Halleluja! Singet dem HERRN ein neues Lied (Psalm 149)

Barocke St. Trinitatiskirche im Christiansschloß in Eisenberg (Thüringen)

Halleluja! Singet dem HERRN ein neues Lied; die Gemeinde der Heiligen soll ihn loben. Israel freue sich seines Schöpfers, die Kinder Zions seien fröhlich über ihren König. Sie sollen loben seinen Namen im Reigen, mit Pauken und Harfen sollen sie ihm spielen. Denn der HERR hat Wohlgefallen an seinem Volk, er hilft den Elenden herrlich. 

Die Heiligen sollen fröhlich sein in Herrlichkeit und rühmen auf ihren Lagern. Ihr Mund soll Gott erheben; sie sollen scharfe Schwerter in ihren Händen halten, dass sie Rache üben unter den Völkern, Strafe unter den Nationen, ihre Könige zu binden mit Ketten und ihre Edlen mit eisernen Fesseln, dass sie an ihnen vollziehen das Gericht, wie geschrieben ist. Solche Ehre werden alle seine Heiligen haben. Halleluja! 

Psalm 149 übersetzt von Dr. Martin Luther (Revision 2017)

Des Morgens, wenn Du aufstehst, kannst Du Dich segnen mit dem Zeichen des heiligen Kreuzes und sagen: 

Das walte Gott Vater + Sohn und Heiliger Geist! Amen

Apostolische Glaubensbekenntnis 

Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde. 

Und an Jesum Christum, seinen einigen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist von dem Heiligen Geist, geboren aus Maria der Jungfrau, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, niedergefahren zur Hölle, am dritten Tage wieder auferstanden von den Toten, aufgefahren gen Himmel; sitzend zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters; von dannen er kommen wird zu richten die Lebendigen und die Toten. 

Ich glaube an den Heiligen Geist, eine heilige christliche Kirche, die Gemeinde der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. Amen.

Vaterunser 

Vater unser im Himmel
Geheiligt werde Dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Willst du, so kannst du dies Gebet dazu sprechen (Luthers Morgensegen)

Ich danke Dir, mein himmlischer Vater, durch Jesus Christus, Deinen lieben Sohn, daß Du mich diese Nacht vor allem Schaden und Gefahr behütet hast, und bitte Dich, Du wollest mich diesen Tag auch behüten vor Sünden und allem Übel, daß Dir all mein Tun und Leben gefalle. Denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in Deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde.

Als dann mit Freuden an Dein Werk gegangen und etwa ein Lied gesungen oder was Dir Deine Andacht eingibt.

Kollekte für Quasimodogeniti.

Barmherziger Gott, Du hast uns erfüllt mit österlicher Freude: Hilf, daß sie in uns lebendig bleibe und ausstrahle in die Welt. Durch unsern Herrn Jesus Christus, Deinen Sohn, der mit Dir und dem Heiligen Geiste lebt und gepriesen wird in alle Ewigkeit.

Evangelisches Gottesdienstbuch. Berlin, 1999: S.325.

Gelobt sei Gott, der Vater unsers Herrn Jesus Christus, der uns nach seiner großen Barmherzigkeit wiedergeboren hat zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten.

1. Petrus 1,3

Lied aus dem lutherischen Kirchengesangbuch

Zu dieser österlichen Zeit lasst fahren alle Traurigkeit, Ihr mühseligen Sünder. Gott hat getan groß Wunder. Sprecht im Glauben mit Freuden „Ja“ und singet Halleluja, Halleluja, Halleluja.

Der Herre Jesus ist erweckt, der für uns in den Tod gesteckt. Die Sünd ist hingenommen, Gerechtigkeit ist kommen. Sprecht im Glauben mit Freuden „Ja“ und singet Halleluja, Halleluja, Halleluja.

Zerstöret ist des Teufels Macht, göttlicher Friede wieder bracht. Des großen Sieges wegen sollen wir ewig leben. Sprecht im Glauben mit Freuden „Ja“ und singet Halleluja, Halleluja, Halleluja.

Gelobet sei der Herre Christ, sein Auferstehung unser ist nach des Vaters Gefallen. Sein Geist sei mit uns allen. Sprecht im Glauben mit Freuden „Ja“ und singet Halleluja, Halleluja, Halleluja.

Ludwig Helmbold 1575 (LKG 163)

Fortlaufende Lese

So lasst euch nun von niemandem ein schlechtes Gewissen machen wegen Speise und Trank oder wegen eines Feiertages, Neumondes oder Sabbats.  17 Das alles ist nur ein Schatten des Zukünftigen; der Leib aber ist Christus eigen.  18 Lasst euch den Siegespreis von niemandem nehmen, der sich gefällt in Demut und Verehrung der Engel und sich dessen rühmt, was er geschaut hat, und ist ohne Grund aufgeblasen in seinem fleischlichen Sinn  19 und hält sich nicht an das Haupt, von dem her der ganze Leib durch Gelenke und Bänder gestützt und zusammengehalten wird und wächst durch Gottes Wirken.  20 Wenn ihr nun mit Christus den Elementen der Welt gestorben seid, was lasst ihr euch dann Satzungen auferlegen, als lebtet ihr noch in der Welt:  21 »Du sollst das nicht anfassen, du sollst das nicht kosten, du sollst das nicht anrühren« –  22 was doch alles verbraucht und vernichtet werden soll. Es sind menschliche Gebote und Lehren.  23 Diese haben zwar einen Schein von Weisheit durch selbst erwählte Frömmigkeit und Demut und dadurch, dass sie den Leib nicht schonen; sie sind aber nichts wert und befriedigen nur das Fleisch. 

Kolosser 2,16-23

Morgenlese

Liebe Kinder, ich schreibe euch, dass euch die Sünden vergeben sind um seines Namens willen. 13 Ich schreibe euch Vätern; denn ihr habt den erkannt, der von Anfang an ist. Ich schreibe euch jungen Männern; denn ihr habt den Bösen überwunden. 14 Ich habe euch Kindern geschrieben; denn ihr habt den Vater erkannt. Ich habe euch Vätern geschrieben; denn ihr habt den erkannt, der von Anfang an ist. Ich habe euch jungen Männern geschrieben; denn ihr seid stark, und das Wort Gottes bleibt in euch, und ihr habt den Bösen überwunden. 15 Habt nicht lieb die Welt noch was in der Welt ist. Wenn jemand die Welt lieb hat, in dem ist nicht die Liebe des Vaters. 16 Denn alles, was in der Welt ist, des Fleisches Lust und der Augen Lust und hoffärtiges Leben, ist nicht vom Vater, sondern von der Welt. 17 Und die Welt vergeht mit ihrer Lust; wer aber den Willen Gottes tut, der bleibt in Ewigkeit. 

1. Johannes 2,12-17

Abendlese

2 Ich harrte des HERRN, und er neigte sich zu mir und hörte mein Schreien. 3 Er zog mich aus der grausigen Grube, aus lauter Schmutz und Schlamm, und stellte meine Füße auf einen Fels, dass ich sicher treten kann; 4 er hat mir ein neues Lied in meinen Mund gegeben, zu loben unsern Gott. Das werden viele sehen und sich fürchten und auf den HERRN hoffen. 5 Wohl dem, der seine Hoffnung setzt auf den HERRN und sich nicht wendet zu den Hoffärtigen und denen, die mit Lügen umgehen! 6 HERR, mein Gott, groß sind deine Wunder / und deine Gedanken, die du an uns beweisest; dir ist nichts gleich! Ich will sie verkündigen und davon sagen, wiewohl sie nicht zu zählen sind. 7 Schlachtopfer und Speisopfer gefallen dir nicht, / aber die Ohren hast du mir aufgetan. Du willst weder Brandopfer noch Sündopfer. 8 Da sprach ich: Siehe, ich komme; im Buch ist von mir geschrieben: 9 Deinen Willen, mein Gott, tue ich gern, und dein Gesetz hab ich in meinem Herzen. 10 Ich verkündige Gerechtigkeit in der großen Gemeinde. Siehe, ich will mir meinen Mund nicht stopfen lassen; HERR, das weißt du. 11 Deine Gerechtigkeit verberge ich nicht in meinem Herzen; von deiner Wahrheit und von deinem Heil rede ich. Ich verhehle deine Güte und Treue nicht vor der großen Gemeinde. 12 Du aber, HERR, wollest deine Barmherzigkeit nicht von mir wenden; lass deine Güte und Treue allewege mich behüten. 13 Denn es haben mich umgeben Leiden ohne Zahl. Meine Sünden haben mich ereilt; ich kann sie nicht überblicken. Ihrer sind mehr als Haare auf meinem Haupt, und mein Mut hat mich verlassen. 14 Lass dir’s gefallen, HERR, mich zu erretten; eile, HERR, mir zu helfen! 15 Schämen sollen sich und allesamt zuschanden werden, die mir nach dem Leben trachten, dass sie mich umbringen. Es sollen zurückweichen und zuschanden werden, die mir mein Unglück gönnen. 16 Sie sollen in ihrer Schande erschrecken, die über mich schreien: Da, da! 17 Lass deiner sich freuen und fröhlich sein alle, die nach dir fragen; und die dein Heil lieben, lass allewege sagen: Der HERR sei hochgelobt! 18 Denn ich bin arm und elend; der Herr aber sorgt für mich. Du bist mein Helfer und Erretter; mein Gott, säume doch nicht! 

Psalm 40. Ein Psalm Davids, vorzusingen. Verdeutscht von Dr. Martin Luther (Revision 2017)

Bekenntnislese

Sieh, so sollte man die Jugend auf kindgemäße Weise und sozusagen spielend erziehen in der Furcht Gottes, damit das 1. und 2. Gebot in steter Übung und Gewohnheit blieben. Daraus könnte dann etwas Gutes entstehen, hervorgehen und heranreifen, dass nämlich solche Leute aufwüchsen, von denen ein ganzes Land Nutzen hätte und über die es sich freuen könnte.

Das wäre auch die richtige Weise, Kinder gut zu erziehen, weil man sie so mit Lust und Liebe an etwas gewöhnen kann. Denn was man allein mit der Rute und mit Schlägen erzwingen will – daraus wird nichts Gutes. Und wenn man es weit bringt, bleiben sie nicht länger rechtschaffen, solange die Rute auf dem Nacken liegt. Aber hier geht es in das Herz hinein, sodass man sich mehr vor Gott fürchtet als vor der Rute und dem Knüppel. Dies alles sage ich mit so einfachen Worten im Blick auf die Jugend, damit es einmal verstanden wird. Denn weil wir Kindern predigen, müssen wir auch mit ihnen lallen. So haben wir nun dem Missbrauch des göttlichen Namens gewehrt und den rechten Gebrauch gelehrt, welcher nicht allein in Worten bestehen soll, sondern auch mit dem ganzen Leben geübt sein will. Das soll man aber wissen, dass dies von Herzen Gott gefällt, und er will es ebenso reichlich belohnen, wie er jenen Missbrauch bestrafen will.

Das 3. Gebot: Du sollst den Feiertag heiligen.
Das Wort „Feiertag“ haben wir statt des hebräischen Wortes „Sabbat“ gewählt, weil Sabbat eigentlich „feiern“ bedeutet, d. h. von der Arbeit ruhen; darum pflegen wir ja zu sagen „Feierabend machen“. Nun hat Gott im Alten Testament den 7. Tag ausgesondert und als Feiertag eingesetzt und geboten, ihn vor allen andern Tagen heilig zu halten. Und dieser äußerlichen Feier nach ist dieses Gebot allein den Juden gegeben; sie sollten von grober Arbeit ruhen, damit sich Mensch und Vieh wieder erholten und nicht von steter Arbeit geschwächt würden.

Obgleich sie es später allzu eng auslegten und Missbrauch mit ihm trieben; sie verlästerten Christus wegen solcher Taten, die sie bei ihm nicht duldeten, aber doch selber am Sabbat verrichteten, wie man im Evangelium liest, geradeso als ob das Gebot damit erfüllt wird, wenn man keine äußerliche Arbeit tut. Dies aber war nicht der eigentliche Sinn des Gebotes, sondern recht besehen der, dass sie den Feier oder Ruhetag heiligen sollten, wie wir noch hören werden.

Darum geht uns Christen dieses Gebot nach dem äußeren Wortsinn nichts an; denn es enthält etwas ganz Äußerliches wie auch andere Satzungen des Alten Testamentes, die an bestimmte Riten, Personen, Zeiten und Orte gebunden sind, die nun durch Christus alle aufgehoben sind. Um aber in einfachen Worten zu beschreiben, was das christliche Verständnis ist, also das, was Gott in diesem Gebot von uns fordert, so wisse, dass wir nicht um der verständigen und gelehrten Christen willen Feiertage halten – denn sie
brauchen keine – ‚ sondern erstens um der körperlichen Ruhe willen, welche die Natur des Menschen für das einfache Volk fordert, für die körperlich arbeitende Bevölkerung, die die ganze Woche ihrer Arbeit und ihrem Gewerbe nachgegangen ist; sie brauchen einen Tag, um sich auszuruhen und neue Kraft zu sammeln.

Zum andern halten wir Feiertage vor allem deswegen, damit man an solch einem Ruhetag Gelegenheit und Zeit hat, am Gottesdienst teilzunehmen, also zusammenzukommen, Gottes Wort zu hören und mit ihm umzugehen, danach auch Gott zu loben, zu singen und zu beten. Dies aber, sage ich, ist nicht an eine bestimmte Zeit gebunden wie bei den Juden, die sagen, es müsse dieser oder jener Tag sein; denn es ist kein Tag als solcher besser als der andere. Täglich sollte es wohl geschehen, aber weil es die meisten (aus zeitlichen Gründen) nicht können, muss man wenigstens einen Tag in der Woche dazu bestimmen. Weil aber von alters her der Sonntag dazu bestimmt ist, soll man’s auch dabei bleiben lassen, damit eine einträchtige Ordnung bewahrt werde und niemand durch unnötige Neuerung Unordnung stifte.

So ist das der einfache Sinn dieses Gebotes, dass man diesen Tag, weil er ohnehin als Feiertag gehalten wird, dazu verwende, Gottes Wort zu lernen, sodass die eigentliche Aufgabe dieses Tages die ist, um der Jugend und des unwissenden Volkes willen das Wort Gottes zu predigen. Doch lege man das „Feiern“ nicht so eng aus, als wäre damit auch alle sonstige Arbeit, die man nicht umgehen kann, verboten. Darum, wenn man fragt, was das bedeutet „Du sollst den Feiertag heiligen“, so antworte: Den Feiertag heiligen heißt soviel wie „ihn heilig halten“. Was heißt aber „heilig halten“? Nichts anderes als ein heiliges Leben mit Wort und Tat führen. Denn der Tag selbst bedarf keiner Heiligung, denn er selber ist heilig geschaffen. Gott aber will haben, dass er dir heilig sei. So wird er deinetwegen heilig oder unheilig, je nachdem ob du an ihm heilige oder unheilige Dinge treibst. Wie aber geschieht solches „heiligen“?

Dr. Martin Luthers Großer Katechismus 2. und 3. Gebot (GK 1:75-87)

Es segne und behüte Euch Gott, der allmächtige und barmherzige, der Vater, Sohn + Heiliger Geist 
Friede sei mit Euch + 

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HERR, ich habe die Kunde von Dir gehört, ich habe Dein Werk gesehen, HERR! (Habakus 3,2)

HERR, ich habe die Kunde von dir gehört, ich habe dein Werk gesehen, HERR! Mache es lebendig in naher Zeit, und lass es kundwerden in naher Zeit. Im Zorne denke an Barmherzigkeit! Gott kommt von Teman und der Heilige vom Gebirge Paran. Sela.

Seine Hoheit bedeckt den Himmel, und seines Ruhmes ist die Erde voll. Sein Glanz ist wie Licht; Strahlen gehen aus von seinen Händen. Darin ist verborgen seine Macht. Pest geht vor ihm her, und Seuche folgt, wo er hintritt. Er steht auf und lässt erbeben die Erde; er schaut und lässt erzittern die Völker. Zerschmettert werden die uralten Berge, und bücken müssen sich die uralten Hügel. Das sind von jeher seine Wege. Ich sehe die Hütten von Kuschan in Not und die Zelte Midians beben. Entbrannte gegen die Ströme, HERR, gegen die Ströme dein Zorn, gegen das Meer dein Grimm, dass du auf deinen Rossen einherfährst, auf deinen siegreichen Wagen? Du ziehst deinen Bogen hervor, legst die Pfeile auf deine Sehne. Sela.

Du spaltest das Land, dass Ströme fließen, die Berge sehen dich und beben. Platzregen stürzt herab, die Tiefe lässt sich hören, reckt hoch empor ihre Hände, Sonne und Mond stehen still; deine Pfeile fahren mit Glänzen dahin beim Leuchten deines blitzenden Speeres. Du zertrittst das Land im Zorn und zerdrischst die Völker im Grimm. Du ziehst aus, deinem Volk zu helfen, zu helfen deinem Gesalbten. Du zerschlägst das Dach vom Hause des Gottlosen und entblößt die Grundfeste bis auf den Fels. Sela. 

Du durchbohrst mit seinen eigenen Pfeilen das Haupt seiner Krieger. Sie stürmen heran. Ihre Freude ist es, mich zu zerstreuen, als wollten sie den Elenden im Verborgenen fressen. Du trittst nieder seine Rosse im Meer, im Schlamm der Wasserfluten. Weil ich solches höre, bebt mein Leib, meine Lippen zittern von dem Geschrei. Fäulnis fährt in meine Gebeine, und meine Knie beben. Aber ich will harren auf die Zeit der Trübsal, dass sie heraufziehe über das Volk, das uns angreift. Denn der Feigenbaum grünt nicht, und es ist kein Gewächs an den Weinstöcken. Der Ertrag des Ölbaums bleibt aus, und die Äcker bringen keine Nahrung; Schafe sind aus den Hürden gerissen, und in den Ställen sind keine Rinder. 

Aber ich will mich freuen des HERRN und fröhlich sein in Gott, meinem Heil. Denn der HERR ist meine Kraft, er hat meine Füße wie Hirschfüße gemacht und führt mich über die Höhen.

Habakuk 3. Dies ist das Gebet des Propheten Habakuk, nach Art eines Klageliede. Vorzusingen, beim Saitenspiel. Verdeutscht von Dr. Martin Luther (Revision 2017)

Des Morgens, wenn Du aufstehst, kannst Du Dich segnen mit dem Zeichen des heiligen Kreuzes und sagen: 

Das walte Gott Vater + Sohn und Heiliger Geist! Amen

Apostolische Glaubensbekenntnis 

Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde. 

Und an Jesum Christum, seinen einigen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist von dem Heiligen Geist, geboren aus Maria der Jungfrau, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, niedergefahren zur Hölle, am dritten Tage wieder auferstanden von den Toten, aufgefahren gen Himmel; sitzend zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters; von dannen er kommen wird zu richten die Lebendigen und die Toten. 

Ich glaube an den Heiligen Geist, eine heilige christliche Kirche, die Gemeinde der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. Amen.

Vaterunser 

Vater unser im Himmel
Geheiligt werde Dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Willst du, so kannst du dies Gebet dazu sprechen (Luthers Morgensegen)

Ich danke Dir, mein himmlischer Vater, durch Jesus Christus, Deinen lieben Sohn, daß Du mich diese Nacht vor allem Schaden und Gefahr behütet hast, und bitte Dich, Du wollest mich diesen Tag auch behüten vor Sünden und allem Übel, daß Dir all mein Tun und Leben gefalle. Denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in Deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde.

Als dann mit Freuden an Dein Werk gegangen und etwa ein Lied gesungen oder was Dir Deine Andacht eingibt.

Kollekte für Quasimodogeniti.

Barmherziger Gott, Du hast uns erfüllt mit österlicher Freude: Hilf, daß sie in uns lebendig bleibe und ausstrahle in die Welt. Durch unsern Herrn Jesus Christus, Deinen Sohn, der mit Dir und dem Heiligen Geiste lebt und gepriesen wird in alle Ewigkeit.

Evangelisches Gottesdienstbuch. Berlin, 1999: S.325.

Gelobt sei Gott, der Vater unsers Herrn Jesus Christus, der uns nach seiner großen Barmherzigkeit wiedergeboren hat zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten.

1. Petrus 1,3

Lied aus dem lutherischen Kirchengesangbuch

Zu dieser österlichen Zeit lasst fahren alle Traurigkeit, Ihr mühseligen Sünder. Gott hat getan groß Wunder. Sprecht im Glauben mit Freuden Ja und singet Halleluja, Halleluja, Halleluja.

Der Herre Jesus ist erweckt, der für uns in den Tod gestreckt. Die Sünd ist weggenommen, Gerechtigkeit ist kommen. Sprecht im Glauben mit Freuden Ja und singet Halleluja, Halleluja, Halleluja.

Zerstöret ist des Teufels Macht, göttlicher Friede wieder bracht. Des großen Sieges wegen sollen wir ewig leben. Sprecht im Glauben mit Freuden Ja und singet Halleluja, Halleluja, Halleluja.

Gelobet sei der Herre Christ. Sein Auferstehung unser ist nach des Vaters Gefallen. Sein Geist sei mit uns allen. Sprecht im Glauben mit Freuden Ja und singet Halleluja, Halleluja, Halleluja.

Ludwig Helmbold 1575. LKG 163.

Fortlaufende Lese

In ihm seid ihr auch beschnitten worden mit einer Beschneidung, die nicht mit Händen geschieht, durch Ablegen des sterblichen Leibes, in der Beschneidung durch Christus.  Mit ihm seid ihr begraben worden in der Taufe; mit ihm seid ihr auch auferweckt durch den Glauben aus der Kraft Gottes, der ihn auferweckt hat von den Toten.  Und Gott hat euch mit ihm lebendig gemacht, die ihr tot wart in den Sünden und in der Unbeschnittenheit eures Fleisches, und hat uns vergeben alle Sünden.  Er hat den Schuldbrief getilgt, der mit seinen Forderungen gegen uns war, und hat ihn aufgehoben und an das Kreuz geheftet.  Er hat die Mächte und Gewalten ihrer Macht entkleidet und sie öffentlich zur Schau gestellt und über sie triumphiert in Christus. 

Kolosser 2,11-15

Morgenlese

Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, der uns nach seiner großen Barmherzigkeit wiedergeboren hat zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten, 4 zu einem unvergänglichen und unbefleckten und unverwelklichen Erbe, das aufbewahrt wird im Himmel für euch, 5 die ihr aus Gottes Macht durch den Glauben bewahrt werdet zur Seligkeit, die bereitet ist, dass sie offenbar werde zu der letzten Zeit. 6 Dann werdet ihr euch freuen, die ihr jetzt eine kleine Zeit, wenn es sein soll, traurig seid in mancherlei Anfechtungen, 7 auf dass euer Glaube bewährt und viel kostbarer befunden werde als vergängliches Gold, das durchs Feuer geläutert wird, zu Lob, Preis und Ehre, wenn offenbart wird Jesus Christus. 8 Ihn habt ihr nicht gesehen und habt ihn doch lieb; und nun glaubt ihr an ihn, obwohl ihr ihn nicht seht; ihr werdet euch aber freuen mit unaussprechlicher und herrlicher Freude, 9 wenn ihr das Ziel eures Glaubens erlangt, nämlich der Seelen Seligkeit. 10 Nach dieser Seligkeit haben gesucht und geforscht die Propheten, die geweissagt haben von der Gnade für euch, 11 und haben geforscht, auf welche und was für eine Zeit der Geist Christi deutet, der in ihnen war und zuvor bezeugt hat die Leiden, die über Christus kommen sollten, und die Herrlichkeit danach. 12 Ihnen ist offenbart worden, dass sie nicht sich selbst, sondern euch dienen sollten mit dem, was euch nun verkündigt ist durch die, die euch das Evangelium verkündigt haben durch den Heiligen Geist, der vom Himmel gesandt ist, – was auch die Engel begehren zu schauen. 

1. Petrus 1,3-12

Abendlese

Oder wisst ihr nicht, dass alle, die wir auf Christus Jesus getauft sind, die sind in seinen Tod getauft? 4 So sind wir ja mit ihm begraben durch die Taufe in den Tod, auf dass, wie Christus auferweckt ist von den Toten durch die Herrlichkeit des Vaters, so auch wir in einem neuen Leben wandeln. 5 Denn wenn wir mit ihm zusammengewachsen sind, ihm gleich geworden in seinem Tod, so werden wir ihm auch in der Auferstehung gleich sein. 6 Wir wissen ja, dass unser alter Mensch mit ihm gekreuzigt ist, damit der Leib der Sünde vernichtet werde, sodass wir hinfort der Sünde nicht dienen. 7 Denn wer gestorben ist, der ist frei geworden von der Sünde. 8 Sind wir aber mit Christus gestorben, so glauben wir, dass wir auch mit ihm leben werden, 9 und wissen, dass Christus, von den Toten erweckt, hinfort nicht stirbt; der Tod wird hinfort über ihn nicht herrschen. 10 Denn was er gestorben ist, das ist er der Sünde gestorben ein für alle Mal; was er aber lebt, das lebt er Gott. 11 So auch ihr: Haltet euch für Menschen, die der Sünde gestorben sind und für Gott leben in Christus Jesus.

Römer 6,3-11

Bekenntnislese

Darum soll man vor allen Dingen die Jugend ernstlich dazu anhalten und daran gewöhnen, dass sie dieses und auch die andern Gebote stets vor Augen habe, und, wo sie es übertreten, gleich hinter ihnen hersein und ihnen das Gebot vorhalten und immer wieder einprägen, damit sie nicht allein mit Strafen erzogen werden, sondern zur Furcht und Ehrerbietung Gott gegenüber angehalten werden.

So siehst du nun, was es heißt, Gottes Namen zu missbrauchen, nämlich (um es nochmals kurz zu wiederholen) ihn entweder einfach zum Lügen zu gebrauchen und zur Behauptung von Dingen, die nicht stimmen, oder um zu fluchen, zu schwören, zu zaubern und um irgend etwas Böses sonst zu tun.

Daneben musst du auch wissen, wie man den Namen Gottes recht gebraucht. Denn wenn er sagt: „Du sollst den Namen Gottes nicht missbrauchen“, will er das nicht so verstanden wissen, als solle sein Name nicht auch recht gebraucht werden. Denn Gottes Name ist uns eben deswegen offenbart und gegeben, dass er gebraucht und benutzt werden soll.

Darum folgt von selbst daraus, dass, weil hier verboten ist, den heiligen Namen zu gebrauchen, um zu lügen und Böses zu tun, es zugleich geboten ist, ihn zu gebrauchen, um die Wahrheit zu sagen und Gutes zu wirken – z. B., wenn man die Wahrheit mit einem Eid bekräftigt, wo es nötig und gefordert wird, ebenso auch, wenn man das Evangelium recht lehrt, desgleichen, wenn man in Not den Namen Gottes anruft, Gott lobt und dankt um seiner Güte willen usf. Dies alles ist in dem Spruch zusammengefasst und geboten: „Rufe mich an zur Zeit der Not, so will ich dich erretten, so sollst du mich preisen“ (Psalm 50,15). Denn wenn man dazu den Namen Gottes gebraucht, dient es der Wahrheit und hilft zum Heil, und es wird so sein Name geheiligt, wie wir im Vaterunser beten.

Damit ist der Inhalt des ganzen Gebotes erklärt. Und hat man es so verstanden, kann man die Frage leicht beantworten, mit der sich viele Kirchenlehrer herumgequält haben, nämlich warum es im Evangelium verboten ist zu schwören, obgleich doch Christus, St. Paulus und andere Heilige oft geschworen haben. Dies ist wie folgt zu verstehen: Schwören soll man nicht zum Bösen, d. h. um eine Lüge zu bekräftigen, auch nicht, wo es nicht nötig und erforderlich ist; aber zum Guten und um des Nächsten willen soll man schwören. Denn dann ist es eine rechte gute Tat, durch die Gott gepriesen, die
Wahrheit und das Recht bestätigt, die Lüge zurückgewiesen, die Leute zum Frieden gebracht, Gehorsam geleistet und Hader beigelegt wird. Denn Gott kommt da selbst und vermittelt und scheidet Recht von Unrecht und Böses von Gutem. Schwört eine Partei falsch, so steht ihr Urteil fest, dass sie der Strafe nicht entkommen werde; und wenn es auch eine Weile dauert, bis es vollzogen wird, es wird ihnen doch nichts gelingen. Alles, was sie damit gewinnen (mit dem falschen Schwören), wird ihnen unter den Händen zerrinnen und niemals fröhlich genossen werden. Ich habe es bei vielen erfahren, die ihr Verlobungsversprechen mit einem Eid verleugnet haben, dass sie danach keine gute Stunde oder einen gesunden Tag gehabt haben und so an Leib und Seele und dazu an Hab und Gut jämmerlich zugrunde gegangen sind. Darum sage und ermahne ich nochmals, dass man die Kinder beizeiten durch Warnen und Strafen daran gewöhne, dass sie sich vor dem Lügen scheuen, insbesondere, wenn noch dabei der Name Gottes gebraucht wird.  Denn wenn man sie so hingehen lässt, wird nichts Gutes aus ihnen, wie es jetzt vor Augen ist, dass die Welt böser ist, denn sie es je gewesen ist. Es gibt keine Zucht, keinen Gehorsam, keine Treue, keinen Glauben, sondern nur rohe, zuchtlose Leute, die durch Belehren und Strafen nicht mehr zu bessern sind. Das alles ist Gottes Zorn und Strafe wegen der mutwilligen Verachtung dieses Gebotes.

Zum andern soll man sie auch immer wieder anhalten und ermuntern, Gottes Namen zu ehren und stets im Munde zu führen bei allem, was ihnen begegnet und zustößt. Denn so ehrt man den Namen Gottes recht, wenn man von ihm alle Hilfe erwartet und ihn deswegen anruft. So möge das Herz zuerst durch den Glauben Gott die Ehre erweisen (wie oben gesagt) und danach der Mund durch das Bekenntnis.

Es ist auch eine gute und nützliche Gewohnheit und sehr wirksam gegen den Teufel (der immer um uns ist und darauf lauert, wie er uns in Sünde und Schande, Jammer und Not stürzen möchte, aber es gar ungern hört und nicht lange bei uns bleiben kann), wenn man Gottes Namen von Herzen ausspricht und anruft. Manch schreckliches und furchtbares Unglück würde uns begegnen, wenn Gott uns nicht durch das Anrufen seines Namens erhielte. Ich habe es selbst ausprobiert und erfahren, dass oft ein plötzliches großes Unglück durch solches Anrufen des Namens Gottes sich gewendet hat und vorübergegangen ist. Dem Teufel zuleid, sage ich, sollten wir den heiligen Namen immer im Munde führen, damit er nicht schaden kann, wie er gern wollte.

Dazu hilft auch, dass man sich daran gewöhne, sich täglich Gott anzubefehlen mit Seele und Leib, Frau und Kind und mit unserer jeweiligen Not. Daher sind auch die Tischgebete und der Morgen- und Abendsegen aufgekommen und geblieben, ebenso auch die Kindergewohnheit, dass man sich bekreuzigt, wenn man etwas Furchtbares und Schreckliches sieht oder hört und dabei spricht: „HERR Gott, behüte“, oder „Hilf, lieber Herr Christus“ oder dergleichen. Umgekehrt auch, wenn einem etwas Gutes unverhofft widerfährt, wie gering es auch ist, dass man spricht: „Gott sei gelobt und gedankt“, „Das hat mir Gott beschert“ usf. – so wie man früher die Kinder daran gewöhnt hat, den St. Nikolaus und andere Heilige um etwas zu bitten und ihnen zu Ehren zu fasten. Das wäre Gott angenehm und gefiele ihm besser als jedes Klosterleben und die Heiligkeit der Karthäuser.

Dr. Martin Luther Großer Katechismus: 2. Gebot (I:61-74)

Es segne und behüte Euch Gott, der allmächtige und barmherzige, der Vater, Sohn + Heiliger Geist 
Friede sei mit Euch + 


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Singet dem HERRN ein neues Lied, denn er tut Wunder. (Psalm 98)

Blick über den Kirchplatz zur Kirchgasse zum Marktplatz (Lutherstadt Wittenberg)

Singet dem HERRN ein neues Lied, denn er tut Wunder. Er schafft Heil mit seiner Rechten und mit seinem heiligen Arm. 2 Der HERR lässt sein Heil verkündigen; vor den Völkern macht er seine Gerechtigkeit offenbar. 3 Er gedenkt an seine Gnade und Treue für das Haus Israel, aller Welt Enden sehen das Heil unsres Gottes. 4 Jauchzet dem HERRN, alle Welt, singet, rühmet und lobet! 5 Lobet den HERRN mit Harfen, mit Harfen und mit Saitenspiel! 6 Mit Trompeten und Posaunen jauchzet vor dem HERRN, dem König! 7 Das Meer brause und was darinnen ist, der Erdkreis und die darauf wohnen. 8 Die Ströme sollen in die Hände klatschen, und alle Berge seien fröhlich 9 vor dem HERRN; denn er kommt, das Erdreich zu richten. Er wird den Erdkreis richten mit Gerechtigkeit und die Völker, wie es recht ist. 

Psalm 98 verdeutscht von Dr. Martin Luther (Revision 2017)

Des Morgens, wenn Du aufstehst, kannst Du Dich segnen mit dem Zeichen des heiligen Kreuzes und sagen: 

Das walte Gott Vater + Sohn und Heiliger Geist! Amen

Apostolische Glaubensbekenntnis 

Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde. 

Und an Jesum Christum, seinen einigen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist von dem Heiligen Geist, geboren aus Maria der Jungfrau, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, niedergefahren zur Hölle, am dritten Tage wieder auferstanden von den Toten, aufgefahren gen Himmel; sitzend zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters; von dannen er kommen wird zu richten die Lebendigen und die Toten. 

Ich glaube an den Heiligen Geist, eine heilige christliche Kirche, die Gemeinde der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. Amen.

Vaterunser 

Vater unser im Himmel
Geheiligt werde Dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Willst du, so kannst du dies Gebet dazu sprechen (Luthers Morgensegen)

Ich danke Dir, mein himmlischer Vater, durch Jesus Christus, Deinen lieben Sohn, daß Du mich diese Nacht vor allem Schaden und Gefahr behütet hast, und bitte Dich, Du wollest mich diesen Tag auch behüten vor Sünden und allem Übel, daß Dir all mein Tun und Leben gefalle. Denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in Deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde.

Als dann mit Freuden an Dein Werk gegangen und etwa ein Lied gesungen oder was Dir Deine Andacht eingibt.

Kollekte für Quasimodogeniti.

Barmherziger Gott, Du hast uns erfüllt mit österlicher Freude: Hilf, daß sie in uns lebendig bleibe und ausstrahle in die Welt. Durch unsern Herrn Jesus Christus, Deinen Sohn, der mit Dir und dem Heiligen Geiste lebt und gepriesen wird in alle Ewigkeit.

Evangelisches Gottesdienstbuch. Berlin, 1999: S.325.

Gelobt sei Gott, der Vater unsers Herrn Jesus Christus, der uns nach seiner großen Barmherzigkeit wiedergeboren hat zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten.

1. Petrus 1,3

Lied aus dem lutherischen Kirchengesangbuch

Wir wollen alle fröhlich sein in dieser österlichen Zeit, denn unser Heil hat Gott bereit’. Halleluja, Halleluja, Halleluja, Halleluja. Gelobt sei Christus, Marien Sohn!

Es ist erstanden Jesus Christ, der an dem Kreuz gestorben ist, dem sei Lob, Ehr zu aller Frist. Halleluja, Halleluja, Halleluja, Halleluja, gelobt sei Christus, Marien Sohn!

Er hat zerstört der Höllen Pfort und all die Sein´ herausgeführt und uns erlöst vom ewgen Tod. Halleluja, Halleluja, Halleluja, Halleluja, gelobt sei Christus, Marien Sohn!

Es singt der ganze Erdenkreis dem Gottessohne Lob und Preis, der uns erkauft das Paradeis. Halleluja, Halleluja, Halleluja, Halleluja, gelobt sei Christus, Marien Sohn!

Des freu sich alle Christenheit und lobe die Dreifaltigkeit von nun an bis in Ewigkeit. Halleluja, Halleluja, Halleluja, Halleluja. Gelobt sei Christus, Marien Sohn!

Nach dem “Resurrexit Dominus” (15. Jhd) bei Cyriakus Spangenberg 1568. LKG 162.

Fortlaufende Lese

Wie ihr nun angenommen habt den Herrn Christus Jesus, so lebt auch in ihm,  7 verwurzelt und gegründet in ihm und fest im Glauben, wie ihr gelehrt worden seid, und voller Dankbarkeit.  8 Seht zu, dass euch niemand einfange durch die Philosophie und leeren Trug, die der Überlieferung der Menschen und den Elementen der Welt folgen und nicht Christus.  9 Denn in ihm wohnt die ganze Fülle der Gottheit leibhaftig,  10 und ihr seid erfüllt durch ihn, der das Haupt aller Mächte und Gewalten ist. 

Kolosser 2,6-10

Morgenlese

Die Menge der Gläubigen aber war ein Herz und eine Seele; auch nicht einer sagte von seinen Gütern, dass sie sein wären, sondern es war ihnen alles gemeinsam. 33 Und mit großer Kraft bezeugten die Apostel die Auferstehung des Herrn Jesus, und große Gnade war bei ihnen allen. 34 Es war auch keiner unter ihnen, der Mangel hatte; denn wer von ihnen Land oder Häuser hatte, verkaufte sie und brachte das Geld für das Verkaufte 35 und legte es den Aposteln zu Füßen; und man gab einem jeden, was er nötig hatte. 36 Josef aber, der von den Aposteln Barnabas genannt wurde – das heißt übersetzt: Sohn des Trostes –, ein Levit, aus Zypern gebürtig, 37 der hatte einen Acker und verkaufte ihn und brachte das Geld und legte es den Aposteln zu Füßen. 

Apostelgeschichte 4,32-37

Abendlese

Wer glaubt, dass Jesus der Christus ist, der ist aus Gott geboren; und wer den liebt, der ihn geboren hat, der liebt auch den, der aus ihm geboren ist. 2 Daran erkennen wir, dass wir Gottes Kinder lieben, wenn wir Gott lieben und seine Gebote halten. 3 Denn das ist die Liebe zu Gott, dass wir seine Gebote halten; und seine Gebote sind nicht schwer. 4 Denn alles, was aus Gott geboren ist, überwindet die Welt; und unser Glaube ist der Sieg, der die Welt überwunden hat. 5 Wer ist es aber, der die Welt überwindet, wenn nicht, der da glaubt, dass Jesus Gottes Sohn ist?

6 Dieser ist’s, der gekommen ist durch Wasser und Blut, Jesus Christus; nicht im Wasser allein, sondern im Wasser und im Blut; und der Geist ist’s, der das bezeugt, denn der Geist ist die Wahrheit. 7 Denn drei sind, die das bezeugen: 8 der Geist und das Wasser und das Blut; und die drei stimmen überein. 9 Wenn wir der Menschen Zeugnis annehmen, so ist Gottes Zeugnis größer; denn das ist Gottes Zeugnis, dass er Zeugnis gegeben hat von seinem Sohn. 10 Wer an den Sohn Gottes glaubt, der hat dieses Zeugnis in sich. Wer Gott nicht glaubt, der macht ihn zum Lügner; denn er glaubt nicht dem Zeugnis, das Gott gegeben hat von seinem Sohn. 11 Und das ist das Zeugnis, dass uns Gott das ewige Leben gegeben hat, und dieses Leben ist in seinem Sohn. 12 Wer den Sohn hat, der hat das Leben; wer den Sohn Gottes nicht hat, der hat das Leben nicht

13 Das habe ich euch geschrieben, damit ihr wisst, dass ihr das ewige Leben habt, die ihr glaubt an den Namen des Sohnes Gottes. 14 Und das ist die Zuversicht, mit der wir vor ihm reden: Wenn wir um etwas bitten nach seinem Willen, so hört er uns. 

1. Johannes 5,1-14

Bekenntnislese

Das 2. Gebot: Du sollst den Namen Gottes nicht unnützlich führen.

So wie das 1. Gebot das Herz des Menschen unterweist und den Glauben lehrt, so führt uns dieses Gebot nach außen und bringt Mund und Zunge in das richtige Verhältnis zu Gott. Denn das erste, was aus dem Herzen herauskommt und zutage tritt, das sind die Worte. Wie ich nun oben erklärt habe, was es heißt, einen Gott zu haben, so musst du nun auch lernen, den Sinn dieses und aller Gebote in ganz einfachen Worten zu erfassen und auf dich anzuwenden. Wenn man dich nun fragt: „Wie verstehst du das 2. Gebot?“ Oder was heißt es „Gottes Namen unnützlich führen oder missbrauchen?“, so antworte aufs Kürzeste so: Den Namen Gottes missbrauchen bedeutet, dass man zwar Gott den HERRN nennt, auf welche Weise das auch geschehen mag, aber Lüge und gottloses Leben damit verbindet. Darum ist hier geboten, dass man den Namen Gottes nicht fälschlich anführe oder in den Mund nehme in Fällen, wo man es sehr wohl weiß oder wissen sollte, dass die Dinge anders liegen – wie z. B. dort, wo man vor Gericht schwört und einer dem andern die Unwahrheit sagt. Denn Gottes Namen kann man nicht mehr missbrauchen, als wenn man ihn zum Lügen und Betrügen gebraucht. Das ist der klarste und einfachste Sinn dieses Gebotes.

Daraus kann sich nun jeder selbst ausrechnen, wann und auf wie mancherlei Weise Gottes Name missbraucht wird, obgleich es nicht möglich ist, alle Missbräuche aufzuzählen. Doch um es kurz durchzusprechen, kann man sagen, dass der Missbrauch des göttlichen Namens zuerst in weltlichen Angelegenheiten, die Geld, Eigentum und den guten Ruf betreffen, geschieht, es sei öffentlich vor Gericht, auf dem Markt, oder anderswo, wo man im Namen Gottes oder bei seiner Seele schwört und Meineide leistet. Und dies ist besonders üblich in Ehesachen, wo zwei hingehen und sich heimlich verloben und es danach mit einem Eid leugnen. Vor allem aber gibt es den Missbrauch des Namens Gottes in geistlichen Dingen, die das Gewissen betreffen, wenn falsche Prediger aufstehen und ihre Lügen für Gottes Wort ausgeben.

Sieh, in all diesen Dingen schmückt und beschönigt man etwas mit dem Namen Gottes und will recht haben, ob es nun in groben weltlichen Angelegenheiten ist oder in subtilen Fragen des Glaubens und der christlichen Lehre. Und zu den Lügnern gehören auch die Lästermäuler, nicht allein die groben, die jedermann bekannt sind, die ohne Scheu Gottes Namen schänden, sondern auch diejenigen, die die Wahrheit und das Wort Gottes öffentlich lästern und es mit Füßen treten. Doch davon ist jetzt nicht weiter zu reden.

So lasst uns nun lernen und zu Herzen nehmen, wieviel an diesem Gebot gelegen ist, damit wir uns vor dem Missbrauch des heiligen Namens Gottes mit allem Ernst hüten und scheuen; denn dies ist die größte Sünde, die äußerlich geschehen kann. Denn Lügen und Betrügen ist schon an sich eine große Sünde; sie wird aber noch viel schwerer, wenn man sie rechtfertigen und bekräftigen will, indem man Gottes Namen heranzieht und zum Deckmantel nimmt, sodass aus einer Lüge gleich eine doppelte, ja vielfache Lüge wird.

Darum hat Gott diesem Gebot auch ein ernstliches Drohwort hinzugefügt. Es bedeutet: „Denn der HERR wird den nicht ungestraft lassen, der seinen Namen missbraucht.“ Das heißt: Es soll keinem übersehen werden und niemand soll ungestraft davonkommen. Denn ebensowenig er es ungestraft lassen will, dass man das Herz von ihm abwendet, so wenig will er es dulden, dass man seinen Namen gebraucht, um Lügen zu beschönigen.

Nun ist es leider allgemein so in aller Welt, dass es nur wenig Menschen gibt, die nicht Gottes Namen zur Lüge und allem Bösen gebrauchen, ebensowenig wie es nur wenige gibt, die von ganzem Herzen auf Gott vertrauen.

Denn diese schöne „Tugend“ haben wir von Natur alle an uns, dass, wer etwas Böses getan hat, dies gern verheimlichen und bemänteln möchte, damit es niemand erfährt und zu wissen bekommt; und es ist keiner so verwegen, dass er sich der begangenen Bosheit vor jedermann rühmt. Alle möchten es lieber verheimlicht wissen, als dass es bekannt wird. Und spricht man einen daraufhin an, so muss Gott mit seinem Namen herhalten und das Bubenstück fromm und das Böse gut machen. Das ist nun einmal der Lauf der Welt. Wie eine große Sintflut ist das überall eingerissen. Darum erhalten wir auch zum Lohn, was wir verdienen: Krankheit, Krieg, teure Zeiten, Feuer, Wasser, Ehestreit, ungeratene Kinder und schlechtes Hauspersonal und sonstige Schäden. Woher sollte sonst wohl der ganze Jammer herkommen? Es ist noch eine große Gnade, dass uns die Erde trägt und ernährt.

Dr. Martin Luther: “Großer Katechismus” 1. Hauptstück: 2.Gebot 1:49-60

Es segne und behüte Euch Gott, der allmächtige und barmherzige, der Vater, Sohn + Heiliger Geist 
Friede sei mit Euch + 

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Der HERR ist König; des freue sich das Erdreich und seien fröhlich die Inseln, so viel ihrer sind. (Psalm 97)

Der HERR ist König; des freue sich das Erdreich und seien fröhlich die Inseln, so viel ihrer sind. Wolken und Dunkel sind um ihn her, Gerechtigkeit und Recht sind seines Thrones Stütze. Feuer geht vor ihm her und verzehrt ringsum seine Feinde. Seine Blitze erleuchten den Erdkreis, das Erdreich sieht es und erschrickt. Berge zerschmelzen wie Wachs vor dem HERRN, vor dem Herrscher der ganzen Erde. Die Himmel verkündigen seine Gerechtigkeit, und alle Völker sehen seine Herrlichkeit. 

Schämen sollen sich alle, die den Bildern dienen und sich der Götzen rühmen. Betet ihn an, alle Götter! Zion hört es und ist froh, und die Töchter Juda sind fröhlich, weil du, HERR, recht regierest. Denn du, HERR, bist der Höchste über allen Landen, du bist hoch erhöht über alle Götter. Die ihr den HERRN liebet, hasset das Arge! Der Herr bewahrt die Seelen seiner Heiligen; aus der Hand der Frevler wird er sie erretten. Dem Gerechten muss das Licht immer wieder aufgehen und Freude den aufrichtigen Herzen. Ihr Gerechten, freut euch des HERRN und danket ihm und preiset seinen heiligen Namen! 

Psalm 97 verdeutscht von Dr. Martin Luther (Revision 2017)

Des Morgens, wenn Du aufstehst, kannst Du Dich segnen mit dem Zeichen des heiligen Kreuzes und sagen: 

Das walte Gott Vater + Sohn und Heiliger Geist! Amen

Apostolische Glaubensbekenntnis 

Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde. 

Und an Jesum Christum, seinen einigen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist von dem Heiligen Geist, geboren aus Maria der Jungfrau, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, niedergefahren zur Hölle, am dritten Tage wieder auferstanden von den Toten, aufgefahren gen Himmel; sitzend zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters; von dannen er kommen wird zu richten die Lebendigen und die Toten. 

Ich glaube an den Heiligen Geist, eine heilige christliche Kirche, die Gemeinde der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. Amen.

Vaterunser 

Vater unser im Himmel
Geheiligt werde Dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Willst du, so kannst du dies Gebet dazu sprechen (Luthers Morgensegen)

Ich danke Dir, mein himmlischer Vater, durch Jesus Christus, Deinen lieben Sohn, daß Du mich diese Nacht vor allem Schaden und Gefahr behütet hast, und bitte Dich, Du wollest mich diesen Tag auch behüten vor Sünden und allem Übel, daß Dir all mein Tun und Leben gefalle. Denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in Deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde.

Als dann mit Freuden an Dein Werk gegangen und etwa ein Lied gesungen oder was Dir Deine Andacht eingibt.

Kollekte für Quasimodogeniti.

Barmherziger Gott, Du hast uns erfüllt mit österlicher Freude: Hilf, daß sie in uns lebendig bleibe und ausstrahle in die Welt. Durch unsern Herrn Jesus Christus, Deinen Sohn, der mit Dir und dem Heiligen Geiste lebt und gepriesen wird in alle Ewigkeit.

Evangelisches Gottesdienstbuch. Berlin, 1999: S.325.

Gelobt sei Gott, der Vater unsers Herrn Jesus Christus, der uns nach seiner großen Barmherzigkeit wiedergeboren hat zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten.

1. Petrus 1,3

Lied aus dem lutherischen Kirchengesangbuch

Mit Freuden zart zu dieser Fahrt laßt uns zugleich fröhlich singen, beid, groß und klein, von Herzen rein mit hellem Ton frei erklingen. Das ewig Heil wird uns zuteil, denn Jesus Christ erstanden ist, welchs er läßt reichlich verkünden.

Er ist der Erst, der stark und fest all unsre Feind hat bezwungen und durch den Tod als wahrer Gott zum neuen Leben gedrungen, auch seiner Schar verheißen klar durch sein rein Wort, zur Himmelspfort desgleichen Sieg zu erlangen.

Singt Lob und Dank mit freiem Klang unserm Herrn zu allen Zeiten und tut sein Ehr je mehr und mehr mit Wort und Tat weit ausbreiten: So wird er uns aus Lieb und Gunst nach unserm Tod, frei aller Not zur ewigen Freud geleiten.

Georg Vetter 1566 (LKG 161)

Fortlaufende Lese

Ich will euch nämlich wissen lassen, welchen Kampf ich für euch und für die in Laodizea und für alle führe, die mich nicht von Angesicht gesehen haben,  2 auf dass ihre Herzen gestärkt und verbunden werden in der Liebe und zu allem Reichtum an der Fülle der Einsicht, zu erkennen das Geheimnis Gottes, das Christus ist.  3 In ihm liegen verborgen alle Schätze der Weisheit und der Erkenntnis.  4 Ich sage das, damit euch niemand betrüge mit verführerischen Reden.  5 Denn obwohl ich leiblich abwesend bin, so bin ich doch im Geist bei euch und freue mich, wenn ich eure Ordnung und euren festen Glauben an Christus sehe. 

Kolosser 2,1-5

Morgenlese

Aber der Engel des Herrn redete zu Philippus und sprach: Steh auf und geh nach Süden auf die Straße, die von Jerusalem nach Gaza hinabführt und öde ist. 27 Und er stand auf und ging hin. Und siehe, ein Mann aus Äthiopien, ein Kämmerer[1] und Mächtiger am Hof der Kandake[2], der Königin von Äthiopien, ihr Schatzmeister, war nach Jerusalem gekommen, um anzubeten. 28 Nun zog er wieder heim und saß auf seinem Wagen und las den Propheten Jesaja. 29 Der Geist aber sprach zu Philippus: Geh hin und halte dich zu diesem Wagen! 30 Da lief Philippus hin und hörte, dass er den Propheten Jesaja las, und fragte: Verstehst du auch, was du liest? 31 Er aber sprach: Wie kann ich, wenn mich nicht jemand anleitet? Und er bat Philippus, aufzusteigen und sich zu ihm zu setzen. 32 Die Stelle aber der Schrift, die er las, war diese: »Wie ein Schaf, das zur Schlachtung geführt wird, und wie ein Lamm, das vor seinem Scherer verstummt, so tut er seinen Mund nicht auf. 33 In seiner Erniedrigung wurde sein Urteil aufgehoben. Wer kann seine Nachkommen aufzählen? Denn sein Leben wird von der Erde weggenommen.« 34 Da antwortete der Kämmerer dem Philippus und sprach: Ich bitte dich, von wem redet der Prophet das, von sich selber oder von jemand anderem? 35 Philippus aber tat seinen Mund auf und fing mit diesem Schriftwort an und predigte ihm das Evangelium von Jesus. 36-37 Und als sie auf der Straße dahinfuhren, kamen sie an ein Wasser. Da sprach der Kämmerer: Siehe, da ist Wasser; was hindert’s, dass ich mich taufen lasse?[3] 38 Und er ließ den Wagen halten und beide stiegen in das Wasser hinab, Philippus und der Kämmerer, und er taufte ihn. 39 Als sie aber aus dem Wasser heraufstiegen, entrückte der Geist des Herrn den Philippus und der Kämmerer sah ihn nicht mehr; er zog aber seine Straße fröhlich. 

Apostelgeschichte 8,26-39

Abendlese

Denn das ist die Botschaft, die ihr gehört habt von Anfang an, dass wir uns untereinander lieben sollen, 12 nicht wie Kain, der von dem Bösen stammte und seinen Bruder umbrachte. Und warum brachte er ihn um? Weil seine Werke böse waren und die seines Bruders gerecht. 13 Wundert euch nicht, Brüder und Schwestern, wenn euch die Welt hasst. 14 Wir wissen, dass wir aus dem Tod in das Leben hinübergegangen sind; denn wir lieben die Brüder[1]. Wer nicht liebt, der bleibt im Tod. 15 Wer seinen Bruder hasst, der ist ein Mörder, und ihr wisst, dass kein Mörder das ewige Leben bleibend in sich hat. 16 Daran haben wir die Liebe erkannt, dass Er sein Leben für uns gelassen hat; und wir sollen auch das Leben für die Brüder lassen. 17 Wenn aber jemand dieser Welt Güter hat und sieht seinen Bruder darben und verschließt sein Herz vor ihm, wie bleibt dann die Liebe Gottes in ihm? 18 Meine Kinder, lasst uns nicht lieben mit Worten noch mit der Zunge, sondern mit der Tat und mit der Wahrheit.

1. Johannes 3,11-18

Bekenntnislese

“Denn ich bin der HERR, dein Gott, ein starker Eiferer, der die Missetat der Väter heimsucht an den Kindern, die mich hassen, bis in die dritte und vierte Generation, und erweise Barmherzigkeit an vielen Tausend, die mich liebhaben und meine Gebote halten.“

Obgleich sich diese Worte auf alle Gebote beziehen (wie wir weiter unten hören werden), so stehen sie doch bei diesem ersten und grundlegenden Gebot, und zwar deswegen, weil es darauf vor allem ankommt, dass der Mensch die rechte Grundeinstellung habe; denn wo diese richtig ist, da wird auch das ganze Leben richtig sein und umgekehrt.

So lerne nun aus diesen Worten, wie zornig Gott über diejenigen ist, die sich auf irgendetwas außer ihm verlassen; und umgekehrt, wie gütig und gnädig er denen gegenüber ist, die ihm allein von ganzem Herzen vertrauen und glauben. So hört der Zorn nicht auf bis in die vierte Generation; dagegen kommen die Wohltaten und das Gute über viele Tausend. Darum soll man nicht so sicher dahinleben und sich womöglich in Gefahr begeben, wie die rohen Menschen, die meinen, es komme nicht so sehr darauf an.

Gott ist ein solcher Gott, der es nicht ungestraft lässt, dass man sich von ihm abwendet, und der nicht aufhört, zu zürnen bis in die vierte Generation, solange bis sie ganz und gar ausgerottet sind. Darum will er gefürchtet und nicht verachtet sein.

Das hat er auch bewiesen in all jenen Geschichten, von denen uns die Schrift zur Genüge erzählt; auch die tägliche Erfahrung kann das lehren. Denn von Anfang an hat er alle Abgötterei ausgerottet und um ihretwillen auch Juden und Heiden. So stürzt er auch heute allen falschen Gottesdienst um, sodass schließlich alle, die an ihm festhalten, untergehen müssen.

Darum, auch wenn man heutzutage stolze, mächtige und reiche Leute findet, die auf ihren Mammon trotzen – ohne Rücksicht darauf, ob Gott zürne oder lache, weil sie meinen, sie könnten seinen Zorn wohl ertragen – ‚ sie werden kläglich scheitern, und ehe man sich’s versieht, werden sie untergehen mit allem, worauf sie sich verlassen haben, so wie alle andern untergegangen sind, die sich noch sicherer und mächtiger gefühlt haben.

Und gerade um solcher harten Köpfe willen, die meinen, weil er sie in Frieden und Ruhe lasse, wüsste er auch um nichts oder kümmere sich um nichts, muss er dreinschlagen und strafen. Er kann es nicht vergessen bis auf ihre Kindeskinder. Jeder aber soll daran erkennen und sehen, dass es ihm Ernst damit ist. Denn wenn er sagt „die mich hassen“, meint er jene auch, nämlich die, die auf ihrem Stolz und Hochmut beharren. Was man ihnen predigt oder sagt, wollen sie nicht hören. Straft man sie, damit sie es rechtzeitig zu Herzen nehmen und sich bessern, ehe die (wirkliche) Strafe beginnt, regen sie sich auf, wie wir es auch jetzt an Bischöfen und Fürsten täglich erfahren. So verdienen sie den Zorn zu Recht.

So schrecklich aber diese Drohworte sind, so groß ist der Trost, der in der Zusage liegt, dass diejenigen, die sich allein an Gott halten, gewiss sein sollen, dass er ihnen Barmherzigkeit, viel Gutes und Wohltaten erweisen will. Und das nicht allein ihnen, sondern auch ihren Kindern bis in die tausendste und nochmals tausendste Generation. Das sollte uns dazu bewegen und treiben, unser ganzes Vertrauen von Herzen auf Gott zu setzen – wenn wir denn begehren, alles Gute in Zeit und Ewigkeit zu haben – ‚ weil die hohe Majestät Gottes uns so sehr entgegenkommt, uns so herzlich einlädt und so große Zusagen macht.

Darum nehme sich dies ein jeder ernstlich zu Herzen, dass man nicht meine, als habe es ein Mensch geredet. Denn es bringt dir entweder ewigen Segen, Glück und Seligkeit oder ewigen Zorn, Unglück und Herzeleid. Was willst du jedoch mehr haben oder begehren, als seine so freundliche Zusage, er wolle dein sein mit allem Guten, dich schützen und dir in allen Nöten helfen?

Leider aber ist es so, dass die Welt nichts davon glaubt, noch es für Gottes Wort hält, weil sie sieht, dass diejenigen, die auf Gott und nicht auf den Mammon vertrauen, Kummer und Not leiden und der Teufel sich ihnen widersetzt, sodass sie kein Geld, Einfluss und Ansehen haben und kaum das Leben fristen können. Dagegen diejenigen, die dem Mammon dienen, haben Macht, Einfluss, Ansehen, Wohlstand und können alles in Ruhe genießen. Darum muss man solche Worte, die dem zu widersprechen scheinen, fest fassen und wissen, dass sie nicht lügen und betrügen, sondern wahr sind.

Denke selbst einmal zurück und sage mir: Diejenigen, die alle ihre Sorge und Mühe darauf gewendet haben, großes Gut und viel Geld zusammenzuscharren, was haben sie schließlich erreicht? Du wirst herausfinden, dass ihre Mühe und Arbeit umsonst war, oder, wenn sie große Schätze zusammengebracht haben, doch alles zerstoben und verflogen ist, sodass sie selber dessen nie froh geworden sind und auch die Erben kaum etwas davon gehabt haben (es bis zum dritten Erben kaum gereicht hat).

Beispiele hierfür wirst du genug in der Geschichte aller Völker finden, auch alte und erfahrene Leute können dir davon erzählen. Geh nur zu ihnen hin und höre ihnen zu.

Saul war ein großer König, von Gott erwählt und ein frommer Mann. Aber als er fest im Amt war und sein Herz von Gott abwandte und er sein Vertrauen auf seine Krone und Macht setzte, musste er untergehen mit allem, was er hatte; auch von seinen Kindern blieb keines übrig. Dagegen war David ein armer, gering geachteter Mann; er wurde gejagt und vertrieben, sodass er seines Lebens nirgends sicher war. Und dennoch errettete er sein Leben vor allen Nachstellungen Sauls und wurde König. Denn diese Worte mussten gültig bleiben und wahr werden, weil Gott nicht lügen und betrügen kann. Lass dich nur vom Teufel und der Welt mit ihrem Schein, der wohl eine Zeit lang währt, aber schließlich verfliegt, nicht betrügen!

Darum lasst uns das erste Gebot gut lernen, damit wir erkennen, wie Gott keine Vermessenheit und kein Vertrauen auf irgend etwas anderes dulden will und wie er nicht mehr von uns fordert als ein herzliches Vertrauen, das alles Gute allein von ihm erwartet So wollen wir getrost unsern Weg gehen und alle Güter, die Gott uns gibt, nicht anders gebrauchen als ein Schuster, der seine Nadel und Ahle für seine Arbeit braucht und sie danach weglegt, oder wie ein Gast, der die Herberge für Verpflegung und Übernachtung nur vorübergehend in Anspruch nimmt. So lebe ein jeder in seinem Beruf nach Gottes Ordnung und lasse nichts seinen Herrn oder Abgott sein.

Das sei genug vom ersten Gebot, das wir ausführlicher haben erklären müssen, weil es auf dieses Gebot am allermeisten ankommt. Denn, wie schon oben gesagt, wo der Mensch mit Gott im Reinen ist und dieses Gebot gehalten wird, folgt die Erfüllung der andern Gebote von selbst.

Dr. Martin Luthers Großer Katechismus (1. Gebot:30-48)

Es segne und behüte Euch Gott, der allmächtige und barmherzige, der Vater, Sohn + Heiliger Geist 
Friede sei mit Euch + 

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Singet dem HERRN ein neues Lied; singet dem HERRN, alle Welt! (Psalm 96)

Singet dem HERRN ein neues Lied; singet dem HERRN, alle Welt! Singet dem HERRN und lobet seinen Namen, verkündet von Tag zu Tag sein Heil! Erzählet unter den Heiden von seiner Herrlichkeit, unter allen Völkern von seinen Wundern! Denn der HERR ist groß und hoch zu loben, mehr zu fürchten als alle Götter. Denn alle Götter der Völker sind Götzen; aber der HERR hat den Himmel gemacht. Hoheit und Pracht sind vor ihm, Macht und Herrlichkeit in seinem Heiligtum. Ihr Völker, bringet dar dem HERRN, bringet dar dem HERRN Ehre und Macht! Bringet dar dem HERRN die Ehre seines Namens, bringet Geschenke und kommt in seine Vorhöfe! Betet an den HERRN in heiligem Schmuck; es fürchte ihn alle Welt! Sagt unter den Heiden: Der HERR ist König. Er hat den Erdkreis gegründet, dass er nicht wankt. Er richtet die Völker recht. Der Himmel freue sich, und die Erde sei fröhlich, das Meer brause und was darinnen ist; das Feld sei fröhlich und alles, was darauf ist; jauchzen sollen alle Bäume im Walde vor dem HERRN; denn er kommt, denn er kommt, zu richten das Erdreich. Er wird den Erdkreis richten mit Gerechtigkeit und die Völker mit seiner Wahrheit.

Psalm 96 verdeutscht von Dr. Martin Luther (Revision 2017)

Des Morgens, wenn Du aufstehst, kannst Du Dich segnen mit dem Zeichen des heiligen Kreuzes und sagen: 

Das walte Gott Vater + Sohn und Heiliger Geist! Amen

Apostolische Glaubensbekenntnis 

Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde. 

Und an Jesum Christum, seinen einigen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist von dem Heiligen Geist, geboren aus Maria der Jungfrau, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, niedergefahren zur Hölle, am dritten Tage wieder auferstanden von den Toten, aufgefahren gen Himmel; sitzend zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters; von dannen er kommen wird zu richten die Lebendigen und die Toten. 

Ich glaube an den Heiligen Geist, eine heilige christliche Kirche, die Gemeinde der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. Amen.

Vaterunser 

Vater unser im Himmel
Geheiligt werde Dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Willst du, so kannst du dies Gebet dazu sprechen (Luthers Morgensegen)

Ich danke Dir, mein himmlischer Vater, durch Jesus Christus, Deinen lieben Sohn, daß Du mich diese Nacht vor allem Schaden und Gefahr behütet hast, und bitte Dich, Du wollest mich diesen Tag auch behüten vor Sünden und allem Übel, daß Dir all mein Tun und Leben gefalle. Denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in Deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde.

Als dann mit Freuden an Dein Werk gegangen und etwa ein Lied gesungen oder was Dir Deine Andacht eingibt.

Kollekte für Quasimodogeniti.

Barmherziger Gott, Du hast uns erfüllt mit österlicher Freude: Hilf, daß sie in uns lebendig bleibe und ausstrahle in die Welt. Durch unsern Herrn Jesus Christus, Deinen Sohn, der mit Dir und dem Heiligen Geiste lebt und gepriesen wird in alle Ewigkeit.

Evangelisches Gottesdienstbuch. Berlin, 1999: S.325.

Gelobt sei Gott, der Vater unsers Herrn Jesus Christus, der uns nach seiner großen Barmherzigkeit wiedergeboren hat zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten.

1. Petrus 1,3

Lied aus dem lutherischen Kirchengesangbuch

Erschienen ist der herrlich Tag, dran sich Niemand gnug freuen mag:
Christ, unser Herr heut triumphiert, all sein Feind er gefangen führt. Halleluja.

Die alte Schlange, Sünd und Tod, die Höll, all Jammer, Angst und Not,
hat überwunden Jesus Christ, der heut vom Tod erstanden ist. Halleluja.

Am Sabbat früh mit Spezerei kamen zum Grab Marien drei,
daß sie salbten Marien Sohn, der vom Tod war erstanden schon. Halleluja.

“Wen sucht Ihr da?”, der Engel sprach, “Christ ist erstanden, der hie lag.
Hie seht Ihr die Schweißtüchelein, geht hin, sagts bald den Jüngern sein.” Halleluja.

Der Jünger Furcht und Herzeleid wird heut verkehrt in eitel Freud; sobald sie nur den Herren sahn, verschwand ihr Trauern, Furcht und Zagn. Halleluja.

Der Herr hielt ein sehr freundlich Gespräch mit zweien Jüngern auf dem Weg; vor Freud das Herz im Leib ihn’ brannt, im Brotbrechen er ward erkannt. Halleluja.

Unser Simson, der treue Held, Christus, den starken Löwen fällt, der Höllen Pforten er hinträgt, dem Teufel all sein Gewalt erlegt. Halleluja.

Jonas im Wallfisch war drei Tag, so lang Christus im Grab auch lag: denn länger ihn der Tod kein Stund in seim Rachen behalten kunnt. Halleluja.

Sein Raub der Tod mußt fahren lan, das Leben siegt und gwann ihm an, zerstört ist nun all seine Macht. Christ hat das Leben wiederbracht. Halleluja.

Heut gehn wir aus Ägyptenland, aus Pharaonis Dienst und Band, und das recht Osterlämmelein wir essen heut im Brot und Wein. Halleluja.

Auch essen wir die süßen Brot, die Moses Gottes Volk gebot, kein Sauerteig soll bei uns sein, daß wir leben von Sünden rein. Halleluja.

Der schlagend Engl vorübergeht, kein Erstgeburt er bei uns schlägt, unser Türschwelln hat Christi Blut bestrichen, das hält uns in Hut. Halleluja.

Die Sonn, die Erd, all Kreatur, alls, was betrübet war zuvor, das freut sich heut an diesem Tag, da der Welt Fürst daniederlag. Halleluja.

Drum wir auch billig fröhlich sein, singen das Halleluja fein und loben Dich, Herr Jesu Christ; zu Trost Du uns erstanden bist. Halleluja

Nikolaus Herman 1560 (LKG 160)

Fortlaufende Lese

Nun freue ich mich in den Leiden, die ich für euch leide, und erfülle durch mein Fleisch, was an den Leiden Christi noch fehlt, für seinen Leib, das ist die Gemeinde.  25 Ihr Diener bin ich geworden durch den Auftrag, den Gott mir für euch gegeben hat, dass ich das Wort Gottes in seiner Fülle predige,  26 nämlich das Geheimnis, das verborgen war seit ewigen Zeiten und Geschlechtern, nun aber offenbart ist seinen Heiligen.  27 Denen wollte Gott kundtun, was der herrliche Reichtum dieses Geheimnisses unter den Völkern ist, nämlich Christus in euch, die Hoffnung der Herrlichkeit.  28 Den verkündigen wir und ermahnen alle Menschen und lehren alle Menschen in aller Weisheit, auf dass wir einen jeden Menschen in Christus vollkommen machen.  29 Dafür mühe ich mich auch ab und ringe in seiner Kraft, die mächtig in mir wirkt. 

Kolosser 1,24-29

Morgenlese

So sei nun stark, mein Kind, durch die Gnade in Christus Jesus. Und was du von mir gehört hast durch viele Zeugen, das befiehl treuen Menschen an, die tüchtig sind, auch andere zu lehren. Leide mit als ein guter Streiter Christi Jesu. Wer in den Krieg zieht, verwickelt sich nicht in Geschäfte des täglichen Lebens, damit er dem gefalle, der ihn angeworben hat. Und wer einen Wettkampf bestreitet, erhält den Siegeskranz nur, wenn er nach den Regeln kämpft.

2.Timotheus 2,1-5

Abendlese

 Ich danke unserm Herrn Christus Jesus, der mich stark gemacht und für treu erachtet hat und in das Amt eingesetzt,  mich, der ich früher ein Lästerer und ein Verfolger und ein Frevler war; aber mir ist Barmherzigkeit widerfahren, denn ich habe es unwissend getan, im Unglauben. Es ist aber desto reicher geworden die Gnade unseres Herrn samt dem Glauben und der Liebe, die in Christus Jesus ist. Das ist gewisslich wahr und ein teuer wertes Wort: Christus Jesus ist in die Welt gekommen, die Sünder selig zu machen, unter denen ich der erste bin. Aber darum ist mir Barmherzigkeit widerfahren, dass Christus Jesus an mir als Erstem alle Geduld erweise, zum Vorbild denen, die an ihn glauben sollten zum ewigen Leben. Aber Gott, dem ewigen König, dem Unvergänglichen und Unsichtbaren, der allein Gott ist, sei Ehre und Preis in Ewigkeit! Amen.

1.Timotheus 1,12-17

Bekenntnislese

Da siehst du nun, wie Gott geehrt sein will und welches der Gottesdienst ist, der Gott gefällt, den er auch – unter Androhung ewigen Zornes – gebietet, nämlich, dass der Mensch sein Vertrauen ganz auf ihn richte und von ihm allein Hilfe erwarte und darüber alles hintenansetze, was auf Erden ist, und sich nicht von Gott abwende. Dagegen wirst du leicht sehen und erkennen, wie die Welt einen ganz und gar falschen Gottesdienst hält und Abgötterei treibt. Denn kein Volk ist jemals so gottlos gewesen, dass es nicht einen Gottesdienst aufgerichtet und gehalten habe. Jeder hat das zum Gott erhoben, von dem er Gutes, Hilfe und Trost erhofft hat.

Wie z. B. die Heiden: Jene, die ihr Vertrauen auf Macht und Herrschaft setzten, erhoben Jupiter zum höchsten Gott, andere, die nach Reichtum und Glück trachteten oder nach Vergnügen und guten Tagen, erhoben Merkur, Venus oder andere zu ihrem Gott, schwangere Frauen die Diana oder Lucina usf. Jeder machte den zum Gott, zu dem sein Herz ihn zog. So bedeutet auch nach der Überzeugung aller Heiden einen Gott haben eigentlich nichts anderes, als auf etwas zu vertrauen und seinen Glauben zu richten.

Das aber ist ihr Fehler, dass ihr Vertrauen falsch und unrecht ist; denn es ist nicht auf den einen Gott gerichtet, außer dem es wahrhaftig keinen Gott im Himmel und auf Erden gibt. Darum haben die Heiden eigentlich ihre eigene Phantasie und erdichtete Vorstellung von Gott zum Abgott gemacht und sich auf ein Nichts verlassen.

So ist es um alle Abgötterei bestellt; denn sie besteht nicht allein darin, dass man ein Bild aufrichtet und anbetet, sondern vor allem darin, dass das Herz des Menschen bei geschöpflichen Dingen, bei den Heiligen oder Teufeln Hilfe und Trost sucht und nicht bei Gott; auch nicht von ihm erhofft, dass er helfen wolle; auch nicht glaubt, dass das Gute,
das einem widerfährt, von Gott komme.

Außerdem ist auch das ein falscher Gottesdienst und höchste Abgötterei, was wir bisher getrieben haben und noch weiterhin in der Welt üblich ist (und worauf auch alle geistlichen Orden gegründet sind): Wenn wir unser Gewissen allein im eigenen Tun Hilfe, Trost und Seligkeit suchen lassen und wir so vermessen sind, Gott den Himmel abzuzwingen. Und wenn wir Gott vorrechnen, wieviel wir gestiftet, gefastet und wie oft wir die Messe gehalten haben usf. Und wenn wir uns darauf verlassen und darauf pochen, selber den Himmel zu erwerben oder durch überschüssige fromme Werke anderer ihn verdienen zu können – so als wollten wir nichts von Gott geschenkt nehmen. Und wenn wir so tun, als müsste Gott uns zu Diensten stehen und unser Schuldner sein, wir aber seine Lehnsherren wären!

Das heißt doch nichts anderes als aus Gott einen Götzen machen und sich selber für Gott halten und zum Gott machen. Aber das ist schon ein wenig zu scharfsinnig und gehört nicht in die Unterweisung der jungen Schüler hinein. Dies aber sei den Laien gesagt, dass sie den Sinn dieses Gebotes richtig verstehen und behalten, dass man Gott allein vertrauen und von ihm alles Gute erhoffen und erwarten soll. Er ist es ja, der uns Leib und Leben gibt, Essen und Trinken, Nahrung und Gesundheit, Schutz und Friede und alle notwendigen zeitlichen und ewigen Güter. Dazu bewahrt er uns vor Unglück und, wenn uns etwas widerfährt, rettet und hilft er uns. So ist Gott allein der, von dem man alles Gute empfängt und alles Unglück los wird.

Daher, so meine ich, benennen wir Deutschen von alters her den Namen Gottes nach dem Wörtlein „gut“ (so wie es keine andere Sprache treffender tut), weil er ein ewiger Quellbrunnen ist, der von Güte ganz und gar überfließt und von dem alles, was gut ist und gut heißt, herkommt. Denn wenn wir auch sonst viel Gutes von Menschen erfahren, empfangen wir es doch letztlich alles von Gott – auf Grund seiner Ordnung und seines
Befehles. Denn unsere Eltern und alle staatliche Ordnung haben den Auftrag von Gott, dass sie uns allerlei Gutes tun sollen – so wie auch jeder seinem Nächsten gegenüber – ‚ sodass wir es nicht von ihnen, sondern durch sie von Gott empfangen. Denn die Menschen (als Geschöpfe Gottes) sind nur die Hand und das Mittel, durch die Gott alles gibt; so wie er der Mutter Brüste und Milch gibt, um die Kinder zu stillen, und er Getreide und allerlei Gewächs aus der Erde zur Nahrung wachsen lässt – alles Dinge, die niemand selber machen kann.

Darum soll sich kein Mensch unterstehen, irgend etwas zu nehmen oder zu geben, es sei ihm denn von Gott befohlen, und dass man alles als seine Gaben erkenne und ihm dafür danke, so wie es dies Gebot fordert. Darum sind auch jene Mittel, durch die wir Gutes empfangen, nicht auszuschlagen, noch sollen wir in Vermessenheit andere Mittel und Wege suchen als sie Gott geordnet hat; denn das hieße nicht von Gott empfangen, sondern bei sich selber suchen. Darauf achte nun ein jeder bei sich selbst, dass man dieses Gebot ganz besonders hoch achte und ja nicht in den Wind schlage. Frage dein eigenes Herz und erforsche es gründlich, dann wirst du merken, ob es allein an Gott hängt oder nicht. Hast du ein solches Herz, das von ihm alles Gute erhofft, besonders in Not und Mangel, und das alles andere gehen und fahren lässt, was nicht Gott ist, dann hast du den einen, rechten Gott. Hängt dein Herz jedoch an etwas anderem, von dem es sich mehr Gutes und Hilfe verspricht als von Gott, und läuft es nicht zu ihm, sondern flieht vor ihm, wenn es schlecht geht – dann hast du einen Abgott. Damit man sehe, dass Gott solches nicht in den Wind geschlagen haben will, sondern dass er darüber wachen will, hat er diesem Gebot zuerst eine schreckliche Drohung hinzugefügt, danach eine schöne tröstliche Zusage. Beides soll man gründlich bedenken und der Jugend einprägen, damit sie es verstehe und behalte:

Dr. Martin Luthers Großer Katechismus 1. Gebot: 16-29

Es segne und behüte Euch Gott, der allmächtige und barmherzige, der Vater, Sohn + Heiliger Geist 
Friede sei mit Euch + 

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Ich preise Dich, HERR; denn Du hast mich aus der Tiefe gezogen (Psalm 30)

Ich preise dich, HERR; denn du hast mich aus der Tiefe gezogen und lässest meine Feinde sich nicht über mich freuen. 3 HERR, mein Gott, da ich schrie zu dir, machtest du mich gesund. 4 HERR, du hast meine Seele aus dem Reich des Todes geführt; du hast mich aufleben lassen unter denen, die in die Grube fuhren. 5 Lobsinget dem HERRN, ihr seine Heiligen, und preiset seinen heiligen Namen! 6 Denn sein Zorn währet einen Augenblick und lebenslang seine Gnade. Den Abend lang währet das Weinen, aber des Morgens ist Freude. 7 Ich aber sprach, als es mir gut ging: Ich werde nimmermehr wanken. 8 Denn, HERR, durch dein Wohlgefallen / hattest du mich auf einen starken Fels gestellt. Aber als du dein Antlitz verbargest, erschrak ich. 9 Zu dir, HERR, rief ich und flehte zu meinem Gott. 10 Was nützt dir mein Blut, wenn ich zur Grube fahre? Wird dir auch der Staub danken und deine Treue verkündigen? 11 HERR, höre und sei mir gnädig! HERR, sei mein Helfer! 12 Du hast mir meine Klage verwandelt in einen Reigen, du hast mir den Sack der Trauer ausgezogen und mich mit Freude gegürtet, 13 dass ich dir lobsinge und nicht stille werde. HERR, mein Gott, ich will dir danken in Ewigkeit. 

Psalm 30. Ein Psalm Davids, ein Lied zur Einweihung des Tempels. Verdeutscht von Dr. Martin Luther (Revision 2017)

Des Morgens, wenn Du aufstehst, kannst Du Dich segnen mit dem Zeichen des heiligen Kreuzes und sagen: 

Das walte Gott Vater + Sohn und Heiliger Geist! Amen

Apostolische Glaubensbekenntnis 

Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde. 

Und an Jesum Christum, seinen einigen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist von dem Heiligen Geist, geboren aus Maria der Jungfrau, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, niedergefahren zur Hölle, am dritten Tage wieder auferstanden von den Toten, aufgefahren gen Himmel; sitzend zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters; von dannen er kommen wird zu richten die Lebendigen und die Toten. 

Ich glaube an den Heiligen Geist, eine heilige christliche Kirche, die Gemeinde der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. Amen.

Vaterunser 

Vater unser im Himmel
Geheiligt werde Dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Willst du, so kannst du dies Gebet dazu sprechen (Luthers Morgensegen)

Ich danke Dir, mein himmlischer Vater, durch Jesus Christus, Deinen lieben Sohn, daß Du mich diese Nacht vor allem Schaden und Gefahr behütet hast, und bitte Dich, Du wollest mich diesen Tag auch behüten vor Sünden und allem Übel, daß Dir all mein Tun und Leben gefalle. Denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in Deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde.

Als dann mit Freuden an Dein Werk gegangen und etwa ein Lied gesungen oder was Dir Deine Andacht eingibt.

Kollekte für Quasimodogeniti.

Barmherziger Gott, Du hast uns erfüllt mit österlicher Freude: Hilf, daß sie in uns lebendig bleibe und ausstrahle in die Welt. Durch unsern Herrn Jesus Christus, Deinen Sohn, der mit Dir und dem Heiligen Geiste lebt und gepriesen wird in alle Ewigkeit.

Evangelisches Gottesdienstbuch. Berlin, 1999: S.325.

Gelobt sei Gott, der Vater unsers Herrn Jesus Christus, der uns nach seiner großen Barmherzigkeit wiedergeboren hat zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten.

1. Petrus 1,3

Lied aus dem lutherischen Kirchengesangbuch

Erstanden ist der heilig Christ, Halleluja, Halleluja, der aller Welt ein Tröster ist. Halleluja, Halleluja.

Und wär er nicht erstanden, Halleluja, Halleluja, so wär die Welt vergangen. Halleluja, Halleluja.

Und seit daß er erstanden ist, Halleluja, Halleluja, so loben wir den Herren Christ. Halleluja, Halleluja.

Es gingen drei heilige Frauen, Halleluja, Halleluja, des morgens früh im Tauen. Halleluja, Halleluja.

Sie suchten den Herrn Jesum Christ, Halleluja, Halleluja, der von dem Tod erstanden ist. Halleluja, Halleluja.

Sie funden da zween Engel schön, Halleluja, Halleluja, die trösten die Frauen lobesan. Halleluja, Halleluja.

Erschrecket nicht und seid all froh, Halleluja, Halleluja, denn den Ihr sucht, der ist nicht da. Halleluja, Halleluja.

Ach Engel, lieber Engel fein, Halleluja, Halleluja, wo findt ich denn den Herren mein?Halleluja, Halleluja.

Er ist erstanden aus dem Grab, Halleluja, Halleluja, heut an dem heilgen Ostertag. Halleluja, Halleluja.

Zeig uns den Herren Jesum Christ, Halleluja, Halleluja, der von dem Tod erstanden ist. Halleluja, Halleluja.

Der Herr ist hin, er ist nicht da. Halleluja, Halleluja, wenn ich ihn hätt, so wär ich froh. Halleluja, Halleluja.

Seht an das Tuch, darin er lag, Halleluja, Halleluja, gewickelt bis an dritten Tag. Halleluja, Halleluja.

Wir sehens wohl zu dieser Frist, Halleluja, Halleluja, weis´uns den Herrn Jesum Christ. Halleluja, Halleluja.

Geht in das Gailäisch Land, Halleluja, Halleluja, da findt ihr ihn, sagt er, zu Hand Halleluja, Halleluja.

Habt Dank, ihr lieben Engel fein, Halleluja, Halleluja, nun wolln wir alle fröhlich sein. Halleluja, Halleluja.

Geht hin, sagt das Sankt Peter an, Halleluja, Halleluja, und seinen Jüngern lobesan. Halleluja, Halleluja.

Nun singet all zu dieser Frist: Halleluja, Halleluja, erstanden ist der heilig Christ! Halleluja, Halleluja.

Des solln wir alle fröhlich sein, Halleluja, Halleluja, und Christ soll unser Tröster sein. Halleluja, Halleluja.

Nach dem schon vor der Reformation verdeutschten “Surrexit Christus hodie” (14/15 Jhd), Nürnberg 1544. (LKG 159)

Fortlaufende Lesung

Danach verließ Paulus Athen und kam nach Korinth 2 und fand einen Juden mit Namen Aquila, aus Pontus gebürtig; der war mit seiner Frau Priszilla kürzlich aus Italien gekommen, weil Kaiser Klaudius allen Juden geboten hatte, Rom zu verlassen. Zu denen ging Paulus. 3 Und weil er das gleiche Handwerk hatte, blieb er bei ihnen und arbeitete; sie waren nämlich von Beruf Zeltmacher. 4 Und er lehrte in der Synagoge an allen Sabbaten und überzeugte Juden und Griechen. 5 Als aber Silas und Timotheus aus Makedonien kamen, richtete sich Paulus ganz auf die Verkündigung des Wortes und bezeugte den Juden, dass Jesus der Christus ist. 6 Da sie aber widerstrebten und lästerten, schüttelte er die Kleider aus und sprach zu ihnen: Euer Blut komme über euer Haupt; rein bin ich und gehe von nun an zu den Heiden. 7 Und er machte sich auf von dort und kam in das Haus eines Mannes mit Namen Titius Justus, eines Gottesfürchtigen; dessen Haus war neben der Synagoge. 8 Krispus aber, der Vorsteher der Synagoge, glaubte an den Herrn mit seinem ganzen Hause, und auch viele Korinther, die zuhörten, glaubten und ließen sich taufen. 9 Es sprach aber der Herr durch eine Erscheinung in der Nacht zu Paulus: Fürchte dich nicht, sondern rede und schweige nicht! 10 Denn ich bin mit dir, und niemand soll sich unterstehen, dir zu schaden; denn ich habe ein großes Volk in dieser Stadt. 11 Er blieb aber dort ein Jahr und sechs Monate und lehrte unter ihnen das Wort Gottes. 12 Als aber Gallio Statthalter in Achaia war, empörten sich die Juden einmütig gegen Paulus und führten ihn vor den Richterstuhl 13 und sprachen: Dieser Mensch überredet die Leute, Gott zu dienen dem Gesetz zuwider. 14 Als aber Paulus den Mund auftun wollte, sprach Gallio zu den Juden: Wenn es um einen Frevel oder ein Verbrechen ginge, ihr Juden, so würde ich eure Klage anhören. 15 Weil es aber Fragen sind über Lehre und Namen und das Gesetz bei euch, so seht ihr selber zu; ich gedenke, darüber nicht Richter zu sein. 16 Und er trieb sie weg von dem Richterstuhl. 17 Da ergriffen sie alle Sosthenes, den Vorsteher der Synagoge, und schlugen ihn vor dem Richterstuhl, und Gallio kümmerte sich nicht darum.

18 Paulus aber blieb noch eine Zeit lang dort. Danach nahm er Abschied von den Brüdern und Schwestern und wollte nach Syrien fahren und mit ihm Priszilla und Aquila. Zuvor ließ er sich in Kenchreä sein Haupt scheren, denn er hatte ein Gelübde getan. 19 Und sie kamen nach Ephesus und er ließ die beiden dort zurück; er aber ging in die Synagoge und redete mit den Juden. 20 Sie baten ihn aber, dass er längere Zeit bei ihnen bleibe. Doch er willigte nicht ein, 21 sondern nahm Abschied von ihnen und sprach: Will’s Gott, so werde ich wieder zu euch kommen. Und er fuhr weg von Ephesus 22 und kam nach Cäsarea und ging hinauf nach Jerusalem und grüßte die Gemeinde und zog hinab nach Antiochia. 

Apostelgeschichte 18,1-22

Morgenlese

Aus diesem Grund erinnere ich dich daran, dass du erweckest die Gabe Gottes, die in dir ist durch die Auflegung meiner Hände. Denn Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit. Darum schäme dich nicht des Zeugnisses von unserm Herrn noch meiner, der ich sein Gefangener bin, sondern leide mit für das Evangelium in der Kraft Gottes.  

Er hat uns selig gemacht und berufen mit einem heiligen Ruf, nicht nach unsern Werken, sondern nach seinem Ratschluss und nach der Gnade, die uns gegeben ist in Christus Jesus vor der Zeit der Welt, jetzt aber offenbart ist durch die Erscheinung unseres Heilands Christus Jesus, der dem Tode die Macht genommen und das Leben und ein unvergängliches Wesen ans Licht gebracht hat durch das Evangelium. 

2.Timotheus 1,6-10

Abendlese

Es war aber ein Mensch unter den Pharisäern mit Namen Nikodemus, ein Oberster der Juden. 2 Der kam zu Jesus bei Nacht und sprach zu ihm: Rabbi, wir wissen, dass du ein Lehrer bist, von Gott gekommen; denn niemand kann die Zeichen tun, die du tust, es sei denn Gott mit ihm. 3 Jesus antwortete und sprach zu ihm: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Wenn jemand nicht von Neuem geboren wird, so kann er das Reich Gottes nicht sehen. 4 Nikodemus spricht zu ihm: Wie kann ein Mensch geboren werden, wenn er alt ist? Kann er denn wieder in seiner Mutter Leib gehen und geboren werden? 5 Jesus antwortete: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Wenn jemand nicht geboren wird aus Wasser und Geist, so kann er nicht in das Reich Gottes kommen. 6 Was aus dem Fleisch geboren ist, das ist Fleisch; und was aus dem Geist geboren ist, das ist Geist. 7 Wundere dich nicht, dass ich dir gesagt habe: Ihr müsst von Neuem geboren werden. 8 Der Wind bläst, wo er will, und du hörst sein Sausen wohl; aber du weißt nicht, woher er kommt und wohin er fährt. So ist ein jeder, der aus dem Geist geboren ist. 9 Nikodemus antwortete und sprach zu ihm: Wie mag das zugehen? 10 Jesus antwortete und sprach zu ihm: Du bist Israels Lehrer und weißt das nicht? 11 Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Wir reden, was wir wissen, und bezeugen, was wir gesehen haben, und ihr nehmt unser Zeugnis nicht an. 

Johannes 3,1-11

Bekenntnislese

Das 1. Gebot: Du sollst nicht andere Götter haben.

Das heißt: Du sollst mich allein als deinen Gott ansehen. Doch was bedeutet das und wie ist das zu verstehen? Was heißt es, einen „Gott haben“, oder was ist unter „Gott“ zu verstehen? Antwort: Einen „Gott“ nennt man dasjenige, von dem man alles Gute erhofft und zu dem man in aller Not Zuflucht nimmt. Einen „Gott haben“ bedeutet darum nichts anderes als jemandem (oder einer Sache) von Herzen zu vertrauen und zu glauben; wie ich oft gesagt habe, dass es allein auf das Vertrauen und den Glauben ankommt, ob ich Gott habe oder einen Abgott.

Ist der Glaube und das Vertrauen recht, so ist auch dein Gott recht, und umgekehrt: wo das Vertrauen falsch und verkehrt ist, da ist auch dein Gott nicht recht. Denn dies beides gehört zusammen: Glaube und Gott. Woran du nun, so sage ich, dein Herz hängst und worauf du dich verlässt, das ist eigentlich dein Gott. Darum ist der Sinn dieses Gebotes der, dass es rechten Glauben fordert und ein herzliches Vertrauen, das sich auf den rechten, einen Gott richtet und an ihm allein hängt. Mit andern Worten: Sieh zu und lass mich allein deinen Gott sein und suche ja nicht einen andern. Und das heißt: Was dir an Gutem fehlt, das erhoffe von mir und suche es bei mir; und wenn du Unglück und Not erleidest, halte dich an mich. Ich, Ich will dir genug geben und dir aus aller Not helfen. Lass nur dein Herz an keinem andern hängen und Ruhe finden.

Das muss ich noch ein wenig deutlicher erklären, auch durch gegenteilige Beispiele, damit man’s versteht. Es ist mancher, der meint, er habe Gott und ihm fehle nichts, wenn er nur Geld und Gut hat; und er verlässt sich darauf so fest und sicher, dass er auf niemand etwas gibt. Sieh, dieser hat auch einen Gott, der heißt Mammon, nämlich Geld und Gut, auf das er sein ganzes Vertrauen setzt. Und das ist der allerhäufigste Abgott auf Erden. Wer Geld und Gut hat, fühlt sich sicher, ist fröhlich und unerschrocken, als sitze er mitten im Paradies. Und umgekehrt: Wer keins hat, der ist niedergeschlagen und verzagt und tut so, als wüsste er nichts von Gott. Denn man wird wenig Menschen finden, die guten Mutes sind, nicht jammern und klagen, auch wenn sie den Mammon nicht haben. So ist nun einmal die menschliche Natur bis ins hohe Alter hinein.

Ebenso auch, wer darauf vertraut und trotzt, dass er große Gelehrsamkeit, Klugheit, Macht, Einfluss, Freundschaft und Ansehen hat – auch der hat einen Gott, aber nicht den rechten, einen Gott. Daran kann man gleichfalls sehen, wie vermessen, sicher und stolz der Mensch ist, wenn er alles besitzt, und wie verzagt er ist, wenn er es nicht hat oder verliert. Darum sage ich noch einmal, dass dies die rechte Auslegung des 1. Gebotes ist, dass „einen Gott haben“ bedeutet: etwas haben, auf das sich das Herz ganz und gar verlässt. Sieh doch, was wir bisher in der Blindheit unter dem Papsttum getrieben und getan haben. Wenn einem ein Zahn weh tat, der fastete und ehrte St. Appolonia; fürchtete er sich vor Feuersnot, so machte er St. Lorenz zum Nothelfer; fürchtete er sich vor der Pest, so gab er ein Gelübde ab zugunsten des St. Sebastian oder Rochus. Und der Gräuel waren noch unzählige mehr. Jeder wählte sich seinen Heiligen aus, betete zu ihm und rief ihn an, damit er in Not helfen sollte. Hierher gehören auch jene, die es gar zu grob treiben und mit dem Teufel einen Bund schließen, damit er ihnen genug Geld gibt, ihnen zum Glück in der Liebe verhilft, ihr Vieh bewahrt, verlorenes Gut wiederbeschafft usf., so wie es die Zauberer tun und jene, die sich der schwarzen Magie ergeben haben. Sie alle richten ihr Herz und Vertrauen nicht auf den wahrhaftigen Gott, sondern auf etwas anderes, sie versprechen sich von Gott nichts Gutes und suchen es auch nicht bei ihm.

So kannst du nun leicht verstehen, was und wieviel dieses Gebot fordert, nämlich das ganze Herz des Menschen und sein ganzes Vertrauen, das sich auf Gott allein und auf niemand anders richten soll. Denn dass man Gott nicht mit den Fingern ergreifen und fassen, in einen Beutel stecken oder in einen Kasten schließen kann – das ist leicht zu erkennen. Das aber bedeutet es, Gott zu fassen, wenn ihn das Herz ergreift und an ihm hängt. Mit dem Herzen aber an ihm hängen bedeutet nichts anderes, als sich ganz und gar auf ihn verlassen. Darum will er uns von allem andern abziehen, das außer ihm
ist, und will uns zu sich ziehen, weil er das eine, ewige Gut ist. So als wollte er sagen: Was du bisher bei den Heiligen gesucht hast oder wo du auf den Mammon oder sonst etwas vertraut hast – erhoffe nun alles von mir und siehe mich als den an, der dir helfen und mit allem Guten reichlich überschütten will.

Großer Katechismus Dr. Martin Luthers (1528)

+ Der Herr sei mit Euch +

Der Herr segne und behüte Dich. Der Herr lasse Sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig. Der Herr erhebe Sein Angesicht auf Dich und schenke Dir Frieden +

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Quasimodogeniti (2nd Sunday of Easter): Dressed in white!

Blessed be the God and Father of our Lord Jesus Christ + By His great mercy He gave us new birth into a living hope through the resurrection of Jesus Christ from the dead.

1. Peter 1,3

Baptismal font in the chapel of the Old Latin School (Lutherstadt Wittenberg, Germany)

Introit

I love the Lord because he heard my plea for mercy and listened to me.  As long as I live, I will call to him when I need help.  The ropes of death tightened around me, the snares of Sheol confronted me. I was confronted with trouble and sorrow. I called on the name of the Lord, “Please, Lord, rescue my life!” The Lord is merciful and fair; our God is compassionate. The Lord protects the untrained; I was in serious trouble and he delivered me. Rest once more, my soul, for the Lord has vindicated you.  Yes, Lord, you rescued my life from death, kept my eyes from tears and my feet from stumbling. I will serve the Lord in the land of the living. I will celebrate my deliverance and call on the name of the Lord.

Psalm 116:1-9.13

Collect for Quasimodo Geniti

Almighty God, grant that we who have celebrated the Lord´s resurrection may by Your grace confess in our life and conversastion that Jesus is Lord and God; through the same Jesus Christ, Your Son, who lives and reigns with You and the Holy Spirit, one God, now and forever.

Lutheran Service Book: Altar Book, Pg. 893.

Old Testament lesson

“To whom can you compare me? Whom do I resemble?” says the Holy One.  Look up at the sky! Who created all these heavenly lights?  He is the one who leads out their ranks; he calls them all by name. Because of his absolute power and awesome strength, not one of them is missing. Why do you say, Jacob, Why do you say, Israel, “The Lord is not aware of what is happening to me; My God is not concerned with my vindication”? Do you not know? Have you not heard? The Lord is an eternal God, the Creator of the whole earth. He does not get tired or weary; there is no limit to his wisdom.  He gives strength to those who are tired; to the ones who lack power, he gives renewed energy. Even youths get tired and weary; even strong young men clumsily stumble. But those who wait for the Lord’s help find renewed strength; they rise up as if they had eagles’ wings, they run without growing weary, they walk without getting tired.   

Isaiah 40:25-31

Epistle

Blessed be the God and Father of our Lord Jesus Christ! By his great mercy he gave us new birth into a living hope through the resurrection of Jesus Christ from the dead, that is, into an inheritance imperishable, undefiled, and unfading. It is reserved in heaven for you, who by God’s power are protected through faith for a salvation ready to be revealed in the last time. This brings you great joy, although you may have to suffer for a short time in various trials. Such trials show the proven character of your faith, which is much more valuable than gold—gold that is tested by fire, even though it is passing away—and will bring praise and glory and honor when Jesus Christ is revealed. You have not seen him, but you love him. You do not see him now but you believe in him, and so you rejoice with an indescribable and glorious joy, because you are attaining the goal of your faith—the salvation of your souls.

1. Peter 1,3-9 (Sermon text)

Here is a recording of my sermon n.n.

The holy Gospel

On the evening of that day, the first day of the week, the disciples had gathered together and locked the doors of the place because they were afraid of the Jewish leaders. Jesus came and stood among them and said to them, “Peace be with you.” When he had said this, he showed them his hands and his side. Then the disciples rejoiced when they saw the Lord. So Jesus said to them again, “Peace be with you. Just as the Father has sent me, I also send you.” And after he said this, he breathed on them and said, “Receive the Holy Spirit. If you forgive anyone’s sins, they are forgiven; if you retain anyone’s sins, they are retained.” Now Thomas (called Didymus), one of the twelve, was not with them when Jesus came. The other disciples told him, “We have seen the Lord!” But he replied, “Unless I see the wounds from the nails in his hands, and put my finger into the wounds from the nails, and put my hand into his side, I will never believe it!” Eight days later the disciples were again together in the house, and Thomas was with them. Although the doors were locked, Jesus came and stood among them and said, “Peace be with you!” Then he said to Thomas, “Put your finger here, and examine my hands. Extend your hand and put it into my side. Do not continue in your unbelief, but believe.” Thomas replied to him, “My Lord and my God!” Jesus said to him, “Have you believed because you have seen me? Blessed are the people who have not seen and yet have believed.” Now Jesus performed many other miraculous signs in the presence of the disciples, which are not recorded in this book. But these are recorded so that you may believe that Jesus is the Christ, the Son of God, and that by believing you may have life in his name.

John 20:19-31

Confession of the church

I
believe
in
one
God,
the
Father
Almighty,
maker
of
heaven
and
earth
and
of
all
things
visible
and
invisible.
And
in
one
Lord
Jesus
Christ,
the
only‐begotten
Son
of
God,
begotten
of
His
Father
before
all
 worlds,
God
of
God,
Light
of
Light,
very
God
of
very
God,
begotten,
not
made,
being
of
one
substance
with
the
Father,
by
whom
all
things
were
made;
who
for
us
men
and
for
our
salvation
came
down
from
heaven
and
was
incarnate
by
the
Holy
Spirit
of
the
virgin
Mary
and
was
made
man;
and
was
crucified
also
for
us
under
Pontius
Pilate.
He
suffered
and
was
 buried.
And
the
third
day
He
rose
again
according
to
the
Scriptures
and
ascended
into
heaven
and
sits
at
the
right
hand
of
the
Father.
And
He
will
come
again
with
glory
to
judge
both
the
living
and
the
dead,
whose
kingdom
will
have
no
end.
And
I
believe
in
the
Holy
Spirit,
the
Lord
and
giver
of
life,
who
proceeds
from
the
Father
and
the
Son,
who
with
the
Father
and
the
Son
together
is
worshiped
and
glorified,
who
spoke
by
the
prophets.
And
I
believe
in
one
holy
Christian
and
apostolic
Church
I
acknowledge
one
Baptism
for
the
remission
of
sins,
and
I
look
for
the
resurrection
of
the
dead
and
the
life
of
the
world
to
come.
Amen.

Nicene Creed

Hymn of the week

Jesus Christ our blessed savior, overcame death and hell. He lives forever ruling in our favor.  Kyrie eleison.  

He was born without sin, yet bore God´s burning wrath. He reconciled us, granting all God´s favor. Kyrie eleison.

Death, sin, life and free salvation – all are his to dispense; he draws us to him to save us by God´s favor. Kyrie eleison.

Dr. Martin Luther 1524 (LKG 157) translated by WW 2025.

Let us pray for the whole Church of God in Christ Jesus and for all people according to their needs.

O God, our Father, You have raised Your Son, and He has bestowed the Holy Spirit on His apostles. Believing Christ’s resurrection, help us also to trust the forgiving words of His servants. Lord, in Your mercy, hear our prayer.

O Lord, You sent Your Spirit upon Your people of old and brought them back from exile. Breathe on Your Church again to renew our faith and fellowship, that we may stand as Your holy army and have hope. Lord, in Your mercy, hear our prayer.

Merciful God, remember those who have wandered from the household of faith. Faithful to Your promises, work all things in their lives to remind them of their need for Your unending grace and steadfast love, that they might return to the faith and delight in Your Son, crucified and raised for them. Lord, in Your mercy, hear our prayer.

Heavenly King, You promise that the faith of Your people will overcome the world. Let it be so! By the testimony of the Word and Sacrament, overcome the powers of this world. Turn its evil to good, and enliven many to follow Christ in faith. Lord, in Your mercy, hear our prayer.

Lord God, we praise Your Son’s resurrection from the dead and draw strength from His ascension before You, where He ever stands for us as our own High Priest. Show Your kindness to Bill, who lost his daughter this week. Graciously receive our prayers of intercession and hear them for Christ’s sake. Lord, in Your mercy, hear our prayer.

Holy Father, Your Son greets His disciples with peace despite their sins against Him. Make us confident in His mercy toward us, and gladden our hearts as He comes to us in His body and blood with forgiveness and renewal. Lord, in Your mercy, hear our prayer.

Lord God, heavenly Father, we thank You that out of Your indescribable grace, for the sake of Your Son, You have given us the Holy Gospel and instituted the blessed Sacraments, that through them we may have comfort and the forgiveness of sin. Grant us Your Holy Spirit, that we may heartily believe Your Word, and through the Holy Sacraments establish our faith day by day, until at last we obtain eternal salvation; through the same Jesus Christ, Your Son, our Lord, who lives and reigns with You and the Holy Spirit, one God, now and forever. Amen.

LCMS One-year-series.

+ Dominum vobiscum +

The Lord bless Thee, and keep Thee: The Lord make his face shine upon Thee, and be gracious unto Thee: The Lord lift up his countenance upon Thee and give Thee peace.

Numbers 6,24-26 (4th Book of Moses)

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Gott, mein Herz ist bereit, ich will singen und spielen. (Psalm 108)

Grundtvigs Kirche (Kopenhagen, DK)

Gott, mein Herz ist bereit, ich will singen und spielen. Wach auf, meine Seele Wach auf, Psalter und Harfe! Ich will das Morgenrot wecken. Ich will dir danken, HERR, unter den Völkern, ich will dir lobsingen unter den Leuten. Denn deine Gnade reicht, so weit der Himmel ist, und deine Treue, so weit die Wolken gehen. Erhebe dich, Gott, über den Himmel und deine Ehre über alle Lande! Lass deine Freunde errettet werden, dazu hilf mit deiner Rechten und erhöre mich!

Gott hat in seinem Heiligtum geredet: Ich will frohlocken; ich will Sichem verteilen und das Tal Sukkot ausmessen. Gilead ist mein, Manasse ist auch mein, und Ephraim ist der Schutz meines Haupts, Juda ist mein Fürst. Moab ist mein Waschbecken, ich will meinen Schuh auf Edom werfen, über die Philister will ich jauchzen. 

Wer wird mich führen in die feste Stadt? Wer wird mich nach Edom leiten? Wirst du es nicht tun, Gott, der du uns verstoßen hast, und ziehst nicht aus, Gott, mit unserm Heer? Schaff uns Beistand vor dem Feind; denn Menschenhilfe ist nichts nütze. Mit Gott wollen wir Taten tun. Er wird unsre Feinde niedertreten. 

Psalm 108. Ein Lied. Ein Psalm Davids verdeutscht von Dr. Martin Luther. (Revision 2017)

Des Morgens, wenn Du aufstehst, kannst Du Dich segnen mit dem Zeichen des heiligen Kreuzes und sagen: 

Das walte Gott Vater + Sohn und Heiliger Geist! Amen

Apostolische Glaubensbekenntnis 

Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde. 

Und an Jesum Christum, seinen einigen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist von dem Heiligen Geist, geboren aus Maria der Jungfrau, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, niedergefahren zur Hölle, am dritten Tage wieder auferstanden von den Toten, aufgefahren gen Himmel; sitzend zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters; von dannen er kommen wird zu richten die Lebendigen und die Toten. 

Ich glaube an den Heiligen Geist, eine heilige christliche Kirche, die Gemeinde der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. Amen.

Vaterunser 

Vater unser im Himmel
Geheiligt werde Dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Willst du, so kannst du dies Gebet dazu sprechen (Luthers Morgensegen)

Ich danke Dir, mein himmlischer Vater, durch Jesus Christus, Deinen lieben Sohn, daß Du mich diese Nacht vor allem Schaden und Gefahr behütet hast, und bitte Dich, Du wollest mich diesen Tag auch behüten vor Sünden und allem Übel, daß Dir all mein Tun und Leben gefalle. Denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in Deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde.

Als dann mit Freuden an Dein Werk gegangen und etwa ein Lied gesungen oder was Dir Deine Andacht eingibt.

Kollekte für Ostern.

Gott, Du bist uns Grund und Halt. Bei Dir können wir uns fallen lassen: Du fängst uns auf. Furcht, Angst, Entsetzen haben uns oft krumm und blind und stumm gemacht, leblos und wie tot. Bei Dir erfahren wir: Die Todesstarre weicht und Leben regt sich; Du, Gott, bist Grund und Halt und gibst uns mitten im Tod das Leben durch Jesus Christus.

Evangelisches Gottesdienstbuch. Berlin, 1999: S.323.

Christus spricht: Ich war tot, und siehe, ich bin lebendig von Ewigkeit zu Ewigkeit und habe die Schlüssel des Todes und der Hölle.

Offenbarung 1,18.

Lied aus dem lutherischen Kirchengesangbuch

Gelobt sei Gott im höchsten Thron samt seinem eingebornen Sohn, der für uns hat genug getan. Halleluja, Halleluja, Halleluja!

Des Morgens früh am dritten Tag, da noch der Stein am Grabe lag, erstand er frei ohn alle Klag. Halleluja, Halleluja, Halleluja!

Der Engel sprach: “Ei fürcht euch nicht; denn ich weiß wohl, was euch gebricht.
Ihr sucht Jesum, den findt ihr nicht.” Halleluja, Halleluja, Halleluja!

“Er ist erstanden von dem Tod, hat überwunden alle Not; kommt, seht, wo er gelegen hat.” Halleluja, Halleluja, Halleluja!

Nun bitten wir Dich, Jesu Christ, weil Du vom Tod erstanden bist, verleihe, was uns selig ist, Halleluja, Halleluja, Halleluja!

Damit von Sünden wir befreit, dem Namen Dein gebenedeit frei mögen singen allezeit:
Halleluja, Halleluja, Halleluja!

Michael Weiße 1531 (LKG 158)

Fortlaufende Lese

Er ist das Ebenbild des unsichtbaren Gottes, der Erstgeborene vor aller Schöpfung.  Denn in ihm wurde alles geschaffen, was im Himmel und auf Erden ist, das Sichtbare und das Unsichtbare, es seien Throne oder Herrschaften oder Mächte oder Gewalten; es ist alles durch ihn und zu ihm geschaffen.  Und er ist vor allem, und es besteht alles in ihm. Und er ist das Haupt des Leibes, nämlich der Gemeinde. Er ist der Anfang, der Erstgeborene von den Toten, auf dass er in allem der Erste sei.  Denn es hat Gott gefallen, alle Fülle in ihm wohnen zu lassen  und durch ihn alles zu versöhnen zu ihm hin, es sei auf Erden oder im Himmel, indem er Frieden machte durch sein Blut am Kreuz. 

Kolosser 1,15-20

Morgenlese

Maria aber stand draußen vor dem Grab und weinte. Als sie nun weinte, beugte sie sich in das Grab hinein und sieht zwei Engel in weißen Gewändern sitzen, einen zu Häupten und den andern zu den Füßen, wo der Leichnam Jesu gelegen hatte. Und die sprachen zu ihr: Frau, was weinst du? Sie spricht zu ihnen: Sie haben meinen Herrn weggenommen, und ich weiß nicht, wo sie ihn hingelegt haben. Und als sie das sagte, wandte sie sich um und sieht Jesus stehen und weiß nicht, dass es Jesus ist. Spricht Jesus zu ihr: Frau, was weinst du? Wen suchst du? Sie meint, es sei der Gärtner, und spricht zu ihm: Herr, hast du ihn weggetragen, so sage mir: Wo hast du ihn hingelegt? Dann will ich ihn holen. Spricht Jesus zu ihr: Maria! Da wandte sie sich um und spricht zu ihm auf Hebräisch: Rabbuni!, das heißt: Meister! Spricht Jesus zu ihr: Rühre mich nicht an! Denn ich bin noch nicht aufgefahren zum Vater. Geh aber hin zu meinen Brüdern und sage ihnen: Ich fahre auf zu meinem Vater und eurem Vater, zu meinem Gott und eurem Gott. Maria Magdalena geht und verkündigt den Jüngern: »Ich habe den Herrn gesehen«, und was er zu ihr gesagt habe.

Johannes 20,11-18

Abendlese

Ich erinnere euch aber, Brüder und Schwestern, an das Evangelium, das ich euch verkündigt habe, das ihr auch angenommen habt, in dem ihr auch fest steht, durch das ihr auch selig werdet, wenn ihr’s so festhaltet, wie ich es euch verkündigt habe; es sei denn, dass ihr’s umsonst geglaubt hättet. Denn als Erstes habe ich euch weitergegeben, was ich auch empfangen habe: Dass Christus gestorben ist für unsre Sünden nach der Schrift; und dass er begraben worden ist; und dass er auferweckt worden ist am dritten Tage nach der Schrift; und dass er gesehen worden ist von Kephas, danach von den Zwölfen. Danach ist er gesehen worden von mehr als fünfhundert Brüdern auf einmal, von denen die meisten noch heute leben, einige aber sind entschlafen. Danach ist er gesehen worden von Jakobus, danach von allen Aposteln. Zuletzt von allen ist er auch von mir als einer unzeitigen Geburt gesehen worden. Denn ich bin der geringste unter den Aposteln, der ich nicht wert bin, dass ich ein Apostel heiße, weil ich die Gemeinde Gottes verfolgt habe. Aber durch Gottes Gnade bin ich, was ich bin. Und seine Gnade an mir ist nicht vergeblich gewesen, sondern ich habe viel mehr gearbeitet als sie alle; nicht aber ich, sondern Gottes Gnade, die mit mir ist. Ob nun ich oder jene: So predigen wir, und so habt ihr geglaubt. 

1.Korinther 15,1-11

Bekenntnislese

[1]Die folgende Auslegung ist dazu bestimmt und geschrieben, um ein
Unterricht für Kinder und Laien zu sein. Von alters her nennt man einen
solchen Unterricht auf Griechisch „Katechismus“, d. h. eine Kinderlehre, die
jeder Christ unbedingt kennen soll. [2]Wer sie nicht kennt, kann nicht zu den
Christen gezählt und kann zu keinem Sakrament zugelassen werden – so wie
man auch einen Handwerker, der sein Handwerk und dessen Regeln und
Vorschriften nicht kennt, für unfähig hält und entlässt. [3]Deswegen soll man
die jungen Leute die Stücke, die in den Katechismus oder in die Kinderunterweisung gehören, gut und sorgfältig lernen lassen und sie fleißig mit ihnen
üben und behandeln. [4]Darum soll auch jeder Familienvater wenigstens
einmal die Woche seine Kinder und Hausangestellten der Reihe nach fragen
und abhören, um zu sehen, was sie davon wissen oder gelernt haben. Und
wenn sie den Katechismus nicht können, soll er sie ernsthaft dazu anhalten.
[5]Denn ich erinnere mich noch an die Zeit – ja, es kommt auch heute noch
vor – ‚ dass man unwissende alte, betagte Leute findet, die hiervon gar nichts
gewusst haben bzw. wissen, die dennoch (als Pate) zur Taufe und die auch
zum Sakrament gehen und nehmen alle Dienste der christlichen Kirche in
Anspruch. Dabei sollten doch jene, die zum Sakrament gehen, mehr wissen
und ein tieferes Verständnis der ganzen christlichen Lehre haben als die
Kinder und Schüler. [6]Für die Mehrzahl der Christen lassen wirs jedoch bei
den drei Stücken bleiben, die sich von alters her bis heute in der Christenheit
erhalten haben, allerdings selten recht gelehrt und unterrichtet worden sind.
Man übe sich solange in diesen Stücken, bis man in ihnen bewandert ist. Das
gilt für jung und alt, für alle, die Christen sind und sein wollen. Es sind dies:

  1. Die Zehn Gebote Gottes
    [1]Das erste: Du sollst keine anderen Götter haben neben mir.
    [2]Das zweite: Du sollst den Namen Gottes nicht vergeblich führen.
    [3]Das dritte: Du sollst den Feiertag heiligen.
    [4]Das vierte: Du sollst Vater und Mutter ehren.
    [5]Das fünfte: Du sollst nicht töten.
    [6]Das sechste: Du sollst nicht ehebrechen.
    [7]Das siebente: Du sollst nicht stehlen.
    [8]Das achte: Du sollst kein falsches Zeugnis reden wider deinen Nächsten.
    [9]Das neunte: Du sollst nicht begehren deines Nächsten Haus.
    [10]Das zehnte: Du sollst nicht begehren deines Nächsten Weib, Knecht,
    Magd, Vieh oder alles, was sein ist.
  2. Die Hauptartikel unseres Glaubens
    [11]Ich glaube an Gott, den allmächtigen Vater, den Schöpfer des Himmels
    und der Erde. [12]Und an Jesus Christus, seinen einzigen Sohn, unsern Herrn,
    der empfangen ist von dem Heiligen Geist, geboren aus Maria der Jungfrau,
    gelitten hat unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben ist,
    niedergefahren zur Hölle, am dritten Tage wieder auferstanden von den
    Toten, aufgefahren gen Himmel, sitzend zur rechten Hand Gottes, des allmächtigen Vaters, von dannen er kommen wird, zu richten die Lebendigen
    und Toten. [13]Ich glaube an den Heiligen Geist, eine heilige christliche
    Kirche, Gemeinschaft der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des
    Fleisches und ein ewiges Leben. Amen.
  3. Das Gebet oder Vaterunser, das Christus gelehrt hat
    [14]Vater unser, der du bist im Himmel, geheiligt werde dein Name, dein
    Reich komme, dein Wille geschehe wie im Himmel so auf Erden, unser
    tägliches Brot gib uns heute, und vergib uns unsere Schuld, wie wir vergeben
    unsern Schuldigern, und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns
    vom Übel. Amen.
    [15]Das sind die notwendigsten Stücke, die man als erstes lernen muss, und
    zwar so, dass man sie wortwörtlich aufsagen kann. [16]Und man soll die
    Kinder daran gewöhnen, sie täglich aufsagen zu lassen, wenn sie morgens
    aufstehen, wenn sie zu Tisch gehen und wenn sie sich abends schlafen legen.
    Und man soll ihnen nicht zu essen und trinken geben, bevor sie sie nicht aufgesagt haben. [17]Ebenso ist auch jeder Hausvater verpflichtet, bei seinen
    Hausangestellten, den Knechten und Mägden, darauf zu achten. Er soll sie
    nicht bei sich behalten, wenn sie diese Stücke nicht können oder lernen
    wollen. [18]Denn es ist auf keinen Fall zu dulden, dass einer so roh und wild
    bleibt und dies nicht lernt. Denn in diesen drei Stücken ist in kurzer und leicht
    verständlicher Weise alles zusammengefasst, was wir in der Schrift haben.
    [19]Denn die lieben Väter oder Apostel (oder wer immer jene gewesen sind)
    haben damit eine kurze Zusammenfassung all dessen gegeben, was Lehre und
    Leben, Weisheit und Gelehrsamkeit der Christen ausmacht und was Inhalt
    ihres Redens, Handelns und Tuns ist.
    [20]Wenn man nun diese drei Stücke verstanden hat, so ist es auch nötig, dass
    man etwas von unsern Sakramenten zu sagen wisse, die Christus selbst
    eingesetzt hat, von der Taufe und dem Sakrament des heiligen Leibes und
    Blutes Christi, und das heißt, dass man den Text kennt, den Matthäus und
    Markus am Ende ihres Evangeliums schreiben, wo Christus von seinen
    Jüngern Abschied nimmt und sie aussendet:
    [21]Von der Taufe
    Gehet hin und lehret alle Völker und taufet sie im Namen des Vaters und des
    Sohnes und des Heiligen Geistes. Wer da glaubet und getauft wird, der wird
    selig werden, wer aber nicht glaubt, der wird verdammt werden.
    [22]Soviel aus der Schrift über die Taufe zu wissen, genügt für den einfachen
    Christen. Ebenso genügt es auch, wenn er über das zweite Sakrament in
    knappen einfachen Worten etwas sagen kann, wenn er nämlich den Text aus
    St. Paulus kennt:
    [23]Vom Sakrament (des Altars)
    Unser Herr Jesus Christus in der Nacht, da er verraten ward, nahm er das
    Brot, dankte und brach’s und gab’s seinen Jüngern und sprach: „Nehmet hin
    und esset, das ist mein Leib, der für euch gegeben wird. Solches tut zu
    meinem Gedächtnis.“
    Desselbengleichen auch den Kelch nach dem Abendmahl und sprach: „Dieser
    Kelch ist ein neues Testament in meinem Blut, das für euch vergossen wird
    zur Vergebung der Sünden. Solches tut, so oft ihr’s trinkt, zu meinem Gedächtnis.“
    [24]So hätte man insgesamt fünf Stücke der ganzen christlichen Lehre. Mit
    ihnen soll man sich fortwährend beschäftigen und soll ihre wortwörtliche
    Kenntnis fordern und abfragen. Denn verlasse dich nicht darauf, dass das
    junge Volk allein aus der Predigt lernt und behält. [25]Wenn man nun diese
    Stücke gut kann, dann kann man sich danach noch zusätzlich einige Psalmen
    oder Lieder vornehmen, die zu den Katechismusstücken passen, um ihn
    weiter zu befestigen und auf diese Weise die Jugend in die Schrift einzuführen. So fahre man täglich weiter fort.
    [26]Man lasse es aber damit nicht genug sein, dass das junge Volk den
    Katechismus allein dem Wortlaut nach versteht und aufsagen kann, sondern
    man lasse sie auch zur Predigt gehen, besonders zu den Zeiten, wenn der
    Katechismus behandelt wird. Sie sollen die Auslegung des Katechismus
    hören und sollen verstehen lernen, was mit jedem Hauptstück gemeint ist,
    sodass sie die Worte aufsagen können, wie sie sie gehört haben, und richtig
    antworten können, wenn man sie fragt. Auf diese Weise predigt man mit
    Nutzen und Gewinn. [27]Denn darum sind wir so eifrig damit beschäftigt, oft
    über den Katechismus zu predigen, damit wir ihn der Jugend einprägen, und
    wir tun dies nicht mit schwer verständlichen und gelehrten Worten, sondern
    kurz und einfach, damit sie ihn gut aufnehmen und er in ihrem Gedächtnis
    haften bleibt. [28]Darum wollen wir uns nun die genannten Stücke
    nacheinander vornehmen und aufs Deutlichste von ihnen reden, soweit es
    nötig ist.

Großer Katechismus Dr. Martin Luthers: Vorrede von 1529 1-3,28.

+ Der Herr sei mit Euch +

Der Herr segne und behüte Dich. Der Herr lasse Sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig. Der Herr erhebe Sein Angesicht auf Dich und schenke Dir Frieden +

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HERR, erhöre mein Gebet, vernimm mein Flehen um deiner Treue willen, erhöre mich um deiner Gerechtigkeit willen, und geh nicht ins Gericht mit deinem Knecht; denn vor dir ist kein Lebendiger gerecht. (Psalm 143)

Bürgermeisterstraße (Lutherstadt Wittenberg)

HERR, erhöre mein Gebet, vernimm mein Flehen um deiner Treue willen, erhöre mich um deiner Gerechtigkeit willen, und geh nicht ins Gericht mit deinem Knecht; denn vor dir ist kein Lebendiger gerecht. Denn der Feind verfolgt meine Seele und schlägt mein Leben zu Boden, er legt mich ins Finstere wie die, die lange schon tot sind. Und mein Geist ist in mir geängstet, mein Herz ist erstarrt in meinem Leibe. Ich gedenke an die früheren Zeiten; ich sinne nach über all deine Taten und spreche von den Werken deiner Hände. Ich breite meine Hände aus zu dir, meine Seele dürstet nach dir wie ein dürres Land. Sela. 

HERR, erhöre mich bald, mein Geist vergeht; verbirg dein Antlitz nicht vor mir, dass ich nicht gleich werde denen, die in die Grube fahren. Lass mich am Morgen hören deine Gnade; denn ich hoffe auf dich. Tu mir kund den Weg, den ich gehen soll; denn mich verlangt nach dir. Errette mich, HERR, von meinen Feinden; zu dir nehme ich meine Zuflucht. Lehre mich tun nach deinem Wohlgefallen, denn du bist mein Gott; dein guter Geist führe mich auf ebner Bahn. HERR, erquicke mich um deines Namens willen; führe mich aus der Not um deiner Gerechtigkeit willen, und vernichte meine Feinde um deiner Güte willen und bringe alle um, die mich bedrängen; denn ich bin dein Knecht. 

Psalm 143. Ein Psalm Davids. Der 7. Bußpsalm verdeutscht von Dr. Martin Luther (Revision 2017)

Des Morgens, wenn Du aufstehst, kannst Du Dich segnen mit dem Zeichen des heiligen Kreuzes und sagen: 

Das walte Gott Vater + Sohn und Heiliger Geist! Amen

Apostolische Glaubensbekenntnis 

Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde. 

Und an Jesum Christum, seinen einigen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist von dem Heiligen Geist, geboren aus Maria der Jungfrau, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, niedergefahren zur Hölle, am dritten Tage wieder auferstanden von den Toten, aufgefahren gen Himmel; sitzend zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters; von dannen er kommen wird zu richten die Lebendigen und die Toten. 

Ich glaube an den Heiligen Geist, eine heilige christliche Kirche, die Gemeinde der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. Amen.

Vaterunser 

Vater unser im Himmel
Geheiligt werde Dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Willst du, so kannst du dies Gebet dazu sprechen (Luthers Morgensegen)

Ich danke Dir, mein himmlischer Vater, durch Jesus Christus, Deinen lieben Sohn, daß Du mich diese Nacht vor allem Schaden und Gefahr behütet hast, und bitte Dich, Du wollest mich diesen Tag auch behüten vor Sünden und allem Übel, daß Dir all mein Tun und Leben gefalle. Denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in Deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde.

Als dann mit Freuden an Dein Werk gegangen und etwa ein Lied gesungen oder was Dir Deine Andacht eingibt.

Kollekte für Ostern.

Gott, Du bist uns Grund und Halt. Bei Dir können wir uns fallen lassen: Du fängst uns auf. Furcht, Angst, Entsetzen haben uns oft krumm und blind und stumm gemacht, leblos und wie tot. Bei Dir erfahren wir: Die Todesstarre weicht und Leben regt sich; Du, Gott, bist Grund und Halt und gibst uns mitten im Tod das Leben durch Jesus Christus.

Evangelisches Gottesdienstbuch. Berlin, 1999: S.323.

Christus spricht: Ich war tot, und siehe, ich bin lebendig von Ewigkeit zu Ewigkeit und habe die Schlüssel des Todes und der Hölle.

Offenbarung 1,18.

Lied aus dem lutherischen Kirchengesangbuch

Jesus Christus, unser Heiland, der den Tod überwand, ist auferstanden, die Sünd hat er gefangen. Kyrie eleison.

Der ohn Sünden war geboren, trug für uns Gottes Zorn, hat uns versöhnet, daß Gott uns sein Huld gönnet. Kyrie eleison.

Tod, Sünd, Leben und auch Gnad, alls in Händen er hat; er kann erretten alle, die zu ihm treten. Kyrie eleison.

Dr. Martin Luther 1524 (LKG 157)

Fortlaufende Lese

Darum lassen auch wir von dem Tag an, an dem wir’s gehört haben, nicht ab, für euch zu beten und zu bitten, dass ihr erfüllt werdet mit der Erkenntnis seines Willens in aller geistlichen Weisheit und Einsicht,  10 dass ihr, des Herrn würdig, ihm ganz zu Gefallen lebt und Frucht bringt in jedem guten Werk und wachst in der Erkenntnis Gottes  11 und gestärkt werdet mit aller Kraft durch seine herrliche Macht zu aller Geduld und Langmut. Mit Freuden  12 sagt Dank dem Vater, der euch tüchtig gemacht hat zu dem Erbteil der Heiligen im Licht.  13 Er hat uns errettet aus der Macht der Finsternis und hat uns versetzt in das Reich seines geliebten Sohnes,  14 in dem wir die Erlösung haben, nämlich die Vergebung der Sünden. 

Kolosser 1,9-14

Morgenlese

Am ersten Tag der Woche kommt Maria Magdalena früh, als es noch finster war, zum Grab und sieht, dass der Stein vom Grab weggenommen war. 2 Da läuft sie und kommt zu Simon Petrus und zu dem andern Jünger, den Jesus lieb hatte, und spricht zu ihnen: Sie haben den Herrn weggenommen aus dem Grab, und wir wissen nicht, wo sie ihn hingelegt haben. 3 Da gingen Petrus und der andere Jünger hinaus, und sie kamen zum Grab. 4 Es liefen aber die beiden miteinander, und der andere Jünger lief voraus, schneller als Petrus, und kam als Erster zum Grab, 5 schaut hinein und sieht die Leinentücher liegen; er ging aber nicht hinein. 6 Da kam Simon Petrus ihm nach und ging hinein in das Grab und sieht die Leinentücher liegen, 7 und das Schweißtuch, das auf Jesu Haupt gelegen hatte, nicht bei den Leinentüchern, sondern daneben, zusammengewickelt an einem besonderen Ort. 8 Da ging auch der andere Jünger hinein, der als Erster zum Grab gekommen war, und sah und glaubte. 9 Denn sie verstanden die Schrift noch nicht, dass er von den Toten auferstehen müsste. 10 Da gingen die Jünger wieder zu den anderen zurück. 

Johannes 20,1-9

Abendlese

Da stand Paulus auf und winkte mit der Hand und sprach: Ihr Männer, liebe Brüder, ihr Söhne aus dem Geschlecht Abrahams und ihr Gottesfürchtigen, uns ist das Wort dieses Heils gesandt. 27 Denn die Einwohner von Jerusalem und ihre Oberen haben, weil sie Jesus nicht erkannten, die Worte der Propheten, die an jedem Sabbat vorgelesen werden, mit ihrem Urteil erfüllt. 28 Und obwohl sie nichts an ihm fanden, das den Tod verdient hätte, baten sie doch Pilatus, ihn zu töten. 29 Und als sie alles vollendet hatten, was von ihm geschrieben steht, nahmen sie ihn von dem Holz und legten ihn in ein Grab. 30 Aber Gott hat ihn auferweckt von den Toten; 31 und er ist an vielen Tagen denen erschienen, die mit ihm von Galiläa hinauf nach Jerusalem gegangen waren; die sind jetzt seine Zeugen vor dem Volk. 32 Und wir verkündigen euch die Verheißung, die an die Väter ergangen ist, 33 dass Gott sie uns, ihren Kindern, erfüllt hat, indem er Jesus auferweckte; wie denn im zweiten Psalm geschrieben steht: »Du bist mein Sohn, heute habe ich dich gezeugt.« 34 Dass er ihn aber von den Toten auferweckt hat und ihn nicht der Verwesung überlassen wollte, hat er so gesagt: »Ich will euch die Gnade, die David verheißen ist, treu bewahren.« 35 Darum sagt er auch an einer andern Stelle: »Du wirst nicht zugeben, dass dein Heiliger die Verwesung sehe.« 36 Denn nachdem David den Menschen seiner Zeit gedient hatte, ist er nach dem Willen Gottes entschlafen und zu seinen Vätern versammelt worden und hat die Verwesung gesehen. 37 Der aber, den Gott auferweckt hat, der hat die Verwesung nicht gesehen. 38 So sei euch nun kundgetan, ihr Männer, liebe Brüder, dass euch durch ihn Vergebung der Sünden verkündigt wird; und in all dem, worin ihr durch das Gesetz des Mose nicht gerecht werden konntet, 39 ist der gerecht gemacht, der an ihn glaubt.

Apostelgeschichte 13,16a.26-39

Bekenntnislese

Schon allein deswegen solltest du solche Katechismusstücke gern
lesen, über sie reden und nachdenken und mit ihnen umgehen, um damit den
Teufel und böse Gedanken verjagen zu können – auch wenn du sonst keinen
andern Nutzen und Gewinn davon hättest. Denn der Teufel kann Gottes Wort
nicht hören und leiden. Denn Gottes Wort ist nicht mit irgendwelchem
Altweibergeschwätz zu vergleichen – wie etwa den Geschichten von Dietrich
von Bern – ‚ sondern es ist, wie St. Paulus Römer 1 (Vers 16) sagt, „eine
Kraft Gottes“, und allerdings eine Kraft Gottes, die dem Teufel empfindlich
weh tut, uns aber über die Maßen stärkt, tröstet und hilft.
[12]Und was soll ich noch viel sagen? Wenn ich den ganzen Nutzen und
Gewinn aufzählen sollte, den Gottes Wort wirkt, ich wüsste nicht, woher ich
das Papier und die Zeit hernehmen sollte. Den Teufel nennt man einen
Tausendkünstler; wie soll man aber Gottes Wort nennen, das solch einen
Tausendkünstler mit all seiner Kunst und Macht verjagt und zunichte macht?
Es muss in Wahrheit mehr als ein Tausendkünstler sein. [13]Und wir sollten
solche Macht und Kraft, solchen Nutzen und Gewinn des Wortes Gottes so
leichtfertig verachten, insbesondere wir, die wir Pfarrer und Prediger sein
wollen? Man sollte uns nicht allein nichts zu essen geben, sondern uns von
Hunden hetzen lassen und uns schimpflich vertreiben; denn wir brauchen das
Wort Gottes nicht nur jeden Tag wie das tägliche Brot, sondern wir müssen
es auch gegen die täglichen und unaufhörlichen Anfechtungen und
Hinterhalte des teuflischen Tausendkünstlers haben.
[14]Und wenn dies zur Ermahnung, den Katechismus täglich zu lesen, nicht
ausreicht, dann sollte uns allein schon Gottes Gebot zwingen. In Deuteronomium 6 (5. Mose 6,7-9) gebietet er ernstlich, dass man sein Gebot immer
bedenken und wie ein ständiges Malzeichen vor Augen und in den Händen
haben solle – gleich ob beim Sitzen oder Gehen, Stehen oder Liegen oder
Sich-Erheben. Zweifellos hat er dies nicht ohne Grund so ernstlich geboten
und gefordert, sondern er kennt die Gefahren und Nöte, in denen wir uns
befinden, und er kennt die ständigen und wütenden Anläufe und
Anfechtungen des Teufels. Deswegen will er uns davor warnen und mit einem
guten Harnisch und einer guten Arznei ausrüsten, damit wir vor den feurigen
Pfeilen des Teufels und seiner giftigen Ansteckung und Verführung bewahrt
werden. [15]O was für törichte und unsinnige Narren sind wir, dass wir –
obgleich wir mitten unter solch mächtigen Feinden, wie die Teufel es sind,
wohnen und leben müssen – unsere Waffen und Rüstung verachten und zu
faul sind, sie anzulegen oder überhaupt an sie zu denken.
[16]Und was tun denn jene überdrüssigen und eingebildeten Heiligen, die den
Katechismus nicht täglich lesen und lernen wollen, anderes, als dass sie sich
selber für viel gelehrter halten als Gott selbst mit allen seinen heiligen
Engeln, Propheten, Aposteln und allen Christen? Denn Gott selbst schämt
sich nicht, ihn täglich zu lehren; weiß er doch nichts Besseres zu lehren.
Darum lehrt er immer ein und dasselbe und nimmt sich nichts Neues oder
anderes vor. Und auch alle Heiligen wissen nichts Besseres oder Anderes zu
lernen und können daran nicht auslernen. Sind wir nicht darum feine Gesellen, wenn wir meinen: Wenn wir den Katechismus einmal gelesen oder gehört
haben, dann können wir alles und wir haben es nicht mehr nötig, ihn zu lesen
oder zu lernen? Und wenn wir meinen: Wir können innerhalb einer Stunde
das auslernen, was Gott selbst nicht auslehren kann, woran er von Anfang der
Welt bis zu ihrem Ende lehrt? Und alle Propheten und alle Heiligen haben
daran zu lernen gehabt und sind doch immer Schüler geblieben und müssen
es immer bleiben?
[17]Denn das ist wahr: Wer die Zehn Gebote wirklich verstanden hat, der hat
auch die ganze Schrift verstanden; der kann in allen Dingen und Fällen raten,
helfen, trösten, urteilen und entscheiden, sowohl in Fragen des Glaubens wie
in weltlichen Fragen; der ist imstande, weltliches Recht und christliche Lehre,
gesellschaftliche Ordnungen und geistige Bewegungen und was es sonst noch
in der Welt geben mag, zu beurteilen. [18]Ist doch der ganze Psalter nichts
anderes als allein eine Betrachtung und Übung des ersten Gebotes! Nun weiß
ich allerdings, dass jene Faulenzer und eingebildeten Heiligen nicht einen
einzigen Psalm verstehen, geschweige denn die ganze Heilige Schrift. Und
sie wollen den Katechismus kennen – und verachten ihn, der doch ein kurzer
Auszug und eine Zusammenfassung der ganzen Heiligen Schrift ist!
[19]Darum bitte ich nochmals alle Christen, insbesondere die Pfarrer und
Prediger, dass sie sich nicht zu schnell für Doktoren halten und dass sie sich
nicht einbilden sollen, sie wüssten schon alles. Sich etwas einbilden und
können ist zweierlei. Sondern sie sollen sich täglich im Katechismus üben
und mit ihm umgehen und sich mit aller Sorgfalt davor hüten, dass sie sich
nicht von jener Selbstsicherheit anstecken lassen, von jenem Dünkel, der sich
einbildet, schon alles zu wissen und zu können. Sie sollen stattdessen mit
Lesen und Lehren fortfahren, mit Lernen, Nachdenken und Betrachten, und
sollen erst dann aufhören, bis sie erkennen und überzeugt sind, dass sie den
Teufel tot-gelehrt und gelehrter geworden sind, als es Gott selber ist und alle
seine Heiligen! [20]Werden sie solch einen Fleiß aufbringen, dann will ich
ihnen sagen – und sie sollen es auch erfahren – ‚ welchen Gewinn sie davon
haben werden und was für vorzügliche Leute Gott aus ihnen machen wird. Sie
werden es mit der Zeit selbst bekennen, dass sie, je länger und mehr sie sich
mit dem Katechismus beschäftigen, sie um so weniger von ihm verstehen und
um so mehr an ihm zu lernen haben. Dann wird ihnen der Katechismus, den
sie jetzt vor Sattheit und Überdruss nicht riechen mögen, erst richtig
schmecken, weil sie Hunger und Durst verspüren. Dazu gebe Gott seine
Gnade. Amen.

Einleitung zum Großen Katechismus von Dr. Martin Luther 1530 revidiert von Professor Dr. Detlef Lehmann (1982): Einleitung 11ff

+ Der Herr sei mit Euch +

Der Herr segne und behüte Dich. Der Herr lasse Sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig. Der Herr erhebe Sein Angesicht auf Dich und schenke Dir Frieden +

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Herr, du bist unsre Zuflucht für und für (Psalm 90)

St. Etienne, Kathedrale in Bourges (Frankreich)

Herr, du bist unsre Zuflucht für und für. Ehe denn die Berge wurden und die Erde und die Welt geschaffen wurden, bist du, Gott, von Ewigkeit zu Ewigkeit. Der du die Menschen lässest sterben und sprichst: Kommt wieder, Menschenkinder! Denn tausend Jahre sind vor dir / wie der Tag, der gestern vergangen ist, und wie eine Nachtwache. Du lässest sie dahinfahren wie einen Strom, / sie sind wie ein Schlaf, wie ein Gras, das am Morgen noch sprosst, das am Morgen blüht und sprosst und des Abends welkt und verdorrt. 

Das macht dein Zorn, dass wir so vergehen, und dein Grimm, dass wir so plötzlich dahinmüssen. Denn unsre Missetaten stellst du vor dich, unsre unerkannte Sünde ins Licht vor deinem Angesicht. Darum fahren alle unsre Tage dahin durch deinen Zorn, wir bringen unsre Jahre zu wie ein Geschwätz. Unser Leben währet siebzig Jahre, und wenn’s hoch kommt, so sind’s achtzig Jahre, und was daran köstlich scheint, ist doch nur vergebliche Mühe; denn es fähret schnell dahin, als flögen wir davon. 

Wer glaubt’s aber, dass du so sehr zürnest, und wer fürchtet sich vor dir in deinem Grimm? Lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, auf dass wir klug werden. HERR, kehre dich doch endlich wieder zu uns und sei deinen Knechten gnädig! Fülle uns frühe mit deiner Gnade, so wollen wir rühmen und fröhlich sein unser Leben lang. Erfreue uns nun wieder, nachdem du uns so lange plagest, nachdem wir so lange Unglück leiden. Zeige deinen Knechten deine Werke und deine Herrlichkeit ihren Kindern. 

Und der Herr, unser Gott, sei uns freundlich und fördere das Werk unsrer Hände bei uns. Ja, das Werk unsrer Hände wollest du fördern! 

Psalm 90. Ein Gebet des Mose, des Mannes Gottes. Verdeutscht von Dr. Martin Luther (Revision 2017)

Des Morgens, wenn Du aufstehst, kannst Du Dich segnen mit dem Zeichen des heiligen Kreuzes und sagen: 

Das walte Gott Vater + Sohn und Heiliger Geist! Amen

Apostolische Glaubensbekenntnis 

Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde. 

Und an Jesum Christum, seinen einigen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist von dem Heiligen Geist, geboren aus Maria der Jungfrau, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, niedergefahren zur Hölle, am dritten Tage wieder auferstanden von den Toten, aufgefahren gen Himmel; sitzend zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters; von dannen er kommen wird zu richten die Lebendigen und die Toten. 

Ich glaube an den Heiligen Geist, eine heilige christliche Kirche, die Gemeinde der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. Amen.

Vaterunser 

Vater unser im Himmel
Geheiligt werde Dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Willst du, so kannst du dies Gebet dazu sprechen (Luthers Morgensegen)

Ich danke Dir, mein himmlischer Vater, durch Jesus Christus, Deinen lieben Sohn, daß Du mich diese Nacht vor allem Schaden und Gefahr behütet hast, und bitte Dich, Du wollest mich diesen Tag auch behüten vor Sünden und allem Übel, daß Dir all mein Tun und Leben gefalle. Denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in Deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde.

Als dann mit Freuden an Dein Werk gegangen und etwa ein Lied gesungen oder was Dir Deine Andacht eingibt.

Kollekte für Ostern.

Gott, Du bist uns Grund und Halt. Bei Dir können wir uns fallen lassen: Du fängst uns auf. Furcht, Angst, Entsetzen haben uns oft krumm und blind und stumm gemacht, leblos und wie tot. Bei Dir erfahren wir: Die Todesstarre weicht und Leben regt sich; Du, Gott, bist Grund und Halt und gibst uns mitten im Tod das Leben durch Jesus Christus.

Evangelisches Gottesdienstbuch. Berlin, 1999: S.323.

Christus spricht: Ich war tot, und siehe, ich bin lebendig von Ewigkeit zu Ewigkeit und habe die Schlüssel des Todes und der Hölle.

Offenbarung 1,18.

Lied aus dem lutherischen Kirchengesangbuch

Christ lag in Todesbanden, für unsre Sünd gegeben, der ist wieder erstanden und hat uns bracht das Leben. Des wir sollen fröhlich sein, Gott loben und dankbar sein und singen Halleluja. Halleluja.

Den Tod niemand zwingen konnt bei allen Menschenkindern; das macht alles unsre Sünd, kein Unschuld war zu finden. Davon kam der Tod so bald und nahm über uns Gewalt, hielt uns in seim Reich gefangen. Halleluja.

Jesu Christus, Gottes Sohn, an unser Statt ist kommen und hat die Sünd abgetan, damit dem Tod genommen all sein Recht und sein Gewalt; da bleibt nichts denn Tods Gestalt, den Stachel hat er verloren. Halleluja.

Es war ein wunderlich Krieg, da Tod und Leben rungen; das Leben behielt den Sieg, es hat den Tod verschlungen. Die Schrift hat verkündet das, wie ein Tod den andern fraß, ein Spott aus dem Tod ist worden. Halleuja.

Hier ist das recht Osterlamm, davon wir sollen leben, das ist an des Kreuzes Stamm in heißer Lieb gegeben. Des Blut zeichnet unsre Tür, das hält der Glaub dem Tod für, der Würger kann uns nicht rühren. Halleluja.

So feiern wir das hoh Fest mit Herzensfreud und Wonne, das uns der Herr scheinen lässt. Er ist selber die Sonne, der durch seiner Gnaden Glanz erleucht unsre Herzen ganz; der Sünden Nacht ist vergangen. Halleluja.

Wir essen und leben wohl, zum süßen Brot geladen; der alte Sau’rteig nicht soll sein bei dem Wort der Gnaden. Christus will die Kost uns sein und speisen die Seel allein; der Glaub will keins andern leben. Halleluja.

Dr. Martin Luther 1524 nach dem mittelalterlichen “Vicitmae paschali laudes” des Wipo von Burgund vor 1048 und dem vorreformatorischen Liede “Christ ist erstanden”. (LKG 156)

Fortlaufende Lese

Paulus, Apostel Christi Jesu durch den Willen Gottes, und Timotheus, der Bruder,  2 an die Heiligen in Kolossä, die Brüder und Schwestern, die an Christus glauben: Gnade sei mit euch und Friede von Gott, unserm Vater! 

3 Wir danken Gott, dem Vater unseres Herrn Jesus Christus, und beten allezeit für euch,  4 da wir gehört haben von eurem Glauben an Christus Jesus und von der Liebe, die ihr zu allen Heiligen habt,  5 um der Hoffnung willen, die für euch bereitliegt im Himmel. Von ihr habt ihr schon zuvor gehört durch das Wort der Wahrheit, das Evangelium,  6 das zu euch gekommen ist. Wie in aller Welt so bringt es auch bei euch Frucht und wächst von dem Tag an, da ihr von der Gnade Gottes gehört und sie erkannt habt in der Wahrheit.  7 So habt ihr’s gelernt von Epaphras, unserm lieben Mitknecht, der ein treuer Diener Christi für euch ist,  8 der uns auch berichtet hat von eurer Liebe im Geist. 

Kolosser 1,1-8

Morgenlese

Aber der HERR ließ einen großen Fisch kommen, Jona zu verschlingen. Und Jona war im Leibe des Fisches drei Tage und drei Nächte. 2 Und Jona betete zu dem HERRN, seinem Gott, im Leibe des Fisches 3 und sprach: Ich rief zu dem HERRN in meiner Angst, und er antwortete mir. Ich schrie aus dem Rachen des Todes, und du hörtest meine Stimme. 4 Du warfst mich in die Tiefe, mitten ins Meer, dass die Fluten mich umgaben. Alle deine Wogen und Wellen gingen über mich, 5 dass ich dachte, ich wäre von deinen Augen verstoßen, ich würde deinen heiligen Tempel nicht mehr sehen. 6 Wasser umgaben mich bis an die Kehle, die Tiefe umringte mich, Schilf bedeckte mein Haupt. 7 Ich sank hinunter zu der Berge Gründen, der Erde Riegel schlossen sich hinter mir ewiglich. Aber du hast mein Leben aus dem Verderben geführt, HERR, mein Gott! 8 Als meine Seele in mir verzagte, gedachte ich an den HERRN, und mein Gebet kam zu dir in deinen heiligen Tempel. 9 Die sich halten an das Nichtige, verlassen ihre Gnade. 10 Ich aber will mit Dank dir Opfer bringen. Meine Gelübde will ich erfüllen. Hilfe ist bei dem HERRN. 11 Und der HERR sprach zu dem Fisch, und der spie Jona aus ans Land. 

Jona 2

Abendlese

Aber die elf Jünger gingen nach Galiläa auf den Berg, wohin Jesus sie beschieden hatte. 17 Und als sie ihn sahen, fielen sie vor ihm nieder; einige aber zweifelten. 18 Und Jesus trat herzu, redete mit ihnen und sprach: Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden. 19 Darum gehet hin und lehret alle Völker:[1] Taufet sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes 20 und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende. 

Matthäus 28,16-20

Bekenntnislese

Dass wir den Katechismus immer wieder behandeln und wünschen und
bitten, dass er behandelt werde, dafür haben wir allen Grund. Denn wir sehen,
dass leider viele Prediger und Pfarrer hierin sehr nachlässig sind. Sie
verachten sowohl ihr Amt als auch diese Katechismuslehre. Einige tun es
wegen ihrer großen Gelehrsamkeit, andere aber aus lauter Faulheit und Sorge
um ihren Bauch. Sie tun so, als wären sie um ihres Bauches willen Pfarrer
und Prediger und als hätten sie nichts anderes zu tun als sich ein gutes Leben
zu machen – so wie sie es unter dem Papsttum gewohnt waren. [2]Sie haben
jetzt alles, was sie lehren und predigen sollen, in so vielen guten Büchern
reichlich und klar vor sich und haben es auch bequem zur Hand; sie haben,
wie man es früher nannte, die richtigen „Sermones per se loquentes“, d. h.
gebrauchsfertige Predigten und ähnliche Predigthilfen, doch ihnen fehlt es an
Frömmigkeit und Rechtschaffenheit, um sich solche Bücher zu kaufen; oder
sie sehen sie gar nicht an und lesen sie nicht, auch wenn sie sie besitzen. Ach,
es sind schändliche Fresser und „Bauchdiener“, die besser Schweinehirten
oder Hundeknechte sein sollten als Seelsorger und Pfarrer.
[3]Und wenn sie – nachdem sie das unnütze und beschwerliche Geplapper der
sieben Gebetszeiten los sind – doch jedenfalls das tun würden, dass sie
stattdessen morgens, mittags und abends eine oder zwei Seiten aus dem
Katechismus lesen oder aus dem Gebetbüchlein, dem Neuen Testament oder
sonst aus der Bibel und ein Vaterunser für sich und ihre Gemeinde beten
möchten. So würden sie dem Evangelium Ehre und Dank erweisen, durch das
sie von so manchen Lasten und Beschwernissen frei geworden sind. Sie
sollten sich etwas schämen, dass sie, wie die Säue und Hunde, nicht mehr
vom Evangelium behalten als solch eine faule, schädliche, schändliche und
fleischliche Freiheit! [4]Denn das Volk achtet ohnehin das Evangelium
gering, und wir richten bei ihm kaum etwas aus, auch wenn wir uns alle Mühe
geben. Wieviel weniger aber werden wir ausrichten, wenn wir nachlässig und
faul sind, wie wir es unter dem Papsttum gewesen sind?
[5]Hinzu kommt noch jenes schändliche Laster und jene böse Krankheit,
nämlich die Sicherheit und der Überdruss. Viele meinen, der Katechismus sei
etwas gar zu Einfaches und Anspruchsloses; man brauche ihn nur einmal zu
überfliegen und dann habe man alles verstanden; und sie werfen den
Katechismus in den Winkel und schämen sich fast, mehr darin zu lesen. [6]Ja,
es gibt sogar etliche Grobiane und Geizhälse, auch unter dem Adel, die
meinen, dass man in Zukunft weder Pfarrer noch Prediger brauche; denn man
habe ja alles in den Büchern und könne es selber lernen; und sie lassen auch
die Parochien einfach verfallen und verkommen, und so leiden Pfarrer und
Prediger reichlich Not und Hunger. Das ist typisch für die tollen Deutschen!
Denn wir Deutschen sind solch ein schändliches Volk und müssen es eben
erleiden.
[7]Was mich aber anbetrifft, so sage ich: Ich bin auch ein Doktor und
Prediger, ebenso gelehrt und erfahren wie jene sein mögen, die so vermessen
und selbstsicher sind. Dennoch mache ich es wie ein Kind, das man den
Katechismus lehrt. Auch ich lese und spreche – des Morgens und wenn ich
sonst Zeit habe – das Vaterunser, die Zehn Gebote, den Glauben, die Psalmen,
Wort für Wort; und ich muss täglich weiter lesen und studieren und bin noch
lange nicht so weit gekommen, wie ich möchte. [8]Ich muss ein Kind und
Schüler des Katechismus bleiben und bleibe es auch gerne. Und jene feinen
wählerischen Gesellen wollen nach einmaligem Überlesen gleich mehr als
alle Doktoren sein, alles können und es nicht mehr nötig haben, noch etwas
dazuzulernen. Nun gut, das ist ein sicheres Zeichen dafür, dass sie beides
verachten, ihr Amt und die Seelen des Volkes, außerdem auch Gott und sein
Wort verachten. Sie brauchen gar nicht mehr zu fallen, denn sie sind schon
allzutief gefallen. Sie sollten wieder Kinder werden und anfangen, das ABC
zu lernen, von dem sie meinen, dass sie es sich längst an den Schuhsohlen
abgelaufen haben.
[9]Darum bitte ich jene Faulenzer und stolzen Heiligen, dass sie sich um
Gottes willen dies sagen lassen und glauben, dass sie keineswegs so kluge
Doktoren sind und dass sie nicht im Entferntesten so gelehrt sind, wie sie sich
halten. Sie sollen nicht meinen, dass sie diese Stücke ausgelernt hätten oder
dass sie in allen Dingen genug wüssten, auch wenn sie der Meinung sind, dass
sie alles wissen. Denn auch wenn sie alles aufs Allerbeste wüssten und
könnten (obgleich das in diesem Leben doch nicht möglich ist), so liegt doch
mancher Nutzen und Gewinn darin, wenn man den Katechismus täglich liest
und darüber nachdenkt und davon redet; denn der heilige Geist ist bei
solchem Lesen, Nachdenken und Reden gegenwärtig und erschließt seinen
Inhalt immer tiefer, sodass man einen immer größeren Geschmack daran
findet. Christus verheißt dies auch Matthäus 18 (Vers 20): „Wo zwei oder drei
in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen.“
[10]Außerdem hilft es außerordentlich gegen den Teufel, die Welt und das
„Fleisch“ und alle bösen Gedanken, wenn man mit Gottes Wort umgeht,
davon redet und darüber nachdenkt. So preist auch der erste Psalm diejenigen
selig, die Tag und Nacht über Gottes Gesetz nachsinnen. Ohne Zweifel wirst
du gegen den Teufel keinen stärkeren Weihrauch noch anderes Räucherwerk
anzünden können, als wenn du mit Gottes Gebot und Worten umgehst, davon
redest, singst oder darüber nachdenkst. Das ist in Wahrheit das richtige
Weihwasser und Zeichen, vor dem er flieht und womit er sich davonjagen
lässt.

Einleitung zum Großen Katechismus von Dr. Martin Luther 1530 revidiert von Professor Dr. Detlef Lehmann (1982)

+ Der Herr sei mit Euch +

Der Herr segne und behüte Dich. Der Herr lasse Sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig. Der Herr erhebe Sein Angesicht auf Dich und schenke Dir Frieden +

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