Doch bin ich unverzagt. Gott will ich lassen sorgen.

“Ein feste Burg ist unser Gott, ein gute Wehr und Waffen. Er hilft uns frei aus aller Not, die uns jetzt hat betroffen” Doktor der Theologie Martin Luther 1483-1546: Wittenberger Schloßkirche

Das ist mir nicht verborgen, doch bin ich unverzagt. Gott will ich lassen sorgen, dem ich mich zugesagt, es koste Leib und Leben und alles, was ich hab, an Dir will ich fest kleben und nimmer lassen ab.

Die Welt, die mag zerbrechen, Du stehst mir ewiglich; kein Brennen, Hauen, Stechen soll trennen mich und Dich; kein Hunger und kein Dürsten, kein Armut, keine Pein, kein Zorn der großen Fürsten soll mir ein Hindrung sein.

Kein Engel, keine Freuden, kein Thron, kein Herrlichkeit, kein Lieben und kein Leiden, kein Angst und Fährlichkeit, was man nur kann erdenken, es sei klein oder groß: der keines soll mich lenken aus Deinem Arm und Schoß.

Mein Herze geht in Sprüngen und kann nicht traurig sein, ist voller Freud und Singen, sieht lauter Sonnenschein. Die Sonne, die mir lachet, ist mein Herr Jesus Christ; das, was mich singen machet, ist, was im Himmel ist.

Paul Gerhardt 1653 (LKG 237,12-15)

Dienstag nach dem 23. Sonntag nach Trinitatis (Die Kirche in der Welt) 

Dem König aller Könige und Herrn aller Herren, der allein Unsterblichkeit hat, dem sei Ehre und ewiges Reich.

1.Timotheus 6,15-16

Kollekte

Herr Gott, himmlischer Vater, der Du heiligen Mut, guten Rat und rechte Werke schaffst, gib Deinen Dienern Frieden, den die Welt nicht geben kann, auf daß unsere Herzen an Deinen Geboten hangen, und wir unsere Zeit durch Deinen Schutz sicher vor Feinden leben mögen. Durch unseren Herrn Jesus Christus, der mit Dir und dem Heiligen Geiste lebet und regieret von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. 

Orate fratres 3.Aufl. Vandenhoeck & Ruprecht: Göttingen, 1970. S.157

Fortlaufende Lese

Gebt uns Raum bei euch! Wir haben niemand Unrecht getan, wir haben niemand verletzt, wir haben niemand übervorteilt.  3 Nicht sage ich das, um euch zu verdammen; denn ich habe schon zuvor gesagt, dass ihr in unserm Herzen seid, mitzusterben und mitzuleben.  4 Ich rede mit großem Freimut zu euch; mir wird viel Ruhm zuteil euretwegen; ich bin erfüllt mit Trost; ich habe überschwängliche Freude in aller unsrer Bedrängnis.  

5 Denn als wir nach Makedonien kamen, fanden wir keine Ruhe; sondern allenthalben waren wir bedrängt: von außen Streit, von innen Furcht.  6 Aber Gott, der die Geringen tröstet, der tröstete uns durch die Ankunft des Titus;  7 nicht allein aber durch seine Ankunft, sondern auch durch den Trost, mit dem er bei euch getröstet worden war. Er berichtete uns von eurem Verlangen, eurem Weinen, eurem Eifer für mich, sodass ich mich noch mehr freute.  8 Denn wenn ich euch auch durch den Brief traurig gemacht habe, reut es mich nicht. Und wenn es mich reute – ich sehe ja, dass jener Brief euch wohl eine Weile betrübt hat –,  9 so freue ich mich jetzt, doch nicht darüber, dass ihr betrübt worden seid, sondern darüber, dass ihr betrübt worden seid zur Umkehr. Denn ihr seid betrübt worden nach Gottes Willen, sodass ihr von uns keinen Schaden erlitten habt.  10 Denn die Traurigkeit nach Gottes Willen wirkt zur Seligkeit eine Umkehr, die niemanden reut; die Traurigkeit der Welt aber wirkt den Tod.  11 Siehe, ebendies, dass ihr betrübt worden seid nach Gottes Willen, welches Mühen hat das in euch gewirkt, dazu Verteidigung, Unwillen, Furcht, Verlangen, Eifer, Bestrafung! Ihr habt in allen Stücken bewiesen, dass ihr rein seid in dieser Sache.  12 Darum, wenn ich euch auch geschrieben habe, so ist’s doch nicht geschehen um dessentwillen, der Unrecht getan hat, auch nicht um dessentwillen, der Unrecht erlitten hat, sondern damit euer Mühen für uns offenbar werde bei euch vor Gott.  13 Dadurch sind wir getröstet worden. Mehr noch als über diesen Trost aber haben wir uns gefreut über die Freude des Titus; denn sein Geist ist erquickt worden von euch allen.  14 Denn was ich vor ihm von euch gerühmt habe, darin bin ich nicht zuschanden geworden; sondern wie alles wahr ist, was wir mit euch geredet haben, so hat sich auch unser Rühmen vor Titus als wahr erwiesen.  15 Und er ist überaus herzlich gegen euch gesinnt, wenn er an den Gehorsam von euch allen denkt, wie ihr ihn mit Furcht und Zittern aufgenommen habt.  16 Ich freue mich, dass ich mich in allem auf euch verlassen kann. 

2. Korinther 7,2-16

Tageslese

Die Philister aber hatten die Lade Gottes genommen und brachten sie von Eben-Eser nach Aschdod. 2 Und die Philister nahmen die Lade Gottes und brachten sie in das Haus Dagons und stellten sie neben Dagon. 3 Und als die Leute von Aschdod am andern Morgen sich früh aufmachten und in das Haus Dagons kamen, sahen sie Dagon auf seinem Antlitz liegen auf der Erde vor der Lade des HERRN. Und sie nahmen Dagon und stellten ihn wieder an seinen Ort. 4 Aber als sie am andern Morgen früh sich wieder aufmachten, fanden sie Dagon abermals auf seinem Antlitz auf der Erde vor der Lade des HERRN liegen, aber sein Haupt und seine beiden Hände abgeschlagen auf der Schwelle, dass der Rumpf allein dalag. 5 Darum treten die Priester Dagons und alle, die in Dagons Haus gehen, nicht auf die Schwelle Dagons in Aschdod bis auf diesen Tag. 

1. Samuel 5,1-5

Abendgebet am Dienstag

Herr, unser Gott und unser Vater!

Wir danken Dir für den vergangenen Tag, seine Last und seine Sorge, seine Freude und seine Erquickung, und dafür, daß Du uns und die unseren gnädig behütet hast. Mit allem, was wir sind und haben, befehlen wir uns Deinem väterlichen Schutze für diese Nacht. Gib uns einen getrosten Glauben, daß Du unser Vater bist und wir Deine Kinder, und daß Deine Treue über uns kein Ende hat. Vergib uns alles Unrecht, das wir heute getan haben. Hilf, daß wir es Dir demütig bekennen und Deine Verzeihung empfangen, wie wir uns auch untereinander vergeben wollen. Dir befehlen wir alles, was uns am Herzen liegt, alle die Menschen, die wir lieb haben, Große und Kleine, Kranke und Gesunde, Dir befehlen wir Kirche und Schule, Heimat und Vaterland. Erwecke uns fröhlich zu neuem Tagewerk und bringe uns, wenn wir zum letzten Male einschlafen, zu Deinem ewigen Frieden durch Jesum Christum. Amen.

Evangelisch-lutherisches Gesangbuch der Hannoverschen Landeskirche (1937): Gebete zum täglichen Gottesdienste. S. 14f

Es segne und behüte Euch Gott, der allmächtige und barmherzige, der Vater, Sohn + Heiliger Geist  + Friede sei mit Euch +  Amen. Amen

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Sein Geist wohnt mir im Herzen, regiert mir meinen Sinn, vertreibet Sorg und Schmerzen, nimmt allen Kummer hin

Ölberg (Jerusalem)

Sein Geist wohnt mir im Herzen, regiert mir meinen Sinn, vertreibet Sorg und Schmerzen, nimmt allen Kummer hin; gibt Segen und Gedeihen dem, was er in mir schafft, hilft mir das Abba schreien aus aller meiner Kraft.

Und wenn an meinem Orte sich Furcht und Schrecken findt, so seufzt und spricht er Worte, die unaussprechlich sind mir zwar und meinem Munde, Gott aber wohl bewußt, der an des Herzens Grunde ersiehet seine Lust.

Sein Geist spricht meinem Geiste manch süßes Trostwort zu: wie Gott dem Hilfe leiste, der bei ihm suchet Ruh, und wie er hab erbauet ein edle neue Stadt, da Aug und Herze schauet, was es geglaubet hat.

Da ist mein Teil und Erbe mir prächtig zugericht’; wenn ich gleich fall und sterbe, fällt doch mein Himmel nicht. Muß ich auch gleich hier feuchten mit Tränen meine Zeit, mein Jesus und sein Leuchten durchsüßet alles Leid.

Wer sich mit dem verbindet, den Satan fleucht und haßt, der wird verfolgt und findet ein hohe, schwere Last zu leiden und zu tragen, gerät in Hohn und Spott; das Kreuz und alle Plagen die sind sein täglich Brot.

Paul Gerhardt 1653 (LKG 237,7-11)

Montag nach dem 23. Sonntag nach Trinitatis (Die Kirche in der Welt) 

Dem König aller Könige und Herrn aller Herren, der allein Unsterblichkeit hat, dem sei Ehre und ewiges Reich.

1.Timotheus 6,15-16

Kollekte

Herr Gott, himmlischer Vater, der Du heiligen Mut, guten Rat und rechte Werke schaffst, gib Deinen Dienern Frieden, den die Welt nicht geben kann, auf daß unsere Herzen an Deinen Geboten hangen, und wir unsere Zeit durch Deinen Schutz sicher vor Feinden leben mögen. Durch unseren Herrn Jesus Christus, der mit Dir und dem Heiligen Geiste lebet und regieret von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. 

Orate fratres 3.Aufl. Vandenhoeck & Ruprecht: Göttingen, 1970. S.157

Fortlaufende Lese

O ihr Korinther, unser Mund hat sich euch gegenüber aufgetan, unser Herz ist weit geworden.  12 Eng ist nicht der Raum, den ihr in uns habt; eng aber ist’s in euren Herzen.  13 Gebt uns, was wir euch geben – ich rede wie zu meinen Kindern –, und macht auch ihr euer Herz weit.  14 Zieht nicht unter fremdem Joch mit den Ungläubigen. Denn was hat Gerechtigkeit zu schaffen mit Gesetzlosigkeit? Was hat das Licht für Gemeinschaft mit der Finsternis?  15 Wie stimmt Christus überein mit Beliar? Oder was für ein Teil hat der Gläubige mit dem Ungläubigen?  16 Was hat der Tempel Gottes gemein mit den Götzen? Wir aber sind der Tempel des lebendigen Gottes; wie denn Gott sprach: »Ich will unter ihnen wohnen und wandeln und will ihr Gott sein, und sie sollen mein Volk sein.«  17 Darum »geht weg von ihnen und sondert euch ab«, spricht der Herr; »und rührt nichts Unreines an, so will ich euch annehmen  18 und euer Vater sein und ihr sollt meine Söhne und Töchter sein«, spricht der allmächtige Herr. 

2. Korinther 6,11-18

Tageslese

 Da trat Elia zu allem Volk und sprach: Wie lange hinkt ihr auf beiden Seiten? Ist der HERR Gott, so wandelt ihm nach, ist’s aber Baal, so wandelt ihm nach. Und das Volk antwortete ihm nichts. 22 Da sprach Elia zum Volk: Ich bin allein übrig geblieben als Prophet des HERRN, aber die Propheten Baals sind vierhundertfünfzig Mann. 23 So gebt uns nun zwei junge Stiere und lasst sie wählen einen Stier und ihn zerstücken und aufs Holz legen, aber kein Feuer daran legen; dann will ich den andern Stier herrichten und aufs Holz legen und auch kein Feuer daran legen. 24 Und ruft ihr den Namen eures Gottes an, ich aber will den Namen des HERRN anrufen. Welcher Gott nun mit Feuer antworten wird, der ist Gott. Und das ganze Volk antwortete und sprach: Das ist recht. 25 Und Elia sprach zu den Propheten Baals: Wählt ihr einen Stier und richtet zuerst zu, denn ihr seid viele, und ruft den Namen eures Gottes an, aber legt kein Feuer daran. 26 Und sie nahmen den Stier, den man ihnen gab, und richteten zu und riefen den Namen Baals an vom Morgen bis zum Mittag und sprachen: Baal, erhöre uns! Aber es war da keine Stimme noch Antwort. Und sie hinkten um den Altar, den sie gemacht hatten. 27 Als es nun Mittag wurde, verspottete sie Elia und sprach: Ruft laut! Denn er ist ja ein Gott; er ist in Gedanken oder hat zu schaffen oder ist über Land oder schläft vielleicht, dass er aufwache. 28 Und sie riefen laut und ritzten sich mit Messern und Spießen nach ihrer Weise, bis ihr Blut herabfloss. 29 Als aber der Mittag vergangen war, waren sie in Verzückung bis um die Zeit, zu der man das Speisopfer darbringt; aber da war keine Stimme noch Antwort noch einer, der aufmerkte. 30 Da sprach Elia zu allem Volk: Kommt her zu mir! Und als alles Volk zu ihm trat, baute er den Altar des HERRN wieder auf, der zerbrochen war. 31 Und Elia nahm zwölf Steine nach der Zahl der Stämme der Söhne Jakobs – zu dem das Wort des HERRN ergangen war: Du sollst Israel heißen – 32 und baute von den Steinen einen Altar im Namen des HERRN und machte um den Altar her einen Graben, so breit wie für zwei Maß Aussaat, 33 und richtete das Holz zu und zerstückte den Stier und legte ihn aufs Holz. 34 Und Elia sprach: Holt vier Eimer voll Wasser und gießt es auf das Brandopfer und aufs Holz! Und er sprach: Tut’s noch einmal! Und sie taten’s noch einmal. Und er sprach: Tut’s zum dritten Mal! Und sie taten’s zum dritten Mal. 35 Und das Wasser lief um den Altar her, und der Graben wurde auch voll Wasser. 36 Und als es Zeit war, das Speisopfer zu opfern, trat der Prophet Elia herzu und sprach: HERR, Gott Abrahams, Isaaks und Israels, lass heute kundwerden, dass du Gott in Israel bist und ich dein Knecht und dass ich all das nach deinem Wort getan habe! 37 Erhöre mich, HERR, erhöre mich, dass dies Volk erkenne, dass du, HERR, Gott bist und ihr Herz wieder zu dir kehrst! 38 Da fiel das Feuer des HERRN herab und fraß Brandopfer, Holz, Steine und Erde und leckte das Wasser auf im Graben. 39 Als das alles Volk sah, fielen sie auf ihr Angesicht und sprachen: Der HERR ist Gott, der HERR ist Gott! 40 Elia aber sprach zu ihnen: Greift die Propheten Baals, dass keiner von ihnen entrinne! Und sie ergriffen sie. Und Elia führte sie hinab an den Bach Kischon und schlachtete sie daselbst.

1. Könige 18,21-40

Abendgebet am Montag

Barmherziger, gnädiger Gott und Vater, wir loben und preisen Dich, daß Du uns durch Deine Gnade den vergangenen Tag hast vollenden lassen. Wir danken Dir von Herzen für all das Gute, das wir auch heute wieder von Deiner Hand empfangen haben. Herr Gott, wir sind zu geringe aller Barmherzigkeit, die Du täglich an uns tust. Vergib uns alle unsere Sünden, die wir an diesem Tage begangen haben mit Gedanken, Worten und Werken. Manches Böse haben wir getan, manches Gute haben wir versäumt. Sei uns gnädig, lieber Herr. Segne unsern Schlaf. Behüte uns vor Schrecken und Gefahr. Mache unsere Herzen stille und schenke uns eine ruhige Nacht und dermaleinst ein seliges Ende. Amen.

Evangelisch-lutherisches Gesangbuch der Hannoverschen Landeskirche (1937): Gebete zum täglichen Gottesdienste. S. 14

Es segne und behüte Euch Gott, der allmächtige und barmherzige, der Vater, Sohn + Heiliger Geist  + Friede sei mit Euch +  Amen. Amen

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Ist Gott für mich so trete gleich alles wider mich

Ist Gott für mich, so trete gleich alles wider mich; sooft ich ruf und bete, weicht alles hinter sich. Hab ich das Haupt zum Freunde und bin geliebt bei Gott, was kann mir tun der Feinde und Widersacher Rott?

Nun weiß und glaub ich feste, ich rühm’s auch ohne Scheu, dass Gott, der Höchst und Beste, mein Freund und Vater sei und dass in allen Fällen er mir zur Rechten steh und dämpfe Sturm und Wellen und was mir bringet Weh.

Der Grund, da ich mich gründe, ist Christus und sein Blut; das machet, dass ich finde das ewge, wahre Gut. An mir und meinem Leben ist nichts auf dieser Erd; was Christus mir gegeben, das ist der Liebe wert.

Mein Jesus ist mein Ehre, mein Glanz und schönes Licht. Wenn der nicht in mir wäre, so dürft und könnt ich nicht vor Gottes Augen stehen und vor dem Sternensitz, ich müsste stracks vergehen wie Wachs in Feuershitz.

Der, der hat ausgelöschet, was mit sich führt den Tod; der ist’s, der mich rein wäschet, macht schneeweiß, was ist rot. In ihm kann ich mich freuen, hab einen Heldenmut, darf kein Gerichte scheuen, wie sonst ein Sünder tut.

Nichts, nichts kann mich verdammen, nichts nimmt mir meinen Mut: die Höll und ihre Flammen löscht meines Heilands Blut. Kein Urteil mich erschrecket, kein Unheil mich betrübt, weil mich mit Flügeln decket mein Heiland, der mich liebt.

Paul Gerhardt 1653 (LKG 237,1-6)

Sonnabend nach dem 22. Sonntag nach Trinitatis (In Gottes Schuld) 

Bei Dir ist die Vergebung, daß man Dich fürchte.

Psalm 130,4

Kollekte

Allmächtiger, ewiger Gott, der Du uns reichlich und täglich alle unsere Sünden vergibst, gib uns Deinen Heiligen Geist, daß er Deine Barmherzigkeit in unsere Herzen schreibe, damit auch wir unseren Brüdern willig vergeben, durch unseren Herrn Jesus Christus, der mit Dir und dem Heiligen Geiste lebet und regieret von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. 

Orate fratres 3.Aufl. Vandenhoeck & Ruprecht: Göttingen, 1970. S.156f

Fortlaufende Lese

Als Mitarbeiter aber ermahnen wir euch, dass ihr nicht vergeblich die Gnade Gottes empfangt.  2 Denn er spricht: »Ich habe dich zur willkommenen Zeit erhört und habe dir am Tage des Heils geholfen.« Siehe, jetzt ist die willkommene Zeit, siehe, jetzt ist der Tag des Heils!  

3 Und wir geben in nichts irgendeinen Anstoß, damit dieser Dienst nicht verlästert werde;  4 sondern in allem erweisen wir uns als Diener Gottes: in großer Geduld, in Bedrängnissen, in Nöten, in Ängsten,  5 in Schlägen, in Gefängnissen, in Aufruhr, in Mühen, im Wachen, im Fasten,  6 in Lauterkeit, in Erkenntnis, in Langmut, in Freundlichkeit, im Heiligen Geist, in ungefärbter Liebe,  7 in dem Wort der Wahrheit, in der Kraft Gottes, mit den Waffen der Gerechtigkeit zur Rechten und zur Linken,  8 in Ehre und Schande; in bösen Gerüchten und guten Gerüchten, als Verführer und doch wahrhaftig;  9 als die Unbekannten und doch bekannt; als die Sterbenden, und siehe, wir leben; als die Gezüchtigten und doch nicht getötet;  10 als die Traurigen, aber allezeit fröhlich; als die Armen, aber die doch viele reich machen; als die nichts haben und doch alles haben. 

2. Korinther 6,1-10

Tageslese

Wir warten aber auf einen neuen Himmel und eine neue Erde nach seiner Verheißung, in denen Gerechtigkeit wohnt.
14 Darum, ihr Lieben, während ihr darauf wartet, seid bemüht, dass ihr vor ihm unbefleckt und untadelig im Frieden gefunden werdet, 15 und erachtet die Geduld unseres Herrn für eure Rettung, wie auch unser geliebter Bruder Paulus nach der Weisheit, die ihm gegeben ist, euch geschrieben hat. 16 Davon redet er in allen Briefen, in denen einige Dinge schwer zu verstehen sind, welche die Unwissenden und Leichtfertigen verdrehen werden, wie auch die andern Schriften, zu ihrer eigenen Verdammnis. 17 Ihr aber, meine Lieben, weil ihr das im Voraus wisst, so hütet euch, dass ihr nicht durch den Irrtum dieser ruchlosen Leute mitgerissen werdet und euren festen Halt verliert. 18 Wachset aber in der Gnade und Erkenntnis unseres Herrn und Heilands Jesus Christus. Ihm sei Ehre jetzt und für ewige Zeiten! Amen. 

2. Petrus 3,13-18

Morgengebet am Sonnabend

Allmächtiger, gütiger Gott, lieber himmlischer Vater, Deine Güte ist es, daß wir nicht gar aus sind; Deine Barmherzigkeit hat noch kein Ende, sondern sie ist alle Morgen neu, und Deine Treue ist groß. Unsere Seele erhebt sich zu Dir mit Preis und Dank, daß Du uns wieder gesund und froh zu einem neuen Morgen hast erwachen lassen. Aber unser Leben fährt schnell dahin, als flögen wir davon. Hilf uns, o treuer Gott, daß wir die flüchtige Zeit treu und gewissenhaft auskaufen. Gib Deinen Segen zu allem unserem Wirken und Tun. Wohne in unseren Herzen, daß wir in Dir bleiben unter allen Sorgen des Tages. Dein heiliger Engel geleite uns auf allen unseren Wegen, bis der letzte große Tag anbricht, da wir Dir dienen in der Freiheit der Erlösten und Dich schauen von Angesicht zu Angesicht im Glanze Deiner Herrlichkeit. Amen.

Evangelisch-lutherisches Gesangbuch der Hannoverschen Landeskirche (1937): Gebete zum täglichen Gottesdienste. S. 9

Es segne und behüte Euch Gott, der allmächtige und barmherzige, der Vater, Sohn + Heiliger Geist  + Friede sei mit Euch +  Amen. Amen

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Dr. Martin Luther predigt am 23. Sonntag nach Trinitatis

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Jesu, meine Freude, meines Herzens Weide…

Taufbecken in der Kapelle der Alten Lateinschule: Da bist Du selig worden +

Jesu, meine Freude, meines Herzens Weide, Jesu, meine Zier: ach, wie lang, ach lange ist dem Herzen bange und verlangt nach Dir! Gottes Lamm, mein Bräutigam, außer Dir soll mir auf Erden nichts sonst Liebers werden.

Unter Deinem Schirmen bin ich vor den Stürmen aller Feinde frei. Lass den Satan wettern, lass die Welt erzittern, mir steht Jesus bei. Ob es jetzt gleich kracht und blitzt, ob gleich Sünd und Hölle schrecken, Jesus will mich decken.

Trotz dem alten Drachen, Trotz dem Todesrachen, Trotz der Furcht dazu! Tobe, Welt, und springe; ich steh hier und singe in gar sichrer Ruh. Gottes Macht hält mich in acht, Erd und Abgrund muss verstummen, ob sie noch so brummen.

Weg mit allen Schätzen; Du bist mein Ergötzen, Jesu, meine Lust. Weg, ihr eitlen Ehren, ich mag euch nicht hören, bleibt mir unbewusst! Elend, Not, Kreuz, Schmach und Tod soll mich, ob ich viel muß leiden, nicht von Jesus scheiden.

Gute Nacht, o Wesen, das die Welt erlesen, mir gefällst Du nicht. Gute Nacht, ihr Sünden, bleibet weit dahinten, kommt nicht mehr ans Licht! Gute Nacht, Du Stolz und Pracht; Dir sei ganz, du Lasterleben, gute Nacht gegeben.

Weicht, ihr Trauergeister, denn mein Freudenmeister, Jesus, tritt herein. Denen, die Gott lieben, muss auch ihr Betrüben lauter Freude sein. Duld ich schon hier Spott und Hohn, dennoch bleibst Du auch im Leide, Jesu, meine Freude.

Johann Franck 1650 (LKG 236)

Freitag nach dem 22. Sonntag nach Trinitatis (In Gottes Schuld) 

Bei Dir ist die Vergebung, daß man Dich fürchte.

Psalm 130,4

Kollekte

Allmächtiger, ewiger Gott, der Du uns reichlich und täglich alle unsere Sünden vergibst, gib uns Deinen Heiligen Geist, daß er Deine Barmherzigkeit in unsere Herzen schreibe, damit auch wir unseren Brüdern willig vergeben, durch unseren Herrn Jesus Christus, der mit Dir und dem Heiligen Geiste lebet und regieret von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. 

Orate fratres 3.Aufl. Vandenhoeck & Ruprecht: Göttingen, 1970. S.156f

Fortlaufende Lese

Darum kennen wir von nun an niemanden mehr nach dem Fleisch; und auch wenn wir Christus gekannt haben nach dem Fleisch, so kennen wir ihn doch jetzt so nicht mehr.  17 Darum: Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur; das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden.  18 Aber das alles ist von Gott, der uns mit sich selber versöhnt hat durch Christus und uns das Amt gegeben, das die Versöhnung predigt.  19 Denn Gott war in Christus und versöhnte die Welt mit ihm selber und rechnete ihnen ihre Sünden nicht zu und hat unter uns aufgerichtet das Wort von der Versöhnung.  20 So sind wir nun Botschafter an Christi statt, denn Gott ermahnt durch uns; so bitten wir nun an Christi statt: Lasst euch versöhnen mit Gott!  21 Denn er hat den, der von keiner Sünde wusste, für uns zur Sünde gemacht, auf dass wir in ihm die Gerechtigkeit würden, die vor Gott gilt. 

2. Korinther 5,16-21

Tageslese

Und der HERR sprach: Es ist ein großes Geschrei über Sodom und Gomorra, denn ihre Sünden sind sehr schwer. 21 Darum will ich hinabfahren und sehen, ob sie alles getan haben nach dem Geschrei, das vor mich gekommen ist, oder ob’s nicht so sei, damit ich’s wisse. 22 Und die Männer wandten ihr Angesicht und gingen nach Sodom. Aber Abraham blieb stehen vor dem HERRN 23 und trat herzu und sprach: Willst du denn den Gerechten mit dem Gottlosen umbringen? 24 Es könnten vielleicht fünfzig Gerechte in der Stadt sein; wolltest du die umbringen und dem Ort nicht vergeben um fünfzig Gerechter willen, die darin wären? 25 Das sei ferne von dir, dass du das tust und tötest den Gerechten mit dem Gottlosen, sodass der Gerechte wäre gleich wie der Gottlose! Das sei ferne von dir! Sollte der Richter aller Welt nicht gerecht richten? 26 Der HERR sprach: Finde ich fünfzig Gerechte zu Sodom in der Stadt, so will ich um ihretwillen dem ganzen Ort vergeben. 27 Abraham antwortete und sprach: Ach siehe, ich habe mich unterwunden, zu reden mit dem Herrn, wiewohl ich Erde und Asche bin. 28 Es könnten vielleicht fünf weniger als fünfzig Gerechte darin sein; wolltest du denn die ganze Stadt verderben um der fünf willen? Er sprach: Finde ich darin fünfundvierzig, so will ich sie nicht verderben. 29 Und er fuhr fort mit ihm zu reden und sprach: Man könnte vielleicht vierzig darin finden. Er aber sprach: Ich will ihnen nichts tun um der vierzig willen. 30 Abraham sprach: Zürne nicht, Herr, dass ich noch mehr rede. Man könnte vielleicht dreißig darin finden. Er aber sprach: Finde ich dreißig darin, so will ich ihnen nichts tun. 

Genesis 1. Mose 18,20-33

Morgengebet am Freitag

Herr Jesu Christe, wir gedenken heute des Tages Deiner Kreuzigung, da Du unsere Krankheit und Schmerzen auf Dich genommen und unsere Sünde getragen hast. Wir danken Dir von Herzensgrund für Deine Liebe, Deine Angst und Deinen Tod. Verleihe uns, daß wir nimmer vergessen, wie teuer wir erkauft sind; hilf, daß wir nun auch heilig leben und in Gerechtigkeit Dir dienen. Laß uns im Glauben immer stärker, in der Hoffnung fröhlicher, in der Geduld getroster, im gehorsam williger werden. Segne uns diesen Tag und alle Zeit unseres Lebens; behüte und bewahre uns vor allem Übel, bis Du uns zur ewigen Freude und Seligkeit bringen wirst. Tue das an uns um Deines bitteren Sterbens willen – uns und unseren Kindern und Enkelkindern. Amen.

Evangelisch-lutherisches Gesangbuch der Hannoverschen Landeskirche (1937): Gebete zum täglichen Gottesdienste. S. 9

Es segne und behüte Euch Gott, der allmächtige und barmherzige, der Vater, Sohn + Heiliger Geist  + Friede sei mit Euch +  Amen. Amen

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Ich freu mich in dem Herren aus meines Herzens Grund

Dr. Martin Luthers Thesenanschlag am 31. Oktober 1517

Ich freu mich in dem Herren aus meines Herzens Grund, bin fröhlich Gott zu Ehren jetzt und zu aller Stund, mit Freuden will ich singen zu Lob dem Namen sein, ganz lieblich soll erklingen ein neues Liedelein.

In Sünd war ich verloren, sündlich war all mein Tun, nun bin ich neu geboren in Christus, Gottes Sohn; der hat mir Heil erworben durch seinen bittern Tod, weil er am Kreuz gestorben für meine Missetat.

All Sünd ist nun vergeben und zugedecket fein, darf mich nicht mehr beschämen vor Gott, dem Herren mein. Ich bin ganz neu geschmücket mit einem schönen Kleid, gezieret und gesticket mit Heil und Grechtigkeit.

Dafür will ich ihm sagen Lob und Dank allezeit, mit Freud und Ehren tragen dies köstliche Geschmeid, will damit herrlich prangen vor Gottes Majestät, hoff, darin zu erlangen die ewge Seligkeit.

Bartholomäus Helder 1648 (LKG 235)

Reformationsfest

So spricht der Herr: Ich bin der Herr, Dein Gott, Du sollst keine anderen Götter haben neben mir.

2. Mose 20, 2-3

Kollekte

Herr, unser Gott, wir danken Dir, daß Du Dich Deiner Kirche erbarmt und Dein lauteres Evangelium wieder ans Licht gebracht hast. Wir bitten Dich, Du wollest unsere Herzen durch Deinen Heiligen Geist regieren, daß wir allein nach Deinem Willen fragen, Deiner Gnade trauen und auf den Trost des Evangeliums leben und sterben. Durch unsern Herrn Jesus Christus, der mit Dir und dem Heiligen Geiste lebt und regiert von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. 

Orate fratres 3.Aufl. Vandenhoeck & Ruprecht: Göttingen, 1970. S.158

Fortlaufende Lese

Weil wir nun wissen, dass der Herr zu fürchten ist, suchen wir Menschen zu gewinnen; aber vor Gott sind wir offenbar. Ich hoffe aber, dass wir auch vor eurem Gewissen offenbar sind.  12 Damit empfehlen wir uns nicht abermals bei euch, sondern geben euch Anlass, euch unser zu rühmen, damit ihr etwas habt gegen die, die sich des Äußeren rühmen und nicht des Herzens.  13 Denn wenn wir außer uns waren, so war es für Gott; sind wir aber besonnen, so sind wir’s für euch.  14 Denn die Liebe Christi drängt uns, da wir erkannt haben, dass einer für alle gestorben ist und so alle gestorben sind.  15 Und er ist darum für alle gestorben, damit, die da leben, hinfort nicht sich selbst leben, sondern dem, der für sie gestorben ist und auferweckt wurde. 

2. Korinther 5,11-15

Tageslese

Ich will euch aber nicht verschweigen, Brüder und Schwestern, dass ich mir oft vorgenommen habe, zu euch zu kommen – wurde aber bisher gehindert –, damit ich auch unter euch Frucht schaffe wie unter andern Heiden. Griechen und Nichtgriechen, Weisen und Nichtweisen bin ich es schuldig; darum, soviel an mir liegt, bin ich willens, auch euch in Rom das Evangelium zu predigen.

Denn ich schäme mich des Evangeliums nicht; denn es ist eine Kraft Gottes, die selig macht alle, die glauben, die Juden zuerst und ebenso die Griechen. Denn darin wird offenbart die Gerechtigkeit, die vor Gott gilt, welche kommt aus Glauben in Glauben; wie geschrieben steht: »Der Gerechte wird aus Glauben leben.« 

Römer 1,13-17

Gebet am Reformationsfest

Wir danken Dir, allmächtiger Gott und Vater, daß Du Dich Deiner Kirche väterlich erbarmt und Dein lauteres Evangelium uns wieder geschenkt und erhalten hast.

Wir bitten Dich, Du wollest unser aller Herzen durch Deinen heiligen Geist regieren, daß wir dem Evangelium allezeit treu und fest anhängen, aber auch nach demselben würdiglich wandeln und auf den Trost desselben leben und sterben.

Durch Jesum Christum, Deinen Sohn, unsern Herrn. Amen.

Evangelisch-lutherisches Gesangbuch der Hannoverschen Landeskirche (1937): Gebete zum täglichen Gottesdienste. S. 59

Es segne und behüte Euch Gott, der allmächtige und barmherzige, der Vater, Sohn + Heiliger Geist  + Friede sei mit Euch +  Amen. Amen

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Such, wer da will, ein anderer Ziel, die Seligkeit zu finden

Rev. Michael Frese (LCMS) auf der Kanzel (Stadtkirche Lutherstadt Wittenberg) und Rev. Sean Daenzer (LCMS) als Liturg.

Such, wer da will, ein ander Ziel, die Seligkeit zu finden; mein Herz allein bedacht soll sein, auf Christus sich zu gründen. Sein Wort sind wahr, sein Werk sind klar, sein heilger Mund hat Kraft und Grund, all Feind zu überwinden.

Such, wer da will, Nothelfer viel, die uns doch nichts erworben; hier ist der Mann, der helfen kann, bei dem nie was verdorben. Uns wird das Heil durch ihn zuteil, uns macht gerecht der treue Knecht, der für uns ist gestorben.

Ach sucht doch den, lasst alles stehn, die Ihr das Heil begehret; er ist der Herr, und keiner mehr, der Euch das Heil gewähret. Sucht ihn all Stund von Herzensgrund, sucht ihn allein; denn wohl wird sein dem, der ihn herzlich ehret.

Meins Herzens Kron, mein Freudensonn sollst Du, Herr Jesu, bleiben; laß mich doch nicht von Deinem Licht durch Eitelkeit vertreiben; bleib Du mein Preis, Dein Wort mich speis, bleib Du mein Ehr, Dein Wort mich lehr, an Dich stets fest zu glauben.

Wend von mir nicht Dein Angesicht, lass mich im Kreuz nicht zagen; weich nicht von mir, mein höchste Zier, hilf mir mein Leiden tragen. Hilf mir zur Freud nach diesem Leid; hilf, dass ich mag nach dieser Klag dort ewig Dir Lob sagen.

Georg Weissel 1642 (LKG 234)

Mittwoch nach dem 22. Sonntag nach Trinitatis (In Gottes Schuld) 

Bei Dir ist die Vergebung, daß man Dich fürchte.

Psalm 130,4

Kollekte

Allmächtiger, ewiger Gott, der Du uns reichlich und täglich alle unsere Sünden vergibst, gib uns Deinen Heiligen Geist, daß er Deine Barmherzigkeit in unsere Herzen schreibe, damit auch wir unseren Brüdern willig vergeben, durch unseren Herrn Jesus Christus, der mit Dir und dem Heiligen Geiste lebet und regieret von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. 

Orate fratres 3.Aufl. Vandenhoeck & Ruprecht: Göttingen, 1970. S.156f

Fortlaufende Lese

Denn wir wissen: Wenn unser irdisches Haus, diese Hütte, abgebrochen wird, so haben wir einen Bau, von Gott erbaut, ein Haus, nicht mit Händen gemacht, das ewig ist im Himmel.  2 Denn darum seufzen wir auch und sehnen uns danach, dass wir mit unserer Behausung, die vom Himmel ist, überkleidet werden,  3 weil wir dann bekleidet und nicht nackt befunden werden.  4 Denn solange wir in dieser Hütte sind, seufzen wir und sind beschwert, weil wir lieber nicht entkleidet, sondern überkleidet werden wollen, damit das Sterbliche verschlungen werde von dem Leben.  5 Der uns aber dazu bereitet hat, das ist Gott, der uns als Unterpfand den Geist gegeben hat.  6 So sind wir denn allezeit getrost und wissen: Solange wir im Leibe wohnen, weilen wir fern von dem Herrn;  7 denn wir wandeln im Glauben und nicht im Schauen.  8 Wir sind aber getrost und begehren sehr, den Leib zu verlassen und daheim zu sein bei dem Herrn.  9 Darum setzen wir auch unsre Ehre darein, ob wir daheim sind oder in der Fremde, dass wir ihm wohlgefallen.  10 Denn wir müssen alle offenbar werden vor dem Richterstuhl Christi, auf dass ein jeder empfange nach dem, was er getan hat im Leib, es sei gut oder böse. 

2. Korinther 5,1-10

Tageslese

Jakob hob seine Augen auf und sah seinen Bruder Esau kommen mit vierhundert Mann. Und er verteilte seine Kinder auf Lea und auf Rahel und auf die beiden Mägde 2 und stellte die Mägde mit ihren Kindern vornean und Lea mit ihren Kindern dahinter und Rahel mit Josef zuletzt. 3 Und er ging vor ihnen her und neigte sich siebenmal zur Erde, bis er zu seinem Bruder kam. 4 Esau aber lief ihm entgegen und herzte ihn und fiel ihm um den Hals und küsste ihn, und sie weinten. 5 Und Esau hob seine Augen auf und sah die Frauen mit den Kindern und sprach: Wer sind diese bei dir? Er antwortete: Es sind die Kinder, die Gott deinem Knecht beschert hat. 6 Und die Mägde traten herzu mit ihren Kindern und neigten sich vor ihm. 7 Lea trat auch herzu mit ihren Kindern, und sie neigten sich vor ihm. Danach traten Josef und Rahel herzu, und sie neigten sich auch vor ihm. 8 Und Esau sprach: Was willst du mit dem ganzen Lager, auf das ich gestoßen bin? Er antwortete: Dass ich Gnade fände vor meinem Herrn. 9 Esau sprach: Ich habe genug, mein Bruder; behalte, was du hast. 10 Jakob antwortete: Ach nein! Hab ich Gnade gefunden vor dir, so nimm mein Geschenk von meiner Hand; denn ich sah dein Angesicht, als sähe ich Gottes Angesicht, und du hast mich freundlich angesehen. 11 Nimm doch meine Segensgabe an, die dir gebracht wurde; denn Gott hat sie mir beschert, und ich habe von allem genug. So nötigte er ihn, dass er sie nahm. 12 Und Esau sprach: Lass uns aufbrechen und fortziehen; ich will mit dir ziehen. 13 Er aber sprach zu ihm: Mein Herr weiß, dass ich zarte Kinder bei mir habe, dazu säugende Schafe und Kühe; wenn sie auch nur einen Tag übertrieben würden, würde mir die ganze Herde sterben. 14 Mein Herr ziehe vor seinem Knechte her. Ich will gemächlich hintennach treiben, wie das Vieh und die Kinder gehen können, bis ich komme zu meinem Herrn nach Seïr. 15 Esau sprach: So will ich doch bei dir lassen etliche von meinen Leuten. Er antwortete: Ist das denn nötig? Lass mich nur Gnade vor meinem Herrn finden. 16 So zog Esau an jenem Tage wiederum seines Weges nach Seïr. 

Genesis (1. Mose) 33,1-16

Morgengebet am Mittwoch

Wir danken Dir, Herr, unser Gott, daß Deine Güte heute über uns neu ist, und bitten Dich um Deinen Schutz für diesen Tag – für uns und unsere Kinder. Gib, daß wir unser Tagewerk mit Freuden angreifen und nicht mit Seufzen, und laß wohlgelingen, was uns befohlen ist. Vor allem aber lehre uns trachten nach Deinem Reich und seiner Gerechtigkeit. Mitten in der Unruhe des äußeren Lebens mache unser Herz still zu Dir. Mitten in der Versuchung der Welt richte unser Auge auf Dich. Wenn die Last uns zu schwer werden will, so mache die Liebe größer und die Treue fester und gib uns neue Kraft aus der Höhe. Laß uns erfahren, daß dem, der nach Deinem Reiche trachtet, alles zufällt. Mache uns frei von Sorgen, treu im Großen wie im Geringen, fröhlich im Aufblick zu Dir. Amen.

Evangelisch-lutherisches Gesangbuch der Hannoverschen Landeskirche (1937): Gebete zum täglichen Gottesdienste. S. 8

Es segne und behüte Euch Gott, der allmächtige und barmherzige, der Vater, Sohn + Heiliger Geist  + Friede sei mit Euch +  Amen. Amen

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Wenn Dein herzliebster Sohn, o Gott…

Bremm Moselschleife

Wenn Dein herzliebster Sohn, o Gott, nicht wär auf Erden kommen und hätt, da ich in Sünden tot, mein Fleisch nicht angenommen, so müßt ich armes Würmelein zur Höllen wandern in die Pein um meiner Sünde willen.

Jetzt aber hab ich Ruh und Rast, darf nimmermehr verzagen, weil er die schwere Sündenlast für mich hat selbst getragen. Er hat mit Dir versöhnet mich, da er am Kreuz ließ töten sich, auf daß ich selig würde.

Drum ist getrost mein Herz und Mut mit kindlichem Vertrauen. Auf dies sein rosinfarbnes Blut will ich mein Hoffnung bauen, das er für mich vergossen hat, gewaschen ab die Missetat und mir das Heil erworben.

In seinem Blut erquick ich mich und komm zu Dir mit Freuden. Ich suche Gnad demütiglich, von Dir soll mich nichts scheiden. Was mir erworben hat Dein Sohn 
durch seinen Tod und Marterkron, kann mir kein Teufel rauben.

Nichts hilft mir die Gerechtigkeit, die vom Gesetz herrühret; wer sich in eignem Werk erfreut, wird jämmerlich verführet. Des Herren Jesu Werk allein, das machts, daß ich kann selig sein, der ichs im Glauben fasse.

Gott Vater, der Du alle Schuld auf Deinen Sohn geleget, Herr Jesu, dessen Lieb und Huld
all meine Sünden träget, o Heilger Geist, des Gnad und Kraft allein das Gute in mir schafft: Laß mich ans End beharren.

Strophe 1-5: Johann Heermann 1630. Strophe 6: Hannoversches Gesangbuch 1652. LKG 233

Dienstag nach dem 22. Sonntag nach Trinitatis (In Gottes Schuld) 

Bei Dir ist die Vergebung, daß man Dich fürchte.

Psalm 130,4

Kollekte

Allmächtiger, ewiger Gott, der Du uns reichlich und täglich alle unsere Sünden vergibst, gib uns Deinen Heiligen Geist, daß er Deine Barmherzigkeit in unsere Herzen schreibe, damit auch wir unseren Brüdern willig vergeben, durch unseren Herrn Jesus Christus, der mit Dir und dem Heiligen Geiste lebet und regieret von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. 

Orate fratres 3.Aufl. Vandenhoeck & Ruprecht: Göttingen, 1970. S.156f

Fortlaufende Lese

Wir haben aber diesen Schatz in irdenen Gefäßen, auf dass die überschwängliche Kraft von Gott sei und nicht von uns.  8 Wir sind von allen Seiten bedrängt, aber wir ängstigen uns nicht. Uns ist bange, aber wir verzagen nicht.  9 Wir leiden Verfolgung, aber wir werden nicht verlassen. Wir werden unterdrückt, aber wir kommen nicht um.  10 Wir tragen allezeit das Sterben Jesu an unserm Leibe, auf dass auch das Leben Jesu an unserm Leibe offenbar werde.  11 Denn wir, die wir leben, werden immerdar in den Tod gegeben um Jesu willen, auf dass auch das Leben Jesu offenbar werde an unserm sterblichen Fleisch.  12 So ist nun der Tod mächtig in uns, aber das Leben in euch.  13 Weil wir aber denselben Geist des Glaubens haben, wie geschrieben steht: »Ich glaube, darum rede ich«, so glauben wir auch, darum reden wir auch;  14 denn wir wissen, dass der, der den Herrn Jesus auferweckt hat, wird uns auch auferwecken mit Jesus und wird uns vor sich stellen samt euch.  15 Denn es geschieht alles um euretwillen, auf dass die Gnade durch viele wachse und so die Danksagung noch reicher werde zur Ehre Gottes.  16 Darum werden wir nicht müde; sondern wenn auch unser äußerer Mensch verfällt, so wird doch der innere von Tag zu Tag erneuert.  17 Denn unsre Bedrängnis, die zeitlich und leicht ist, schafft eine ewige und über alle Maßen gewichtige Herrlichkeit,  18 uns, die wir nicht sehen auf das Sichtbare, sondern auf das Unsichtbare. Denn was sichtbar ist, das ist zeitlich; was aber unsichtbar ist, das ist ewig. 

2. Korinther 4,7-18

Tageslese

Er sprach aber zu seinen Jüngern: Es ist unmöglich, dass keine Verführungen kommen; aber weh dem, durch den sie kommen! 2 Es wäre besser für ihn, dass man einen Mühlstein um seinen Hals hängte und würfe ihn ins Meer, als dass er einen dieser Kleinen zum Bösen verführt. 3 Hütet euch! Wenn dein Bruder sündigt, so weise ihn zurecht; und wenn er umkehrt, vergib ihm. 4 Und wenn er siebenmal am Tag an dir sündigen würde und siebenmal wieder zu dir käme und spräche: Es reut mich!, so sollst du ihm vergeben. 

Lukas 17,1-4

Morgengebet am Dienstag

Gelobt seist Du, Gott unser Schöpfer, gelobt Du, Gott unser Heiland, gelobt Du, Gott unser Tröster!

Du bist uns Schild und Schutz und schenkst uns Gnade um Gnade; Du hast uns bewahrt bis auf diesen Tag. Herr, laß uns auch heute in Deinem Dienste stehen. Hilf uns alles, was wir tun, ausführen Dir zur Ehre, dem Nächsten zum Nutz und uns zum Heil. Dir möchten wir uns opfern mit Leib und Seele. Darum schenke uns die Liebe, die nicht das Ihre sucht. Herr, von uns selber vermögen wir nichts, aber Du kannst alles. Gib Kraft und Selbstüberwindung, wo wir sie brauchen; gib Rat, wo wir Rats bedürfen; segne uns für Zeit und Ewigkeit. Amen.

Evangelisch-lutherisches Gesangbuch der Hannoverschen Landeskirche (1937): Gebete zum täglichen Gottesdienste. S. 8

Es segne und behüte Euch Gott, der allmächtige und barmherzige, der Vater, Sohn + Heiliger Geist  + Friede sei mit Euch +  Amen. Amen

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Unser Herr IX: “Ist Dir verwandt so sehre die arme Seele Dein…”

“Siehe, wo ER gelegen hat” (Kinzwisi Kloster, Georgien)

“Ist Dir verwundt so sehre die arme Seele Dein, tu Dich zu mir nur kehren, ich will Dein Helfer sein, vergeben Schuld und Pein.

Laß Du von Sünden abe, und sei ein frommer Christ; ich will Dich selber lieben und schenken meinen Geist, der Dich zum Himmel weist.

Ich will Dich selber speisen mit meinem Leib und Blut, mein Lieb an Dir beweisen, und will Dir teilen mit mein´ Schatz und höchstes Gut.”

O Jesu, Lob und Ehre sing ich Dir allezeit; den Glauben in mir mehre, daß ich nach dieser Zeit mit Dir eingeh zur Freud.

Leipzig 1579 (LKG 231,6-9)

Montag nach dem 22. Sonntag nach Trinitatis (In Gottes Schuld) 

Bei Dir ist die Vergebung, daß man Dich fürchte.

Psalm 130,4

Kollekte

Allmächtiger, ewiger Gott, der Du uns reichlich und täglich alle unsere Sünden vergibst, gib uns Deinen Heiligen Geist, daß er Deine Barmherzigkeit in unsere Herzen schreibe, damit auch wir unseren Brüdern willig vergeben, durch unseren Herrn Jesus Christus, der mit Dir und dem Heiligen Geiste lebet und regieret von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. 

Orate fratres 3.Aufl. Vandenhoeck & Ruprecht: Göttingen, 1970. S.156f

Fortlaufende Lese

Darum, weil wir dieses Amt haben nach der Barmherzigkeit, die uns widerfahren ist, werden wir nicht müde,  2 sondern wir haben uns losgesagt von schändlicher Heimlichkeit und gehen nicht mit List um, verfälschen auch nicht Gottes Wort, sondern durch Offenbarung der Wahrheit empfehlen wir uns dem Gewissen aller Menschen vor Gott.  3 Ist aber unser Evangelium verdeckt, so ist’s denen verdeckt, die verloren werden,  4 den Ungläubigen, denen der Gott dieser Welt den Sinn verblendet hat, dass sie nicht sehen das helle Licht des Evangeliums von der Herrlichkeit Christi, welcher ist das Ebenbild Gottes.  5 Denn wir predigen nicht uns selbst, sondern Jesus Christus, dass er der Herr ist, wir aber eure Knechte um Jesu willen.  6 Denn Gott, der da sprach: Licht soll aus der Finsternis hervorleuchten, der hat einen hellen Schein in unsre Herzen gegeben, dass die Erleuchtung entstünde zur Erkenntnis der Herrlichkeit Gottes in dem Angesicht Jesu Christi. 

2. Korinther 4,1-6

Tageslese

Richtet nicht, damit ihr nicht gerichtet werdet. 2 Denn wie ihr richtet, werdet ihr gerichtet werden; und mit welchem Maß ihr messt, wird euch zugemessen werden. 3 Was siehst du aber den Splitter in deines Bruders Auge und nimmst nicht wahr den Balken in deinem Auge? 4 Oder wie kannst du sagen zu deinem Bruder: Halt, ich will dir den Splitter aus deinem Auge ziehen! – und siehe, ein Balken ist in deinem Auge? 5 Du Heuchler, zieh zuerst den Balken aus deinem Auge; danach kannst du sehen und den Splitter aus deines Bruders Auge ziehen. 6 Ihr sollt das Heilige nicht den Hunden geben, und eure Perlen sollt ihr nicht vor die Säue werfen, damit die sie nicht zertreten mit ihren Füßen und sich umwenden und euch zerreißen. 

Matthäus 7,1-5

Morgengebet am Montag

Allmächtiger Gott, barmherziger Vater, unter Deinem Beistand beginnen wir von neuem die Arbeit unseres Berufs, und da wir nicht wissen, was uns in dieser Woche begegnen wird, so bitten wir Dich, mach Du den Anfang, regiere die Mitte, segne das Ende. Wenn Du uns leitest, so irren wir nicht; wenn Du uns hältst, so fallen wir nicht; Deine Treue behüte uns Leib und Leben, Hab und Gut. Wende alle Krankheit von uns und unserm Hause. Bewahre uns vor Sünden und leite uns in Deiner Wahrheit. Erhalte unser Herz bei dem Einigen, daß wir Deinen Namen fürchten. Heilige unser Leben und hilf uns zu Deinem himmlischen Reich. Amen.

Evangelisch-lutherisches Gesangbuch der Hannoverschen Landeskirche (1937): Gebete zum täglichen Gottesdienste. S. 8

Es segne und behüte Euch Gott, der allmächtige und barmherzige, der Vater, Sohn + Heiliger Geist  + Friede sei mit Euch +  Amen. Amen



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Dr. Martin Luthers Predigt am 22. Sonntag nach Trinitatis

Amt der Schlüssel von Lucas Cranach d.J. 1547 (St.Marien)

Dr. Martin Luther predigte am zweiundzwanzigsten Sonntag nach dem Fest der Dreifaltigkeit über das heilige Evangelium unseres Herrn Jesu Christi, wie es aufgezeichnet ist vom Evangelisten Matthäus im 18. Kapitel, Verse 21-35 (WA 52 S. 521-529:

Und zum Mithören:  


An English translation of Dr. Martin Luther´s sermon held on the 22nd Sunday after Trinity on the holy Gospel of St.Matthew eighteenth chapter verses 21-35 taken from “A year in the gospels with Martin Luther” Vol. 1 (CPH, St.Louis: 2018) Pg.1023-1033: 

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