Der Du, Herr Jesu, Ruh und Rast in Deinem Grab gehalten hast…

Codex Egberti – Kreuzabnahme und Grablegung (um 980)

Der Du, Herr Jesu, Ruh und Rast in Deinem Grab gehalten hast,
gib, daß wir in Dir ruhen all, und unser Leben Dir gefall.

Verleih, o Herr, uns Stärk und Mut, die Du erkauft mit Deinem Blut,
und führ uns in des Himmels Licht zu Deines Vaters Angesicht.

Wir danken Dir, o Gottes Lamm, getötet an des Kreuzes Stamm;
laß ja uns Sündern Deine Pein ein Eingang in das Leben sein.

Nach dem Qui iacuisti mortuus des Bonaventura (13. Jhd) von Georg Werner 1647

Karsamstag

Das Lamm, das erwürget ist, ist würdig zu nehmen Kraft und Reichtum und Weisheit und Stärke und Ehre und Preis und Lob.

Offenbarung 5,12

Kollekte

O Herr, verleihe uns, die wir in den Tod Deines Sohnes getauft sind, daß wir unsere Lüste und Begierden töten und durch Kraft und Todespforten zur fröhlichen Auferstehung kommen. Durch denselben unseren Herrn Jesum Christum, Deinen Sohn, der mit Dir und dem Heiligen Geiste, ein wahrer Gott, lebet und regieret von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

Lutherisches Kirchengesangbuch, S.192

Introitus

Gott, sei mir gnädig nach deiner Güte, und tilge meine Sünden nach deiner großen Barmherzigkeit. 4 Wasche mich rein von meiner Missetat, und reinige mich von meiner Sünde; 5 denn ich erkenne meine Missetat, und meine Sünde ist immer vor mir. 6 An dir allein habe ich gesündigt und übel vor dir getan, auf dass du recht behaltest in deinen Worten und rein dastehst, wenn du richtest. 7 Siehe, in Schuld bin ich geboren, und meine Mutter hat mich in Sünde empfangen. 8 Siehe, du liebst Wahrheit, die im Verborgenen liegt, und im Geheimen tust du mir Weisheit kund. 9 Entsündige mich mit Ysop, dass ich rein werde; wasche mich, dass ich weißer werde als Schnee. 10 Lass mich hören Freude und Wonne, dass die Gebeine fröhlich werden, die du zerschlagen hast. 11 Verbirg dein Antlitz vor meinen Sünden, und tilge alle meine Missetat. 12 Schaffe in mir, Gott, ein reines Herz und gib mir einen neuen, beständigen Geist. 13 Verwirf mich nicht von deinem Angesicht, und nimm deinen heiligen Geist nicht von mir. 14 Erfreue mich wieder mit deiner Hilfe, und mit einem willigen Geist rüste mich aus. 15 Ich will die Übertreter deine Wege lehren, dass sich die Sünder zu dir bekehren. 16 Errette mich von Blutschuld, / Gott, der du mein Gott und Heiland bist, dass meine Zunge deine Gerechtigkeit rühme. 17 Herr, tue meine Lippen auf, dass mein Mund deinen Ruhm verkündige. 18 Denn Schlachtopfer willst du nicht, / ich wollte sie dir sonst geben, und Brandopfer gefallen dir nicht. 19 Die Opfer, die Gott gefallen, sind ein geängsteter Geist, ein geängstetes, zerschlagenes Herz wirst du, Gott, nicht verachten. 20 Tue wohl an Zion nach deiner Gnade, baue die Mauern zu Jerusalem. 21 Dann werden dir gefallen rechte Opfer, / Brandopfer und Ganzopfer; dann wird man Stiere auf deinem Altar opfern. 

Psalm 51

Fortlaufende Lese

Und als es schon Abend wurde und weil Rüsttag war, das ist der Tag vor dem Sabbat,  43 kam Josef von Arimathäa, ein angesehener Ratsherr, der auch auf das Reich Gottes wartete; der wagte es und ging hinein zu Pilatus und bat um den Leichnam Jesu.  44 Pilatus aber wunderte sich, dass er schon tot war, und rief den Hauptmann und fragte ihn, ob er schon länger gestorben wäre.  45 Und als er’s erkundet hatte von dem Hauptmann, überließ er Josef den Leichnam.  46 Und der kaufte ein Leinentuch und nahm ihn ab vom Kreuz und wickelte ihn in das Tuch und legte ihn in ein Grab, das war in einen Felsen gehauen, und wälzte einen Stein vor des Grabes Tür.  47 Aber Maria Magdalena und Maria, die Mutter des Joses, sahen, wo er hingelegt war. 

Markus 15,42-47

Tageslese

Denn in ihm wohnt die ganze Fülle der Gottheit leibhaftig, 10 und ihr seid erfüllt durch ihn, der das Haupt aller Mächte und Gewalten ist. 11 In ihm seid ihr auch beschnitten worden mit einer Beschneidung, die nicht mit Händen geschieht, durch Ablegen des sterblichen Leibes, in der Beschneidung durch Christus. 12 Mit ihm seid ihr begraben worden in der Taufe; mit ihm seid ihr auch auferweckt durch den Glauben aus der Kraft Gottes, der ihn auferweckt hat von den Toten. 13 Und Gott hat euch mit ihm lebendig gemacht, die ihr tot wart in den Sünden und in der Unbeschnittenheit eures Fleisches, und hat uns vergeben alle Sünden. 14 Er hat den Schuldbrief getilgt, der mit seinen Forderungen gegen uns war, und hat ihn aufgehoben und an das Kreuz geheftet. 15 Er hat die Mächte und Gewalten ihrer Macht entkleidet und sie öffentlich zur Schau gestellt und über sie triumphiert in Christus. 

Kolosser 2,9-15

So ruhest Du, o meine Ruh, in Deiner Grabeshöhle,
und erweckst durch Deinen Tod meine tote Seele.

Man senkt Dich ein nach vieler Pein, Du meines Lebens Leben.
Dich hat jetzt ein Felsengrab, Fels des Heils, umgeben.

O Lebensfürst, ich weiß, Du wirst mich wider auferwecken.
Sollte denn mein gläubig Herz vor der Gruft erschrecken?

Sie wird mir sein ein Kämmerlein, da ich auf Rosen liege,
weil ich nun durch Deinen Tod Tod und Grab besiege.

Gar nichts verdirbt, der Leib nur stirbt, doch wird er auferstehen
und in ganz verklärter Zier aus dem Grabe gehen.

Indeß will ich, o Jesu, Dich in meine Seele senken
und an Deinen bittern Tod bis in Tod gedenken.

Salomo Franck 1685
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Ich grüße Dich am Kreuzesstamm

Wyczółkowski Leon, Krucyfiks wawelski, 1896

Ich grüße Dich am Kreuzesstamm, Du hochgelobtes Gotteslamm, mit andachtsvollem Herzen. Hier hängst Du zwar in lauter Not und bist gehorsam bis zum Tod, vergehst in tausend Schmerzen; doch sieht mein Glaube wohl an Dir, dass Gottes Majestät und Zier in diesem Leibe wohne und dass Du hier so würdig seist, dass man Dich Herr und König heißt, als auf dem Ehrenthrone.

Ich folge Dir durch Tod und Leid, o Herzog meiner Seligkeit, nichts soll mich von Dir trennen. Du gehst den engen Weg voran; Dein Kreuzestod macht offne Bahn den Seelen, die Dich kennen. Ach Jesu, Deine höchste Treu macht, dass mir nichts unmöglich sei, da Du für mich gestorben; ich scheue nicht den bittern Tod und bin gewiss in aller Not: »Wer glaubt, ist unverdorben.«

Valentin Ernst Löscher 1722 (LKG 149)

Karfreitag

Das Lamm, das erwürget ist, ist würdig zu nehmen Kraft und Reichtum und Weisheit und Stärke und Ehre und Preis und Lob.

Offenbarung 5,12

Kollekte

Allmächtiger Vater, ewiger Gott, der Du von Anbeginn der Welt beschlossen hast, das menschliche Geschlecht zu erlösen, und Deinen Ratschluß in der Hingabe Deines Sohnes vollendet hast; wir bitten Dich, laß uns die Tat Deiner ewigen Liebe erkennen, auf daß wir, mit Dir versöhnt, des ewigen Lebens teilhaftig werden. Durch Jesus Christus, Deinen Sohn unseren Herrn – jetzt und in Ewigkeit. Amen.

Orate fratres S. 130

Introitus

Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen? Ich schreie, aber meine Hilfe ist ferne. 3 Mein Gott, des Tages rufe ich, doch antwortest du nicht, und des Nachts, doch finde ich keine Ruhe. 4 Aber du bist heilig, der du thronst über den Lobgesängen Israels. 5 Unsere Väter hofften auf dich; und da sie hofften, halfst du ihnen heraus. 6 Zu dir schrien sie und wurden errettet, sie hofften auf dich und wurden nicht zuschanden. 7 Ich aber bin ein Wurm und kein Mensch, ein Spott der Leute und verachtet vom Volk. 8 Alle, die mich sehen, verspotten mich, sperren das Maul auf und schütteln den Kopf: 9 »Er klage es dem HERRN, der helfe ihm heraus und rette ihn, hat er Gefallen an ihm.« 10 Du hast mich aus meiner Mutter Leibe gezogen; du ließest mich geborgen sein an der Brust meiner Mutter. 11 Auf dich bin ich geworfen von Mutterleib an, du bist mein Gott von meiner Mutter Schoß an. 12 Sei nicht ferne von mir, denn Angst ist nahe; denn es ist hier kein Helfer. 13 Gewaltige Stiere haben mich umgeben, mächtige Büffel haben mich umringt. 14 Ihren Rachen sperren sie gegen mich auf wie ein brüllender und reißender Löwe. 15 Ich bin ausgeschüttet wie Wasser, / alle meine Gebeine haben sich zertrennt; mein Herz ist in meinem Leibe wie zerschmolzenes Wachs. 16 Meine Kräfte sind vertrocknet wie eine Scherbe, / und meine Zunge klebt mir am Gaumen, und du legst mich in des Todes Staub. 17 Denn Hunde haben mich umgeben, / und der Bösen Rotte hat mich umringt; sie haben meine Hände und Füße durchgraben. 18 Ich kann alle meine Gebeine zählen; sie aber schauen zu und weiden sich an mir. 19 Sie teilen meine Kleider unter sich und werfen das Los um mein Gewand. 20 Aber du, HERR, sei nicht ferne; meine Stärke, eile, mir zu helfen! 21 Errette mein Leben vom Schwert, mein einziges Gut von den Hunden! 22 Hilf mir aus dem Rachen des Löwen / und vor den Hörnern der wilden Stiere – du hast mich erhört![1] 23 Ich will deinen Namen kundtun meinen Brüdern, ich will dich in der Gemeinde rühmen: 24 Rühmet den HERRN, die ihr ihn fürchtet; ehrt ihn, all ihr Nachkommen Jakobs, und scheut euch vor ihm, all ihr Nachkommen Israels! 25 Denn er hat nicht verachtet noch verschmäht das Elend des Armen und sein Antlitz vor ihm nicht verborgen; und da er zu ihm schrie, hörte er’s. 26 Dich will ich preisen in der großen Gemeinde, ich will mein Gelübde erfüllen vor denen, die ihn fürchten. 27 Die Elenden sollen essen, dass sie satt werden; / und die nach dem HERRN fragen, werden ihn preisen; euer Herz soll ewiglich leben. 28 Es werden gedenken und sich zum HERRN bekehren aller Welt Enden und vor ihm anbeten alle Geschlechter der Völker. 29 Denn des HERRN ist das Reich, und er herrscht unter den Völkern. 30 Ihn allein werden anbeten alle Großen auf Erden; vor ihm werden die Knie beugen alle, / die zum Staube hinabfuhren und ihr Leben nicht konnten erhalten. 31 Er wird Nachkommen haben, die ihm dienen; vom Herrn wird man verkündigen Kind und Kindeskind. 32 Sie werden kommen und seine Gerechtigkeit predigen dem Volk, das geboren wird. Denn er hat’s getan. 

Psalm 22

Alttestamentliche Lesung

Siehe, meinem Knecht wird’s gelingen, er wird erhöht und sehr hoch erhaben sein. 14 Wie sich viele über ihn entsetzten – so entstellt sah er aus, nicht mehr wie ein Mensch und seine Gestalt nicht wie die der Menschenkinder –, 15 so wird er viele Völker in Staunen versetzen, dass auch Könige ihren Mund vor ihm zuhalten. Denn was ihnen nie erzählt wurde, das werden sie nun sehen, und was sie nie gehört haben, nun erfahren. 

Aber wer glaubt dem, was uns verkündet wurde, und an wem ist der Arm des HERRN offenbart? 2 Er schoss auf vor ihm wie ein Reis und wie eine Wurzel aus dürrem Erdreich. Er hatte keine Gestalt und Hoheit. Wir sahen ihn, aber da war keine Gestalt, die uns gefallen hätte. 3 Er war der Allerverachtetste und Unwerteste, voller Schmerzen und Krankheit. Er war so verachtet, dass man das Angesicht vor ihm verbarg; darum haben wir ihn für nichts geachtet. 4 Fürwahr, er trug unsre Krankheit und lud auf sich unsre Schmerzen. Wir aber hielten ihn für den, der geplagt und von Gott geschlagen und gemartert wäre. 5 Aber er ist um unsrer Missetat willen verwundet und um unsrer Sünde willen zerschlagen. Die Strafe liegt auf ihm, auf dass wir Frieden hätten, und durch seine Wunden sind wir geheilt. 6 Wir gingen alle in die Irre wie Schafe, ein jeder sah auf seinen Weg. Aber der HERR warf unser aller Sünde auf ihn. 7 Als er gemartert ward, litt er doch willig und tat seinen Mund nicht auf wie ein Lamm, das zur Schlachtbank geführt wird; und wie ein Schaf, das verstummt vor seinem Scherer, tat er seinen Mund nicht auf. 8 Er ist aus Angst und Gericht hinweggenommen. Wen aber kümmert sein Geschick? Denn er ist aus dem Lande der Lebendigen weggerissen, da er für die Missetat seines Volks geplagt war. 9 Und man gab ihm sein Grab bei Gottlosen und bei Übeltätern[1], als er gestorben war, wiewohl er niemand Unrecht getan hat und kein Betrug in seinem Munde gewesen ist. 10 Aber der HERR wollte ihn also zerschlagen mit Krankheit. Wenn er sein Leben zum Schuldopfer gegeben hat, wird er Nachkommen haben und lange leben, und des HERRN Plan wird durch ihn gelingen. 11 Weil seine Seele sich abgemüht hat, wird er das Licht schauen und die Fülle haben. Durch seine Erkenntnis wird er, mein Knecht, der Gerechte, den Vielen Gerechtigkeit schaffen; denn er trägt ihre Sünden. 12 Darum will ich ihm die Vielen zur Beute geben und er soll die Starken zum Raube haben dafür, dass er sein Leben in den Tod gegeben hat und den Übeltätern gleichgerechnet ist und er die Sünde der Vielen getragen hat und für die Übeltäter gebeten. 

Jesaja 52,13-53,13

Das heilige Evangelium

Da überantwortete er ihnen Jesus, dass er gekreuzigt würde. Sie nahmen ihn aber, 17 und er trug selber das Kreuz und ging hinaus zur Stätte, die da heißt Schädelstätte, auf Hebräisch Golgatha. 18 Dort kreuzigten sie ihn und mit ihm zwei andere zu beiden Seiten, Jesus aber in der Mitte. 19 Pilatus aber schrieb eine Aufschrift und setzte sie auf das Kreuz; und es war geschrieben: Jesus von Nazareth, der Juden König. 20 Diese Aufschrift lasen viele Juden, denn die Stätte, wo Jesus gekreuzigt wurde, war nahe bei der Stadt. Und es war geschrieben in hebräischer, lateinischer und griechischer Sprache. 21 Da sprachen die Hohenpriester der Juden zu Pilatus: Schreibe nicht: Der Juden König, sondern dass er gesagt hat: Ich bin der Juden König. 22 Pilatus antwortete: Was ich geschrieben habe, das habe ich geschrieben. 23 Die Soldaten aber, da sie Jesus gekreuzigt hatten, nahmen seine Kleider und machten vier Teile, für jeden Soldaten einen Teil, dazu auch den Rock. Der aber war ungenäht, von oben an gewebt in einem Stück. 24 Da sprachen sie untereinander: Lasst uns den nicht zerteilen, sondern darum losen, wem er gehören soll. So sollte die Schrift erfüllt werden, die sagt: »Sie haben meine Kleider unter sich geteilt und haben über mein Gewand das Los geworfen.« Das taten die Soldaten. 25 Es standen aber bei dem Kreuz Jesu seine Mutter und seiner Mutter Schwester, Maria, die Frau des Klopas, und Maria Magdalena. 26 Als nun Jesus seine Mutter sah und bei ihr den Jünger, den er lieb hatte, spricht er zu seiner Mutter: Frau, siehe, das ist dein Sohn! 27 Danach spricht er zu dem Jünger: Siehe, das ist deine Mutter! Und von der Stunde an nahm sie der Jünger zu sich. 28 Danach, als Jesus wusste, dass schon alles vollbracht war, spricht er, damit die Schrift erfüllt würde: Mich dürstet. 29 Da stand ein Gefäß voll Essig. Sie aber füllten einen Schwamm mit Essig und legten ihn um einen Ysop und hielten ihm den an den Mund. 30 Da nun Jesus den Essig genommen hatte, sprach er: Es ist vollbracht. Und neigte das Haupt und verschied

Johannes 19,16-30

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Jesus Christus, unser Heiland, der von uns den Gotteszorn wandt (LKG 35)

Das letzte Abendmahl (Fritz von Uhde, 1886: Stuttgarter Staatsgalerie)

Jesus Christus unser Heiland, der von uns den Gotteszorn wandt,
Durch das bitter Leiden sein half er uns aus der Höllen Pein.

Daß wir nimmer des vergessen, gab er uns sein´ Leib zu essen,
Verborgen im Brod so klein, und zu trinken sein Blut im Wein.

Wer sich will zu dem Tisch machen, der hab wohl acht auf sein Sachen,
Wer unwürdig hinzu geht, für das Leben den Tod empfäht.

Du sollt Gott den Vater preisen, daß er Dich so wohl wollt speisen,
Und für Deine Missetat in den Tod sein´ Sohn geben hat.

Du sollt glauben und nicht wanken, daß´s ein Speise sei den Kranken,
Den’ ihr Herz von Sünden schwer, und vor Angst ist betrübet sehr.

Solch groß Gnad und Barmherzigkeit sucht ein Herz in großer Arbeit.
Ist Dir wohl, so bleib davon, daß du nicht kriegst bösen Lohn.

Er spricht selber: “Kommt Ihr Armen, laßt mich über Euch erbarmen;
Kein Arzt ist dem Starken not, sein Kunst wird an ihm gar ein Spott.

Hättst Du Dir was konnt erwerben, was dürft ich denn für Dich sterben?
Dieser Tisch auch Dir nicht gilt, so Du selber Dir helfen willt.”

Glaubest Du das von Herzengrunde und bekennest mit dem Munde,
So bist Du recht wohl geschickt, und die Speise Dein Seel erquickt.

Die Frucht soll auch nicht ausbleiben, Deinen Nächsten sollst Du lieben,
Daß er Dein genießen kann, wie Dein Gott an Dir hat getan.

Dr. Martin Luther 1524 (“Das Lied S. Johannis Hus gebessert”) LKG 35

Gründonnerstag

Er hat ein Gedächtnis gestiftet seiner Wunder, der gnädige und barmherzige Herr.

Psalm 111,4

Kollekte

O Herr Jesus Christus, der Du uns bei Deinem wunderbaren Sakrament Deines Leidens zu gedenken befohlen hast: verleihe uns, das heilige Geheimnis Deines Leibes und Blutes also zu feiern, daß wir die Frucht Deiner Erlösung täglich in uns empfinden. Der Du mit dem Vater und dem Heilige Geiste lebest und regierest von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

Orate fratres S.129

Fortlaufende Lese

Die Soldaten aber führten ihn hinein in den Palast, das ist ins Prätorium, und riefen die ganze Kohorte zusammen  17 und zogen ihm einen Purpurmantel an und flochten eine Dornenkrone und setzten sie ihm auf  18 und fingen an, ihn zu grüßen: Gegrüßet seist du, der Juden König!  19 Und sie schlugen ihn mit einem Rohr auf das Haupt und spien ihn an und fielen auf die Knie und huldigten ihm. 

20 Und als sie ihn verspottet hatten, zogen sie ihm den Purpurmantel aus und zogen ihm seine Kleider an. Und sie führten ihn hinaus, dass sie ihn kreuzigten.  21 Und zwangen einen, der vorüberging, Simon von Kyrene, der vom Feld kam, den Vater des Alexander und des Rufus, dass er ihm das Kreuz trage.  22 Und sie brachten ihn zu der Stätte Golgatha, das heißt übersetzt: Schädelstätte.  23 Und sie gaben ihm Myrrhe im Wein zu trinken; aber er nahm’s nicht. 

Markus 15,16-23

Tageslese

Wenn ihr nun zusammenkommt, so hält man da nicht das Abendmahl des Herrn. 21 Denn ein jeder nimmt beim Essen sein eigenes Mahl vorweg, und der eine ist hungrig, der andere ist betrunken. 22 Habt ihr denn nicht Häuser, wo ihr essen und trinken könnt? Oder verachtet ihr die Gemeinde Gottes und beschämt die, die nichts haben? Was soll ich euch sagen? Soll ich euch loben? Hierin lobe ich euch nicht. 23 Denn ich habe von dem Herrn empfangen, was ich euch weitergegeben habe: Der Herr Jesus, in der Nacht, da er verraten ward, nahm er das Brot, 24 dankte und brach’s und sprach: Das ist mein Leib für euch; das tut zu meinem Gedächtnis. 25 Desgleichen nahm er auch den Kelch nach dem Mahl und sprach: Dieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blut; das tut, sooft ihr daraus trinkt, zu meinem Gedächtnis. 26 Denn sooft ihr von diesem Brot esst und von dem Kelch trinkt, verkündigt ihr den Tod des Herrn, bis er kommt. 27 Wer also unwürdig von dem Brot isst oder von dem Kelch des Herrn trinkt, der wird schuldig sein am Leib und Blut des Herrn. 28 Der Mensch prüfe aber sich selbst, und so esse er von diesem Brot und trinke von diesem Kelch. 29 Denn wer isst und trinkt und nicht bedenkt, welcher Leib es ist, der isst und trinkt sich selber zum Gericht. 30 Darum sind auch viele Schwache und Kranke unter euch, und nicht wenige sind entschlafen. 31 Wenn wir uns selber richteten, so würden wir nicht gerichtet. 32 Wenn wir aber von dem Herrn gerichtet werden, so werden wir gezüchtigt, auf dass wir nicht samt der Welt verdammt werden. 

Gebet am Donnerstag

HErr JEsu Christe, Du wahrer König Himmels und der Erden! Du hast Deiner Kirche verheißen, daß die Pforten der Hölle sie nicht überwältigen sollen, und Du lässest noch immer unter uns Dein Wort verkünden und Deine heiligen Sakramente verwalten. Doch ahc, o HErr, die Sünden der Deinen verdunkeln die Herrlichkeit Deiner Braut. Dein heiliger Weinberg ist zertreten und Dein gebenedeites Opfer steht verlassen. Viele dünken sich stark und verachten die Speise des Lebens, die Du den Deinen verordnet hast zur Vergebung ihrer Sünden.

Daß Du verschonen wollest allen Übermut und nicht herabfahren im Zorn, den Leuchter Deines Wortes vor unseren Augen umzustoßen – o HErr,, wir bitten Dich: Suche dagegen heim den Weinstock, den Du Dir vormals erwählet hast und erneure uns, daß es sei wie vor alters.

Gib einen großen Hunger nach Deiner Speise Deines wahren Leibes und Blutes und laß Deine Gläubigen allezeit erfunden sein in der Apostel Lehre, in der Gemeinschaft, im Brechen Deines Brotes und im Gebet.

Wir bitten Dich, HErr, für unseren Altar, daß er immerdar sei eine Stätte, da die Arzenei des ewigen Lebens uns stärke an Leib und Seele in Vergebung unserer Sünden, daß dagegen Unglaube und Unbußfertigkeit ferne bleiben von allen, die da kommen, auf daß sie nicht essen und trinken sich selbst zum Gericht.

O Du ewiger Hoherpriester, der Du uns immer rufest zum Mahle Deines Opfers, laß in uns wachsen die Frucht Deines Geistes, die da ist Liebe, Freude, Friede, Geduld, Freundlichkeit, Gütigkeit, Glaube, Sanftmut und Keuschheit. Laß uns alle in heiligem Wandel zu Deines Namens Ehre leben hier zeitlich und dort ewiglich. O JEsu Christe, der Du mit dem Vater und eben demselben Heiligen Geist, ein wahrer GOTT, lebest und regierest von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

Lutherisches Kirchengesangbuch (Lutheraner Verlag, Uelzen: 1956. Anhang: S.146)

Es segne und behüte Euch Gott, der allmächtige und barmherzige, der Vater, Sohn + Heiliger Geist 
Friede sei mit Euch + 
AmenAmen

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Dr. Martin Luther am Karfreitag: Vom Gebet Christi am Kreuz und dem Schächer zur rechten Hand

Altarretabel mit Passions- und Heiligenszenen aus Haldern (Münster)

Dr. Martin Luther predigt am Karfreitag vom Gebet Christi am Kreuz und dem bußfertigen Schächer zur rechten Hand anhand der Passionsgeschichte des hl. Sankt Lukas 23,32-43 (WA 52 S.237-244):

Zum Hören:

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Dr. Martin Luther vom Nutzen des Leidens Christi

“IX fällt unter dem Kreuz” von Lucas Cranach d.Ä. (Jagdschloß Gruenewald, 1537-1538)

Dr. Martin Luther predigt vom Nutzen des Leidens unseres Herrn Jesu Christi anhand von Römer 5,8-11 (WA 52 S.228-236):

Zum Hören:

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Sei mir tausendmal gegrüßet

Martin Schongauer, „Ecce Homo“

Sei mir tausendmal gegrüßet, der mich je und je geliebt,
Jesu, der Du selbst gebüßet das, womit ich Dich betrübt.
Ach wie ist mir dann so wohl, wenn ich knien und liegen soll
an dem Kreuze, da Du stirbest, und um meine Seele wirbest.

Ich umfange, herz und küsse der gekränkten Wunden Zahl
und die purpurroten Flüsse, Deine Füß- und Nägelmal.
O wer kann doch, schönster-Fürst, den so hoch nach uns gedürst,
Deinen Durst und Liebsverlangen völlig fassen und umfangen?

Heile mich, o Heil der Seelen, wo ich krank und traurig bin;
nimm die Schmerzen, die mich quälen und den ganzen Schaden hin,
den mir Adams Fall gebracht, und ich selber mir gemacht.
Wird, o Arzt, Dein Blut mich netzen, wird sich all mein Jammer setzen.

Schreibe Deine blutgen Wunden mir, Herr, in das Herz hinein,
daß sie mögen alle Stunden bei mir unvergessen sein.
Du bist doch mein schönstes Gut, da mein ganzes Herze ruht.
Laß mich hier zu Deinen Füßen, Deiner Lieb und Gunst genießen.

Diese Füße will ich halten, auf des best ich immer kann.
Schaue meiner Hände Falten, und mich selber freundlich an,
von dem hohen Kreuzes Baum, und gib meiner Bitte Raum,
sprich: “Laß all dein Trauern schwinden, ich, ich tilg all deine Sünden.”

Nach dem “Salve mundi salutare” des Arnulf von Löwen (um 1200-1250) von Paul Gerhardt 1653 (LKG 140)

Mittwoch nach dem 6. Sonntag in den Fasten (Palmarum: Der Schmerzensmann)

Er soll die Starken zum Raube haben, darum, daß seine Seele gearbeitet hat und hat sein Leben in den Tod gegeben und hat vieler Sünde getragen.

Jesaja 53,11f

Kollekte

Barmherziger, ewiger Gott, der Du Deines eigenen Sohnes nicht hast verschonet, sondern ihn für uns alle dahingegeben, daß er unsere Sünde am Kreuze tragen sollte: verleihe uns, daß unser Herz in solchem Glauben nimmermehr erschrecke noch verzage. Durch ihn unseren Herrn Jesus Christus, der mit Dir und dem Heiligen Geiste lebt und regiert ein Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

Orate fratres S. 128

Fortlaufende Lese

Und alsbald am Morgen hielten die Hohenpriester Rat mit den Ältesten und Schriftgelehrten, dazu der ganze Hohe Rat, und sie banden Jesus und führten ihn ab und überantworteten ihn Pilatus.  2 Und Pilatus fragte ihn: Bist du der König der Juden? Er aber antwortete ihm und sprach: Du sagst es.  3 Und die Hohenpriester beschuldigten ihn hart.  4 Pilatus aber fragte ihn abermals und sprach: Antwortest du nichts? Siehe, wie hart sie dich verklagen!  5 Jesus aber antwortete nichts mehr, sodass sich Pilatus verwunderte. 

6 Er pflegte ihnen aber zum Fest einen Gefangenen loszugeben, welchen sie erbaten.  7 Es war aber einer, genannt Barabbas, gefangen mit den Aufrührern, die beim Aufruhr einen Mord begangen hatten.  8 Und das Volk ging hinauf und bat, dass er tue, wie er ihnen zu tun pflegte.  9 Pilatus aber antwortete ihnen: Wollt ihr, dass ich euch den König der Juden losgebe?  10 Denn er erkannte, dass ihn die Hohenpriester aus Neid überantwortet hatten.  11 Aber die Hohenpriester wiegelten das Volk auf, dass er ihnen viel lieber den Barabbas losgebe.  12 Pilatus aber antwortete wiederum und sprach zu ihnen: Was wollt ihr dann, dass ich tue mit dem, den ihr den König der Juden nennt?  13 Sie schrien abermals: Kreuzige ihn!  14 Pilatus aber sprach zu ihnen: Was hat er denn Böses getan? Aber sie schrien noch viel mehr: Kreuzige ihn!  15 Pilatus aber wollte dem Volk Genüge tun und gab ihnen Barabbas los und ließ Jesus geißeln und überantwortete ihn, dass er gekreuzigt würde. 

Markus 15,1-15

Tageslese

Denn wir haben nicht einen Hohenpriester, der nicht könnte mit leiden mit unserer Schwachheit, sondern der versucht worden ist in allem wie wir, doch ohne Sünde. 16 Darum lasst uns freimütig hinzutreten zu dem Thron der Gnade, auf dass wir Barmherzigkeit empfangen und Gnade finden und so Hilfe erfahren zur rechten Zeit. 

Denn jeder Hohepriester, der von den Menschen genommen wird, der wird eingesetzt für die Menschen zum Dienst vor Gott, damit er Gaben und Opfer darbringe für die Sünden. 2 Er kann mitfühlen mit denen, die unwissend sind und irren, weil er auch selber Schwachheit an sich trägt. 3 Darum muss er, wie für das Volk, so auch für sich selbst opfern für die Sünden. 4 Und niemand nimmt sich selbst diese Würde, sondern er wird von Gott berufen wie auch Aaron. 5 So hat auch Christus sich nicht selbst die Ehre beigelegt, Hoherpriester zu werden, sondern der, der zu ihm gesagt hat: »Du bist mein Sohn, heute habe ich dich gezeugt.« 6 Wie er auch an anderer Stelle spricht: »Du bist Priester in Ewigkeit nach der Ordnung Melchisedeks.« 7 Und er hat in den Tagen seines irdischen Lebens Bitten und Flehen mit lautem Schreien und mit Tränen vor den gebracht, der ihn aus dem Tod erretten konnte; und er ist erhört worden, weil er Gott in Ehren hielt. 8 So hat er, obwohl er der Sohn war, doch an dem, was er litt, Gehorsam gelernt. 9 Und da er vollendet war, ist er für alle, die ihm gehorsam sind, der Urheber der ewigen Seligkeit geworden, 10 von Gott genannt ein Hoherpriester nach der Ordnung Melchisedeks.

Hebräer 4,15-5,10

Gebet am Mittwoch

Kyrie eleison. Christe eleison. Kyrie eleison. Christe, erhöre uns.

HErr GOTT Vater im Himmel, erbarme Dich. HErr GOTT Sohn der Welt Heiland, erbarme Dich. HErr GOTT Heiliger Geist, erbarme Dich.

HErr sei gnädig, verschone alle sterbenden Menschen vor Deinem Zorn, vor bösem Tod, vor der Höllen Pein, vor des Teufels Macht, vor des Teufels Trug und List, vor allem Übel behüte sie, lieber HErre GOTT.

Durch Deine heilige Menschwerdung und Geburt, durch Deinen Todeskampf und blutigem Schweiß, durch Dein Kreuz und bittern Tod, durch Dein heilig Auferstehn und Himmelfahrt, durch die Gnade des Heiligen Geistes des Trösters in der Stunde des Todes, im Jüngsten Gericht, hilf ihnen, lieber HErre GOTT.

Wir armen Sünder bitten: Du wollst uns erhören, lieber HErre GOTT. Und alle sterbenden Menschen trösten. Ihnen alle Sünden verzeihen. Sie aus diesem Elend einzuführen zum ewigen Leben. Erhöre uns, lieber HErre GOTT.

O JEsu Christe, GOTTes Sohn, erhöre uns, lieber HErre GOTT.

O Du Gotteslamm, das der Welt Sünde trägt, erbarme Dich über sie. O Du Gotteslamm, das der Welt Sünde trägt, erbarme Dich über sie. O Du Gotteslamm, das der Welt Wünde trägt, verleihe ihnen steten Fried.

Christe, erhöre uns. Kyrie eleison. Christe eleison. Kyrie eleison. Amen.

Heiliger HErre GOTT, heiliger, starker GOTT, heiliger barmherziger Heiland, Du ewiger GOTT: laß uns nicht versinken in des bitteren Todes Not. Kyrieleison.

Heiliger HErre GOTT, heiliger, starker GOTT, heiliger barmherziger Heiland, Du ewiger GOTT: laß uns nicht verzagen vor der tiefen Höllen Glut. Kyrieleison.

Heiliger HErre GOTT, heiliger, starker GOTT, heiliger barmherziger Heiland, Du ewiger GOTT: laß uns nicht entfallen von des rechten Glaubens Trost. Kyrieleison.

Lutherisches Kirchengesangbuch (Lutheraner Verlag, Uelzen: 1956. Anhang: S.144f)

Es segne und behüte Euch Gott, der allmächtige und barmherzige, der Vater, Sohn + Heiliger Geist 
Friede sei mit Euch + 
AmenAmen

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Dr. Martin Luthers Vorrede zur Passion Christi

Dr. Martin Luther predigt einleitend von der Frucht des Leidens Christi als Vorrede zur Passion (WA 52 S.226-228):

Und hier zum Hören:

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Dr. Martin Luther am Gründonnerstag über Fußwaschung

“Jesu Fußwaschung” (Lucas Cranach d.Ä. 1537: Schloß Grünewald)

Am Gründonnerstag predigt Dr. Martin Luther über unseres Herrn Jesu Christi Fußwaschung wie von St. Johannes im 13. Kapitel aufgeschrieben und zwar die Verse 1-17 (WA 52 S.216-226):

Und hier zum Hören:

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Dr. Martin Luther predigt ein ander Predigt am Palmtag

Das Abendmahl (Lucas Cranach d.J. in der Johanniskirche, Dessau)

Am 6. Sonntag in den Fasten (Palmsonntag) predigt Dr. Martin Luther eine zweite Predigt über unseres Herrn Jesu Christi Abendmahl auch nach der 1. Epistel des hl. Apostels St. Paulus an die Korinther im 11. Kapitel und zwar die Verse 27-34 (WA 52 S.213-216):

Und hier zu hören:

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Ich wills vor Augen setzen, mich stets daran ergötzen

“Der Schmerzensmann” von Albrecht Dürer

Ich will’s für Augen setzen, mich stets daran ergötzen,
ich sei auch, wo ich sei. Es soll mir sein ein Spiegel
der Unschuld und ein Siegel der Lieb und unverfälschten Treu.

Wie heftig unsre Sünden den frommen Gott entzünden,
wie Rach und Eifer gehn, wie grausam seine Ruten,
wie zornig seine Fluten, will ich aus diesem Leiden sehn.

Ich will daraus studieren, wie ich mein Herz soll zieren
mit stillem sanftem Mut und wie ich die soll lieben,
die mich doch sehr betrüben mit Werken, so die Bosheit tut.

Wenn böse Zungen stechen, mir Glimpf und Namen brechen,
so will ich zähmen mich; das Unrecht will ich dulden,
dem Nächsten seine Schulden verzeihen gern und williglich.

Ich will mich mit Dir schlagen aus Kreuz und dem absagen,
was meinem Fleisch gelüst; was Deine Augen hassen,
das will ich fliehn und lassen, so viel mir immer möglich ist.

Dein Seufzen und Dein Stöhnen, und die viel tausend Tränen,
die Dir geflossen zu, die sollen mich am Ende
in Deinen Schoß und Hände begleiten zu der ewgen Ruh.

Paul Gerhardt 1647 (LKG 139,11-16)

Dienstag nach dem 6. Sonntag in den Fasten (Palmarum: Der Schmerzensmann)

Er soll die Starken zum Raube haben, darum, daß seine Seele gearbeitet hat und hat sein Leben in den Tod gegeben und hat vieler Sünde getragen.

Jesaja 53,11f

Kollekte

Barmherziger, ewiger Gott, der Du Deines eigenen Sohnes nicht hast verschonet, sondern ihn für uns alle dahingegeben, daß er unsere Sünde am Kreuze tragen sollte: verleihe uns, daß unser Herz in solchem Glauben nimmermehr erschrecke noch verzage. Durch ihn unseren Herrn Jesus Christus, der mit Dir und dem Heiligen Geiste lebt und regiert ein Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

Orate fratres S. 128

Fortlaufende Lese

Und Petrus war unten im Hof. Da kam eine von den Mägden des Hohenpriesters;  67 und als sie Petrus sah, wie er sich wärmte, schaute sie ihn an und sprach: Und du warst auch mit dem Jesus von Nazareth.  68 Er leugnete aber und sprach: Ich weiß nicht und verstehe nicht, was du sagst. Und er ging hinaus in den Vorhof, und der Hahn krähte.  69 Und die Magd sah ihn und fing abermals an, denen zu sagen, die dabeistanden: Dieser ist einer von denen.  70 Und er leugnete abermals. Und nach einer kleinen Weile sprachen die, die dabeistanden, abermals zu Petrus: Wahrhaftig, du bist einer von denen; denn du bist auch ein Galiläer.  71 Er aber fing an, sich zu verfluchen und zu schwören: Ich kenne den Menschen nicht, von dem ihr redet.  72 Und alsbald krähte der Hahn zum zweiten Mal. Da gedachte Petrus an das Wort, das Jesus zu ihm gesagt hatte: Ehe der Hahn zweimal kräht, wirst du mich dreimal verleugnen. Und er fing an zu weinen. 

Markus 14,66-72

Tageslese

Denn wo ein Testament ist, da muss der Tod dessen geschehen sein, der das Testament gemacht hat. 17 Denn ein Testament tritt erst in Kraft mit dem Tode; es ist niemals in Kraft, solange der noch lebt, der es gemacht hat. 18 Daher wurde auch der erste Bund nicht ohne Blut gestiftet. 19 Denn als Mose alle Gebote gemäß dem Gesetz allem Volk gesagt hatte, nahm er das Blut von Kälbern und Böcken mit Wasser und Scharlachwolle und Ysop und besprengte das Buch und alles Volk 20 und sprach: »Das ist das Blut des Bundes, den Gott euch geboten hat.« 21 Und das Zelt und alle Geräte für den Gottesdienst besprengte er desgleichen mit Blut. 22 Und es wird fast alles mit Blut gereinigt nach dem Gesetz, und ohne dass Blut ausgegossen wird, geschieht keine Vergebung. 23 So also mussten die Abbilder der himmlischen Dinge gereinigt werden; die himmlischen Dinge selbst aber müssen bessere Opfer haben als jene. 24 Denn Christus ist nicht eingegangen in das Heiligtum, das mit Händen gemacht und ein Abbild des wahren Heiligtums ist, sondern in den Himmel selbst, um jetzt zu erscheinen vor dem Angesicht Gottes für uns; 25 auch nicht, um sich oftmals zu opfern, wie der Hohepriester alle Jahre mit fremdem Blut in das Heiligtum geht; 26 sonst hätte er oft leiden müssen vom Anfang der Welt an. Nun aber, am Ende der Zeiten, ist er ein für alle Mal erschienen, um durch sein eigenes Opfer die Sünde aufzuheben. 27 Und wie den Menschen bestimmt ist, einmal zu sterben, danach aber das Gericht: 28 so ist auch Christus einmal geopfert worden, die Sünden vieler wegzunehmen; zum zweiten Mal erscheint er nicht der Sünde wegen, sondern zur Rettung derer, die ihn erwarten. 

Hebräer 9,6-18

Gebet am Dienstag

Allmächtiger Gott, himmlischer Vater!

Wir preisen Deine grundlose Barmherzigkeit, mit der Du Dich über sündige Menschen erbarmst. Alle Propheten und Apostel verkündigen uns das in Deinem Wort.

Laß unsere Hoffnung nicht zu Schanden werden, wenn wir zu Dir beten für alle Leidenden in dieser Zeit. Denn siehe, der böse Feind ist mächtig geworden, und die Großen dieser Welt regieren oft mit Ungerechtigkeit. O GOTT, der Du vormals hast Deinen Heiligen überwinden lassen, stärke auch heute alle, die Deiner Hilfe gegen Unrecht bedürftig sind.

Gib, daß alle Kriegsgefangenen und Geiseln der Terroristen – als Sklaven gehalten und Opfer irdischer Rache – in ihre Heimat zurückkehren. Stehe allen Vertriebenen und Heimatlosen bei und sei Du ihre Gerechtigkeit. Den Witwen und Waisen sei ein Vater mit starkem Schutz.

O Jesu Christe, der Du Deine Heiligen wunderbar führst: Gehe durch Riegel und Gitter zu denen, die um Deines Namens und um Deiner Kirche willen gefangen sind; stärke sie zu einem guten Zeugnis und laß sie nicht wankend werden im Bekenntnis Deines Namens. Uns aber lehre durch das Beispiel so vieler heiliger Märtyrer, daß wir allezeit wach seien zum Bekenntnis Deines Namens. Laß uns nicht zu Schanden werden, wenn der böse Feind Hand an uns legt, sondern gib, daß wir in aller Anfechtung bestehen. Doch wenn es Dein Wille ist, dann laß uns in Ruhe und Frieden leben der Heiligung Deines Namens.

Um Deines heiligen Opfers willen, o Jesu Christe, der Du mit dem Vater und dem Heiligen Geist, ein wahrer GOTT, lebest und regierst von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

Lutherisches Kirchengesangbuch (Lutheraner Verlag, Uelzen: 1956. Anhang: S.143)

Es segne und behüte Euch Gott, der allmächtige und barmherzige, der Vater, Sohn + Heiliger Geist 
Friede sei mit Euch + 
AmenAmen

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