Septuagesimae (3. Sonntag vor der Passionszeit): Lohn und Gnade.

Die Arbeiter im Weinberg des Herrn Lucas Cranach jr, 1573–1574 in St. Marien, Lutherstadt Wittenberg

Wir liegen vor Dir mit unserm Gebet und vertrauen nicht auf unsre Gerechtigkeit, sondern auf Deine große Barmherzigkeit.

Daniel 9,18

Introitus

Wie groß ist deine Güte, HERR, die du bewahrt hast denen, die dich fürchten, und erweisest vor den Menschen denen, die auf dich trauen! Du birgst sie im Schutz deines Angesichts vor den Rotten der Leute, du verbirgst sie in der Hütte vor den zänkischen Zungen. Gelobt sei der HERR; denn er hat seine wunderbare Güte mir erwiesen in einer festen Stadt. Ich sprach wohl in meinem Zagen: Ich bin von deinen Augen verstoßen. Doch du hörtest die Stimme meines Flehens, als ich zu dir schrie. Liebet den HERRN, alle seine Heiligen! Die Gläubigen behütet der HERR und vergilt reichlich dem, der Hochmut übt. Seid getrost und unverzagt alle, die ihr des HERRN harret. 

Psalm 31,20-25

Alttestamentliche Lese

So spricht der HERR: Ein Weiser rühme sich nicht seiner Weisheit, ein Starker rühme sich nicht seiner Stärke, ein Reicher rühme sich nicht seines Reichtums. Sondern wer sich rühmen will, der rühme sich dessen, dass er klug sei und mich kenne, dass ich der HERR bin, der Barmherzigkeit, Recht und Gerechtigkeit übt auf Erden; denn solches gefällt mir, spricht der HERR.

Jeremia 9,22-23

Kollekte

Herr Gott, himmlischer Vater, wir können mit allem, was wir tun, vor Dir nicht bestehen: darum bitten wir Dich, hilf uns, daß wir uns allein auf Deine Gnade verlassen und mit Deiner Hilfe die Macht des Bösen überwinden. Durch unsern Herrn Jesus Christus, Deinen Sohn der mit Dir und dem Heiligen Geiste lebt und regiert von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

Evangelisch-Lutherische Kirchenagende hg.v.d. Kirchenleitung der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche Bd.1. Herder: Freiburg u.a. 1996. S.54

Epistel

Also, meine Lieben, – wie ihr allezeit gehorsam gewesen seid, nicht allein in meiner Gegenwart, sondern jetzt noch viel mehr in meiner Abwesenheit – schaffet, dass ihr selig werdet, mit Furcht und Zittern. Denn Gott ist’s, der in euch wirkt beides, das Wollen und das Vollbringen, nach seinem Wohlgefallen.

Philipper 2,12-13

Hallelujavers

Seid getrost und unverzagt alle, die Ihr des Herrn harret!

Psalm 31,25

Evangelium

Denn das Himmelreich gleicht einem Hausherrn, der früh am Morgen ausging, um Arbeiter anzuwerben für seinen Weinberg. Und als er mit den Arbeitern einig wurde über einen Silbergroschen als Tagelohn, sandte er sie in seinen Weinberg. Und er ging aus um die dritte Stunde und sah andere auf dem Markt müßig stehen und sprach zu ihnen: Geht ihr auch hin in den Weinberg; ich will euch geben, was recht ist. Und sie gingen hin. Abermals ging er aus um die sechste und um die neunte Stunde und tat dasselbe. Um die 11 Stunde aber ging er aus und fand andere stehen und sprach zu ihnen: Was steht ihr den ganzen Tag müßig da? Sie sprachen zu ihm: Es hat uns niemand angeworben. Er sprach zu ihnen: Geht ihr auch hin in den Weinberg. Als es nun Abend wurde, sprach der Herr des Weinbergs zu seinem Verwalter: Ruf die Arbeiter und gib ihnen den Lohn und fang an bei den letzten bis zu den ersten. Da kamen, die um die elfte Stunde angeworben waren, und jeder empfing seinen Silbergroschen. Als aber die Ersten kamen, meinten sie, sie würden mehr empfangen; und sie empfingen auch ein jeder seinen Silbergroschen. Und als sie den empfingen, murrten sie gegen den Hausherrn und sprachen: Diese Letzten haben nur eine Stunde gearbeitet, doch du hast sie uns gleichgestellt, die wir des Tages Last und die Hitze getragen haben. Er antwortete aber und sagte zu einem von ihnen: Mein Freund, ich tu dir nicht Unrecht. Bist du nicht mit mir einig geworden über einen Silbergroschen? Nimm, was dein ist, und geh! Ich will aber diesem Letzten dasselbe geben wie dir. Oder habe ich nicht Macht zu tun, was ich will, mit dem, was mein ist? Siehst du darum scheel, weil ich so gütig bin? So werden die Letzten die Ersten und die Ersten die Letzten sein.

Matthäus 20,1-16

Bekenntnis der Christenheit 

Ich glaube an den Einen Gott, den allmächtigen Vater, Schöpfer Himmels und der Erden, all des, das sichtbar und unsichtbar ist.

Und an den Einen Herrn Jesus Christus, Gottes eingeborenen Sohn, der vom Vater geboren ist vor aller Zeit und Welt, Gott von Gott, Licht vom Licht,wahrhaftigen Gott vom wahrhaftigen Gott, geboren, nicht geschaffen, eines Wesens mit dem Vater, durch welchen alles geschaffen ist; welcher um uns Menschen und um unserer Seligkeit willen vom Himmel gekommen ist und leibhaft geworden durch den Heiligen Geist von der Jungfrau Maria und Mensch geworden; auch für uns gekreuzigt unter Pontius Pilatus, gelitten und begraben und am dritten Tage auferstanden nach der Schrift, und ist aufgefahren gen Himmel und sitzet zur Rechten des Vaters und wird wiederkommen mit Herrlichkeit, zu richten die Lebendigen und die Toten; dessen Reich kein Ende haben wird.

Und an den Herrn, den Heiligen Geist, der da lebendig macht, der von dem Vater und dem Sohn ausgeht, der mit dem Vater und dem Sohne zugleich angebetet und zugleich geehret wird, der durch die Propheten geredet hat.

Und die Eine, heilige, christliche, apostolischeKirche. Ich bekenne die Eine Taufe zur Vergebung der Sünden Und warte auf die Auferstehung der Toten und das Leben der zukünftigen Welt.

Nizänum

Graduallied

Es ist das Heil uns kommen her von Gnad und lauter Güte; die Werk, die helfen nimmermehr, sie können nicht behüten. Der Glaub sieht Jesus Christus an, der hat für uns genug getan, er ist der Mittler worden.

Was Gott im G’setz geboten hat, da man es nicht konnt halten, erhob sich Zorn und große Not vor Gott so mannigfalten; vom Fleisch wollt nicht heraus der Geist, vom G’setz erfordert allermeist; es war mit uns verloren.

Es war ein falscher Wahn dabei, Gott hätt sein G’setz drum geben, als ob wir möchten selber frei nach seinem Willen leben; so ist es nur ein Spiegel zart, der uns zeigt an die sünd’ge Art, in unserm Fleisch verborgen.

Nicht möglich war es, diese Art aus eignen Kräften laßen. Wiewohl es oft versuchet ward, doch mehrt sich Sünd ohn Maßen; denn Gleisnerswerk Gott hoch verdammt, und je dem Fleisch der Sünde Schand allzeit war angeboren.

Doch mußt’ das G’setz erfüllet sein, sonst wärn wir all verdorben. Drum schickt’ Gott seinen Sohn herein, der selber Mensch ist worden; das ganz Gesetz hat er erfüllt, damit seins Vaters Zorn gestillt, der über uns ging alle.

Und wenn es nun erfüllet ist durch den, der es konnt halten, so lerne jetzt ein frommer Christ des Glaubens recht Gestalte. Nicht mehr denn: „Lieber Herre mein, Dein Tod wird mir das Leben sein, Du hast für mich bezahlet!“

Daran ich keinen Zweifel trag, Dein Wort kann nicht betrügen. Nun sagst du, daß kein Mensch verzag, das wirst du nimmer lügen –: „Wer glaubt an mich und wird getauft, demselben ist der Himmel erkauft, daß er nicht werd verloren.“

Es ist gerecht vor Gott allein, der diesen Glauben fasset; der Glaub gibt einen hellen Schein, wenn er die Werk nicht lasset; mit Gott der Glaub ist wohl daran, dem Nächsten wird die Lieb Guts tun, bist Du aus Gott geboren.

Es wird die Sünd durchs G’setz erkannt und schlägt das G’wissen nieder, das Evangelium kommt zuhand und stärkt den Sünder wieder und spricht: „Nur kreuch zum Kreuz herzu, Im G’setz ist weder Rast noch Ruh Mit allen seinen Werken!“

Die Werk, die kommen g’wißlich her aus einem rechten Glauben; denn das nicht rechter Glaube wär, wolltst ihn der Werk berauben. Doch macht allein der Glaub gerecht, die Werke sind des Nächsten Knecht, dran wir den Glauben merken.

Die Hoffnung wart’ der rechten Zeit, was Gottes Wort zusage; wann das geschehen soll zur Freud, setzt Gott kein gwisse Tage. Er weiß wohl, wanns am besten ist, und braucht an uns kein arge List; des solln wir ihm vertrauen.

Ob sichs anließ, als wollt er nicht, laß Dich es nicht erschrecken, denn wo er ist am besten mit, da will ers nicht entdecken. Sein Wort laß Dir gewisser sein, und ob Dein Fleisch spräch lauter Nein, so laß doch Dir nicht grauen.

Sei Lob und Ehr mit hohem Preis um dieser Gutheit willen Gott Vater, Sohn, und Heilgem Geist. Der woll mit Gnad erfüllen, was er in uns ang’fangen hat zu Ehren seiner Majestät, daß heilig werd sein Name;

sein Reich zukomm; sein Will auf Erd g’scheh wie im Himmelsthrone; das täglich Brot noch heut uns werd; woll unsrer Schuld verschonen, wie wir auch unsern Schuldnern tun; laß uns nicht in Versuchung stehn; lös uns vom Übel. Amen.

Paul Speratus 1524 (LKG 227)

Predigttext

Dies alles hab ich gesehen in den Tagen meines eitlen Lebens: Da ist ein Gerechter, der geht zugrunde in seiner Gerechtigkeit, und da ist ein Gottloser, der lebt lange in seiner Bosheit. 16 Sei nicht allzu gerecht und nicht allzu weise, damit du dich nicht zugrunde richtest. 17 Sei nicht allzu gottlos und sei kein Tor, damit du nicht stirbst vor deiner Zeit. 18 Es ist gut, wenn du dich an das eine hältst und auch jenes nicht aus der Hand lässt; denn wer Gott fürchtet, der entgeht dem allen.

Prediger 7,15-18

Meine Predigt dazu:

Kirchengebet

Ewiger, 
du Licht und Wahrheit.
Die Weisen hören deine Stimme,
die Menschen guten Willens achten auf dein Wort.
Sprich zu uns und bewege uns.

Die Armen warten darauf,
dass die Mächtigen deine Stimme hören.
Sieh, wie Kriege 
blühende Landschaften,
reiche Ernten,
Städte voller Schönheit und Wohlstand zerstören.
Sieh, wie Kinder
hungernd um Brot betteln, 
ängstlich zum Himmel blicken,
vor Schmerzen weinen.
Berühre die Herzen der Mächtigen.
Auf deine Gerechtigkeit hoffen wir.
Zu dir beten wir:
Erbarme dich.

Die Erniedrigten warten darauf,
dass deine Gerechtigkeit stark wird.
Sieh, wie die Habgierigen 
gewissenlos Gesetze brechen,
die Schwächsten verachten
und die Schöpfung ausplündern.
Sieh, wie Feindschaft
neuen Hass gebiert,
die Verschleppten quält,
und den Mut erstickt.
Verwandele die Herzen der Gewalttäter.
Auf deine Gerechtigkeit hoffen wir.
Zu dir beten wir:
Erbarme dich.

Die Müden und Erschöpften warten darauf,
dass die Einflussreichen auf deine Gebote achten.
Sieh den Streit in unserem Land,
wie unversöhnlich die einen über die anderen reden,
wie Lügen wirksamer sind als die Wahrheit,
wie Gewalt um sich greift.
Sieh die Sorge,
um gerechte Löhne,
sichere Arbeitsplätze,
und die Zukunft unserer Kinder.
Bewege die Herzen der Verantwortlichen.
Auf deine Gerechtigkeit hoffen wir.
Zu dir beten wir:
Erbarme dich.

Auf deine Weisheit, Ewiger,
wartet deine Kirche in aller Welt.
Sieh die Gemeinden,
die in Angst leben,
in denen Streit herrscht,
die sich überfordert fühlen.
Sieh auf uns
und die Menschen in unserer Nachbarschaft,
die Kranken, 
die Trauernden,
die Sterbenden.
Sieh auf unsere Gemeinde und unseren Glauben.
Mache uns zu Menschen guten Willens.
Öffne unsere Herzen für deine Weisheit
und segne uns in diesen Tagen
durch Jesus Christus, dein lebendiges Wort.
Amen.

VELKD Wochengebete

Segen 

+ Der Herr sei mit Euch +

Der Herr segne und behüte Dich. Der Herr lasse Sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig. Der Herr erhebe Sein Angesicht auf Dich und schenke Dir Frieden +

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“So wahr ich lebe”, spricht Dein Gott, “mir ist nicht lieb des Sünders Tod” (LKG 278)

Titelbild der Apologie der Confessio Augustana in Deutsch von Justus Jonas dem Älteren

Des Morgens, wenn Du aufstehst, kannst Du Dich segnen mit dem Zeichen des heiligen Kreuzes und sagen: 

Das walte Gott Vater + Sohn und Heiliger Geist! Amen

Apostolische Glaubensbekenntnis 

Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde. 

Und an Jesum Christum, seinen einigen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist von dem Heiligen Geist, geboren aus Maria der Jungfrau, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, niedergefahren zur Hölle, am dritten Tage wieder auferstanden von den Toten, aufgefahren gen Himmel; sitzend zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters; von dannen er kommen wird zu richten die Lebendigen und die Toten. 

Ich glaube an den Heiligen Geist, eine heilige christliche Kirche, die Gemeinde der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. Amen.

Vaterunser 

Vater unser im Himmel
Geheiligt werde Dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Willst du, so kannst du dies Gebet dazu sprechen (Luthers Morgensegen)

Ich danke Dir, mein himmlischer Vater, durch Jesus Christus, Deinen lieben Sohn, daß Du mich diese Nacht vor allem Schaden und Gefahr behütet hast, und bitte Dich, Du wollest mich diesen Tag auch behüten vor Sünden und allem Übel, daß Dir all mein Tun und Leben gefalle. Denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in Deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde.

Als dann mit Freuden an Dein Werk gegangen und etwa ein Lied gesungen oder was Dir Deine Andacht eingibt.

Kollekte

Herr, allmächtiger Gott, Du hast Deinen Sohn gesetzt über das Werk Deiner Hände, Wind und Meer müssen ihm gehorchen: Wir bitten Dich, gib Deinem Worte Kraft, daß Dein Reich wachse und Macht gewinne und alle Kreatur frei werde zu der herrlichen Freiheit Deiner Kinder, durch Jesus Christus, unseren Herrn, der mit Dir und dem Heiligen Geist lebt und regiert in Ewigkeit, ein Gott und Herr, nun und allezeit. Amen. 

Orate fratres S.120f 

Kommt und sehet an die Werke Gottes, der so wunderbar ist in seinem Tun an den Menschenkindern (Psalm 66,5)

Buße tun und glauben 

Kollekte

Herr Gott himmlischer Vater, der Du nicht Lust hast an der armen Sünder Tod, lässest sie auch nicht gern verderben, sondern willst, daß sie bekehret werden und leben: wir bitten Dich herzlich, Du wollest die wohlverdiente Strafe unsrer Sünde gnädiglich abwenden und uns hinfort zu bessern Deine Barmherzigkeit mildiglich verleihen. Um Jesus Christus unseres Herren willen. Amen.

LKG S.279

“So wahr ich lebe”, spricht Dein Gott, “mir ist nicht lieb des Sünders Tod; vielmehr ist dies mein Wunsch und Will, daß er von Sünden halte still, von seiner Bosheit kehre sich und lebe mit mir ewiglich.”

Dies Wort bedenk, o Menschenkind, verzweifle nicht in Deiner Sünd; hier findest Du Trost, Heil und Gnad, die Gott Dir zugesaget hat, und zwar mit einen teuren Eid. O selig, dem die Sünd ist leid!

Doch hüte Dich vor Sicherheit, denk nicht: Zur Buß ist noch wohl Zeit, ich will erst fröhlich sein auf Erd; wann ich des Lebens müde werd, alsdann will ich bekehren mich, Gott wird wohl mein erbarmen sich.

Wahr ists: Gott ist wohl stets bereit dem Sünder mit Barmherzigkeit; doch wer auf Gnade sündigt hin, fährt fort in seinem bösen Sinn, und seiner Seele selbst nicht schont, dem wird mit Ungnad abgelohnt.

Gnad hat Dir zugesaget Gott von wegen Christi Blut und Tod; zusagen hat er nicht gewollt, ob Du bis morgen leben sollt; daß Du mußt sterben, ist Dir kund, verborgen ist des Todes Stund.

Heut lebst Du, heut bekehre Dich! Eh morgen kommt, kanns ändern sich; wer heut ist frisch, gesund und rot, ist morgen krank, ja wohl gar tot. So Du nun stirbest ohne Buß, Dein Seel und Leib dort brennen muß.

Hilf, o Herr Jesu, hilf Du mir, daß ich noch heute komme zu Dir und Buße tu den Augenblick, eh mich der schnelle Tod hinrück, auf daß ich heut und jederzeit zu meiner Heimfahrt sei bereit.

Johann Heermann, 1630 (LKG 220)

Fortlaufende Lese

Und als sie auf dem Wege waren, sprach einer zu ihm: Ich will dir folgen, wohin du gehst.  58 Und Jesus sprach zu ihm: Die Füchse haben Gruben und die Vögel unter dem Himmel haben Nester; aber der Menschensohn hat nichts, wo er sein Haupt hinlege.  59 Und er sprach zu einem andern: Folge mir nach! Der sprach aber: Herr, erlaube mir, dass ich zuvor hingehe und meinen Vater begrabe.  60 Er aber sprach zu ihm: Lass die Toten ihre Toten begraben; du aber geh hin und verkündige das Reich Gottes!  61 Und ein andrer sprach: Herr, ich will dir nachfolgen; aber erlaube mir zuvor, dass ich Abschied nehme von denen, die in meinem Hause sind.  62 Jesus aber sprach zu ihm: Wer die Hand an den Pflug legt und sieht zurück, der ist nicht geschickt für das Reich Gottes. 

Lukas 9,57-62

Morgenlese

Denn siehe, ich will einen neuen Himmel und eine neue Erde schaffen, dass man der vorigen nicht mehr gedenken und sie nicht mehr zu Herzen nehmen wird. 18 Freuet euch und seid fröhlich immerdar über das, was ich schaffe. Denn siehe, ich erschaffe Jerusalem zur Wonne und sein Volk zur Freude, 19 und ich will fröhlich sein über Jerusalem und mich freuen über mein Volk. Man soll in ihm nicht mehr hören die Stimme des Weinens noch die Stimme des Klagens. 20 Es sollen keine Kinder mehr da sein, die nur einige Tage leben, oder Alte, die ihre Jahre nicht erfüllen, sondern als Knabe gilt, wer hundert Jahre alt stirbt, und wer die hundert Jahre nicht erreicht, gilt als verflucht. 21 Sie werden Häuser bauen und bewohnen, sie werden Weinberge pflanzen und ihre Früchte essen. 22 Sie sollen nicht bauen, was ein anderer bewohne, und nicht pflanzen, was ein anderer esse. Denn die Tage meines Volks werden sein wie die Tage eines Baumes, und ihrer Hände Werk werden meine Auserwählten genießen. 23 Sie sollen nicht umsonst arbeiten und keine Kinder für einen frühen Tod zeugen; denn sie sind das Geschlecht der Gesegneten des HERRN, und ihre Nachkommen sind bei ihnen. 24 Und es soll geschehen: Ehe sie rufen, will ich antworten; wenn sie noch reden, will ich hören. 25 Wolf und Lamm sollen beieinander weiden; der Löwe wird Stroh fressen wie das Rind, aber die Schlange muss Erde fressen. Man wird weder Bosheit noch Schaden tun auf meinem ganzen heiligen Berge, spricht der HERR. 

Jesaja 65,17-25

Abendlese

Sogleich aber nach der Bedrängnis jener Tage wird die Sonne sich verfinstern und der Mond seinen Schein verlieren, und die Sterne werden vom Himmel fallen und die Kräfte der Himmel werden ins Wanken kommen. 30 Und dann wird erscheinen das Zeichen des Menschensohns am Himmel. Und dann werden wehklagen alle Stämme der Erde und werden sehen den Menschensohn kommen auf den Wolken des Himmels mit großer Kraft und Herrlichkeit. 31 Und er wird seine Engel senden mit hellen Posaunen, und sie werden seine Auserwählten sammeln von den vier Winden, von einem Ende des Himmels bis zum andern.

32 An dem Feigenbaum lernt ein Gleichnis: Wenn seine Zweige jetzt saftig werden und Blätter treiben, so wisst ihr, dass der Sommer nahe ist. 33 Ebenso auch: Wenn ihr das alles seht, so wisst, dass er nahe vor der Tür ist.

Matthäus 24,29-33

Bekenntnislese

Wir haben nun angezeigt, aus was Ursachen wir die zwei Stücke der Buße gesetzt haben, nämlich die Reue und den Glauben. Und das haben wir darum auch getan, denn man findet allerlei Sprüche hin und wieder in Büchern der Widersacher von der Buße, welche sie aus Augustino und den andern alten Vätern stückweise, verstümmelt einführen, welche sie denn allenthalben dahin gedeutet und gestreckt haben, die Lehre vom Glauben ganz zu unterdrücken. Als diesen Spruch haben sie gesetzt: „Die Buße ist ein Schmerz, dadurch die Sünde gestraft wird.“ Item: „Die Buße ist, daß ich beweine die vorigen Sünden und die beklagten Sünden nicht wieder tue.“ In den Sprüchen wird des Glaubens gar nicht gedacht, und auch in ihren Schulen, da sie gleich solche Sprüche nach der Länge handeln, gedenken sie des Glaubens gar nicht. Darum, damit die Lehre vom Glauben desto bekannter würde, haben wir den Glauben für ein Stück der Buße gesetzt. Denn die Sprüche, die unsere Reue und unsere guten Werke lehren und des Glaubens gar nicht gedenken, die sind gefährlich. wie die Erfahrung gibt. Darum, wenn sie die große Fahr der Seelen und Gewissen bedacht hätten, sollten die Sententiarii und Kanonisten über ihr Dekret billig weislicher geschrieben haben. Denn so die Väter von dem andern Teil der Buße auch reden, nicht allein von einem Teil, sondern von beiden, von der Reue und vom Glauben, so sollten sie beiden beieinander gesetzt haben.

Denn Tertullianus auch redet gar tröstlich vom Glauben, und sonderlich preist er den göttlichen Eid, davon der Prophet redet;: „Als wahr ich lebe, sagt der Her, will ich nicht den Tod des Sünders, sondern daß er sich bekehre und lebe.“ Dieweil Gott schwört, sagt er, er wolle nicht den Tod des Sünders, so erfordert er gewiß den Glauben, daß wir seinem Eid und Schwören glauben sollen, daß er uns die Sünden vergeben wolle. Gottes Zusagen sollen ohnedies bei uns aufs höchste angesehen und geachtet sein. Nun ist die Zusage mit einem Eid bestätigt. Darum so jemand hält, daß ihm die Sünden nicht vergeben werden, der lügenstraft Gott, welches die größte Gotteslästerung ist. Denn also sagt Tertullianus: Invitat praemio ad salutem, iurans etiam, etc.; das ist: „Gott lockt uns zu unserm eigenen Heil mit seinem eigenen Eide, daß man ihm glaube. O wohl denen, um derentwillen Gott schwört! O wehe uns elenden Leuten, wenn wir auch dem göttlichen Eide nicht glauben!“ Und hier müssen wir wissen, daß der Glaube gewiß dafürhalten soll, daß uns Gott aus Gnaden Sünde vergibt um Christus’ willen, nicht um unserer Werke willen, um Beichte oder Genugtuns willen. Denn alsbald wir uns auf Werke gründen, werden wir ungewiß. Denn ein erschrocken Gewissen merkt bald, daß seine besten Werke nichts wert seien gegen Gott. Darum sagt Ambrosius ein fein Wort von der Buße: „Wir müssen Buße tun und auch glauben, daß uns Gnade widerfahre, doch also, daß wir der Gnade hoffen aus dem Glauben; denn der Glaube wartet und erlangt, wie aus einer Handschrift, Gnade.“ Item: „Der Glaube ist eben das, dadurch die Sünder bedeckt werden.“ Darum sind klare Sprüche in den Büchern der Väter nicht allein von Werken, sondern auch vom Glauben. Aber die Widersacher, so sie nicht verstehen die rechte Art der Buße, verstehen auch der Väter Sprüche nicht, klauben sie heraus etliche verstümmelt von einem Teil der Buße, nämlich von der Reue und von den Werken; Und was vom Glauben geredet ist, da laufen sie überhin.

Von der Beichte und Genugtuung.

Gottesfürchtige, ehrbare, fromme, christliche Leute können hier wohl merken, daß viel daran gelegen ist, daß man de poenitentia, von der Reue und dem Glauben, eine rechte, gewisse Lehre in der Kirche habe und erhalte. Denn der große Betrug vom Ablaß usw., item, die ungeschickte Lehre der Sophisten hat uns genug gewitzigt, was großen Unrats und Fährlichkeit daraus entsteht, wenn man hier fehlschlägt. Wie hat manch fromm Gewissen unter dem Papsttum hier so mit großer Arbeit den rechten Weg gesucht und unter solcher Finsternis nicht gefunden! Darum haben wir allezeit großen Fleiß gehabt, von diesem Stück klar, gewiß, richtig zu lehren. Von der Beichte und Genugtuung haben wir nicht besonders gezankt. Denn die Beichte behalten wir auch um der Absolution willen, welche ist Gottes Wort, dadurch uns die Gewalt der Schlüssel losspricht von Sünden. Darum wäre es wider Gott, die Absolution auch der Kirche also abtun usw. Diejenigen, so die Absolution verachten, die wissen nicht, was Vergebung der Sünden ist, oder was die Gewalt der Schlüssel ist. Von dem Erzählen aber der Sünden haben wir oben in unserm Bekenntnis gesagt, daß wir halten, es sei von Gott nicht geboten. Denn daß sie sagen, ein jeglicher Richter muß erst die Sachen und Gebrechen hören, ehe er das Urteil spreche, also müssen erst die Sünden erzählt werden usw. das tut nichts zur Sache. Denn die Absolution ist schlecht der Befehl loszusprechen, und ist nicht ein neu Gericht, Sünde zu erforschen. Denn Gott ist der Richter, der hat den Aposteln nicht das Richteramt, sondern die Gnadenexekution befohlen, diejenigen loszusprechen, so es begehren; Und sie entbinden auch und absolvieren von Sünden, die uns nicht einfallen. Darum ist die Absolution eine Stimme des Evangelii, dadurch wir Trost empfange, und ist nicht ein Urteil oder Gesetz.

Und es ist närrisch und kindisch genug bei Verständigen, den Spruch Salomonis, da er am 27. sagt: Diligenter cognosce vultum pecoris tui, das ist: „Habe acht auf deine Schafe“ usw., an dem Ort von der Beichte oder Absolution einzuführen. Denn Salomo redet da gar nicht von der Beichte, sondern gibt ein Gebot den Hausvätern, daß sie sollen mit dem Ihren zufrieden sein und sich fremdes Guts enthalten, und befiehlt mit dem Wort, ein jeder solle seines Viehes und Güter fleißig wahrnehmen; doch soll er aus Geiz Gottesfurcht, Gottes Gebot und Wort nicht vergessen. Aber die Widersacher machen aus der Schrift Schwarz und Weiß, wann und wie sie wollen, wider alle natürliche Art der klaren Worte an dem Ort: Cognosce vultum pecoris etc. Da muß cognoscere Beichtehören heißen. : „Vieh“ oder: „Schafe“ muß da Menschen heißen. Stabulum, achten wir, heißt auch eine Schule, da solche Doctores und Oratores innen sind. Aber ihnen geschieht recht, die also die Heilige Schrift, alle guten Künste verachten, daß sie so grob in der Grammatika fehlen. Wenn jemand an dem Ort je Lust hätten, einen Hausvater, davon Salomo redet, mit einem Seelenhirten zu vergleichen, so müßte vultus da nicht arcana conscientiae, sondern den äußerlichen Wandel bedeuten.

Apologie XII,91-106 (Von der Buß)

Es segne und behüte Euch Gott, der allmächtige und barmherzige, der Vater, Sohn + Heiliger Geist

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Ach Gott und Herr, wie groß und schwer sind mein begangene Sünden! (LKG 219)

St. Marien (Lutherstadt Wittenberg)

Des Morgens, wenn Du aufstehst, kannst Du Dich segnen mit dem Zeichen des heiligen Kreuzes und sagen: Das walte Gott Vater + Sohn und Heiliger Geist! Amen

Apostolische Glaubensbekenntnis 

Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde. 

Und an Jesum Christum, seinen einigen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist von dem Heiligen Geist, geboren aus Maria der Jungfrau, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, niedergefahren zur Hölle, am dritten Tage wieder auferstanden von den Toten, aufgefahren gen Himmel; sitzend zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters; von dannen er kommen wird zu richten die Lebendigen und die Toten. 

Ich glaube an den Heiligen Geist, eine heilige christliche Kirche, die Gemeinde der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. Amen.

Vaterunser 

Vater unser im Himmel
Geheiligt werde Dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Willst du, so kannst du dies Gebet dazu sprechen (Luthers Morgensegen)

Ich danke Dir, mein himmlischer Vater, durch Jesus Christus, Deinen lieben Sohn, daß Du mich diese Nacht vor allem Schaden und Gefahr behütet hast, und bitte Dich, Du wollest mich diesen Tag auch behüten vor Sünden und allem Übel, daß Dir all mein Tun und Leben gefalle. Denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in Deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde.

Als dann mit Freuden an Dein Werk gegangen und etwa ein Lied gesungen oder was Dir Deine Andacht eingibt.

Kollekte

Herr, allmächtiger Gott, Du hast Deinen Sohn gesetzt über das Werk Deiner Hände, Wind und Meer müssen ihm gehorchen: Wir bitten Dich, gib Deinem Worte Kraft, daß Dein Reich wachse und Macht gewinne und alle Kreatur frei werde zu der herrlichen Freiheit Deiner Kinder, durch Jesus Christus, unseren Herrn, der mit Dir und dem Heiligen Geist lebt und regiert in Ewigkeit, ein Gott und Herr, nun und allezeit. Amen. 

Orate fratres S.120f 

Kommt und sehet an die Werke Gottes, der so wunderbar ist in seinem Tun an den Menschenkindern (Psalm 66,5)

Buße tun und glauben 

Ach Gott und Herr, wie groß und schwer sind mein begangne Sünden! Da ist niemand,
der helfen kann, auf dieser Welt zu finden.

Lief ich gleich weit zu dieser Zeit bis an der Erde Enden, wollt ledig sein des Kreuzes mein, würd ich doch nicht wenden.

Zu dir flieh ich; verstoß mich nicht, wie ich’s wohl hab verdienet. Ach Gott, zürn nicht, geh nicht ins G’richt, Dein Sohn hat mich versühnet.

Solls ja so sein, daß Straf und Pein auf Sünden folgen müssen, so fahr hier fort, nur schone dort und laß mich hier wohl büßen.

Gib, Herr, Geduld, vergiß der Schuld, schaff ein gehorsam Herze, daß ich nur nicht, wie’s wohl geschicht, murrend mein Heil verscherzen.

Handle mit mir, wie’s dünket Dir, durch Dein Gnad will ich’s leiden; nur wollst Du mich nicht ewiglich, mein Gott, dort von Dir scheiden.

Martin Rutilius oder Johann Major (Jena 1613: LKG 219)

Fortlaufende Lese

Es begab sich aber, als die Zeit erfüllt war, dass er in den Himmel aufgenommen werden sollte, da wandte er das Angesicht, entschlossen, nach Jerusalem zu wandern.  52 Und er sandte Boten vor sich her; die gingen hin und kamen in ein Dorf der Samariter, ihm Herberge zu bereiten.  53 Und sie nahmen ihn nicht auf, weil er sein Angesicht gewandt hatte, nach Jerusalem zu wandern.  54 Als aber das die Jünger Jakobus und Johannes sahen, sprachen sie: Herr, willst du, so wollen wir sagen, dass Feuer vom Himmel falle und sie verzehre.  55 Er aber wandte sich um und bedrohte sie.  56 Und sie gingen in ein anderes Dorf. 

Lukas 9,51-56

Morgenlese

Und Gott sprach: Das ist das Zeichen des Bundes, den ich geschlossen habe zwischen mir und euch und allem lebendigen Getier bei euch auf ewig: 13 Meinen Bogen habe ich gesetzt in die Wolken; der soll das Zeichen sein des Bundes zwischen mir und der Erde. 14 Und wenn es kommt, dass ich Wetterwolken über die Erde führe, so soll man meinen Bogen sehen in den Wolken. 15 Alsdann will ich gedenken an meinen Bund zwischen mir und euch und allem lebendigen Getier unter allem Fleisch, dass hinfort keine Sintflut mehr komme, die alles Fleisch verderbe. 16 Darum soll mein Bogen in den Wolken sein, dass ich ihn ansehe und gedenke an den ewigen Bund zwischen Gott und allem lebendigen Getier unter allem Fleisch, das auf Erden ist. 17 Und Gott sagte zu Noah: Das sei das Zeichen des Bundes, den ich aufgerichtet habe zwischen mir und allem Fleisch auf Erden. 

Genesis (1. Mose) 9,12-17

Abendlese

Von der sechsten Stunde an kam eine Finsternis über das ganze Land bis zur neunten Stunde. 46 Und um die neunte Stunde schrie Jesus laut: Eli, Eli, lama asabtani?[2] Das heißt: Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen? 47 Einige aber, die da standen, als sie das hörten, sprachen sie: Der ruft nach Elia. 48 Und sogleich lief einer von ihnen, nahm einen Schwamm und füllte ihn mit Essig und steckte ihn auf ein Rohr und gab ihm zu trinken. 49 Die andern aber sprachen: Halt, lasst uns sehen, ob Elia komme und ihm helfe! 50 Aber Jesus schrie abermals laut und verschied. 51 Und siehe, der Vorhang im Tempel zerriss in zwei Stücke von oben an bis unten aus. Und die Erde erbebte, und die Felsen zerrissen, 52 und die Gräber taten sich auf und viele Leiber der entschlafenen Heiligen standen auf 53 und gingen aus den Gräbern nach seiner Auferstehung und kamen in die heilige Stadt und erschienen vielen. 54 Als aber der Hauptmann und die mit ihm Jesus bewachten das Erdbeben sahen und was da geschah, erschraken sie sehr und sprachen: Wahrlich, dieser ist Gottes Sohn gewesen!

Matthäus 27,45-54

Bekenntnislese

Aus dieser Ursache streitet Paulus, daß wir nicht durch das Gesetz gerecht werden, und hält gegen das Gesetz die Zusage Gottes, die Verheißung der Gnade, welche um Christus’ willen uns gegeben wird. Da rückt uns Paulus herum und weist uns vom Gesetz auf die göttliche Verheißung; da will er, daß wir sollen auf Gott und seine Zusage sehen und den Herrn Christum für unsern Schatz halten; denn dieselbe Zusage wird vergeblich sein, so wir durch des Gesetzes Werke gerecht vor Gott werden, so wir durch unsere Gerechtigkeit Vergebung der Sünden verdienen. Nun ist es gewiß, daß Gott darum die Zusage tut, darum Christus auch gekommen ist, daß wir das Gesetz nicht halten noch erfüllen können. Darum müssen wir erst durch die Verheißung versöhnt werden, ehe wir das Gesetz erfüllen; die Verheißung aber kann man nicht fassen denn allein durch den Glauben. Darum alle diejenigen, so rechte Reue haben, ergreifen die Verheißung der Gnade durch den Glauben und glauben gewiß, daß wir dem Vater versöhnt werden durch Christum. Das ist auch die Meinung Pauli zu den Römern am 4.: „Darum erlangen wir Gnade durch den Glauben, daß die Verheißung fest stehe.“ Und zu den Galatern am 3.: „Die Schrift hat alles unter die Sünde beschlossen, daß die Verheißung Jesu Christi durch den Glauben werde gegeben den Gläubigen“, das ist, alle Menschen sind unter der Sünde und können nicht erlöst werden, sie ergreifen denn Vergebung der Sünden durch den Glauben. Darum müssen wir erst Vergebung der Sünden durch den Glauben erlangen, ehe wir das Gesetz erfüllen. Wiewohl, wie wir oben gesagt, aus dem Glauben die Liebe gewiß folgt, denn diejenigen, so glauben, empfangen den Heiligen Geist. Darum fangen sie an, dem Gesetz hold zu werden und demselben zu gehorchen.

Wir wollten hier mehr Sprüche einführen, aber die Schrift ist deren allenthalben voll. Ich wollte es auch gern nicht zu lang machen, damit diese Sache desto klarer sei. Denn es hat gar keinen Zweifel, daß dieses Pauli Meinung sei, das wir Vergebung der Sünden erlange um Christus’ willen durch den Glauben, daß wir auch den Mittler setzen müssen gegen Gottes Zorn, nicht unsere Werke. Es sollen sich auch fromme, christliche Gewissen daran nichts irren, ob die Widersacher die klaren Sprüche Pauli fälschlich auslegen und unrecht deuten. Denn so einfältig, so gewiß und rein, so klar kann man nichts reden oder schreiben, man kann ihm mit Worten eine andere Nase machen. Wir sind aber des gewiß und wissen’s fürwahr, daß die Meinung, die wir gesetzt, die rechte Meinung Pauli ist. So hat das auch keinen Zweifel, daß diese Lehre allein ein recht gewisser Trost ist, die Herzen und Gewissen in rechtem Kampf und in agone des Todes und Anfechtung zu stillen, zu trösten, wie es die Erfahrung gibt.

Derhalben nur weit, weit von uns mit den pharisäischen Lehren der Widersacher, da sie sagen, daß wir Vergebung der Sünden nicht durch den Glauben erlangen, sondern daß wir sie verdienen müssen mit unsern Werken und mit unserer Liebe gegen Gott; item daß wir mit unsern Werken und Liebe sollen Gottes Zorn versöhnen! Denn es ist eine recht pharisäische Lehre, eine Lehre des Gesetzes, nicht des Evangelii, da sie lehren, daß der Mensch erst durch das Gesetz gerecht werde, ehe er durch Christum Gott versöhnt werde, so doch Christus sagt: „ohne mich könnt ihr nichts tun“; item: „Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben.“ Die Widersacher aber, die reden davon, als seien wir nicht Christi Reben, sondern Mosis. Denn sie wollen erst durchs Gesetz fromm und gerecht vor Gott werden und erst unsere Werke und Dilektion Gott opfern, ehe sie Reben am Weinstock Christi sind. Paulus aber, welcher freilich ein viel höherer Doktor ist denn die Widersacher, redet klar und streitet wiederum dies allein, daß niemand das Gesetz tun könne ohne Christum. Darum diejenigen, so die Sünde und Angst des Gewissens recht fühlen oder erfahren haben, die müssen sich an die Zusage der Gnade halten, daß sie durch den Glauben erst Gott versöhnt werden um Christus’ willen, ehe sie das Gesetz erfüllen. Dieses alles ist öffentlich und klar genug bei gottesfürchtigen Gewissen. Und hieraus werden Christen wohl verstehen, warum wir oben gesagt haben, daß wir allein durch den Glauben vor Gott gerecht werden, nicht durch unsere Werke oder Dilektion usw. Denn all unser Vermögen, alles Tun und Werk sind zu schwach, Gottes Zorn wegzunehmen und zu stillen; darum müssen wir Christum, den Mittler, darstellen.

Endlich aber sollten die Widersacher bedenken: wann will doch ein arm Gewissen zu Frieden kommen und stille werden, so wir Gnade und Vergebung der Sünden darum erlangen, daß wir Gott liebhaben, oder daß wir das Gesetz erfüllen? Das Gesetz wird uns allzeit anklagen; denn kein Mensch erfüllt das Gesetz, wie Paulus sagt: „Das Gesetz richtet Zorn an.“ Es fragt Chrysostomus, so fragen auch die Sententarii, wie einer gewiß wird, daß ihm die Sünden vergeben seien. Es ist wahrlich wohl Fragens wert. Wohl dem, der da recht Antwort gibt! Auf diese allernötigste Frage ist nicht möglich zu antworten, es ist auch nicht möglich, das Gewissen in Anfechtung recht zu trösten oder zu stillen, man antworte denn auf diese Meinung. Es ist Gottes Beschluß, Gottes Befehl von Anbeginn der Welt her, daß uns durch den Glauben an den gebenedeiten Samen, das ist, durch den Glauben, um Christus’ willen, ohne Verdienst sollen Sünden vergeben werden. So jemand aber daran wankt oder zweifelt, der lügenstraft Gott in seiner Verheißung, wie Johannes sagt. Da sagen wir nun, daß ein Christ solches für gewiß als Gottes Befehl halten soll, und hält er’s also, so ist er gewiß und fühlt Frieden und Trost. Die Widersacher, wenn sie lange predigen und lehren außer dieser Lehre, lassen sie die armen Gewissen im Zweifel stecken. Da ist nicht möglich, daß da sollte Ruhe sein, ein still oder friedlich Gewissen, wenn sie Zweifeln, ob Gott gnädig sei. Denn so sie zweifeln, ob sie einen gnädigen Gott haben, ob sie recht tun, ob sie Vergebung der Sünden haben, wie können sie denn in dem Zweifel Gott anrufen, wie können sie gewiß sein, daß Gott ihr Gebet achte und erhöre? Also ist all ihr Leben ohne Glauben, und können Gott nicht recht dienen. Das ist’s, das Paulus zu den Römern sagt: „Was nicht aus dem Glauben ist, das ist Sünde.“ Und dieweil sie in dem Zweifel allzeit und ewig stecken bleiben, so erfahren sie nimmer, was Gott, was Christus, was Glaube sei. Darüber geht’s zuletzt also, daß sie in Verzweiflung, ohne Gott, ohne alle Gotteserkenntnis sterben. Eine solch schädliche Lehre führen die Widersacher, nämlich eine solche Lehre, dadurch das ganze Evangelium wird weggetan, Christus unterdrückt, die Leute in Herzeleid und Qual der Gewissen, endlich, wenn Anfechtungen kommen, in Verzweiflung geführt. Dieses wolle nun Kaiserliche Majestät gnädiglich betrachten und wohl aufsehen; es betrifft nicht Gold oder Silber, sondern Seelen und Gewissen. Auch wollen alle Ehrbaren, Verständigen hier wohl aufmerken, was diese Sache sei oder nicht sei. Hier mögen wir leiden, daß alle ehrbaren Leute urteilen, welcher Teil für die christlichen Gewissen das Nützlichste gelehrt habe, wir oder die Widersacher. Denn wahrlich soll man es dafürhalten, daß uns mit Zank und Zwiespalt nicht wohl ist. Und wenn es nicht die größten, allerwichtigsten Ursachen hätte, nämlich unser aller Gewissen, Heil und Seele belangend, warum wir dieses müssen mit den Widersachern so heftig streiten, so wollten wir wohl schweigen. Aber nachdem sie das heilige Evangelium, alle klare Schrift der Apostel, die göttliche Wahrheit, verdammen, so können wir mit Gott und Gewissen diese selige Lehre und göttliche Wahrheit, daran wir endlich, wenn dies arme zeitliche Leben aufhört und aller Kreaturen Hilfe aus ist, den einigen, ewigen, höchsten Trost erwarten, nicht verleugnen, auch von dieser Sache in keinem Wege weichen, welche nicht unser allein ist, sondern der ganzen Christenheit, und belangt den höchsten Schatz, Jesum Christum.

Apologie XII,79-90 (Von der Buße)

Es segne und behüte Euch Gott, der allmächtige und barmherzige, der Vater, Sohn + Heiliger Geist

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O Gott Vater in Ewigkeit, voller Gnad und Barmherzigkeit: sei mir gnädig durch Deinen Sohn, den Du für mich hast sterben lan. (LKG 218)

Pieta der St. Marienbasilika, Danzig (Mateusz Kwiecień FB)

Des Morgens, wenn Du aufstehst, kannst Du Dich segnen mit dem Zeichen des heiligen Kreuzes und sagen: Das walte Gott Vater + Sohn und Heiliger Geist! Amen

Apostolische Glaubensbekenntnis 

Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde. 

Und an Jesum Christum, seinen einigen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist von dem Heiligen Geist, geboren aus Maria der Jungfrau, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, niedergefahren zur Hölle, am dritten Tage wieder auferstanden von den Toten, aufgefahren gen Himmel; sitzend zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters; von dannen er kommen wird zu richten die Lebendigen und die Toten. 

Ich glaube an den Heiligen Geist, eine heilige christliche Kirche, die Gemeinde der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. Amen.

Vaterunser 

Vater unser im Himmel
Geheiligt werde Dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Willst du, so kannst du dies Gebet dazu sprechen (Luthers Morgensegen)

Ich danke Dir, mein himmlischer Vater, durch Jesus Christus, Deinen lieben Sohn, daß Du mich diese Nacht vor allem Schaden und Gefahr behütet hast, und bitte Dich, Du wollest mich diesen Tag auch behüten vor Sünden und allem Übel, daß Dir all mein Tun und Leben gefalle. Denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in Deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde.

Als dann mit Freuden an Dein Werk gegangen und etwa ein Lied gesungen oder was Dir Deine Andacht eingibt.

Kollekte

Herr, allmächtiger Gott, Du hast Deinen Sohn gesetzt über das Werk Deiner Hände, Wind und Meer müssen ihm gehorchen: Wir bitten Dich, gib Deinem Worte Kraft, daß Dein Reich wachse und Macht gewinne und alle Kreatur frei werde zu der herrlichen Freiheit Deiner Kinder, durch Jesus Christus, unseren Herrn, der mit Dir und dem Heiligen Geist lebt und regiert in Ewigkeit, ein Gott und Herr, nun und allezeit. Amen. 

Orate fratres S.120f 

Kommt und sehet an die Werke Gottes, der so wunderbar ist in seinem Tun an den Menschenkindern (Psalm 66,5)

Buße tun und glauben 

O Gott Vater in Ewigkeit, voll Gnade und Barmherzigkeit: Sei mir gnädig durch Deinen Sohn, den Du für mich hast sterben lan.

Sieh an sein Leid und Marter groß, mach mich dadurch von Sünden los; sein Wunden, Schmerzen, Angst und Pein lass Dir meine Versöhnung sein.

Ach, Herr, mein Sünd vergib aus Gnad, daß mir dieselb zum Tod nicht schad; erzeig mir Dein Barmherzigkeit, leg allen Zorn und Straf beiseit.

Sieh an die Wunden Deines Sohns und mach mich würdig seines Lohns. Sieh nicht an die Sünde mein, vielmehr die Meng der Wunden sein.

Dein beleidigt Majestät gänzlich dadurch versöhnt er hat. Was ich nicht bin, findst Du bei ihm, sein Tod ist und bleibt mein Gewinn.

Sein rosinfarben teuer Blut ist mein Erbteil und höchstes Gut. Verleih, daß ich von ganzem Herz all mein Vertrauen darauf setz

und in dem bittern Leiden sein stets hab die höchste Freude mein. So will ich, Herr, stets danken Dir für Deine Gnade für und für.

Melchior Eccard 1599 (LKG 218)

Fortlaufende Lese

Es kam aber unter ihnen der Gedanke auf, wer von ihnen der Größte wäre.  47 Da aber Jesus den Gedanken ihres Herzens erkannte, nahm er ein Kind und stellte es neben sich  48 und sprach zu ihnen: Wer dieses Kind aufnimmt in meinem Namen, der nimmt mich auf; und wer mich aufnimmt, der nimmt den auf, der mich gesandt hat. Denn wer der Kleinste ist unter euch allen, der ist groß.  

49 Da antwortete Johannes und sprach: Meister, wir sahen einen, der trieb Dämonen aus in deinem Namen; und wir wehrten ihm, denn er folgt dir nicht nach mit uns.  50 Und Jesus sprach zu ihm: Wehret ihm nicht! Denn wer nicht gegen euch ist, der ist für euch. 

Lukas 9,46-50

Morgenlese

Zuletzt, als die Elf zu Tisch saßen, offenbarte er sich ihnen und schalt ihren Unglauben und ihres Herzens Härte, dass sie nicht geglaubt hatten denen, die ihn gesehen hatten als Auferstandenen. 15 Und er sprach zu ihnen: Gehet hin in alle Welt und predigt das Evangelium aller Kreatur. 16 Wer da glaubt und getauft wird, der wird selig werden; wer aber nicht glaubt, der wird verdammt werden. 17 Die Zeichen aber, die folgen werden denen, die da glauben, sind diese: In meinem Namen werden sie Dämonen austreiben, in neuen Zungen reden, 18 Schlangen mit den Händen hochheben, und wenn sie etwas Tödliches trinken, wird’s ihnen nicht schaden; Kranken werden sie die Hände auflegen, so wird’s gut mit ihnen. 19 Nachdem der Herr Jesus mit ihnen geredet hatte, wurde er aufgehoben gen Himmel und setzte sich zur Rechten Gottes. 20 Sie aber zogen aus und predigten an allen Orten. Und der Herr wirkte mit ihnen und bekräftigte das Wort durch die mitfolgenden Zeichen.

Markus 16,14-20

Abendlese

Damals sangen Mose und die Israeliten dies Lied dem HERRN und sprachen: Ich will dem HERRN singen, denn er ist hoch erhaben; Ross und Reiter hat er ins Meer gestürzt. 2 Der HERR ist meine Stärke und mein Lobgesang und ist mein Heil. Das ist mein Gott, ich will ihn preisen, er ist meines Vaters Gott, ich will ihn erheben. 3 Der HERR ist der rechte Kriegsmann, HERR ist sein Name. 4 Des Pharao Wagen und seine Macht warf er ins Meer, seine auserwählten Streiter versanken im Schilfmeer. 5 Fluten haben sie bedeckt, sie sanken in die Tiefe wie Steine. 6 HERR, deine rechte Hand, herrlich an Kraft, deine rechte Hand, HERR, zerschlägt den Feind. 7 Und mit deiner großen Herrlichkeit hast du deine Widersacher gestürzt; denn als du deinen Grimm ausließest, verzehrte er sie wie Stoppeln. 8 Durch dein Schnauben türmten die Wasser sich auf, die Fluten standen wie ein Wall; die Tiefen erstarrten mitten im Meer. 9 Der Feind gedachte: Ich will nachjagen und ergreifen und den Raub austeilen und meinen Mut an ihnen kühlen. Ich will mein Schwert ziehen, und meine Hand soll sie verderben. 10 Da ließest du deinen Wind blasen, und das Meer bedeckte sie, und sie sanken unter wie Blei im mächtigen Wasser. 11 HERR, wer ist dir gleich unter den Göttern? Wer ist dir gleich, der so herrlich und heilig ist, schrecklich, löblich und wundertätig? 12 Als du deine rechte Hand ausrecktest, verschlang sie die Erde. 13 Du hast geleitet durch deine Barmherzigkeit dein Volk, das du erlöst hast, und hast sie geführt durch deine Stärke zu deiner heiligen Wohnung. 14 Als das die Völker hörten, erbebten sie; Angst kam die Philister an. 15 Da erschraken die Fürsten Edoms, Zittern kam die Gewaltigen Moabs an, alle Bewohner Kanaans wurden feig. 16 Es fiel auf sie Erschrecken und Furcht; vor deinem mächtigen Arm erstarrten sie wie die Steine, bis dein Volk, HERR, hindurchzog, bis das Volk hindurchzog, das du erworben hast. 17 Du brachtest sie hinein und pflanztest sie ein auf dem Berge deines Erbteils, den du, HERR, dir zur Wohnung gemacht hast, zu deinem Heiligtum, Herr, das deine Hand bereitet hat. 18 Der HERR wird König sein immer und ewig. 19 Denn der Pharao zog hinein ins Meer mit Rossen und Wagen und Reitern. Und der HERR ließ das Meer wieder über sie kommen. Aber die Israeliten gingen trocken mitten durchs Meer. 20 Da nahm Mirjam, die Prophetin, Aarons Schwester, eine Pauke in ihre Hand, und alle Frauen folgten ihr nach mit Pauken im Reigen. 21 Und Mirjam sang ihnen vor: Lasst uns dem HERRN singen, denn er ist hoch erhaben; Ross und Reiter hat er ins Meer gestürzt. 

2. Mose 15,1-21 Das Lied des Mose

Bekenntnislese

Aber sie werden vielleicht sagen, sie hätten auch Lehrer für sich, Scotum, Gabrielem und dergleichen, die auch großen Namen haben, dazu auch die Sprüche der Väter, welche im Dekret verstümmelt angezogen. Ja, es ist wahr, sie heißen alle Lehrer und Skribenten, aber am Gesange kann man merken, welche Vögel es sind. Dieselben Skribenten haben nichts anderes denn Philosophie gelehrt und von Christo und Gottes Werk nichts gewußt; das beweisen ihre Bücher klar.

Derhalben lassen wir uns nicht irren, sondern wissen fürwahr, daß wir das Wort des heiligen Apostels Petri, als eines großen Doktors, fröhlich mögen halten gegen alle Sententiarios über einen Haufen, und wenn ihrer viel tausend wären.

Denn Petrus sagt klar, es sei eine einträchtige Stimme aller Propheten, und dieselbe herrliche Predigt des hohen, großen Apostels hat Gott kräftig dasmal bestätigt durch Austeilung des Heiligen Geistes.

Denn also sagt der Text: „Als Petrus noch redete, fiel der Heilige Geist auf alle, die dem Wort zuhörten.“

Derhalben sollen die christlichen Gewissen das wohl merken, daß dieses Gottes Wort und Gebot ist, daß uns ohne Verdienst Sünden vergeben werden durch Christum, nicht um unserer Werke willen, und solch Gotteswort und =gebot ist ein rechter, starker, gewisser, unvergänglicher Trost wider alles Schrecken der Sünde, des Todes, wider alle Anfechtung und Verzweiflung, Qual und Angst des Gewissens.

Da wissen die müßigen Sophisten wenig von, und die selige Predigt, das Evangelium, welche Vergebung der Sünden predigt durch den gebenedeiten Samen, das ist, Christum, ist von Anbeginn der Welt aller Patriarchen, aller frommen Könige, aller Propheten, aller Gläubigen größter Schatz und Trost gewesen; denn sie haben an denselben Christum geglaubt, da wir an glauben. Denn von Anfang der Welt ist kein Heiliger anders denn durch den Glauben desselben Evangelii selig geworden. Darum sagt auch Petrus, es sei eine einträchtige Stimme aller Propheten (und die Apostel predigen auch einträchtig gleich dasselbe), und zeigt an, daß die Propheten gleich als durch einen Mund geredet haben. Darüber sind die Zeugnisse der heiligen Väter. Denn Bernhardus sagt mit klaren Worten also: „Darum ist vor allen Dingen not zu wissen, daß wir Vergebung der Sünden nicht anders haben können denn durch Gottes Gnade; doch sollst du dieses dazusetzen, daß du das glaubst, daß auch dir, nicht allein andern, durch Christum Sünden vergeben werden. Das ist das Zeugnis des Heiligen Geistes inwendig in deinem Herzen, dir selbst sind deine Sünden vergeben. Denn also nennt’s der Apostel, daß der Mensch ohne Verdienst gerecht wird, durch den Glauben.“ Diese Worte St. Bernhards streichen erst diese unsere Lehre recht heraus und setzen sie recht an das Licht. Denn er sagt, daß wir nicht allein insgemein glauben sollen, daß uns Sünden vergeben werden, sondern sagt, dieses muß dazugesetzt werden, daß ich für mich glaube, daß mir Sünden vergeben seien. Und lehrt darüber noch eigentlicher und klarer, wie wir inwendig im Herzen der Gnade, der Vergebung unserer Sünden gewiß werden, nämlich wenn die Herzen getröstet werden und gestillt inwendig durch diesen Trost. Wie aber nun, ihr Widersacher? Ist St. Bernhard auch ein Ketzer? Was wollt ihr doch mehr haben? Wollt ihr noch leugnen, daß wir Vergebung der Sünden erlangen durch den Glauben.?

Für das dritte sagen die Widersacher, daß die Sünde also vergeben werde, quia attritus vel contritus elicit actum dilectionis Dei; wenn wir uns aus der Vernunft vornehmen, Gott zu lieben, durch das Werk, sagen sie, erlangen wir Vergebung der Sünden. Das ist nichts anderes, denn das Evangelium und die göttlichen Verheißungen abtun und eitel Gesetz lehren; denn sie reden von eitel Gesetz und unsern Werken; denn das Gesetz fordert Liebe. Darum lehren sie vertrauen, daß wir Vergebung der Sünden erlangen durch solche Reue und unser Lieben. Was ist das anders, denn vertrauen auf unsere Werke, nicht auf die Zusage oder Verheißung von Christo? So nun das Gesetz genug ist, Vergebung der Sünden zu erlangen, was ist Christi, was ist des Evangelii vonnöten? Wir aber weisen die Gewissen ab von dem Gesetz, von ihren Werken auf das Evangelium und die Verheißung der Gnade. Denn das Evangelium, das bietet Christum an und eitel Gnade und heißt uns auf die Zusage vertrauen, daß wir um Christus’ willen versöhnt werden dem Vater, nicht um unserer Reue oder Liebe willen; denn es ist kein anderer Mittler oder Versöhner denn Christus. So können wir das Gesetz nicht erfüllen, wenn wir nicht erst durch Christum versöhnt sind; Und ob wir schon etwas Gutes tun, so müssen wir es doch dafürhalten, daß wir nicht um der Werke willen, sondern um Christus’ willen Vergebung der Sünden erlangen.

Derhalben heißt das Christum geschmäht und das Evangelium abgetan, wenn jemand wollte halten, daß wir Vergebung der Sünden durch das Gesetz oder auf andere Weise denn durch den Glauben an Christum erlangen. Und dieses haben wir auch oben gehandelt De iustificatione, da wir gesagt haben, warum wir lehren, daß wir durch den Glauben gerecht werden und nicht durch die Liebe Gottes oder durch unsere Liebe gegen Gott. Derhalben, wenn die Widersacher lehren, daß wir durch Reue und Liebe Vergebung der Sünden erlangen und darauf vertrauen, ist nichts anderes, denn das Gesetz lehren, welches sie dennoch nicht verstehen, was es für eine Liebe gegen Gott fordere, sondern sehen wie die Juden allein in das verdeckte Angesicht Mosis. Denn ich will gleich setzen, daß die Werke und die Liebe da seien; dennoch können weder Werke noch Liebe Gott versöhnen, oder als viel als Christus gelten, wie der Psalm sagt: „Du wollest nicht mit deinem Knechte in das Gericht gehen“ usw. Darum sollen wir die Ehre Christi nicht unsern Werken geben.

Apologie XII:68-78 (Von der Buß)

Es segne und behüte Euch Gott, der allmächtige und barmherzige, der Vater, Sohn + Heiliger Geist

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Herr Jesu Christ, Du höchstes Gut, Du Brunnquell aller Gnaden (LKG 217)

Des Morgens, wenn Du aufstehst, kannst Du Dich segnen mit dem Zeichen des heiligen Kreuzes und sagen: Das walte Gott Vater + Sohn und Heiliger Geist! Amen

Apostolische Glaubensbekenntnis 

Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde. 

Und an Jesum Christum, seinen einigen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist von dem Heiligen Geist, geboren aus Maria der Jungfrau, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, niedergefahren zur Hölle, am dritten Tage wieder auferstanden von den Toten, aufgefahren gen Himmel; sitzend zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters; von dannen er kommen wird zu richten die Lebendigen und die Toten. 

Ich glaube an den Heiligen Geist, eine heilige christliche Kirche, die Gemeinde der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. Amen.

Vaterunser 

Vater unser im Himmel
Geheiligt werde Dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Willst du, so kannst du dies Gebet dazu sprechen (Luthers Morgensegen)

Ich danke Dir, mein himmlischer Vater, durch Jesus Christus, Deinen lieben Sohn, daß Du mich diese Nacht vor allem Schaden und Gefahr behütet hast, und bitte Dich, Du wollest mich diesen Tag auch behüten vor Sünden und allem Übel, daß Dir all mein Tun und Leben gefalle. Denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in Deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde.

Als dann mit Freuden an Dein Werk gegangen und etwa ein Lied gesungen oder was Dir Deine Andacht eingibt.

Kollekte

Herr, allmächtiger Gott, Du hast Deinen Sohn gesetzt über das Werk Deiner Hände, Wind und Meer müssen ihm gehorchen: Wir bitten Dich, gib Deinem Worte Kraft, daß Dein Reich wachse und Macht gewinne und alle Kreatur frei werde zu der herrlichen Freiheit Deiner Kinder, durch Jesus Christus, unseren Herrn, der mit Dir und dem Heiligen Geist lebt und regiert in Ewigkeit, ein Gott und Herr, nun und allezeit. Amen. 

Orate fratres S.120f 

Kommt und sehet an die Werke Gottes, der so wunderbar ist in seinem Tun an den Menschenkindern (Psalm 66,5)

Buße tun und glauben 

Herr Jesu Christ, Du höchstes Gut, Du Brunnquell aller Gnaden, sieh doch, wie ich in meinem Mut mit Schmerzen bin beladen und in mir hab der Pfeile viel, die im Gewissen ohne Ziel mich armen Sünder drücken.

Erbarm Dich mein in solcher Last, nimm sie aus meinem Herzen, dieweil Du sie gebüßet hast am Holz mit Todesschmerzen, auf daß ich nicht vor großem Weh in meinen Sünden untergeh und ewiglich verzage.

Fürwahr, wenn mir das kommet ein, was ich mein Tag begangen, so fällt mir auf das Herz ein Stein und bin mit Furcht umfangen; ja, ich weiß weder aus noch ein und müßte stracks verloren sein, wenn ich Dein Wort nicht hätte.

Aber Dein heilsam Wort das macht mit seinem süßen Singen, daß mir das Herze wieder lacht und neu beginnt zu springen; dieweil es alle Gnad verheißt denen, die mit zerknirschtem Geist zu Dir, o Jesu, kommen.

Und weil ich denn in meinem Sinn, wie ich zuvor geklagt, auch ein betrübter Sünder bin, den sein Gewissen naget, und gerne möchte im Blute Dein von Sünden absolvieret sein, wie David und Manasse,

so komm auch ich zu Dir allhie in meiner Angst geschritten und tu Dich mit gebeugtem Knie von ganzem Herzen bitten: Verzeihe mir doch gnädiglich, was ich mein Lebtag wider Dich auf Erden hab begangen.

O Herr, vergib, vergib mirs doch um Deines Namens willen; Du wollst abtun das schwere Joch, der Sünden Jammer stillen, daß sich mein Herz zufrieden geb und Dir hinfort zu Ehren leb mit kindlichem Gehorsam.

Stärk mich mit Deinem Freudengeist, heil mich mit Deinen Wunden, tröst mich mit Deinem Todesschweiß in meiner letzten Stunden und nimm mich einst, wenn Dirs gefällt, im rechten Glauben von der Welt zu Deinen Auserwählten.

Bartholomäus Ringwald 1588 (LKG 217)

Fortlaufende Lese

Es begab sich aber am nächsten Tag, als sie von dem Berg herabkamen, da kam ihm eine große Menge entgegen.  38 Und siehe, ein Mann aus der Menge rief: Meister, ich bitte dich, sieh doch nach meinem Sohn; denn er ist mein einziger Sohn.  39 Siehe, ein Geist ergreift ihn, und plötzlich schreit er, und er reißt ihn hin und her, dass er Schaum vor dem Mund hat, und lässt kaum von ihm ab und reibt ihn ganz auf.  40 Und ich habe deine Jünger gebeten, dass sie ihn austrieben, und sie konnten es nicht.  41 Da antwortete Jesus und sprach: O du ungläubiges und verkehrtes Geschlecht, wie lange soll ich bei euch sein und euch erdulden? Bring deinen Sohn her!  42 Und da er zu ihm kam, riss ihn der Dämon zu Boden und zerrte ihn hin und her. Jesus aber bedrohte den unreinen Geist und machte den Knaben gesund und gab ihn seinem Vater wieder.  

43 Und sie entsetzten sich alle über Gottes große Macht. Als sie sich aber alle verwunderten über alles, was er tat, sprach er zu seinen Jüngern:  44 Lasst diese Worte in eure Ohren dringen; denn der Menschensohn wird überantwortet werden in die Hände der Menschen.  45 Sie aber verstanden dieses Wort nicht, und es war vor ihnen verborgen, sodass sie es nicht begriffen. Und sie fürchteten sich, ihn nach diesem Wort zu fragen. 

Morgenlese

Und er ging von dort weiter und kam in ihre Synagoge. 10 Und siehe, da war ein Mensch, der hatte eine verdorrte Hand. Und sie fragten ihn und sprachen: Ist’s erlaubt, am Sabbat zu heilen?, damit sie ihn verklagen könnten. 11 Aber er sprach zu ihnen: Wer ist unter euch, der sein einziges Schaf, wenn es am Sabbat in eine Grube fällt, nicht ergreift und es heraufhebt? 12 Wie viel mehr ist nun ein Mensch als ein Schaf! Darum ist es erlaubt, am Sabbat Gutes zu tun. 13 Da sprach er zu dem Menschen: Strecke deine Hand aus! Und er streckte sie aus; und sie wurde wieder gesund wie die andere. 14 Da gingen die Pharisäer hinaus und hielten Rat über ihn, dass sie ihn umbrächten.

15 Da aber Jesus das erkannte, entwich er von dort. Und eine große Menge folgte ihm, und er heilte sie alle 16 und gebot ihnen, dass sie ihn nicht offenbar machten, 17 auf dass erfüllt würde, was gesagt ist durch den Propheten Jesaja, der da spricht: 18 »Siehe, das ist mein Knecht, den ich erwählt habe, mein Geliebter, an dem meine Seele Wohlgefallen hat; ich will meinen Geist auf ihn legen, und er soll den Völkern das Recht verkündigen. 19 Er wird nicht streiten noch schreien, und man wird seine Stimme nicht hören auf den Gassen; 20 das geknickte Rohr wird er nicht zerbrechen, und den glimmenden Docht wird er nicht auslöschen, bis er das Recht zum Sieg führt; 21 und die Völker werden auf seinen Namen hoffen.«

22 Da wurde ein Besessener zu Jesus gebracht, der war blind und stumm; und er heilte ihn, sodass der Stumme redete und sah. 23 Und alles Volk entsetzte sich und sprach: Ist dieser etwa Davids Sohn?

Matthäus 12,9-23

Abendlese

Darum harrt der HERR darauf, dass er euch gnädig sei, und darum macht er sich auf, dass er sich euer erbarme; denn der HERR ist ein Gott des Rechts. Wohl allen, die auf ihn harren! 19 Du Volk Zions, das in Jerusalem wohnt, du wirst nicht weinen! Er wird dir gnädig sein, wenn du rufst. Er wird dir antworten, sobald er’s hört. 20 Und der Herr wird euch in Trübsal Brot und in Ängsten Wasser geben. Und dein Lehrer wird sich nicht mehr verbergen müssen, sondern deine Augen werden deinen Lehrer sehen. 21 Und wenn ihr zur Rechten oder zur Linken gehen wollt, werden deine Ohren hinter dir das Wort hören: Dies ist der Weg; den geht! 22 Und ihr werdet entweihen eure silbernen Götzen und eure vergoldeten Bilder und werdet sie wegwerfen wie Unrat und zu ihnen sagen: Hinaus! 23 Und er wird deinem Samen, den du auf den Acker gesät hast, Regen geben und dir Brot geben vom Ertrag des Ackers in voller Genüge. Und dein Vieh wird zu der Zeit weiden auf weiter Aue. 24 Die Rinder und Esel, die den Acker bearbeiten, werden würziges Futter fressen, das geworfelt ist mit Schaufel und Wurfgabel. 25 Und es werden auf allen großen Bergen und auf allen hohen Hügeln Wasserbäche und Ströme fließen zur Zeit der großen Schlacht, wenn die Türme fallen werden. 26 Und des Mondes Schein wird sein wie der Sonne Schein, und der Sonne Schein wird siebenmal heller sein, so wie das Licht von sieben Tagen, zu der Zeit, wenn der HERR den Schaden seines Volks verbinden und seine Wunden heilen wird. 

Jesaja 30,18-26

Bekenntnislese

Dieweil aber die Widersacher diesen klaren, gewissen, trefflichsten Artikel ohne alle Scheu und Scham namhaftig verdammen, da wir sagen, daß die Menschen Vergebung der Sünden erlange durch den Glauben an Christum, so wollen wir des etliche Gründe und Beweise setzen, aus welchen zu verstehen sei, daß wir Vergebung der Sünden nicht erlangen ex opere operato oder durch das getane Werk, durch Reue oder Leid usw., sondern allein durch den Glauben, da ein jeder für sich selbst glaubt, daß ihm die Sünden vergeben sind. Denn dieser Artikel ist der vornehmste und nötigste, darum wir mit den Widersachern streiten; welcher auch der nötigste ist allen Christen zu wissen. So wir aber hier oben im Artikel De iustificatione von demselben genugsam gesagt, so wollen wir desto kürzer hier dasselbe handeln.

Die Widersacher, wenn sie vom Glauben reden, sagen sie, der Glaube müsse vor der Buße hergehen, und verstehen nicht den Glauben, welcher vor Gott gerecht macht, sondern den Glauben, durch welchen in genere, das ist, insgemein, geglaubt wird, daß ein Gott sei, daß eine Hölle sei usw. Wir reden aber darüber hinaus von einem Glauben, da ich für mich gewiß glaube, daß mir die Sünden vergeben sind um Christus’ willen. Von diesem Glauben streiten wir, der nach dem Schrecken folgen soll und muß, und das Gewissen trösten und das Herz in dem schweren Kampf und Angst wieder zufrieden machen. Und das wollen wir, will’s Gott, ewiglich verfechten und wider alle Pforten der Hölle erhalten, daß derselbe Glaube muß da sein, sollen jemand Sünden vergeben werden. Darum setzen wir dieses Stück auch zur Buße. Es kann auch die christliche Kirche nicht anders halten, denn daß Sünden vergeben werden durch solchen Glauben, wiewohl die Widersacher als die wütenden Hunde dawider bellen.

Für das erste Frage ich hier die Widersacher, ob es auch ein Stuck der Buße sei, die Absolution hören oder empfangen. Denn wo sie die Absolution absondern von der Beichte, wie sie denn subtil sein wollen zu distinguieren, so wird niemand wissen oder sagen können, was die Beichte ohne die Absolution nütze sei. So sie aber die Absolution von der Beichte nicht absondern, so müssen sie sagen, daß der Glaube an das Wort Christi sei ein Stück des Buße, so man die Absolution nicht empfangen kann denn allein durch den Glauben. Daß man aber das Wort der Absolution nicht empfangen kann denn allein durch den Glauben, ist zu beweisen aus Paulo, Röm. 4, da et sagt, daß die Verheißung Gottes niemand fassen kann denn allein durch den Glauben. Die Absolution aber ist nichts anderes denn das Evangelium, eine göttliche Zusage der Gnade und Huld Gottes usw. Darum kann man sie nicht haben noch erlangen denn allein durch den Glauben. Denn wie kann denjenigen das Wort der Absolution nütze werden, die sie nicht glauben? Die Absolution aber nicht glauben, was ist das anders, denn Gott Lügen strafen? Dieweil das Herz wankt, zweifelt, hält’s für ungewiß, was Gott da zusagt. Darum steht 1 Joh. 5 geschrieben: „Wer Gott nicht glaubt, der lügenstraft ihn, denn er glaubt nicht dem Zeugnis, das Gott von seinem Sohne zeugt.“

Zum andern, so müssen je die Widersacher gewiß bekennen, daß die Vergebung der Sünden sei ein Stück oder, daß wir auf ihre Weise reden, sei finis, das Ende, oder terminus ad quem der ganzen Buße. Denn was hülfe Buße, wenn nicht Vergebung der Sünden erlangt würde? Darum dasjenige, dadurch Vergebung der Sünden erlangt wird, soll und muß je ein vornehmstes Stück der Buße sein. Eigentlich ist es aber wahr, klar und gewiß, wenngleich alle Teufel, alle Pforten der Hölle dawider schrieen, daß das Wort von der Vergebung der Sünden niemand fassen kann denn allein durch den Glauben. Röm. 3: „Welchen Gott hat vorgestellt zu einem Gnadenstuhl durch den glauben“ usw. Item Röm. 5: „Durch welchen wir auch einen Zutritt haben im Glauben zu dieser Gnade“ usw. Denn ein erschrocken Gewissen, das seine Sünde fühlt, merkt bald, daß Gottes Zorn mit unsern elenden Werken nicht zu versöhnen ist, sondern also kommt ein Gewissen recht zum Frieden, wenn es sich hält an den Mittler Christum und glaubt den göttlichen Zusagungen. Denn diejenigen verstehen nicht, was Vergebung der Sünden sei, oder wie man dieselbe erlangt, die da wähnen, die Herzen und Gewissen könnten gestillt werden ohne den Glauben an Christum. Petrus der Apostel führt ein den Spruch Jes. 49: „Wer an ihn glaubt, der wird nicht zuschanden werden.“ Derhalben müssen die Heuchler vor Gott zuschanden werden, die da meinen, sie wollen Vergebung der Sünden erlangen durch ihre Werke, nicht um Christus’ willen. Und Petrus in den Geschichten der Apostel am 10. sagt: „Dem Jesu geben Zeugnis alle Propheten, daß diejenigen Vergebung der Sünden durch seinen Namen erlangen, so an ihn glauben.“ Er hätte nicht klarer reden können, denn daß er sagt: „durch seinen Namen“, und setzt dazu: „alle, die an ihn glauben“. Darum erlangen wir Vergebung der Sünden durch den Namen Christi, das ist, um Christus’ willen, nicht um unsers Verdienstes oder Werke willen, und das geschieht also, wenn wir glauben, daß uns Sünden vergeben werden um Christus’ willen.

Die Widersacher schreien wohl, sie seien die christliche Kirche, und sie hielten, was die catholica, gemeine Kirche hält. Petrus aber, der Apostel, hier in unserer Sache und unserm höchsten Artikel rühmt auch eine catholica, gemeine Kirche, da er sagt: „Dem Jesu geben Zeugnis alle Propheten, daß wir Vergebung der Sünden erlangen durch seinen Namen.“ Ich meine je, wenn alle heiligen Propheten einträchtig zusammenstimmen (nachdem Gott auch einen einigen Propheten für einen Weltschatz achtet), solle je auch ein Dekret, eine Stimme und einträchtiger starker Beschluß sein der gemeinen, katholischen, christlichen, heiligen Kirche und billig dafürgehalten werden. Wir werden weder Papst, Bischof noch Kirche die Gewalt einräumen, wider aller Propheten einträchtige Stimme etwas zu halten oder zu beschließen.

Dennoch hat Papst Leo X. diesen Artikel als irrig verdammen dürfen. Und die Widersacher verdammen dieses auch. Darum ist genug am Tag, was das für eine feine christliche Kirche sei, die nicht allein durch öffentliche, geschriebene Dekrete und Mandate diesen Artikel, nämlich daß wir Vergebung der Sünden ohne Werke, durch den Glauben an Christum erlangen, verdammen darf, sondern auch über dem Bekenntnis dieses Artikels unschuldig Blut verdammen und erwürgen. Sie dürfen Gebote ausgehen lassen, daß man fromme, redliche Leute, die also lehren, solle verjagen, und trachten ihnen durch allerlei Tyrannei, als die Bluthunde, nach Leib und Leben.

Apologie XII,59-67

Es segne und behüte Euch Gott, der allmächtige und barmherzige, der Vater, Sohn + Heiliger Geist

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Nimm von uns, Herr, Du treuer Gott, die schwere Straf und große Rut, die wir mit Sünden ohne Zahl verdienet haben allzumal. (LKG 216)

Bombardierung Wittenbergs am 13. Oktober 1760, Kupferstich aus Georgis Wittenbergischer Klage-Geschichte

Des Morgens, wenn Du aufstehst, kannst Du Dich segnen mit dem Zeichen des heiligen Kreuzes und sagen: Das walte Gott Vater + Sohn und Heiliger Geist! Amen

Apostolische Glaubensbekenntnis 

Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde. 

Und an Jesum Christum, seinen einigen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist von dem Heiligen Geist, geboren aus Maria der Jungfrau, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, niedergefahren zur Hölle, am dritten Tage wieder auferstanden von den Toten, aufgefahren gen Himmel; sitzend zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters; von dannen er kommen wird zu richten die Lebendigen und die Toten. 

Ich glaube an den Heiligen Geist, eine heilige christliche Kirche, die Gemeinde der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. Amen.

Vaterunser 

Vater unser im Himmel
Geheiligt werde Dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Willst du, so kannst du dies Gebet dazu sprechen (Luthers Morgensegen)

Ich danke Dir, mein himmlischer Vater, durch Jesus Christus, Deinen lieben Sohn, daß Du mich diese Nacht vor allem Schaden und Gefahr behütet hast, und bitte Dich, Du wollest mich diesen Tag auch behüten vor Sünden und allem Übel, daß Dir all mein Tun und Leben gefalle. Denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in Deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde.

Als dann mit Freuden an Dein Werk gegangen und etwa ein Lied gesungen oder was Dir Deine Andacht eingibt.

Kollekte

Herr, allmächtiger Gott, Du hast Deinen Sohn gesetzt über das Werk Deiner Hände, Wind und Meer müssen ihm gehorchen: Wir bitten Dich, gib Deinem Worte Kraft, daß Dein Reich wachse und Macht gewinne und alle Kreatur frei werde zu der herrlichen Freiheit Deiner Kinder, durch Jesus Christus, unseren Herrn, der mit Dir und dem Heiligen Geist lebt und regiert in Ewigkeit, ein Gott und Herr, nun und allezeit. Amen. 

Orate fratres S.120f 

Kommt und sehet an die Werke Gottes, der so wunderbar ist in seinem Tun an den Menschenkindern (Psalm 66,5)

Buße tun und glauben 

Nimm von uns, Herr, Du treuer Gott, die schwere Straf und große Not, die wir mit Sünden ohne Zahl
verdienet haben allzumal. Behüt vor Krieg und teurer Zeit, vor Seuchen, Feur und großem Leid.

Erbarm Dich Deiner bösen Knecht, wir bitten Gnad und nicht das Recht; denn so Du, Herr, den rechten Lohn uns geben wolltst nach unserm Tun, so müsst die ganze Welt vergehn und könnt kein Mensch vor Dir bestehn.

Ach Herr Gott, durch die Treue Dein mit Trost und Rettung uns erschein. Beweis an uns Dein große Gnad und straf uns nicht auf frischer Tat, wohn uns mit Deiner Güte bei, Dein Zorn und Grimm fern von uns sei.

Warum willst Du doch zornig sein über uns arme Würmelein? Weißt Du doch wohl, Du großer Gott, daß wir nichts sind den Erd und Kot; es ist ja vor Deim Angesicht unser Schwachheit verborgen nicht.

Die Sünd hat uns verderbet sehr, der Teufel plagt uns noch viel mehr, die Welt und unser Fleisch und Blut uns allezeit verführen tut. Solch Elend kennst Du, Herr, allein, ach laß es Dir zu Herzen gehn.

Gedenk an Deines Sohnes Tod, sieh an sein heilig Wunden rot. Die sind ja für die ganze Welt die Zahlung und das Lösegeld. Des trösten wir uns allezeit und hoffen auf Barmherzigkeit.

Leit uns mit Deiner rechten Hand und segne unser Stadt und Land; gib uns allzeit Dein heilig Wort,
behüt vors Teufels List und Mord; ein selig End wollst uns verleihn, auf dass wir ewig bei Dir sein.

Martin Moller 1584 nach dem “Aufer immensam, Deus, aufer iram» (Wittenberg 16. Jhd)

Fortlaufende Lese

Und es begab sich etwa acht Tage nach diesen Reden, dass er mit sich nahm Petrus, Johannes und Jakobus und ging auf einen Berg, um zu beten.  29 Und als er betete, wurde das Aussehen seines Angesichts ein anderes, und sein Gewand wurde weiß und glänzte.  30 Und siehe, zwei Männer redeten mit ihm; das waren Mose und Elia.  31 Die erschienen in himmlischer Klarheit und redeten von seinem Ende, das er in Jerusalem erfüllen sollte.  32 Petrus aber und die mit ihm waren, waren voller Schlaf. Als sie aber aufwachten, sahen sie seine Klarheit und die zwei Männer, die bei ihm standen.  33 Und es begab sich, als sie von ihm schieden, sprach Petrus zu Jesus: Meister, hier ist für uns gut sein! Lasst uns drei Hütten bauen, dir eine, Mose eine und Elia eine. Er wusste aber nicht, was er redete.  34 Als er aber dies redete, kam eine Wolke und überschattete sie; und sie erschraken, als sie in die Wolke hineinkamen.  35 Und es geschah eine Stimme aus der Wolke, die sprach: Dies ist mein auserwählter Sohn; den sollt ihr hören!  36 Und als die Stimme geschah, fanden sie Jesus allein. Und sie schwiegen und verkündeten in jenen Tagen niemandem, was sie gesehen hatten. 

Lukas 9,28-36

Morgenlese

Sprich zu ihnen: So spricht der HERR: Wo ist jemand, wenn er fällt, der nicht gern wieder aufstünde? Wo ist jemand, wenn er irregeht, der nicht gern wieder zurechtkäme? 5 Warum will denn dies Volk zu Jerusalem irregehen für und für? Sie halten so fest am Trug, dass sie nicht umkehren wollen. 6 Ich sehe und höre, dass sie nicht die Wahrheit reden. Es gibt niemand, dem seine Bosheit leid wäre und der spräche: Was hab ich doch getan! Sie laufen alle ihren Lauf wie ein Hengst, der in der Schlacht dahinstürmt. 7 Der Storch unter dem Himmel weiß seine Zeit, Turteltaube, Schwalbe und Drossel halten die Zeit ein, in der sie wiederkommen sollen; aber mein Volk will das Recht des HERRN nicht wissen. 

Jeremia 8,4-7

Abendlese

Und er kam ans andre Ufer in die Gegend der Gadarener. Da liefen ihm entgegen zwei Besessene; die kamen aus den Grabhöhlen und waren sehr gefährlich, sodass niemand diese Straße gehen konnte. 29 Und siehe, sie schrien: Was haben wir mit dir zu schaffen, du Sohn Gottes? Bist du hergekommen, uns zu quälen, ehe es Zeit ist? 30 Es war aber fern von ihnen eine große Herde Säue auf der Weide. 31 Da baten ihn die Dämonen und sprachen: Willst du uns austreiben, so schick uns in die Herde Säue. 32 Und er sprach: Weg mit euch! Da fuhren sie aus und fuhren in die Säue. Und siehe, die ganze Herde stürmte den Abhang hinunter ins Meer, und sie ersoffen im Wasser. 

Matthäus 8,28-32

Bekenntnislese

Paulus in allen Episteln, sooft er handelt, wie wir bekehrt werden, faßt er diese zwei Stücke zusammen: Sterben des alten Menschen, das ist, Reue, Erschrecken vor Gottes Zorn und Gericht, und dagegen Erneuerung durch den Glauben. Denn durch den Glauben werden wir getröstet und wieder zum Leben gebracht und errettet von Tod und Hölle. Von diesen zwei Stücken redet er klar Röm. 6, 2. 4. 11: „Daß wir der Sünde gestorben sind“, das geschieht durch Reue und Schrecken; „und wiederum sollen wir mit Christo auferstehen“, das geschieht, so wir durch den Glauben wiederum Trost und Leben erlangen. Und dieweil Glaube soll Trost und Frieden im Gewissen bringen laut des Spruchs Röm. 5, 1: „So wir gerecht sind worden durch den Glauben, haben wir Frieden“, folgt, daß zuvor Schrecken und Angst im Gewissen ist. Also gehen Reue und Glaube nebeneinander.

Wiewohl, was ist not, viel Sprüche oder Zeugnisse der Schrift einzuführen, so die ganze Schrift einzuführen, so die ganze Schrift der Sprüche voll ist? Als im 118. Psalm: „Der Herr züchtigt mich wohl, aber er gibt mich dem Tode nicht.“ Und im 119. Psalm: „Meine Seele vergehet vor Grämen; richte mich auf nach deinen Worten!“ Erstlich sagt er von Schrecken oder von der Reue. Im andern Stück des Verses zeigt er klar an, wie ein reuig arm Gewissen wieder getröstet wird, nämlich durch das Wort Gottes, welches Gnade anbietet und wieder erquickt. Item 1 Sam. 2: „Der Herr tötet und macht lebendig; er führt in die Hölle und wieder heraus“ Da werden auch die zwei Stücke berührt: Reue und Glaube. Item Jesaja am 28.: „Der Herr wird zürnen, daß er sein Werk tue, welches doch nicht sein Werk ist.“ Er sagt: Gott werde schrecken, wiewohl dasselbe nicht Gottes Werk sei; denn Gottes eigen Werk ist, lebendig machen. Andere Werke, als Schrecken, Töten, sind nicht Gottes eigene Werke. Denn Gott macht allein lebendig, und wenn er schreckt, tut er’s darum, daß sein seliger Trost uns desto angenehmer und süßer werde; denn sichere und fleischliche Herzen, die Gottes Zorn und ihre Sünde nicht fühlen, achten keines Trosts. Auf die Weise pflegt die Heilige Schrift die zwei Stücke beieinander zu setzen, erstlich das Schrecken, danach den Trost, daß sie anzeige, daß diese zwei Stücke zu einer rechten Buße oder Bekehrung gehören, erstlich herzliche Reue, danach glaube, der das gewissen wieder aufrichte. Und ist je gewiß also, daß nicht wohl möglich ist, von der Sache klarer oder richtiger zu reden. So wissen wir fürwahr, daß Gott in seinen Christen, in der Kirche, also wirkt.

Dies sind nun die vornehmsten zwei Werke, dadurch Gott in den Seinen wirkt. Von den zwei Stücken redet die ganze Schrift: erstlich, daß er unsere Herzen erschreckt und uns die Sünde zeigt; zum andern, daß er wiederum uns tröstet, aufrichtet und lebendig macht. Darum führt auch die ganze Schrift diese zweierlei Lehre: Eine ist das Gesetz, welche uns zeigt unsern Jammer, straft die Sünde. Die andere Lehre ist das Evangelium; denn Gottes Verheißung, da er Gnade zusagt durch Christum, und die Verheißung der Gnade wird von Adam her durch die ganze Schrift immer wiederholt. Denn erstlich ist die Verheißung der Gnade oder das erste Evangelium Adam zugesagt: „Ich will Feindschaft setzen“ usw. Hernach sind Abraham und andern Patriarchen von demselben Christo Verheißungen geschehen, welche dann die Propheten hernach gepredigt; Und zuletzt ist dieselbe Verheißung der Gnade durch Christum selbst, als er nun gekommen war, gepredigt unter den Juden und endlich durch die Apostel unter die Heiden in alle Welt ausgebreitet. Denn durch den Glauben an das Evangelium oder an die Zusage von Christo sind alle Patriarchen, alle Heiligen von Anbeginn der Welt gerecht vor Gott geworden und nicht um ihrer Reue oder Leids oder einerlei Werke willen.

Und die Exempel, wie die Heiligen sind fromm geworden, zeigen auch die obgedachten zwei Stücke an, nämlich das Gesetz und Evangelium. Denn Adam, als er gefallen war, wird er erst gestraft, daß sein Gewissen erschrickt und in große Ängste kommt; dasselbe ist die rechte Reue oder contritio. Hernach sagt ihm Gott Gnade und Heil zu durch den gebenedeiten Samen, das ist, Christum, durch welchen der Tod, die Sünde und des Teufels Reich sollte zerbrochen werden; da bietet er ihm wieder an Gnade und Vergebung der Sünden. Das sind die zwei Stücke. Denn wiewohl Gott hernach Adam Strafe auflegt, so verdient er doch durch die Strafe nicht Vergebung der Sünden. Und von derselben aufgelegten Strafe wollen wir hernach sagen.

Also wird David vom Propheten Nathan hart angeredet und erschreckt, daß er spricht und bekennt: „Ich habe vor dem Herrn gesündigt.“ Das ist nun die Reue. Hernach hört er das Evangelium und die Absolution: „Der Herr hat deine Sünde weggenommen, du sollst nicht sterben.“ Als David das Wort glaubt, empfängt sein Herz wieder Trost, Licht und Leben. Und wiewohl ihm auch die Strafe wird aufgelegt, so verdient er doch durch die Strafe nicht Vergebung der Sünden. Und es sind auch wohl Exempel, da solche sonderliche Strafen nicht dazugetan werden, sondern diese zwei Stücke gehören allzeit vornehmlich zu einer rechten Buße: erstlich, daß unser Gewissen die Sünde erkenne und erschrecke; zum andern, daß wir der göttlichen Zusage glauben. Als Luk. 7 kommt das arme, sündige Weib zu Christo und weint bitterlich. Das Weinen zeigt die Reue an. Hernach hört sie das Evangelium: „Deine Sünden sind dir vergeben; dein Glaube hat dir geholfen; gehe hin in Frieden.“ Das ist nun das andere, vornehmste Stück der Buße, nämlich der Glaube, der sie wieder tröstet. Aus diesem können hier alle christlichen Leser merken, daß wir nicht unnötige Disputationes einführen, sondern klar, richtig und eigentlich die Stücke der Buße setzen, ohne welche die Sünden nicht können vergeben werden, ohne welche niemand vor Gott fromm, heilig oder neugeboren wird. Die Früchte aber und guten Werke, item Geduld, daß wir gern leiden Kreuz und Strafe, was Gott dem alten Adam auflegt, das alles folgt, wenn also erst durch den Glauben die Sünde vergeben ist und wir neugeboren sind. Und wir haben diese zwei Stücke klar gesetzt, damit der Glaube an Christum, davon die Sophisten, Kanonisten alle geschwiegen, auch einmal gelehrt werde, damit man auch desto klarer sehen möge, was der Glaube sei oder nicht sei, wenn er also gegen das große Schrecken und Angst gehalten wird.

Apologie XII,46-58 (Von der Buß)

Es segne und behüte Euch Gott, der allmächtige und barmherzige, der Vater, Sohn + Heiliger Geist

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Allein zu Dir, Herr Jesu Christ, mein Hoffnung steht

Des Morgens, wenn Du aufstehst, kannst Du Dich segnen mit dem Zeichen des heiligen Kreuzes und sagen: Das walte Gott Vater + Sohn und Heiliger Geist! Amen

Apostolische Glaubensbekenntnis 

Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde. 

Und an Jesum Christum, seinen einigen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist von dem Heiligen Geist, geboren aus Maria der Jungfrau, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, niedergefahren zur Hölle, am dritten Tage wieder auferstanden von den Toten, aufgefahren gen Himmel; sitzend zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters; von dannen er kommen wird zu richten die Lebendigen und die Toten. 

Ich glaube an den Heiligen Geist, eine heilige christliche Kirche, die Gemeinde der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. Amen.

Vaterunser 

Vater unser im Himmel
Geheiligt werde Dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Willst du, so kannst du dies Gebet dazu sprechen (Luthers Morgensegen)

Ich danke Dir, mein himmlischer Vater, durch Jesus Christus, Deinen lieben Sohn, daß Du mich diese Nacht vor allem Schaden und Gefahr behütet hast, und bitte Dich, Du wollest mich diesen Tag auch behüten vor Sünden und allem Übel, daß Dir all mein Tun und Leben gefalle. Denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in Deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde.

Als dann mit Freuden an Dein Werk gegangen und etwa ein Lied gesungen oder was Dir Deine Andacht eingibt.

Kollekte

Herr, allmächtiger Gott, Du hast Deinen Sohn gesetzt über das Werk Deiner Hände, Wind und Meer müssen ihm gehorchen: Wir bitten Dich, gib Deinem Worte Kraft, daß Dein Reich wachse und Macht gewinne und alle Kreatur frei werde zu der herrlichen Freiheit Deiner Kinder, durch Jesus Christus, unseren Herrn, der mit Dir und dem Heiligen Geist lebt und regiert in Ewigkeit, ein Gott und Herr, nun und allezeit. Amen. 

Orate fratres S.120f 

Kommt und sehet an die Werke Gottes, der so wunderbar ist in seinem Tun an den Menschenkindern (Psalm 66,5)

Buße tun und glauben 

Allein zu Dir, Herr Jesu Christ, mein Hoffnung steht auf Erden. Ich weiß, daß Du mein Tröster bist, kein Trost mag mir sonst werden. Von Anbeginn ist nichts erkorn, auf Erden ward kein Mensch geborn, der mir aus Nöten helfen kann; ich ruf Dich an, zu dem ich mein Vertrauen han.

Mein Sünd’ sind schwer und übergroß und reuen mich von Herzen; derselben mach mich frei und los durch Deinen Tod und Schmerzen; und zeige Deinem Vater an, daß Du hast gnug für mich getan, so werd ich los der Sünden Last. Erhalt mich fest in dem, was Du versprochen hast.

Gib mir durch Dein Barmherzigkeit den wahren Christenglauben, auf daß ich Deine Gütigkeit mög inniglich anschauen, vor allen Dingen lieben Dich und meinen Nächsten gleich wie mich. Am letzten End dein Hilf mir send, damit behend des Teufels List sich von mir wend.

Ehr sei Gott in dem höchsten Thron, dem Vater aller Güte, und Jesus Christ, seim lieben Sohn, der uns allzeit behüte, und Gott, dem werten Heilgen Geist, der uns allzeit sein Hilfe leist, daß wir ihm wohlgefällig sein hier in der Zeit und folgen ihm in Ewigkeit.

Konrad Hubert 1540 (LKG 215)

Fortlaufende Lese

Und es begab sich, als Jesus allein betete, waren seine Jünger bei ihm; und er fragte sie und sprach: Wer, sagen die Leute, dass ich sei?  19 Sie antworteten und sprachen: Sie sagen, du seiest Johannes der Täufer; andere aber, du seiest Elia; andere aber, es sei einer der alten Propheten auferstanden.  20 Er aber sprach zu ihnen: Ihr aber, wer sagt ihr, dass ich sei? Da antwortete Petrus und sprach: Du bist der Christus Gottes!  21 Er aber bedrohte sie und gebot ihnen, dass sie das niemandem sagen sollten,  22 und sprach: Der Menschensohn muss viel leiden und verworfen werden von den Ältesten und Hohenpriestern und Schriftgelehrten und getötet werden und am dritten Tage auferstehen.  

23 Da sprach er zu allen: Wer mir folgen will, der verleugne sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich täglich und folge mir nach.  24 Denn wer sein Leben erhalten will, der wird es verlieren; wer aber sein Leben verliert um meinetwillen, der wird’s erhalten.  25 Denn welchen Nutzen hätte der Mensch, wenn er die ganze Welt gewönne und verlöre sich selbst oder nähme Schaden an sich selbst?  26 Wer sich aber meiner und meiner Worte schämt, dessen wird sich der Menschensohn auch schämen, wenn er kommen wird in seiner Herrlichkeit und der des Vaters und der heiligen Engel.  27 Ich sage euch aber wahrlich: Einige von denen, die hier stehen, die werden den Tod nicht schmecken, bis sie das Reich Gottes sehen.

Lukas 9,18-27

Morgenlese

Und er stieg in das Boot und seine Jünger folgten ihm. 24 Und siehe, da geschah ein großes Beben im Meer, sodass das Boot von den Wellen bedeckt wurde. Er aber schlief. 25 Und sie traten zu ihm, weckten ihn auf und sprachen: Herr, hilf, wir verderben! 26 Da sagt er zu ihnen: Ihr Kleingläubigen, warum seid ihr so furchtsam?, und stand auf und bedrohte den Wind und das Meer; und es ward eine große Stille. 27 Die Menschen aber verwunderten sich und sprachen: Was ist das für ein Mann, dass ihm Wind und Meer gehorsam sind?

Matthäus 8,23-27

Abendlese

Da gedachte Gott an Noah und an alles wilde Getier und an alles Vieh, das mit ihm in der Arche war; und Gott ließ Wind auf Erden kommen, und die Wasser fielen. 2 Und die Brunnen der Tiefe wurden verstopft samt den Fenstern des Himmels, und dem Regen vom Himmel wurde gewehrt. 3 Da verliefen sich die Wasser von der Erde und nahmen immer mehr ab nach hundertfünfzig Tagen. 4 Am siebzehnten Tag des siebenten Monats setzte die Arche auf dem Gebirge Ararat auf. 5 Es nahmen aber die Wasser immer mehr ab bis auf den zehnten Monat. Am ersten Tage des zehnten Monats sahen die Spitzen der Berge hervor. 6 Nach vierzig Tagen tat Noah an der Arche das Fenster auf, das er gemacht hatte, 7 und ließ einen Raben ausfliegen; der flog immer hin und her, bis die Wasser vertrockneten auf Erden. 8 Danach ließ er eine Taube ausfliegen, um zu erfahren, ob die Wasser sich verlaufen hätten auf Erden. 9 Da aber die Taube nichts fand, wo ihr Fuß ruhen konnte, kam sie wieder zu ihm in die Arche; denn noch war Wasser auf dem ganzen Erdboden. Da tat er die Hand heraus und nahm sie zu sich in die Arche. 10 Da harrte er noch weitere sieben Tage und ließ abermals die Taube fliegen aus der Arche. 11 Sie kam zu ihm um die Abendzeit, und siehe, sie hatte ein frisches Ölblatt in ihrem Schnabel. Da merkte Noah, dass die Wasser sich verlaufen hatten auf Erden. d

Genesis 8,1-11

Bekenntnislese

Daß wir nun den Gewissen hülfen aus den unzähligen Stricken und verworrenen Netzen der Sophisten, so sagen wir, die Buße oder Bekehrung habe zwei Stücke, contritionem und fidem. So nun jemand will das dritte Stück dazusetzen, nämlich die Früchte der Buße und Bekehrung, welche sind gute Werken, so folgen sollen und müssen, mit dem will ich nicht groß fechten. Wenn wir aber de contritione, das ist, von rechter Reue, reden, schneiden wir ab die unzähligen unnützen Fragen, da sie Fragen vorgeben, wann wir aus der Liebe Gottes, item, wann wir aus Furcht der Strafe Reue haben. Denn es sind allein bloße Worte und vergebliche Geschwätze derjenigen, die nicht erfahren haben, wie einem erschrockenen Gewissen zu Sinne ist. Wir sagen, daß contritio oder rechte Reue das sei, wenn das Gewissen erschreckt wird und seine Sünde und den großen Zorn Gottes über die Sünde anhebt zu fühlen, und ist ihm leid, daß es gesündigt hat. Und dieselbe contritio geht also zu, wenn unsere Sünde durch Gottes Wort gestraft wird. Denn in diesen zwei Stücken steht die Summa des Evangelii. Erstlich sagt es: Bessert euch! Und macht jedermann zu Sündern. Zum andern bietet’s an Vergebung der Sünden, das ewige Leben, Seligkeit, alles Heil und den Heiligen Geist durch Christum, durch welchen wir neugeboren werden. Also faßt auch die Summa des Evangelii Christus, das er Lucä am letzten sagt: „zu predigen in meinem Namen Buße und Vergebung der Sünden unter allen Heiden“. Und von dem Schrecken und Angst des Gewissens redet die Schrift im 38. Psalm: „Denn meine Missetaten sind über mein Haupt gegangen; wie eine schwere Last sind sie mir zu schwer geworden.“ Und im 6. Psalm: „Herr, sei mir gnädig, denn ich bin schwach! Heile mich, Herr; denn meine Gebeine sind erschrocken, und meine Seele ist sehr erschrocken usw. Ach du Herr, wie lange!“ Und Jes. 38: „Ich sprach: Nun muß ich zur Höllen Pforten fahren, da ich länger zu leben gedachte usw. Ich dachte: Möchte ich bis morgen leben; aber er zerbrach mir alle meine Gebeine wie ein Löwe.“ Item: „Meine Augen wollten mir brechen; Herr, ich leide Not!“ usw. In denselben Ängsten fühlt das Gewissen Gottes Zorn und Ernst wider die Sünde, welches gar eine unbekannte Sache ist solchen müßigen und fleischlichen Leuten wie den Sophisten und ihresgleichen. Denn da merkt erst das Gewissen, was die Sünde für ein großer Ungehorsam gegen Gott ist, da drückt erst recht das Gewissen der schreckliche Zorn Gottes, und es ist unmöglich der menschlichen Natur, denselben zu tragen, wenn sie nicht durch Gottes Wort würde aufgerichtet. Also sagt Paulus: „Durch das Gesetz bin ich dem Gesetz gestorben.“ Denn das Gesetz klagt allein die Gewissen an, gebietet, was man tun solle, und erschreckt sie. Und da reden die Widersacher nicht ein Wort vom Glauben, lehren also kein Wort vom Evangelio noch von Christo, sondern eitel Gesetzlehre und sagen, daß die Leute mit solchem Schmerz, Reue und Leid, mit solchen Ängsten Gnade verdienen, doch wo sie aus Liebe Gottes Reue haben oder Gott lieben. Lieber Herr Gott, was ist doch das für eine Predigt für die Gewissen, denen Trosts vonnöten ist! Wie können wir doch dann Gott lieben, wenn wir in so hohen, großen Ängsten und unsäglichem Kampf stecken, wenn wir so großen, schrecklichen Gottes Ernst und Zorn fühlen, welcher sich da stärker fühlt, denn kein Mensch auf Erden nachsagen oder reden kann? Was lehren doch solche Prediger und Doctores anders denn eitel Verzweiflung, die in so großen Ängsten einem armen Gewissen kein Evangelium, keinen Trost, allein das Gesetz predigen?

Wir aber setzen das andere Stück der Buße dazu, nämlich den Glauben an Christum, und sagen, daß in solchem Schrecken den Gewissen soll vorgehalten werden das Evangelium von Christo, in welchem verheißen ist Vergebung der Sünden aus Gnaden durch Christum. Und solche Gewissen sollen glauben, daß ihnen um Christus’ willen Sünden vergeben werden. Derselbe Glaube richtet wieder auf, tröstet und macht wieder lebendig und fröhlich solche zerschlagene Herzen; wie Paulus zu den Röm. 5 sagt: „So wir nun gerechtfertigt sind, so haben wir Frieden mit Gott.“ Derselbe Glaube zeigt recht an den Unterschied unter der Reue Judä und Petri, Sauls und Davids. Und darum ist Judä und Sauls Reue nicht nütze gewesen; denn da ist nicht Glaube gewesen, der sich gehalten hätte an die Verheißung Gottes durch Christum. Dagegen sind Davids und St. Peters Reue rechtschaffen gewesen; denn da ist der Glaube gewesen, welcher gefaßt hat die Zusage Gottes, welche anbietet Vergebung der Sünden durch Christum. Denn eigentlich ist in keinem Herzen einige Liebe Gottes, es sei denn, daß wir erst Gott versöhnt werden durch Christum. Denn Gottes Gesetz oder das erste Gebot kann ohne Christum niemand erfüllen noch halten; wie Paulus zu den Ephesern, 2, 18; 3, 12, sagt: „Durch Christum haben wir einen Zutritt zu Gott.“ Und der Glaube kämpft das ganze Leben durch wider die Sünde und wird durch mancherlei Anfechtungen probiert und nimmt zu. Wo nun der Glaube ist, da folgt denn erst die Liebe Gottes, wie wir hier oben gesagt. Und das heißt also recht gelehrt, was timor filialis sei, nämlich ein solches Fürchten und Erschrecken vor Gott, da dennoch der Glaube an Christum uns wiederum tröstet. Servilis timor autem, knechtische Furcht, ist Furcht ohne Glauben, da wird eitel Zorn und Verzweiflung.

Die Gewalt nun der Schüssel, die verkündigt uns durch die Absolution das Evangelium. Denn das Wort der Absolution verkündigt mir Frieden und ist das Evangelium selbst. Darum wenn wir vom Glauben reden, wollen wir die Absolution mitbegriffen haben. Denn der Glaube ist aus dem Gehör, und wenn ich die Absolution höre, das ist, die Zusage göttlicher Gnade oder das Evangelium, so wird mein Herz und Gewissen getröstet. Und dieweil Gott durch das Wort wahrlich neu Leben und Trost ins Herz gibt, so werden auch durch die Gewalt der Schlüssel wahrhaftig hier auf Erden die Sünden losgezählt, also daß sie vor Gott im Himmel los sind, wie der Spruch lautet;: „Wer euch höret, der höret mich.“ Darum sollen wir das Wort der Absolution nicht weniger achten noch glauben, denn wenn wir Gottes klare Stimme vom Himmel hörten, und die Absolution, das selige, tröstliche Wort, sollte billig das Sakrament der Buße heißen, wie denn auch etliche Scholastici, welche gelehrter denn die andern gewesen, davon reden. Und derselbe Glaube an das Wort soll für und für gestärkt werden durch Predigthören, durch Lesen, durch Brauch der Sakramente. Denn das sind die Siegel und Zeichen des Bundes und der Gnade in neuen Testament; das sind Zeichen der Versöhnung und Vergebung der Sünden. Denn sie bieten an Vergebung der Sünden, wie denn klar zeugen die Worte im Abendmahl: „Das ist mein Leib, der für euch gegeben wird“ usw. „Das ist der Kelch des neuen Testaments“ usw. Also wird auch der Glaube gestärkt durch das Wort der Absolution, durch die Prediger des Evangelii, durch Empfangung des Sakraments, damit er in solchen Schrecken und Ängsten des Gewissens nicht untergehe. Das ist eine klare, gewisse, richtige Lehre von der Buße; dadurch kann man verstehen und wissen, was die Schlüssel sind oder nicht sind, was die Sakramente nütze sind, was Christi Wohltat ist, warum und wie Christus unser Mittler ist.

Dieweil aber die Widersacher verdammen, daß wir die zwei Teile der Buße gesetzt haben, so müssen wir anzeigen, daß nicht wir, sondern die Schrift diese zwei Stücke der Buße oder Bekehrung also ausdrückt. Christus sagt Matthäi 11: „Kommt zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid, und ich will euch erquicken.“ Da sind zwei Stücke: die Last oder die Bürde, da Christus von redet, das ist, der Jammer, das große Erschrecken vor Gottes Zorn im Herzen; zum andern das Kommen zu Christo, denn das Kommen ist nichts anderes, denn glauben, daß um Christus’ willen uns Sünden vergeben werden, und daß wir durch den Heiligen Geist neugeboren und lebendig werden. Darum müssen diese zwei die vornehmsten Stücke in der Buße sein: die Reue und der Glaube. Und Marci am 1. sagt Christus: „Tut Buße und Glaubet dem Evangelio!“ Für das erste macht er uns zu Sündern und schreckt uns. Zum andern tröstet er uns und verkündigt Vergebung der Sünden. Denn dem Evangelio glauben heißt nicht allein die Historien des Evangelii glauben, welchen Glauben auch die Teufel haben, sondern heißt eigentlich glauben, daß uns durch Christum Sünden vergeben sind; denn denselben Glauben predigt uns das Evangelium. Da seht ihr auch die zwei Stücke: die Reue oder das Schrecken des Gewissens, da er sagt: „Tut Buße!“ und den Glauben, das er sagt: „Glaubet dem Evangelio!“ Ob nun jemand wollte sagen, Christus begreift auch die Früchte des Buße, das ganze neue Leben, das fechten wir nicht groß an. Es ist uns hier genug, daß die Schrift diese zwei Stücke vornehmlich ausdrückt: Reue und Glauben.

Paulus in allen Episteln, sooft er handelt, wie wir bekehrt werden, faßt er diese zwei Stücke zusammen: Sterben des alten Menschen, das ist, Reue, Erschrecken vor Gottes Zorn und Gericht, und dagegen Erneuerung durch den Glauben. Denn durch den Glauben werden wir getröstet und wieder zum Leben gebracht und errettet von Tod und Hölle. Von diesen zwei Stücken redet er klar Röm. 6, 2. 4. 11: „Daß wir der Sünde gestorben sind“, das geschieht durch Reue und Schrecken; „und wiederum sollen wir mit Christo auferstehen“, das geschieht, so wir durch den Glauben wiederum Trost und Leben erlangen. Und dieweil Glaube soll Trost und Frieden im Gewissen bringen laut des Spruchs Röm. 5, 1: „So wir gerecht sind worden durch den Glauben, haben wir Frieden“, folgt, daß zuvor Schrecken und Angst im Gewissen ist. Also gehen Reue und Glaube nebeneinander.

Apologie XII 12,28-45 (Von der Buße)

Es segne und behüte Euch Gott, der allmächtige und barmherzige, der Vater, Sohn + Heiliger Geist

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4. Sonntag vor der Passionszeit (Der Herr der Naturmächte – vormals 4. Sonntag nach Epiphanias)

Sturmstillung Jesu

Kommt her und sehet an die Werke Gottes, die Wunder, die er tut unter den Menschenkindern.

Psalm 66,5

Introitus

Danket dem HERRN; denn er ist freundlich, und seine Güte währet ewiglich. 2 So sollen sagen, die erlöst sind durch den HERRN, die er aus der Not erlöst hat… Die mit Schiffen auf dem Meere fuhren und trieben ihren Handel auf großen Wassern, 24 die des HERRN Werke erfahren haben und seine Wunder im Meer, 25 wenn er sprach und einen Sturmwind erregte, der die Wellen erhob, 26 und sie gen Himmel fuhren und in den Abgrund sanken, dass ihre Seele vor Angst verzagte, 27 dass sie taumelten und wankten wie ein Trunkener und wussten keinen Rat mehr, 28 die dann zum HERRN schrien in ihrer Not und er führte sie aus ihren Ängsten 29 und stillte das Ungewitter, dass die Wellen sich legten 30 und sie froh wurden, dass es still geworden war und er sie zum ersehnten Hafen brachte: 31 Die sollen dem HERRN danken für seine Güte / und für seine Wunder, die er an den Menschenkindern tut, 32 und ihn in der Gemeinde preisen und bei den Alten rühmen. 

Psalm 107,1f.23-32.

Alttestamentliche Lese

Wach auf, wach auf, zieh Macht an, du Arm des HERRN! Wach auf, wie vor alters zu Anbeginn der Welt! Warst du es nicht, der Rahab zerhauen und den Drachen durchbohrt hat? 10 Warst du es nicht, der das Meer austrocknete, die Wasser der großen Tiefe, der den Grund des Meeres zum Wege machte, dass die Erlösten hindurchgingen? 11 So werden die Erlösten des HERRN heimkehren und nach Zion kommen mit Jauchzen, und ewige Freude wird auf ihrem Haupte sein. Wonne und Freude werden sie ergreifen, aber Trauern und Seufzen wird von ihnen fliehen. 12 Ich, ich bin euer Tröster! Wer bist du denn, dass du dich vor Menschen fürchtest, die doch sterben, und vor Menschenkindern, die wie Gras vergehen, 13 und vergisst den HERRN, der dich gemacht hat, der den Himmel ausgebreitet und die Erde gegründet hat, und fürchtest dich ständig den ganzen Tag vor dem Grimm des Bedrängers, der darauf aus ist, dich zu verderben? Wo ist denn der Grimm des Bedrängers? 14 Der Gefangene wird eilends losgegeben, dass er nicht sterbe und begraben werde und dass er keinen Mangel an Brot habe. 15 Denn ich bin der HERR, dein Gott, der das Meer erregt, dass seine Wellen wüten – sein Name heißt HERR Zebaoth –; 16 ich habe mein Wort in deinen Mund gelegt und habe dich unter dem Schatten meiner Hände geborgen, auf dass ich den Himmel von Neuem ausbreite und die Erde gründe und zu Zion spreche: Du bist mein Volk. 

Jesaja 51,9-16

Kollekte

Herr, allmächtiger Gott, Du hast Deinen Sohn gesetzt über das Werk Deiner Hände, Wind und Meer müssen ihm gehorchen: Wir bitten Dich, gib Deinem Worte Kraft, daß Dein Reich wachse und Macht gewinne und alle Kreatur frei werde zu der herrlichen Freiheit Deiner Kinder, durch Jesus Christus, unseren Herrn, der mit Dir und dem Heiligen Geist lebt und regiert in Ewigkeit, ein Gott und Herr, nun und allezeit. Amen.

Orate fratres S.120f

Epistellese

Denn wir wollen euch, Brüder und Schwestern, nicht verschweigen die Bedrängnis, die uns in der Provinz Asia widerfahren ist, da wir über die Maßen beschwert waren und über unsere Kraft, sodass wir auch am Leben verzagten; 9 und wir dachten bei uns selbst, zum Tode verurteilt zu sein. Das geschah aber, damit wir unser Vertrauen nicht auf uns selbst setzten, sondern auf Gott, der die Toten auferweckt, 10 der uns aus solcher Todesnot errettet hat und erretten wird. Auf ihn hoffen wir, er werde uns auch hinfort erretten. 11 Dazu helft auch ihr durch eure Fürbitte für uns, damit von vielen auf vielfältige Weise um unsertwillen Dank dargebracht werde für die Gabe, die uns gegeben ist. 

1. Korinther 1,8-11

Halleluja Vers

Kommt her und sehet an die Werke Gottes, die Wunder, die er tut unter den Menschenkindern.

Psalm 66,5

Evangelium (Predigttext)

Und am Abend desselben Tages sprach er zu ihnen: Lasst uns ans andre Ufer fahren. 36 Und sie ließen das Volk gehen und nahmen ihn mit, wie er im Boot war, und es waren noch andere Boote bei ihm. 37 Und es erhob sich ein großer Windwirbel, und die Wellen schlugen in das Boot, sodass das Boot schon voll wurde. 38 Und er war hinten im Boot und schlief auf einem Kissen. Und sie weckten ihn auf und sprachen zu ihm: Meister, fragst du nichts danach, dass wir umkommen? 39 Und er stand auf und bedrohte den Wind und sprach zu dem Meer: Schweig! Verstumme! Und der Wind legte sich und es ward eine große Stille. 40 Und er sprach zu ihnen: Was seid ihr so furchtsam? Habt ihr noch keinen Glauben? 41 Und sie fürchteten sich sehr und sprachen untereinander: Wer ist der, dass ihm Wind und Meer gehorsam sind!

Markus 4,35-41

Bekenntnis der Christenheit

Ich glaube an den Einen Gott, den allmächtigen Vater, Schöpfer Himmels und der Erden, all des, das sichtbar und unsichtbar ist.

Und an den Einen Herrn Jesus Christus, Gottes eingeborenen Sohn, der vom Vater geboren ist vor aller Zeit und Welt, Gott von Gott, Licht vom Licht,wahrhaftigen Gott vom wahrhaftigen Gott, geboren, nicht geschaffen, eines Wesens mit dem Vater, durch welchen alles geschaffen ist; welcher um uns Menschen und um unserer Seligkeit willen vom Himmel gekommen ist und leibhaft geworden durch den Heiligen Geist von der Jungfrau Maria und Mensch geworden; auch für uns gekreuzigt unter Pontius Pilatus, gelitten und begraben und am dritten Tage auferstanden nach der Schrift, und ist aufgefahren gen Himmel und sitzet zur Rechten des Vaters und wird wiederkommen mit Herrlichkeit, zu richten die Lebendigen und die Toten; dessen Reich kein Ende haben wird.

Und an den Herrn, den Heiligen Geist, der da lebendig macht, der von dem Vater und dem Sohn ausgeht, der mit dem Vater und dem Sohne zugleich angebetet und zugleich geehret wird, der durch die Propheten geredet hat.

Und die Eine, heilige, christliche, apostolischeKirche. Ich bekenne die Eine Taufe zur Vergebung der Sünden Und warte auf die Auferstehung der Toten und das Leben der zukünftigen Welt.

Nizänum 

Graduallied

Such, wer da will, ein ander Ziel, die Seligkeit zu finden; mein Herz allein bedacht soll sein, auf Christus sich zu Gründen. Sein Wort sing wahr, sein Werk sind klar, sein heilger Mund hat Kraft und Grund, all Feind zu überwinden.

Such, wer da will, Nothelfer viel, die uns doch nichts erworben; hier ist der Mann, der helfen kann, bei dem nie was verdorben. Uns wird das Heil durch ihn zuteil, uns macht gerecht der treue Knecht, der für uns ist gestorben.

Ach sucht doch den, lasst alles stehn, die Ihr das Heil begehret; er ist der Herr, und keiner mehr, der Euch das Heil gewähret. Sucht ihn all Stund von Herzensgrund, sucht ihn allein; denn wohl wird sein dem, der ihn herzlich ehret.

Meins Herzens Kron, mein Freudensonn sollst Du, Herr Jesu, bleiben; laß mich doch nicht von Deinem Licht durch Eitelkeit vertreiben; bleib Du mein Preis, Dein Wort mich speis, bleib Du mein Ehr, Dein Wort mich lehr, an Dich stets fest zu glauben.

Wend von mir nicht Dein Angesicht, laß mich im Kreuz nicht zagen; weich nicht von mir, mein höchste Zier, hilf mir mein Leiden tragen. Hilf mir zur Freud nach diesem Leid; hilf, daß ich mag nach dieser Klag dort ewig Dir Lob sagen.

Georg Weissel 1642 (LKG 234)

Meine Predigt zu Markus 4,35-41 (Sturmstillung)

Segen 

+ Der Herr sei mit Euch +

Der Herr segne und behüte Dich. Der Herr lasse Sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig. Der Herr erhebe Sein Angesicht auf Dich + schenke Dir Seinen Friede +

4. Mose 6,24-26.

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Nimm von uns, Herre Gott, all unsere Sünd und Missetat

Grab von Philippe Pot (1428-94) aus der Abtei Citeaux, ca.1480-83.

Des Morgens, wenn Du aufstehst, kannst Du Dich segnen mit dem Zeichen des heiligen Kreuzes und sagen: Das walte Gott Vater + Sohn und Heiliger Geist! Amen

Apostolische Glaubensbekenntnis 

Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde. 

Und an Jesum Christum, seinen einigen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist von dem Heiligen Geist, geboren aus Maria der Jungfrau, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, niedergefahren zur Hölle, am dritten Tage wieder auferstanden von den Toten, aufgefahren gen Himmel; sitzend zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters; von dannen er kommen wird zu richten die Lebendigen und die Toten. 

Ich glaube an den Heiligen Geist, eine heilige christliche Kirche, die Gemeinde der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. Amen.

Vaterunser 

Vater unser im Himmel
Geheiligt werde Dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Willst du, so kannst du dies Gebet dazu sprechen (Luthers Morgensegen)

Ich danke Dir, mein himmlischer Vater, durch Jesus Christus, Deinen lieben Sohn, daß Du mich diese Nacht vor allem Schaden und Gefahr behütet hast, und bitte Dich, Du wollest mich diesen Tag auch behüten vor Sünden und allem Übel, daß Dir all mein Tun und Leben gefalle. Denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in Deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde.

Als dann mit Freuden an Dein Werk gegangen und etwa ein Lied gesungen oder was Dir Deine Andacht eingibt.

Kollekte

Herr Gott, himmlischer Vater, Du hast Deinen Sohn vom Himmel herab verklärt: verleihe uns, daß wir die Offenbarung seiner Herrlichkeit gläubig aufnehmen und ihm willig nachfolgen damit wir durch sein Leiden und Kreuz zur Glorie der Auferstehung gelangen. Durch unsern Herrn Jesus Christus, Deinen Sohn, der mit Dir und dem Heiligen Geiste lebt und regiert von Ewigkeit zu Ewigkeit. 

Evangelisch-Lutherische Kirchenagende (SELK). Bd.1. Herder: Freiburg u.a. 1997. S.51

Über Dir geht auf der Herr, und seine Herrlichkeit erscheint über Dir (Jesaja 60,2)

Buße tun und glauben

Nimm von uns, Herre Gott, all unser Sünd und Missetat, auf daß wir mit rechtem Glauben und reinem Herzen in Deinem Dienst erfunden werden. Erbarm Dich, erbarm Dich, erbarm Dich Deines Volkes, o Christi, das Du erlöset hast mit Deinem teuern heiligen Blute. “So wahr ich lebe”, spricht Gott der Herre, “ich will nicht den Tod des Sünders, sondern daß er sich bekehre und lebe.” 

Nimm von uns, Herre Gott, all unser Sünd und Missetat, auf daß wir mit rechtem Glauben und reinem Herzen in Deinem Dienst erfunden werden. Erhör uns, erhör uns, erhöre unsere Bitt, Gott Vater, Schöpfer aller Ding, hilf uns und sei uns gnädig. “So wahr ich lebe”, spricht Gott der Herre, “ich will nicht den Tod des Sünders, sondern daß er sich bekehre und lebe.” 

Nimm von uns, Herre Gott, all unser Sünd und Missetat, auf daß wir mit rechtem Glauben und reinem Herzen in Deinem Dienst erfunden werden. Erhör uns, erhör uns, erhöre unsere Bitt, o Christi, aller Welt Heiland, bitt für uns und sei uns gnädig. “So wahr ich lebe”, spricht Gott der Herre, “ich will nicht den Tod des Sünders, sondern daß er sich bekehre und lebe.” 

Nimm von uns, Herre Gott, all unser Sünd und Missetat, auf daß wir mit rechtem Glauben und reinem Herzen in Deinem Dienst erfunden werden. Erhör uns, erhör uns, erhöre unsere Bitt, Gott Heilger Geist, Du einiger Tröster, erleuchte uns und sei uns gnädig. “So wahr ich lebe”, spricht Gott der Herre, “ich will nicht den Tod des Sünders, sondern daß er sich bekehre und lebe.” 

Amen.

Altkirchlich (LKG 214) 

Fortlaufende Lese

Und die Apostel kamen zurück und erzählten Jesus, wie große Dinge sie getan hatten. Und er nahm sie zu sich und zog sich mit ihnen allein in eine Stadt zurück, die heißt Betsaida.  11 Als die Menge das merkte, zog sie ihm nach. Und er ließ sie zu sich und sprach zu ihnen vom Reich Gottes und machte gesund, die der Heilung bedurften.  12 Aber der Tag fing an, sich zu neigen. Da traten die Zwölf zu ihm und sprachen: Lass das Volk gehen, dass sie hingehen in die Dörfer und Höfe ringsum und Herberge und Essen finden; denn wir sind hier an einer einsamen Stätte.  13 Da sprach er zu ihnen: Gebt ihr ihnen zu essen. Sie aber sprachen: Wir haben nicht mehr als fünf Brote und zwei Fische, es sei denn, dass wir hingehen sollen und für dieses ganze Volk Essen kaufen.  14 Denn es waren etwa fünftausend Männer. Er sprach aber zu seinen Jüngern: Lasst sie sich lagern in Gruppen zu je fünfzig.  15 Und sie taten das und ließen alle sich lagern.  16 Da nahm er die fünf Brote und zwei Fische und sah auf zum Himmel und segnete sie, brach die Brote und gab sie den Jüngern, dass sie dem Volk austeilten.  17 Und sie aßen und wurden alle satt; und es wurde aufgesammelt, was ihnen an Brocken übrig blieb, zwölf Körbe voll. 

Lukas 9,10-17

Morgenlese

Ich, Johannes, euer Bruder und Mitgenosse an der Bedrängnis und am Reich und an der Geduld in Jesus, war auf der Insel, die Patmos heißt, um des Wortes Gottes und des Zeugnisses Jesu willen. 10 Ich wurde vom Geist ergriffen am Tag des Herrn und hörte hinter mir eine große Stimme wie von einer Posaune, 11 die sprach: Was du siehst, das schreibe in ein Buch und sende es an die sieben Gemeinden: nach Ephesus und nach Smyrna und nach Pergamon und nach Thyatira und nach Sardes und nach Philadelphia und nach Laodizea. 12 Und ich wandte mich um, zu sehen nach der Stimme, die mit mir redete. Und als ich mich umwandte, sah ich sieben goldene Leuchter 13 und mitten unter den Leuchtern einen, der war einem Menschensohn gleich, der war angetan mit einem langen Gewand und gegürtet um die Brust mit einem goldenen Gürtel. 14 Sein Haupt aber und sein Haar war weiß wie weiße Wolle, wie Schnee, und seine Augen wie eine Feuerflamme 15 und seine Füße gleich Golderz, wie im Ofen durch Feuer gehärtet, und seine Stimme wie großes Wasserrauschen; 16 und er hatte sieben Sterne in seiner rechten Hand, und aus seinem Munde ging ein scharfes, zweischneidiges Schwert, und sein Angesicht leuchtete, wie die Sonne scheint in ihrer Macht. 17 Und als ich ihn sah, fiel ich zu seinen Füßen wie tot; und er legte seine rechte Hand auf mich und sprach: Fürchte dich nicht! Ich bin der Erste und der Letzte 18 und der Lebendige. Ich war tot, und siehe, ich bin lebendig von Ewigkeit zu Ewigkeit und habe die Schlüssel des Todes und der Hölle.

Abendlese

Ahmt mit mir Christus nach, Brüder und Schwestern, und seht auf die, die so wandeln, wie ihr uns zum Vorbild habt. 18 Denn viele wandeln so, dass ich euch oft von ihnen gesagt habe, nun aber sage ich’s auch unter Tränen: Sie sind die Feinde des Kreuzes Christi. 19 Ihr Ende ist die Verdammnis, ihr Gott ist der Bauch und ihre Ehre ist in ihrer Schande; sie sind irdisch gesinnt. 20 Wir aber sind Bürger im Himmel; woher wir auch erwarten den Heiland, den Herrn Jesus Christus, 21 der unsern geringen Leib[3] verwandeln wird, dass er gleich werde seinem verherrlichten Leibe nach der Kraft, mit der er sich alle Dinge untertan machen kann. 

Also, meine lieben Brüder und Schwestern, nach denen ich mich sehne, meine Freude und meine Krone, steht fest in dem Herrn, ihr Lieben. 

Philipper 3,17-4,1

Bekenntnislese

Etliche unter ihnen erdichten und sagen, durch die Gewalt der Schlüssel werde nicht vergeben die Schuld vor Gott, sondern die ewige Pein werde dadurch verwandelt in zeitliche; und machen also aus der Absolution, aus der Gewalt der Schlüssel, dadurch wir Trost und Leben erwarten sollen, eine solche Gewalt, dadurch uns nur Strafe aufgelegt werde. Die andern wollen klüger sein, die sagen, daß durch die Gewalt der Schlüssel Sünden vergeben werden vor den Leuten oder vor der christlichen Gemeinde, aber nicht vor Gott. Das ist auch fast ein schädlicher Irrtum; denn so die Gewalt der Schlüssel, welche von Gott gegeben ist, uns nicht tröstet vor Gott, wodurch will denn das Gewissen zur Ruhe kommen? Darüber so lehren und schreiben sie noch ungeschickter und verwirrter Ding; sie lehren, man könne durch Reue Gnade verdienen, und wenn sie da gefragt werden, warum denn Saul und Judas und dergleichen nicht Gnade verdient haben, in welchen gar eine schrecklich Kontrition gewesen ist; auf diese Frage sollten sie antworten, daß es Judas und Saul am Evangelio und Glauben gefehlt hätte, daß Judas sich nicht getröstet hat durchs Evangelium und hat nicht geglaubt; denn der Glaube unterscheidet die Reue Petri und Judä. Aber die Widersacher gedenken des Evangelii und Glaubens gar nicht, sondern des Gesetzes; sagen, Judas habe Gott nicht geliebt, sondern habe sich vor der Strafe gefürchtet. Ist aber das nicht ungewiß und ungeschickt von der Buße gelehrt? Denn wann will ein erschrocken Gewissen, sonderlich in den rechten großen Ängsten, welche in Psalmen und Propheten beschrieben werden, wissen, ob es Gott aus Liebe als seinen Gott fürchtet, oder ob er seinen Zorn und ewige Verdammnis flieht und haßt? Es mögen diejenigen von diesen großen Ängsten nicht viel erfahren haben, dieweil sie also mit Worten spielen und nach ihren Träumen Unterschied machen. Aber im Herzen, und wenn es zur Erfahrung kommt, findet sich’s viel anders, und mit den schlechten Syllaben und Worten findet kein Gewissen Ruhe, wie die guten sanften, müßigen Sophisten träumen. Hier berufen wir uns auf die Erfahrung aller Gottesfürchtigen, auf alle redlichen, verständigen Leute, die auch gern die Wahrheit erkennten; die werden bekennen, daß die Widersacher in allen ihren Büchern nichts Rechtschaffenes gelehrt haben von der Buße, sondern eitel verworren, unnütz Geschwätz; Und ist doch dies ein Hauptartikel der christlichen Lehre, von der Buße, von Vergebung der Sünden. Nun ist dieselbe Lehre von den Fragen, die jetzo erzählt, voll großer Irrtümer und Heuchelei, dadurch die rechte Lehre von Christo, von den Schlüsseln, vom Glauben zu unsäglichem Schaden der Gewissen unterdrückt gewesen.

Weiter richten sie noch mehr Irrtümer an, wenn man von der Beichte reden soll; da lehren sie nichts, denn lange Register machen und Sünden erzählen und mehrenteils Sünden wider Menschengebote, und treiben hier die Leute, als sei solch Zählen de iure divino, das ist, von Gott geboten; und dieses wäre noch so hoch beschwerlich nicht, wenn sie nur auch recht von der Absolution und Glauben hätten gelehrt. Aber da fahren sie abermal vorüber und lassen den hohen Trost liegen und dichten, das Werk, beichten und reuen, mache fromm ex opere operato, ohne Christum, ohne Glauben. Das heißen rechte Juden.

Das dritte Stück von diesem Spiel ist die satisfactio oder Genugtuung für die Sünde. Daselbst lehren sie noch ungeschickter, verwirrter, werfen das Hundert ins Tausend, daß daselbst nicht ein Tröpflein guten oder nötigen Trostes ein arm Gewissen finden möchte. Denn da erdichten sie ihnen selbst, daß die ewige Pein werde vor Gott verwandelt in Pein des Fegefeuers, und ein Teil der Pein werde vergeben und erlassen durch die Schlüssel, für einen Teil aber müsse man genugtun mit Werken. Darüber sagen sie weiter und nennen die Genugtuung opera supererogationis, das sind denn bei ihnen die kindischen närrischen Werke, als Wallfahrten, Rosenkränze und dergleichen, da kein Gebot Gottes von ist. Und weiter, wie sie die Pein des Fegefeuers ablaufen und lösen mit ihrem Genugtun, also haben sie noch weiter ein Fündlein erdacht, dieselben Genugtuungen für das Fegefeuer auch abzulösen, welches denn ein recht genießlicher, reicher Kauf und großer Jahrmarkt geworden. Denn sie haben unverschämt ihren Ablaß verkauft und gesagt, wer Ablaß löse, der kaufe sich also ab, da er sonst müßte genugtun; Und die Kretscherei, den Jahrmarkt, habe sie unverschämt getrieben, nicht allein daß sie den Lebendigen Ablaß verkauft, sondern auch für die Toten hat man Ablaß müssen kaufen. Darüber haben sie auch den schrecklichen Mißbrauch der Messe eingeführt, daß sie die Toten haben mit Messehalten erlösen wollen, und unter solchen Teufelslehren ist unterdrückt gewesen die ganze christliche Lehre vom Glauben, von Christo, wie wir dadurch sollen getröstet werden. Darum merken und verstehen hier alle ehrbaren, redlichen, ehrliebenden, verständigen Leute, geschweige denn Christen, daß ganz hoch vonnöten gewesen ist, solche ungöttliche Lehre der Sophisten und Kanonisten von der Buße zu tadeln. Denn dieselbe ihre Lehre ist öffentlich falsch, unrecht, wider die klaren Worte Christi, wider alle Schrift der Apostel, wider die ganze Heilige Schrift und Väter, und sind das ihre Irrtümer:

I. Daß uns Gott muß die Sünde vergeben, so wir gute Werke tun, auch außerhalb der Gnade.

II. Daß wir durch die Attrition oder Reue Gnade verdienen.

III. Daß unsere Sünde auszulöschen genug sei, wenn ich die Sünde an mir selbst hasse und schelte.

IV. Daß wir durch unsere Reue, nicht um des Glaubens willen an Christum, Vergebung der Sünden erlangen.

V. Daß die Gewalt der Schlüssel verleihe Vergebung der Sünden nicht vor Gott, sondern vor der Kirche oder den Leuten.

VI. Daß durch die Gewalt der Schlüssel nicht allein die Sünden vergeben werden, sondern dieselbe Gewalt sei darum eingesetzt, daß sie die ewige Pein verwandle in zeitliche, und daß sie den Gewissen etliche Genugtuungen auflege und Gottesdienste und satisfactiones aufrichte, dazu die Gewissen vor Gott verpflichte und verbinde.

VII. Daß da Erzählen und eigentlich Rechnen aller Sünden von Gott geboten sei.

VIII. Daß satisfactiones, welche doch von Menschen aufgesetzt, not seien, zu bezahlen die Pein oder auch die Schuld; denn wiewohl man in der Schule die satisfactiones allein für die Pein abrechnet, so versteht doch männiglich, daß man dadurch Vergebung der Schuld verdiene.

IX. Daß wir aus Empfangung des Sakraments der Buße, ex opere operato, wenn das Herz gleich nicht dabei ist, ohne den Glauben an Christum, Gnade erlangen.

X. Daß aus der Gewalt der Schlüssel durch den Ablaß die Seelen aus dem Fegefeuer erlöst werden.

XI. Daß in Reservatfällen nicht die Strafe der canonum, sondern die Schuld der Sünden vor Gott durch den Papst möge reserviert werden in denen, die sich wahrhaft zu Gott bekehren.

Apologie XII,8-27 (Von der Buß)

Es segne und behüte Euch Gott, der allmächtige und barmherzige, der Vater, Sohn + Heiliger Geist

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Aus tiefer Not schrei ich zu Dir, Herr Gott, erhör mein Rufen (LKG 213)

“Tut Buße und glaubet an das Evangelium” (Markus 1,15)

Des Morgens, wenn Du aufstehst, kannst Du Dich segnen mit dem Zeichen des heiligen Kreuzes und sagen: Das walte Gott Vater + Sohn und Heiliger Geist! Amen

Apostolische Glaubensbekenntnis 

Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde. 

Und an Jesum Christum, seinen einigen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist von dem Heiligen Geist, geboren aus Maria der Jungfrau, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, niedergefahren zur Hölle, am dritten Tage wieder auferstanden von den Toten, aufgefahren gen Himmel; sitzend zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters; von dannen er kommen wird zu richten die Lebendigen und die Toten. 

Ich glaube an den Heiligen Geist, eine heilige christliche Kirche, die Gemeinde der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. Amen.

Vaterunser 

Vater unser im Himmel
Geheiligt werde Dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Willst du, so kannst du dies Gebet dazu sprechen (Luthers Morgensegen)

Ich danke Dir, mein himmlischer Vater, durch Jesus Christus, Deinen lieben Sohn, daß Du mich diese Nacht vor allem Schaden und Gefahr behütet hast, und bitte Dich, Du wollest mich diesen Tag auch behüten vor Sünden und allem Übel, daß Dir all mein Tun und Leben gefalle. Denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in Deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde.

Als dann mit Freuden an Dein Werk gegangen und etwa ein Lied gesungen oder was Dir Deine Andacht eingibt.

Kollekte

Herr Gott, himmlischer Vater, Du hast Deinen Sohn vom Himmel herab verklärt: verleihe uns, daß wir die Offenbarung seiner Herrlichkeit gläubig aufnehmen und ihm willig nachfolgen damit wir durch sein Leiden und Kreuz zur Glorie der Auferstehung gelangen. Durch unsern Herrn Jesus Christus, Deinen Sohn, der mit Dir und dem Heiligen Geiste lebt und regiert von Ewigkeit zu Ewigkeit. 

Evangelisch-Lutherische Kirchenagende (SELK). Bd.1. Herder: Freiburg u.a. 1997. S.51

Über Dir geht auf der Herr, und seine Herrlichkeit erscheint über Dir (Jesaja 60,2)

Aus tiefer Not schrei ich zu Dir, Herr Gott, erhöre mein Rufen. Dein gnädig Ohren kehr zu mir und meiner Bitt sie öffen; denn so Du willst das sehen an, was Sünd und Unrecht ist getan, wer kann, Herr, vor Dir bleiben? 

Bei Dir gilt nichts denn Gnad und Gunst, die Sünde zu vergeben; es ist doch unser Tun umsonst auch in dem besten Leben. Vor Dir niemand sich rühmen kann, des muß Dich fürchten jedermann und Deiner Gnade leben.

Darum auf Gott will hoffen ich, auf mein Verdienst nicht bauen; auf ihn mein Herz soll lassen sich und seiner Güte trauen, die mir zusagt sein wertes Wort; das ist mein Trost und treuer Hort, des will ich allzeit harren.

Und ob es währt bis in die Nacht und wieder an den Morgen, doch soll mein Herz an Gottes Macht verzweifeln nicht noch sorgen. So tu Israel rechter Art, der aus dem Geist erzeuget ward, und seines Gotts erharre.

Ob bei uns ist der Sünden viel, bei Gott ist viel mehr Gnade; sein Hand zu helfen hat kein Ziel, wie groß auch sei der Schade. Er ist allein der gute Hirt, der Israel erlösen wird aus seinen Sünden allen.

Martin Luther 1524 (LKG 213: Psalm 130)

Fortlaufende Lese

Er rief aber die Zwölf zusammen und gab ihnen Gewalt und Macht über alle Dämonen und dass sie Krankheiten heilen konnten  2 und sandte sie aus, zu predigen das Reich Gottes und zu heilen die Kranken.  3 Und er sprach zu ihnen: Ihr sollt nichts mit auf den Weg nehmen, weder Stab noch Tasche noch Brot noch Geld; es soll auch einer nicht zwei Hemden haben.  4 Und wo ihr in ein Haus geht, da bleibt und von dort zieht weiter.  5 Und wenn sie euch nicht aufnehmen, dann geht fort aus dieser Stadt und schüttelt den Staub von euren Füßen zum Zeugnis gegen sie.  6 Und sie gingen hinaus und zogen von Dorf zu Dorf, predigten das Evangelium und heilten an allen Orten.  

7 Es kam aber vor Herodes, den Landesfürsten, alles, was geschah; und er wurde unruhig, weil von einigen gesagt wurde: Johannes ist von den Toten auferweckt worden;  8 von einigen aber: Elia ist erschienen; von anderen aber: Einer von den alten Propheten ist auferstanden.  9 Und Herodes sprach: Johannes, den habe ich enthauptet; wer ist aber dieser, über den ich solches höre? Und er begehrte ihn zu sehen. 

Lukas 9,1-9

Morgenlese

Nun freue ich mich in den Leiden, die ich für euch leide, und erfülle durch mein Fleisch, was an den Leiden Christi noch fehlt, für seinen Leib, das ist die Gemeinde. 25 Ihr Diener bin ich geworden durch den Auftrag, den Gott mir für euch gegeben hat, dass ich das Wort Gottes in seiner Fülle predige, 26 nämlich das Geheimnis, das verborgen war seit ewigen Zeiten und Geschlechtern, nun aber offenbart ist seinen Heiligen. 27 Denen wollte Gott kundtun, was der herrliche Reichtum dieses Geheimnisses unter den Völkern ist, nämlich Christus in euch, die Hoffnung der Herrlichkeit. 28 Den verkündigen wir und ermahnen alle Menschen und lehren alle Menschen in aller Weisheit, auf dass wir einen jeden Menschen in Christus vollkommen machen. 29 Dafür mühe ich mich auch ab und ringe in seiner Kraft, die mächtig in mir wirkt. 

Kolosser 1,24-29

Abendlese

Als nun Mose vom Berge Sinai herabstieg, hatte er die zwei Tafeln des Gesetzes in seiner Hand und wusste nicht, dass die Haut seines Angesichts glänzte, weil er mit Gott geredet hatte. 30 Als aber Aaron und alle Israeliten sahen, dass die Haut seines Angesichts glänzte, fürchteten sie sich, ihm zu nahen. 31 Da rief sie Mose, und sie wandten sich wieder zu ihm, Aaron und alle Obersten der Gemeinde, und er redete mit ihnen. 32 Danach nahten sich ihm auch alle Israeliten. Und er gebot ihnen alles, was der HERR mit ihm geredet hatte auf dem Berge Sinai. 33 Und als er dies alles mit ihnen geredet hatte, legte er eine Decke auf sein Angesicht. 34 Und wenn er hineinging vor den HERRN, mit ihm zu reden, tat er die Decke ab, bis er wieder herausging. Und wenn er herauskam und zu den Israeliten redete, was ihm geboten war, 35 sahen die Israeliten, wie die Haut seines Angesichts glänzte. Dann tat er die Decke auf sein Angesicht, bis er wieder hineinging, mit ihm zu reden. 

Exodus 34,29-35

Bekenntnislese

Von dem Erzählen aber und Erinnerung der Sünden in der Beichte unterrichten unsere Prediger also die Leute, daß sie doch die Gewissen nicht verstricken. Wiewohl es nun gut ist, die Groben, Unerfahrenen dazu zu unterweisen, daß sie etliche Sünden in der Beichte namhaftig machen, was sie drückt, damit man sie leichtlicher unterrichten kann: so disputieren wir doch davon hier nicht, sondern davon, ob Gott geboten habe, daß man die Sünden also alle erzählen müsse, und ob die Sünden unerzählt nicht mögen vergeben werden. Derhalben sollten die Widersacher uns nicht angezogen haben das Kapitel Omnis utruisque sexus, welches wir sehr wohl kennen, sondern aus der Heiligen Schrift, aus Gottes Wort, uns bewiesen haben, daß solch Erzählen der Sünden von Gott geboten wäre. Es ist leider allzu klar am Tage und ruchbar durch alle Kirchen in ganz Europa, wie diese particula des Kapitels Omnis utriusque sexus, da es gebietet, man solle schuldig sein, alle Sünden zu beichten, die Gewissen in Elend, Jammer und Verstrickung gebracht hat. Und der Text an ihm selbst hat nicht so viel Schaden getan als hernach der Summisten Bücher, darin die Umstände, der Sünden zusammengelesen; denn damit haben sie erst die Gewissen recht irregemacht und unsäglich geplagt, und dazu eitel gutherzige Leute, denn die Frechen und Wilden haben danach nicht viel gefragt. Darüber, nachdem der Text also lautet: ein jeder sollte seinem eigenen Priester beichten, was großes Zanks und wie mördlichen Neid und Haß hat zwischen Pfarrern und Mönchen allerlei Ordens diese Frage angerichtet, welches doch der eigene Priester wäre! Denn da war alle Brüderschaft, alle Freundschaft aus, wenn es um die Herrschaft, um den Beichtpfennig zu tun war. Darum halten wir, daß Gott nicht geboten hat, die Sünden namhaftig zu machen und zu erzählen. Und das hält auch Panormitanus und viel andere Gelehrte. Darum wollen wir keine Bürde auf die Gewissen legen durch das Kapitel Omnis utriusque sexus, sondern sagen von demselben wie von andern Menschensatzungen, nämlich daß es nicht ein Gottesdienst sei, der nötig sei zur Seligkeit. Auch so wird in dem Kapitel ein unmöglich Ding geboten, nämlich daß wir alle Sünden beichten sollen. Nun ist’s gewiß, daß wir vieler Sünden nicht können gedenken, auch wohl die größten Sünden nicht sehen, wie der Psalm sagt: „Wer kennet seine Fehle?“

Wo verständige, gottesfürchtige Pfarrherren und Prediger sind, die werden wohl wissen, wiefern not und nütze sein mag, die Jugend und sonst unerfahrene Leute in der Beichte zu fragen. Aber diese Tyrannei über die Gewissen, da die Summisten als die Stockmeister die Gewissen ohne Unterlaß geplagt haben, können noch wollen wir nicht loben; welche dennoch weniger beschwerlich gewesen wären, wenn sie doch mit einem Wort auch des Glaubens an Christum, dadurch die Gewissen recht getröstet werden, gedacht hätten. Nun aber ist von Christo, vom Glauben, von Vergebung der Sünde nicht eine Silbe, nicht ein Tüttel in so viel großen Büchern ihrer Dekretale, ihrer Kommente, ihrer Summisten, ihrer Konfessionale; da wird niemand ein Wort lesen, daraus er Christum, oder was Christus sei, möge lernen. Allein gehen sie mit diesen Registern um, die Sünden zu sammeln, zu häufen, und wäre noch etwas, wenn sie doch die Sünden verstünden, die Gott für Sünden hält. Nun ist der größere Teil ihrer Summen nichts anderes denn von Narrenwerk, von Menschensatzungen. O was hat die heillose, gottlose Lehre viel fromme Herzen und Gewissen, die gern recht getan hätten, zur Verzweiflung gebracht, welche nicht haben ruhen können! Denn sie wußten nicht anders, sie müßten sich also fressen und beißen mit dem Erzählen, Zusammenrechnen der Sünden, und befanden doch immer Unruhe, und daß es ihnen unmöglich war. Aber nicht weniger ungeschicktes Dinges haben die Widersacher von der ganzen Buße gelehrt, welches wir hernach wollen erzählen.

Artikel XII. Von der Buße

In dem zwölften Artikel lassen ihnen die Widersacher den ersten Teil gefallen, da wir sagen, daß alle diejenigen, so nach der Taufe in Sünde fallen, Vergebung der Sünden erlange, zu welcher Zeit und wie oft sie sich bekehren. Den andern Teil verwerfen und verdammen sie, da wir sagen, die Buße habe zwei Stücke, contritionem, und fidem, das ist, zur Buße gehören diese zwei, ein reuig, zerschlagen Herz und der Glaube, daß ich glaube, daß ich Vergebung der Sünden durch Christum erlange. Da höre man nun, wozu die Widersacher nein sagen! Da dürfen sie unverschämt verneinen, daß der Glaube nicht ein Stuck der Buße sei. Was sollen wir nun hier, allergnädigster Herr Kaiser, gegen diese Leute tun? Gewiß ist’s, daß wir durch den Glauben Vergebung der Sünden erlangen. Dieses Wort ist nicht unser Wort, sondern die Stimme und Wort Jesu Christi, unsers Heilandes. Das klare Wort Christi nun verdammen diese Meister der Konfutation, darum können wir in keinem Wege in die Konfutation willigen. Wir wollen, ob Gott will, die klaren Worte des Evangelii, die heilige göttlich Wahrheit und das selige Wort, darin aller Trost und Seligkeit steht, nicht verleugnen. Denn dieses also verneinen, daß wir durch den Glauben Vergebung der Sünden erlangen, was wäre das anders, denn das Blut Christi und seinen Tod lästern und schänden? Darum bitten wir, allergnädigster Herr Kaiser, daß Ew. Kaiserliche Majestät in dieser großen, höchsten, allerwichtigsten Sache, welche unsere eigene Seele und Gewissen, welche auch den ganzen Christen glauben, das ganze Evangelium, die Erkenntnis Christi und das Höchste, Größte nicht allein in diesem vergänglichen, sondern auch künftigem Leben, ja unser aller ewiges Genesen und Verderben vor Gott belangt, gnädiglich und mit Fleiß hören und erkennen. Es sollen alle Gottesfürchtigen, frommen und ehrbaren Leute nicht anders befinden denn daß wir in dieser Sache die göttliche Wahrheit und eitel heilsamen, hochnötigsten, tröstlichsten Unterricht der Gewissen gelehrt haben und lehren lassen, daran allen frommen Herzen der ganzen christlichen Kirche das Merklichste und Größte, ja all ihr Heil und Wohlfahrt gelegen, ohne welchen Unterricht kein Predigtamt, keine christliche Kirche sein noch bleiben kann. Es sollen alle Gottesfürchtigen befinden, daß diese Lehre der unsern von der Buße das Evangelium und reinen Verstand wieder an den Tag gedacht hat, und daß dadurch viel schädliche, häßliche Irrtümer abgetan, wie denn durch der Scholastiker und Kanonisten Bücher diese Lehre, was doch rechte Buße sei oder nicht sei, gar unterdrückt war.

Und ehe wir zur Sache greifen, müssen wir dieses anzeigen: Es werden alle ehrbaren, redlichen, gelehrten Leute hohen und niedern Standes, auch die Theologen selbst bekennen müssen, und ohne Zweifel auch die Feinde werden von ihrem eigenen Herzen überzeugt, daß zuvor und ehe denn Doktor Luther geschrieben hat, eitel dunkle, verworrene Schriften und Bücher von der Buße vorhanden gewesen sind. Wie man steht bei den Sententiarien, da unzählige unnütze Fragen sind, welche noch keine Theologi selbst haben genugsam können erörtern. Viel weniger hat das Volk aus ihren Predigten und verwirrten Büchern von der Buße eine Summa fassen mögen oder merken, was doch zu wahrer Buße vornehmlich gehört, wie oder durch was Weise ein Herz und Gewissen Ruhe und Frieden suchen müßte; Und Trotz! es trete noch einer hervor, der aus ihren Büchern einen einigen Menschen unterrichte, wann gewiß die Sünden vergeben sind. Lieber Herr Gott, wie sieht man da Blindheit! Wie wissen sie so gar nichts davon, wie sind ihre Schriften eitel Nacht, eitel Finsternis! Sie bringen Fragen vor, ob in attritione oder contritione Vergebung der Sünden geschehe, und so die Sünde vergeben wird um der Reue oder Kontrition willen, was dann der Absolution vonnöten sei; Und so die Sünden schon vergeben sind, was dann die Gewalt der Schlüssel vonnöten sei. Und da ängsten sie sich und zerbrechen sich den Kopf darüber und machen die Gewalt der Schlüssel gar zunichte.

Apologie XI,6 (Beichte) -XII,7 (Buße)

Es segne und behüte Euch Gott, der allmächtige und barmherzige, der Vater, Sohn + Heiliger Geist

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