Von der Erbsunde

Adam und Eva werden aus dem Paradies vertrieben. Fresko von Michelangelo in der Sixtinischen Kapelle, 16Jhd.

Den andern Artikel, von der Erbsunde, lassen ihnen auch die widdersacher gefallen, doch fechten sie an, als haben wirs nicht recht troffen, da wir gesagt, was die Erbsunde sey, so wir doch zufellig allein des orts davon gered. Da wird alsbald im eingang die Keiserliche maiestat befinden, das unser widderwertigen inn dieser hochwichtigen sachen offte gar nichts mercken noch verstehen, widerümb auch offte unser wort böslich und mit fleis uns verkeren oder jhe zu misverstand deuten. Denn so wir auffs allereinfeltigest und klerest davon geredet, was die Erbsunde sey odder nicht sey, so haben sie aus eitel gifft und bitterkeit die wort, so an ihnen selbs recht und schlecht geredt, mit fleis ubel und unrecht deutet. Denn also sagen sie: ihr sprecht, die Erbsunde sey dieses, das uns ein solch syn und hertz angeboren ist, darinnen kein forcht Gottes, kein vertrauen gegen Gott ist, das ist jhe ein wirchlich schuld und selbst ein werck oder actualis culpa; darümb ists nicht Erbsunde.

Es ist leichtlich zu mercken und abzunemen, das solch cavillatio (spitzfindiges Gerede) von Theologen, nicht von des Keisers Radt herkömt. Wiewol wir nu solche neidische, geferliche, mutwilliche deutungen wol wissen zu verlegen, doch das alle redliche und erbare leute verstehen mügen, das wir in dieser sache nichts ungeschickts leren, so bitten wir, sie wollen unser vorig deudsch Confession, so zu Augspurgk uberantwortet, ansehen; die wird gnug anzeigen, wie wir nichts neues odder ungehörtes leren; denn inn derselbigen ist also geschrieben:

“Weitter wird geleret, das nach dem fall Adae alle menschen, so natürlich geborn werden, inn sunden entpfangen und geboren werden, das ist, das sie alle von mutterleibe an vol böser lust und neigung sind, keine ware Gottesforcht, keinen waren glauben an Gott von natur haben können”

CAII o.S. 94,17-96-1.

Inn diesem erscheinet gnug, das wir von allen, so aus fleisch geboren sind, sagen, das sie untüchtig sind zu allen Gottessachen, Gott nicht hertzlich fürchten, ihme nicht glauben noch vertrauen können. Da reden wir von angeborner böser art des hertzen, nicht allein von actuale culpa odder von wircklicher schuld und sunden, denn wir sagen, das inn allen Adamskiindern ein bös neigung und lust sey und das niemands ihme selbs ein hertz könne odder vermüge zu machen, das Gott erkenne odder Gott hertzlich vertraue, hertzlich fürchte. Ich wolt doch gern hören, was sie da schelten wollen oder möchten. Denn frome redliche leute, den die warheit lieb, sehen on allen zweifel, das dieses recht und war ist; denn auff die meinung sagen wir inn unser Latinischen bekentnis, das inn einem natürlichen menschen nicht potentia, das ist nicht so viel tügens, vormügens sey – auch nicht an unschuldigen kindlin, wilche auch aus Adam untüchtig sein -, immer hertzlich Gott zu förchten und hertzlich Gott zu lieben. In den alten aber und erwachsenen sind noch uber die angeborn böse art des herzens auch noch actus und wirckliche sunde. Darümb, wenn wir angeborn böse lust nennen, meinen wir nicht allein die actus, böse werck oder frucht, sondern inwendig die böse neigung, welche nicht auffhöret, solang wir nicht neu geboren werden durch geist und glauben.

Aber darnach wollen wir mit mehr worten anzeigen, das wir von der Erbsunde, nemlich, was dieselbig sey odder nicht, auch auff geübte, alte weise der Scholasticen und nicht so ungewönlich gered haben. Ich mus aber erst anzeigen, aus was ursachen ich an dem ort fornemlich solcher und nicht ander wort habe brauchen wollen. Die widdersacher selbst reden also davon in ihren schulen und bekennen , das die materien odder materiale der Erbsunde sey böse lust. Darümb, so ich habe wollen sagen, was Erbsunde sey, ist das nicht zu ubergehen gewest, sonderlich dieser zeit, da etliche von derselbigen angeborn bösen lust mehr Heidnisch aus der Philosophy denn nach dem Göttlichen wort oder nach der heiligen schrifft reden. Denn etliche reden also davon, das die Erbsunde an der menschlichen natur nicht sey ein angeborne böse art, sondern allein ein gebrechen und auffgelegte last odder bürde, die alle Adamskinder umb frembder sunde willen, nemlich Adams sunde halben, tragen müssen und darümb alle sterblich sein, nicht das sie selbst alle von art und aus mutterleib sunde ererbeten.

Apologia der Confession verdeutscht aus dem Latin durch Justum Jonam: AC II (Die Bekenntnisschriften der Evangelisch-Lutherischen Kirche hg.v Dingel u.a. i.A. der EKD (V&R: 2014. S.244+246+248)
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Von Gott

Den ersten Artikel unsers Bekentnis lassen ihnen die widdersacher gefallen, inn welchem angezeigt wird, wie wir gleuben und leren, das do sey ein ewiges, einiges, unzerteilt Göttlich wesen und doch drey unterschiedene personen inn einem Göttlichen wesen, gleich mechtig, gleich ewig: Gott Vater, Gott Son, Gott heiliger Geist.

Diesen Artikel haben wir allzeit also rein geleret und verfochten, halten auch und sein gewis, das derselbig so starcken, guten, gewissen grund inn der heiligen schrifft hat, das niemands müglich, den zu tadeln odder umbzustossen.

Darümb schliessen wir frey, das alle diejhenigen abgöttisch, Gotteslesterer und ausserhalb der Kirchen Christi sein, die da anders halten odder leren.

Apologia der Confession verdeutscht aus dem Latin durch Justum Jonam. (Die Bekenntnisschriften der Evangelisch-Lutherischen Kirche hg.v Dingel u.a. i.A. der EKD (V&R: 2014. S.244)
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Fröhlich soll mein Herze springen

Rudolf Schäfer (1878-1961)

Fröhlich soll mein Herze springen dieser Zeit, da vor Freud alle Engel singen. Hört, hört, wie mit vollen Chören alle Luft laute ruft: Christus ist geboren!

Heute geht aus seiner Kammer Gottes Held, der die Welt reißt aus allem Jammer. Gott wird Mensch Dir, Mensch, zugute, Gottes Kind, das verbindt sich mit unserm Blute.

Sollt uns Gott nun können hassen, der uns gibt, was er liebt über alle Maßen? Gott gibt, unserm Leid zu wehren, seinen Sohn aus dem Thron seiner Macht und Ehren.

Sollte von uns sein gekehret, der sein Reich und zugleich sich selbst uns verehret? Sollt uns Gottes Sohn nicht lieben, der jetzt kömmt, von uns nimmt, was uns will betrüben.

Hätte vor der Menschen Orden unser Heil einen Greul, wär er nicht Mensch worden; hätt er Lust zu unserem Schaden, ei so würd unsere Bürd er nicht auf sich laden.

Paul Gerhardt 1653 (LKG 101)

Dienstag nach dem 2. Sonntag nach Epiphanias (Der Freudenmeister)

Das Gesetz ist durch Mose gegeben, die Gnade und Wahrheit ist durch Jesus Christ geworden.

Johannes 1,17

Fortlaufende Lese

Ich danke unserm Herrn Christus Jesus, der mich stark gemacht und für treu erachtet hat und in das Amt eingesetzt, 13 mich, der ich früher ein Lästerer und ein Verfolger und ein Frevler war; aber mir ist Barmherzigkeit widerfahren, denn ich habe es unwissend getan, im Unglauben. 14 Es ist aber desto reicher geworden die Gnade unseres Herrn samt dem Glauben und der Liebe, die in Christus Jesus ist. 15 Das ist gewisslich wahr und ein teuer wertes Wort: Christus Jesus ist in die Welt gekommen, die Sünder selig zu machen, unter denen ich der erste bin. 16 Aber darum ist mir Barmherzigkeit widerfahren, dass Christus Jesus an mir als Erstem alle Geduld erweise, zum Vorbild denen, die an ihn glauben sollten zum ewigen Leben. 17 Aber Gott, dem ewigen König, dem Unvergänglichen und Unsichtbaren, der allein Gott ist, sei Ehre und Preis in Ewigkeit! Amen. 18 Dieses Gebot gebe ich dir, mein Sohn Timotheus, nach den Weissagungen, die früher über dich ergangen sind, damit du in ihrer Kraft einen guten Kampf kämpfst 19 und den Glauben und ein gutes Gewissen hast. Das haben einige von sich gestoßen und am Glauben Schiffbruch erlitten. 20 Unter ihnen sind Hymenäus und Alexander, die ich dem Satan übergeben habe, damit sie in Zucht genommen werden und nicht mehr lästern.

1. Timotheus 1,12-20

Tageslese

Und er ging abermals in die Synagoge. Und es war da ein Mensch, der hatte eine verdorrte Hand. 2 Und sie gaben acht, ob er ihn am Sabbat heilen würde, damit sie ihn verklagen könnten. 3 Und er sprach zu dem Menschen mit der verdorrten Hand: Steh auf und tritt in die Mitte! 4 Und er sprach zu ihnen: Was ist am Sabbat erlaubt: Gutes tun oder Böses tun, Leben retten oder töten? Sie aber schwiegen still. 5 Und er sah sie ringsum an mit Zorn, betrübt über ihr erstarrtes Herz, und sprach zu dem Menschen: Strecke deine Hand aus! Und er streckte sie aus; und seine Hand wurde wieder gesund. 6 Und die Pharisäer gingen hinaus und hielten alsbald Rat über ihn mit den Anhängern des Herodes[1], dass sie ihn umbrächten.

Markus 3,1-6

Gebet am Dienstag

Allmächtiger Gott, himmlischer Vater!

Wir preisen Deine grundlose Barmherzigkeit, mit der Du Dich über sündige Menschen erbarmst. Alle Propheten und Apostel verkündigen uns das in Deinem Wort.

Laß unsere Hoffnung nicht zu Schanden werden, wenn wir zu Dir beten für alle Leidenden in dieser Zeit. Denn siehe, der böse Feind ist mächtig geworden, und die Großen dieser Welt regieren oft mit Ungerechtigkeit. O GOTT, der Du vormals hast Deinen Heiligen überwinden lassen, stärke auch heute alle, die Deiner Hilfe gegen Unrecht bedürftig sind.

Gib, daß alle Kriegsgefangenen und Geiseln der Terroristen – als Sklaven gehalten und Opfer irdischer Rache – in ihre Heimat zurückkehren. Stehe allen Vertriebenen und Heimatlosen bei und sei Du ihre Gerechtigkeit. Den Witwen und Waisen sei ein Vater mit starkem Schutz.

O Jesu Christe, der Du Deine Heiligen wunderbar führst: Gehe durch Riegel und Gitter zu denen, die um Deines Namens und um Deiner Kirche willen gefangen sind; stärke sie zu einem guten Zeugnis und laß sie nicht wankend werden im Bekenntnis Deines Namens. Uns aber lehre durch das Beispiel so vieler heiliger Märtyrer, daß wir allezeit wach seien zum Bekenntnis Deines Namens. Laß uns nicht zu Schanden werden, wenn der böse Feind Hand an uns legt, sondern gib, daß wir in aller Anfechtung bestehen. Doch wenn es Dein Wille ist, dann laß uns in Ruhe und Frieden leben der Heiligung Deines Namens.

Um Deines heiligen Opfers willen, o Jesu Christe, der Du mit dem Vater und dem Heiligen Geist, ein wahrer GOTT, lebest und regierst von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

Lutherisches Kirchengesangbuch (Lutheraner Verlag, Uelzen: 1956. Anhang: S.143)

Kollekte

Barmherziger Gott, liebreicher Vater, der Du Deinen Sohn zu uns gesandt hast, daß er uns Deine Liebe offenbare, wandle, wir bitten Dich, unser sündhaftes Wesen und erfülle uns, die wir Knechte des Gesetzes waren, mit dem Geiste der Kindschaft durch Deinen Sohn Jesus Christus, unsern Herrn, der mit Dir und dem Heiligen Geist lebt und regiert in Ewigkeit. Amen.

Orate fratres S.119

Es segne und behüte Euch Gott, der allmächtige und barmherzige, der Vater, Sohn + Heiliger Geist 
Friede sei mit Euch + 
AmenAmen

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Freuet Euch, Ihr Christen alle

Rudolf Schäfer (1878-1961)

Halleluja, Halleluja, Halleluja, Halleluja, Halleluja, Halleluja, Halleluja, Halleluja, Halleluja, Halleluja, Halleluja, Halleluja. 

Freuet Euch, Ihr Christen alle, freue sich, wer immer kann; Gott hat viel an uns getan. Freuet Euch mit großem Schalle, dass er uns so hoch geacht’, sich mit uns befreund’t gemacht. Freude, Freude über Freude: Christus wehret allem Leide. Wonne, Wonne über Wonne: Christus ist die Gnadensonne.

Siehe, siehe, meine Seele, wie Dein Heiland kommt zu Dir, brennt in Liebe für und für, dass er in der Krippen Höhle harte lieget Dir zugut, Dich zu lösen durch sein Blut. Freude, Freude über Freude: Christus wehret allem Leide. Wonne, Wonne über Wonne: Christus ist die Gnadensonne.

Jesu, wie soll ich Dir danken? Ich bekenne, dass von Dir meine Seligkeit herrühr, so lass mich von Dir nicht wanken. Nimm mich Dir zu eigen hin, so empfindet Herz und Sinn Freude, Freude über Freude: Christus wehret allem Leide. Wonne, Wonne über Wonne: Christus ist die Gnadensonne.

Jesu, nimm Dich Deiner Glieder ferner noch in Gnaden an; schenke, was man bitten kann, und erquick uns alle wieder; gib der ganzen Christenschar Frieden und ein seligs Jahr. Freude, Freude über Freude: Christus wehret allem Leide. Wonne, Wonne über Wonne: Christus ist die Gnadensonne.

Christian Keimann 1646 (LKG 100)

Montag nach dem 2. Sonntag nach Epiphanias (Der Freudenmeister)

Das Gesetz ist durch Mose gegeben, die Gnade und Wahrheit ist durch Jesus Christ geworden.

Johannes 1,17

Fortlaufende Lese

Paulus, Apostel Christi Jesu nach dem Befehl Gottes, unseres Heilands, und Christi Jesu, der unsere Hoffnung ist, 2 an Timotheus, mein rechtes Kind im Glauben: Gnade, Barmherzigkeit, Friede von Gott, dem Vater, und unserm Herrn Christus Jesus!

3 Wie habe ich dich ermahnt, in Ephesus zu bleiben, als ich nach Makedonien zog, damit du einigen gebietest, dass sie nicht anders lehren, 4 auch nicht achthaben auf die Fabeln und Geschlechtsregister, die kein Ende haben und eher Fragen aufbringen, als dass sie dem Ratschluss Gottes im Glauben dienen. 5 Das Ziel der Unterweisung aber ist Liebe aus reinem Herzen und aus gutem Gewissen und aus ungeheucheltem Glauben. 6 Davon sind einige abgeirrt und haben sich hingewandt zu unnützem Geschwätz, 7 wollen das Gesetz lehren und verstehen selber nicht, was sie sagen oder was sie so fest behaupten. 8 Wir wissen aber, dass das Gesetz gut ist, wenn es jemand recht gebraucht, 9 weil er weiß, dass dem Gerechten kein Gesetz gegeben ist, sondern den Ungerechten und Ungehorsamen, den Gottlosen und Sündern, den Unheiligen und Ruchlosen, den Vatermördern und Muttermördern, den Totschlägern, 10 den Unzüchtigen, den Knabenschändern, den Menschenhändlern, den Lügnern, den Meineidigen und wenn noch etwas anderes der heilsamen Lehre entgegensteht, 11 nach dem Evangelium von der Herrlichkeit des seligen Gottes, das mir anvertraut ist.

1. Timotheus 1,1-11

Tageslese

Und die Jünger des Johannes und die Pharisäer fasteten viel. Und es kamen etliche, die sprachen zu ihm: Warum fasten die Jünger des Johannes und die Jünger der Pharisäer, aber deine Jünger fasten nicht? 19 Und Jesus sprach zu ihnen: Wie können die Hochzeitsgäste fasten, während der Bräutigam bei ihnen ist? Solange der Bräutigam bei ihnen ist, können sie nicht fasten. 20 Es werden aber Tage kommen, da der Bräutigam von ihnen genommen ist; dann werden sie fasten, an jenem Tage. 21 Niemand flickt einen Lappen von neuem Tuch auf ein altes Kleid; sonst reißt der neue Lappen vom alten ab und der Riss wird ärger. 22 Und niemand füllt neuen Wein in alte Schläuche; sonst zerreißt der Wein die Schläuche, und der Wein ist verloren und die Schläuche auch; sondern man füllt neuen Wein in neue Schläuche.

Markus 2,18-22

Gebet am Montag

O Herr, wir klagen Dir den Verfall Deiner Kirche. Es ist unsere Schuld, daß man nicht mehr erkennt die Schönheit Deiner Braut. darum bitten wir Dich: Gib und mehre in uns den Glauben, Liebe und Hoffnung in Dich. Reut aus in uns alle Sünd und Laster, alle Zwietracht, allen Unglauben, alle Irrsal und Ketzerei. Strafe die Irrenden, bekehre die Ungläubigen, bringe die Abtrünnigen wieder zur Einigkeit der christlichen Kirche und zeige ihnen das Licht Deiner Wahrheit.

Behüte unseren Hirten vor aller Gefahr des Leibes und der Seele. Segne alle Hirten und Bischöfe, Missionare, Evangelisten, Lehrer, Kirchenvorsteher und Gehilfen im Aufbau Deiner Gemeinde, gib Gedeihen in allen Dingen und rüste Deine ganze Kirche aus mit Kraft und Bewährung des heiligen Glaubens. Stehe bei Deinen Zeugen unter den Völkern und fördere den Lauf Deines Evangeliums in aller Welt.

Erfülle alle Obrigkeit mit Deiner Furcht und laß ihr Regieren der Welt zum Frieden dienen. Erbarme Dich über unser Volk und Land.

Die Jugend laß auferzogen werden in der Zucht und Ermahnung zu Dir, auf daß sie erkenne Dein Gesetz und den Weg Deines Heils. Verleihe Beständigkeit und Treue allen frommen Lehrern.

Tröste alle Betrübten und Traurigen. Den Kranken teil mit Gesundheit des Leibes und der Seelen. Den schwangeren Frauen schenke nach Deiner Barmherzigkeit einen fröhlichen Anblick in ihrer Geburt. Den armen Dürftigen gib leiblich und geistlich nach Deinem Wohlgefallen. Die unterwegs sind, laß dem Schutz Deiner heiligen Engel befohlen sein, und sei eine starke Hilfe allen, die Dein bedürfen. Um Deiner heiligen Wunden willen, o Jesu! Amen.

Lutherisches Kirchengesangbuch (Lutheraner Verlag, Uelzen: 1956. Anhang: S.142)

Kollekte

Barmherziger Gott, liebreicher Vater, der Du Deinen Sohn zu uns gesandt hast, daß er uns Deine Liebe offenbare, wandle, wir bitten Dich, unser sündhaftes Wesen und erfülle uns, die wir Knechte des Gesetzes waren, mit dem Geiste der Kindschaft durch Deinen Sohn Jesus Christus, unsern Herrn, der mit Dir und dem Heiligen Geist lebt und regiert in Ewigkeit. Amen.

Orate fratres S.119

Es segne und behüte Euch Gott, der allmächtige und barmherzige, der Vater, Sohn + Heiliger Geist 
Friede sei mit Euch + 
AmenAmen

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Wedding at Cana (2nd Sunday in Epiphany)

“Wedding at Cana” (Paolo Veronese 1528-1588)

Watchword

For we have all received from his fullness one gracious gift after another.

John 1,16

Introit

Give thanks to the Lord.
Call on his name.
Make known his accomplishments among the nations.
Sing to him.
Make music to him.
Tell about all his miraculous deeds.
Boast about his holy name.
Let the hearts of those who seek the Lord rejoice.
Seek the Lord and the strength he gives.
Seek his presence continually.
Recall the miraculous deeds he performed,
his mighty acts and the judgments he decreed,
O children of Abraham, God’s servant,
you descendants of Jacob, God’s chosen ones.
He is the Lord our God;
he carries out judgment throughout the earth.
He always remembers his covenantal decree,
the promise he made to a thousand generations.

Psalm 105,1-8

Old Testament lesson

“And the Lord said unto Moses, I will do this thing also that thou hast spoken: for thou hast found grace in my sight, and I know thee by name. And he said, I beseech thee, shew me thy glory. And he said, I will make all my goodness pass before thee, and I will proclaim the name of the Lord before thee; and will be gracious to whom I will be gracious, and will shew mercy on whom I will shew mercy. And he said, Thou canst not see my face: for there shall no man see me, and live. And the Lord said, Behold, there is a place by me, and thou shalt stand upon a rock: And it shall come to pass, while my glory passeth by, that I will put thee in a clift of the rock, and will cover thee with my hand while I pass by: And I will take away mine hand, and thou shalt see my back parts: but my face shall not be seen.”

Exodus 33,18-23

Collect

Almighty and everlasting God, who governs all things in heaven and on earth, mercifully hear the prayers of Your people and grant us Your peace through all our days; through Thy Son, Jesus Christ our Lord, who lives and reigns with Thee and the Holy Spirit, one God for ever and ever.

LSB Pastoral Care Companion Pg. 543

Epistle

When I came to you, brothers and sisters, I did not come with superior eloquence or wisdom as I proclaimed the testimony of God. 2 For I decided to be concerned about nothing among you except Jesus Christ, and him crucified. 3 And I was with you in weakness and in fear and with much trembling. 4 My conversation and my preaching were not with persuasive words of wisdom, but with a demonstration of the Spirit and of power, 5 so that your faith would not be based on human wisdom but on the power of God. 6 Now we do speak wisdom among the mature, but not a wisdom of this age or of the rulers of this age, who are perishing. 7 Instead we speak the wisdom of God, hidden in a mystery, that God determined before the ages for our glory. 8 None of the rulers of this age understood it. If they had known it, they would not have crucified the Lord of glory. 9 But just as it is written, “Things that no eye has seen, or ear heard, or mind imagined, are the things God has prepared for those who love him.” 10 God has revealed these to us by the Spirit. For the Spirit searches all things, even the deep things of God.

1. Corinthians 2,1-10

Gospel

And the third day there was a marriage in Cana of Galilee; and the mother of Jesus was there: And both Jesus was called, and his disciples, to the marriage. And when they wanted wine, the mother of Jesus saith unto him, They have no wine. Jesus saith unto her, Woman, what have I to do with thee? mine hour is not yet come. His mother saith unto the servants, Whatsoever he saith unto you, do it. And there were set there six waterpots of stone, after the manner of the purifying of the Jews, containing two or three firkins apiece. Jesus saith unto them, Fill the waterpots with water. And they filled them up to the brim. And he saith unto them, Draw out now, and bear unto the governor of the feast. And they bare it. When the ruler of the feast had tasted the water that was made wine, and knew not whence it was: (but the servants which drew the water knew;) the governor of the feast called the bridegroom, And saith unto him, Every man at the beginning doth set forth good wine; and when men have well drunk, then that which is worse: but thou hast kept the good wine until now. This beginning of miracles did Jesus in Cana of Galilee, and manifested forth his glory; and his disciples believed on him.

John 2,1-11

The Confession of the Church

I believe in one God, the Father Almighty, Maker of heaven and earth, and of all things visible and invisible.

And in one Lord Jesus Christ, the only-begotten Son of God, begotten of the Father before all worlds, God of God, Light of Light, very God of very God, begotten, not made, being of one substance with the Father; by whom all things were made; who for us men, and for our salvation, came down from heaven, and was incarnate by the Holy Ghost of the Virgin Mary, and was made man, and was crucified also for us under Pontius Pilate; He suffered and was buried; and the third day He rose again according to the Scriptures; and ascended into heaven, and sitteth on the right hand of the Father; and He shall come again with glory to judge the quick and the dead; whose kingdom shall have no end.

And I believe in the Holy Ghost, the Lord and Giver of life, who proceedeth from the Father and the Son; who with the Father and the Son together is worshiped and glorified; who spake by the Prophets. And I believe in one holy catholic and apostolic Church. I acknowledge one Baptism for the remission of sins; and I look for the resurrection of the dead, and the life of the world to come. Amen.

Nicene Creed

Hymn of the week

In you is gladness amid all sadness, Jesus, sunshine of my heart.
By you are given the gifts of heaven, you the true Redeemer are.
Our souls are waking, our bonds are breaking; who trusts you surely has built securely and stands forever. Alleluia!
Our hearts are pining to see your shining, dying or living to you are clinging now and forever. Alleluia!

If he is ours, we fear no powers, not of earth or sin or death.
He sees and blesses in worst distresses; he can change them with a breath.
Wherefore the story tell of his glory with heart and voices; all heav’n rejoices
in him forever. Alleluia!
We shout for gladness, win over sadness, love him and praise him and still shall raise him glad hymns forever. Alleluia!

Johann Lindemann 1549-1631 tr. Catherine Winkworth 1827-1878 (LSB 818)

Lesson for today´s sermon

Therefore, strengthen your listless hands and your weak knees, 13 and make straight paths for your feet, so that what is lame may not be put out of joint but be healed.14 Pursue peace with everyone, and holiness, for without it no one will see the Lord. 15 See to it that no one comes short of the grace of God, that no one be like a bitter root springing up and causing trouble, and through it many become defiled. 16 And see to it that no one becomes an immoral or godless person like Esau, who sold his own birthright for a single meal. 17 For you know that later when he wanted to inherit the blessing, he was rejected, for he found no opportunity for repentance, although he sought the blessing with tears. 18 For you have not come to something that can be touched, to a burning fire and darkness and gloom and a whirlwind 19 and the blast of a trumpet and a voice uttering words such that those who heard begged to hear no more. 20 For they could not bear what was commanded: “If even an animal touches the mountain, it must be stoned.” 21 In fact, the scene was so terrifying that Moses said, “I shudder with fear.” 22 But you have come to Mount Zion, the city of the living God, the heavenly Jerusalem, and to myriads of angels, to the assembly 23 and congregation of the firstborn, who are enrolled in heaven, and to God, the judge of all, and to the spirits of the righteous, who have been made perfect, 24 and to Jesus, the mediator of a new covenant, and to the sprinkled blood that speaks of something better than Abel’s does.25 Take care not to refuse the one who is speaking!

Hebrews 12,12-18 (19-21) 22-25a

Prayer of the church

Let us pray for the whole Church of God in Christ Jesus and for all people according to their needs.

Lord, You manifested Your glory in the sign at Cana. As You restored creation through the shedding of Christ’s blood, pour out Your grace in abundance. Give us joy and gladness in the revelation of Your truth in the person of Your Son. Lord, in Your mercy, hear our prayer.

Raise, O Lord, the fallen churches of our fellowship. Repair the breaches thereof. Rebuild a firm faith and a holy resolve. Cause Your Holy Word to flourish, and bring forth fruit according to Your good and gracious will. Lord, in Your mercy, hear our prayer.

Heavenly Father, lead all pastors and church leaders to imitate the servants at Cana and do as Christ instructs. Give them boldness to preach the Law and the Gospel rightly, and graciously provide for all their earthly needs. Lord, in Your mercy, hear our prayer.

Lord God, You have forged the human family in a wonderful pattern and blessed the sacred vocations of husband and wife. Inspire us to stand out in this world, faithful to this biblical institution, and so show forth the glory of Christ and His Church. Lord, in Your mercy, hear our prayer.

Lord Almighty, You promise that Your meek ones will inherit the earth and not the wicked who seem to possess it now. Turn the rulers of this world toward the obedience of faith. Draw all nations under the cover of Your Church, that they may receive the abundance of the fruits of salvation. Lord, in Your mercy, hear our prayer.

Heavenly Father, remember those in need [especially _____________]. Be the Father of the lonely and forsaken, the Helper of the sick and needy, and the Comforter of the distressed and sorrowful. Lord, in Your mercy, hear our prayer.

Merciful Lord, grant Your Holy Spirit to those who approach the altar this day, that they would receive the Holy Sacrament of Christ’s very body and blood in faithful repentance and to their abundant blessing. Lord, in Your mercy, hear our prayer.

Lord God, heavenly Father, we thank You that of Your grace You have instituted holy matrimony, in which You keep us from unchastity and other offenses. We implore You, send Your blessing on every husband and wife. Do not let them provoke one another to anger and strife, but let them live peaceably together in love and godliness. Strengthen them with Your gracious help in all temptations, and help them to rear their children in accordance with Your will. Grant us all to walk before You in purity and holiness, putting our trust in You and leading such lives on earth that, in the world to come, we may have everlasting life; through Jesus Christ, Your Son, our Lord, who lives and reigns with You and the Holy Spirit, one God, now and forever. Amen.

Prayers of the church (LCMS)

If you are called to preach this week- month- and yearend, may the triune God give you joy and strength, wisdom, knowledge and insight, that You preach His holy will faithfully and His gracious promises invitingly! His most precious Gospel is “the power of God to save all who believe.” (Rom 1:16)

+ Dominum vobiscum +

The Lord bless Thee, and keep Thee;

The Lord make His face shine upon Thee, and be gracious unto Thee;

The Lord lift up His countenance upon Thee + give Thee peace.

Numbers 6,24-27
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Dr. Martin Luther predigt über die Hochzeit zu Kana

Die Hochzeit zu Kana (Unter den Linden, Colmar)

Dr. Martin Luthers Predigt zum 2.Sonntag nach Epiphanias (Obersttag) in seiner Hauspostille (WA 52 (S.110-116): Johannes 2,1-11.

Und hier zum Zuhören:

The English translation of Dr. Martin Luther´s sermon held on the 2nd Sunday after Epiphany and on the holy Gospel of St. John 2,1-11 taken from “A year in the gospels with Martin Luther” Vol. 1 (CPH, St.Louis: 2018) Pg.302-312:

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Aus Melanchthons Vorrede zur Apologie (2)

Philipp Melanchthon (1497-1560) 1543 by Cranach, Lucas, the Elder (1472-1553) Galleria degli Uffizi, Florence.

Denn es konnen die widdersacher selbs nicht vorneinen, noch leugnen, das viele und die hoesten, nöttigsten Artikel der Christlichen lere, ohne welche die Christliche kirch sampt der gantzen Christlichen lere und namen würden vergessen und untergehen, durch die unsern widder an tag bracht sein.

Denn mit was zenckischen, vergeblichen, unnützen, kindischen leren viel nöttige stücke vor wenig jaren bey Mönchen, Theologen, Canonisten und Sophisten untergedrücket gewesen, wil ich hie diesmal nicht erzelen, es sol noch wol komen.

Wir haben – Gottlob! – zeugnis von vielen, hohen, ehrlichen, redlichen, Gottforchtigen leuten, welche Gott von herzen dancken vor die unaussprechlichen gaben und gnaden, das sie in den allernöttigsten stücken der gantzen schrifft von uns viel klerer, gewisser, eigentlicher, richtiger lere und trost der gewissen haben, denn inn allen büchern der widdersacher imer funden ist.

Darümb wollen wir, so die erkante, helle warheit jhe mit füssen getretten wird, diese sache hie Christo und Gott im himel befehlen, der der waisen vater und witwen und aller verlassen richter ist; der wird – das wissen wir jhe vorwar – diese sache urteilen und recht richten.

Und du, Herre Jhesu Christ, dein heiliges Evangelium, dein sache ist es, wollest ansehen so manch betrübt hertz und gewissen und dein Kirchen und heufflin, die vom Teuffel, angst und not leiden, erhalten und stercken deine warheit.

Mache zuschanden alle heucheley und lügen und gib also fride und einigkeit, das dein ehre fürgehe und dein reich wider alle porten der helle krefftig ohne unterlas wachse und zunehme.

Die Bekenntnisschriften der Evangelisch-Lutherischen Kirche hg.v Dingel u.a. i.A. der EKD (V&R: 2014. S.242)
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Ermuntere Dich, mein schwacher Geist

Ermuntre Dich, mein schwacher Geist, und trage groß Verlangen,
Ein kleines Kind, das Vater heißt, mit Freuden zu empfangen.
Dies ist die Nacht, darin es kam und menschlich Wesen an sich nahm,
Dadurch die Welt mit Treuen als seine Braut zu freien.

Willkommen süßer Bräutigam, Du König aller Ehren!
Willkommen Jesu, Gottes Lamm!, ich will dein Lob vermehren;
Ich will dir all mein Leben lang von Herzen sagen Preis und Dank,
Daß du, da wir verloren, für uns bist Mensch geboren.

O Freudenzeit, o Wundernacht, dergleichen nie gefunden,
Du hast den Heiland hergebracht der alles überwunden;
Du hast gebracht den starken Mann, der Feur und Wolken zwingen kann,
Vor dem die Wolken zittern und alle Berg erschüttern.

Brich an, Du schönes Morgenlicht, und laß den Himmel tagen!
Du Hirtenvolk, erschrecke nicht, weil Dir die Engel sagen,
Daß dieses schwache Knäbelein soll unser Trost und Freude sein,
Dazu den Satan zwingen und letztlich Frieden bringen.

O liebes Kind, o süßer Knab, holdselig von Gebärden,
Mein Bruder, den ich lieber hab als alle Schätz auf Erden,
Komm, Schönster, in mein Herz hinein, komm eilend, laß die Krippe sein,
Komm, komm, ich will bei Zeiten Dein Lager Dir bereiten.

Lob, Preis und Dank, Herr Jesu Christ, sei Dir von mir gesungen,
Daß Du mein Bruder worden bist und hast die Welt bezwungen:
Hilf, daß ich Deine Gütigkeit stets preis in dieser Gnadenzeit,
Und mög hernach dort oben in Ewigkeit Dich loben.

Johann Rist 1641 (LKG 99)

Sonnabend nach dem 1. Sonntag nach Epiphanias

Wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des eingeborenen Sohnes vom Vater, voller Gnade und Wahrheit.

Johannes 1,14

Fortlaufende Lese

Und er ging abermals in die Synagoge. Und es war da ein Mensch, der hatte eine verdorrte Hand. 2 Und sie gaben acht, ob er ihn am Sabbat heilen würde, damit sie ihn verklagen könnten. 3 Und er sprach zu dem Menschen mit der verdorrten Hand: Steh auf und tritt in die Mitte! 4 Und er sprach zu ihnen: Was ist am Sabbat erlaubt: Gutes tun oder Böses tun, Leben retten oder töten? Sie aber schwiegen still. 5 Und er sah sie ringsum an mit Zorn, betrübt über ihr erstarrtes Herz, und sprach zu dem Menschen: Strecke deine Hand aus! Und er streckte sie aus; und seine Hand wurde wieder gesund. 6 Und die Pharisäer gingen hinaus und hielten alsbald Rat über ihn mit den Anhängern des Herodes, dass sie ihn umbrächten.

Markus 3,1-6

Tageslese

Da antwortete Jesus und sprach zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Der Sohn kann nichts von sich aus tun, sondern nur, was er den Vater tun sieht; denn was dieser tut, das tut in gleicher Weise auch der Sohn. 20 Denn der Vater hat den Sohn lieb und zeigt ihm alles, was er tut, und wird ihm noch größere Werke zeigen, sodass ihr euch verwundern werdet. 21 Denn wie der Vater die Toten auferweckt und macht sie lebendig, so macht auch der Sohn lebendig, welche er will. 22 Denn der Vater richtet niemand, sondern hat alles Gericht dem Sohn übergeben, 23 damit alle den Sohn ehren, wie sie den Vater ehren. Wer den Sohn nicht ehrt, der ehrt den Vater nicht, der ihn gesandt hat. 24 Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer mein Wort hört und glaubt dem, der mich gesandt hat, der hat das ewige Leben und kommt nicht in das Gericht, sondern er ist vom Tode zum Leben hindurchgedrungen.

Johannes 5,19-24

Gebet am Sonnabend

Herr Gott, himmlischer Vater, wiederum geht eine Woche zu Ende. Wir bitten Dich mit allen Sündern: Siehe nicht an, Herr, unsere Schuld. Wir bitten Dich, vergib, daß wir auch in dieser Woche wieder gesündigt haben mit Gedanken, Worten und Werken, mit innerlicher Blindheit, Unglauben, Zweifel, Kleinmütigkeit, Ungeduld, Hoffart, bösen Lüsten, Geiz, heimlichem Neid, Haß, Mißgunst und anderen Sünden.

Wir bitten Dich, erlöse uns durch Deine Barmherzigkeit. Wir wissen, daß eine einzige Sünde unsere Gemeinschaft mit Dir auf ewig zerstört. Wir wissen, daß wir Deinen Zorn auf ewig verdient haben. Wir wissen, wir sind es nicht wert, Deine Kinder zu heißen; doch wir hoffen auf Deine Gnade, o Gott. Wir bitten Dich, daß Du uns vergeben mögest um Jesu Christi, Deines lieben Sohnes, willen. Durch ihn schenke uns Kraft, unsere Sünde zu hassen, auf daß wir ein Dir wohlgefälliges Leben führen in wahrer Demut und in der Erkenntnis Deines heiligen Willens. O Herr, lehre uns bedenken, daß wir sterben müssen, auf daß wir klug werden. Amen.

Zuletzt bitte ich Dich, himmlischer Vater, daß Du mir und allen Christen den morgigen Sonntag zu einem Segen gereichen lassen wollest! Wecke in uns allen den Hunger nach Deinem Wort und Sakrament und laß uns hier auf Erden mit bereitetem Herzen in der Gemeinschaft Deiner Heiligen teilhaben an der ewigen Liturgie, die vor dem Throne des Lammes von allen Engeln und Auserwählten gesungen wird.

Erhöre unser Gebet um eben des Lammes, um Deines lieben Sohnes Jesu Christi willen. Amen

Lutherisches Kirchengesangbuch (Lutheraner Verlag, Uelzen: 1956. Anhang: S.148)

Kollekte

Allmächtiger, ewiger Gott, Du hast Dich durch unsern Herrn Jesus Christus, Deinen Sohn, verherrlicht von seiner Jugend an. Wir bitten Dich, schenke uns Deinen Geist, daß auch wir als Deine Kinder wandeln vor Deinem Angesicht und Früchte der Gerechtigkeit bringen, durch unsern Herrn Jesus Christus, der mit Dir und dem Heiligen Geist lebt und regiert in Ewigkeit. Amen.

Orate fratres S. 118

Es segne und behüte Euch Gott, der allmächtige und barmherzige, der Vater, Sohn + Heiliger Geist 
Friede sei mit Euch + 
AmenAmen

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Aus Melanchthons Vorrede zur Apologie

Philipp Melanchthon von Albrecht Dürer 1526

Ich hab aber nicht alle zenckische, mutwillige rencke der widdersacher gehandelt, Denn do weren unzeheliche bücher von zu schreiben; ihre besten, höhesten gründe habe ich gefasset, das bey hohen und nidder stenden, bey den jtzigen und unsern nachkomen, bey allen eingeborenen Deutschen, auch sonst aller welt, allen frembden Nationen ein klar zeugnis vor augen sey und ewig stehen bleib, Das wir rein, Göttlich, recht von dem Evangelio Christi geleret haben.

Wir haben warlich nicht lust odder freud an uneinigkeit. Auch sind wir nicht so gar stock- odder steinhart, das wir unser fahr nicht bedencken. Denn wir sehen und mercken, wie die widdersacher inn dieser sache uns so mit grosser gifft und bitterkeit suchen und bis hierher gesucht haben, an leib, leben und alles, was wir haben.

Aber wir wissen die öffentlichen, Göttlichen warheit, ohne wilche die kirche Christi nicht kan sein odder bleiben, und das ewig, heilig wort des Evangelii nicht zu verleugnene odder zu verwerffen.

Derhalben, so wir umb des Herrn Christi und umb dieser allerhöchsten, wichtigesten sachen willen, an wilcher der gantz heilige Christliche glaub, die gantze Christliche kirche gelegen ist, noch grossern widderstand, fahr odder verfolgung warten odder ausstehen sollen, wollen wir inn so gantz Göttlichger, rechter sachen gern leiden und vertrosten uns des gentzlich, sinds auch gewis, das der heiligen, Göttlichen maiestat im himel und unserm lieben Heiland Jhesu Christo dieses wolgefellet, und nach dieser zeit werden leut sein und unser nachkomen, die gar viel anders und mit mehr trauen von diesen sachen urteilen werden.

Die Bekenntnisschriften der Evangelisch-Lutherischen Kirche hg.v Dingel u.a. i.A. der EKD (V&R: 2014. S.240f
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Lobt Gott, Ihr Christen alle gleich

St. Marien und Alte Lateinschule

Lobt Gott, Ihr Christen alle gleich, in seinem höchsten Thron, der heut schließt auf sein Himmelreich und schenkt uns seinen Sohn, und schenkt uns seinen Sohn.

Er kommt aus seines Vaters Schoß und wird ein Kindlein klein, er liegt dort elend, nackt und bloß in einem Krippelein, in einem Krippelein.

Er äußert sich all seiner G’walt, wird niedrig und gering und nimmt an eines Knechts Gestalt, der Schöpfer aller Ding, der Schöpfer aller Ding.

Er liegt an seiner Mutter Brust, ihr Milch die ist sein Speis, an dem die Engel sehn ihr Lust, denn er ist Davids Reis, denn er ist Davids Reis,

das aus seim Stamm entsprießen sollt in dieser letzten Zeit, durch welchen Gott aufrichten wollt sein Reich, die Christenheit, sein Reich, die Christenheit.

Nikolaus Hermann 1560 (LKG 94,1-5)

Freitag nach dem 1. Sonntag nach Epiphanias

Wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des eingeborenen Sohnes vom Vater, voller Gnade und Wahrheit.

Johannes 1,14

Fortlaufende Lese

Und es begab sich, dass er am Sabbat durch die Kornfelder ging, und seine Jünger fingen an, während sie gingen, Ähren auszuraufen. 24 Und die Pharisäer sprachen zu ihm: Sieh doch! Warum tun deine Jünger am Sabbat, was nicht erlaubt ist? 25 Und er sprach zu ihnen: Habt ihr nie gelesen, was David tat, da er Mangel hatte und ihn hungerte, ihn und die bei ihm waren: 26 wie er ging in das Haus Gottes zur Zeit des Hohenpriesters Abjatar und aß die Schaubrote, die niemand essen darf als die Priester, und gab sie auch denen, die bei ihm waren? 27 Und er sprach zu ihnen: Der Sabbat ist um des Menschen willen gemacht und nicht der Mensch um des Sabbats willen. 28 So ist der Menschensohn Herr auch über den Sabbat.

Markus 2,23-28

Tageslese

Da nun Jesus hörte, dass Johannes gefangen gesetzt worden war, zog er sich nach Galiläa zurück. 13 Und er verließ Nazareth, kam und wohnte in Kapernaum, das am Galiläischen Meer liegt im Gebiet von Sebulon und Naftali, 14 auf dass erfüllt würde, was gesagt ist durch den Propheten Jesaja, der da spricht: 15 »Das Land Sebulon und das Land Naftali, das Land am Meer, das Land jenseits des Jordans, das Galiläa der Heiden, 16 das Volk, das in Finsternis saß, hat ein großes Licht gesehen; und denen, die saßen im Land und Schatten des Todes, ist ein Licht aufgegangen.« 17 Seit der Zeit fing Jesus an zu predigen und zu sagen: Tut Buße, denn das Himmelreich ist nahe herbeigekommen!

Matthäus 4,12-17

Kollekte

Allmächtiger, ewiger Gott, Du hast Dich durch unsern Herrn Jesus Christus, Deinen Sohn, verherrlicht von seiner Jugend an. Wir bitten Dich, schenke uns Deinen Geist, daß auch wir als Deine Kinder wandeln vor Deinem Angesicht und Früchte der Gerechtigkeit bringen, durch unsern Herrn Jesus Christus, der mit Dir und dem Heiligen Geist lebt und regiert in Ewigkeit. Amen.

Orate fratres S. 118

Es segne und behüte Euch Gott, der allmächtige und barmherzige, der Vater, Sohn + Heiliger Geist 
Friede sei mit Euch + 
AmenAmen

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