Gott, man lobt Dich in der Stille zu Zion, und Dir hält man Gelübde. (Psalm 65)

Gott, man lobt dich in der Stille zu Zion, und dir hält man Gelübde. Du erhörst Gebet; darum kommt alles Fleisch zu dir. Unsre Missetat drückt uns hart; du wollest unsre Sünde vergeben. Wohl dem, den du erwählst und zu dir lässt, dass er wohne in deinen Vorhöfen; der hat reichen Trost von deinem Hause, deinem heiligen Tempel. 

Erhöre uns nach der wunderbaren Gerechtigkeit, Gott, unser Heil, der du bist die Zuversicht aller auf Erden und fern am Meer; der du die Berge gründest in deiner Kraft und gerüstet bist mit Macht; der du stillst das Brausen des Meeres, das Brausen seiner Wellen und das Toben der Völker, dass sich entsetzen, die an den Enden wohnen, vor deinen Zeichen. Du machst fröhlich, was da lebet im Osten wie im Westen. 

Du suchst das Land heim und bewässerst es / und machst es sehr reich; Gottes Brünnlein hat Wasser die Fülle. Du lässt ihr Getreide gut geraten; denn so baust du das Land. Du tränkst seine Furchen und feuchtest seine Schollen; mit Regen machst du es weich und segnest sein Gewächs. Du krönst das Jahr mit deinem Gut, und deine Spuren triefen von Segen. Es triefen auch die Auen in der Steppe, und die Hügel gürten sich mit Jubel. Die Anger sind voller Schafe, und die Auen stehen dick mit Korn, dass man jauchzet und singet. 

Psalm 65. Ein Psalm Davids, ein Lied, vorzusingen. Verdeutscht von Dr. Martin Luther (Revision 2017)

Des Morgens, wenn Du aufstehst, kannst Du Dich segnen mit dem Zeichen des heiligen Kreuzes und sagen: 

Das walte Gott Vater + Sohn und Heiliger Geist! Amen

Apostolische Glaubensbekenntnis 

Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde. 

Und an Jesum Christum, seinen einigen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist von dem Heiligen Geist, geboren aus Maria der Jungfrau, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, niedergefahren zur Hölle, am dritten Tage wieder auferstanden von den Toten, aufgefahren gen Himmel; sitzend zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters; von dannen er kommen wird zu richten die Lebendigen und die Toten. 

Ich glaube an den Heiligen Geist, eine heilige christliche Kirche, die Gemeinde der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. Amen.

Vaterunser 

Vater unser im Himmel
Geheiligt werde Dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Willst du, so kannst du dies Gebet dazu sprechen (Luthers Morgensegen)

Ich danke Dir, mein himmlischer Vater, durch Jesus Christus, Deinen lieben Sohn, daß Du mich diese Nacht vor allem Schaden und Gefahr behütet hast, und bitte Dich, Du wollest mich diesen Tag auch behüten vor Sünden und allem Übel, daß Dir all mein Tun und Leben gefalle. Denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in Deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde.

Als dann mit Freuden an Dein Werk gegangen und etwa ein Lied gesungen oder was Dir Deine Andacht eingibt.

Christus spricht: Wenn ich erhöht werde von der Erde, so will ich alle zu mir ziehen.

Johannes 12,32

Lied aus dem lutherischen Kirchengesangbuch

Verley uns frieden gnediglich Herr Got zu unsern zeyten, es ist doch ya keyn ander nicht, der für uns künde streitten, denn Du unser Godt allaine.

Gib vnserm Fürsten und aller Oberkeit fried vnd gut Regiment, das wir vnter jnen ein gerüglich vnd stilles leben führen mögen in aller Gottseligkeit vnd erbarkeit. Amen.

Nach der altkirchlichen Antiphon “Da pacem Domine” (Martin Luther 1531 und Johann Walter 1566) LKG 14.

Fortlaufende Lese

Ein Mann aber mit Namen Hananias und seine Frau Saphira verkauften einen Acker,  2 doch er hielt mit Wissen seiner Frau etwas von dem Geld zurück und brachte nur einen Teil und legte ihn den Aposteln zu Füßen.  3 Petrus aber sprach: Hananias, warum hat der Satan dein Herz erfüllt, dass du den Heiligen Geist belogen und etwas vom Geld für den Acker zurückbehalten hast?  4 Hättest du den Acker nicht behalten können, als du ihn hattest? Und konntest du nicht auch, als er verkauft war, noch tun, was du wolltest? Warum hast du dir dies in deinem Herzen vorgenommen? Du hast nicht Menschen, sondern Gott belogen.  5 Als Hananias diese Worte hörte, fiel er zu Boden und gab den Geist auf. Und es kam eine große Furcht über alle, die dies hörten.  6 Da standen die jungen Männer auf und hüllten ihn ein, trugen ihn hinaus und begruben ihn.  7 Es begab sich aber, etwa nach drei Stunden, da kam seine Frau herein und wusste nicht, was geschehen war.  8 Aber Petrus sprach zu ihr: Sag mir, habt ihr den Acker für diesen Preis verkauft? Sie sprach: Ja, für diesen Preis.  9 Petrus aber sprach zu ihr: Warum seid ihr euch denn einig geworden, den Geist des Herrn zu versuchen? Siehe, die Füße derer, die deinen Mann begraben haben, sind vor der Tür und werden auch dich hinaustragen.  10 Und sogleich fiel sie zu Boden, ihm vor die Füße, und gab den Geist auf. Da kamen die jungen Männer und fanden sie tot, trugen sie hinaus und begruben sie neben ihrem Mann.  11 Und es kam eine große Furcht über die ganze Gemeinde und über alle, die das hörten. 

Apostelgeschichte 5,1-11

Morgenlese

Kinder, es ist die letzte Stunde! Und wie ihr gehört habt, dass der Antichrist kommt, sind jetzt viele Widersacher Christi[3] aufgetreten; daran erkennen wir, dass es die letzte Stunde ist. 19 Sie sind von uns ausgegangen, aber sie waren nicht von uns. Denn wenn sie von uns gewesen wären, so wären sie ja bei uns geblieben; aber es sollte offenbar werden, dass sie nicht alle von uns sind. 20 Doch ihr habt die Salbung von dem, der heilig ist, und habt alle das Wissen. 21 Ich habe euch nicht geschrieben, als wüsstet ihr die Wahrheit nicht, sondern ihr wisst sie und wisst, dass keine Lüge aus der Wahrheit kommt. 22 Wer ist ein Lügner, wenn nicht der, der leugnet, dass Jesus der Christus ist? Das ist der Antichrist, der den Vater und den Sohn leugnet. 23 Wer den Sohn leugnet, der hat auch den Vater nicht; wer den Sohn bekennt, der hat auch den Vater. 24 Was ihr gehört habt von Anfang an, das bleibe in euch. Wenn in euch bleibt, was ihr von Anfang an gehört habt, so werdet ihr auch im Sohn und im Vater bleiben. 25 Und das ist die Verheißung, die er uns verheißen hat: das ewige Leben. 26 Dies habe ich euch geschrieben von denen, die euch verführen. 27 Und die Salbung, die ihr von ihm empfangen habt, bleibt in euch, und ihr habt nicht nötig, dass euch jemand belehre; sondern wie euch seine Salbung alles lehrt, so ist’s wahr und ist keine Lüge, und wie sie euch gelehrt hat, so bleibt in ihm. 28 Und nun, Kinder, bleibt in ihm, damit wir, wenn er offenbart wird, freimütig reden und nicht zuschanden werden vor ihm, wenn er kommt. 29 Wenn ihr wisst, dass er gerecht ist, so erkennt ihr: Wer die Gerechtigkeit tut, der ist von ihm geboren. 

1. Johannes 2,18-29

Abendlese

Wenn ich mit Menschen- und mit Engelzungen redete und hätte der Liebe nicht, so wäre ich ein tönendes Erz oder eine klingende Schelle. 2 Und wenn ich prophetisch reden könnte und wüsste alle Geheimnisse und alle Erkenntnis und hätte allen Glauben, sodass ich Berge versetzen könnte, und hätte der Liebe nicht, so wäre ich nichts. 3 Und wenn ich alle meine Habe den Armen gäbe und meinen Leib dahingäbe, mich zu rühmen[1], und hätte der Liebe nicht, so wäre mir’s nichts nütze. 4 Die Liebe ist langmütig und freundlich, die Liebe eifert nicht, die Liebe treibt nicht Mutwillen, sie bläht sich nicht auf, 5 sie verhält sich nicht ungehörig, sie sucht nicht das Ihre, sie lässt sich nicht erbittern, sie rechnet das Böse nicht zu, 6 sie freut sich nicht über die Ungerechtigkeit, sie freut sich aber an der Wahrheit; 7 sie erträgt alles, sie glaubt alles, sie hofft alles, sie duldet alles. 8 Die Liebe höret nimmer auf, wo doch das prophetische Reden aufhören wird und das Zungenreden aufhören wird und die Erkenntnis aufhören wird. 9 Denn unser Wissen ist Stückwerk und unser prophetisches Reden ist Stückwerk. 10 Wenn aber kommen wird das Vollkommene, so wird das Stückwerk aufhören. 11 Als ich ein Kind war, da redete ich wie ein Kind und dachte wie ein Kind und war klug wie ein Kind; als ich aber ein Mann wurde, tat ich ab, was kindlich war. 12 Wir sehen jetzt durch einen Spiegel in einem dunklen Bild; dann aber von Angesicht zu Angesicht. Jetzt erkenne ich stückweise; dann aber werde ich erkennen, gleichwie ich erkannt bin. 13 Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; aber die Liebe ist die größte unter ihnen. 

1. Korinther 13,1-13

Bekenntnislese

Die 6. Bitte: Und führe uns nicht in Versuchung.

Wir haben nun zur Genüge gehört, was für Mühe und Arbeit es kostet, um all das, worum man bittet, auch zu erhalten und nicht wieder zu verlieren, obgleich es nicht ohne Gebrechen und Straucheln abgeht. Hinzu kommt noch: Auch wenn wir Vergebung der Sünde und dadurch ein gutes Gewissen erhalten haben, so verhält es sich mit unserm Leben doch so, dass einer heute steht und morgen schon fällt. Darum müssen wir weiterhin Gott bitten, auch wenn wir rechtschaffen sind und ein gutes Gewissen gegen Gott haben können, dass er uns nicht in Unglauben und Sünde zurückfallen und der
Anfechtung oder Versuchung erliegen lasse.

Es gibt aber eine dreifache Versuchung: Die des Fleisches, der Welt und des Teufels. Denn wir wohnen „im Fleisch“ und schleppen den alten Adam mit uns herum. Der regt sich in uns und reizt uns täglich zu Unzucht und Faulheit, zum Fressen und Saufen, zu Geiz und Betrug und will, dass wir den Nächsten betrügen und übervorteilen – ‚ kurz, er weckt in uns alle möglichen bösen Begierden, die uns von Natur anhängen und die durch anderer Leute Gesellschaft, durch böse Beispiele, durch das, was wir sehen und hören, in uns erregt werden. Oft verwunden und entzünden sie sogar die Herzen ganz unschuldiger Menschen.

Dann gibt es „die Welt“: Sie, d. h. die Menschen in der Welt beleidigen uns mit Worten und Taten und treiben uns zu Zorn und Ungeduld; kurz, da gibt es nichts als Hass und Neid, Feindschaft, Gewalt, Unrecht, Untreue, Rachsucht, Fluchen, Schimpfen, Verleumden, Hochmut und Stolz. Jeder spielt sich auf; er will geehrt und gerühmt werden und Macht und Einfluss haben. Niemand will der Geringste sein, sondern jeder will obenan sitzen und von jedermann gesehen werden.

Hinzu kommt noch der Teufel: überall hetzt und stachelt er auf; vor allem aber ist er dort am Werk, wo es um das Gewissen und um geistliche Dinge geht; er will, dass man Gottes Wort und Wirken in den Wind schlägt und verachtet; er will uns Glauben, Hoffnung und Liebe wegnehmen und uns in Unglauben stürzen, in falsche Vermessenheit und in Verstockung; oder umgekehrt, dass wir in Verzweiflung geraten, Gott verleugnen und lästern und in unzählige andere furchtbaren Dinge hineingeraten. Das sind nun die Stricke und Netze, ja die richtigen „feurigen Pfeile“, die nicht Fleisch und Blut uns ins Herz schießen, sondern der Teufel auf die allergiftigste Weise.

Dies sind allerdings große und schwere Gefährdungen und Anfechtungen, die jeder Christ bestehen muss. Schon jede für sich allein ist derart, dass wir dazu getrieben werden, Gott alle Stunden anzurufen und um Hilfe zu bitten, dass er uns nicht matt und müde werden und wieder in Sünde, Schande und Unglauben zurückfallen lasse. Denn sonst ist es unmöglich, auch nur die allergeringste Anfechtung zu überwinden; denn solange wir dieses elende Leben führen, setzt man uns von allen Seiten zu, jagt und treibt uns.

So bedeutet nun „nicht in Versuchung führen“ dies, dass Gott uns Kraft und Stärke gibt, um der Anfechtung widerstehen zu können, doch ohne dass sie weggenommen oder aufgehoben wird. Denn der Versuchung und Verlockung zur Sünde kann niemand entgehen, denn wir leben im Fleisch und haben den Teufel um uns. Es geht nicht anders, wir müssen Anfechtungen erleiden, ja wir stecken mitten in ihnen drin. Aber darum bitten wir, dass wir nicht hineinfallen und darin umkommen.

Denn es ist ein großer Unterschied, ob man die Anfechtung nur fühlt oder in sie einwilligt und ja zu ihr sagt. Wir fühlen sie alle, obwohl nicht alle in gleicher Weise, sondern einige mehr und stärker als andere. So wird die Jugend vor allem vom „Fleisch“ angefochten, die Erwachsenen und Alten von der „Welt“; jene aber, die mit
geistlichen Dingen umgehen, d. h. die im Glauben starken Christen, vom
Teufel.

Aber solch ein Fühlen der Anfechtung, solange unser Wille dagegen ist und wir sie am liebsten los sein möchten, kann niemand schaden. Denn wenn man sie nicht fühlte, könnte man sie auch nicht als Anfechtung bezeichnen. Einwilligen aber heißt, wenn man ihr nachgibt, ihr nicht widersteht noch Gott um Hilfe bittet.

Deshalb müssen wir Christen gegen sie gerüstet sein und täglich damit rechnen, dass wir ständig angefochten werden. Niemand wiege sich in Sicherheit und niemand gehe so unachtsam dahin, als sei der Teufel weit von uns weg! Sondern man rechne stets mit seinen Schlägen und pariere sie. Denn auch wenn ich jetzt keusch, geduldig und freundlich bin und in festem Glauben stehe, kann doch der Teufel noch in dieser Stunde einen solchen Pfeil in mein Herz schießen, dass ich mich nur mit Mühe behaupten kann. Denn er ist ein Feind, der niemals aufhört und müde wird. Wo die eine Anfechtung
aufhört, kommen immer wieder neue und andere.

Darum gibt es keinen andern Rat und Trost als den, dass man herbeieile, das Vaterunser zur Hand nehme und von Herzen mit Gott rede und sage: „Lieber Vater, du hast mir
geboten zu beten; so lass mich durch die Versuchung nicht dahin geführt werden, dass ich von dir abfalle.“ Du wirst sehen, die Versuchung hört auf und muss sich schließlich für besiegt erklären. Andernfalls, wenn du mit deinen eigenen Gedanken und Ratschlägen versuchst, dir zu helfen, wirst du es nur schlimmer machen und dem Teufel noch mehr Raum geben. Denn er hat den Kopf einer Schlange; wenn er eine Lücke findet, in die er hineinschlüpfen kann, zieht er auch den ganzen Leib hinterher; das Gebet aber kann ihn abwehren und zurücktreiben.

Die 7. Bitte: Sondern erlöse uns von dem Übel. Amen.

Im Griechischen lautet diese Bitte wie folgt: „Erlöse oder behüte uns vor dem Argen oder Bösen“, und es sieht fast so aus, als rede Christus hier vom Teufel, so als wollte er den ganzen Inhalt dieses Gebetes darin zusammenfassen, dass es gegen diesen unsern Hauptfeind gerichtet sei. Denn er ist es, der dies alles, worum wir bitten, unter uns zu verhindern sucht – Gottes Namen bzw. Ehre, Gottes Reich und Willen, das tägliche Brot, ein fröhliches, gutes Gewissen usf.

Darum fassen wir dies alles schließlich zusammen und sprechen: „Lieber Vater, hilf doch, dass wir von allem Unglück frei werden.“ In dieser Bitte ist gleichfalls auch das mit eingeschlossen, was uns an Bösem unter der Herrschaft des Teufels widerfahren mag – Armut, Schande, Tod und überhaupt alles unselige Elend und Herzeleid, das es auf dieser Erde so reichlich gibt. Denn der Teufel ist nicht allein ein Lügner, sondern auch ein Totschläger; er trachtet unablässig auch nach unserm Leben und will sein Mütlein an uns kühlen, wenn er unserm Leibe Schaden zufügt und einen Unfall zustoßen lässt. Das ist der Grund dafür, dass er manchem den Hals bricht oder um den Verstand bringt, dass er etliche im Wasser ertrinken lässt und viele dahin treibt, dass sie sich selber umbringen; und dass er viele andere schreckliche Unglücksfälle verursacht.

Darum haben wir auf Erden nichts anderes zu tun als unablässig mit unserm Gebet gegen diesen Hauptfeind anzugehen. Denn wenn uns Gott nicht erhalten würde, wären wir keine Stunde vor dem Teufel sicher.

Daraus kannst du erkennen, dass Gott um alles, auch um die Dinge des leiblichen Lebens, gebeten sein will. Nirgends anderswo soll man Hilfe suchen als bei ihm allein. Diese Bitte des Vaterunsers aber hat er an den Schluss gestellt. Denn wenn wir vor allem Übel bewahrt und von allem Bösen erlöst werden sollen, muss zuerst sein Name in uns geheiligt werden, sein Reich zu uns kommen und sein Wille geschehen. Danach will er uns schließlich auch von Sünde und Schande bewahren, auch vor allem, was uns weh tun und schaden kann.

So hat uns Gott im Vaterunser aufs Kürzeste alle Not vor Augen gestellt, die uns immer wieder bedrängt, sodass wir keine Entschuldigung haben, wenn wir nicht beten. Aber nun kommt es darauf an, dass wir auch lernen, das Amen dazu zusprechen, d. h. nicht daran zu zweifeln, dass unser Beten ganz gewiss erhört wird und dass geschehen wird, worum wir bitten. Denn das Wort „amen“ ist das Wort eines nicht zweifelnden Glaubens, der nicht auf gut Glück betet, sondern weiß, dass Gott nicht lügt; denn er hat zugesagt, zu geben, worum wir bitten.

Wo nun solcher Glaube nicht ist, kann auch das Beten nicht richtig sein. Darum ist es ein schädlicher Irrtum zu meinen, man dürfe beim Beten nicht von Herzen ja dazu sagen und man dürfe nicht gewiss sein, dass Gott das Gebet erhört, sondern man müsse im Zweifel
bleiben und sagen: „Wie sollte ich so kühn sein und mich dessen rühmen, dass Gott mein Gebet erhört? Bin ich doch ein armer Sünder“ usf.

Diese Einstellung zum Gebet kommt daher, dass jene nicht auf Gottes Zusage, sondern auf ihr Tun und ihre Würdigkeit sehen; aber damit verachten sie Gott und strafen ihn Lügen. Deswegen bekommen sie auch nichts, wie St. Jakobus sagt: „Wer da betet, der bete im Glauben und zweifle nicht. Denn wer da zweifelt, ist wie eine Woge des Meeres, die vom Winde getrieben und bewegt wird; ein solcher Mensch denke nur ja nicht, dass er etwas von Gott empfangen werde.“ Sieh, so viel ist Gott daran gelegen, dass wir in der Gewissheit beten, nicht umsonst zu bitten, und wir sollen keineswegs unsere
Gebete gering achten.

Dr. Martin Luther, Großer Katechismus (6.-7. Bitte): GK III,99-124.

Es segne und behüte Euch Gott, der allmächtige und barmherzige, der Vater, Sohn + Heiliger Geist  + Friede sei mit Euch +

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Gott sei uns gnädig und segne uns, er lasse uns sein Antlitz leuchten (Psalm 67)

Nieuwoudtville (Namakwaland, Kap der guten Hoffnung)

Gott sei uns gnädig und segne uns, er lasse uns sein Antlitz leuchten, – Sela – dass man auf Erden erkenne deinen Weg, unter allen Heiden dein Heil. Es danken dir, Gott, die Völker, es danken dir alle Völker. Die Völker freuen sich und jauchzen, dass du die Menschen recht richtest und regierst die Völker auf Erden. Sela. 

Es danken dir, Gott, die Völker, es danken dir alle Völker. Das Land gibt sein Gewächs; es segne uns Gott, unser Gott! 

Es segne uns Gott, und alle Welt fürchte ihn! 

Psalm 67. Ein Psalmlied, vorzusingen, beim Saitenspiel. Verdeutscht von Dr. Martin Luther (Revision 2017)

Des Morgens, wenn Du aufstehst, kannst Du Dich segnen mit dem Zeichen des heiligen Kreuzes und sagen: 

Das walte Gott Vater + Sohn und Heiliger Geist! Amen

Apostolische Glaubensbekenntnis 

Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde. 

Und an Jesum Christum, seinen einigen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist von dem Heiligen Geist, geboren aus Maria der Jungfrau, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, niedergefahren zur Hölle, am dritten Tage wieder auferstanden von den Toten, aufgefahren gen Himmel; sitzend zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters; von dannen er kommen wird zu richten die Lebendigen und die Toten. 

Ich glaube an den Heiligen Geist, eine heilige christliche Kirche, die Gemeinde der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. Amen.

Vaterunser 

Vater unser im Himmel
Geheiligt werde Dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Willst du, so kannst du dies Gebet dazu sprechen (Luthers Morgensegen)

Ich danke Dir, mein himmlischer Vater, durch Jesus Christus, Deinen lieben Sohn, daß Du mich diese Nacht vor allem Schaden und Gefahr behütet hast, und bitte Dich, Du wollest mich diesen Tag auch behüten vor Sünden und allem Übel, daß Dir all mein Tun und Leben gefalle. Denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in Deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde.

Als dann mit Freuden an Dein Werk gegangen und etwa ein Lied gesungen oder was Dir Deine Andacht eingibt.

Christus spricht: Wenn ich erhöht werde von der Erde, so will ich alle zu mir ziehen.

Johannes 12,32

Lied aus dem lutherischen Kirchengesangbuch

Wir danken dir, Herr Jesu Christ, dass du gen Himmel g’fahren bist: o starker Gott Immanuel, stärk uns an Leib, stärk uns an Seel. Halleluja, Halleluja.

Nun freu sich alle Christenheit und singt und springt ohn alles Leid: Gott Lob und Dank im höchsten Thron, unser Bruder ist Gottes Sohn. Halleluja.

Gen Himmel ist er gfahren hoch, und ist doch allzeit bei uns noch, sein Macht und Gwalt unendlich ist, wahr Gott und Mensch zu aller Frist. Halleluja.

Über all Himmel hoch erhöht, über all Engel mächtig schwebt, über all Menschen er regiert und alle Kreaturen führt. Halleluja.

Zur Rechten Gott des Vaters groß hat er all Macht ohn alle Maß, all Ding sind ihm ganz untertan, Gottes und der Marien Sohn. Halleluja.

All Teufel, Welt, Sünd, Höll und Tod, er alles überwunden hat. Trotz, wer da will, es liegt nichts dran, den Sieg muß er doch allzeit haben. Halleluja.

Wohl dem, der ihm vertrauen tut und hat in ihm nur frischen Mut. Welt, wie du willst, wer fragt nach dir? Nach Christus steht unser Begier. Halleluja.

Er ist der Herr und unser Trost, der uns durch sein Blut hat erlöst. Das Gefängnis er gefangen hat, daß uns nicht schad der bittere Tod. Halleluja.

Wir freuen uns aus Herzensgrund und singen fröhlich mit dem Mund: Unser Bruder, Fleisch, Bein und Blut ist unser allerhöchstes Gut. Halleluja.

Durch ihn der Himmel unser ist. Hilf uns, o Bruder Jesus Christ, dass wir nur fest vertrauen auf dich und durch dich leben ewiglich. Halleluja.

Amen, Amen, Herr Jesus Christ, der du gen Himmel gefahren bist: Behüt uns, Herr, bei rechter Lehr, des Teufels Trug und Listen wehr. Halleluja.

Komm, lieber Herr, komm, es ist Zeit zum letzten Gericht in Herrlichkeit. Führ uns aus diesem Jammertal in den ewigen Himmelssaal. Halleluja.

Amen, singen wir noch einmal, wir sehnen uns zum Himmelssaal, da wir mit deinen Engelein das Amen wollen singen fein. Halleluja.

Musae Sioniae 1607 (LKG 176)

Fortlaufende Lese

Die Menge der Gläubigen aber war ein Herz und eine Seele; auch nicht einer sagte von seinen Gütern, dass sie sein wären, sondern es war ihnen alles gemeinsam.  Und mit großer Kraft bezeugten die Apostel die Auferstehung des Herrn Jesus, und große Gnade war bei ihnen allen.  Es war auch keiner unter ihnen, der Mangel hatte; denn wer von ihnen Land oder Häuser hatte, verkaufte sie und brachte das Geld für das Verkaufte und legte es den Aposteln zu Füßen; und man gab einem jeden, was er nötig hatte.  Josef aber, der von den Aposteln Barnabas genannt wurde – das heißt übersetzt: Sohn des Trostes –, ein Levit, aus Zypern gebürtig,  der hatte einen Acker und verkaufte ihn und brachte das Geld und legte es den Aposteln zu Füßen. 

Apostelgeschichte 4,32-37

Morgenlese

Wenn euch die Welt hasst, so wisst, dass sie mich vor euch gehasst hat. Wäret ihr von der Welt, so hätte die Welt das Ihre lieb. Weil ihr aber nicht von der Welt seid, sondern ich euch aus der Welt erwählt habe, darum hasst euch die Welt. Denkt an das Wort, das ich euch gesagt habe: Der Knecht ist nicht größer als sein Herr. Haben sie mich verfolgt, so werden sie auch euch verfolgen; haben sie mein Wort gehalten, so werden sie eures auch halten. Aber das alles werden sie euch tun um meines Namens willen; denn sie kennen den nicht, der mich gesandt hat. Wenn ich nicht gekommen wäre und hätte es ihnen nicht gesagt, so hätten sie keine Sünde; nun aber können sie nichts vorbringen, um ihre Sünde zu entschuldigen. Wer mich hasst, der hasst auch meinen Vater. Hätte ich nicht die Werke getan unter ihnen, die kein anderer getan hat, so hätten sie keine Sünde. Nun aber haben sie es gesehen, und doch hassen sie mich und meinen Vater. Aber es muss das Wort erfüllt werden, das in ihrem Gesetz geschrieben steht: »Sie hassen mich ohne Grund« 

Johannes 15,18-25

Abendlese

Und Mose stieg aus den Steppen Moabs auf den Berg Nebo, den Gipfel des Gebirges Pisga, gegenüber Jericho. Und der HERR zeigte ihm das ganze Land: Gilead bis nach Dan und das ganze Naftali und das Land Ephraim und Manasse und das ganze Land Juda bis an das Meer im Westen und das Südland und die Gegend am Jordan, die Ebene von Jericho, der Palmenstadt, bis nach Zoar. Und der HERR sprach zu ihm: Dies ist das Land, von dem ich Abraham, Isaak und Jakob geschworen habe: Ich will es deinen Nachkommen geben. – Du hast es mit deinen Augen gesehen, aber du sollst nicht hinübergehen. 

So starb Mose, der Knecht des HERRN, daselbst im Lande Moab nach dem Wort des HERRN. Und er begrub ihn im Tal, im Lande Moab gegenüber Bet-Peor. Und niemand hat sein Grab erfahren bis auf den heutigen Tag. Und Mose war hundertzwanzig Jahre alt, als er starb. Seine Augen waren nicht schwach geworden, und seine Kraft war nicht verfallen. Und die Israeliten beweinten Mose in den Steppen Moabs dreißig Tage, bis die Zeit des Weinens und Klagens über Mose vollendet war.

5. Mose 34,1-8 (Deuteronomium)

Bekenntnislese

Sieh, so will Gott uns zeigen, wie er sich aller unserer Not annimmt und so treu für unser zeitliches Wohl sorgt. Obgleich er das alles reichlich gibt und erhält, auch den gottlosen und bösen Menschen, will er dennoch, dass wir darum bitten; denn wir sollen erkennen, dass wir es aus seiner Hand empfangen, und wir sollen darin seine väterliche Güte spüren, die er uns gegenüber erweist. Denn wenn er seine Hand abzieht, kann nichts auf Dauer gedeihen und erhalten werden; das kann man täglich sehen und beobachten.

Was ist das jetzt für eine Plage in der Welt mit dem Falschgeld, mit täglicher Verteuerung und mit Wucher – in Handel und Gewerbe, in den Geschäften, bei den Dienstleistungen und den Arbeiten der Handwerker! Nach ihrer Willkür bedrücken sie die Armen und entziehen ihnen das tägliche Brot. Wir müssen das zwar alles erleiden, sie aber mögen sich vorsehen, dass sie nicht die öffentliche Achtung verlieren; und sie sollen achtgeben, dass diese Bitte des Vaterunsers sich nicht gegen sie wendet.

Die 5. Bitte: Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.

Diese Bitte betrifft nun unser armes, elendes Leben, in dem es doch ohne Sünde nicht abgeht. Auch wenn wir Gottes Wort haben, glauben, seinen Willen tun und an uns geschehen lassen und wir uns von Gottes Gaben und seinem Segen ernähren – wir straucheln noch täglich und halten nicht Maß; denn wir leben mitten in der Welt unter Leuten, die uns viel zuleide tun und uns Anlass zur Ungeduld geben, zum Zorn, zur Rache usf.

Außerdem haben wir den Teufel im Nacken, der uns auf allen Seiten zusetzt und, wie gesagt, gegen alle vorigen Bitten angeht, sodass es nicht möglich ist, in diesem ständigen Kampf immer standhaft zu bleiben. Darum ist es hier wiederum sehr nötig zu bitten und zu rufen: „Lieber Vater, vergib uns unsere Schuld.“ Nicht dass er nicht auch ohne unser Bitten und vor unserm Bitten uns die Sünde vergeben würde! Denn er hat uns ja das Evangelium gegeben, das voller Vergebung ist, und zwar ehe wir darum gebeten oder je daran gedacht haben; es geht aber darum, dass wir die Vergebung unserer Schuld erkennen und annehmen. Denn unser „Fleisch“, das wir an uns haben, ist von solcher Art, dass es Gott nicht vertraut und glaubt; immer regen sich in ihm böse Begierden und Bosheiten, sodass wir täglich mit Worten und Taten, mit unserm Tun und Lassen sündigen; dadurch kommt Unfriede in unser Gewissen; es fürchtet sich vor Gottes Zorn und Ungnade und kann darum keinen Trost, keine Zuversicht mehr aus dem Evangelium schöpfen. Deswegen ist es unaufhörlich nötig, dass man mit dieser Bitte herzukomme und Trost hole, um das Gewissen wieder aufzurichten.

Dies aber soll nun dazu dienen, dass Gott uns den Stolz zerbricht und in der Demut hält; denn das Vorrecht, dies zu tun, hat Gott sich vorbehalten. Wenn nun jemand auf seine Frömmigkeit pocht und andere verachtet, soll er sich selber ansehen und diese Bitte vor Augen halten; er wird dann merken, dass er nicht frommer ist als die andern; wir alle müssen uns vor Gott beugen und können nur froh sein, dass wir Vergebung empfangen können.

Niemand meine, solange wir hier leben, es dahin bringen zu können, dass er der Vergebung nicht mehr bedürfe. Mit andern Worten: Wenn Gott nicht unaufhörlich vergibt, sind wir verloren.

So ist nun der Sinn dieser Bitte der, Gott möge unsere Sünde nicht ansehen und uns nicht vorhalten, was wir täglich verdienen; sondern er möge gnädig mit uns umgehen und uns vergeben, wie er es zugesagt hat, und uns so ein fröhliches und unverzagtes Gewissen geben, um vor ihm stehen und ihn bitten zu können. Denn wenn das Herz des Menschen mit Gott nicht im Reinen ist und es solche Zuversicht nicht gewinnen kann, wird der Mensch es nimmermehr wagen, zu Gott zu beten. Solche Zuversicht aber und solch
ein fröhliches Herz kann niemand bekommen, es sei denn, er weiß, dass ihm die Sünde vergeben ist.

Es ist aber an diese Bitte noch ein notwendiger und tröstlicher Zusatz angefügt: „Wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.“ Gott hat uns zugesagt, dass wir die Gewissheit haben können, alles sei uns vergeben und geschenkt – sofern wir auch unserm Nächsten vergeben. Denn so wie wir uns an Gott täglich oft versündigen und er uns doch aus Gnade alles vergibt, so müssen auch wir unserm Nächsten, der uns Schaden und Unrecht zufügt und grob und gemein zu uns ist, immer wieder vergeben.

Vergibst du nicht, so meine auch nicht, dass Gott dir vergibt. Vergibst du aber, dann hast
du den Trost und die Gewissheit, dass dir im Himmel vergeben wird, nicht weil du vergibst – denn er vergibt ganz umsonst, aus lauter Gnade, weil er es zugesagt hat, wie es das Evangelium lehrt – ‚ sondern weil er uns damit ein Zeichen der Vergewisserung gegeben hat (an dem wir erkennen können, dass auch Gott uns vergeben hat). Dieses Zeichen der Vergewisserung hat er uns noch zusätzlich zu seiner Zusage, uns zu vergeben, gegeben; seine Zusage aber stimmt mit dem Wort aus Lukas 6 überein: „Vergebet, so wird euch vergeben.“ Darum wiederholt sie auch Christus gleich nach dem Vaterunser und sagt in Matthäus 6: „Denn wenn ihr den Menschen ihre Fehler vergebt, so wird euch euer himmlischer Vater auch vergeben.“

Darum ist nun dieses „Zeichen“ an diese Bitte angefügt, damit, wenn wir die fünfte Bitte sprechen, wir uns der Zusage erinnern und denken: „Lieber Vater, darum komme ich zu dir, um dich zu bitten, dass du mir vergeben möchtest, nicht als ob ich mit meinem Tun Genugtuung leisten oder die Vergebung verdienen könnte, sondern weil du es zugesagt und dieses Siegel daran gehängt hast, damit ich der Vergebung ganz gewiss wäre, so als hättest du mir selbst die Vergebung zugesprochen. Denn was die Taufe und das Abend- mahl vermögen, die auch als äußerliches Zeichen gegeben sind, vermag auch dieses Zeichen, nämlich unser Gewissen aufzurichten und fröhlich zu machen; und es ist uns außer den andern eben darum gegeben, damit wir es zu jeder Zeit gebrauchen könnten; denn wir haben es immer bei uns.

Dr. Martin Luther, Großer Katechismus (4+5 Bitte): GK III,82-98

Es segne und behüte Euch Gott, der allmächtige und barmherzige, der Vater, Sohn + Heiliger Geist  + Friede sei mit Euch +

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Bringet dar dem HERRN, ihr Himmlischen, bringet dar dem HERRN Ehre und Stärke! (Psalm 29)

Bringet dar dem HERRN, ihr Himmlischen, bringet dar dem HERRN Ehre und Stärke! Bringet dar dem HERRN die Ehre seines Namens, betet an den HERRN in heiligem Schmuck! Die Stimme des HERRN erschallt über den Wassern, der Gott der Ehre donnert, der HERR, über großen Wassern. Die Stimme des HERRN ergeht mit Macht, die Stimme des HERRN ergeht herrlich. Die Stimme des HERRN zerbricht Zedern, der HERR zerbricht die Zedern des Libanon. Er lässt hüpfen wie ein Kalb den Libanon, den Sirjon wie einen jungen Wildstier. Die Stimme des HERRN sprüht Feuerflammen;  die Stimme des HERRN lässt die Wüste erbeben; der HERR lässt erbeben die Wüste Kadesch. Die Stimme des HERRN lässt Hirschkühe kreißen / und reißt Wälder kahl. In seinem Tempel ruft alles: »Ehre!« Der HERR thront über der Flut; der HERR bleibt ein König in Ewigkeit. Der HERR wird seinem Volk Kraft geben; der HERR wird sein Volk segnen mit Frieden. 

Psalm 29. Ein Psalm Davids verdeutscht von Dr. Martin Luther (Revision 2017)

Des Morgens, wenn Du aufstehst, kannst Du Dich segnen mit dem Zeichen des heiligen Kreuzes und sagen: 

Das walte Gott Vater + Sohn und Heiliger Geist! Amen

Apostolische Glaubensbekenntnis 

Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde. 

Und an Jesum Christum, seinen einigen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist von dem Heiligen Geist, geboren aus Maria der Jungfrau, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, niedergefahren zur Hölle, am dritten Tage wieder auferstanden von den Toten, aufgefahren gen Himmel; sitzend zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters; von dannen er kommen wird zu richten die Lebendigen und die Toten. 

Ich glaube an den Heiligen Geist, eine heilige christliche Kirche, die Gemeinde der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. Amen.

Vaterunser 

Vater unser im Himmel
Geheiligt werde Dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Willst du, so kannst du dies Gebet dazu sprechen (Luthers Morgensegen)

Ich danke Dir, mein himmlischer Vater, durch Jesus Christus, Deinen lieben Sohn, daß Du mich diese Nacht vor allem Schaden und Gefahr behütet hast, und bitte Dich, Du wollest mich diesen Tag auch behüten vor Sünden und allem Übel, daß Dir all mein Tun und Leben gefalle. Denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in Deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde.

Als dann mit Freuden an Dein Werk gegangen und etwa ein Lied gesungen oder was Dir Deine Andacht eingibt.

Christus spricht: Wenn ich erhöht werde von der Erde, so will ich alle zu mir ziehen.

Johannes 12,32

Lied aus dem lutherischen Kirchengesangbuch:

Gen Himmel aufgefahren ist, Halleluja, der Ehrenkönig Jesus Christ. Halleluja.

Er sitzt zu Gottes rechter Hand, Halleluja, herrscht über Himml und alle Land. Halleluja.

Nun ist erfüllt, was gschrieben ist, Halleluja, in Psalmen von dem Herren Christ. Halleluja.

Nun sitzt beim Herren Davids Herr, Halleluja, wie zu ihm gsprochen hat der Herr. Halleluja.

Drum jauchzen wir mit großem Schalln, Halleluja, dem Herren Christ zum Wohlgefalln. Halleluja.

Der Heiligen Dreifaltigkeit, Halleluja, sei Lob und Preis in Ewigkeit. Halleluja.

Nach dem “Coelos ascendit hodie” (15.Jhd), Frankfurt/Oder 1601 (LKG 175)

Fortlaufende Lese

Und als man sie hatte gehen lassen, kamen sie zu den Ihren und berichteten, was die Hohenpriester und Ältesten zu ihnen gesagt hatten.  Als sie das hörten, erhoben sie ihre Stimme einmütig zu Gott und sprachen: Herr, du hast Himmel und Erde und das Meer und alles, was darin ist, gemacht,  du hast durch den Mund unseres Vaters David, deines Knechtes, durch den Heiligen Geist gesagt: »Warum toben die Heiden, und die Völker nehmen sich vor, was vergeblich ist?  Die Könige der Erde treten zusammen, und die Fürsten versammeln sich wider den Herrn und seinen Christus.«  Wahrhaftig, sie haben sich versammelt in dieser Stadt gegen deinen heiligen Knecht Jesus, den du gesalbt hast, Herodes und Pontius Pilatus mit den Heiden und den Stämmen Israels,  zu tun, was deine Hand und dein Ratschluss zuvor bestimmt haben, dass es geschehen sollte.  Und nun, Herr, sieh an ihr Drohen und gib deinen Knechten, mit allem Freimut zu reden dein Wort.  Strecke deine Hand aus zur Heilung und lass Zeichen und Wunder geschehen durch den Namen deines heiligen Knechtes Jesus.  Und als sie gebetet hatten, erbebte die Stätte, wo sie versammelt waren; und sie wurden alle vom Heiligen Geist erfüllt und redeten das Wort Gottes mit Freimut. 

Apostelgeschichte 4,23-31

Morgenlese

Denn ich weiß wohl, was ich für Gedanken über euch habe, spricht der HERR: Gedanken des Friedens und nicht des Leides, dass ich euch gebe Zukunft und Hoffnung Und ihr werdet mich anrufen und hingehen und mich bitten, und ich will euch erhören. Ihr werdet mich suchen und finden; denn wenn ihr mich von ganzem Herzen suchen werdet, so will ich mich von euch finden lassen, spricht der HERR, und will eure Gefangenschaft wenden und euch sammeln aus allen Völkern und von allen Orten, wohin ich euch verstoßen habe, spricht der HERR, und will.

Jeremia 29,11-14

Abendlese

Ahmt mit mir Christus nach, Brüder, und seht auf die, die so wandeln, wie ihr uns zum Vorbild habt. Denn viele wandeln so, dass ich euch oft von ihnen gesagt habe, nun aber sage ich’s auch unter Tränen: Sie sind die Feinde des Kreuzes Christi. Ihr Ende ist die Verdammnis, ihr Gott ist der Bauch und ihre Ehre ist in ihrer Schande; sie sind irdisch gesinnt. Wir aber sind Bürger im Himmel; woher wir auch erwarten den Heiland, den Herrn Jesus Christus, der unsern geringen Leib verwandeln wird, dass er gleich werde seinem verherrlichten Leibe nach der Kraft, mit der er sich alle Dinge untertan machen kann. 

Also, meine lieben Brüder, nach denen ich mich sehne, meine Freude und meine Krone, steht fest in dem Herrn, ihr Lieben. 

Philipper 3,17-4,1

Bekenntnislese

Sieh, so haben wir in diesen drei Bitten auf einfachste Weise die Dinge genannt, um deretwillen wir bitten. Sie betreffen alle Gott selbst (Gottes Name, Gottes Reich, Gottes Wille), doch geht es in allem um uns, denn es bezieht sich alles allein auf uns, worum wir bitten, nämlich, wie gesagt, dass auch an uns geschehen möge, was ohne uns ohnehin geschieht. Denn ebenso wie auch ohne unser Bitten sein Name geheiligt wird und sein Reich kommt, so geschieht auch ohne unser Gebet sein Wille und setzt sich durch, auch wenn der Teufel mit seinem Anhang sehr dagegen angeht, zürnt und tobt und versucht, das Evangelium ganz zu vertilgen. Aber um unsertwillen müssen wir bitten, damit sein Wille auch bei uns ungehindert geschehe und sie – mögen sie noch so toben – nichts erreichen können, wir aber gegen alle Macht und Verfolgung fest bleiben und den Willen Gottes an uns geschehen lassen.

Solch ein Gebet soll jetzt unser Schutz und Wehr sein, womit wir alles abwehren und niederlegen, was Teufel, Bischöfe, Tyrannen und Ketzer gegen unser Evangelium ausrichten. Lass sie alle zusammen zürnen und ihr Äußerstes versuchen, planen und beschließen, wie sie uns unterdrücken und ausrotten wollen, damit ihr Wille und Vorhaben sich durchsetze und bestehe – : Dagegen sollen ein oder zwei Christen mit diesem einen Stück (dem Gebet) unsere Mauer sein, gegen die sie vergeblich anlaufen und an der sie scheitern.

Den Trost und die Gewissheit haben wir, dass der Wille und das Vornehmen des Teufels und aller unserer Feinde untergehen und zunichte werden soll und muss, gleich wie stolz, sicher und mächtig sie sich vorkommen. Denn wenn ihr Wille nicht gebrochen und verhindert wird, könnte Gottes Reich auf Erden nicht bestehen bleiben und sein Name nicht geheiligt werden.

Die 4. Bitte: Unser tägliches Brot gib uns heute.

Hier denken wir nun an unsern „armen Brotkorb“, d. h. an das, was unser Leib zum Leben nötig hat. Es ist ein kurzes, schlichtes Wort, aber es schließt vieles in sich. Denn wenn du „tägliches Brot“ sagst und darum bittest, bittest du um alles, was dazugehört, um das tägliche Brot zu haben und zu genießen, und zugleich wendest du dich mit dieser Bitte gegen alles, was dich daran hindert, das tägliche Brot zu haben und zu genießen. Darum musst du deine Gedanken weit umherschweifen lassen und sie auf viele Dinge richten, nicht allein auf den Backofen oder den Mehlsack, sondern du musst an die weiten Felder und das Ackerland denken, die das tägliche Brot und viele Arten von Nahrungsmitteln hervorbringen und tragen. Denn wenn Gott es nicht wachsen ließe, es segnete und auf den Feldern vor Schaden bewahrte, würden wir niemals Brot aus dem Backofen nehmen und auf den Tisch legen können.

Um es kurz zu machen: Diese Bitte will alles mit einschließen, was zu diesem ganzen Leben auf der Welt gehört, denn allein um unsers Lebens willen müssen wir ja das täglich Brot haben. Nun gehört zum Leben nicht allein dies, dass unser Leib Nahrung und Kleidung und andere lebensnotwendigen Dinge hat; sondern auch, dass wir in Ruhe und Frieden mit den Menschen leben können, mit denen wir in unserm täglichen Leben, in Arbeit und Beruf, zusammenleben und Umgang haben. Mit andern Worten: Alles ist mit einbezogen, was unser Leben zu Hause und in der Nachbarschaft, im gesellschaft- lichen Verkehr und im Staat betrifft. Denn wo es an diesen Dingen fehlt, wo sie nicht so sind, wie sie sein sollten, da fehlt etwas, was zum Leben nötig ist, und da kann auf die Dauer das Leben nicht erhalten werden.

Und es ist wohl am allernötigsten, für den Staat und die Regierenden zu beten, denn durch sie erhält uns Gott am allermeisten unser tägliches Brot und ein sicheres Leben in gutem Auskommen. Denn obgleich wir alles in reicher Fülle von Gott bekommen haben, so können wir doch nichts davon behalten und unangefochten und fröhlich gebrauchen, wenn er uns nicht Frieden und ruhige Zeiten geben würde. Denn wo Unfriede, Hader und Krieg ist, da ist uns das tägliche Brot schon genommen oder zumindest gefährdet.

Darum sollte das Wappen eines jeden frommen Fürsten eigentlich mit einem Brot statt mit einem Löwen oder Rautenkranz geschmückt sein; auch die Münzen sollten statt ihrer sonstigen Prägungen eigentlich ein Brot eingeprägt haben, um uns beide – die Regierenden und das Volk – daran zu erinnern, dass wir durch ihr Amt Schutz und Frieden haben und ohne sie das liebe Brot nicht essen und behalten könnten. Darum soll man ihnen auch alle schuldige Ehre erweisen. Was wir ihnen schuldig sind, sollen wir ihnen geben, denn ihnen verdanken wir es, wenn wir alles, was wir haben, in Ruhe und Frieden genießen können. Sonst würden wir keinen Heller behalten. Darum soll man auch für sie beten, damit uns Gott durch sie noch reichlicher Segen und Gutes geben möge.

Damit ist aufs Kürzeste gezeigt und beschrieben, was diese Bitte alles umschließt. Daraus könnte man nun ein langes Gebet machen und mit vielen Worten alle diese Dinge, die hiermit eingeschlossen sind, aufzählen, wie z.B., dass wir bitten, dass uns Gott Essen und Trinken geben möge, Kleidung, Haus und Hof und einen gesunden Leib; außerdem dass Gott das Getreide und die Früchte auf dem Felde wachsen und geraten lassen möge; weiterhin, dass er auch helfe, mit allem gut hauszuhalten; dass er uns Ehepartner, Kinder und Arbeitskräfte geben und erhalten möge, die treu und rechtschaffen sind; dass er unsere Arbeit, unser Handwerk oder was immer wir zu tun haben, geraten und gelingen lasse; dass er uns treue Nachbarn und gute Freunde beschere usf.

Ebenso, dass er dem Kaiser, dem König und allen Verantwortlichen im Staat, insbesondere unserm Landesfürsten, allen Ratsherren, Regierungsvertretern und Beamten Weisheit, Festigkeit und Glück gebe, gut zu regieren und alle Feinde zu besiegen; den Bürgern und dem Volk jedoch Gehorsam, Frieden und Eintracht, um miteinander leben zu können.

Und ferner, dass Gott uns vor allem Schaden an Leib und Leben behüte, auch vor Unwetter, Hagel, Feuer, Wasser, Vergiftung, Pest, Viehsterben, Krieg und Blutvergießen, teurer Zeit, schädlichem Ungeziefer, bösen Menschen usf. Es ist gut, den Menschen dies einzuprägen, dass all die genannten Dinge und dergleichen von Gott gegeben werden und von uns erbeten sein müssen.

Vor allem aber ist diese Bitte auch gegen unsern größten Feind gerichtet, den Teufel. Denn das ist sein ganzes Sinnen und Trachten, dies alles, was wir von Gott haben, zu nehmen oder zu gefährden. Und er begnügt sich nicht damit, allein das „geistliche Regiment“ zu bekämpfen und zu zerstören, indem er die Seelen der Menschen durch seine Lügen verführt und unter seine Herrschaft bringt, sondern er sucht auch zu verhindern, dass geordnete Staatswesen auf Erden bestehen, in denen ein ehrbares und friedliches Leben zu führen möglich ist; er richtet soviel Hader, Mord, Aufruhr und Krieg an, ferner Unwetter und Hagel, das Getreide und Vieh zu verderben, die Luft zu vergiften usf.

Kurz, er kann es nicht leiden, wenn jemand einen Bissen Brot von Gott erhalten hat und mit Frieden isst; wenn es in seiner Macht stünde und unsere Gebete und vor allem Gott dies nicht verhinderte – wir würden gewiss keinen Halm auf dem Feld, keinen Pfennig im Haus, ja nicht eine Stunde das Leben behalten, insbesondere die nicht, die Gottes Wort
haben und gerne Christen sein wollen.

Dr. Martin Luther, Großer Katechismus (Vaterunser 3-4 Bitte): GK III,68-81.

Es segne und behüte Euch Gott, der allmächtige und barmherzige, der Vater, Sohn + Heiliger Geist  + Friede sei mit Euch +

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Das ist ein köstlich Ding, dem HERRN danken (Ps 92)

Bad Hersfeld (Hessen)

Das ist ein köstlich Ding, dem HERRN danken und lobsingen deinem Namen, du Höchster, des Morgens deine Gnade und des Nachts deine Wahrheit verkündigen auf dem Psalter mit zehn Saiten, auf der Harfe und zum Klang der Zither. Denn, HERR, du lässest mich fröhlich singen von deinen Werken, und ich rühme die Taten deiner Hände. 

HERR, wie sind deine Werke so groß! Deine Gedanken sind sehr tief. Ein Törichter glaubt das nicht, und ein Narr begreift es nicht. Die Gottlosen grünen wie das Gras, / und die Übeltäter blühen alle – nur um vertilgt zu werden für immer! Aber du, HERR, bist der Höchste und bleibest ewiglich. Denn siehe, deine Feinde, HERR, siehe, deine Feinde werden umkommen, und alle Übeltäter sollen zerstreut werden. 

Aber du erhöhst mein Horn wie bei einem Wildstier und salbst mich mit frischem Öl. Mit Freude sieht mein Auge auf meine Feinde herab und hört mein Ohr von den Boshaften, die sich gegen mich erheben. Der Gerechte wird grünen wie ein Palmbaum, er wird wachsen wie eine Zeder auf dem Libanon. Die gepflanzt sind im Hause des HERRN, werden in den Vorhöfen unsres Gottes grünen. Und wenn sie auch alt werden, werden sie dennoch blühen, fruchtbar und frisch sein, dass sie verkündigen, dass der HERR gerecht ist; er ist mein Fels und kein Unrecht ist an ihm. 

Psalm 92. Ein Psalm. Ein Lied für den Sabbattag. Verdeutscht von Dr. Martin Luther (Revision 2017)

Des Morgens, wenn Du aufstehst, kannst Du Dich segnen mit dem Zeichen des heiligen Kreuzes und sagen: 

Das walte Gott Vater + Sohn und Heiliger Geist! Amen

Apostolische Glaubensbekenntnis 

Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde. 

Und an Jesum Christum, seinen einigen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist von dem Heiligen Geist, geboren aus Maria der Jungfrau, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, niedergefahren zur Hölle, am dritten Tage wieder auferstanden von den Toten, aufgefahren gen Himmel; sitzend zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters; von dannen er kommen wird zu richten die Lebendigen und die Toten. 

Ich glaube an den Heiligen Geist, eine heilige christliche Kirche, die Gemeinde der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. Amen.

Vaterunser 

Vater unser im Himmel
Geheiligt werde Dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Willst du, so kannst du dies Gebet dazu sprechen (Luthers Morgensegen)

Ich danke Dir, mein himmlischer Vater, durch Jesus Christus, Deinen lieben Sohn, daß Du mich diese Nacht vor allem Schaden und Gefahr behütet hast, und bitte Dich, Du wollest mich diesen Tag auch behüten vor Sünden und allem Übel, daß Dir all mein Tun und Leben gefalle. Denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in Deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde.

Als dann mit Freuden an Dein Werk gegangen und etwa ein Lied gesungen oder was Dir Deine Andacht eingibt.

Gelobt sei Gott, der mein Gebet nicht verwirft noch seine Güte von mir wendet. 

Psalm 66,20

Lied aus dem lutherischen Kirchengesangbuch:

Wir glauben all an einen Gott, Schöpfer Himmels und der Erden, der sich zum Vater geben hat, dass wir seine Kinder werden. Er will uns allzeit ernähren, Leib und Seel auch wohl bewahren; allem Unfall will er wehren, kein Leid soll uns widerfahren. Er sorget für uns, hüt’ und wacht; es steht alles in seiner Macht.

Wir glauben auch an Jesus Christ, seinen Sohn und unsern Herren, der ewig bei dem Vater ist, gleicher Gott von Macht und Ehren, von Maria, der Jungfrauen, ist ein wahrer Mensch geboren durch den Heilgen Geist im Glauben; für uns, die wir warn verloren,
am Kreuz gestorben und vom Tod wieder auferstanden durch Gott.

Wir glauben an den Heilgen Geist, Gott mit Vater und dem Sohne, der aller Schwachen Tröster heißt und mit Gaben zieret schöne, die ganz Christenheit auf Erden hält in einem Sinn gar eben; hier all Sünd vergeben werden, das Fleisch soll auch wieder leben. Nach diesem Elend ist bereit’ uns ein Leben in Ewigkeit.

Martin Luther 1524 (LKG 4)

Fortlaufende Lese

Sie sahen aber den Freimut des Petrus und Johannes und wunderten sich; denn sie merkten, dass sie ungelehrte und einfache Leute waren, und wussten auch von ihnen, dass sie mit Jesus gewesen waren.  14 Sie sahen aber den Menschen, der gesund geworden war, bei ihnen stehen und wussten nichts dagegen zu sagen.  15 Da hießen sie sie hinausgehen aus dem Hohen Rat und berieten miteinander  16 und sprachen: Was wollen wir mit diesen Menschen tun? Denn dass ein offenkundiges Zeichen durch sie geschehen ist, ist allen bekannt, die in Jerusalem wohnen, und wir können’s nicht leugnen.  17 Aber damit es nicht weiter einreiße unter dem Volk, wollen wir ihnen drohen, dass sie hinfort zu keinem Menschen in diesem Namen reden.  18 Und sie riefen sie und geboten ihnen, keinesfalls zu verkünden oder zu lehren in dem Namen Jesu.  19 Petrus aber und Johannes antworteten und sprachen zu ihnen: Urteilt selbst, ob es vor Gott recht ist, dass wir euch mehr gehorchen als Gott.  20 Wir können’s ja nicht lassen, von dem zu reden, was wir gesehen und gehört haben.  21 Da drohten sie ihnen und ließen sie gehen um des Volkes willen, weil sie nicht wussten, wie man sie hätte bestrafen können; denn alle lobten Gott für das, was geschehen war.  22 Denn der Mensch war über vierzig Jahre alt, an dem dieses Zeichen der Heilung geschehen war. 

Apostelgeschichte 4,13-22

Morgenlese

Darum, nachdem auch ich gehört habe von dem Glauben bei euch an den Herrn Jesus und von eurer Liebe zu allen Heiligen, höre ich nicht auf, zu danken für euch, und gedenke euer in meinem Gebet, dass der Gott unseres Herrn Jesus Christus, der Vater der Herrlichkeit, euch gebe den Geist der Weisheit und der Offenbarung, ihn zu erkennen. 

Und er gebe euch erleuchtete Augen des Herzens, damit ihr erkennt, zu welcher Hoffnung ihr von ihm berufen seid, wie reich die Herrlichkeit seines Erbes für die Heiligen ist und wie überschwänglich groß seine Kraft an uns ist, die wir glauben durch die Wirkung seiner mächtigen Stärke. 

Mit ihr hat er an Christus gewirkt, als er ihn von den Toten auferweckt hat und eingesetzt zu seiner Rechten im Himmel über alle Reiche, Gewalt, Macht, Herrschaft und jeden Namen, der angerufen wird, nicht allein in dieser Welt, sondern auch in der zukünftigen. Und alles hat er unter seine Füße getan und hat ihn gesetzt der Gemeinde zum Haupt über alles, welche sein Leib ist, nämlich die Fülle dessen, der alles in allem erfüllt. 

Epheser 1,15-23

Abendlese

Seid ihr nun mit Christus auferweckt, so sucht, was droben ist, wo Christus ist, sitzend zur Rechten Gottes. Trachtet nach dem, was droben ist, nicht nach dem, was auf Erden ist. Denn ihr seid gestorben, und euer Leben ist verborgen mit Christus in Gott. Wenn aber Christus, euer Leben, offenbar wird, dann werdet ihr auch offenbar werden mit ihm in Herrlichkeit. So tötet nun die Glieder, die auf Erden sind, Unzucht, Unreinheit, schändliche Leidenschaft, böse Begierde und die Habsucht, die Götzendienst ist. Um solcher Dinge willen kommt der Zorn Gottes über die Kinder des Ungehorsams. In dem allen seid auch ihr einst gewandelt, als ihr noch darin lebtet. Nun aber legt auch ihr das alles ab: Zorn, Grimm, Bosheit, Lästerung, schandbare Worte aus eurem Munde; belügt einander nicht; denn ihr habt den alten Menschen mit seinen Werken ausgezogen und den neuen angezogen, der erneuert wird zur Erkenntnis nach dem Ebenbild dessen, der ihn geschaffen hat.

Kolosser 3,1-10

Bekenntnislese

Denn das Reich Gottes kommt auf zweierlei Weise: Einmal hier in dieser Zeit, durch das Wort Gottes und den Glauben, zum andern in der Ewigkeit, durch die Wiederkunft Christi. Nun bitten wir um dies beides: Dass das Reich Gottes zu denen kommen möge, die noch nicht in ihm sind, und auch zu uns komme, zu denen es schon gekommen ist; es kommt aber zu uns durch die tägliche Zunahme im Glauben und christlichen Leben und schließlich durch das Kommen des ewigen Lebens.

Dies alles heißt mit andern Worten soviel wie: „Lieber Vater, wir bitten, gib uns zuallererst dein Wort, damit das Evangelium in rechter Weise in der Welt gepredigt wird; dann aber gib auch, dass es im Glauben angenommen wird, in uns wirkt und lebendig ist, damit dein Reich – durch dein Wort und die Kraft des Heiligen Geistes – sich unter uns ausbreitet und das Reich des Teufels vernichtet wird, sodass er kein Recht und keine Macht mehr über uns hat – solange bis sein Reich schließlich ganz zerstört und Sünde, Tod und Hölle vertilgt werden und wir in vollkommener Gerechtigkeit und Seligkeit ewig leben.“

Daraus kannst du entnehmen, dass wir hier nicht um eine Kleinigkeit oder um ein zeitliches, vergängliches Gut bitten, sondern um einen ewigen, überschwänglich großen Schatz, ja um alles, was Gott selbst sein eigen nennt. Es ist viel zu groß, als dass eines Menschen Herz darauf kommen könnte, dies zu begehren – wenn er nicht selbst geboten hätte, darum zu bitten.

Aber weil er Gott ist, will er sich auch die Ehre nicht nehmen lassen, dass er viel
mehr und reichlicher gibt, als es je einer begreifen kann; er ist ein ewiger, unversiegbarer Quell, der, je mehr er verströmt und überfließt, nur um so mehr von sich gibt; nichts begehrt er so sehr von uns, als dass wir viele und große Dinge von ihm erbitten; andererseits zürnt er, wenn man nicht zuversichtlich bittet und fordert.

Wenn z. B. der reichste und mächtigste Kaiser einem armen Bettler befehlen würde, er möchte bitten, was immer er begehrt, und er bereit wäre, ein großes, kaiserliches Geschenk zu machen, und der Narr nicht mehr als um einen Teller Suppe bettelte – man würde ihn mit Recht für einen Schelm und Bösewicht halten, der mit dem Befehl der kaiserlichen Majestät seinen Spott treibt und ihn verhöhnt und der es nicht wert ist, vor seine Augen zu kommen. Ebenso gereicht es auch Gott zu großer Schmach und Schande, wenn wir, denen er so unaussprechlich große Güter anbietet und zusagt, dies verachten oder uns nicht trauen, etwas von ihm anzunehmen und kaum um ein Stück Brot zu bitten wagen.

Das alles ist Schuld des schändlichen Unglaubens, der nichts Gutes von Gott erwartet,
nicht einmal, dass er ihm den Bauch füllt, geschweige denn, dass er vertrauensvoll jene ewigen Güter von Gott erwartet. Darum sollen wir uns dagegen stark machen und dies die erste Bitte sein lassen; dann werden wir gewiss auch alles andere reichlich haben, wie Christus lehrt: „Trachtet am ersten nach dem Reich Gottes, so soll euch solches alles zufallen.“ Denn wie sollte Gott uns an zeitlichen Gütern Mangel leiden und darben lassen, wenn er uns ewige und unvergängliche Güter zusagt?

Die 3. Bitte: Dein Wille geschehe wie im Himmel, so auf Erden.

Bisher (in den ersten beiden Bitten) haben wir gebetet, dass Gottes Name von uns geehrt werde und dass sein Reich unter uns sich ausbreite. Darin ist alles inbegriffen, was Gottes Ehre und unsere Seligkeit betrifft; Letztere bedeutet, dass wir Gott und alle seine Güter zu eigen bekommen. Aber das ist nun überaus notwendig, dass wir dies alles festhalten und uns nicht davon trennen lassen. Denn wie es in einem guten Staat nicht allein jene geben muss, die etwas aufbauen und gut regieren, sondern auch jene, die das Böse abwehren, den Staat schützen und sorgsam darüber wachen, dass er nicht zu Schaden kommt, so auch hier: Auch wenn wir um die notwendigsten Dinge gebetet haben – um das Evangelium, den Glauben und um den heiligen Geist, dass er uns regiere und aus der Macht des Teufels erlösen möge – ‚ so müssen wir auch darum bitten, dass Gottes Wille sich (gegen alle gottfeindlichen Mächte) durchsetze. Denn es müsste mit wunderlichen Dingen zugehen, wenn wir beim Glauben bleiben sollten, ohne dass wir viele Angriffe und Anfechtungen von all denen erleiden müssten, die darauf aus sind, die Erfüllung der beiden vorigen Bitten zu verhindern und abzuwehren.

Denn niemand will es wahrhaben, wie sich der Teufel dagegenstellt und sich sträubt; denn er kann es nicht leiden, dass jemand richtig lehrt oder glaubt. Es tut ihm über die Maßen weh, dass seine Lügen und Gräuel, die er mit dem Schein des göttlichen Namens versehen hat, aufgedeckt werden und er nun mit Schande dastehen muss; und dass er darüber hinaus aus den Herzen der Menschen vertrieben wird und er einen solchen Einbruch in seinem Reich geschehen lassen muss. Darum tobt und wütet er mit aller
seiner Macht und Kraft wie ein zorniger Feind.

Er nimmt alles zu Hilfe, was ihm untergeben ist, auch die Welt und unser eigenes Fleisch. Denn unser Fleisch ist von Natur böse und zum Bösen geneigt, auch nachdem wir das
Wort Gottes angenommen haben und glauben. Die Welt aber ist arg und böse. Da hetzt der Teufel alles auf, er entfacht allen Widerstand gegen uns, um uns Hindernisse in den Weg zu legen, uns zu sich zurückzutreiben, zu Boden zu strecken und wieder in seine Gewalt zu bringen.

Das ist sein Wille; danach steht ihm der Sinn und alle seine Gedanken; danach trachtet er Tag und Nacht, und er ruht keinen Augenblick, sondern er gebraucht dazu alle List und Tücke, alle Wege und Möglichkeiten, die er nur immer erdenken kann.

Darum müssen wir uns völlig klar darüber sein, dass, wenn wir Christen sein wollen, wir den Teufel mit all seinen Engeln und die Welt zum Feind haben, die uns alles Unglück und Herzeleid antun. Denn wo Gottes Wort gepredigt, angenommen und geglaubt wird und Frucht bringt, da wird auch das liebe Kreuz nicht ausbleiben. Und niemand denke, dass er Frieden haben werde, sondern er muss bereit sein aufzugeben, was er auf Erden hat, Gut und Ehre, Haus und Hof, Frau und Kind, Leib und Leben. Das tut nun unserm Fleisch, dem alten Adam, weh; denn es heißt am Glauben festhalten und mit Geduld leiden, wenn man uns ergreift, und loslassen, was man uns nimmt.

Darum ist diese Bitte ebenso nötig wie alle andern, und wir haben Grund, unaufhörlich zu bitten: „Lieber Vater, dein Wille geschehe, nicht der Wille des Teufels und der Wille unserer Feinde; nichts möge geschehen, was dein heiliges Wort verfolgen und unter-drücken oder dein Reich hindern will. Und hilf uns, dass wir alles, was wir um deinet-willen erleiden, mit Geduld tragen und überwinden und unser armes Fleisch nicht aus Schwachheit oder Trägheit zurückweiche und von dir abfalle.“

Dr. Martin Luther, Großer Katechismus: Vaterunser (GK III,53-67)

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Singet fröhlich Gott, der unsre Stärke ist, jauchzet dem Gott Jakobs! (Psalm 81)

Singet fröhlich Gott, der unsre Stärke ist, jauchzet dem Gott Jakobs! Stimmt an den Gesang und lasst hören die Pauken, liebliche Zithern und Harfen! Blaset am Neumond die Posaune, am Vollmond, am Tag unsres Festes! Denn das ist eine Satzung für Israel und eine Ordnung des Gottes Jakobs. 

Das hat er zum Zeugnis gesetzt für Josef, als Er auszog wider Ägyptenland. Eine Sprache höre ich, die ich bisher nicht kannte: »Ich habe ihre Schultern von der Last befreit, und ihre Hände wurden den Tragkorb los. Als du mich in der Not anriefst, half ich dir heraus und antwortete dir aus Wolke und Donner und prüfte dich am Haderwasser. Sela.

Höre, mein Volk, ich will dich ermahnen. Israel, du sollst mich hören! Kein andrer Gott sei unter dir, und einen fremden Gott sollst du nicht anbeten! Ich bin der HERR, dein Gott, / der dich aus Ägyptenland geführt hat: Tu deinen Mund weit auf, lass mich ihn füllen! Aber mein Volk gehorcht nicht meiner Stimme, und Israel will mich nicht. So hab ich sie dahingegeben in die Verstocktheit ihres Herzens, dass sie wandeln nach eigenem Rat. 

Wenn doch mein Volk mir gehorsam wäre und Israel auf meinem Wege ginge! Dann wollte ich seine Feinde bald demütigen und meine Hand gegen seine Widersacher wenden! Und die den HERRN hassen, müssten sich vor ihm beugen, aber Israels Zeit würde ewiglich währen, und ich würde es mit dem besten Weizen speisen und mit Honig aus dem Felsen sättigen.« 

Psalm 81

Des Morgens, wenn Du aufstehst, kannst Du Dich segnen mit dem Zeichen des heiligen Kreuzes und sagen: 

Das walte Gott Vater + Sohn und Heiliger Geist! Amen

Apostolische Glaubensbekenntnis 

Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde. 

Und an Jesum Christum, seinen einigen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist von dem Heiligen Geist, geboren aus Maria der Jungfrau, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, niedergefahren zur Hölle, am dritten Tage wieder auferstanden von den Toten, aufgefahren gen Himmel; sitzend zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters; von dannen er kommen wird zu richten die Lebendigen und die Toten. 

Ich glaube an den Heiligen Geist, eine heilige christliche Kirche, die Gemeinde der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. Amen.

Vaterunser 

Vater unser im Himmel
Geheiligt werde Dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Willst du, so kannst du dies Gebet dazu sprechen (Luthers Morgensegen)

Ich danke Dir, mein himmlischer Vater, durch Jesus Christus, Deinen lieben Sohn, daß Du mich diese Nacht vor allem Schaden und Gefahr behütet hast, und bitte Dich, Du wollest mich diesen Tag auch behüten vor Sünden und allem Übel, daß Dir all mein Tun und Leben gefalle. Denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in Deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde.

Als dann mit Freuden an Dein Werk gegangen und etwa ein Lied gesungen oder was Dir Deine Andacht eingibt.

Gelobt sei Gott, der mein Gebet nicht verwirft noch seine Güte von mir wendet. 

Psalm 66,20

Lied aus dem lutherischen Kirchengesangbuch:

Allein Gott in der Höh sei Ehr und Dank für seine Gnade, darum, daß nun und nimmermehr uns rühren kann kein Schade. Ein Wohlgefallen Gott an uns hat; nun ist groß Fried ohn Unterlass, all Fehd hat nun ein Ende.

Wir loben, preisn, anbeten Dich; für Deine Ehr wir danken, daß Du, Gott Vater, ewiglich
regierst ohn alles Wanken. Ganz ungemessn ist Deine Macht, allzeit geschieht, was Du bedacht. Wohl uns des feinen Herren !

O Jesu Christ, Sohn eingeborn des allerhöchsten Vaters,Versöhner derer, die verlorn, Du Stiller unsers Haders, Lamm Gottes, heilger Herr und Gott: nimm an die Bitt aus unsrer Not, erbarm Dich unser aller.

O Heilger Geist, Du höchstes Gut, Du allerheilsamst’ Tröster: vor Teufels G’walt fortan behüt, die Jesus Christ erlöset durch große Mart’r und bittern Tod; abwend all unsern Jammr und Not! Dazu wir uns verlassen.

Nikolaus Decius 1525 (LKG 3)

Fortlaufende Lese

Während sie zum Volk redeten, traten zu ihnen die Priester und der Hauptmann der Tempelwache und die Sadduzäer,  2 die verdross, dass sie das Volk lehrten und verkündigten in Jesus die Auferstehung von den Toten.  3 Und sie legten Hand an sie und setzten sie gefangen bis zum Morgen; denn es war schon Abend.  4 Aber viele von denen, die das Wort gehört hatten, wurden gläubig; und die Zahl der Männer stieg auf etwa fünftausend.  5 Als nun der Morgen kam, versammelten sich ihre Oberen und Ältesten und Schriftgelehrten in Jerusalem,  6 auch Hannas, der Hohepriester, und Kaiphas und Johannes und Alexander und alle, die vom Geschlecht der Hohenpriester waren;  7 und sie stellten sie in die Mitte und fragten sie: Aus welcher Kraft oder in welchem Namen habt ihr das getan?  8 Petrus, voll des Heiligen Geistes, sprach zu ihnen: Ihr Oberen des Volkes und ihr Ältesten!  9 Wenn wir heute wegen der Wohltat an dem kranken Menschen verhört werden, wodurch er gesund geworden ist,  10 so sei euch allen und dem ganzen Volk Israel kundgetan: Im Namen Jesu Christi von Nazareth, den ihr gekreuzigt habt, den Gott von den Toten auferweckt hat; durch ihn steht dieser hier gesund vor euch.  11 Das ist der Stein, von euch Bauleuten verworfen, der zum Eckstein geworden ist.  12 Und in keinem andern ist das Heil, auch ist kein andrer Name unter dem Himmel den Menschen gegeben, durch den wir sollen selig werden. 

Apostelgeschichte 4,1-12

Morgenlese

 Er sagte ihnen aber ein Gleichnis davon, dass man allezeit beten und nicht nachlassen sollte, und sprach: Es war ein Richter in einer Stadt, der fürchtete sich nicht vor Gott und scheute sich vor keinem Menschen. Es war aber eine Witwe in derselben Stadt, die kam immer wieder zu ihm und sprach: Schaffe mir Recht gegen meinen Widersacher! Und er wollte lange nicht. Danach aber dachte er bei sich selbst: Wenn ich mich schon vor Gott nicht fürchte noch vor keinem Menschen scheue, will ich doch dieser Witwe, weil sie mir so viel Mühe macht, Recht schaffen, damit sie nicht zuletzt komme und mir ins Gesicht schlage. Da sprach der Herr: Hört, was der ungerechte Richter sagt! Sollte aber Gott nicht Recht schaffen seinen Auserwählten, die zu ihm Tag und Nacht rufen, und sollte er bei ihnen lange warten? Ich sage euch: Er wird ihnen Recht schaffen in Kürze. Doch wenn der Menschensohn kommen wird, wird er dann Glauben finden auf Erden? 

Lukas 18,1-8

Abendlese

Und er ist vor allem, und es besteht alles in ihm. Und er ist das Haupt des Leibes, nämlich der Gemeinde. Er ist der Anfang, der Erstgeborene von den Toten, auf dass er in allem der Erste sei. Denn es hat Gott gefallen, alle Fülle in ihm wohnen zu lassen und durch ihn alles zu versöhnen zu ihm hin, es sei auf Erden oder im Himmel, indem er Frieden machte durch sein Blut am Kreuz. Auch euch, die ihr einst Fremde wart und feindlich gesinnt in bösen Werken, hat er nun versöhnt durch seinen sterblichen Leib, durch seinen Tod, auf dass er euch heilig und makellos und untadelig vor sein Angesicht stelle; wenn ihr nur bleibt im Glauben, gegründet und fest, und nicht weicht von der Hoffnung des Evangeliums, das ihr gehört habt und das gepredigt ist allen Geschöpfen unter dem Himmel. Sein Diener bin ich, Paulus, geworden.

Kolosser 1:17-23

Großer Katechismus

Die 1. Bitte: Geheiligt werde Dein Name.

Das ist eine etwas dunkle Redeweise und kein gutes Deutsch; denn in unserer Muttersprache würden wir sagen: „Himmlischer Vater, hilf, dass allein dein Name heilig sei.“

Was meint nun diese Bitte mit den Worten, dass sein Name „heilig werde“? Ist Gottes Name nicht an sich heilig? Antwort: Ja, seinem Wesen nach ist er immer heilig, aber in unserm Gebrauch ist er nicht heilig. Denn der Name Gottes ist uns gegeben, als wir Christen wurden und wir getauft wurden, damit wir Kinder Gottes heißen und die Sakramente haben sollten, durch die er uns in sich einverleibt, sodass alles, was Gott gehört, auch uns gehören und dienen soll.

Das aber ist nun das große Anliegen, um das wir uns am meisten sorgen sollen, dass der Name Gottes geehrt werde, dass er als unser größter Schatz und unser höchstes Heiligtum, das wir haben, heilig und in Ehren gehalten werde; wir als seine frommen Kinder sollen darum bitten, dass sein Name, der im Himmel ganz und gar heilig ist, auch bei uns auf der Erde und in aller Welt heilig sei und bleibe.

Wie wird nun der Name Gottes unter uns heilig? Die Antwort lautet, um es so klar wie möglich zu sagen: Wenn sowohl unsere Lehre als auch unser Leben Gott gemäß und christlich sind. Denn weil wir in diesem Gebet Gott unsern Vater nennen, so sind wir es auch schuldig, uns stets wie fromme Kinder zu verhalten und ihm nicht Schande, sondern durch unser Leben Ehre und Ruhm zu bereiten.

Nun wird Gott von uns entweder durch Worte oder durch Taten entheiligt (denn was wir auf Erden tun, ist entweder Wort oder Tat, Reden oder Handeln).

Erstens also wird Gottes Name entheiligt, wenn man unter Berufung auf den Namen Gottes etwas Falsches und Verkehrtes predigt, lehrt und redet, sodass sein Name die Unwahrheit bemänteln und beschönigen muss. Hierdurch wird dem göttlichen Namen die größte Schande und Unehre bereitet; außerdem auch da, wo man in grober Weise den heiligen Namen Gottes zum Schwören, Fluchen, Zaubern usf. missbraucht.

Zweitens wird Gottes Name auch durch ein offenkundig böses Leben und Tun entheiligt, wenn jene, die sich Christen und Gottes Volk nennen, Ehebrecher, Säufer, Geizhälse, Neider und Verleumder sind. Da wird gleichfalls Gottes Name unsertwegen in Schande gebracht und gelästert.

Denn ebenso wie es für einen leiblichen Vater eine Schande und Unehre ist, ein böses und ungeratenes Kind zu haben, das mit Wort und Tat ihm zuwiderhandelt, sodass er des Kindes wegen verachtet und geschmäht wird, so gereicht es auch Gott zur Unehre, wenn wir, die wir nach seinem Namen genannt sind und viel Gutes von ihm haben, anders lehren, reden und leben als es fromme Kinder Gottes tun; denn dann muss er hören, dass man von uns sagt, dass wir nicht Kinder Gottes, sondern nur des Teufels Kinder sein
könnten.

So siehst du, dass wir in dieser Bitte genau das erbitten, was Gott im zweiten Gebot fordert, nämlich dass man seinen Namen nicht zum Schwören, Fluchen, Lügen, Betrügen usf. missbrauchen solle, sondern ihn nutzbringend zu Gottes Lob und Ehre gebrauchen solle. Denn wer den Namen Gottes zu irgendetwas Bösem gebraucht, der entheiligt und entweiht diesen heiligen Namen, so wie man früher eine Kirche entweiht nannte, wenn ein Mord oder eine andere Schandtat darin begangen worden war; oder so wie man früher eine Monstranz oder eine Reliquie entehren konnte, die zwar als solche heilig war, aber für den Gebrauch entheiligt werden konnte.

So ist nun diese Bitte leicht und klar verständlich, wenn man nur den Sprachgebrauch versteht, dass „heiligen“ so viel wie loben, preisen und ehren heißt, sowohl durch Worte als auch durch Taten. Da siehst du nun, wie überaus nötig solches Gebet ist; denn wir sehen, dass die Welt voller Sektierer und Irrlehrer ist, die alle mit dem heiligen Namen Gottes ihre teuflische Lehre rechtfertigen; darum sollten wir eigentlich unaufhörlich Gott anrufen und zu ihm schreien, damit jenen gewehrt werde, die sowohl Falsches predigen und glauben als auch das Evangelium und die reine Lehre bekämpfen, verfolgen und unterdrücken, wie es die Bischöfe, Tyrannen, Schwärmer und andere tun. Auch unsertwegen sollten wir Gott anrufen; denn wir haben zwar Gottes Wort, aber sind nicht dankbar dafür und leben nicht danach, wie wir es sollten.

Wenn du nun darum von Herzen bittest, kannst du gewiss sein, dass solches Gebet Gott gefällt. Denn er hört nichts lieber, als wenn seine Ehre und sein Ruhm über alles erhoben und sein Wort rein gelehrt, geehrt und geachtet wird.

Die 2. Bitte: Dein Reich komme.

In der ersten Bitte haben wir darum gebeten, dass Gott es verhindern möge, dass die Welt ihre Lügen und ihre Bosheit mit dem Namen und dem Ansehen Gottes bemäntelt. Stattdessen soll sie den Namen Gottes in Lehre und Leben heilig und in Ehren halten, und wir sollen ihn loben und preisen. Hier beten wir nun darum, dass auch sein Reich kommen möge.

Aber ebenso wie Gottes Name als solcher heilig ist und wir dennoch bitten, dass er auch bei uns heilig sei, so kommt auch sein Reich ohne unser Bitten ganz von selbst. Dennoch bitten wir, dass es auch zu uns kommt, d. h., dass es unter uns und bei uns ist und wir zu denen gehören, bei denen sein Name geheiligt wird und sein Reich gegenwärtig ist.

Was ist nun Gottes Reich? Antwort: Nichts anderes als das, wovon wir eben im Glaubensbekenntnis gehört haben, nämlich dass Gott seinen Sohn, Christus, unsern Herrn, in die Welt geschickt hat, um uns von der Macht des Teufels zu erlösen und zu befreien und uns zu sich zu bringen und als König der Gerechtigkeit, des Lebens und der Seligkeit zu regieren, sodass Sünde, Tod und böses Gewissen uns nicht mehr beherrschen; dazu hat Gott uns auch seinen Heiligen Geist gegeben, der uns durch sein heiliges Wort dies alles zueignet und uns durch seine Kraft im Glauben erleuchtet und stärkt.

Darum bitten wir nun in dieser Bitte zuerst darum, dass dies alles bei uns Wirklichkeit wird; dass sein Name durch die Verkündigung des heiligen Wortes Gottes und durch ein christliches Leben so verherrlicht wird, dass wir, die wir das Wort Gottes angenommen haben, bei ihm bleiben und täglich im christlichen Leben wachsen. Zum andern bitten wir darum, dass das Wort Gottes auch bei andern Menschen Zuspruch und Zustimmung findet und es sich gewaltig in der Welt ausbreitet, damit viele, durch den Heiligen Geist
herzugebracht, in das Gnadenreich kommen und der Erlösung teilhaftig werden und wir alle zusammen ewig in dem Königreich bleiben, das jetzt schon unter uns angefangen hat.

Dr. Martin Luther, Großer Katechismus: Vateruser (GK III,35-52)

Es segne und behüte Euch Gott, der allmächtige und barmherzige, der Vater, Sohn + Heiliger Geist  + Friede sei mit Euch +

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Schlagt froh in die Hände, alle Völker, und jauchzet Gott mit fröhlichem Schall! (Psalm 47)

Schlagt froh in die Hände, alle Völker, und jauchzet Gott mit fröhlichem Schall!  Denn der HERR, der Allerhöchste, ist zu fürchten, ein großer König über die ganze Erde.  Er zwingt die Völker unter uns und Völkerschaften unter unsere Füße.  Er erwählt uns unser Erbteil, die Herrlichkeit Jakobs, den er liebt. Sela.  

Gott fährt auf unter Jauchzen, der HERR beim Schall der Posaune.  Lobsinget, lobsinget Gott, lobsinget, lobsinget unserm Könige!  Denn Gott ist König über die ganze Erde; lobsinget ihm mit Psalmen!  

Gott ist König über die Völker, Gott sitzt auf seinem heiligen Thron.  10 Die Fürsten der Völker sind versammelt als Volk des Gottes Abrahams; denn Gott gehören die Schilde auf Erden; er ist hoch erhaben. 

Psalm 47. Ein Psalm der Korachiter, vorzusingen. Verdeutscht von Dr. Martin Luther (Revision 2017)

Alttestamentliche Lesung

Ich sah auf um der großen Reden willen, die das Horn redete, und ich sah, wie das Tier getötet wurde und sein Leib umkam und in die Feuerflammen geworfen wurde. 12 Und mit der Macht der andern Tiere war es auch aus; denn es war ihnen Zeit und Stunde bestimmt, wie lang ein jedes leben sollte. 13 Ich sah in diesem Gesicht in der Nacht, und siehe, es kam einer mit den Wolken des Himmels wie eines Menschen Sohn und gelangte zu dem, der uralt war, und wurde vor ihn gebracht. 14 Ihm wurde gegeben Macht, Ehre und Reich, dass ihm alle Völker und Leute aus so vielen verschiedenen Sprachen dienen sollten. Seine Macht ist ewig und vergeht nicht, und sein Reich hat kein Ende.

Daniel 7,13-14

Versikel

Alle Zungen sollen bekennen, daß Jesus Christus der Herr ist, Halleluja, zur Ehre Gottes, des Vaters. Halleluja.

Philipper 2,11

Epistolische Lektion

Den ersten Bericht habe ich gegeben, lieber Theophilus, von all dem, was Jesus von Anfang an tat und lehrte bis zu dem Tag, an dem er aufgenommen wurde, nachdem er den Aposteln, die er erwählt hatte, durch den Heiligen Geist Weisung gegeben hatte. Ihnen zeigte er sich nach seinem Leiden durch viele Beweise als der Lebendige und ließ sich sehen unter ihnen vierzig Tage lang und redete mit ihnen vom Reich Gottes. 

Und als er mit ihnen beim Mahl war, befahl er ihnen, Jerusalem nicht zu verlassen, sondern zu warten auf die Verheißung des Vaters, die ihr – so sprach er – von mir gehört habt; denn Johannes hat mit Wasser getauft, ihr aber sollt mit dem Heiligen Geist getauft werden nicht lange nach diesen Tagen. 

Die nun zusammengekommen waren, fragten ihn und sprachen: Herr, wirst du in dieser Zeit wieder aufrichten das Reich für Israel? Er sprach aber zu ihnen: Es gebührt euch nicht, Zeit oder Stunde zu wissen, die der Vater in seiner Macht bestimmt hat; aber ihr werdet die Kraft des Heiligen Geistes empfangen, der auf euch kommen wird, und werdet meine Zeugen sein in Jerusalem und in ganz Judäa und Samarien und bis an das Ende der Erde. 

Und als er das gesagt hatte, wurde er vor ihren Augen emporgehoben, und eine Wolke nahm ihn auf, weg vor ihren Augen. Und als sie ihm nachsahen, wie er gen Himmel fuhr, siehe, da standen bei ihnen zwei Männer in weißen Gewändern. Die sagten: Ihr Männer von Galiläa, was steht ihr da und seht gen Himmel? Dieser Jesus, der von euch weg gen Himmel aufgenommen wurde, wird so wiederkommen, wie ihr ihn habt gen Himmel fahren sehen.

Apostelgeschichte 1,1-11

Hallelujavers

Der Herr sprach zu meinem Herrn: Setze Dich zu meiner Rechten, bis ich Deine Feinde zum Schemel unter Deine Füße lege.

Die Rechte des Herrn ist erhöht, die Rechte des Herrn behält den Sieg!

Psalm 110,1. Psalm 118,16.

Evangelium

Zuletzt, als die Elf zu Tisch saßen, offenbarte er sich ihnen und schalt ihren Unglauben und ihres Herzens Härte, dass sie nicht geglaubt hatten denen, die ihn gesehen hatten als Auferstandenen. Und er sprach zu ihnen: Gehet hin in alle Welt und predigt das Evangelium aller Kreatur. Wer da glaubt und getauft wird, der wird selig werden; wer aber nicht glaubt, der wird verdammt werden. Die Zeichen aber, die folgen werden denen, die da glauben, sind diese: In meinem Namen werden sie Dämonen austreiben, in neuen Zungen reden, Schlangen mit den Händen hochheben, und wenn sie etwas Tödliches trinken, wird’s ihnen nicht schaden; Kranken werden sie die Hände auflegen, so wird’s gut mit ihnen. Nachdem der Herr Jesus mit ihnen geredet hatte, wurde er aufgehoben gen Himmel und setzte sich zur Rechten Gottes. Sie aber zogen aus und predigten an allen Orten. Und der Herr wirkte mit ihnen und bekräftigte das Wort durch die mitfolgenden Zeichen.

Markus 16,14-20

Glaubensbekenntnis

Ich glaube an den einen Gott, den allmächtigen Vater, Schöpfer Himmels und der Erden, all des, das sichtbar und unsichtbar ist.

Und an den einen Herrn Jesus Christus, Gottes eingeborenen Sohn, der vom Vater geboren ist vor aller Zeit und Welt, Gott von Gott, Licht vom Licht, wahrhaftigen Gott vom wahrhaftigen Gott, geboren, nicht geschaffen, eines Wesens mit dem Vater, durch welchen alles geschaffen ist; welcher um uns Menschen und um unserer Seligkeit willen vom Himmel gekommen ist und leibhaft geworden durch den Heiligen Geist von der Jungfrau Maria und Mensch geworden; auch für uns gekreuzigt unter Pontius Pilatus, gelitten und begraben und am dritten Tage auferstanden nach der Schrift, und ist aufgefahren gen Himmel und sitzet zur Rechten des Vaters und wird wiederkommen mit Herrlichkeit, zu richten die Lebendigen und die Toten; dessen Reich kein Ende haben wird.

Und an den Herrn, den Heiligen Geist, der da lebendig macht, der von dem Vater und dem Sohn ausgeht, der mit dem Vater und dem Sohne zugleich angebetet und zugleich geehret wird, der durch die Propheten geredet hat.

Und die eine, heilige, christliche, apostolische Kirche. Ich bekenne die eine Taufe zur Vergebung der Sünden und warte auf die Auferstehung der Toten und das Leben der zukünftigen Welt.

Nizänische Glaubensbekenntnis

Graduallied

Auf diesen Tag bedenken wir, dass Christ gen Himmel gfahren, und danken Gott aus höchster Bgier mit Bitt, er woll bewahren uns arme Sünder hie auf Erd, die wir, von wegen mancher Gefährd ohn Hoffnung han kein Troste. Halleluja, Halleluja.

Drum sei Gott Lob, der Weg ist gmacht, uns steht der Himmel offen. Christus schleußt auf mit großer Pracht; vorhin war alls verschlossen. Wers glaubt, des Herz ist freudenvoll, dabei er sich doch rüsten soll, dem Herren nachzufolgen. Halleluja, Halleluja.

Wer nicht folgt und sein’ Willen tut, dem ists nicht Ernst zum Herren; denn Gott wird auch vor Fleisch und Blut sein Himmelreich versperren. Am Glauben liegts; wenn der sein echt, so wird gwiß das Leben recht zu Gott im Himmel grichtet. Halleluja, Halleluja.

Solch Himmelfahrt fängt in uns an, bis wir den Vater finden und fliehen stets der Welte Bahn, tun uns zu Gottes Kindern; die sehn hinauf, der Vatr herab, an Treu und Lieb geht ihn’ nichts ab, bis sie zusammenkommen. Halleluja, Halleluja.

Drum wird der Tag erst freudenreich, wenn uns Gott zu sich nehmen und seinem Sohn wird machen gleich, als wir denn jetzt bekennen. Da wird sich finden Freud und Mut zu ewger Zeit beim höchsten Gut. Gott woll, daß wirs erleben! Halleluja, Halleluja.

Johannes Zwick 1536 (LKG 174)

Bekenntnislese

Das ist das erste und wichtigste Stück, dass der Gehorsam gegen Gott der Grund unsers ganzen Betens ist; – denn an unserer Person liegt nichts, wir seien Sünder oder fromm, würdig oder unwürdig. Und wir sollen wissen, dass Gott nicht will, dass wir sein Gebot in den Wind schlagen, sondern er zürnt und straft, wenn wir nicht zu ihm beten, ebenso wie er auch allen andern Ungehorsam straft. Denn er will unsere Gebete nicht umsonst und vergeblich gesprochen sein lassen. Denn wenn er dich nicht erhören wollte, würde er
dich nicht zum Beten auffordern und ein so strenges Gebot daraus machen.

Als Zweites soll uns noch stärker zum Beten dies bewegen und ermuntern, dass Gott dem Beten eine Zusage gegeben hat; er hat versprochen, dass es „ja und gewiss“ sein soll, was wir beten, so wie er im Psalm 50 spricht: „Rufe mich an zur Zeit der Not, so will ich dich erretten“; und Christus im Evangelium Matthäus 7: „Bittet, so wird euch gegeben… Denn wer da bittet, der empfängt.“

Dies sollte allerdings unser Herz erwecken und entzünden, dass wir mit Lust und Liebe beten, weil er durch sein Wort bezeugt, dass ihm unsere Gebete von Herzen gefallen; und er will sie ganz gewiss erhören und unsere Bitten gewähren. Wir sollen das Beten nur ja nicht verachten noch in den Wind schlagen und aufs Ungewisse beten. Dies kannst du Gott auch vorhalten und sprechen: „Hier komme ich, lieber Vater, und ich bete nicht auf eigenen Wunsch hin, noch unter Berufung auf meine Würdigkeit, sondern auf Grund deines Gebotes und deiner Zusage, die nicht unerfüllt bleiben und lügen kann.“ Wer nun solcher Zusage nicht glaubt, soll nochmals wissen, dass er Gott aufs Höchste erzürnt, denn er versagt ihm die Ehre und stellt ihn als Lügner hin.

Außerdem soll auch das uns zum Beten bewegen und ermuntern, dass Gott außer dem Gebot zu beten und der Zusage, Gebete zu erhören, uns dadurch zuvorkommt, dass er selbst die Art und Weise angibt, wie wir beten sollen, und uns sogar die Worte selbst in den Mund legt, mit denen wir beten sollen; wir sollen erkennen, wie herzlich er sich unserer Not annimmt, und wir sollen ja nicht daran zweifeln, dass ihm solch ein Gebet gefällt und er es gewiss erhören wird.

Das ist ein großer Vorzug vor allen andern Gebeten, die wir uns selber ausdenken. Denn da kann unser Gewissen immer im Zweifel sein und sagen: „Ich habe gebetet, aber wer weiß, ob es Gott gefällt und ob ich auf die rechte Art und Weise gebetet habe.“ Darum gibt es auf Erden kein vorzüglicheres Gebet als das Vaterunser, weil ihm dieses Zeugnis
ausgestellt ist, dass Gott es von Herzen gern hört; alle Güter der Welt sollten wir dafür nicht eintauschen.

Auch darum ist uns das Vaterunser vorgeschrieben, damit wir die Not erkennen und bedenken, die uns unaufhörlich zum Beten bewegen und drängen soll. Denn wer um etwas bitten will, muss das, was er begehrt, vorbringen, vortragen und beim Namen nennen; sonst kann man das nicht Gebet nennen.

Darum haben wir mit Recht die Gebete der Mönche und Priester verworfen, die Tag und Nacht ihre Gebete laut daherleiern und vor sich hinmurmeln, aber keiner denkt daran, auch nur um das Geringste zu bitten. Und wenn man alle Kirchen mitsamt den Geistlichen zusammenbrächte, so müssten sie bekennen, dass sie niemals auch nur um einen Tropfen Wein von Herzen gebetet haben. Denn keiner von ihnen hat sich je vorgenommen, aus Gehorsam gegen Gott oder um seiner Zusage willen zu beten, auch nicht deswegen, um die Not abzuwenden, sondern sie waren – bestenfalls – nur darauf bedacht, mit ihrem Beten ein gutes Werk zu vollbringen, um damit Gott eine schuldige Pflicht abzustatten. Sie wollten Gott etwas geben, statt etwas von ihm zu nehmen.

Wo aber das Beten in rechter Weise geschehen soll, muss man mit Ernst dabeisein. Da muss man seine Not fühlen, jene Not, die uns drückt und uns dazu bewegt, zu Gott zu rufen und zu schreien. Da geht das Beten dann ganz von selbst, so wie es geschehen soll; da braucht man nicht mehr darüber belehrt zu werden, wie man sich auf das Beten vorzubereiten hat und wie man mit Andacht beten soll.

Die Not aber, die uns am Herzen liegen und zum Beten bewegen soll – im Blick auf uns und andere – ‚ wirst du überreichlich im Vaterunser finden. Darum soll das Vaterunser auch dazu dienen, uns an die Not zu erinnern, sie zu bedenken und zu Herzen zu nehmen, damit wir nicht nachlässig im Beten werden. Denn es gibt genug, was uns fehlt, aber es mangelt daran, dass wir es nicht fühlen und sehen. Darum will es Gott auch haben, dass du ihm alle Not klagst und alle Anliegen vorträgst, nicht weil er um sie nicht weiß, sondern damit dein Herz entzündet werde, immer inständiger zu beten und immer mehr von Gott zu begehren, und du deine Hand nur weit ausstreckst und auftust, um viel von ihm zu empfangen.

Darum sollten wir uns von Jugend an daran gewöhnen, alle unsere Not, die wir fühlen und die uns betrifft – auch die Not anderer Menschen, unter denen wir leben – ‚ täglich im Gebet vor Gott zu bringen und so für die Prediger, die Obrigkeit, die Nachbarn und die Untergebenen zu bitten; und dabei sollen wir uns, wie gesagt, Gottes Gebot zu beten und seine Zusage, Gebete zu erhören, vor Augen halten und wissen, dass er beides nicht gering geachtet haben will.

Das sage ich deswegen, weil ich gern möchte, dass man dies wieder in die Leute hineinbringt und sie in rechter Weise beten lernen und nicht mehr so roh und kalt dahingehen. Denn davon werden sie täglich nur ungeschickter zum Beten. Das will der Teufel auch haben, und er hilft dazu mit all seinen Kräften; denn er fühlt sehr wohl, welches Leid und welcher Schaden ihm angetan wird, wenn das Gebet in guter Übung ist.

Denn das sollen sie wissen, dass unser ganzer Schutz und Schirm allein im Gebet besteht. Denn wir sind viel zu schwach gegenüber dem Teufel, der sich mit seiner Macht und seinem Anhang uns entgegenstellt; sie könnten uns wohl mit ihren Füßen zertreten. Darum müssen wir wachsam sein und zu den Waffen greifen, mit denen die Christen gerüstet sein sollen, um gegen den Teufel zu bestehen.

Denn was meinst du, woran es gelegen hat, dass wir die Ratschläge und Pläne, den Mord und Aufruhr unserer Feinde haben abwehren und dämpfen können, mit denen der Teufel versucht hat, uns und das Evangelium zu unterdrücken? Es waren die Gebete etlicher frommer Leute, die wie eine eiserne Mauer auf unserer Seite dazwischengekommen sind und uns geschützt haben. Sie hätten sonst etwas ganz anderes erleben können, nämlich wie der Teufel ganz Deutschland in seinem eigenen Blut ins Verderben gebracht hätte. Sie mögen jetzt nur getrost darüber lachen und spotten, wir jedoch wollen sowohl unsern Feinden als auch dem Teufel gegenüber Manns genug sein – allein mit der Kraft des Gebetes, wenn wir nur fleißig beten und im Gebet nicht nachlässig werden.

Denn wo immer ein frommer Christ betet: „Lieber Vater, lass doch deinen Willen geschehen“, spricht Gott droben: „Ja, liebes Kind, es soll gewiss sein und geschehen, dem Teufel und aller Welt zu Trotz.“

Das sei nun zur Ermahnung gesagt, dass man vor allen Dingen lerne vom Beten große Stücke zu halten und es für wichtig anzusehen und dass man den richtigen Unterschied zu machen wisse zwischen dem Plappern und dem wirklichen Beten. Denn wir verwerfen keineswegs das Beten selbst, sondern allein das ganz unnütze Geheule und Dahinge-murmel verwerfen wir, wie auch Christus selbst langes Gewäsch verwirft und verbietet.

Nun aber wollen wir das Vaterunser in knapper und allgemein verständlicher Weise behandeln. In ihm sind in sieben Artikeln oder Bitten der Reihe nach alle Nöte zusammengefasst, die uns unaufhörlich zu schaffen machen, und eine jede ist so groß, dass sie uns dazu bewegen sollte, unser Leben lang ihretwegen zu bitten.

Dr. Martin Luther, Großer Katechismus (1529): Vaterunser GK III:17-34

Wochengebet

Du Auferstandener,
Jesus Christus, 
du Hoffnungsmacht.
Sende deinen Geist und 
verwandele diese Welt.

Du Friede der Welt.
Wir sind so machtlos.
Mächtige Männer geben Befehle
und Tausende müssen sterben.
Drohnen und Bomben zerstören Orte voller Leben.
Kinder verhungern.
Und alles Verhandeln scheint vergeblich zu sein.
Du Friede der Welt.
wir bitten dich:
Sende deinen Geist und 
verwandele diese Welt.

Du Lebendiger,
Wir sind überfordert.
Deine Schöpfung leidet.
Dürre und Fluten gefährden Mensch und Tier.
Wissenschaftler und Forscherinnen bangen um ihre Arbeit.
Gute Menschen werden verlacht.
Und alles Mahnen scheint sinnlos zu sein. 
Du Lebendiger,
wir bitten dich:
Sende deinen Geist und 
verwandele diese Welt.

Du Barmherziger.
Wir fühlen uns so hilflos.
Menschen, die uns lieb sind, leiden.
Sie sind traurig und verlieren die Hoffnung.
Kranke und viele, die ihnen helfen,
sind erschöpft.
Trauernde warten auf Trost.
Enttäuscht von denen, auf die sie hofften, ziehen sie sich zurück.
Und alle Hilfe scheint zu wenig zu sein.
Du Barmherziger,
wir bitten dich:
Sende deinen Geist und 
verwandele diese Welt.

Du Treuer.
Wir freuen uns.
In aller Welt wirst du gefeiert.
In diesen Tagen lassen sich Menschen taufen.
Jugendliche werden heute konfirmiert. 
Dein Wort macht mutig.
Deine Gemeinschaft begeistert uns. 
Deine Liebe trägt uns.
In Deiner Gegenwart wächst die Hoffnung.
Du Treuer,
du Auferstandener,
du Atem des Lebens und Friede der Welt,
wir bitten dich:
Sende deinen Geist und 
verwandele diese Welt.
Amen.

VELKD für Himmelfahrt

+ Der Herr sei mit Euch +

Der Herr segne und behüte Dich.
Der Herr lasse Sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig.
Der Herr erhebe Sein Angesicht auf Dich und schenke Dir Seinen Frieden.

4. Mose 6,24-26

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Gott, sei mir gnädig nach Deiner Güte (Psalm 51)

Nieu-Bethesda (Kap der guten Hoffnung)

Gott, sei mir gnädig nach deiner Güte, und tilge meine Sünden nach deiner großen Barmherzigkeit. 4 Wasche mich rein von meiner Missetat, und reinige mich von meiner Sünde; 5 denn ich erkenne meine Missetat, und meine Sünde ist immer vor mir. 6 An dir allein habe ich gesündigt und übel vor dir getan, auf dass du recht behaltest in deinen Worten und rein dastehst, wenn du richtest. 7 Siehe, in Schuld bin ich geboren, und meine Mutter hat mich in Sünde empfangen. 8 Siehe, du liebst Wahrheit, die im Verborgenen liegt, und im Geheimen tust du mir Weisheit kund. 9 Entsündige mich mit Ysop, dass ich rein werde; wasche mich, dass ich weißer werde als Schnee. 10 Lass mich hören Freude und Wonne, dass die Gebeine fröhlich werden, die du zerschlagen hast. 11 Verbirg dein Antlitz vor meinen Sünden, und tilge alle meine Missetat. 12 Schaffe in mir, Gott, ein reines Herz und gib mir einen neuen, beständigen Geist. 13 Verwirf mich nicht von deinem Angesicht, und nimm deinen heiligen Geist nicht von mir. 14 Erfreue mich wieder mit deiner Hilfe, und mit einem willigen Geist rüste mich aus. 15 Ich will die Übertreter deine Wege lehren, dass sich die Sünder zu dir bekehren. 16 Errette mich von Blutschuld, / Gott, der du mein Gott und Heiland bist, dass meine Zunge deine Gerechtigkeit rühme. 17 Herr, tue meine Lippen auf, dass mein Mund deinen Ruhm verkündige. 18 Denn Schlachtopfer willst du nicht, / ich wollte sie dir sonst geben, und Brandopfer gefallen dir nicht. 19 Die Opfer, die Gott gefallen, sind ein geängsteter Geist, ein geängstetes, zerschlagenes Herz wirst du, Gott, nicht verachten. 20 Tue wohl an Zion nach deiner Gnade, baue die Mauern zu Jerusalem. 21 Dann werden dir gefallen rechte Opfer, / Brandopfer und Ganzopfer; dann wird man Stiere auf deinem Altar opfern. 

Psalm 51. Ein Psalm Davids, vorzusingen, als der Prophet Nathan zu ihm kam, nachdem er zu Batseba eingegangen war. Verdeutscht von Dr. Martin Luther (Revision 2017)

Des Morgens, wenn Du aufstehst, kannst Du Dich segnen mit dem Zeichen des heiligen Kreuzes und sagen: 

Das walte Gott Vater + Sohn und Heiliger Geist! Amen

Apostolische Glaubensbekenntnis 

Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde. 

Und an Jesum Christum, seinen einigen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist von dem Heiligen Geist, geboren aus Maria der Jungfrau, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, niedergefahren zur Hölle, am dritten Tage wieder auferstanden von den Toten, aufgefahren gen Himmel; sitzend zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters; von dannen er kommen wird zu richten die Lebendigen und die Toten. 

Ich glaube an den Heiligen Geist, eine heilige christliche Kirche, die Gemeinde der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. Amen.

Vaterunser 

Vater unser im Himmel
Geheiligt werde Dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Willst du, so kannst du dies Gebet dazu sprechen (Luthers Morgensegen)

Ich danke Dir, mein himmlischer Vater, durch Jesus Christus, Deinen lieben Sohn, daß Du mich diese Nacht vor allem Schaden und Gefahr behütet hast, und bitte Dich, Du wollest mich diesen Tag auch behüten vor Sünden und allem Übel, daß Dir all mein Tun und Leben gefalle. Denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in Deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde.

Als dann mit Freuden an Dein Werk gegangen und etwa ein Lied gesungen oder was Dir Deine Andacht eingibt.

Gelobt sei Gott, der mein Gebet nicht verwirft noch seine Güte von mir wendet. 

Psalm 66,20

Lied aus dem lutherischen Kirchengesangbuch:

Kyrie, Gott Vater in Ewigkeit, groß ist Dein Barmherzigkeit, aller Ding ein Schöpfer und Regierer, eleison. Christe, aller Welt Trost, uns Sünder allein Du hast erlöst. O Jesu, Gottes Sohn, unser Mittler bist in dem höchsten Thron, zu Dir schreien wir aus Herzensbegier: eleison. Kyrie, Gott Heiliger Geist, tröst, stärk uns im Glauben allermeist, daß wir am letzten End fröhlich abscheiden aus diesem Elend, eleison.

Das Kyrie fons bonitatis, deutsch Naumburg 1537. (LKG 1)

Fortlaufende Lese

Als er sich aber zu Petrus und Johannes hielt, lief alles Volk bei ihnen zusammen in der Halle, die nach Salomo genannt ist, und sie wunderten sich sehr.  12 Als Petrus das sah, sprach er zu dem Volk: Ihr Männer von Israel, was wundert ihr euch darüber oder was seht ihr auf uns, als hätten wir durch eigene Kraft oder Frömmigkeit bewirkt, dass dieser gehen kann?  13 Der Gott Abrahams und Isaaks und Jakobs, der Gott unsrer Väter, hat seinen Knecht Jesus verherrlicht, den ihr überantwortet und verleugnet habt vor Pilatus, als dieser ihn freisprechen wollte.  14 Ihr aber habt den Heiligen und Gerechten verleugnet und darum gebeten, dass man euch den Mörder schenke,  15 aber den Fürsten des Lebens habt ihr getötet. Den hat Gott auferweckt von den Toten; dessen sind wir Zeugen.  16 Und durch den Glauben an seinen Namen hat sein Name diesen, den ihr seht und kennt, stark gemacht; und der Glaube, der durch ihn gewirkt ist, hat diesem die Gesundheit gegeben vor euer aller Augen.  17 Nun, liebe Brüder, ich weiß, dass ihr’s aus Unwissenheit getan habt wie auch eure Oberen.  18 So aber hat Gott erfüllt, was er durch den Mund aller seiner Propheten zuvor verkündigt hat: dass sein Christus leiden sollte.  19 Tut nun Buße und bekehrt euch, dass eure Sünden getilgt werden,  20 auf dass Zeiten der Erquickung kommen von dem Angesicht des Herrn und er den sende, den er für euch zum Christus bestimmt hat: Jesus.  21 Ihn muss der Himmel aufnehmen bis zu den Zeiten, in denen alles wiederhergestellt wird, wovon Gott geredet hat durch den Mund seiner heiligen Propheten von Anbeginn.  22 Mose hat gesagt: »Einen Propheten wie mich wird euch der Herr, euer Gott, erwecken aus euren Brüdern; den sollt ihr hören in allem, was er zu euch sagen wird.  23 Und es wird geschehen: Wer diesen Propheten nicht hören wird, der soll vertilgt werden aus dem Volk.«  24 Und alle Propheten von Samuel an und danach, wie viele auch geredet haben, die haben diese Tage verkündet.  25 Ihr seid die Söhne der Propheten und des Bundes, den Gott geschlossen hat mit euren Vätern, als er zu Abraham sprach: »Durch deine Nachkommen sollen gesegnet werden alle Völker auf Erden.«  26 Für euch zuerst hat Gott seinen Knecht erweckt und hat ihn gesandt, euch zu segnen, dass sich ein jeder abwende von seinen bösen Taten. 

Apostelgeschichte 3,11-26

Morgenlese

So ermahne ich nun, dass man vor allen Dingen tue Bitte, Gebet, Fürbitte und Danksagung für alle Menschen, für die Könige und für alle Obrigkeit, damit wir ein ruhiges und stilles Leben führen können in aller Frömmigkeit und Ehrbarkeit. Dies ist gut und wohlgefällig vor Gott, unserm Heiland, welcher will, dass alle Menschen gerettet werden und sie zur Erkenntnis der Wahrheit kommen. Denn es ist ein Gott und ein Mittler zwischen Gott und den Menschen, nämlich der Mensch Christus Jesus, der sich selbst gegeben hat als Lösegeld für alle, als Zeugnis zur rechten Zeit. Dazu bin ich eingesetzt als Prediger und Apostel – ich sage die Wahrheit und lüge nicht –, als Lehrer der Heiden im Glauben und in der Wahrheit.

So will ich nun, dass die Männer beten an allen Orten und aufheben heilige Hände ohne Zorn und Zweifel.

1. Timotheus 2,1-8

Abendlese

Solches redete Jesus und hob seine Augen auf zum Himmel und sprach: Vater, die Stunde ist gekommen: Verherrliche deinen Sohn, auf dass der Sohn dich verherrliche; 2 so wie du ihm Macht gegeben hast über alle Menschen, auf dass er ihnen alles gebe, was du ihm gegeben hast: das ewige Leben. 3 Das ist aber das ewige Leben, dass sie dich, der du allein wahrer Gott bist, und den du gesandt hast, Jesus Christus, erkennen. 4 Ich habe dich verherrlicht auf Erden und das Werk vollendet, das du mir gegeben hast, damit ich es tue. 5 Und nun, Vater, verherrliche du mich bei dir mit der Herrlichkeit, die ich bei dir hatte, ehe die Welt war. 6 Ich habe deinen Namen den Menschen offenbart, die du mir aus der Welt gegeben hast. Sie waren dein, und du hast sie mir gegeben, und sie haben dein Wort bewahrt. 7 Nun wissen sie, dass alles, was du mir gegeben hast, von dir kommt. 8 Denn die Worte, die du mir gegeben hast, habe ich ihnen gegeben, und sie haben sie angenommen und wahrhaftig erkannt, dass ich von dir ausgegangen bin, und sie glauben, dass du mich gesandt hast. 9 Ich bitte für sie. Nicht für die Welt bitte ich, sondern für die, die du mir gegeben hast, denn sie sind dein. 10 Und alles, was mein ist, das ist dein, und was dein ist, das ist mein; und ich bin in ihnen verherrlicht. 11 Und ich bin nicht mehr in der Welt; sie aber sind in der Welt, und ich komme zu dir. Heiliger Vater, erhalte sie in deinem Namen, den du mir gegeben hast, dass sie eins seien wie wir. 12 Solange ich bei ihnen war, erhielt ich sie in deinem Namen, den du mir gegeben hast, und ich habe sie bewahrt, und keiner von ihnen ist verloren außer dem Sohn des Verderbens, damit die Schrift erfüllt werde. 13 Nun aber komme ich zu dir, und dies rede ich in der Welt, auf dass meine Freude in ihnen vollkommen sei. 14 Ich habe ihnen dein Wort gegeben, und die Welt hasst sie; denn sie sind nicht von der Welt, wie auch ich nicht von der Welt bin. 15 Ich bitte nicht, dass du sie aus der Welt nimmst, sondern dass du sie bewahrst vor dem Bösen. 16 Sie sind nicht von der Welt, wie auch ich nicht von der Welt bin. 17 Heilige sie in der Wahrheit; dein Wort ist die Wahrheit. 18 Wie du mich gesandt hast in die Welt, so habe auch ich sie in die Welt gesandt. 19 Ich heilige mich selbst für sie, auf dass auch sie geheiligt seien in der Wahrheit. 20 Ich bitte aber nicht allein für sie, sondern auch für die, die durch ihr Wort an mich glauben werden, 21 dass sie alle eins seien. Wie du, Vater, in mir bist und ich in dir, so sollen auch sie in uns sein, auf dass die Welt glaube, dass du mich gesandt hast. 22 Und ich habe ihnen die Herrlichkeit gegeben, die du mir gegeben hast, auf dass sie eins seien, wie wir eins sind, 23 ich in ihnen und du in mir, auf dass sie vollkommen eins seien und die Welt erkenne, dass du mich gesandt hast und sie liebst, wie du mich liebst. 24 Vater, ich will, dass, wo ich bin, auch die bei mir seien, die du mir gegeben hast, damit sie meine Herrlichkeit sehen, die du mir gegeben hast; denn du hast mich geliebt, ehe die Welt gegründet war. 25 Gerechter Vater, die Welt kennt dich nicht; ich aber kenne dich, und diese haben erkannt, dass du mich gesandt hast. 26 Und ich habe ihnen deinen Namen kundgetan und werde ihn kundtun, damit die Liebe, mit der du mich liebst, in ihnen sei und ich in ihnen. 

Johannes 17

Bekenntnislese

III. Das Vaterunser


Wir haben bisher gehört, was man tun soll (erstes Hauptstück) und was man glauben soll (zweites Hauptstück). Wer danach lebt, hat das beste und seligste Leben. Es folgt nun das dritte Hauptstück, das zeigt, wie man beten soll.

Denn mit uns Menschen verhält es sich ja so: Keiner kann die Zehn Gebote vollkommen halten, auch wenn er angefangen hat, an Christus zu glauben; außerdem wehrt sich dagegen auch der Teufel mit aller Macht, ebenso die Welt und unser eigenes Fleisch. Darum ist nichts so nötig, als Gott immerfort in den Ohren zu liegen, ihn anzurufen und zu bitten, dass er uns den Glauben und ein Leben, in dem die Zehn Gebote erfüllt werden, gebe, erhalte und mehre und dass er alles hinwegräume, was uns im Wege liegt und uns hindert, die Zehn Gebote zu halten.

Damit wir aber wissen, was und wie wir beten sollen, hat uns unser Herr Christus, wie wir noch sehen werden, selbst die Worte und die Weise gelehrt.

Ehe wir aber die Bitten des Vaterunsers der Reihe nach erklären, ist es wohl dringend nötig, die Leute überhaupt zuerst zum Beten zu ermahnen und zu ermuntern, wie es auch Christus und die Apostel getan haben.

Als Erstes muss man wissen, warum wir verpflichtet sind zu beten, nämlich um des Gebotes Gottes willen. Denn dies haben wir bei der Erklärung des zweiten Gebotes gehört (Du sollst den Namen Gottes nicht unnützlich führen), dass darin gefordert wird, den heiligen Namen Gottes zu preisen, ihn in aller Not anzurufen und zu Gott zu beten. Denn Anrufen ist nichts anderes als Beten.

So ist das Beten ebenso streng und ernstlich geboten wie alle andern Gebote – keinen andern Gott zu haben, nicht zu töten, nicht zu stehlen usf. Niemand soll denken, es komme nicht darauf an, ob ich bete oder nicht bete. Unwissende Leute leben wohl in dem Wahn dahin und denken: Warum soll ich beten? Wer weiß, ob Gott auf mein Gebet achtet oder es hören will? Bete ich nicht, so betet ein anderer. Und so gewöhnen sie es sich an, gar nicht mehr zu beten. Und als Ausrede führen sie an, dass wir doch die verkehrten und heuchlerischen Gebete verwerfen – so als ob wir lehrten, man solle oder brauche überhaupt nicht zu beten.

Das ist allerdings wahr: Was man bisher in der Kirche für Gebete gesprochen, geplärrt und hergeleiert hat, sind freilich keine Gebete gewesen. Denn solch ein äußerliches Beten mag zwar, wenn es in rechter Weise geschieht, eine Übung für die jungen Kinder, die Schüler und die einfachen Leute sein; man mag es als eine Übung im Lesen oder Singen bezeichnen, aber ein Beten ist es eigentlich nicht.

Das aber heißt beten, nämlich Gott in allen Nöten anrufen, so wie es das zweite Gebot lehrt. Das will er von uns haben und das soll nicht in unserm Belieben stehen, sondern wenn wir Christen sein wollen, sollen und müssen wir beten, ebenso wie wir Vater und Mutter und der Obrigkeit gehorsam sein sollen und müssen. Denn durch das Anrufen und Beten wird der Name Gottes geehrt und nutzbringend gebraucht. Das sollst du dir nun vor allen Dingen merken, dass man solche Gedanken, die uns vom Beten abhalten und zurückhalten wollen, abweisen und zum Schweigen bringen muss.

Denn es geht nicht an, dass ein Sohn zum Vater sagt: „Was liegt dir an meinem Gehorsam? Ich will hingehen und tun, wozu ich Lust habe, das ist ebenso gut.“ Denn da ist das Gebot; darum soll und muss er gehorchen. So soll es auch nicht in meinem Belieben stehen, zu beten oder es zu unterlassen, sondern es soll und muss gebetet sein. Weil nun das Beten so ernstlich geboten ist, sollst du daraus den Schluss ziehen und folgern, dass beileibe niemand sein Gebet gering achten soll, sondern jeder soll große Stücke davon halten. Und denke immer an das Beispiel der Gebote. Ein Kind soll beileibe nicht den Gehorsam Vater und Mutter gegenüber gering achten, sondern immer daran denken: Was ich tue, tue ich aus Gehorsam, und ich tue es allein deswegen, weil es Gottes Gebot ist. Auf dieses Gebot kann ich mich stützen und berufen (nicht aber auf meine Würdigkeit), und darum will ich gehorsam sein – eben um des Gebotes willen. So auch hier: Was und worum wir bitten, das ist etwas, was von Gott gefordert ist und womit wir ihm gehorsam sind. Und wir sollen wie folgt denken: Meine Person vermag dem Gebet keine Kraft und Geltung zu verschaffen, sondern es liegt alles an Gottes Gebot. So soll jeder im Gehorsam gegen dieses Gebot vor Gott kommen, was immer er auch an Bitten vorzubringen hat.

Darum bitten und ermahnen wir jedermann aufs Ernsteste, dies zu Herzen zu nehmen und keinesfalls das Beten zu verachten. Denn bisher hat man in Teufels Namen so über das Beten gelehrt, dass niemand auf das oben Gesagte geachtet hat; jeder hat gemeint, es wäre genug, lediglich die Gebete zu verrichten, gleich ob sie Gott erhört oder nicht. Das heißt aber, auf gut Glück zu beten und aufs Geratewohl Gebete herzuleiern; darum sind es nutzlose Gebete.

Denn wir lassen uns vom Beten abhalten und abschrecken, wenn wir solche Gedanken haben: „Ich bin nicht heilig und würdig genug; wenn ich so fromm und heilig wäre wie St. Petrus und Paulus, dann wollte ich beten.“ Aber nur weit weg mit solchen Gedanken! Denn eben das gleiche Gebot, das St. Paulus gilt, gilt auch mir; und das zweite Gebot (mit der Aufforderung zum Beten) ist ebenso meinetwegen gegeben wie auch seinetwegen; er kann sich keines besseren und heiligeren Gebotes rühmen.

Darum sollst du so sagen: „Mein Gebet, das ich spreche, ist ebenso wertvoll, heilig und Gott angenehm wie das von St. Paulus und der allerheiligsten Personen. Der Grund
dafür ist: Ich will ihn gerne heiliger sein lassen, soweit es seine Person betrifft, aber nicht soweit es das Gebot betrifft; denn Gott sieht auf unsere Gebete nicht um unserer Person willen, sondern um seines Wortes und unsers Gehorsams willen. Auf dieses Gebot Gottes, auf das alle Heiligen ihr Gebet gründen, gründe ich auch mein Gebet; ebenso bete ich auch um eben das Gleiche, worum sie alle bitten oder gebeten haben.“

Dr. Martin Luther, Großer Katechismus (1529): Vater unser GK III,1-16

Es segne und behüte Euch Gott, der allmächtige und barmherzige, der Vater, Sohn + Heiliger Geist  + Friede sei mit Euch +

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Schaffe mir Recht, Gott, und führe meine Sache wider das treulose Volk und errette mich von den falschen und bösen Leuten! (Psalm 43)

Schaffe mir Recht, Gott, und führe meine Sache wider das treulose Volk und errette mich von den falschen und bösen Leuten! Denn du bist der Gott meiner Stärke: Warum hast du mich verstoßen? Warum muss ich so traurig gehen, wenn mein Feind mich drängt?

Sende dein Licht und deine Wahrheit, dass sie mich leiten und bringen zu deinem heiligen Berg und zu deiner Wohnung, dass ich hineingehe zum Altar Gottes, zu dem Gott, der meine Freude und Wonne ist, und dir, Gott, auf der Harfe danke, mein Gott. 

Was betrübst du dich, meine Seele, und bist so unruhig in mir? Harre auf Gott; denn ich werde ihm noch danken, dass er meines Angesichts Hilfe und mein Gott ist. 

Psalm 43. Verdeutscht von Dr. Martin Luther (Revision 2017)

Des Morgens, wenn Du aufstehst, kannst Du Dich segnen mit dem Zeichen des heiligen Kreuzes und sagen: 

Das walte Gott Vater + Sohn und Heiliger Geist! Amen

Apostolische Glaubensbekenntnis 

Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde. 

Und an Jesum Christum, seinen einigen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist von dem Heiligen Geist, geboren aus Maria der Jungfrau, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, niedergefahren zur Hölle, am dritten Tage wieder auferstanden von den Toten, aufgefahren gen Himmel; sitzend zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters; von dannen er kommen wird zu richten die Lebendigen und die Toten. 

Ich glaube an den Heiligen Geist, eine heilige christliche Kirche, die Gemeinde der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. Amen.

Vaterunser 

Vater unser im Himmel
Geheiligt werde Dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Willst du, so kannst du dies Gebet dazu sprechen (Luthers Morgensegen)

Ich danke Dir, mein himmlischer Vater, durch Jesus Christus, Deinen lieben Sohn, daß Du mich diese Nacht vor allem Schaden und Gefahr behütet hast, und bitte Dich, Du wollest mich diesen Tag auch behüten vor Sünden und allem Übel, daß Dir all mein Tun und Leben gefalle. Denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in Deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde.

Als dann mit Freuden an Dein Werk gegangen und etwa ein Lied gesungen oder was Dir Deine Andacht eingibt.

Gelobt sei Gott, der mein Gebet nicht verwirft noch seine Güte von mir wendet. 

Psalm 66,20

Lied aus dem lutherischen Kirchengesangbuch:

Nun jauchzt dem Herren alle Welt! Kommt her, zu seinem Dienst Euch stellt, kommt mit Frohlocken, säumet nicht, kommt vor sein heilig Angesicht.

Erkennt, daß Gott ist unser Herr, der uns erschaffen ihm zur Ehr, und nicht wir selbst: durch Gottes Gnad ein jeder Mensch sein Leben hat.

Er hat uns ferner wohl bedacht und uns zu seinem Volk gemacht; zu Schafen, die er ist bereit, zu führen stets auf gute Weid.

Die Ihr nun wollet bei ihm sein, kommt, geht zu seinen Toren ein mit Loben durch der Psalmen Klang, zu seinem Vorhof mit Gesang.

Dankt unserm Gott, lobsinget ihm, rühmt seinen Namen mit lauter Stimm; lobsingt und danket allesamt! Gott loben, das ist unser Amt.

Er ist voll Güt und Freundlichkeit, voll Lieb und Treu zu jeder Zeit; sein Gnad währt immer dort und hier und seine Wahrheit für und für.

Gott Vater in dem höchsten Thron und Jesus Christus, sein einger Sohn, samt Gott, dem werten Heilgen Geist, sei nun und immerdar gepreist.

Nach Kornelius Becker (1561-1604) von David Denicke 1646 (LKG 10)

Fortlaufende Lese

 Petrus aber und Johannes gingen hinauf in den Tempel um die neunte Stunde, zur Gebetszeit.  Und es wurde ein Mann herbeigetragen, der war gelähmt von Mutterleibe an; den setzte man täglich vor das Tor des Tempels, das da heißt das Schöne, damit er um Almosen bettelte bei denen, die in den Tempel gingen.  Als er nun Petrus und Johannes sah, wie sie in den Tempel hineingehen wollten, bat er um ein Almosen.  Petrus aber blickte ihn an mit Johannes und sprach: Sieh uns an!  Und er sah sie an und wartete darauf, dass er etwas von ihnen empfinge.  Petrus aber sprach: Silber und Gold habe ich nicht; was ich aber habe, das gebe ich dir: Im Namen Jesu Christi von Nazareth steh auf und geh umher!  Und er ergriff ihn bei der rechten Hand und richtete ihn auf. Sogleich wurden seine Füße und Knöchel fest,  er sprang auf, konnte stehen und gehen und ging mit ihnen in den Tempel, lief und sprang umher und lobte Gott. Und es sah ihn alles Volk umhergehen und Gott loben.  Sie erkannten ihn auch, dass er es war, der vor dem Schönen Tor des Tempels gesessen und um Almosen gebettelt hatte; und Verwunderung und Entsetzen erfüllte sie über das, was ihm widerfahren war. 

Apostelgeschichte 3,1-10

Morgenlese

Leidet jemand unter Euch, der bete; ist jemand guten Mutes, der singe Psalmen. Ist jemand unter Euch krank, der rufe zu sich die Ältesten der Gemeinde, dass sie über ihm beten und ihn salben mit Öl in dem Namen des Herrn. Und das Gebet des Glaubens wird dem Kranken helfen, und der Herr wird ihn aufrichten; und wenn er Sünden getan hat, wird ihm vergeben werden. Bekennt also einander eure Sünden und betet füreinander, dass Ihr gesund werdet. Des Gerechten Gebet vermag viel, wenn es ernstlich ist. Elia war ein schwacher Mensch wie wir; und er betete ein Gebet, dass es nicht regnen sollte, und es regnete nicht auf Erden drei Jahre und sechs Monate. Und er betete abermals, und der Himmel gab den Regen, und die Erde brachte ihre Frucht.

Meine Brüder und Schwestern, wenn jemand unter Euch abirrt von der Wahrheit und jemand bekehrte ihn, der soll wissen: Wer den Sünder bekehrt hat von seinem Irrweg, der wird seine Seele vom Tode erretten und wird bedecken die Menge der Sünden. 

Jakobus 5,13-20

Abendlese

Seid beharrlich im Gebet und wacht in ihm mit Danksagung! Betet zugleich auch für uns, auf dass Gott uns eine Tür für das Wort auftue und wir vom Geheimnis Christi reden können, um dessentwillen ich auch in Fesseln bin, auf dass ich es so offenbar mache, wie ich es soll. Verhaltet euch weise gegenüber denen, die draußen sind, und kauft die Zeit aus. Eure Rede sei allezeit wohlklingend und mit Salz gewürzt, dass ihr wisst, wie ihr einem jeden antworten sollt. 

Kolosser 4,2-6

Bekenntnislese

Darum ist alles in der Christenheit dahin ausgerichtet, dass wir in ihrer Mitte täglich, durch Wort und Zeichen, Vergebung der Sünde empfangen, um unser Gewissen zu trösten und aufzurichten, solange wir hier leben. So macht es der heilige Geist, dass uns die Sünde, obgleich wir sie noch an uns haben, doch nicht schaden kann; denn wir sind Glieder der Christenheit, in deren Mitte es lauter Vergebung der Sünde gibt; Gott vergibt uns, und wir vergeben uns einander, ertragen einander und helfen uns gegenseitig auf.

Außerhalb der Christenheit aber, wo das Evangelium nicht ist, gibt es auch keine Vergebung, so wie es auch keine Heiligkeit geben kann. Darum haben sich alle selber aus der Christenheit ausgeschlossen und abgesondert, die nicht durch das Evangelium und die Vergebung der Sünde, sondern durch ihr eigenes Tun die Heiligkeit suchen und verdienen wollen.

Unterdessen aber, nachdem die Heiligkeit in uns angefangen hat und täglich zunimmt, warten wir, dass unser Fleisch getötet und mit allem Bösen begraben werde, aber zu ganzer und vollkommener Heiligkeit in einem neuen, ewigen Leben herrlich hervor-komme und auferstehe.

Denn in diesem Leben sind und bleiben wir nur zum Teil rein und heilig, sodass der heilige Geist mit dem Worte Gottes immer an uns arbeiten und er uns täglich die Vergebung gewähren muss – bis hin zu jenem Leben, in dem es keine Vergebung mehr geben wird, weil wir ganz und gar heilige Menschen sein werden, rein und ganz vollkommen. Wir werden in einem neuen unsterblichen und verherrlichten Leibe frei und los sein von Sünde, Tod und allem Unglück.

Siehe, das alles ist das Amt und Werk des Heiligen Geistes, dass er hier auf der Erde die Heiligkeit anfängt und täglich mehrt durch diese zwei Stücke – die christliche Kirche und die Vergebung der Sünde. Wenn wir aber verwesen, wird er es in einem Augenblick ganz zu Ende führen und uns auf ewig dabei erhalten durch jene letzten beiden Stücke – die „Auferstehung des Fleisches“ und das „ewige Leben“.

Dass es aber hier heißt „Auferstehung des Fleisches“, ist auch kein gutes Deutsch. Denn wenn wir „Fleisch“ hören, denken wir an Fleischerläden. Auf gut Deutsch müsste es heißen „Auferstehung des Leibes oder Leichnams“. Doch es liegt nicht viel daran, wenn man nur die Worte richtig versteht.

Dies ist derjenige Artikel, der immerfort in Kraft und Geltung bleiben muss. Denn die Schöpfung ist geschehen, die Erlösung auch, aber der heilige Geist ist unablässig am Werk bis zum Jüngsten Tag. Aus diesem Grund hat er seine Gemeinde auf der Erde, damit er durch sie alles verkünden und wirken kann.

Denn er hat seine Christenheit noch nicht vollzählig beieinander, und die Vergebung ist noch nicht an alle ausgeteilt. Darum glauben wir an den, der uns täglich durch sein Wort herbeiholt und der uns den Glauben gibt und ihn durch eben dies Wort und die Vergebung der Sünde mehrt und stärkt. Wenn das alles ausgerichtet ist und wir dabei verbleiben und der Welt und allem Bösen absterben, dann will er uns endlich auf ewig heilig machen. Darauf richtet sich jetzt unser Glaube auf Grund seines Wortes.

Siehe, da hast du in kurzen, aber doch inhaltsreichen Worten auf das Allergenaueste beschrieben, was Wesen, Wille und Werk Gottes ist. Darin besteht alle unsere Weisheit, die über alle Weisheit und Vernunft und alles Denken der Menschen weit hinausgeht. Denn obgleich die ganze Welt mit allem Eifer danach getrachtet hat, zu erkennen, wer Gott ist und was er im Sinn hat und tut, so hat sie doch nichts von alledem herausfinden können.

Hier aber hast du es auf das Allerreichste. Denn in allen drei Artikeln hat er selbst den tiefsten Abgrund seines väterlichen Herzens und seine ganz unaussprechliche Liebe offenbart und kundgetan. Denn er hat uns eben dazu erschaffen, um uns zu erlösen und zu heiligen, und er hat uns außerdem – nachdem er uns alles gegeben und geschenkt hat, was im Himmel und auf Erden ist – noch seinen Sohn und den Heiligen Geist gegeben, durch die er uns zu sich bringt.

Denn wir selbst könnten, wie oben erklärt, ohne den Herrn Christus niemals dahin kommen, die Huld und Gnade des Vaters zu erkennen; er aber ist ein Spiegel des väterlichen Herzens; ohne Christus können wir Gott nur als zornigen und schrecklichen Richter wahrnehmen. Von Christus aber könnten wir auch nichts wissen, wenn es nicht durch den Heiligen Geist offenbart wäre.

Darum lassen diese Artikel des Glaubens uns Christen von allen andern Menschen auf der Erde unterschieden und abgesondert sein. Denn außerhalb der Christenheit, ob es sich nun um Heiden, Muslime, Juden oder falsche Christen und Heuchler handelt, weiß man nicht, wie Gott dem Menschen gegenüber gesonnen ist – auch wenn sie glauben, dass nur ein wahrer Gott ist und sie ihn anbeten. Sie vermögen es auch nicht, Liebe und alles Gute von ihm zu erwarten. Darum stehen sie unter dem Zorn Gottes und bleiben in ewiger Verdammnis. Denn sie haben den Herrn Christus nicht; und sie sind auch nicht durch den Heiligen Geist erleuchtet und mit seinen Gaben begnadet.

Aus alledem siehst du nun, dass der Glaube eine ganz andere Lehre ist als die Zehn Gebote. Denn die Zehn Gebote lehren, was wir tun sollen, der Glaube aber sagt uns, was Gott uns gibt und an uns tut. Die Zehn Gebote sind auch in die Herzen der Menschen geschrieben, den Glauben aber kann keine menschliche Klugheit begreifen. Er muss allein vom Heiligen Geist gelehrt werden.

Darum machen die Zehn Gebote noch keinen Christen; denn es bleibt immer noch Gottes Zorn und Ungnade über uns, weil wir nicht halten können, was Gott von uns fordert. Aber der Glaube bringt lauter Gnade; er macht uns fromm und Gott findet an uns Gefallen.

Denn durch diese Erkenntnis, die der Glaube wirkt, bekommen wir Lust und Liebe zu allen Geboten Gottes, weil wir hier sehen, wie Gott selbst ganz und gar mit allem, was er hat und vermag, uns zu Hilfe kommt, damit wir die Zehn Gebote halten können. Der Vater kommt uns zu Hilfe mit allem, was er geschaffen hat, Christus schenkt sich uns mit seinem ganzen Erlösungswerk, der heilige Geist hilft uns mit allen seinen Gaben.

Das sei nun genug vom Glauben; für die Laien ist damit der Grund gelegt; man überlade sie nicht. Wenn sie den Hauptinhalt verstanden haben, mögen sie selber weiter forschen und, was sie aus der Schrift lernen, auf diese Dinge beziehen, und so zu immer reicherer Erkenntnis kommen und daran wachsen. Denn wir haben, solange wir leben, täglich davon zu predigen und daran zu lernen.

Dr. Martin Luther, Der Große Katechismus: 3.Artikel verf. (II,55-70)

Es segne und behüte Euch Gott, der allmächtige und barmherzige, der Vater, Sohn + Heiliger Geist  + Friede sei mit Euch +

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HERR, höre meine Worte, merke auf mein Seufzen! (Psalm 5)

HERR, höre meine Worte, merke auf mein Seufzen! Vernimm mein Schreien, mein König und mein Gott; denn ich will zu dir beten. HERR, frühe wollest du meine Stimme hören, frühe will ich mich zu dir wenden und aufmerken. Denn du bist nicht ein Gott, dem Frevel gefällt; wer böse ist, bleibt nicht vor dir. Die Ruhmredigen bestehen nicht vor deinen Augen; du bist feind allen Übeltätern. Du vernichtest die Lügner; dem HERRN sind ein Gräuel die Blutgierigen und Falschen. 

Ich aber darf in dein Haus gehen durch deine große Güte und anbeten vor deinem heiligen Tempel in deiner Furcht. HERR, leite mich in deiner Gerechtigkeit um meiner Feinde willen; ebne vor mir deinen Weg! Denn in ihrem Munde ist nichts Verlässliches; ihr Inneres ist Bosheit. Ihr Rachen ist ein offenes Grab; mit ihren Zungen heucheln sie. Sprich sie schuldig, Gott, dass sie zu Fall kommen durch ihr Vorhaben. Stoße sie aus um ihrer vielen Übertretungen willen; denn sie sind widerspenstig gegen dich. 

Lass sich freuen alle, die auf dich trauen; ewiglich lass sie rühmen, denn du beschirmest sie. Fröhlich lass sein in dir, die deinen Namen lieben! Denn du, HERR, segnest die Gerechten, du deckest sie mit Gnade wie mit einem Schilde. 

Psalm 5. Ein Psalm Davids, vorzusingen, zum Flötenspiel. Verdeutscht von Dr. Martin Luther. (Revision 2017)

Des Morgens, wenn Du aufstehst, kannst Du Dich segnen mit dem Zeichen des heiligen Kreuzes und sagen: 

Das walte Gott Vater + Sohn und Heiliger Geist! Amen

Apostolische Glaubensbekenntnis 

Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde. 

Und an Jesum Christum, seinen einigen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist von dem Heiligen Geist, geboren aus Maria der Jungfrau, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, niedergefahren zur Hölle, am dritten Tage wieder auferstanden von den Toten, aufgefahren gen Himmel; sitzend zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters; von dannen er kommen wird zu richten die Lebendigen und die Toten. 

Ich glaube an den Heiligen Geist, eine heilige christliche Kirche, die Gemeinde der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. Amen.

Vaterunser 

Vater unser im Himmel
Geheiligt werde Dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Willst du, so kannst du dies Gebet dazu sprechen (Luthers Morgensegen)

Ich danke Dir, mein himmlischer Vater, durch Jesus Christus, Deinen lieben Sohn, daß Du mich diese Nacht vor allem Schaden und Gefahr behütet hast, und bitte Dich, Du wollest mich diesen Tag auch behüten vor Sünden und allem Übel, daß Dir all mein Tun und Leben gefalle. Denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in Deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde.

Als dann mit Freuden an Dein Werk gegangen und etwa ein Lied gesungen oder was Dir Deine Andacht eingibt.

Gelobt sei Gott, der mein Gebet nicht verwirft noch seine Güte von mir wendet. 

Psalm 66,20

Lied aus dem lutherischen Kirchengesangbuch:

Zeuch ein zu Deinen Toren, sei meines Herzens Gast, der Du, da ich geboren, mich neu geboren hast, o hochgeliebter Geist des Vaters und des Sohnes, mit beiden gleichen Thrones, mit beiden gleich gepreist.

Zeuch ein, lass mich empfinden und schmecken Deine Kraft, die Kraft, die uns von Sünden Hilf und Errettung schafft. Entsündge meinen Sinn, daß ich mit reinem Geiste
Dir Ehr und Dienste leiste, die ich Dir schuldig bin.

Ich war ein wilder Reben, Du hast mich gut gemacht; der Tod durchdrang mein Leben, Du hast ihn umgebracht und in der Tauf erstickt als wie in einer Flute mit dessen Tod und Blute, der uns im Tod erquickt.

Du bist das heilig Öle, dadurch gesalbet ist mein Leib und meine Seele dem Herren Jesus Christ zum wahren Eigentum, zum Priester und Propheten, zum König, den in Nöten Gott schützt vom Heiligtum.

Du bist ein Geist, der lehret, wie man recht beten soll; Dein Beten wird erhöret, Dein Singen klinget wohl, es steigt zum Himmel an, es lässt nicht ab und dringet, bis der die Hilfe bringet, der allen helfen kann.

Du bist ein Geist der Freuden, von Trauern hältst Du nichts, erleuchtest uns im Leiden mit Deines Trostes Licht. Ach ja, wie manches Mal hast Du mit süßen Worten mir aufgetan die Pforten zum güldnen Freudensaal.

Du bist ein Geist der Liebe, ein Freund der Freundlichkeit, willst nicht, daß uns betrübe Zorn, Zank, Hass, Neid und Streit. Der Feindschaft bist Du Feind, willst, daß durch Liebesflammen sich wieder tun zusammen, die voller Zwietracht seind.

Du, Herr, hast selbst in Händen die ganze weite Welt, kannst Menschenherzen wenden, wie Dir es wohlgefällt; so gib doch Deine Gnad zu Fried und Liebesbanden, verknüpf in allen Landen, was sich getrennet hat.

Erhebe Dich und steure dem Herzleid auf der Erd, bring wieder und erneure die Wohlfahrt deiner Herd. Laß blühen wie zuvor die Länder, so verheeret, die Kirchen, so zerstöret durch Krieg und Feuerszorn.

Beschirm die Obrigkeiten, richt auf des Rechtes Thron, steh treulich uns zur Seiten; schmück wie mit einer Kron die Alten mit Verstand, mit Frömmigkeit die Jugend, mit Gottesfurcht und Tugend das Volk im ganzen Land.

Erfülle die Gemüter mit reiner Glaubenszier, die Häuser und die Güter mit Segen für und für. Vertreib den bösen Geist, der Dir sich widersetzet und, was Dein Herz ergötzet, aus unsern Herzen reißt.

Gib Freudigkeit und Stärke, zu stehen in dem Streit, den Satans Reich und Werke uns täglich anerbeut. Hilf kämpfen ritterlich, damit wir überwinden und ja zum Dienst der Sünden kein Christ ergebe sich.

Richt unser ganzes Leben allzeit nach Deinem Sinn; und wenn wir’s sollen geben ins Todes Rachen hin, wenn’s mit uns hier wird aus, so hilf uns tröhlich sterben und nach dem Tod ererben des ewgen Lebens Haus.

Paul Gerhardt 1653 (LKG 189)

Fortlaufende Lese

Sie blieben aber beständig in der Lehre der Apostel und in der Gemeinschaft und im Brotbrechen und im Gebet.  Es kam aber Furcht über alle, und es geschahen viele Wunder und Zeichen durch die Apostel. Alle aber, die gläubig geworden waren, waren beieinander und hatten alle Dinge gemeinsam.  Sie verkauften Güter und Habe und teilten sie aus unter alle, je nachdem es einer nötig hatte.  Und sie waren täglich einmütig beieinander im Tempel und brachen das Brot hier und dort in den Häusern, hielten die Mahlzeiten mit Freude und lauterem Herzen  und lobten Gott und fanden Wohlwollen beim ganzen Volk. Der Herr aber fügte täglich zur Gemeinde hinzu, die gerettet wurden. 

Apostelgeschichte 2,42-47

Morgenlese

Und es begab sich, dass er an einem Ort war und betete. Als er aufgehört hatte, sprach einer seiner Jünger zu ihm: Herr, lehre uns beten, wie auch Johannes seine Jünger lehrte. Er aber sprach zu ihnen: Wenn ihr betet, so sprecht: Vater! Dein Name werde geheiligt. Dein Reich komme. Gib uns unser täglich Brot Tag für Tag und vergib uns unsre Sünden; denn auch wir vergeben jedem, der an uns schuldig wird. Und führe uns nicht in Versuchung.

Und er sprach zu ihnen: Wer unter euch hat einen Freund und ginge zu ihm um Mitternacht und spräche zu ihm: Lieber Freund, leih mir drei Brote; denn mein Freund ist zu mir gekommen auf der Reise, und ich habe nichts, was ich ihm vorsetzen kann, und der drinnen würde antworten und sprechen: Mach mir keine Unruhe! Die Tür ist schon zugeschlossen und meine Kinder und ich liegen schon zu Bett; ich kann nicht aufstehen und dir etwas geben. Ich sage euch: Und wenn er schon nicht aufsteht und ihm etwas gibt, weil er sein Freund ist, so wird er doch wegen seines unverschämten Drängens aufstehen und ihm geben, so viel er bedarf.

Und ich sage euch auch: Bittet, so wird euch gegeben; suchet, so werdet ihr finden; klopfet an, so wird euch aufgetan. Denn wer da bittet, der empfängt; und wer da sucht, der findet; und wer da anklopft, dem wird aufgetan. Wo bittet unter euch ein Sohn den Vater um einen Fisch, und der gibt ihm statt des Fisches eine Schlange? Oder gibt ihm, wenn er um ein Ei bittet, einen Skorpion? Wenn nun ihr, die ihr böse seid, euren Kindern gute Gaben zu geben wisst, wie viel mehr wird der Vater im Himmel den Heiligen Geist geben denen, die ihn bitten! 

Lukas 11,1-13

Abendlese

Und Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Habt Glauben an Gott! 

Wahrlich, ich sage euch: Wer zu diesem Berge spräche: Heb dich und wirf dich ins Meer!, und zweifelte nicht in seinem Herzen, sondern glaubte, dass geschehen würde, was er sagt, so wird’s ihm geschehen. 

Darum sage ich euch: Alles, was ihr betet und bittet, glaubt nur, dass ihr’s empfangt, so wird’s euch zuteilwerden. Und wenn ihr steht und betet, so vergebt, wenn ihr etwas gegen jemanden habt, damit auch euer Vater im Himmel euch vergebe eure Übertretungen. 

Markus 11:22-26

Bekenntnislese

Denn weder du noch ich könnten jemals etwas von Christus wissen noch an ihn glauben und ihn zum Herrn bekommen, wenn der heilige Geist uns nicht Christus durch die Predigt des Evangeliums bekannt machen und in Herz und Gewissen predigen würde. Das Werk der Erlösung ist geschehen und ausgerichtet; denn Christus hat uns den Schatz der Erlösung erworben und gewonnen durch sein Leiden, Sterben und Auferstehen usf. Aber wenn das Werk der Erlösung verborgen bliebe, sodass niemand davon wüsste, es wäre umsonst geschehen und wäre verlorene Mühe gewesen. Damit aber der Schatz der Erlösung nicht vergraben bliebe, sondern gebraucht und genutzt würde, hat Gott das Wort ausgehen und verkünden lassen, durch das er den Heiligen Geist gibt, um uns diesen Schatz, die Erlösung, nahezubringen und zuzueignen.

Darum heißt „heiligen“ nichts anderes als zu dem Herrn Christus bringen und jenes Gut der Erlösung zu empfangen, an das wir selbst nicht herankommen konnten.

So lerne nun diesen Artikel ganz genau zu verstehen. Wenn man dich fragt: „Was meinst du mit den Worten: „Ich glaube an den Heiligen Geist“?“, dass du antworten kannst: „Ich glaube, dass mich der heilige Geist heiligmacht, so wie es sein Name sagt.“

Wodurch aber bewirkt er das oder auf welche Art und Weise tut er das?

Antwort: „Durch die christliche Kirche, die Vergebung der Sünden, die Auferstehung des Fleisches und das ewige Leben.“

Denn, dies ist das erste, er hat eine ausgesonderte Gemeinde in der Welt; sie ist die Mutter, die einen jeden Christen zeugt und trägt – und zwar durch das Wort Gottes, das der heilige Geist offenbart und verkünden lässt; er erleuchtet und entzündet auch die Herzen, dass sie es erfassen, sich zu eigen machen, annehmen, daran hängen und an ihm bleiben.

Denn wenn der heilige Geist das Wort Gottes nicht predigen und nicht im Herzen lebendig werden lässt, sodass man es annimmt, ist alles vergeblich. So war es unter dem Papsttum; der Glaube war ganz vernachlässigt; niemand hat Christus als den Herrn erkannt noch den Heiligen Geist als den, der heilig macht. Das heißt, niemand hat geglaubt, dass Christus so unser Herr geworden ist, dass er uns ohne unser Zutun und Verdienst jenen Schatz der Erlösung gewonnen und uns mit dem Vater wieder versöhnt hat.

Woran hat es denn gemangelt? Daran, dass der heilige Geist nicht dagewesen ist, um dieses zu offenbaren und predigen zu lassen; sondern Menschen waren da und böse Geister, die uns gelehrt haben, durch unsere Werke selig zu werden und Gnade zu erlangen.

Darum war es auch keine rechte christliche Kirche. Denn wo nicht von Christus gepredigt wird, da ist kein Heiliger Geist, der allein die christliche Kirche schafft und Menschen beruft und zusammenbringt. Ohne die christliche Kirche aber kann niemand zu dem Herrn Christus kommen.

Das sei genug von dem Hauptstück dieses Artikels. Weil aber die Stücke, die darin aufgezählt werden, für manche nicht ganz klar sind, wollen wir auch sie kurz besprechen.

Das apostolische Glaubensbekenntnis nennt die heilige christliche Kirche eine „communio sanctorum“, eine „Gemeinschaft der Heiligen“. Denn beide Bezeichnungen „christliche Kirche“ und „Gemeinschaft der Heiligen“ bedeuten das Gleiche; früher jedoch fehlte die zweite Bezeichnung. Sie ist auch mit „Gemeinschaft der Heiligen“ schlecht und unverständlich verdeutscht. Wenn man sie verständlich wiedergeben wollte, müsste man sie anders ins Deutsche übersetzen. Denn das Wort „ecclesia“ bedeutet im
Deutschen eigentlich „Versammlung“.

Wir sind aber an das Wort „Kirche“ gewöhnt; darunter verstehen jedoch viele nicht eine Versammlung von Menschen, sondern ein geweihtes Haus oder ein Gebäude; obgleich man ein solches Haus nicht Kirche nennen sollte, es sei denn, dass Christen in ihm zusammenkommen. Denn wir, die wir zusammenkommen, richten uns einen besonderen Raum her und geben dem Haus unsern Namen. So bedeutet das Wort „Kirche“ eigentlich nichts anderes als eine Versammlung. Es ist der Herkunft nach kein deutsches Wort, sondern kommt aus dem Griechischen (wie auch das Wort ecclesia). Sie nennen es in ihrer Sprache „kyria“, auf Lateinisch „curia“. Darum sollte man auf gut Deutsch und in unserer Muttersprache statt Kirche „christliche Gemeinde“ oder „Versammlung“ sagen, oder am allerbesten und klarsten „eine heilige Christenheit“.

So sollte man auch das Wort „communio“, das angefügt ist, nicht mit „Gemeinschaft“, sondern mit „Gemeinde“ übersetzen. Es ist nichts anderes als eine Hinzufügung oder Auslegung, mit der jemand hat erklären wollen, was die christliche Kirche ist. Daraus haben die Unsern, die weder Lateinisch noch Deutsch gekonnt haben, „Gemeinschaft der Heiligen“ gemacht, obgleich dies kein gutes Deutsch ist. Auf gut Deutsch sollte es heißen „eine Gemeinde der Heiligen“, d. h. eine Gemeinde, in der lauter Heilige sind, oder noch besser „eine heilige Gemeinde“.

Das sage ich deswegen, damit man die Worte versteht; denn die Gewohnheit (statt „Gemeinde“ „Gemeinschaft“ zu sagen) ist so eingerissen, dass sie schwerlich wieder herauszubringen ist; und es gilt gleich als Ketzerei, wenn man ein Wort ändert.

Das ist aber der Sinn und der Hauptinhalt dieses Zusatzes, nämlich: Ich glaube, dass es auf dieser Erde eine heilige Schar gibt, eine Gemeinde von lauter Heiligen unter einem Haupt Christus, durch den Heiligen Geist zusammengerufen, eines Glaubens, eines Sinnes und einer Meinung, mit mancherlei Gaben, doch einträchtig in der Liebe, ohne Sekten und Spaltung.

Dazu gehöre auch ich als ein Teil und Glied; und habe Anteil an allen Gütern, die sie hat; durch den Heiligen Geist bin ich herzugebracht und dadurch einverleibt, dass ich Gottes Wort gehört habe und noch höre; denn das ist der Anfang des Hineinkommens. Denn vorher, eher wir herzugekommen sind, waren wir des Teufels; wir wussten ja nichts von Gott und von Christus.

So bleibt der heilige Geist bei der heiligen Gemeinde oder Christenheit bis zum Jüngsten Tag. Durch sie ruft er uns herbei, und sie gebraucht er, um das Wort predigen und lehren zu lassen. Dadurch bewirkt und mehrt er die Heiligung, sodass wir täglich zunehmen und im Glauben stark werden und seine Früchte hervorbringen, die er wirkt.

Weiterhin glauben wir, dass wir in der Christenheit Vergebung der Sünde haben – durch die heiligen Sakramente und die Absolution, außerdem durch viele Trostsprüche des ganzen Evangeliums. Darum gehört das, was von den Sakramenten zu lehren ist, hierher, und im Grunde das ganze Evangelium und alle Ämter der Christenheit. Und es ist nötig, dass dies alles beständig in Kraft und Geltung ist. Denn obgleich die Gnade Gottes durch Christus erworben und die „Heiligkeit“ durch den Heiligen Geist durch das Wort Gottes in der einigen, heiligen christlichen Kirche hergestellt ist, so sind wir doch, unsers Fleisches wegen, das wir noch an uns tragen, niemals ohne Sünde.

Dr. Martin Luther, Großer Katechismus (1529): 3. Artikel verf. (2:38-54)

Es segne und behüte Euch Gott, der allmächtige und barmherzige, der Vater, Sohn + Heiliger Geist  + Friede sei mit Euch +

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Rogate (5. Sonntag nach Ostern)

Albrecht Dürer 1508

Wochenspruch

Gelobt sei Gott, der mein Gebet nicht verwirft noch seine Güte von mir wendet. 

Psalm 66,20

Introitus

Kommt herzu, lasst uns dem HERRN frohlocken und jauchzen dem Hort unsres Heils! Lasst uns mit Danken vor sein Angesicht kommen und mit Psalmen ihm jauchzen! Denn der HERR ist ein großer Gott und ein großer König über alle Götter. Denn in seiner Hand sind die Tiefen der Erde, und die Höhen der Berge sind auch sein. Denn sein ist das Meer, und er hat’s gemacht, und seine Hände haben das Trockene bereitet. Kommt, lasst uns anbeten und knien und niederfallen vor dem HERRN, der uns gemacht hat. Denn er ist unser Gott und wir das Volk seiner Weide und Schafe seiner Hand. 

Psalm 95,1-7a

Alttestamentliche Lesung

Der HERR sprach aber zu Mose: Geh, steig hinab; denn dein Volk, das du aus Ägyptenland geführt hast, hat schändlich gehandelt. 8 Sie sind schnell von dem Wege gewichen, den ich ihnen geboten habe. Sie haben sich ein gegossenes Kalb gemacht und haben’s angebetet und ihm geopfert und gesagt: Dies sind deine Götter, Israel, die dich aus Ägyptenland geführt haben. 9 Und der HERR sprach zu Mose: Ich habe dies Volk gesehen. Und siehe, es ist ein halsstarriges Volk. 10 Und nun lass mich, dass mein Zorn über sie entbrenne und sie verzehre; dafür will ich dich zum großen Volk machen. 11 Mose wollte den HERRN, seinen Gott, besänftigen und sprach: Ach, HERR, warum will dein Zorn entbrennen über dein Volk, das du mit großer Kraft und starker Hand aus Ägyptenland geführt hast? 12 Warum sollen die Ägypter sagen: Er hat sie zu ihrem Unglück herausgeführt, dass er sie umbrächte im Gebirge und vertilgte sie von dem Erdboden? Kehre dich ab von deinem glühenden Zorn und lass dich des Unheils gereuen, das du über dein Volk bringen willst. 13 Gedenke an deine Knechte Abraham, Isaak und Israel, denen du bei dir selbst geschworen und verheißen hast: Ich will eure Nachkommen mehren wie die Sterne am Himmel, und dies ganze Land, das ich verheißen habe, will ich euren Nachkommen geben, und sie sollen es besitzen für ewig. 14 Da gereute den HERRN das Unheil, das er seinem Volk angedroht hatte. 

2.Mose 32,7-14

Versikel 

Christus hat dem Tode die Macht genommen, Halleluja, und das Leben und ein unvergängliches Wesen ans Licht gebracht durch das Evangelium. Halleluja.

2. Timotheus 1,10

Epistolische Lektion

So ermahne ich nun, dass man vor allen Dingen tue Bitte, Gebet, Fürbitte und Danksagung für alle Menschen, für die Könige und für alle Obrigkeit, damit wir ein ruhiges und stilles Leben führen können in aller Frömmigkeit und Ehrbarkeit. Dies ist gut und wohlgefällig vor Gott, unserm Heiland, welcher will, dass alle Menschen gerettet werden und sie zur Erkenntnis der Wahrheit kommen. Denn es ist ein Gott und ein Mittler zwischen Gott und den Menschen, nämlich der Mensch Christus Jesus, der sich selbst gegeben hat als Lösegeld für alle. 

1. Timotheus 2,1-6a

Hallelujavers

Gelobt sei Gott, der mein Gebet nicht verwirft noch seine Güte von mir wendet. Der Herr ist auferstanden. Er ist wahrhaftig auferstanden. Halleluja, Halleluja.

Psalm 66,20; Lukas 24,6a.34

Das heilige Evangelium

Und der Herr Jesus Christus sprach zu ihnen: Wer unter euch hat einen Freund und ginge zu ihm um Mitternacht und spräche zu ihm: Lieber Freund, leih mir drei Brote; 6 denn mein Freund ist zu mir gekommen auf der Reise, und ich habe nichts, was ich ihm vorsetzen kann, 7 und der drinnen würde antworten und sprechen: Mach mir keine Unruhe! Die Tür ist schon zugeschlossen und meine Kinder und ich liegen schon zu Bett; ich kann nicht aufstehen und dir etwas geben. 8 Ich sage euch: Und wenn er schon nicht aufsteht und ihm etwas gibt, weil er sein Freund ist, so wird er doch wegen seines unverschämten Drängens aufstehen und ihm geben, so viel er bedarf.

9 Und ich sage euch auch: Bittet, so wird euch gegeben; suchet, so werdet ihr finden; klopfet an, so wird euch aufgetan. 10 Denn wer da bittet, der empfängt; und wer da sucht, der findet; und wer da anklopft, dem wird aufgetan. 11 Wo bittet unter euch ein Sohn den Vater um einen Fisch, und der gibt ihm statt des Fisches eine Schlange? 12 Oder gibt ihm, wenn er um ein Ei bittet, einen Skorpion? 13 Wenn nun ihr, die ihr böse seid, euren Kindern gute Gaben zu geben wisst, wie viel mehr wird der Vater im Himmel den Heiligen Geist geben denen, die ihn bitten! 

Lukas 11,5-13

Glaubensbekenntnis

Ich glaube an den einen Gott, den allmächtigen Vater, Schöpfer Himmels und der Erden, all des, das sichtbar und unsichtbar ist.

Und an den einen Herrn Jesus Christus, Gottes eingeborenen Sohn, der vom Vater geboren ist vor aller Zeit und Welt, Gott von Gott, Licht vom Licht, wahrhaftigen Gott vom wahrhaftigen Gott, geboren, nicht geschaffen, eines Wesens mit dem Vater, durch welchen alles geschaffen ist; welcher um uns Menschen und um unserer Seligkeit willen vom Himmel gekommen ist und leibhaft geworden durch den Heiligen Geist von der Jungfrau Maria und Mensch geworden; auch für uns gekreuzigt unter Pontius Pilatus, gelitten und begraben und am dritten Tage auferstanden nach der Schrift, und ist aufgefahren gen Himmel und sitzet zur Rechten des Vaters und wird wiederkommen mit Herrlichkeit, zu richten die Lebendigen und die Toten; dessen Reich kein Ende haben wird.

Und an den Herrn, den Heiligen Geist, der da lebendig macht, der von dem Vater und dem Sohn ausgeht, der mit dem Vater und dem Sohne zugleich angebetet und zugleich geehret wird, der durch die Propheten geredet hat.

Und die eine, heilige, christliche, apostolische Kirche. Ich bekenne die eine Taufe zur Vergebung der Sünden und warte auf die Auferstehung der Toten und das Leben der zukünftigen Welt.

Nizänische Glaubensbekenntnis

Wochenlied

Vater unser im Himmelreich, der du uns alle heißest gleich Brüder sein und dich rufen an und willst das Beten von uns han: gib, dass nicht bet allein der Mund, hilf, dass es geh von Herzensgrund.

Geheiligt werd der Name dein, dein Wort bei uns hilf halten rein, dass auch wir leben heiliglich, nach deinem Namen würdiglich. Behüt uns, Herr, vor falscher Lehr, das arm verführet Volk bekehr.

Es komm dein Reich zu dieser Zeit und dort hernach in Ewigkeit. Der Heilig Geist uns wohne bei mit seinen Gaben mancherlei; des Satans Zorn und groß Gewalt zerbrich, vor ihm dein Kirch erhalt.

Dein Will gescheh, Herr Gott, zugleich auf Erden wie im Himmelreich. Gib uns Geduld in Leidenszeit, gehorsam sein in Lieb und Leid; wehr und steu’r allem Fleisch und Blut, das wider deinen Willen tut.

Gib uns heut unser täglich Brot und was man b’darf zur Leibesnot; behüt uns, Herr, vor Unfried, Streit, vor Seuchen und vor teurer Zeit, dass wir in gutem Frieden stehn, der Sorg und Geizens müßig gehn.

All unsre Schuld vergib uns, Herr, dass sie uns nicht betrübe mehr, wie wir auch unsern Schuldigern ihr Schuld und Fehl vergeben gern. Zu dienen mach uns all bereit in rechter Lieb und Einigkeit.

Führ uns, Herr, in Versuchung nicht, wenn uns der böse Geist anficht; zur linken und zur rechten Hand hilf uns tun starken Widerstand im Glauben fest und wohlgerüst’ und durch des Heilgen Geistes Trost.

Von allem Übel uns erlös; es sind die Zeit und Tage bös. Erlös uns vom ewigen Tod und tröst uns in der letzten Not. Bescher uns auch ein seligs End, nimm unsre Seel in deine Händ.

Amen, das ist: es werde wahr. Stärk unsern Glauben immerdar, auf dass wir ja nicht zweifeln dran, was wir hiermit gebeten han auf dein Wort, in dem Namen dein. So sprechen wir das Amen fein.

Dr. Martin Luther 1539 (LKG 226)

Predigt Dr. Martin Luther´s zu Rogate

Dr. Martin Luther predigt am 5. Sonntag nach Ostern (Rogate) über das hl. Evangelium des hl. Apostels Johannes 16, 23-30 (WA 52 S.298-305) über das tägliche Gebet, weil Gott der Vater uns lieb hat und uns um seines lieben Sohnes Jesu Christi willen gerne erhören will.

Heutiger Predigttext

Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wenn Ihr den Vater um etwas bitten werdet in meinem Namen, wird er’s Euch geben. Bisher habt Ihr um nichts gebeten in meinem Namen. Bittet, so werdet Ihr empfangen, auf dass Eure Freude vollkommen sei. Das habe ich Euch in Bildern gesagt. Es kommt die Stunde, da ich nicht mehr in Bildern mit Euch reden werde, sondern Euch frei heraus verkündigen von meinem Vater. An jenem Tage werdet Ihr bitten in meinem Namen. Und ich sage Euch nicht, dass ich den Vater für euch bitten werde; denn er selbst, der Vater, hat Euch lieb, weil Ihr mich liebt und glaubt, dass ich von Gott ausgegangen bin. Ich bin vom Vater ausgegangen und in die Welt gekommen; ich verlasse die Welt wieder und gehe zum Vater. 

Sprechen zu ihm seine Jünger: Siehe, nun redest Du frei heraus und nicht in einem Bild. Nun wissen wir, dass Du alle Dinge weißt und bedarfst dessen nicht, dass Dich jemand fragt. Darum glauben wir, dass Du von Gott ausgegangen bist. Jesus antwortete ihnen: Jetzt glaubt Ihr? Siehe, es kommt die Stunde und ist schon gekommen, dass Ihr zerstreut werdet, ein jeder in das Seine, und mich allein lasst. Aber ich bin nicht allein, denn der Vater ist bei mir. 

Dies habe ich mit Euch geredet, damit Ihr in mir Frieden habt. In der Welt habt Ihr Angst; aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden. 

Johannes 16,23b-28 (29-32) 33

Meine Predigt dazu:

Wochengebet

Gebet treten wir vor Dich,
aber was sollen wir beten?

Wir sagen dir Dank
für das Leben, das uns umgibt und erfüllt,
für das Schöne, das wir schauen und hören,
für die Liebe, die wir erfahren und anderen schenken,
für den Geist, der uns ermuntert und verbindet.

Im Gebet treten wir vor dich,
aber was sollen wir beten?

Wir sagen dir unsere Klage
um die Verwüstung der Schöpfung,
um die Verheerung der Krieges,
um die Beschädigung der Wahrheit,
um die Verletzung der Gerechtigkeit.

Im Gebet treten wir vor dich,
aber was sollen wir beten?

Wir sagen dir unsere Bitte
für die bedrohten Pflanzen und Tiere,
für die Menschen ohne Hoffnung,
für unser verunsichertes Land,
für unsere verzagte Kirche.

Im Gebet treten wir vor dich,
aber was sollen wir beten?

Wir singen dir unseren Lobgesang
für deine Güte, die nicht zu Ende ist,
für deine Gerechtigkeit, die ihren Weg findet,
für deine Wahrheit, die uns erleuchtet,
für deine Großzügigkeit, aus der wir leben.
Zu dir und nur zur dir beten wir, denn du bist unser Gott und keiner sonst,
Vater, Sohn und Heiliger Geist von Ewigkeit zu Ewigkeit.
Amen.

Wochengebet von der VELKD

+ Der Herr sei mit Euch +

Der Herr segne und behüte Dich.

Der Herr lasse Sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig.

Der Herr erhebe Sein Angesicht auf Dich und schenke Dir Seinen Frieden.

4. Mose 6,24-26

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