken, Gottes zorn und ernst sey nicht so gros uber die sunde, als er doch gewis ist, Item, das wir den edelen, unaussprechlichen schatz des Evagelii und versünung Chirsti nicht hertzlich so teuer und edel achten, als sie ist, Item, das wir widder Gottes werck und willen murren, das er inn trübsalen nicht bald hilffet und machts, wie wir wollen. Item, wir erfaren teglich, das es uns wehe thut, wie auch David und alle heiligen geklagt, das den Gottlosen inn dieser welt wolgehet. Darüber fülen alle menschen, wie leicht ihr hertz entbrennet, jizund mit ehrgeitz, denn mit grim und zorn, denn mit unzucht. So nu die widdersacher selbst bekennen müssen, das solcher unglaube, solcher ungehorsam widder Gott im hertzen ist, wenn schon nicht gantz verwilligung, sondern allein die neigung und lust da ist, wer will so küne sein, das er diese grobe stücke widder bös noch gut achte? Nun sind die klaren Psalmen und klare wort der Propheten da, das sie bekennen, das sie sich also fülen.

Aber die Sophisten inn Schulen haben zu dieser sache wider die klaren, öffentlichen schrifft gered und aus der Philosophy ihr eigen treume und sprüche ertichtet, sagen, das wir umb der bösen lüste willen widder bös noch gut, wider zu schelden noch zu loben sind, Item, das luste und gedancken inwendig nicht sunde sind, wenn ich nicht gantz drein verwillige. Dieselbigen rede und worte inn der Philosophen bücher sind zu verstehen von eusserlicher erbarkeit fur der welt und auch von eusserlicher straff fur der welt. Denn da ists war, wie die Juristen sagen, L Cogitationis: Gedancken sind zollfrey und strafffrey, Aber Gott erforschet die hertzen. Mit Gottes gericht und urteil ists anders. Also fliecken sie auch an diese sach andere ungerempte sprüch, nemlich Gottes geschepff und die natur könne an ihr selbs nicht bös sein; das fecht ich nicht an, wenn es irgent gered wird, da es stad hat, aber dazu sol dieser spruch nicht angezogen werden, die Erbsunde gering zu machen. Und diesselbigen sprüche der Sophisten haben viel unsagliches schadens gethan, durch wilche sie die Philosophy und die lere, wilche eusserlich leben fur der welt belangen, vermischen mit dem Evangelio und haben doch solchs nicht allein inn der schule geleret, sondern auch öffentlich unverschempt fur dem volck gepredigt. Und dieselbigen ungöttlichen, irrigen, ferliche, schedliche leren hatten in aller welt uberhand genomen, da ward nichts gepredigt denn unser verdienst in aller welt. Dadurch ward das erkentnus Christi und das Evangelium gantz untergedrückt.

Derhalben hat Doctor Luther aus der schrifft leren und kleren wollen, wie ein gros todsschuld die Erbsunde fur Gott sey und wie inn grossem elend wir geborn werden und das die uberig Erbsunde, so nach der Tauff bleibt, an ihr selb nicht indifferens sey, sondern bedarff des mitlers Christi, das sie uns Gott nicht zurechene, und one unterlas des liechts und wirckung des heiligen geists, durch welchen sie ausgefeget und getödtet werde.

Wiewol nu die Sophisten und Scholastici anders leren und beide, von der Erbsunde und von derselbigen straffe, der schrifft ungemes leren, da sie sagen, der mensch vermüge aus seinen krefften Gottes gebot zu halten, so wird doch die straffe, so Gott auff Adams kinder, auff die Erbsunde gelegt, im ersten buch Mosi viel anders beschrieben. Denn da wird die menschlich natur verurteilt, nicht allein zum tode und anderen leiplichem ubel, sondern dem reich des Teuffels unterworffen; denn da wird dis schrecklich urteil gefellet: „Ich will feinschafft zwischen dir und dem weib, zwischen ihrem samen und deinem samen setzen“ etc. Der mangel erster gerechtigkeit und die böse lust sind sund und straff. Der todt aber und die andern leiplichen ubel, die Tiranney und herschafft des Teuffels, sein eigentlich die straffe und pene der Erbsund. Denn die menschliche natur ist durch die Erbsunde unter des Teuffels gewalt dahingeben und ist also gefangen unter des Teuffels reich, wilcher manchen grossen weisen mensdchen inn der welt mit schrecklichem irthumb, ketzerey und ander blindheit beteubet und verfüret und sonst die menschen zu allerley laster dahinreisset.

Wie es aber nicht müglich ist, den listigen und gewaltigen geist Satan zu uberwinden one die hülffe Christi, also konnnen wir uns aus eigen krefften aus dem gefengnis auch nicht helffen. Es ist in allen Historien von anfang der welt zu sehen und zu finden, wie ein unsaglicher grosser gewalt das reich des Teuffels sey. Man sicht, das die welt vom höchsten bis zum niddersten vol Gotteslesterung, vol grosser irthumb, Gottloser lere widder Gott und sein wort ist. Inn den starcken fesseln und keten helt der Teuffel jemmerlich gefangen viel weiser leut, viel heuchler, die vor der welt heilig scheinen. Die andern füret er in ander grobe laster (geitz, hoffart etc). So uns nu Christus darümb geben ist, das er dieselbigen sunde und schwere straffe der sunde wegneme, die sunde, den tod, des Teuffels reich uns zugut uberwinde, kann niemands hertzlich sich freuen des grossen schatzes, niemands die uberschwenklichen reichthümer der gnaden erkennen, er füle denn vorerst dieselbig last, unser angeborn gros elend und jammer. Darümb haben unser prediger von dem nötigen Artikel mit allem hochsten fleis geleret und haben nichts neues geleret, sondern eitel klare wort der heiligen schrifft und gewisse sprüche der Veter, Augustini und der andern.

Dieses achten wir, solle die Keiserliche Maiestat ihr billich lassen gnug sein, widder das lose, kindisch, ungegründ furbringen der widdersacher, durch wilch sie der unsern Artikel one ursache gantz unbillich anfechten; denn sie singen, sagen, wieviel, was und wielange sie wollen, so wissen wir eigentlich das und sinds forwar gewis, das wir Christlich und recht leren und mit der gemeinen Christlichen Kirchen gleich stimmen und halten; werden sie darüber weiter mutwilligen zanck einfüren so sollen sie sehen, es sollen hie, will Got, leute nicht feilen, die ihnen antworten und die wahrheit dennoch erhalten.

Denn die widdersacher wissen das mehrer teil nicht, was sie reden; denn wie offte reden und schreiben sie ihnen selbs widderwertigs, verstehen auch ihr eigen Dialectica nicht vom „formal“ der Erbsunde, das ist, was eigentlich an ihrem wesen die Erbsunde sey odder nicht sey, was auch der mangel der ersten gerechtigkeit sey. An diesem orte aber haben wir nicht wollen von ihren zengkischen Disputacion subtiler odder weiter reden, sondern allein die sprüche und meinung der heilige Veter, wilchen wir auch gleichförmig leren, mit klaren, gemeinen, verstentlichen worten erzelen wollen.

Apologia der Confession verdeutscht aus dem Latin durch Justum Jonam: AC II (Die Bekenntnisschriften der Evangelisch-Lutherischen Kirche hg.v Dingel u.a. i.A. der EKD (V&R: 2014. S.262+264+266)
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Nun, Du bist hier, da liegst Du, hältst in dem Kripplein Deine Ruh…

Cathedrale de Chartres: Das Leben von Jesus, 12. Jhdt.

Nun Du bist hier, da liegest Du, hältst in der Krippe Deine Ruh, bist klein und machst doch alles groß, bekleidest die Welt und kommst doch bloß. Halleluja.

Du kehrst in fremde Hausung ein, und sind doch alle Himmel Dein; trinkst Milch aus Deiner Mutter Brust und bist doch selbst der Engel Lust. Halleluja.

Du hast dem Meer sein Ziel gesteckt und wirst mit Windeln zugedeckt; bist Gott und liegst auf Heu und Stroh, wirst Mensch und bist doch A und O. Halleluja.

Du bist der Ursprung aller Freud und duldest so viel Herzeleid; bist aller Heiden Trost und Licht, suchst selber Trost und findst ihn nicht. Halleluja.

Ich aber, Dein geringster Knecht, ich sag es frei und mein es recht: Ich liebe Dich, doch nicht so viel, wie ich Dich gerne lieben will. Halleluja.

Paul Gerhardt 1653 (LKG 104,5-9)

Mittwoch nach dem 3. Sonntag nach Epiphanias (Der Heiden Heiland)

Und es werden kommen vom Morgen und vom Abend, von Mitternacht und vom Mittage, die zu Tisch sitzen werden im Reiche Gottes.

Lukas 13,29

Kollekte

Herr Gott, himmlischer Vater, der Du willst, daß allen Menschen geholfen werde, und daß sie zur Erkenntnis der Wahrheit kommen, wir bitten Deine milde Güte, sende die Boten Deiner Barmherzigkeit und laß sie verkündigen Dein Heil allem Volke, das im Dunkeln wohnet, auf daß erfüllet werde das Wort Deiner gnädigen Verheißung, daß die Völker wandeln in Deinem LIchte und die Könige im Glanze Deiner Herrlichkeit, durch Jesus Christus, unsern Herrn, der mit Dir und dem Heiligen Geist lebt und regiert in Ewigkeit. Amen.

Orate fratres S.120

Fortlaufende Lese

Ehre die Witwen, die allein sind. 4 Wenn aber eine Witwe Kinder oder Enkel hat, so sollen diese lernen, zuerst im eigenen Hause fromm zu leben und sich den Eltern dankbar zu erweisen; denn das ist wohlgefällig vor Gott. 5 Das ist aber eine rechte Witwe, die alleinsteht, die ihre Hoffnung auf Gott setzt und beharrlich fleht und betet Tag und Nacht. 6 Eine aber, die ausschweifend lebt, ist lebendig tot. 7 Dies gebiete, damit sie untadelig seien. 8 Wenn aber jemand die Seinen, besonders seine Hausgenossen, nicht versorgt, hat er den Glauben verleugnet und ist schlimmer als ein Ungläubiger. 9 Es soll keine als rechte Witwe anerkannt werden unter sechzig Jahren; sie soll eines einzigen Mannes Frau gewesen sein 10 und ein Zeugnis guter Werke haben: wenn sie Kinder aufgezogen hat, wenn sie gastfrei gewesen ist, wenn sie den Heiligen die Füße gewaschen hat, wenn sie den Bedrängten beigestanden hat, wenn sie allem guten Werk nachgekommen ist. 11 Jüngere Witwen aber weise ab; denn wenn sie sich wegen ihres Begehrens von Christus abwenden, so wollen sie heiraten. 12 Sie stehen dann unter dem Urteil, dass sie die erste Treue gebrochen haben. 13 Daneben sind sie faul und lernen, von Haus zu Haus zu laufen; und nicht nur faul sind sie, sondern auch geschwätzig und vorwitzig und reden, was nicht sein soll. 14 So will ich nun, dass die jüngeren Witwen heiraten, Kinder zur Welt bringen, den Haushalt führen, dem Widersacher keinen Anlass geben zu schmähen. 15 Denn schon haben sich einige abgewandt und folgen dem Satan. 16 Wenn eine gläubige Frau Witwen in ihrem Haus hat, so versorge sie diese, die Gemeinde aber soll nicht beschwert werden, damit sie für die rechten Witwen sorgen kann.

1. Timotheus 5,3-16

Tageslese

Er musste aber durch Samarien reisen. 5 Da kam er in eine Stadt Samariens, die heißt Sychar, nahe bei dem Feld, das Jakob seinem Sohn Josef gegeben hatte. 6 Es war aber dort Jakobs Brunnen. Weil nun Jesus müde war von der Reise, setzte er sich an den Brunnen; es war um die sechste Stunde. 7 Da kommt eine Frau aus Samarien, um Wasser zu schöpfen. Jesus spricht zu ihr: Gib mir zu trinken! 8 Denn seine Jünger waren in die Stadt gegangen, um Speise zu kaufen. 9 Da spricht die samaritische Frau zu ihm: Wie, du, ein Jude, erbittest etwas zu trinken von mir, einer samaritischen Frau? Denn die Juden haben keine Gemeinschaft mit den Samaritern. – 10 Jesus antwortete und sprach zu ihr: Wenn du erkenntest die Gabe Gottes und wer der ist, der zu dir sagt: Gib mir zu trinken!, du bätest ihn, und er gäbe dir lebendiges Wasser. 11 Spricht zu ihm die Frau: Herr, du hast doch nichts, womit du schöpfen könntest, und der Brunnen ist tief; woher hast du denn lebendiges Wasser? 12 Bist du etwa mehr als unser Vater Jakob, der uns diesen Brunnen gegeben hat? Und er hat daraus getrunken und seine Söhne und sein Vieh. 13 Jesus antwortete und sprach zu ihr: Wer von diesem Wasser trinkt, den wird wieder dürsten; 14 wer aber von dem Wasser trinkt, das ich ihm gebe, den wird in Ewigkeit nicht dürsten, sondern das Wasser, das ich ihm geben werde, das wird in ihm eine Quelle des Wassers werden, das in das ewige Leben quillt.

Johannes 4,4-14

Gebet am Mittwoch

Kyrie eleison. Christe eleison. Kyrie eleison. Christe, erhöre uns.

HErr GOTT Vater im Himmel, erbarme Dich. HErr GOTT Sohn der Welt Heiland, erbarme Dich. HErr GOTT Heiliger Geist, erbarme Dich.

HErr sei gnädig, verschone alle sterbenden Menschen vor Deinem Zorn, vor bösem Tod, vor der Höllen Pein, vor des Teufels Macht, vor des Teufels Trug und List, vor allem Übel behüte sie, lieber HErre GOTT.

Durch Deine heilige Menschwerdung und Geburt, durch Deinen Todeskampf und blutigem Schweiß, durch Dein Kreuz und bittern Tod, durch Dein heilig Auferstehn und Himmelfahrt, durch die Gnade des Heiligen Geistes des Trösters in der Stunde des Todes, im Jüngsten Gericht, hilf ihnen, lieber HErre GOTT.

Wir armen Sünder bitten: Du wollst uns erhören, lieber HErre GOTT. Und alle sterbenden Menschen trösten. Ihnen alle Sünden verzeihen. Sie aus diesem Elend einzuführen zum ewigen Leben. Erhöre uns, lieber HErre GOTT.

O JEsu Christe, GOTTes Sohn, erhöre uns, lieber HErre GOTT.

O Du Gotteslamm, das der Welt Sünde trägt, erbarme Dich über sie. O Du Gotteslamm, das der Welt Sünde trägt, erbarme Dich über sie. O Du Gotteslamm, das der Welt Wünde trägt, verleihe ihnen steten Fried.

Christe, erhöre uns. Kyrie eleison. Christe eleison. Kyrie eleison. Amen.

Heiliger HErre GOTT, heiliger, starker GOTT, heiliger barmherziger Heiland, Du ewiger GOTT: laß uns nicht versinken in des bitteren Todes Not. Kyrieleison.

Heiliger HErre GOTT, heiliger, starker GOTT, heiliger barmherziger Heiland, Du ewiger GOTT: laß uns nicht verzagen vor der tiefen Höllen Glut. Kyrieleison.

Heiliger HErre GOTT, heiliger, starker GOTT, heiliger barmherziger Heiland, Du ewiger GOTT: laß uns nicht entfallen von des rechten Glaubens Trost. Kyrieleison.

Lutherisches Kirchengesangbuch (Lutheraner Verlag, Uelzen: 1956. Anhang: S.144f)

Es segne und behüte Euch Gott, der allmächtige und barmherzige, der Vater, Sohn + Heiliger Geist 
Friede sei mit Euch + 
AmenAmen

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