O Lamm Gottes, unschuldig am Stamm des Kreuzes geschlachtet

Berchtesgardener Hochthron

Introitus

Meine Seele ist stille zu Gott, der mir hilft. 3 Denn er ist mein Fels, meine Hilfe, mein Schutz, dass ich gewiss nicht wanken werde. 4 Wie lange stellt ihr alle einem nach, wollt alle ihn morden, als wäre er eine hangende Wand und eine rissige Mauer? 5 Sie denken nur, wie sie ihn von seiner Höhe stürzen, sie haben Gefallen am Lügen; mit dem Munde segnen sie, aber im Herzen fluchen sie. Sela. 6 Aber sei nur stille zu Gott, meine Seele; denn er ist meine Hoffnung. 7 Er ist mein Fels, meine Hilfe und mein Schutz, dass ich nicht wanken werde. 8 Bei Gott ist mein Heil und meine Ehre, / der Fels meiner Stärke, meine Zuversicht ist bei Gott. 9 Hoffet auf ihn allezeit, liebe Leute, / schüttet euer Herz vor ihm aus; Gott ist unsre Zuversicht. Sela. 10 Aber Menschen sind ja nichts, große Leute täuschen auch; sie wiegen weniger als nichts, so viel ihrer sind. 11 Verlasst euch nicht auf Gewalt und setzt auf Raub nicht eitle Hoffnung; fällt euch Reichtum zu, so hängt euer Herz nicht daran. 12 Eines hat Gott geredet, ein Zweifaches habe ich gehört: Gott allein ist mächtig, 13 und du, Herr, bist gnädig; denn du vergiltst einem jeden, wie er’s verdient hat. 

Psalm 62 von Dr. Martin Luther ins Deutsche übersetzt (2017)

Des Morgens, wenn Du aufstehst, kannst Du Dich segnen mit dem Zeichen des heiligen Kreuzes und sagen: 

Das walte Gott Vater + Sohn und Heiliger Geist! Amen

Apostolische Glaubensbekenntnis 

Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde. 

Und an Jesum Christum, seinen einigen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist von dem Heiligen Geist, geboren aus Maria der Jungfrau, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, niedergefahren zur Hölle, am dritten Tage wieder auferstanden von den Toten, aufgefahren gen Himmel; sitzend zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters; von dannen er kommen wird zu richten die Lebendigen und die Toten. 

Ich glaube an den Heiligen Geist, eine heilige christliche Kirche, die Gemeinde der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. Amen.

Vaterunser 

Vater unser im Himmel
Geheiligt werde Dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Willst du, so kannst du dies Gebet dazu sprechen (Luthers Morgensegen)

Ich danke Dir, mein himmlischer Vater, durch Jesus Christus, Deinen lieben Sohn, daß Du mich diese Nacht vor allem Schaden und Gefahr behütet hast, und bitte Dich, Du wollest mich diesen Tag auch behüten vor Sünden und allem Übel, daß Dir all mein Tun und Leben gefalle. Denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in Deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde.

Als dann mit Freuden an Dein Werk gegangen und etwa ein Lied gesungen oder was Dir Deine Andacht eingibt.

Kollekte am Aschermittwoch

Barmherziger Gott, Du vergibst allen, die ihre Schuld bereuen und um Vergebung bitten: Wirke durch Deinen Geist aufrichte Reue in unseren Herzen und schenke uns Versöhnung mit Dir in Jesus Christus, unserem Herrn, der mit Dir und dem Heiligen Geist lebt und regiert in alle Ewigkeit. Amen.

Evangelisches Tagzeitenbuch, S.57

Siehe, das ist Gottes Lamm, welches der Welt Sünde trägt. (Johannes 1,29)

Aus dem lutherischen Gesangbuch

O Lamm Gottes, unschuldig am Stamm des Kreuzes geschlachtet, allzeit erfunden geduldig, wiewohl Du warest verachtet, all Sünd hast Du getragen, sonst müssten wir verzagen. Erbarme Dich unser, o Jesu.

O Lamm Gottes, unschuldig am Stamm des Kreuzes geschlachtet, allzeit erfunden geduldig, wiewohl Du warest verachtet, all Sünd hast Du getragen, sonst müssten wir verzagen. Erbarme Dich unser, o Jesu.

O Lamm Gottes, unschuldig am Stamm des Kreuzes geschlachtet, allzeit erfunden geduldig, wiewohl Du warest verachtet, all Sünd hast Du getragen, sonst müßten wir verzagen. Gib uns Dein´ Frieden, o Jesu.

Nikolaus Decius 1531 (LKG 126)

Fortlaufende Lese

Er sprach aber zu der Menge: Wenn ihr eine Wolke aufsteigen seht im Westen, so sagt ihr gleich: Es gibt Regen. Und es geschieht so.  55 Und wenn der Südwind weht, so sagt ihr: Es wird heiß werden. Und es geschieht so.  56 Ihr Heuchler! Das Aussehen der Erde und des Himmels könnt ihr prüfen; warum aber könnt ihr diese Zeit nicht prüfen?  57 Warum aber urteilt ihr nicht auch von euch aus darüber, was recht ist?  58 Denn wenn du mit deinem Widersacher vor den Fürsten gehst, so bemühe dich auf dem Wege, von ihm loszukommen, damit er nicht etwa dich vor den Richter ziehe, und der Richter überantworte dich dem Gerichtsdiener, und der Gerichtsdiener werfe dich ins Gefängnis.  59 Ich sage dir: Du wirst von dort nicht herauskommen, bis du auch den letzten Heller bezahlt hast. 

Lukas 12,54-59

Morgenlese

Es begab sich aber, als die Zeit erfüllt war, dass er in den Himmel aufgenommen werden sollte, da wandte er das Angesicht, entschlossen, nach Jerusalem zu wandern. 52 Und er sandte Boten vor sich her; die gingen hin und kamen in ein Dorf der Samariter, ihm Herberge zu bereiten. 53 Und sie nahmen ihn nicht auf, weil er sein Angesicht gewandt hatte, nach Jerusalem zu wandern. 54 Als aber das die Jünger Jakobus und Johannes sahen, sprachen sie: Herr, willst du, so wollen wir sagen, dass Feuer vom Himmel falle und sie verzehre. 55 Er aber wandte sich um und bedrohte sie. 56 Und sie gingen in ein anderes Dorf. 

Lukas 9,51-56

Abendlese

Habt aber acht, dass ihr eure Gerechtigkeit nicht übt vor den Leuten, um von ihnen gesehen zu werden; ihr habt sonst keinen Lohn bei eurem Vater im Himmel. 2 Wenn du nun Almosen gibst, sollst du es nicht vor dir ausposaunen, wie es die Heuchler tun in den Synagogen und auf den Gassen, damit sie von den Leuten gepriesen werden. Wahrlich, ich sage euch: Sie haben ihren Lohn schon gehabt. 3 Wenn du aber Almosen gibst, so lass deine linke Hand nicht wissen, was die rechte tut, 4 auf dass dein Almosen verborgen bleibe; und dein Vater, der in das Verborgene sieht, wird dir’s vergelten.

5 Und wenn ihr betet, sollt ihr nicht sein wie die Heuchler, die gern in den Synagogen und an den Straßenecken stehen und beten, um sich vor den Leuten zu zeigen. Wahrlich, ich sage euch: Sie haben ihren Lohn schon gehabt. 6 Wenn du aber betest, so geh in dein Kämmerlein und schließ die Tür zu und bete zu deinem Vater, der im Verborgenen ist; und dein Vater, der in das Verborgene sieht, wird dir’s vergelten. 7 Und wenn ihr betet, sollt ihr nicht viel plappern wie die Heiden; denn sie meinen, sie werden erhört, wenn sie viele Worte machen. 8 Darum sollt ihr ihnen nicht gleichen. Denn euer Vater weiß, was ihr bedürft, bevor ihr ihn bittet.

Matthäus 6,1-8

Bekenntnislese

Es gehören zwei Stücke zu einem Mittler und Versöhner. Für das erste ein gewiß, klar Gotteswort und =verheißung, daß Gott durch den Mittler erhören will alle, die ihn anrufen. Eine solche göttliche Zusage steht in der Schrift von Christo: „Was ihr werdet bitten den Vater in meinem Namen, das wird er euch geben.“ Von den Heiligen steht nirgend in der Schrift einen solche Zusage, darum kann keiner bei sich gewiß schließen, daß er auf Anrufen der Heiligen erhört werde; darum ist solch Anrufen nicht aus dem Glauben. Darüber haben wir Gottes Wort und Gebot, daß wir sollen Christum anrufen, da er sagt: „Kommt zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid, und ich will euch erquicken.“ Ps. 45: „Vor deinem Angesicht werden anbeten alle Reichen im Volk.“ Und Ps. 45: „Vor deinem Angesicht werden anbeten alle Reichen im Volk.“ Und Ps. 72: „und werden ihn anbeten alle Könige auf Erden.“ Und bald hernach: „Sie werden täglich vor ihm knien“ usw. Und Joh. 5 sagt Christus: „Damit sie alle ehren den Sohn, wie sie ehren den Vater.“ Item 2 Thess. 2 sagt Paulus, da er betet: „unser Herr Jesus Christus und Gott, unser Vater, ermahne eure Herzen und stärke euch!“ Das sind eitel Sprüche von Christo. Aber vom Anrufen der Heiligen können die Widersacher kein Gottesgebot, kein Exempel der Schrift vorbringen. Zum andern gehört zu einem Versöhner, daß sein Verdienst für andere Leute bezahle, daß seines Verdienstes und Bezahlung ander teilhaftig werden, als hätten sie selbst bezahlt. Als, wenn ein guter Freund für den andern Schuld bezahlt, da wird der Schuldiger durch eines andern Bezahlung, also durch sein eigen Bezahlen, der Schuld los. Also wird uns Christi Verdienst geschenkt und zugerechnet, wenn wir an ihn glauben, gleich als wäre sein Verdienst unser, daß uns also seine Gerechtigkeit und sein Verdienst wird zugerechnet, und wird sein Verdienst unser eigen.

Auf beide Stücke, nämlich auf die göttliche Zusage und auf Christi Verdienst, muß ein christlich Gebet sich gründen. Ein solcher Glaube an die göttliche Zusage und auf das Verdienst Christi gehört zum Gebet. Denn wir sollen’s gewiß dafürhalten, daß wir um Christus’ willen erhört werden, und daß wir um seinetwillen einen gnädigen Gott haben.

Da lehren nun die Widersacher, wir sollen die Heiligen anrufen, so wir dazu weder Gebot noch Verheißung noch Exempel in der Schrift haben, und machen doch damit, daß man größeres Vertrauen auf die Heiligen setzt denn auf Christum, so doch Christus sagt: „Kommt zu mir“, nicht zu den Heiligen. Zum andern sagen sie, daß Gott der Heiligen Verdienste annehme für unsere Sünde, und lehren also Vertrauen auf der Heiligen Verdienste, nicht auf das Verdienst Christi. Und solches lehren sie klar vom Ablaß, darin sie der Heiligen Verdienst austeilen als satisfactiones für unsere Sünden. Und Gabriel, der den canonem missae auslegt, der darf frei sagen: „Wir sollen nach der Ordnung, die Gott eingesetzt hat, fliehen zu den Heiligen, daß wir durch ihre Hilfe und Verdienste selig werden.“ Dies sind die klaren Worte Gabrielis. Und hin und wieder in der Widersacher Büchern findet man noch viel Ungeschickteres vom Verdienst der Heiligen. Heißt das nun die Heiligen nicht zu Versöhnern gemacht? Denn da werden sie doch gar Christo gleich, wenn wir vertrauen sollen, das wir durch ihre Verdienste selig werden.

Wo ist aber die Ordnung von Gott eingesetzt, da Gabriel von redet, daß wir sollen zu den Heiligen fliehen? Er bringe doch ein Wort, ein einig Exempel aus der Heiligen Schrift. Sie machen vielleicht die Ordnung von dem Gebrauch, der in weltlichen Fürstenhöfen ist, da die Räte des Fürsten armer Leute Sachen vortragen und als Mittler fördern. Wie aber, wenn ein Fürst oder ein König einen einigen Mittler bestellte und wollte durch keinen andern die Sachen in Gnaden hören, oder alle Bitte durch den allein erhören? Darum so Christus nun allein zu einem Hohenpriester und Mittler gesetzt ist, warum suchen wir denn andere? Was können nun hier die Widersacher dawider sagen?

Es ist eine gemeine Form der Absolution bis anher gebraucht, die lautet also: „Das Leiden unsers Herrn Jesu Christi, die Verdienste der Mutter Maria und aller Heiligen sollen sein dir zur Vergebung der Sünden.“ Da wird öffentlich die Absolution gesprochen nicht allein durch das Verdienst Christi, sondern auch durch Verdienste der andern Heiligen, daß wir durch dieselben sollen Gnade und Vergebung der Sünden erlangen. Etliche aus uns haben gesehen einen Doktor der Heiligen Schrift in agone oder in seinen letzten Zügen; dem war ein Mönch beigegeben, ihn zu trösten. Nun rief und schrie er dem sterbenden Menschen nichts anderes ein denn allein diese Gebet: „Maria, du Mutter der Güte und Gnade, behüte uns vor dem Feinde und in der Todesstunde nimm uns auf, Maria, mater gratiae“ etc.

Ob nun gleich Maria, die Mutter Gottes, für die Kirche bittet, so ist doch das zu viel, daß sie sollte den Tod überwinden, daß sie vor den großen Gewalt des Satans uns behüten sollte. Denn was wäre Christus not, wenn Maria das vermöchte? Denn wiewohl sie alles höchsten Lobes wert ist, so will sie doch nicht Christo gleich gehalten sein, sondern will vielmehr, daß wir dem Exempel ihres Glaubens und ihrer Demut folgen sollen. Nun ist dies öffentlich am Tage, daß durch solche falsche Lehre Maria an Christus’ Statt ist gekommen; dieselbe haben sie angerufen, auf deren Güte haben sie vertraut, durch die haben sie wollen Christum versöhnen, gleich als sei er nicht ein Versöhner, sondern allein ein schrecklicher, rachgieriger Richter. Wir sagen aber, daß man nicht lehren soll auf die Heiligen vertrauen, als machte uns ihr Verdienst selig, sondern allein um Christus’ Verdienstes willen erlangen wir Vergebung der Sünden und Seligkeit, wenn wir an ihn glauben. Von den andern Heiligen ist gesagt: „Ein jeder wird Lohn empfangen nach seiner Arbeit“ usw. Das ist, sie untereinander können einer dem andern ihr Verdienst nicht mitteilen, wie die Mönche ihrer Orden Verdienste uns unverschämt verkauft haben. Und Hilarius sagt von den törichten Jungfrauen: „Dieweil die tollen dem Bräutigam nicht können entgegengehen, dieweil ihre Lampen verlöschen sind, so bitten sie die weisen, daß sie ihnen wollen Öl leihen; aber dieselben antworten, sie können’s ihnen nicht leihen, denn es möchte beiden fehlen; es sei nicht genug für alle“ usw. Da zeigt er an, daß niemand unter uns durch fremde Werke oder Verdienste dem andern helfen kann.

Apologie XXI,17-30 Vom Anrufen der Heiligen

Es segne und behüte Euch Gott, der allmächtige und barmherzige, der Vater, Sohn + Heiliger Geist

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Gott ist unsre Zuversicht und Stärke (Psalm 46)

Magdeburger Dom

Introitus

Gott ist unsre Zuversicht und Stärke, eine Hilfe in den großen Nöten, die uns getroffen haben. 3 Darum fürchten wir uns nicht, wenngleich die Welt unterginge und die Berge mitten ins Meer sänken, 4 wenngleich das Meer wütete und wallte und von seinem Ungestüm die Berge einfielen. Sela. 

Dennoch soll die Stadt Gottes fein lustig bleiben mit ihren Brünnlein, da die heiligen Wohnungen des Höchsten sind.6 Gott ist bei ihr drinnen, darum wird sie fest bleiben; Gott hilft ihr früh am Morgen. 7 Die Völker müssen verzagen und die Königreiche fallen, das Erdreich muss vergehen, wenn er sich hören lässt. 8 Der HERR Zebaoth ist mit uns, der Gott Jakobs ist unser Schutz. Sela. 

Kommt her und schauet die Werke des HERRN, der auf Erden solch ein Zerstören anrichtet, 10 der den Kriegen ein Ende macht in aller Welt, der Bogen zerbricht, Spieße zerschlägt und Wagen mit Feuer verbrennt. 11 Seid stille und erkennet, dass ich Gott bin! Ich will mich erheben unter den Völkern, ich will mich erheben auf Erden. 12 Der HERR Zebaoth ist mit uns, der Gott Jakobs ist unser Schutz. Sela. 

Psalm 46 von Dr. Martin Luther übersetzt.

Des Morgens, wenn Du aufstehst, kannst Du Dich segnen mit dem Zeichen des heiligen Kreuzes und sagen: 

Das walte Gott Vater + Sohn und Heiliger Geist! Amen

Apostolische Glaubensbekenntnis 

Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde. 

Und an Jesum Christum, seinen einigen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist von dem Heiligen Geist, geboren aus Maria der Jungfrau, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, niedergefahren zur Hölle, am dritten Tage wieder auferstanden von den Toten, aufgefahren gen Himmel; sitzend zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters; von dannen er kommen wird zu richten die Lebendigen und die Toten. 

Ich glaube an den Heiligen Geist, eine heilige christliche Kirche, die Gemeinde der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. Amen.

Vaterunser 

Vater unser im Himmel
Geheiligt werde Dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Willst du, so kannst du dies Gebet dazu sprechen (Luthers Morgensegen)

Ich danke Dir, mein himmlischer Vater, durch Jesus Christus, Deinen lieben Sohn, daß Du mich diese Nacht vor allem Schaden und Gefahr behütet hast, und bitte Dich, Du wollest mich diesen Tag auch behüten vor Sünden und allem Übel, daß Dir all mein Tun und Leben gefalle. Denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in Deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde.

Als dann mit Freuden an Dein Werk gegangen und etwa ein Lied gesungen oder was Dir Deine Andacht eingibt.

Kollekte an Estomihi: Sonntag vor Aschermittwoch (Hinauf nach Jerusalem) 

Heiliger, ewiger Gott und Vater. Du nässest uns eintreten in die Gemeinschaft des heiligen Leidens und Sterbens Deines lieben Sohnes Jesu Christi; verleihe uns, daß wir in wahrer Andacht das Gedächtnis seiner Leiden begehen, in seiner Nachfolge das Kreuz auf uns nehmen und also Deinen Willen erfüllen, durch Deinen lieben Sohn unseren Herrn, der mit Dir und dem Heiligen Geist lebt und regiert in Ewigkeit. Amen. 

Orate fratres, S. 124. 

 Sehe, wir gehen hinauf nach Jerusalem, und es wird alles vollendet werden, das geschrieben ist durch die Propheten von des Menschen Sohn. 

Lukas 18,31

Aus dem lutherischen Gesangbuch

Such, wer da will, ein ander Ziel, die Seligkeit zu finden; mein Herz allein bedacht soll sein, auf Christus sich zu gründen. Sein Wort sind wahr, sein Werk sind klar, sein heilger Mund hat Kraft und Grund, all Feind zu überwinden.

Such, wer da will, Nothelfer viel, die uns doch nichts erworben: hier ist der Mann, der helfen kann, bei dem nie was verdorben. Uns wird das Heil durch ihn zuteil, uns macht gerecht der treue Knecht, der für uns ist gestorben.

Ach sucht doch den, laßt alles stehn, die Ihr das Heil begehret; er ist der Herr, und keiner mehr, der euch das Heil gewähret. Sucht ihn all Stund von Herzensgrund, sucht ihn allein; denn wohl wird sein dem, der ihn herzlich ehret.

Meins Herzens Kron, mein Freudensonn sollst Du, Herr Jesu, bleiben; laß mich doch nicht von Deinem Licht durch Eitelkeit vertreiben; bleib Du mein Preis, Dein Wort mich speis, bleib Du mein Ehr, Dein Wort mich lehr, an Dich stets fest zu glauben.

Wend von mir nicht Dein Angesicht, laß mich im Kreuz nicht zagen; weich nicht von mir, mein höchste Zier, hilf mir mein Leiden tragen. Hilf mir zur Freud nach diesem Leid; hilf, daß ich mag nach dieser Klag dort ewig Dir Lob sagen.

Georg Weissel 1642 (LKG 234)

Fortlaufende Lese

Ich bin gekommen, Feuer auf die Erde zu werfen; was wollte ich lieber, als dass es schon brennte!  50 Aber ich muss mich taufen lassen mit einer Taufe, und wie ist mir so bange, bis sie vollendet ist!  51 Meint ihr, dass ich gekommen bin, Frieden zu bringen auf Erden? Ich sage euch: Nein, sondern Zwietracht.  52 Denn von nun an werden fünf in einem Hause uneins sein, drei gegen zwei und zwei gegen drei.  53 Es wird der Vater gegen den Sohn sein und der Sohn gegen den Vater, die Mutter gegen die Tochter und die Tochter gegen die Mutter, die Schwiegermutter gegen die Schwiegertochter und die Schwiegertochter gegen die Schwiegermutter. 

Lukas 12,49-53

Morgenlese

Wenn ihr fastet, sollt ihr nicht sauer dreinsehen wie die Heuchler; denn sie verstellen ihr Gesicht, um sich vor den Leuten zu zeigen mit ihrem Fasten. Wahrlich, ich sage euch: Sie haben ihren Lohn schon gehabt. 17 Wenn du aber fastest, so salbe dein Haupt und wasche dein Gesicht, 18 damit du dich nicht vor den Leuten zeigst mit deinem Fasten, sondern vor deinem Vater, der im Verborgenen ist; und dein Vater, der in das Verborgene sieht, wird dir’s vergelten.

19 Ihr sollt euch nicht Schätze sammeln auf Erden, wo Motten und Rost sie fressen und wo Diebe einbrechen und stehlen. 20 Sammelt euch aber Schätze im Himmel, wo weder Motten noch Rost sie fressen und wo Diebe nicht einbrechen und stehlen. 21 Denn wo dein Schatz ist, da ist auch dein Herz. 

Matthäus 6,16-21

Abendlese

Doch auch jetzt noch, spricht der HERR, kehrt um zu mir von ganzem Herzen mit Fasten, mit Weinen, mit Klagen! 13 Zerreißt eure Herzen und nicht eure Kleider und kehrt um zu dem HERRN, eurem Gott! Denn er ist gnädig, barmherzig, geduldig und von großer Güte, und es reut ihn bald die Strafe. 14 Wer weiß, ob er nicht umkehrt und es ihn reut und er Segen zurücklässt, sodass ihr opfern könnt Speisopfer und Trankopfer dem HERRN, eurem Gott. 15 Blast die Posaune zu Zion, sagt ein heiliges Fasten an, ruft einen Feiertag aus! 16 Versammelt das Volk, heiligt die Gemeinde, sammelt die Ältesten, bringt zusammen die Kinder und die Säuglinge! Der Bräutigam gehe aus seiner Kammer und die Braut aus ihrem Gemach! 17 Lasst die Priester, des HERRN Diener, weinen zwischen Vorhalle und Altar und sagen: HERR, schone dein Volk und lass dein Erbteil nicht zuschanden werden, dass Völker über sie herrschen! Warum willst du unter den Völkern sagen lassen: Wo ist nun ihr Gott?

18 Da eiferte der HERR um sein Land und verschonte sein Volk. 

Joel 2,12-18

Bekenntnislese

Den einundzwanzigsten Artikel verdammen die Widersacher ganz, daß wir vom Anrufen der Heiligen nichts lehren, und sie handeln kein Stück so gar mit weitläufigem Geschwätze und richten doch nichts aus, denn daß sie sagen, man solle die Heiligen ehren. Item, sie beweisen, die lebendigen Heiligen beten einer für den andern; daraus schließen sie, daß man die toten Heiligen solle und müsse anrufen. Sie ziehen an Cyprianum, der habe Cornelium, da er noch gelebt, gebeten, daß er wenn er gestorben wäre, für die Brüder bitten wolle. Damit beweisen sie, daß man die toten Heiligen müsse anrufen. Auch ziehen sie an Hieronymum wider Vigilantium und sagen: In dieser Sache hat vor tausend Jahren Hieronymus Vigilantium überwunden. Also gehen sie überhin, meinen, sie haben weit gewonnen, und sehen die groben Esel nicht, daß im Hieronymo wider Vigilantium keine Silbe steht vom Anrufen der Heiligen. Hieronymus redet nicht vom Anrufen der Heiligen, sondern von Heiligen ehren. Auch so haben die alten Lehrer vor Gregorius’ Zeiten des Anrufens der Heiligen nicht gedacht. Und die Anrufung der Heiligen wie auch die applicatio des Verdienstes der Heiligen, davon die Widersacher lehren, hat gar keinen Grund in der Schrift.

In unserer Konfession leugnen wir nicht, daß man die Heiligen ehren soll. Denn dreierlei Ehre ist, damit man die Heiligen ehrt. Für das erste, daß wir Gott danksagen, daß er uns an den Heiligen Exempel seiner Gnade hat dargestellt, daß er hat Lehrer in der Kirche und andere Gaben gegeben, und die Gaben, weil sie groß sind, soll man sie noch preisen, auch die Heiligen selbst loben, die solche Gaben wohl gebraucht haben, wie Christus im Evangelio lobt die treuen Knechte. Die andere Ehre, so wir den Heiligen tun mögen, ist, daß wir an ihrem Exempel unsern Glauben stärken; als wenn ich sehe, daß Petro aus so reicher Gnade die Sünde vergeben ist, da er Christum verleugnet, wird mein Herz und Gewissen gestärkt, daß ich glaube, daß die Gnade mächtiger sei denn die Sünde. Für das dritte ehren wir die Heiligen, wenn wir ihres Glaubens, ihrer Liebe, ihrer Geduld Exempel nachfolgen, ein jeder nach seinem Beruf. Von dieser rechten Ehre der Heiligen reden die Widersacher gar nichts; allein von dem Anrufen der Heiligen, welches, wenn es auch ohne Gefahr der Gewissen wäre, doch nicht not ist, da zanken sie von.

Darüber so geben wir ihnen nach, daß die Engel für uns bitten. Denn Zach. 1 steht geschrieben, daß der Engel bittet: „Herr Zebaoth, wie lange willst du dich nicht erbarmen über Jerusalem?“ Und wiewohl wir nachgeben, daß gleichwie die lebendigen Heiligen für die ganze Kirche bitten insgemein oder in genere. Doch hat solches kein Zeugnis in der Schrift denn allein den Traum, der genommen ist aus dem andern Buch Maccabaeorum.

Weiter, ob die Heiligen gleich beten für die Kirche, so folgt doch daraus nicht, daß man die Heiligen solle anrufen; wiewohl unsere Konfession allein dies setzt: In der Schrift steht nichts von dem Anrufen der Heiligen, oder daß man Hilfe suchen sollen bei den Heiligen. So man nun weder Gebot noch Zusage noch Exempel aus der Schrift mag vorbringen, so folgt, daß kein Herz noch Gewissen darauf sich verlassen kann. Denn dieweil ein jeglich Gebet soll aus dem Glauben geschehen, woher will ich denn wissen, daß Gott sich gefallen läßt das Anrufen der Heiligen, wenn ich nicht Gottes Wort davon habe? Wodurch werde ich gewiß, daß die Heiligen mein Gebet und eines jeden insbesondere hören? Etliche machen geradezu Götter aus den Heiligen und sagen, sie können unsere Gedanken wissen und uns ins Herz sehen. Dasselbe erdichten sie, nicht daß sie ihre Kretschmerei und Jahrmarkt, welcher ihnen Geld einträgt, verteidigen. Wir sagen noch wie vorhin: In Gottes Wort, in der Schrift, steht nicht, daß die Heiligen unser Anrufen verstehen, und ob sie es verstünden, daß Gott ihm sich solch Anrufen gefallen lasse; so hat’s je keinen Grund. Dawider können die Widersacher nichts aufbringen; darum sollten die Widersacher uns zu ungewissen Dingen nicht zwingen oder dringen; denn ein Gebet ohne Glauben ist nicht ein Gebet. Denn daß sie sagen, die Kirche habe es im Gebrauch, so ist es doch gewiß, daß solches ein neuer Gebrauch in der Kirche ist, denn die alten Kollekten, ob sie wohl der Heiligen gedenken, so rufen sich doch die Heiligen nicht an.

Darüber reden die Widersacher nicht allein vom Anrufen der Heiligen, sondern sagen auch, das Gott der Heiligen Verdienst annehme für unsere Sünde, und machen also aus den Heiligen nicht allein Fürbitter, sondern Mittler und Versöhner. Das ist nun gar nicht zu leiden; denn da geben sie die Ehre, so Christo allein gebührt, den Heiligen; denn sie machen aus ihnen Mittler und Versöhner. Und wiewohl sie wollen Unterschied machen unter Mittlern, die für uns bitten, und dem Mittler, der uns erlöst und Gott versöhnt hat, so mache sie doch aus den Heiligen Mittler, dadurch die Leute versöhnt werden. Und daß sie sagen, die Heiligen sind Mittler, für uns zu bitten, das sagen sie auch ohne alle Schrift; Und wenn man schon davon aufs glimpflichste reden will, so wird doch Christus und seine Wohltat durch solche Lehre unterdrückt, und vertrauen sie da auf die Heiligen, da sie auf Christum vertrauen sollten. Denn die erdichten sich selbst einen Wahn, als sei Christus ein strenger Richter und die Heiligen gnädige, gütige Mittler; fliehen also zu den Heiligen, scheuen sich vor Christo wie vor einem Tyrannen, vertrauen mehr auf die Güte der Heiligen denn auf die Güte Christi, laufen von Christo und suchen der Heiligen Hilfe. Also machen sie im Grunde doch mediatores redemptionis aus den Heiligen.

Derhalben wollen wir beweisen, daß sie aus den Heiligen machen nicht allein Fürbitter, sondern Versöhner und mediatores redemptionis. wir reden hier noch nicht von groben Mißbräuchen, wie der gemeine Pöbel mit den Heiligen und Wallfahrten öffentlich Abgötterei treibt: wir reden, was ihre Gelehrten von diesem Stücke predigen, schreiben und in ihren Schulen lehren. Das andere, als die groben Mißbräuche, können auch unerfahrene, grobe Leute urteilen und richten.

Apologie XXI,1-16 (Vom Anrufen der Heiligen)

Es segne und behüte Euch Gott, der allmächtige und barmherzige, der Vater, Sohn + Heiliger Geist

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Wenn Dein herzliebster Sohn, o Gott…

Kathedrale unserer lieben Frau (Clermont-Ferrand, Frankreich)

Des Morgens, wenn Du aufstehst, kannst Du Dich segnen mit dem Zeichen des heiligen Kreuzes und sagen: 

Das walte Gott Vater + Sohn und Heiliger Geist! Amen

Apostolische Glaubensbekenntnis 

Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde. 

Und an Jesum Christum, seinen einigen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist von dem Heiligen Geist, geboren aus Maria der Jungfrau, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, niedergefahren zur Hölle, am dritten Tage wieder auferstanden von den Toten, aufgefahren gen Himmel; sitzend zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters; von dannen er kommen wird zu richten die Lebendigen und die Toten. 

Ich glaube an den Heiligen Geist, eine heilige christliche Kirche, die Gemeinde der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. Amen.

Vaterunser 

Vater unser im Himmel
Geheiligt werde Dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Willst du, so kannst du dies Gebet dazu sprechen (Luthers Morgensegen)

Ich danke Dir, mein himmlischer Vater, durch Jesus Christus, Deinen lieben Sohn, daß Du mich diese Nacht vor allem Schaden und Gefahr behütet hast, und bitte Dich, Du wollest mich diesen Tag auch behüten vor Sünden und allem Übel, daß Dir all mein Tun und Leben gefalle. Denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in Deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde.

Als dann mit Freuden an Dein Werk gegangen und etwa ein Lied gesungen oder was Dir Deine Andacht eingibt.

Kollekte an Estomihi: Sonntag vor Aschermittwoch (Hinauf nach Jerusalem) 

Heiliger, ewiger Gott und Vater. Du nässest uns eintreten in die Gemeinschaft des heiligen Leidens und Sterbens Deines lieben Sohnes Jesu Christi; verleihe uns, daß wir in wahrer Andacht das Gedächtnis seiner Leiden begehen, in seiner Nachfolge das Kreuz auf uns nehmen und also Deinen Willen erfüllen, durch Deinen lieben Sohn unseren Herrn, der mit Dir und dem Heiligen Geist lebt und regiert in Ewigkeit. Amen. 

Orate fratres, S. 124. 

 Sehe, wir gehen hinauf nach Jerusalem, und es wird alles vollendet werden, das geschrieben ist durch die Propheten von des Menschen Sohn. 

Lukas 18,31

Aus dem lutherischen Gesangbuch

Wenn Dein herzliebster Sohn, o Gott, nicht wär auf Erden kommen und hätt, da ich in Sünden tot mein Fleisch nicht angenommen, so müßt ich armes Würmelein zur Höllen wandern in die Pein um meiner Sünde willen.

Jetzt aber hab ich Ruh und Rast, darf nimmermehr verzagen, weil er die schwere Sündenlast für mich hat selbst getragen. Er hat mit Dir versöhnet mich, da er am Kreuz ließ töten sich, auf daß ich selig würde.

Drum ist getrost mein Herz und Mut, mit kindlichem Vertrauen. Auf dies sein rosinfarbes Blut will ich die Hoffnung bauen, das er für mich vergossen hat, gewaschen ab die Missetat und mir das Heil erworben.

In seinem Blut erquick ich mich und komm zu Dir mit Freuden. Ich suche Gnad demütiglich, von Dir soll mich nichts scheiden. Was mir erworben hat Dein Sohn 
durch seinen Tod und Marterkron, kann mir kein Teufel rauben.

Nichts hilft mir die Gerechtigkeit, die vom Gesetz herrühret; wer sich in eignem Werk erfreut, wird jämmerlich verführet. Des Herren Jesu Werk allein, das machts, daß ich kann selig sein, des ichs im Glauben fasse.

Gott Vater, der Du alle Schuld auf Deinen Sohn geleget, Herr Jesu, dessen Lieb und Huld all meine Sünden träget, o heilger Geist, des Gnad und Kraft allein das Gute in mir schafft: Laß mich ans End beharren.

Johann Heermann 1630 – Hannoversches Gesangbuch 1652 (LKG 233)

Fortlaufende Lese

Lasst eure Lenden umgürtet sein und eure Lichter brennen  36 und seid gleich den Menschen, die auf ihren Herrn warten, wann er aufbrechen wird von der Hochzeit, auf dass, wenn er kommt und anklopft, sie ihm sogleich auftun.  37 Selig sind die Knechte, die der Herr, wenn er kommt, wachend findet. Wahrlich, ich sage euch: Er wird sich schürzen und wird sie zu Tisch bitten und kommen und ihnen dienen.  38 Und wenn er kommt in der zweiten oder in der dritten Nachtwache und findet’s so: Selig sind sie.  39 Das sollt ihr aber wissen: Wenn der Hausherr wüsste, zu welcher Stunde der Dieb kommt, so ließe er nicht in sein Haus einbrechen.  40 Seid auch ihr bereit! Denn der Menschensohn kommt zu einer Stunde, da ihr’s nicht meint.  41 Petrus aber sprach: Herr, sagst du dies Gleichnis zu uns oder auch zu allen?  42 Und der Herr sprach: Wer ist nun der treue und kluge Verwalter, den der Herr über sein Gesinde setzt, dass er ihnen zur rechten Zeit gebe, was ihnen an Getreide zusteht?  43 Selig ist der Knecht, den sein Herr, wenn er kommt, solches tun sieht.  44 Wahrlich, ich sage euch: Er wird ihn über alle seine Güter setzen.  45 Wenn aber jener Knecht in seinem Herzen sagt: Mein Herr lässt sich Zeit zu kommen, und fängt an, die Knechte und Mägde zu schlagen, auch zu essen und zu trinken und sich vollzusaufen,  46 dann wird der Herr dieses Knechts kommen an einem Tage, an dem er’s nicht erwartet, und zu einer Stunde, die er nicht kennt, und wird ihn in Stücke hauen lassen und wird ihm sein Teil geben bei den Ungläubigen.  47 Der Knecht aber, der den Willen seines Herrn kennt und hat nichts vorbereitet noch nach seinem Willen getan, der wird viel Schläge erleiden.  48 Wer ihn aber nicht kennt und getan hat, was Schläge verdient, wird wenig Schläge erleiden. Wem viel gegeben ist, bei dem wird man viel suchen; und wem viel anvertraut ist, von dem wird man umso mehr fordern. 

Lukas 12,25-38

Morgenlese

Und es begab sich, als Jesus allein betete, waren seine Jünger bei ihm; und er fragte sie und sprach: Wer, sagen die Leute, dass ich sei? 19 Sie antworteten und sprachen: Sie sagen, du seiest Johannes der Täufer; andere aber, du seiest Elia; andere aber, es sei einer der alten Propheten auferstanden. 20 Er aber sprach zu ihnen: Ihr aber, wer sagt ihr, dass ich sei? Da antwortete Petrus und sprach: Du bist der Christus Gottes! 21 Er aber bedrohte sie und gebot ihnen, dass sie das niemandem sagen sollten, 22 und sprach: Der Menschensohn muss viel leiden und verworfen werden von den Ältesten und Hohenpriestern und Schriftgelehrten und getötet werden und am dritten Tage auferstehen.

23 Da sprach er zu allen: Wer mir folgen will, der verleugne sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich täglich und folge mir nach. 24 Denn wer sein Leben erhalten will, der wird es verlieren; wer aber sein Leben verliert um meinetwillen, der wird’s erhalten. 25 Denn welchen Nutzen hätte der Mensch, wenn er die ganze Welt gewönne und verlöre sich selbst oder nähme Schaden an sich selbst? 26 Wer sich aber meiner und meiner Worte schämt, dessen wird sich der Menschensohn auch schämen, wenn er kommen wird in seiner Herrlichkeit und der des Vaters und der heiligen Engel. 

Lukas 9,18-26

Abendlese

Rufe laut, halte nicht an dich! Erhebe deine Stimme wie eine Posaune und verkündige meinem Volk seine Abtrünnigkeit und dem Hause Jakob seine Sünden! 2 Sie suchen mich täglich und wollen gerne meine Wege wissen, als wären sie ein Volk, das die Gerechtigkeit schon getan und das Recht seines Gottes nicht verlassen hätte. Sie fordern von mir Recht, sie wollen, dass Gott ihnen nahe sei. 3 »Warum fasten wir und du siehst es nicht an? Warum kasteien wir unseren Leib und du willst’s nicht wissen?« Siehe, an dem Tag, da ihr fastet, geht ihr doch euren Geschäften nach und bedrückt alle eure Arbeiter. 4 Siehe, wenn ihr fastet, hadert und zankt ihr und schlagt mit gottloser Faust drein. Ihr sollt nicht so fasten, wie ihr jetzt tut, wenn eure Stimme in der Höhe gehört werden soll. 5 Soll das ein Fasten sein, an dem ich Gefallen habe, ein Tag, an dem man sich kasteit oder seinen Kopf hängen lässt wie Schilf und in Sack und Asche sich bettet? Wollt ihr das ein Fasten nennen und einen Tag, an dem der HERR Wohlgefallen hat? 6 Ist nicht das ein Fasten, an dem ich Gefallen habe: Lass los, die du mit Unrecht gebunden hast, lass ledig, auf die du das Joch gelegt hast! Gib frei, die du bedrückst, reiß jedes Joch weg! 7 Heißt das nicht: Brich dem Hungrigen dein Brot, und die im Elend ohne Obdach sind, führe ins Haus! Wenn du einen nackt siehst, so kleide ihn, und entzieh dich nicht deinem Fleisch und Blut! 8 Dann wird dein Licht hervorbrechen wie die Morgenröte, und deine Heilung wird schnell voranschreiten, und deine Gerechtigkeit wird vor dir hergehen, und die Herrlichkeit des HERRN wird deinen Zug beschließen.

Jesaja 58,1-8

Bekenntnislese

Artikel XIX. Von der Ursache der Sünde.

Den XIX. Artikel lassen ihnen die Widersacher gefallen, da wir lehren, daß, wiewohl der einige Gott die ganze Welt und ganze Natur geschaffen hat und alle Stunde alle Kreaturen erhält, so ist er doch nicht eine Ursache der Sünde, sondern der böse Wille in Teufeln und Menschen, der sich von Gott abkehrt, der ist eine Ursache der Sünde, wie Christus sagt von dem Teufel: „Wenn er Lügen redet, so redet er aus seinem Eigenen.“

Artikel XX. Von guten Werken.

Im XX. Artikel setzen sie klar diese Worte, daß sie unsere Lehre verwerfen und verdammen, da wir sagen, daß die Leute durch gute Werke nicht verdienen Vergebung der Sünden. Das merke jedermann wohl: eben den Artikel verdammen und verwerfen sie mit klaren Worten. Was ist nun not, in dieser öffentlichen Sache viel Worte zu machen? Die großen Doctores und Meister der Konfutation geben da öffentlich an Tag, was für ein Geist aus ihnen redet. Denn in der christlichen Kirche ist das kein geringer Artikel, sondern der allerhöchste und Hauptartikel, daß wir Vergebung der Sünden erlangen ohne unser Verdienst, durch Christum, und daß nicht unsere Werke, sondern Christus sei die Versöhnung für unsere Sünden, wie Petrus sagt: „Dem Jesu geben Zeugnis alle Propheten, daß wir Vergebung der Sünden erlangen, alle, die an ihn glauben.“ Solch stark Zeugnis aller heiligen Propheten mag billig ein Beschluß heißen der katholischen christlichen Kirche. Denn auch ein einiger Prophet gar groß bei Gott geachtet und ein Weltschatz ist. Derselben heiligen Kirche und dem einträchtigen Munde aller Propheten sollen wir billiger glauben denn den heillosen, gottlosen Sophisten, so die Konfutation gemacht haben und Christum so unverschämt lästern. Denn wiewohl etliche Lehrer also auch davon geschrieben, daß wir hernach, wenn uns die Sünde vergeben ist, nicht durch den Glauben, sondern durch unsere eigenen Werke Gnade erlangen, so haben sie doch das nicht gehalten, daß die Vergebung der Sünden an sich selbst um unserer Werke willen uns widerfahre, und nicht um Christus’ willen.

Darum ist es eine greuliche Gotteslästerung, die Ehre Christi also unsern Menschenwerken zu geben. Und wir vergrössten und versehen uns zu Kaiserlicher Majestät und auch andern Fürsten dieser kaiserlichen, fürstlichen Tugend, daß sie so öffentliche Unwahrheit und Ungrund, dadurch vor aller Welt Gott und das Evangelium gelästert wird, in keinem Wege würden in der Konfutation, wenn sie verwarnt wären, gelassen haben. Denn daß dieser Artikel gewißlich göttlich und wahr ist, und das dies die heilige göttliche Wahrheit sei, dafür könnten wir hier gar nahe unzählige Sprüche der Schrift vorbringen, auch aus den Vätern. Und ist gar nahe keine Silbe, kein Blatt in der Bibel, in den vornehmsten Büchern der Heiligen Schrift, da das nicht klar gemeldet wäre. Wir haben oben auch viel von diesen Stücken gesagt, und gottesfürchtige, fromme Herzen, die da wohl wissen, warum Christus gegeben ist, die da nicht für aller Welt Güter und Königreiche entbehren wollten, daß Christus nicht unser einiger Schatz, unser einiger Mittler und Versöhner wäre, die müssen sich hier entsetzen und erschrecken, daß Gottes heiliges Wort und Wahrheit so öffentlich von armen Menschen verachtet und verdammt wird. Jesaias der Prophet sagt: „Der Herr hat auf ihn gelegt unser aller Sünde.“ Die Widersacher aber lügenstrafen Jesaiam und die ganze Bibel und Schrift und sagen, er habe unsere Sünde auf uns und unsere Werke und bettelische Genugtuung gelegt. Ich will dennoch hier schweigen der kindischen Werke, Rosenkränze, Wallfahrten und dergleichen. Wir sehen gar wohl das ernstliche Mandat und das kaiserliche Edikt, wider uns und unsere Lehre ausgegangen, des sollten wir billig erschrecken, wenn wir von leichten, geringen Sachen oder von Sachen, die in Zweifel stünden, zu handeln hätten. Nachdem wir aber, Gott Lob! durch Gottes Wort in unsern Herzen und Gewissen des ganz ohne allen Zweifel vor Gott gewiß sind, daß die Widersacher verdammen die öffentliche göttliche Wahrheit und die rechte, christliche, selige, heilige Lehre, ohne welche keine christliche Kirche irgend sein kann, welche ein jeder Christ, so fern sein Leib und Leben reicht, schuldig ist, zu der Ehre Gottes zu bekennen, zu retten und zu schützen: so lassen wir uns von solcher heilsamen Lehre nicht abschrecken. Denn wer wollte sich doch nicht wünschen an seinem letzten Ende, daß er im Bekenntnis des Artikels sterben möchte, daß wir Vergebung der Sünden durch den Glauben, ohne unser Verdienst und Werk, durch das Blut Christi erlangen? Es gibt die Erfahrung, wie die Mönche selbst bekennen müssen, daß sich die Gewissen nicht lassen stillen noch zufrieden bringen denn durch den Glauben an Christum. Und die Gewissen können keinen rechten, beständigen Trost haben in den großen Ängsten in der Todesstunde und in Anfechtung wider das große Schrecken des Todes, der Sünde, wenn sie nicht an die Zusage der Gnade in Christo sich halten. Auch können sie keinen beständigen Trost haben wider den Teufel, welcher dann erst stark die Herzen drängt, ängstet und zur Verzweiflung reizt und alle unsere Werke in einem Augenblick wie den Staub hinwegbläst, wenn sie nicht an den Evangelio, an dieser Lehre, festhalten, daß wir ohne unser Verdienst, durch das teure Blut Christi Vergebung der Sünden erlangen. Denn der Glaube allein erquickt und erhält uns in dem großen Todeskampf, in den großen Ängsten, wenn keine Kreatur helfen kann, ja, wenn wir außerhalb dieser ganzen sichtbaren Kreatur von dannen in ein ander Wesen und Welt sollen abscheiden und sterben.

Darum ist es eine Sache, die wahrlich der Rede wert ist, um welcher willen ein jeder Christ von Herzen gern alles wagen und in Gefahr setzen soll. Darum alle diejenigen, so dieser unserer Konfession anhangen, dürfen sich nicht schrecken oder irren lassen, sondern mögen in aller Freudigkeit auf Gott und den Herrn Christum es getrost und fröhlich wagen und diese öffentliche Wahrheit wider alle Welt, Tyrannei, Zorn, Drohen, Schrecken, auch wider alles tyrannische tägliche Morden und Verfolgen fröhlich bekennen. Denn wer wollte sich doch solchen großen, ja ewigen Trost, daran der ganzen christlichen Kirche alles Heil gelegen ist, nehmen lassen? Wer die Bibel in die Hand nimmt und mit Ernst liest, der merkt bald, daß allenthalben in der Schrift diese Lehre gegründet ist. Dann Paulus sagt klar Röm. 3 und 4, daß die Sünden ohne Verdienst, um Christus’ willen vergeben werden; darum sagt er: „Wir werden gerecht durch den Glauben ohne Verdienst, daß die Verheißung feststehe.“ Das ist, so die Verheißung aus unsern Werken wäre, so wäre sie nicht fest. Und wenn die Gnade oder Vergebung der Sünden gegeben würde um unserer Werke willen, wann würden wir dann gewiß, daß wir Gnade erlangt hätten? Wann wollte das Gewissen ein solch Werk finden, das genug wäre, Gottes Zorn zu versöhnen? Wir haben hier oben davon genug gesagt; da mag ein jeder Sprüche der Schrift, so diese Lehre gründen, suchen. Denn an diesem Ort hat mich bewegt, so heftig zu klagen, die greuliche, unverschämte, übermäßige, vorgefaßte Bosheit der Widersacher, da sie mit klaren Worten setzen, daß sie diesen Artikel verwerfen, daß wir Vergebung der Sünden erlange nicht durch unsere Werke, sondern ohne Verdienst, durch den Glauben an Christum.

Die Widersacher führen auch etliche Sprüche der Schrift ein, warum sie diesen Artikel verdammen. Nämlich bringen sie den Spruch Petri hervor: „Fleißiget euch, euren Beruf festzumachen durch gute Werke“, usw. Da sieht jedermann, daß unsere Widersacher ihr Geld nicht übel angelegt, da sie Dialecticam studiert haben. Denn sie mögen die Sprüche der Schrift gereimt, ungereimt, schließlich, unschließlich, wie sie wollen, und wie es ihnen gefällt, einführen. Denn also schließen sie: Petrus sagt: „Fleißiget euch, durch gute Werke euren Beruf festzumachen“; darum verdienen wir durch Werke Vergebung der Sünden. Es ist wahrlich einen feine Argumentation, als wenn einer spräche von einem Beklagten im Halsgericht, welchem das Leben gefristet wäre: Der Richter hat geboten, daß der forthin sich solcher Übeltat soll enthalten; darum so hat er verdient mit solchem Enthalten, daß ihm das Leben gefristet ist. Also argumentieren, das heißt, ex non causa causam machen. Denn Petrus redet von guten Werken und Früchten, die da folgen dem Glauben, und lehrt, warum man sie tun solle, nämlich, daß wir unsern Beruf festmachen, das ist, daß wir nicht wiederum vom Evangelio fallen, wenn wir wiederum sündigten. Will sagen: Tut gute Werke, daß ihr bei dem Evangelio, bei eurem himmlischen Beruf bleibt, daß ihr nicht wiederum abfallt, kalt werdet, verliert Geist und Gaben, die euch aus Gnaden durch Christum widerfahren sind, nicht um der folgenden Werke willen. Denn in dem Beruf bleibt man fest durch den Glauben, und der Glauben und der Heilige Geist bleibt in denjenigen nicht, die sündlich Leben führen.

Der Sprüche und Zeugnisse setzen sie mehr, die sich ebensowohl reimen. Dazu dürfen sie sagen, daß diese Meinung vor tausend Jahren zu Augustinus’ Zeiten verdammt sei. Das ist nicht wahr, sondern eine Lüge. Denn die christlich Kirche hat allezeit gehalten, daß Vergebung der Sünden ohne Verdienst uns widerfahre, und die Pelagianer sind darum verdammt, die da sagten, die Gnade würde uns gegeben um unserer Werke willen. Wir haben oben genug angezeigt, daß wir auch lehren, daß, wo Glaube ist, da sollen auch gute Früchte und gute Werke folgen. „Den wir tun das Gesetz nicht ab, sondern richten es auf“, wie Paulus sagt. Denn wenn wir durch den Glauben den Heiligen Geist empfangen haben, so folgen gute Früchte, da nehmen wir denn zu in der Liebe, in Geduld, in Keuschheit und andern Früchten des Geistes.

Apologie IXX und XX (Von der Ursache der Sünden und von den guten Werken)

Es segne und behüte Euch Gott, der allmächtige und barmherzige, der Vater, Sohn + Heiliger Geist

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Hüpf auf, mein Herz, spring, tanz und sing, in Deinem Gott sei guter Ding, der Himmel steht Dir offen!

Dom zu Limburg (Hessen)

Des Morgens, wenn Du aufstehst, kannst Du Dich segnen mit dem Zeichen des heiligen Kreuzes und sagen: 

Das walte Gott Vater + Sohn und Heiliger Geist! Amen

Apostolische Glaubensbekenntnis 

Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde. 

Und an Jesum Christum, seinen einigen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist von dem Heiligen Geist, geboren aus Maria der Jungfrau, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, niedergefahren zur Hölle, am dritten Tage wieder auferstanden von den Toten, aufgefahren gen Himmel; sitzend zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters; von dannen er kommen wird zu richten die Lebendigen und die Toten. 

Ich glaube an den Heiligen Geist, eine heilige christliche Kirche, die Gemeinde der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. Amen.

Vaterunser 

Vater unser im Himmel
Geheiligt werde Dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Willst du, so kannst du dies Gebet dazu sprechen (Luthers Morgensegen)

Ich danke Dir, mein himmlischer Vater, durch Jesus Christus, Deinen lieben Sohn, daß Du mich diese Nacht vor allem Schaden und Gefahr behütet hast, und bitte Dich, Du wollest mich diesen Tag auch behüten vor Sünden und allem Übel, daß Dir all mein Tun und Leben gefalle. Denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in Deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde.

Als dann mit Freuden an Dein Werk gegangen und etwa ein Lied gesungen oder was Dir Deine Andacht eingibt.

Kollekte an Estomihi: Sonntag vor Aschermittwoch (Hinauf nach Jerusalem) 

Heiliger, ewiger Gott und Vater. Du nässest uns eintreten in die Gemeinschaft des heiligen Leidens und Sterbens Deines lieben Sohnes Jesu Christi; verleihe uns, daß wir in wahrer Andacht das Gedächtnis seiner Leiden begehen, in seiner Nachfolge das Kreuz auf uns nehmen und also Deinen Willen erfüllen, durch Deinen lieben Sohn unseren Herrn, der mit Dir und dem Heiligen Geist lebt und regiert in Ewigkeit. Amen. 

Orate fratres, S. 124.

 Sehe, wir gehen hinauf nach Jerusalem, und es wird alles vollendet werden, das geschrieben ist durch die Propheten von des Menschen Sohn.

Lukas 18,31

Aus dem lutherischen Kirchengesangbuch

Mein Herz ist brünstig und heiß nach dem himmlischen Paradies, des ich hoff zu genießen. Denn ich weiß, wenn ich dahin komm, da wird ein ewger Freudenstrom ohn Maßen sich ergießen. Freu Dich, mein Seel, und wenn gleich Gott Dich kommen läßt in Angst und Not, so laß Dich nicht verdrießen.

All unser Leid auf dieser Erd ist nicht im allerg’ringsten wert, wenn wir das recht bedenken, der übergroßen Herrlichkeit und wunderschönen Himmelsfreud, die Christus uns wird schenken. Da, da wird er uns allzugleich in seines lieben Vaters Reich mit ewger Wonne tränken.

Gott selbst wird sein mein Speis und Trank, mein Ruhm, mein Lied, mein Lobgesang, mein Lust und Wohlgefallen, mein Reichtum, Zierd und werte Kron, mein Klarheit, Licht und helle Sonn, in ewger Freud zu wallen; ja daß ich’s sag mit einem Wort, was mir Gott wird bescheren dort: »Er wird sein alls in allen.«

Hüpf auf, mein Herz, spring, tanz und sing, in Deinem Gott sei guter Ding, der Himmel steht Dir offen. Laß Schwermut Dich nicht nehmen ein, denn auch die liebsten Kinderlein hat stets das Kreuz betroffen. Drum sei getrost und glaube fest, daß Du noch hast das Allerbest in jener Welt zu hoffen.

Johannes Mühlmann 1618 (LKG 232)

Fortlaufende Lese

Er sprach aber zu seinen Jüngern: Darum sage ich euch: Sorgt euch nicht um das Leben, was ihr essen sollt, auch nicht um den Leib, was ihr anziehen sollt.  23 Denn das Leben ist mehr als die Nahrung und der Leib mehr als die Kleidung.  24 Seht die Raben: Sie säen nicht, sie ernten nicht, sie haben keinen Keller und keine Scheune, und Gott ernährt sie doch. Wie viel mehr seid ihr als die Vögel!  25 Wer ist unter euch, der, wie sehr er sich auch darum sorgt, seiner Länge eine Elle zusetzen könnte?  26 Wenn ihr nun auch das Geringste nicht vermögt, warum sorgt ihr euch um das Übrige?  27 Seht die Lilien, wie sie wachsen: Sie arbeiten nicht, auch spinnen sie nicht. Ich sage euch aber, dass auch Salomo in aller seiner Herrlichkeit nicht gekleidet gewesen ist wie eine von ihnen.  28 Wenn nun Gott das Gras, das heute auf dem Feld steht und morgen in den Ofen geworfen wird, so kleidet, wie viel mehr wird er euch kleiden, ihr Kleingläubigen!  29 Darum auch ihr, fragt nicht danach, was ihr essen oder was ihr trinken sollt, und macht euch keine Unruhe.  30 Nach dem allen trachten die Heiden in der Welt; aber euer Vater weiß, dass ihr dessen bedürft.  31 Trachtet vielmehr nach seinem Reich, so wird euch dies zufallen.  32 Fürchte dich nicht, du kleine Herde! Denn es hat eurem Vater wohlgefallen, euch das Reich zu geben.  33 Verkauft, was ihr habt, und gebt Almosen. Macht euch Geldbeutel, die nicht altern, einen Schatz, der niemals abnimmt, im Himmel, wo sich kein Dieb naht, und den keine Motten fressen.  34 Denn wo euer Schatz ist, da wird auch euer Herz sein. 

Lukas 12,22-34

Morgenlese

Denn so spricht der Hohe und Erhabene, der ewig wohnt, dessen Name heilig ist: Ich wohne in der Höhe und im Heiligtum und bei denen, die zerschlagenen und demütigen Geistes sind, auf dass ich erquicke den Geist der Gedemütigten und das Herz der Zerschlagenen. 16 Denn ich will nicht immerdar hadern und nicht ewiglich zürnen; sonst würde ihr Geist vor mir verschmachten und der Lebensodem, den ich geschaffen habe. 17 Ich war zornig über die Sünde ihrer Habgier und schlug sie, verbarg mich und zürnte. Aber sie gingen treulos die Wege ihres Herzens. 18 Ihre Wege habe ich gesehen, aber ich will sie heilen und sie leiten und ihnen wieder Trost geben; und denen, die da Leid tragen, 19 will ich Frucht der Lippen schaffen. Friede, Friede denen in der Ferne und denen in der Nähe, spricht der HERR; ich will sie heilen. 20 Aber die Gottlosen sind wie das ungestüme Meer, das nicht still sein kann und dessen Wellen Schlamm und Unrat auswerfen. 21 Die Gottlosen haben keinen Frieden, spricht mein Gott. 

Jesaja 57,15-21

Abendlese

Und es war immer Zank zwischen den Hirten von Abrams Vieh und den Hirten von Lots Vieh. Es wohnten auch zu der Zeit die Kanaaniter und Perisiter im Lande. 8 Da sprach Abram zu Lot: Es soll kein Zank sein zwischen mir und dir und zwischen meinen und deinen Hirten; denn wir sind Brüder. 9 Steht dir nicht alles Land offen? Trenne dich doch von mir! Willst du zur Linken, so will ich zur Rechten, oder willst du zur Rechten, so will ich zur Linken. 10 Da hob Lot seine Augen auf und sah die ganze Gegend am Jordan, dass sie wasserreich war. Denn bevor der HERR Sodom und Gomorra vernichtete, war sie bis nach Zoar hin wie der Garten des HERRN, gleichwie Ägyptenland. 11 Da erwählte sich Lot die ganze Gegend am Jordan und zog nach Osten. Also trennte sich ein Bruder von dem andern, 12 sodass Abram wohnte im Lande Kanaan und Lot in den Städten jener Gegend. Und Lot zog mit seinen Zelten bis nach Sodom. 13 Aber die Leute zu Sodom waren böse und sündigten sehr wider den HERRN.

14 Als nun Lot sich von Abram getrennt hatte, sprach der HERR zu Abram: Hebe deine Augen auf und sieh von der Stätte aus, wo du bist, nach Norden, nach Süden, nach Osten und nach Westen. 15 Denn all das Land, das du siehst, will ich dir geben und deinen Nachkommen ewiglich. 16 Und ich will deine Nachkommen machen wie den Staub auf Erden. Kann ein Mensch den Staub auf Erden zählen, der wird auch deine Nachkommen zählen. 17 Darum mach dich auf und durchzieh das Land in die Länge und Breite, denn dir will ich’s geben. 18 Und Abram zog weiter mit seinem Zelt und kam und wohnte im Hain Mamre, der bei Hebron ist, und baute dort dem HERRN einen Altar. 

Genesis (1. Mose) 13,7-18

Bekenntnislese

So ist das auch eine lautere Lüge und Betrug gewesen, daß sie gelehrt haben unverschämt, daß die christliche Vollkommenheit bestehe darin, daß man nichts Eigenes haben. Denn christliche Vollkommenheit besteht nicht darin, daß ich mich äußerlich fromm stelle und von dem Weltwesen mich absondere, sondern der Glaube und rechte Gottesfurcht im Herzen ist die Vollkommenheit. Denn Abraham, David, Daniel sind in königlichem Stande, in großen Fürstenräten und Ämtern gewesen, haben auch große Reichtümer gehabt und sind doch heiliger, vollkommener gewesen, denn je ein Mönch oder Kartäuser ist auf Erden gekommen. Aber die Mönche, sonderlich Barfüßer, haben den Leuten einen Schein vor den Augen gemacht; darüber hat niemand gewußt, worin die rechte Heiligkeit bestünde. Denn wie hoch evangelisch, wie für große Heiligkeit haben die Mönche allein dieses gerühmt, daß man nicht Eigenes haben sollte, daß man sollte willig arm sein! Aber dasselbe sind gar schädliche Lehren, nachdem die Schrift nichts davon meldet, sondern stracks dawider lehrt. Die zehn Gebote Gottes sagen klar: „Du sollst nicht stehlen.“ Da läßt ja Gott nach, daß ein jeder das Seine habe. In diesem Stücke hat Wiklefus gar gewütet, da er hat darauf gedrungen, kein Bischof noch Pfaff sollte Eigenes haben. So sind unzählige verworrene Disputationen von Kontrakten, da christliche Gewissen nimmermehr können gestillt werden, sie sind denn dieses nötigen Stückes unterrichtet, daß ein Christ mit gutem Gewissen sich halten mag nach Landrecht und Gebrauch. Denn dieser Unterricht errettet viele Gewissen, da wir lehren, daß die Kontrakte sofern vor Gott ohne Gefahr seien, sofern sie in gemeinen Rechten und Landgebräuchen (welche den Rechten gleich gelten) angenommen sind.

Dieser hohe, nötige Artikel, nämlich von Obrigkeit, von Weltgesetzen, ist von den Unsern ganz klar und richtig gegeben, also daß viel große, hohe, ehrbare Leute, die nach ihrem Stand mit Regimenten müssen umgehen und in großen Händeln sein, bekennen, daß ihre Gewissen merklichen Trost empfangen haben, welche zuvor durch solche Irrtümer der Mönche unsägliche Qual erlitten und in Zweifel standen, ob ihre Stände auch christlich wären, und ob das Evangelium solches nachließe. Dieses haben wir darum erzählt, daß auch die Fremden, Feind und Freund, verstehen mögen, daß durch diese Lehre die Obrigkeit, Landregiment, kaiserlich Recht und andere nicht niedergestoßen, sondern vielmehr hoch gehoben und geschützt werden, daß auch diese Lehre erst recht Unterricht gibt, wie ein herrlich, groß Amt, voll christlicher, guter Werke, das Amt der Regimente ist usw.; welches alles zuvor durch die heuchlerische Mönchslehre für sündliche, weltliche Stände, Leben und Wesen zu unsäglicher Gefahr des Gewissens gehalten ist worden. Denn die Mönche haben solche Heuchelei erdichtet, ihre Demut und Armut viel höher gerühmt und gehalten denn Fürsten- und Herren-, Vater-, Mutter-, Hausvaterstand; So doch diese Stände Gottes Wort und Befehl haben, die Möncherei aber keinen Befehl Gottes hat.

Artikel XVII. Von der Wiederkunft Christi zum Gericht.

Den XVII. Artikel nehmen die Widersacher an, da wir bekennen, daß Christus am Jüngsten Tage kommen werde, die Toten auferwecken, den Frommen das ewige Leben und Freude geben, die Gottlosen zu ewiger Pein mit dem Teufel verdammen.

Artikel XVIII. Vom freien Willen.

Den XVIII. Artikel nehmen die Widersacher an vom freien Willen, wiewohl sie etliche Sprüche der Schrift anziehen, die sich zu der Sache nicht reimen. Auch machen sie ein groß Geschrei davon, daß, wie man den freien Willen nicht solle zu hoch heben wie die Pelagianer, so soll man ihm nicht zu viel nehmen mit den Manichäern. Ja alles wohl geredet. Was ist aber für Unterschied zwischen den Pelagianern und unsern Widersachern, so sie beide lehren, daß die Menschen ohne den Heiligen Geist können Gott lieben, Gottes Gebote halten quoad substantiam actuum, das ist, die Werke können sie tun durch natürliche Vernunft, ohne den Heiligen Geist, dadurch sie die Gnade Gottes verdienen? Wie viele, unzählige Irrtümer erfolgen aus dieser pelagianischen Lehre, die sie gleichwohl in ihren Schulen gar stark treiben und predigen! Dieselben Irrtümer widerficht Augustinus aus Paulo aufs heftigste, dessen Meinung wir oben De iustificatione gesetzt. Und wir sagen auch, daß die Vernunft etlichermaßen einen freien Willen hat. Denn in den Dingen, welche mit der Vernunft zu fassen, zu begreifen sind, haben wir einen freien Willen. Es ist etlichermaßen in uns ein Vermögen, äußerlich ehrbar zu leben, von Gott zu reden, einen äußerlichen Gottesdienst oder heilige Gebärde zu erzeigen, Obrigkeit und Eltern zu gehorchen, nicht zu stehlen, nicht zu töten. Denn dieweil nach Adams Fall gleichwohl bleibt die natürliche Vernunft, daß ich Böses und Gutes kenne in den Dingen, die mit Sinnen und Vernunft zu begreifen sind, so ist auch etlichermaßen unsers freien Willens Vermögen, ehrbar oder unehrbar zu leben. Das nennt die Heilige Schrift die Gerechtigkeit des Gesetzes oder Fleisches, welche die Vernunft etlichermaßen vermag ohne den Heiligen Geist, wiewohl die angeborne böse Lust so gewaltig ist, daß die Menschen öfter derselben folgen denn der Vernunft, und der Teufel, welcher, wie Paulus sagt, kräftiglich wirkt in den Gottlosen, reizt ohne Unterlaß die arme, schwache Natur zu allen Sünden. Und das ist die Ursache, warum auch wenig der natürlichen Vernunft nach ein ehrbar Leben führen, wie wir sehen, daß auch wenig Philosophi, welche doch danach heftig sich bemüht, ein ehrbar äußerlich Leben recht geführt haben. Das ist aber falsch und erdichtet, daß diejenigen sollten ohne Sünde sein, die solche Werke tun außerhalb der Gnade, oder daß solche gute Werke de congruo Vergebung der Sünden und Gnade verdienen sollten. Denn solche Herzen, die ohne den Heiligen Geist sind, die sind ohne Gottesfurcht, ohne Glauben, Vertrauen, glauben nicht, daß Gott sie erhöre, daß er ihre Sünden vergebe, daß er ihnen in Nöten helfe. Darum sind sie gottlos. Nun kann „ein böser Baum nicht gute Frucht tragen“, und „ohne Glauben kann niemand Gott gefallen.“

Darum, ob wir gleich nachgeben, daß in unserm Vermögen sei, solch äußerlich Werk zu tun, so sagen wir doch, daß der freie Wille und Vernunft in geistlichen Sachen nichts vermag, nämlich Gott wahrhaft glauben, gewiß sich zu verlassen, daß Gott bei uns sei, uns erhöre, unsere Sünden vergebe usw. Denn das sind die rechten, hohen edelsten guten Werke der ersten Tafel in den zehn Geboten; die vermag kein Menschenherz ohne des Heiligen Geistes Licht und Gnade zu tun, wie Paulus sagt zu den Korinthern: „Der natürliche Mensch vernimmt nichts vom Geist Gottes.“ Das ist, ein Mensch, der nicht erleuchtet ist durch Gottes Geist, vernimmt gar nichts aus natürlicher Vernunft von Gottes Willen oder göttlichen Sachen. Und das empfinden die Menschen, wenn sie ihr Herz fragen, wie sie gegen Gottes Willen gesinnt seien, ob sie auch gewiß dafürhalten, daß Gott ihrer wahrnehme und sie erhöre. Denn solches gewiß zu glauben und also auf einen unsichtbaren Gott sich ganz zu verlassen und, wie Petrus sagt, 1. Pet. 1, 8, den Christum, den wir nicht sehen, zu lieben und groß zu achten, das kommt auch die Heiligen schwer an; wie sollte es denn in den Gottlosen leicht sein? Dann heben wir an recht zu glauben, wenn unsere Herzen erst erschreckt werden und durch Christum wieder aufgerichtet, da wir durch den Heiligen Geist neugeboren werden, wie oben gesagt.

Darum ist’s gut, daß man dieses klar unterscheidet, nämlich, daß die Vernunft und freier Wille vermag, etlichermaßen äußerlich ehrbar zu leben; aber neugeboren werden, inwendig ander Herz, Sinn und Mut kriegen, das wirkt allein der Heilige Geist. Also bleibt weltliche, äußerliche Zucht; denn Gott will ungeschicktes, wildes, freches Wesen und Leben nicht haben, und wird doch ein rechter Unterschied gemacht unter äußerlichem Weltleben und Frömmigkeit und der Frömmigkeit, die vor Gott gilt, die nicht philosophisch äußerlich ist, sondern inwendig im Herzen. Und diesen Unterschied haben wir nicht erdichtet, sondern die Heilige Schrift setzt solches klar. So behandelt es auch Augustinus,. Und ist neulich von Guilielmo Parisiensi auch fleißig geschrieben und gehandelt. Aber diejenigen, die sich selbst erdichten und erträumen, als vermöchten die Menschen Gottes Gesetz zu halten ohne den Heiligen Geist, und als werde der Heilige Geist uns Gnade geben in Ansehung unsers Verdienstes, haben diese nötige Lehre schändlich unterdrückt.

Apologie XVI,9-XVIII,10: Vom weltlichen Regiment, von der Wiederkunft Christi zum Gericht und vom freien Willen.

Es segne und behüte Euch Gott, der allmächtige und barmherzige, der Vater, Sohn + Heiliger Geist

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Sunday before Ash Wednesday (Estomihi)

Christus bei Maria und Martha (Jan Vermeer)

Then Jesus took the twelve aside and said to them:

Look, we are going up to Jerusalem, and everything that is written about the Son of Man by the prophets will be accomplished.

Luke 18,31

Introit

In you, O Lord, I have taken shelter. Never let me be humiliated. Vindicate me by rescuing me.  Listen to me. Quickly deliver me. Be my protector and refuge, a stronghold where I can be safe.
For you are my high ridge and my stronghold; for the sake of your own reputation you lead me and guide me.
You will free me from the net they hid for me, for you are my place of refuge.
Into your hand I entrust my life; you will rescue me, O Lord, the faithful God.
I hate those who serve worthless idols, but I trust in the Lord.

I will be happy and rejoice in your faithfulness, because you notice my pain and you are aware of how distressed I am.

You do not deliver me over to the power of the enemy; you enable me to stand in a wide open place. You determine my destiny. Rescue me from the power of my enemies and those who chase me.

Smile on your servant. Deliver me because of your faithfulness.

Psalm 31,2ff.8f.16f

Collect

O Lord, mercifully hear our prayers and having set us free from the bonds of ours sins deliver us from every evil; through Jesus Christ, Your Son, our Lord, who lives and reigns with You and the Holy Spirit, one God, now and forever.

LSB Altarbook Pg. 866

Old Testament reading

I absolutely despise your festivals! I get no pleasure from your religious assemblies.

Even if you offer me burnt and grain offerings,I will not be satisfied; I will not look with favor on your peace offerings of fattened calves. Take away from me your noisy songs; I don’t want to hear the music of your stringed instruments.

Justice must flow like torrents of water, righteous actions like a stream that never dries up. Indeed you will go out with joy; you will be led along in peace;
the mountains and hills will give a joyful shout before you, and all the trees in the field will clap their hands

Amos 5,21-24

Epistle

If I speak in the tongues of men and of angels, but I do not have love, I am a noisy gong or a clanging cymbal. And if I have prophecy, and know all mysteries and all knowledge, and if I have all faith so that I can remove mountains, but do not have love, I am nothing. If I give away everything I own, and if I give over my body in order to boast, but do not have love, I receive no benefit.

Love is patient, love is kind, it is not envious. Love does not brag, it is not puffed up.It is not rude, it is not self-serving, it is not easily angered or resentful.It is not glad about injustice, but rejoices in the truth.It bears all things, believes all things, hopes all things, endures all things.

Love never ends. But if there are prophecies, they will be set aside; if there are tongues, they will cease; if there is knowledge, it will be set aside. For we know in part, and we prophesy in part,but when what is perfectcomes, the partial will be set aside.When I was a child, I talked like a child, I thought like a child, I reasoned like a child. But when I became an adult, I set aside childish ways.For now we see in a mirror indirectly, but then we will see face to face. Now I know in part, but then I will know fully, just as I have been fully known. And now these three remain: faith, hope, and love. But the greatest of these is love.

1. Corinthians 13

Holy Gospel

Then Jesus began to teach them that the Son of Man must suffer many things and be rejected by the elders, chief priests, and experts in the law, and be killed, and after three days rise again. He spoke openly about this. So Peter took him aside and began to rebuke him.But after turning and looking at his disciples, he rebuked Peter and said, “Get behind me, Satan. You are not setting your mind on God’s interests, but on man’s.” Then Jesus called the crowd, along with his disciples, and said to them, “If anyone wants to become my follower, he must deny himself, take up his cross, and follow me. For whoever wants to save his life will lose it, but whoever loses his life because of me and because of the gospel will save it. For what benefit is it for a person to gain the whole world, yet forfeit his life? What can a person give in exchange for his life? For if anyone is ashamed of me and my words in this adulterous and sinful generation, the Son of Man will also be ashamed of him when he comes in the glory of his Father with the holy angels.”

Mark 8,31-38

The Christian Creed

I believe in one God, the Father Almighty, maker of heaven and earth and of all things visible and invisible.

And in one Lord Jesus Christ, the only-begotten Son of God, begotten of His Father before all worlds, God of God, Light of Light, very God of very God, begotten, not made, being of one substance with the Father, by whom all things were made; who for us men and for our salvation came down from heaven and was incarnate by the Holy Spirit of the virgin Mary and was made man; and was crucified also for us under Pontius Pilate. He suffered and was buried. And the third day He rose again according to the Scriptures and ascended into heaven and sits at the right hand of the Father. And He will come again with glory to judge both the living and the dead, whose kingdom will have no end.

And I believe in the Holy Spirit, the Lord and Giver of Life, who proceeds from the Father and the Son, who with the Father and the Son together is worshiped and glorified, who spoke by the prophets. 

And I believe in one holy Christian and apostolic Church, I acknowledge one Baptism for the remission of sins, and I look for the resurrection of the dead and the life of the world to come. Amen.

Nicene Creed

Hymn for Estomihi

Let us ever walk with Jesus, follow his example pure, flee the world which would deceive us and to sin our souls allure. Ever in his footsteps treading, body here, yet soul above, full of faith and hope and love, let us do the Father’s bidding. Faithful Lord, abide with me; Savior, lead; I follow thee.

Let us suffer here with Jesus, to his image e’er conform; heaven’s glory soon will please us, sunshine follow on the storm. Though we sow in tears of sorrow, we shall reap in heav’nly joy, and the fears that now annoy shall be laughter on the morrow. Christ, I suffer here with thee; there, O share thy joy with me.

Let us also die with Jesus; his death from the second death, from our soul’s destruction, frees us, quickens us with life’s glad breath. Let us mortify, while living, flesh and blood and die to sin, and the grave that shuts us in shall but prove the gate to heaven. Jesus, here I die to thee, there to live eternally.

Let us gladly live with Jesus; since he’s risen from the dead, death and grave must soon release us. Jesus, thou art now our head. We are truly thine own members, where thou livest, there live we; take and own us constantly, faithful Friend, as thy dear brethren. Jesus, here I live to thee, also there eternally.

Sigismund von Birken 1626-1681

Sermon for Estomihi

Now as they went on their way, Jesus entered a certain village where a woman named Martha welcomed him as a guest. She had a sister named Mary, who sat at the Lord’s feet and listened to what he said. But Martha was distracted with all the preparations she had to make, so she came up to him and said, “Lord, don’t you care that my sister has left me to do all the work alone? Tell her to help me.” But the Lord answered her, “Martha, Martha, you are worried and troubled about many things, but one thing is needed. Mary has chosen the best part; it will not be taken away from her.

Luke 10,38-42

My sermon:

Church Prayer

Let us pray for the whole Church of God in Christ Jesus and for all people according to their needs.

O Lover of the human race, have compassion on Your baptized children. Renew us by Your Holy Spirit, that our lives would reflect the unfailing love we have in Christ, our Savior. Lord, in Your mercy, hear our prayer.

Almighty and most merciful God, You urge Your Church to be strong and fear not. Inspire us to trust Your just judgment and expect the renewal of this world. Strengthen our hands and knees to pray without ceasing and to perform the works You have prepared for us. Lord, in Your mercy, hear our prayer.

Heavenly Father, grant grace to Your people in their many and various vocations. Give them patience, and strengthen them in their Christian witness to the world and in service to their neighbor. Lord, in Your mercy, hear our prayer.

O Lord, You see in secret. You chose David, least among his brothers, to rule in Your kingdom. Put down the proud and exult the humble to rule in our land, that we also may receive leaders who rule with integrity and humility after Your own heart. We pray for Friedrich Merz together with elected parties as they constitute our new government. Grant wisdom, courage and fortitude, but also the necessary means, capacity and insight to do, what is needful and good. We pray for Vladimir Zelensky and those elected leaders who defend law and order, justice and freedom against corruption, injustice, tyranny, terror, violence, insurrection and unjust war. Lord have mercy on us all. Lord, in Your mercy, hear our prayer.

Great Physician, You promise eternal healing for all who look to You in faith. Until that day when all struggles are relieved, bestow health and support on Your people [especially Helmut Keitel, Thomas Schmidt, Annett Glaubig, Sylvia Kleeblatt, Paulina Richter, Christoph and June Johnson]. Strengthen us to live our days in peace according to Your holy and gracious will. Lord, in Your mercy, hear our prayer.

Father of our Lord Jesus Christ, You gather us to this altar to receive His sacrificial banquet, where the humble are exalted and no arrogant heart is welcome. Forgive our sins for His sake, and bestow upon us who seek no worldly satisfaction this humble yet royal gift. Lord, in Your mercy, hear our prayer.

Lord God, heavenly Father, what You foretold through the holy prophets has been fulfilled and accomplished in the suffering, death and resurrection of Your Son. You have set forth His Passion and resurrection as the firm foundation and content for our faith. Have mercy on us, and fix our eyes on the Son of David at all times. Give us courage to follow Him through all adversity and every assault of the devil and to view His Passion with repentant hearts and delight, for by it You have redeemed us from all sin and evil. Comfort us with the certainty of Christ’s resurrection, by which we have the confidence of eternal life; through the same Jesus Christ, Your Son, our Lord, who lives and reigns with You and the Holy Spirit, one God, now and forever. Amen.

Lutheran Church Missouri Synod: One-year-series

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O Lebensbrünnlein tief und groß

Arnswalde in den 1930er Jahren (Jürgen Wilke FB)

Des Morgens, wenn Du aufstehst, kannst Du Dich segnen mit dem Zeichen des heiligen Kreuzes und sagen: 

Das walte Gott Vater + Sohn und Heiliger Geist! Amen

Apostolische Glaubensbekenntnis 

Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde. 

Und an Jesum Christum, seinen einigen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist von dem Heiligen Geist, geboren aus Maria der Jungfrau, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, niedergefahren zur Hölle, am dritten Tage wieder auferstanden von den Toten, aufgefahren gen Himmel; sitzend zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters; von dannen er kommen wird zu richten die Lebendigen und die Toten. 

Ich glaube an den Heiligen Geist, eine heilige christliche Kirche, die Gemeinde der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. Amen.

Vaterunser 

Vater unser im Himmel
Geheiligt werde Dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Willst du, so kannst du dies Gebet dazu sprechen (Luthers Morgensegen)

Ich danke Dir, mein himmlischer Vater, durch Jesus Christus, Deinen lieben Sohn, daß Du mich diese Nacht vor allem Schaden und Gefahr behütet hast, und bitte Dich, Du wollest mich diesen Tag auch behüten vor Sünden und allem Übel, daß Dir all mein Tun und Leben gefalle. Denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in Deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde.

Als dann mit Freuden an Dein Werk gegangen und etwa ein Lied gesungen oder was Dir Deine Andacht eingibt.

Kollekte am Sonntag Sexagesimae (Viererlei Ackerfeld) 

Herr Gott, himmlischer Vater, wir danken Dir, daß Du Dein Wort durch Deinen Sohn Jesus Christus unter uns reichlich aussäest; wir bitten Dich, bereite unsere Herzen durch Deinen Heiligen Geist, daß wir Dein Wort im Glauben aufnehmen, in einem feinen, guten Herzen behalten und in Geduld Frucht bringen, durch Jesus Christus, Deinen lieben Sohn unseren Herrn, der mit Dir und dem Heiligen Geist lebt und regiert in Ewigkeit. Amen. 

Heute, so Ihr seine Stimme höret, so verstocket Euer Herz nicht. 

Psalm 95,7f

Aus dem lutherischen Kirchengesangbuch

O Lebensbrünnlein tief und groß, entsprungen aus des Vaters Schoß, ein wahrer Gott ohn Ende, der Du Dich uns hast offenbart in unsrer Menschheit, rein und zart, Dein lieb’ Herz zu uns wende. Denn wie ein Hirsch nach frischer Quell, so schreit zu Dir mein arme Seel aus dieser Welt Elende.

O Lebensbrünnlein, durch Dein Wort hast Du Dich uns an allem Ort ergossn mit reichen Gaben, voll Wahrheit und göttlicher Gnad, die uns erschienen früh und spat, das matte Herz zu laben. O frischer Quell, o Brünnelein, erquick und lass die Seele mein in Dir das Leben haben.

Wie ein Blümlein in dürrem Land, durch Sommerhitz sehr ausgebrannt, vom Tau sich tut erquicken, also, wenn mein Herz in der Not verschmacht´, hält sich an seinen Gott und läßt sich nicht ersticken; ja wie ein grüner Palmenbaum unter der Last sich machet Raum, läßest sichs nicht erdrücken.

O Lebensbrünnlein, Jesu Christ, Dein Güte unerschöpflich ist, niemand kann sie ermessen; darum mir auch nichts mangeln wird, wenn mich versorgt der treue Hirt, der mir mein Herz besessen. Mit seinem Evangelio macht er mein Herz im Leib so froh, daß ich sein nicht vergesse.

O Lebensbrünnlein tief und weit, Du stillest Durst in Ewigkeit und läßt niemand verderben. Gib mir, der ich aus Deiner Füll mit rechtem Glauben schöpfen will, Trost wider Tod und Sterben, daß ich blüh wie ein Röselein zu Saron und durch Dich allein das ewig Leben erbe.

Johann Mühlmann 1618 (LKG 1618)

Fortlaufende Lese

Es sprach aber einer aus dem Volk zu ihm: Meister, sage meinem Bruder, dass er mit mir das Erbe teile.  14 Er aber sprach zu ihm: Mensch, wer hat mich zum Richter oder Schlichter über euch gesetzt?  15 Und er sprach zu ihnen: Seht zu und hütet euch vor aller Habgier; denn niemand lebt davon, daß er viele Güter hat.  

16 Und er sagte ihnen ein Gleichnis und sprach: Es war ein reicher Mensch, dessen Land hatte gut getragen.  17 Und er dachte bei sich selbst und sprach: Was soll ich tun? Ich habe nichts, wohin ich meine Früchte sammle.  18 Und sprach: Das will ich tun: Ich will meine Scheunen abbrechen und größere bauen und will darin sammeln all mein Korn und meine Güter  19 und will sagen zu meiner Seele: Liebe Seele, du hast einen großen Vorrat für viele Jahre; habe nun Ruhe, iss, trink und habe guten Mut!  20 Aber Gott sprach zu ihm: Du Narr! Diese Nacht wird man deine Seele von dir fordern. Und wem wird dann gehören, was du bereitet hast?  21 So geht es dem, der sich Schätze sammelt und ist nicht reich bei Gott. 

Lukas 12,13-21

Morgenlese

Suchet den HERRN, solange er zu finden ist; ruft ihn an, solange er nahe ist. 7 Der Gottlose lasse von seinem Wege und der Übeltäter von seinen Gedanken und bekehre sich zum HERRN, so wird er sich seiner erbarmen, und zu unserm Gott, denn bei ihm ist viel Vergebung. 8 Denn meine Gedanken sind nicht eure Gedanken, und eure Wege sind nicht meine Wege, spricht der HERR, 9 sondern so viel der Himmel höher ist als die Erde, so sind auch meine Wege höher als eure Wege und meine Gedanken als eure Gedanken. 10 Denn gleichwie der Regen und Schnee vom Himmel fällt und nicht wieder dahin zurückkehrt, sondern feuchtet die Erde und macht sie fruchtbar und lässt wachsen, dass sie gibt Samen zu säen und Brot zu essen, 11 so soll das Wort, das aus meinem Munde geht, auch sein: Es wird nicht wieder leer zu mir zurückkommen, sondern wird tun, was mir gefällt, und ihm wird gelingen, wozu ich es sende. 

Jesaja 55,6-11

Abendlese

Es ist also noch eine Ruhe vorhanden für das Volk Gottes. 10 Denn wer in seine Ruhe eingegangen ist, der ruht auch von seinen Werken so wie Gott von den seinen. 11 So lasst uns nun bemüht sein, in diese Ruhe einzugehen, damit nicht jemand zu Fall komme wie in diesem Beispiel des Ungehorsams. 12 Denn das Wort Gottes ist lebendig und kräftig und schärfer als jedes zweischneidige Schwert und dringt durch, bis es scheidet Seele und Geist, auch Mark und Bein, und ist ein Richter der Gedanken und Sinne des Herzens. 13 Und kein Geschöpf ist vor ihm verborgen, sondern es ist alles bloß und aufgedeckt vor den Augen dessen, dem wir Rechenschaft geben müssen. 

Hebräer 4,9-13

Bekenntnislese

Dieser Artikel von den menschlichen Traditionen oder Satzungen hat ganz viel schwere Disputationen und Fragen hinter sich, und die Erfahrung hat’s allzustark gegeben, daß solche Satzungen rechte schwere Ketten und Stricke sind, die Gewissen jämmerlich zu quälen. Denn wenn dieser Wahn da ist, daß sie nötig seien zur Seligkeit, so plagen sie über alle Maßen ein arm Gewissen. Die denn fromme Herzen wohl erfahren, wenn sie in horis canonicis eine Complete ausgelassen usw. oder dergleichen dawider getan. Wiederum schlechthin die Freiheit lehren, hat auch seine Bedenken und seine Fragen, nachdem das gemeine Volk äußerlicher Zucht und Anleitung bedarf. Aber die Widersacher machen diese Sache selbst gewiß und schlecht. Denn sie verdammen uns darum, daß wir lehren, daß wir durch menschliche Satzungen nicht verdienen Vergebung der Sünden vor Gott. Item, sie wollen ihre Satzungen durch die ganze Kirche universaliter durchaus gehalten haben, schlechts als nötig, und setzen sie an Christus’ Statt. Da haben wir einen starken Patron für uns, den Apostel Paulum, welcher an allen Orten das streitet, daß solche Satzungen vor Gott nicht gerecht machen und nicht nötig seien zur Seligkeit. Auch lehren die Unsern deutlich und klar, daß man der christlichen Freiheit in den Dingen also gebrauchen soll, daß man vor den Schwachen, so solches nicht unterrichtet sind, nicht Ärgernis anrichte, und daß nicht etwa diejenigen, so der Freiheit mißbrauchen, die Schwachen von der Lehre des Evangelii abschrecken. Darum lehren auch unsere Prediger, daß ohne besondere und ohne bewegende Ursachen an den Kirchenbräuchen nichts geändert soll werden, sondern um Friedens und Einigkeit willen soll man diejenigen Gewohnheiten halten, so man ohne Sünde und ohne Beschwerung der Gewissen halten kann. Und auf diesem Augsburger Reichstag haben wir uns gleich genug finden und vernehmen lassen, daß wir um Liebe willen unbeschwert sein wollten, etliche adiaphora mit den andern zu halten. Denn wir haben auch bei und wohl bedacht, daß gemeine Einigkeit und Friede, soviel derselben ohne Beschwerung der Gewissen zu erhalten wäre, billig allen andern, geringen Sachen würde vorgezogen. Aber von dem allem wollen wir hernach weiter reden, wenn wir von Klostergelübden und von der potestate ecclesiastica handeln werden.

Artikel XVI. Vom weltlichen Regiment.

Den XVI. Artikel lassen ihnen die Widersacher gefallen ohne alle weiteren Fragen, da wir in der Konfession sagen und lehren, daß ein Christ mit Gott und Gewissen in der Obrigkeit sein mag, Land und Leute regieren, Urteil und Recht sprechen aus kaiserlichen und andern landläufigen Rechten, die Übertäter mit dem Schwert und sonst nach der Schärfe strafen, Kriege führen, kaufen und verkaufen, Haus, Hof und sonst Eigenes haben und behalten, aufgelegte Eide in Gerichten schwören; in Summa, da wir lehren, daß Obrigkeit und Regiment, item ihr Recht und Strafe und alles, was dazu gehört, seien gute Kreaturen Gottes und Gottes Ordnungen, deren ein Christ mit gutem Gewissen brauchen darf. Dieser Artikel gefällt ihnen wohl. Dieser ganz wichtige, nötige Artikel vom Unterschied des geistlichen Reiches Christi und weltlichen Reiches, welche sehr nötig ist zu wissen, ist durch die Unsern ganz eigentlich, richtig und klar gegeben, vielen Gewissen zu merklichem, großem Trost. Denn wir haben klar gelehrt, daß Christi Reich geistlich ist, da er regiert durch das Wort und die Predigt, wirkt durch den Heiligen Geist und mehrt in uns den Glauben, Gottesfurcht, Liebe, Geduld inwendig im Herzen und fängt hier auf Erden in uns Gottes Reich und das ewige Leben an. Solange aber dies Leben währt, läßt er uns nichtsdestoweniger brauchen der Gesetze, der Ordnungen und Stände, so in der Welt gehen, danach eines jeden Beruf ist, gleichwie er uns läßt brauchen der Arznei, item Bauens und Pflanzens, der Luft, des Wassers. Und das Evangelium bringt nicht neue Gesetze im Weltregiment, sondern gebietet und will haben, daß wir den Gesetzen sollen gehorsam sein und der Obrigkeit, darunter wir wohnen, es seien Heiden oder Christen, und daß wir in solchem Gehorsam unsere Liebe erzeigen sollen. Denn Carlstadt war in diesem Fall gar toll und töricht, daß er lehrte, man sollte nach dem Gesetz Mosis die Stadt= und Landregimente bestellen. Von diesem Stücke haben die Unsern darum desto fleißiger geschrieben, denn die Mönche hatten viel und ganz schädliche Irrtümer gelehrt in der Kirche. Denn sie haben dieses ein evangelisch Leben genannt, daß man nichts Eigenes hätte, daß man nicht Strafe und Rache übte, daß man nicht Weib und Kind hätte. Solche Lehren haben die reine evangelische Lehre ganz unterdrückt, daß man gar nicht verstanden hat, was christlich oder des geistliche Reich Christi sei, und haben weltlich und geistlich Reich ineinandergekocht, daraus viel Unrat und aufrührerische, schädliche Lehre erfolgt usw. Denn das Evangelium zerreißt nicht weltlich Regiment, Haushaltung, Kaufen, Verkaufen und andere weltliche Polizei, sondern bestätigt Obrigkeit und Regiment und befiehlt, denselben gehorsam zu sein als Gottes Ordnung, nicht allein und der Strafe willen, sondern auch um des Gewissen willen.

Julianus Apostata, Celsus und etliche andere, die haben den Christen vorgeworfen, daß ihr Evangelium die Weltregimente und Polizeien zerrisse und zerrüttete, dieweil es verbiete, man solle sich nicht rächen und dergleichen. Und die selben Fragen haben Origeni und Nazianzeno und etlichen andern viel zu tun gemacht, so man doch leichtlich darauf antworten kann, wenn wir allein wissen, daß die evangelische Lehre nicht neue Gesetze macht von Weltregimenten, sondern predigt Vergebung der Sünden, und daß das geistliche Reich und ewige Leben in den Herzen der Gläubigen anfängt. Das Evangelium aber läßt nicht allein bleiben dieselben äußerlichen Polizeien, Weltregimente und Ordnungen, sondern will auch, daß wir solchen sollen gehorsam sein, gleichwie wir in diesem zeitlichen Leben gehorsam und unterworfen sein sollen und müssen gemeinem Lauf der Natur als Gottes Ordnung (wir lassen es Winter und Sommer werden usw.); das hindert nichts am geistlichen Reich. Das Evangelium verbietet allein privatam vindictam, daß niemand der Obrigkeit in ihr Amt greife. Und das zeigt Christus darum so oft an, daß die Apostel nicht dächten, sie sollten Weltherren werden und die Königreiche und Obrigkeit denjenigen nehmen, die zu der Zeit in Herrschaften waren, wie denn die Juden vom Reich des Messias geachten, sondern daß sie wüßten, daß ihr Amt wäre, zu predigen vom geistlichen Reich, nicht einiges Weltregiment zu verändern. Der halben ist das Gebot, da Christus verbietet, sich selbst zu rächen, nicht allein ein Rat, sondern ein ernst Gebot, Mat. 5 und Röm. 12. Die Rache aber und Strafe des Argen, so von der Obrigkeit geschieht, ist damit nicht verboten, sondern vielmehr geboten. Denn es ist: „Gottes Werk“, wie Paulus Röm. 13 sagt. Dieselbe Rache geschieht, wenn man Übertäter straft, Krieg führt um gemeinen Friedens willen, des Schwerts, der Pferde und Harnische gebraucht usw. Von den Dingen haben etliche Lehrer solche schädliche Irrtümer gelehrt, daß gar nahe alle Fürsten, Herren, Ritter, Knechte ihren rechten Stand für weltlich, ungöttlich und verdammt gehalten usw. Und ist nicht wohl mit Worten auszureden, was für unsägliche Gefahr und Schaden der Seelen und Gewissen daraus geursacht. Denn man hat gelehrt, als sei das Evangelium und die christliche Lehre eitel Mönchsleben, und haben nicht gesehen, daß das Evangelium lehrt, wie man vor Gott und im Gewissen von den Sünde, Hölle, dem Teufel erlöst wird und läßt auswendig der Welt ihr Regiment in äußerlichen Dingen.

Apologie XV,49 (Von den menschlichen Satzungen) – XVI,8 (Vom weltlichen Regiment)

Es segne und behüte Euch Gott, der allmächtige und barmherzige, der Vater, Sohn + Heiliger Geist

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O Christe, Morgensterne, leucht uns mit hellem Schein.

Eingang zur Schloßkirche in Wittenberg

Des Morgens, wenn Du aufstehst, kannst Du Dich segnen mit dem Zeichen des heiligen Kreuzes und sagen: 

Das walte Gott Vater + Sohn und Heiliger Geist! Amen

Apostolische Glaubensbekenntnis 

Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde. 

Und an Jesum Christum, seinen einigen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist von dem Heiligen Geist, geboren aus Maria der Jungfrau, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, niedergefahren zur Hölle, am dritten Tage wieder auferstanden von den Toten, aufgefahren gen Himmel; sitzend zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters; von dannen er kommen wird zu richten die Lebendigen und die Toten. 

Ich glaube an den Heiligen Geist, eine heilige christliche Kirche, die Gemeinde der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. Amen.

Vaterunser 

Vater unser im Himmel
Geheiligt werde Dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Willst du, so kannst du dies Gebet dazu sprechen (Luthers Morgensegen)

Ich danke Dir, mein himmlischer Vater, durch Jesus Christus, Deinen lieben Sohn, daß Du mich diese Nacht vor allem Schaden und Gefahr behütet hast, und bitte Dich, Du wollest mich diesen Tag auch behüten vor Sünden und allem Übel, daß Dir all mein Tun und Leben gefalle. Denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in Deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde.

Als dann mit Freuden an Dein Werk gegangen und etwa ein Lied gesungen oder was Dir Deine Andacht eingibt.

Kollekte am Sonntag Sexagesimae (Viererlei Ackerfeld) 

Herr Gott, himmlischer Vater, wir danken Dir, daß Du Dein Wort durch Deinen Sohn Jesus Christus unter uns reichlich aussäest; wir bitten Dich, bereite unsere Herzen durch Deinen Heiligen Geist, daß wir Dein Wort im Glauben aufnehmen, in einem feinen, guten Herzen behalten und in Geduld Frucht bringen, durch Jesus Christus, Deinen lieben Sohn unseren Herrn, der mit Dir und dem Heiligen Geist lebt und regiert in Ewigkeit. Amen. 

Heute, so Ihr seine Stimme höret, so verstocket Euer Herz nicht. 

Psalm 95,7f

Aus dem lutherischen Kirchengesangbuch

O Christe, Morgensterne, leucht uns mit hellem Schein; schein uns vons Himmels Throne an diesem dunklen Ort mit Deinem reinen Wort.

O Jesu, Trost der Armen, mein Herz heb ich zu Dir; Du wirst Dich mein erbarmen, Dein Gnade schenken mir, das trau ich gänzlich Dir.

Ich kann und mag nicht schaffen, ich kann nicht fröhlich sein; mir ist verwandt mein Seele und fürcht der Höllen Pein, o Christe, erbarm Dich mein.

O Jesu, lieber Herre, Du einger Gottes Sohn, von Herzen ich begehre, Du wolllst mir Hilfe tun. Du bist der Gnaden Thron.

Du hast für mich vergossen Dein rosenfarbnes Blut; des laß mich, Herr, genießen, tröst mich durch Deine Güt; hilf mir, das ist mein Bitt.

“Ist Dir verwundt so sehre die arme Seele Dein, tu Du Dich zu mir kehren; ich will Dein Helfer sein, vergeben Schuld und Pein.

Laß Du von Sünden abe und sei ein frommer Christ; ich will Dich selber lieben und schenken meinen Geist, der Dich zum Himmel weist.

Ich will Dich selber speisen mit meinem Leib und Blut, mein Lieb an Dir beweisen, und will Dir teilen mit mein´ Schatz und höchstes Gut.”

O Jesu, Lob und Ehre sing ich Dir allezeit; den Glauben in mir mehre, daß ich nach dieser Zeit mit Dir eingeh zur Freud.

Leipzig 1579 (LKG 231)

Fortlaufende Lese

Unterdessen kamen viele Tausend Menschen zusammen, sodass sie einander fast niedertraten. Da fing er an und sagte zuerst zu seinen Jüngern: Hütet euch vor dem Sauerteig der Pharisäer, das ist die Heuchelei.  2 Es ist aber nichts verborgen, was nicht offenbar wird, und nichts geheim, was man nicht wissen wird.  3 Darum, was ihr in der Finsternis sagt, das wird man im Licht hören; und was ihr ins Ohr flüstert in den Kammern, das wird man auf den Dächern verkündigen.  4 Ich sage aber euch, meinen Freunden: Fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten und danach nichts mehr tun können.  5 Ich will euch aber zeigen, wen ihr fürchten sollt: Fürchtet den, der, nachdem er getötet hat, Macht hat, in die Hölle zu werfen. Ja, ich sage euch, den sollt ihr fürchten.  6 Verkauft man nicht fünf Sperlinge für zwei Groschen? Dennoch ist vor Gott nicht einer von ihnen vergessen.  7 Auch sind die Haare auf eurem Haupt alle gezählt. Fürchtet euch nicht! Ihr seid kostbarer als viele Sperlinge.  8 Ich sage euch aber: Wer mich bekennt vor den Menschen, zu dem wird sich auch der Menschensohn bekennen vor den Engeln Gottes.  9 Wer mich aber verleugnet vor den Menschen, der wird verleugnet werden vor den Engeln Gottes.  10 Und wer ein Wort gegen den Menschensohn sagt, dem soll es vergeben werden; wer aber den Heiligen Geist lästert, dem soll es nicht vergeben werden.  11 Wenn sie euch aber führen werden in die Synagogen und vor die Machthaber und die Obrigkeiten, so sorgt nicht, wie oder womit ihr euch verantworten oder was ihr sagen sollt;  12 denn der Heilige Geist wird euch in derselben Stunde lehren, was ihr sagen sollt. 

Lukas 12,1-12

Morgenlese

 Ich lasse euch aber wissen, Brüder und Schwestern: Wie es um mich steht, das ist zur größeren Förderung des Evangeliums geschehen. 13 Denn dass ich meine Fesseln für Christus trage, das ist im ganzen Prätorium und bei allen andern offenbar geworden, 14 und die meisten Brüder in dem Herrn haben durch meine Gefangenschaft Zuversicht gewonnen und sind umso kühner geworden, das Wort zu reden ohne Scheu. 15 Einige zwar predigen Christus aus Neid und Streitsucht, einige aber auch in guter Absicht: 16 diese aus Liebe, denn sie wissen, dass ich zur Verteidigung des Evangeliums hier liege; 17 jene aber verkündigen Christus aus Eigennutz und nicht lauter, denn sie möchten mir Trübsal bereiten in meiner Gefangenschaft. 18 Was tut’s aber? Wenn nur Christus verkündigt wird auf jede Weise, es geschehe zum Vorwand oder in Wahrheit, so freue ich mich darüber. Aber ich werde mich auch weiterhin freuen; 19 denn ich weiß, dass mir dies zum Heil ausgehen wird durch euer Gebet und durch den Beistand des Geistes Jesu Christi, 20 wie ich sehnlich erwarte und hoffe, dass ich in keinem Stück zuschanden werde, sondern dass frei und offen, wie allezeit so auch jetzt, Christus verherrlicht werde an meinem Leibe, es sei durch Leben oder durch Tod. 21 Denn Christus ist mein Leben, und Sterben ist mein Gewinn. 

Philipper 1,12-21

Abendlese

Darum, wie der Heilige Geist spricht: »Heute, wenn ihr seine Stimme hört, 8 so verstockt eure Herzen nicht, wie es geschah bei der Verbitterung am Tag der Versuchung in der Wüste, 9 wo mich eure Väter versuchten und prüften und hatten doch meine Werke gesehen 10 vierzig Jahre lang. Darum zürnte ich diesem Geschlecht und sprach: Immer irren sie im Herzen! Aber sie verstanden meine Wege nicht, 11 sodass ich schwor in meinem Zorn: Sie sollen nicht eingehen in meine Ruhe.« 12 Seht zu, Brüder und Schwestern, dass niemand unter euch ein böses, ungläubiges Herz habe und abfalle von dem lebendigen Gott; 13 sondern ermahnt euch selbst alle Tage, solange es »heute« heißt, dass nicht jemand unter euch verstockt werde durch den Betrug der Sünde. 14 Denn wir haben an Christus Anteil bekommen, wenn wir die erste Gewissheit[1] bis zum Ende festhalten, 

Hebräer 3,7-14

Bekenntnislese

Wir aber sollen uns wider solch heuchlerische, gleißende Satzungen, dadurch viele verführt und jämmerlich die Gewissen ohne Ursache geplagt werden, rüsten und stärken mit Gottes Wort und sollen erstlich das für gewiß halten, daß Vergebung der Sünden nicht durch solche Satzungen verdient wird. Wir haben den Apostel droben angezogen zu den Kolossern: „Laßt euch niemand Gewissen machen über Speise, Trank, Neumonden, Sabbater.“ Und der Apostel will das ganze Gesetz Mosis und solche Traditionen zugleich begriffen haben, damit die Widersacher hier nicht entschlüpften, wie sie pflegen, als rede Paulus allein vom Gesetz Mosis. Er zeigt aber klar genug an, daß er von menschlichen Satzungen auch rede, wiewohl die Widersacher selbst nicht wissen, was sie sagen. Denn so das Evangelium und Paulus klar melden, daß auch die Zeremonien und Werke der Gesetzes Mosis vor Gott nicht helfen, so werden’s viel weniger menschliche Satzungen tun.

Derhalben haben die Bischöfe nicht Macht noch Gewalt, eigenerwählte Gottesdienste aufzurichten, welche sollen die Leute vor Gott heilig und fromm machen. Denn es sagen auch die Apostel Act. 15: „Was versucht ihr Gott und legt eine Bürde auf die Jünger?“ usw. Da schilt es Petrus als eine große Sünde, damit man Gott verlästere und versuche. Darum ist es der Apostel Meinung, daß diese Freiheit in der Kirche bleiben soll, daß keine Zeremonien, weder das Gesetz Mosis noch andere Satzungen, sollen als nötige Gottesdienste geschätzt werden; wie etliche Zeremonien im Gesetz Mosis als nötig mußten im Alten Testament eine Zeitlang gehalten werden. Darum müssen wir auch wehren, daß die Predigt von der Gnade und von Christo, von Vergebung der Sünden aus lauter Gnade nicht unterdrückt werde, und der schädliche Irrtum nicht einreiße, als seien die Satzungen nötig, fromm vor Gott zu sein. Es habe Gerson und viel andere treue, fromme Leute, welche über die großen Gefahren der Gewissen Mitleid getragen, ejpieivkeian und Linderung gesucht, wie man doch darin den Gewissen helfen könnte, daß sie durch die Traditionen nicht in so mannigfaltige Wege gemartert würden, und haben nichts Gewisses finden können, den Gewissen aus den Banden zu helfen. Die Heilige Schrift und die Apostel aber sind kurz hindurchgegangen und haben schlecht mit einem Striche alles quittiert und klar dürr herausgesagt, daß wir in Christo frei, ledig seien von allen Traditionen, sonderlich wenn man dadurch Seligkeit und Vergebung der Sünden zu erlangen sucht. Darum lehren auch die Apostel, daß man der schädlichen pharisäischen Lehre soll widerstreben mit Lehren und mit dem Gegenexempel. Darum lehren wir, daß solche Satzungen nicht gerecht machen vor Gott, daß sie auch nicht not seien zur Seligkeit, daß auch niemand solche Satzungen machen oder annehmen soll der Meinung, daß er wolle vor Gott dadurch gerecht werden. Wer sie aber halten will, der halte sie, wie ich einen andern Stadtgebrauch möchte halten, da ich wohne, ohne alles Vertrauen, dadurch gerecht zu werden vor Gott. Als, daß ich bei den Deutschen deutsche Kleidung trage, bei den Walen welsche, halte ich als einen Landbrauch, nicht dadurch selig zu werden. Die Apostel, wie das Evangelium anzeigt, brechen frisch solche Satzungen und werden von Christo derhalben gelobt. Denn man muß es nicht allein mit Lehren, Predigen, sondern auch mit der Tat den Pharisäern anzeigen und beweisen, daß solche Gottesdienste nichts nütze sind zur Seligkeit. Und darum, ob die Unsern gleich etliche Traditionen und Zeremonien nachlassen, so sind sie doch genugsam entschuldigt. Denn die Bischöfe fordern solches als nötig zur Seligkeit; das ist ein Irrtum, der nicht zu leiden ist.

Weiter, die ältesten Satzungen aber in der Kirche, als die drei hohen Feste usw., die Sonntagsfeier und dergleichen, welche um guter Ordnung, Einigkeit und Friedens willen erfunden usw., die halten wir gerne. Auch so predigen die Unsern aufs glimpflichste vor dem Volk davon; allein, daneben sagen sie, daß sie vor Gott nicht gerecht machen. Darum reden die Widersacher ihre Gewalt und tun uns ganz vor Gott unrecht, wenn sie uns schuld geben, daß wir alle guten Zeremonien, alle Ordnungen in der Kirche abbringen und niederlegen. Denn wir mögen es mit der Wahrheit sagen, daß es christlicher, ehrlicher in unsern Kirchen mit rechten Gottesdiensten gehalten wird denn bei den Widersachern. Und wo gottesfürchtige, ehrbare, verständige, unparteiische Leute sind, die diese Sache recht genau wollen bedenken und ansehen, so halten wir die alten Canones und mentem legis mehr, reiner und fleißiger denn die Widersacher. Denn die Widersacher treten unverschämt die allerehrlichsten Canones mit Füßen, wie sie dann Christo und dem Evangelio auch tun. Die Pfaffen und Mönche in Stiften mißbrauchen der Messe aufs schrecklichste und greulichste, halten Messen täglich in großer Anzahl allein um der Abgaben willen, um der Geldes, um des schändlichen Bauchs willen. So singen sie die Psalmen in Stiften, nicht daß sie studieren oder ernstlich beten (denn das mehrere Teil versteht nicht einen Vers in den Psalmen), sondern halten ihre Metten und Vesper als einen gedingten Gottesdienst, der ihnen ihre Rente und Zinse trägt. Dieses alles können sie nicht leugnen. Es schämen sich auch selbst etliche Redliche unter ihnen desselben Jahrmarkts und sagen, clerus bedürfe einer Reformation. Bei uns aber braucht das Volk des heiligen Sakraments willig, ungedrungen, alle Sonntage, welche man erst verhört, ob sie in christlicher Lehre unterrichtet sind, im Vaterunser, im Glauben, in den zehn Geboten etwas wissen oder verstehen. Item, die Jugend und das Volk singt ordentlich lateinische und deutsche Psalmen, daß sie der Sprüche der Schrift gewöhnen und beten lernen. Bei den Widersachern ist kein Katechismus, da doch die Canones von reden. Bei uns werden die Canones gehalten, daß die Pfarrer und Kirchendiener öffentlich und daheim die Kinder und Jugend in Gottes Wort unterweisen. Und der Katechismus ist nicht ein Kinderwerk, wie Fahnen=, Kerzentragen, sondern eine sehr nützliche Unterrichtung. Bei den Widersachern wird in vielen Ländern, als in Italien und Hispanien usw., das ganze Jahr durch nicht gepredigt denn allein in der Fasten. Da sollten sie schreien und billig hoch klagen; denn das heißt auf einmal alle Gottesdienste recht umgestoßen. Denn der allergrößte, heiligste, nötigste, höchste Gottesdienst, welchen Gott im ersten und andern Gebot als das Größte hat gefordert, ist Gottes Wort predigen: denn das Predigtamt ist das höchste Amt in der Kirche. Wo nun der Gottesdienst ausgelassen wird, wie kann da Erkenntnis Gottes, die Lehre Christi oder das Evangelium sein? Darum, wenn sie gleich in der Fasten oder sonst zur andern Zeit predigen, lehren sie nichts denn von solchen Menschensatzungen, vom Anrufen der Heiligen, von Weihwasser und von solchen Narrenwerken und ist der Gebrauch, daß ihr Volk bald, wenn der Text des Evangelii gesagt ist, aus der Kirche laufe, welches sich vielleicht davon angefangen, daß sie nicht haben mögen die andern Lügen hören. Etliche wenige unter ihnen heben nun auch an, von guten Werken zu predigen. Von der Erkenntnis Christi aber, vom Glauben, vom Trost der Gewissen können sie nichts predigen, sondern dieselbe selige Lehre, das liebe, heilige Evangelium, nennen sie Lutherisch. In unserer Kirche aber werden von Predigern diese folgenden nötigen Stücke mit höchstem Fleiß gelehrt: von rechter Buße, von der Furcht Gottes, von dem Glauben, was der sei, von der Erkenntnis Christi, von der Gerechtigkeit, die aus dem Glauben kommt; item, wie die Gewissen in Ängsten und Anfechtungen sollen Trost suchen, wie der Glaube durch allerlei Anfechtungen muß geübt werden, was ein recht Gebet sei, wie man beten soll; item, daß ein Christ gewiß sich trösten soll, daß sein Rufen und Bitten Gott werde erhören im Himmel; von dem heiligen Kreuz, vom Gehorsam gegen die Obrigkeit; item, wie ein jeder in seinem Stande christlich leben und fahren mag; vom Gehorsam der Herrengebote, aller weltlichen Ordnungen und Gesetze; item, wie zu unterscheiden seien das geistliche Reich Christi und die Regimente und Reiche in der Welt; von dem Ehestande, und wie der christlich zu führen sei; von Zucht der Kinder, von der Keuschheit, von allerlei Werken der Liebe gegen den Nächsten. Also ist unsere Kirche mit Lehre und Wandel bestellt, daraus unparteiische Leute wohl merken und abnehmen können, daß wir christliche, rechte Zeremonien nicht abtun, sondern mit Fleiß aufs treulichste erhalten.

Und die Kasteiung des Fleisches oder alten Adams lehren wir also, wie unsere Konfession meldet, daß die rechte Kasteiung dann geschieht, wenn uns Gott den Willen bricht, Kreuz und Trübsal zuschickt, daß wir lernen seinem Willen gehorsam sein, wie Paulus zu den Römern am 12. sagt: „Begebet eure eigenen Leiber zu einem heiligen Opfer.“ Und das sind rechte heilige Kasteiungen, also in Anfechtungen lernen Gott kennen, ihn fürchten, lieben usw. Über dieselben Trübsale, welche nicht in unserm Willen stehen, sind auch noch die leiblichen Übungen, da Christus von sagt: „Hütet euch, daß eure Leiber nicht beschweret werden mit Fressen und Saufen!“ und Paulus zu den Korinthern: „Ich zähme meinen Leib“ usw. Die Übungen sollen darum geschehen, nicht daß es nötige Gottesdienste seien, dadurch man vor Gott fromm werde, sondern daß wir unser Fleisch im Zaum halten, damit wir durch Völlerei und Beschwerung des Leibes nicht sicher und müßig werden, des Teufels Reizungen und des Fleisches Lüsten folgen. Dasselbe Fasten und Kasteien sollte nicht allein auf gewisse Zeit, sondern allezeit geschehen. Denn Gott will, daß wir allezeit mäßig und nüchtern leben, und wie die Erfahrung gibt, so helfen dazu nicht viel bestimmte Fastentage. Denn man hat mit Fischen und allerlei Fastenspeise mehr Unkost und Schwelgerei getrieben denn außer der Fasten; Und die Widersacher selbst haben die Fasten nie gehalten dergestalt, wie sie in canonibus angezeigt ist.

Apologie XV,29-48 (Vom weltlichen Regiment)

Es segne und behüte Euch Gott, der allmächtige und barmherzige, der Vater, Sohn + Heiliger Geist

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Wärn meiner Sünd auch noch so viel, dennoch ich nicht verzagen will, Christ will ich lassen walten (LKG 230)

Dom zu Meißen

Des Morgens, wenn Du aufstehst, kannst Du Dich segnen mit dem Zeichen des heiligen Kreuzes und sagen: 

Das walte Gott Vater + Sohn und Heiliger Geist! Amen

Apostolische Glaubensbekenntnis 

Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde. 

Und an Jesum Christum, seinen einigen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist von dem Heiligen Geist, geboren aus Maria der Jungfrau, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, niedergefahren zur Hölle, am dritten Tage wieder auferstanden von den Toten, aufgefahren gen Himmel; sitzend zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters; von dannen er kommen wird zu richten die Lebendigen und die Toten. 

Ich glaube an den Heiligen Geist, eine heilige christliche Kirche, die Gemeinde der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. Amen.

Vaterunser 

Vater unser im Himmel
Geheiligt werde Dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Willst du, so kannst du dies Gebet dazu sprechen (Luthers Morgensegen)

Ich danke Dir, mein himmlischer Vater, durch Jesus Christus, Deinen lieben Sohn, daß Du mich diese Nacht vor allem Schaden und Gefahr behütet hast, und bitte Dich, Du wollest mich diesen Tag auch behüten vor Sünden und allem Übel, daß Dir all mein Tun und Leben gefalle. Denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in Deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde.

Als dann mit Freuden an Dein Werk gegangen und etwa ein Lied gesungen oder was Dir Deine Andacht eingibt.

Kollekte am Sonntag Sexagesimae (Viererlei Ackerfeld) 

Herr Gott, himmlischer Vater, wir danken Dir, daß Du Dein Wort durch Deinen Sohn Jesus Christus unter uns reichlich aussäest; wir bitten Dich, bereite unsere Herzen durch Deinen Heiligen Geist, daß wir Dein Wort im Glauben aufnehmen, in einem feinen, guten Herzen behalten und in Geduld Frucht bringen, durch Jesus Christus, Deinen lieben Sohn unseren Herrn, der mit Dir und dem Heiligen Geist lebt und regiert in Ewigkeit. Amen. 

Heute, so Ihr seine Stimme höret, so verstocket Euer Herz nicht. 

Psalm 95,7f

Aus dem lutherischen Kirchengesangbuch

Wärn meiner Sünd auch noch so viel, dennoch ich nicht verzagen will, Christ will ich lassen walten; der alle Sünd wegnimmt und trägt, der wird mich auch erhalten.

Sein tröstlich Wort hab ich gehört, damit hat er mein Herz gerührt: wer glaubet Gottes Sohne, der wird verloren werden nicht, soll habn der Freuden Krone.

Es traure, wer da trauern will, mein Herz aufspringt vor Freuden viel, kein Leid kann mich nicht rühren; kein Unfall mich abwenden soll von Christo, meinem Herren.

O Jesu Christ, mein Herr und Gott, Dein Treue hilft allein aus Not, hilf meinem schwachen Glauben, so kann mich auch der bittre Tod aus Deiner Hand nicht rauben.

Frisch und fröhlich, mein liebe Seel, Dir ist beschert das ewig Heil, Dein Feind sind all gedämpfet. Den Streit der nicht verlieren kann, der in dem Glauben kämpfet.

Dank sei Dir, Gott, in Ewigkeit, o Vater der Barmherzigkeit, samt Christo, meinem Herren. Dein Lob ich allzeit preisen will, stets deinen Namen ehren.

Hermann Wepse 1571 (LKG 230)

Fortlaufende Lese

Als er noch redete, bat ihn ein Pharisäer, mit ihm zu essen. Und er ging hinein und setzte sich zu Tisch.  38 Als das der Pharisäer sah, wunderte er sich, dass er sich nicht vor dem Essen gewaschen hatte.  39 Der Herr aber sprach zu ihm: Ihr Pharisäer, ihr haltet die Becher und Schüsseln außen rein; aber euer Inneres ist voll Raub und Bosheit.  40 Ihr Narren, hat nicht der, der das Äußere geschaffen hat, auch das Innere geschaffen?  41 Doch gebt als Almosen von dem, was da ist; siehe, dann ist euch alles rein.  42 Aber weh euch Pharisäern! Denn ihr gebt den Zehnten von Minze und Raute und allem Kraut und geht vorbei am Recht und an der Liebe Gottes. Doch dies sollte man tun und jenes nicht lassen.  43 Weh euch Pharisäern! Denn ihr sitzt gern obenan in den Synagogen und wollt gegrüßt sein auf dem Markt.  44 Weh euch! Denn ihr seid wie die verdeckten Gräber, die Leute laufen darüber und wissen es nicht.  45 Da antwortete einer von den Lehrern des Gesetzes und sprach zu ihm: Meister, mit diesen Worten schmähst du uns auch.  46 Er aber sprach: Weh auch euch Lehrern des Gesetzes! Denn ihr beladet die Menschen mit unerträglichen Lasten und ihr selbst rührt sie nicht mit einem Finger an.  47 Weh euch! Denn ihr baut den Propheten Grabmäler; eure Väter aber haben sie getötet.  48 So seid ihr Zeugen für die Taten eurer Väter und billigt sie; denn sie haben sie getötet, und ihr baut ihnen Grabmäler!  49 Darum spricht auch die Weisheit Gottes: Ich will Propheten und Apostel zu ihnen senden, und einige von ihnen werden sie töten und verfolgen,  50 damit gefordert werde von diesem Geschlecht das Blut aller Propheten, das vergossen ist, seit der Welt Grund gelegt ist,  51 von Abels Blut an bis zum Blut Secharjas, der umkam zwischen Altar und Tempel. Ja, ich sage euch: Es wird gefordert werden von diesem Geschlecht.  52 Weh euch Lehrern des Gesetzes! Denn ihr habt den Schlüssel der Erkenntnis weggenommen. Ihr selbst seid nicht hineingegangen und habt auch denen gewehrt, die hineinwollten.  53 Und als er von dort hinausging, fingen die Schriftgelehrten und die Pharisäer an, heftig auf ihn einzudringen und ihm mit vielerlei Fragen zuzusetzen,  54 und belauerten ihn, ob sie etwas aus seinem Mund erjagen könnten. 

Lukas 11,37-54

Morgenlese

So fürchtet nun den HERRN und dient ihm treulich und rechtschaffen und lasst fahren die Götter, denen eure Väter gedient haben jenseits des Stroms und in Ägypten, und dient dem HERRN. 15 Gefällt es euch aber nicht, dem HERRN zu dienen, so wählt euch heute, wem ihr dienen wollt: den Göttern, denen eure Väter gedient haben jenseits des Stroms, oder den Göttern der Amoriter, in deren Land ihr wohnt. Ich aber und mein Haus wollen dem HERRN dienen. 16 Da antwortete das Volk und sprach: Das sei ferne von uns, dass wir den HERRN verlassen und andern Göttern dienen! 

22 Da sprach Josua zum Volk: Ihr seid Zeugen gegen euch selbst, dass ihr euch den HERRN erwählt habt, um ihm zu dienen. Und sie sprachen: Ja! – 23 So tut nun von euch die fremden Götter, die unter euch sind, und neigt euer Herz zu dem HERRN, dem Gott Israels. 24 Und das Volk sprach zu Josua: Wir wollen dem HERRN, unserm Gott, dienen und seiner Stimme gehorchen. 25 So schloss Josua an diesem Tag einen Bund für das Volk und legte ihm Gesetze und Rechte vor in Sichem. 26 Und Josua schrieb dies alles in das Buch des Gesetzes Gottes und nahm einen großen Stein und richtete ihn dort auf unter einer Eiche, die bei dem Heiligtum des HERRN war. 27 Und Josua sprach zum ganzen Volk: Siehe, dieser Stein soll Zeuge sein unter uns, denn er hat gehört alle Worte des HERRN, die er mit uns geredet hat, und soll ein Zeuge unter euch sein, dass ihr euren Gott nicht verleugnet. 28 So entließ Josua das Volk, einen jeden in sein Erbteil. 

Josua 24,14-16.22-28

Abendlese

Was ist nun Apollos? Was ist Paulus? Diener sind sie, durch die ihr gläubig geworden seid, und das, wie es der Herr einem jeden gegeben hat: 6 Ich habe gepflanzt, Apollos hat begossen; aber Gott hat das Gedeihen gegeben. 7 So ist nun weder der etwas, der pflanzt, noch der begießt, sondern Gott, der das Gedeihen gibt. 8 Der aber pflanzt und der begießt, sind einer wie der andere. Jeder aber wird seinen Lohn empfangen nach seiner Arbeit. 9 Denn wir sind Gottes Mitarbeiter; ihr seid Gottes Ackerfeld und Gottes Bau. 10 Nach Gottes Gnade, die mir gegeben ist, habe ich den Grund gelegt als ein weiser Baumeister; ein anderer baut darauf. Ein jeder aber sehe zu, wie er darauf baut. 

1.Korinther 3,5-10

Bekenntnislese

Und was bedarf diese öffentliche Sache vieler Worte? Wenn die Widersacher diese Gottesdienste also verteidigen, als seien es Werke, dadurch man Vergebung der Sünden und Seligkeit verdient, so richten sie öffentliche antichristliche Lehre und Reich an. Denn das Reich Antichristi ist eigentlich ein solch neuer Gottesdienst, durch Menschen erdichtet, dadurch Christus verworfen wird, wie Mahomets Reich selbsterwählte Gottesdienste hat, eigenen Werke, dadurch sie vor Gott vermeinen heilig und fromm zu werden, und halten nicht, daß man allein durch den Glauben an Christum gerecht werde. Also wird das Papsttum auch ein Stück vom Reich Antichristi, so es lehrt, durch Menschengebote Vergebung der Sünden zu erlangen und Gott zu versöhnen. Denn da wird Christo seine Ehre genommen, wenn sie lehren, daß wir nicht durch Christum, ohne Verdienst gerecht werden, durch den Glauben, sondern durch solche Gottesdienste, sonderlich wenn sie lehren, daß solch selbsterwählter Gottesdienst nicht allein nütze sei, sondern auch nötig. Wie sie denn oben im achten Artikel halten, da sie das verdammen, daß wir gesagt, zu rechter Einigkeit der Kirche sei nicht not, daß allenthalben gleichförmige Menschensatzungen seien. Daniel, im 11. Kapitel, malt das Reich Antichristi also ab, daß er anzeigt, daß solche neue Gottesdienste, von Menschen erfunden, werden die Politia und das rechte Wesen des antichristlichen Reichs sein. Denn also sagt er: „Den Gott Maosim wird er ehren, und dem Gott, den seine Väter nicht erkannt haben, wird er mit Gold, Silber und Edelgestein dienen.“ Da beschreibt er solche neue Gottesdienste. Denn er sagt von einem solchen Gott, davon die Väter nichts gewußt haben. Denn die heiligen Väter, wiewohl sie auch Zeremonien und Satzungen gehabt, so haben sie doch nicht dafürgehalten, daß solche Zeremonien nütz und nötig wären zur Seligkeit, so haben sie doch damit Christum nicht unterdrückt, sondern haben gelehrt, daß uns Gott um Christus’ willen gnädig sei, nicht um solcher Gottesdienste willen. Aber dieselben Satzungen haben sie gehalten von wegen leiblicher Übung, als die Feste, daß das Volk wüßte, wann es sollte zusammenkommen, daß in den Kirchen alles ordentlich und züchtiglich um guter Exempel willen zuginge, daß auch das gemeine, grobe Volk in einer feinen Kinderzucht gehalten würde. Denn solche Unterschiede der Zeit und solche mancherlei Gottesdienste dienen, das Volk in Zucht zu behalten und zu erinnern der Historien. Diese Ursachen haben die Väter gehabt, menschliche Ordnung zu erhalten. Und auf die Weise fechten wir’s auch nicht an, daß man gute Gewohnheit halte. Und wir können uns nicht genugsam wundern, daß die Widersacher wider alle Schrift der Apostel, wider das Alte und Neue Testament lehren dürfen, daß wir durch solche Gottesdienste sollen ewiges Heil und Vergebung der Sünden erlangen. Denn was ist das anders, denn wie Daniel sagt, „Gott ehren mit Gold, Silber und Edelgestein“, das ist, halten, daß Gott uns gnädig werde durch mancherlei Kirchenschmuck, durch Fahnen, Kerzen, wie denn unzählig sind bei solchen Menschensatzungen.

Paulus zu den Kolossern schreibt, daß solche Satzungen haben einen Schein der Weisheit. Und es hat auch einen großen Schein, als sei es fast heilig; denn Unordnung steht übel, und solche ordentliche Kinderzucht ist nützlich in der Kirche usw. Dieweil aber menschliche Vernunft nicht versteht, was Glauben ist, so fallen diejenigen, so nach der Vernunft richten, von Stund’ an darauf und machen ein solch Werk daraus, das uns gen Himmel helfen solle und Gott versöhnen. Also sind die Irrtümer und schädliche Abgötterei eingerissen bei den Israeliten. Darum machten sie auch einen Gottesdienst über den andern, wie bei unserer Zeit ein Altar über den andern, eine Kirche über die andere gestiftet ist. Also richtet auch die menschliche Vernunft von andern leiblichen Übungen, als von Fasten usw. Denn Fasten dient dazu, den alten Adam zu zähmen; da fällt bald die Vernunft drauf und macht ein Werk daraus, das Gott versöhne; wie Thomas schreibt, „Fasten sei ein Werk, das da tauge, Schuld gegen Gott auszulöschen und ferner zu verhüten“. Das sind die klaren Worte Thomä. Also dieselben Gottesdienste, welche sehr gleißen, haben einen großen Schein und ein groß Ansehen der Heiligkeit vor den Leuten. Und dazu helfen nun die Exempel der Heiligen, da sie sprechen, St. Franziskus hat eine Kappe getragen und dergleichen. Hier sehen sie allein die äußerliche Übung an, nicht das Herz und Glauben.

Und wenn nun die Leute also durch so großen und prächtigen Schein der Heiligkeit betrogen werden, so folgt dann unzählige Gefahr und Unrat daraus, nämlich daß Christi Erkenntnis und das Evangelium vergessen wird, und daß man alles Vertrauen auf solche Werke setzt. Darüber so werden durch solche heuchlerische Werke die rechten guten Werke, die Gott in den zehn Geboten fordert, ganz unterdrückt (welches schrecklich ist zu hören). Denn die Werke müssen allein geistlich, heilig, vollkommen Leben heißen und werden dann weit vorgezogen den rechten, heiligen guten Werken, da ein jeder nach Gottes Gebot in seinem Beruf zu wandeln, die Obrigkeit fleißig, treulich zu regieren, die Hausväter, die ehelichen Leute, Weib und Kind, Gesinde in christlicher Zucht zu halten schuldig sind; item, da eine Magd, ein Knecht seinem Herrn treulich zu dienen pflichtig ist. Dieselben Werke hält man nicht für göttlich, sondern für weltlich Wesen, also daß viele Leute darüber sich ein schwer Gewissen gemacht. Denn man weiß je, daß etliche ihren Fürstenstand verlassen, etliche den Ehestand, und sind in Klöster gegangen, heilig und geistlich zu werden.

Und ist außer dem Irrtum noch der Jammer dabei, daß, wenn die Leute in dem Wahn sind, daß solche Satzungen nötig seien zur Seligkeit, die Gewissen ohne Unterlaß in Unruhe und Qual sind, daß sie ihren Orden, ihre Möncherei, ihre aufgelegten Werke nicht so gestrenge gehalten haben. Denn wer könnte die Satzungen alle erzählen? Es sind unzählig viel Bücher, in welchen nicht ein Tüttel, nicht eine Silbe von Christo, vom Glauben geschrieben oder von den rechten guten Werken, die Gott gebietet, welche jeder nach seinem Beruf zu tun schuldig ist; sondern allein von solchen Satzungen schreiben sie, als von den vierzig Tagen zu fasten, von Messehören, von vier Gezeiten beten usw.; da ist des Deutens und Dispensierens kein Ende. Wie jämmerlich martert sich, wie ringt und windet sich über den Dingen der gute, fromme Mann Gerson, da er gern den Gewissen mit dem rechten Trost helfen wollte, da er gradus und latitudines sucht praeceptorum, wiefern dieselben Gebote binden, und kann doch nicht finden einen gewissen Grad, da er darf dem Herzen Sicherheit und Frieden gewiß zusagen. Darum klagt er auch ganz heftig, wie in großer Gefahr die Gewissen und Konszienzen dadurch stehen, daß man solche Satzungen also bei einer Todsünde fordert und will gehalten haben.

Apologie XV,18-28 (Von den menschlichen Satzungen)

Es segne und behüte Euch Gott, der allmächtige und barmherzige, der Vater, Sohn + Heiliger Geist

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The Lord´s treasures are good, meet and salutary.

Tapisserie „Paulus predigt vor den Frauen von Philippi“, vor 1563

The sermon text for this past Sunday according to the regional lectionary:

A vision appeared to Paul during the night: A Macedonian man was standing there urging him, “Come over to Macedonia and help us!” After Paul saw the vision, we attempted immediately to go over to Macedonia, concluding that God had called us to proclaim the good news to them. We put out to sea from Troas and sailed a straight course to Samothrace, the next day to Neapolis, and from there to Philippi, which is a leading city of that district of Macedonia, a Roman colony. We stayed in this city for some days. On the Sabbath day we went outside the city gate to the side of the river, where we thought there would be a place of prayer, and we sat down and began to speak to the women who had assembled there. A woman named Lydia, a dealer in purple cloth from the city of Thyatira, a God-fearing woman, listened to us. The Lord opened her heart to respond to what Paul was saying.  After she and her household were baptized, she urged us, “If you consider me to be a believer in the Lord, come and stay in my house.” And she persuaded us.

Acts 16,9-15

God´s word is a wonderful treasure for sure. Here in this short story of St. Paul´s first visit to Europe, we find beautiful gemstones – jewels of God´s sweet truth, precious gems of his dear love and caring, his forgiving grace and most holy mercy – and the holy apostle hands out the treasures of his Lord in Word and Sacrament as is expected of him as faithful servant and steward of our good Lord.

Who then is the faithful and wise manager, whom the master puts in charge of his household servants, to give them their allowance of food at the proper time?

Luke 12,42

St. Paul – together with the holy men St. Barnabas and St. Timothy – meets these god-fearing women next to some river outside the city gate. He speaks words of wisdom of God´s truth and love, mentions our heavenly Father’s grace and forgiveness for Jews and gentiles, preaches the one and only saviour Jesus Christ – and him crucified – and the triune God and Lord opens Lydia´s heart. It is him working faith and trust in this woman. He who does great miracles and wonders.

It is He, who speaks through his faithful servant and holy apostle. God´s holy Word of Law and Gospel is active, creative, effective, clear and sufficient and does absolutely all he wants and aims for. She gets to know herself and God reveals himself to her – as her Lord and savior – as the one, who forgives sins and heals all our diseases. Here and always.

Did He not give that task and mission mandate to his apostles? Even to St. Paul as the untimely birth amongst the holy apostles – him finally to the gentiles, the others as from the beginning to the Jews.

Therefore go and make disciples of all nations, baptizing them in the name of the Father and the Son and the Holy Spirit,  teaching them to obey everything I have commanded you.

Matthews 28,19

That is because it is good and salutary will from the very foundation of the world:

He truly wants all people to be saved and to come to a knowledge of the truth.

1. Timothy 2,4

So, in the end, Lydia and her household are baptized. Way to go. God´s Word does not come back empty. It produces much fruit. It is sweeter than honey – and a lamp to walk by day by day – a light to illumine our path – from one treasure to the next. As our confessions puts it:

For the ministry of the Word has the command of God and has magnificent promises like Romans 1 (16): the gospel “is the power of God for salvation to everyone who has faith.” Likewise, Isaiah 55 (11), “… so shall my word be that goes out from my mouth; it shall not return to my empty, but it shall accomplish that which I purpose…

Apology XIII,11

How can water do such great things?

Certainly not just water, but the word of God in and with the water does these things, along with the faith which trusts this word of God in the water. For without God’s word the water is plain water and no Baptism. But with the word of God it is a Baptism, that is, a life-giving water, rich in grace, and a washing of the new birth in the Holy Spirit,

as St. Paul says in Titus, chapter three: “He saved us through the washing of rebirth and renewal by the Holy Spirit, whom He poured out on us generously through Jesus Christ our Savior, so that, having been justified by His grace, we might become heirs having the hope of eternal life. This is a trustworthy saying.” (Titus 3:5–8)

Excerpt from Luther´s Small Catechism IV,4

Thank God for his holy Word and most precious Sacraments. These are no longer hidden, but out in the open and readily available as long as God gives grace and before he calls it a day.

Therefore, come and eat for free from God´s rich banquet. It´s is yours for the taking. The treasure house of God is open. No treasure hunt necessary. It is yours for keeps. God is dispensing best medication for sinners – forgiveness of all sins for IX sake – grants true life and eternal salvation.

Come, see and taste, how friendly our good God is. Every day anew. Not just once or seven times, but seventy times seven times – and more. Praise the Lord for he is good and his mercy endures forever. Amen. 

+ The peace of the Lord be with you always. +  

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Herzlich lieb hab ich Dich, o Herr.

Kölner Dom

Des Morgens, wenn Du aufstehst, kannst Du Dich segnen mit dem Zeichen des heiligen Kreuzes und sagen: 

Das walte Gott Vater + Sohn und Heiliger Geist! Amen

Apostolische Glaubensbekenntnis 

Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde. 

Und an Jesum Christum, seinen einigen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist von dem Heiligen Geist, geboren aus Maria der Jungfrau, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, niedergefahren zur Hölle, am dritten Tage wieder auferstanden von den Toten, aufgefahren gen Himmel; sitzend zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters; von dannen er kommen wird zu richten die Lebendigen und die Toten. 

Ich glaube an den Heiligen Geist, eine heilige christliche Kirche, die Gemeinde der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. Amen.

Vaterunser 

Vater unser im Himmel
Geheiligt werde Dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Willst du, so kannst du dies Gebet dazu sprechen (Luthers Morgensegen)

Ich danke Dir, mein himmlischer Vater, durch Jesus Christus, Deinen lieben Sohn, daß Du mich diese Nacht vor allem Schaden und Gefahr behütet hast, und bitte Dich, Du wollest mich diesen Tag auch behüten vor Sünden und allem Übel, daß Dir all mein Tun und Leben gefalle. Denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in Deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde.

Als dann mit Freuden an Dein Werk gegangen und etwa ein Lied gesungen oder was Dir Deine Andacht eingibt.

Kollekte am Sonntag Sexagesimae (Viererlei Ackerfeld) 

Herr Gott, himmlischer Vater, wir danken Dir, daß Du Dein Wort durch Deinen Sohn Jesus Christus unter uns reichlich aussäest; wir bitten Dich, bereite unsere Herzen durch Deinen Heiligen Geist, daß wir Dein Wort im Glauben aufnehmen, in einem feinen, guten Herzen behalten und in Geduld Frucht bringen, durch Jesus Christus, Deinen lieben Sohn unseren Herrn, der mit Dir und dem Heiligen Geist lebt und regiert in Ewigkeit. Amen. 

Heute, so Ihr seine Stimme höret, so verstocket Euer Herz nicht. 

Psalm 95,7f

Aus dem lutherischen Kirchengesangbuch

Herzlich lieb hab ich Dich, o Herr. Ich bitt, wollst sein von mir nicht fern mit Deiner Güt und Gnaden. Die ganze Welt erfreut mich nicht, nach Erd und Himmel frag ich nicht, wenn ich nur dich kann haben. Und wenn mir gleich mein Herz zerbricht, so bist doch Du meine Zuversicht, mein Teil und meines Herzens Trost, der mich durch sein Blut hat erlöst. Herr Jesu Christ, mein Gott und Herr, mein Gott und Herr, in Schanden laß mich nimmermehr.

Es ist ja, Herr, dein G’schenk und Gab mein Leib und Seel und was ich hab in diesem armen Leben. Damit ich’s brauch zum Lobe Dein, zu Nutz und Dienst des Nächsten mein,
wollst mir Dein Gnade geben. Behüt mich, Herr, vor falscher Lehr, des Satans Mord und Lügen wehr; in allem Kreuz erhalte mich, auf daß ich’s trag geduldiglich. Herr Jesu Christ,  mein Herr und Gott, mein Herr und Gott, tröst mir mein Herz in Todesnot.

Ach Herr, laß Dein lieb’ Engelein an meinem End die Seele mein in Abrahams Schoß tragen. Der Leib in seim Schlafkämmerlein gar sanft ohn alle Qual und Pein ruh bis am Jüngsten Tage. Alsdann vom Tod erwecke mich, daß meine Augen sehen Dich in aller Freud, o Gottes Sohn, mein Heiland und mein Gnadenthron. Herr Jesu Christ,  erhöre mich, erhöre mich. Ich will Dich preisen ewiglich.

Martin Schalling 1571 (LKG 229)

Fortlaufende Lese

Niemand zündet ein Licht an und setzt es in einen Winkel, auch nicht unter einen Scheffel, sondern auf den Leuchter, damit, wer hineingeht, das Licht sehe.  34 Dein Auge ist das Licht des Leibes. Wenn dein Auge lauter ist, so ist dein ganzer Leib licht; wenn es aber böse ist, so ist auch dein Leib finster.  35 So schaue darauf, dass nicht das Licht in dir Finsternis sei.  36 Wenn nun dein ganzer Leib licht ist und kein Teil an ihm finster, dann wird er ganz licht sein, wie wenn dich das Licht erleuchtet mit hellem Schein. 

Lukas 11,33-36

Morgenlese

Und er ging von dort weg und kam in seine Vaterstadt, und seine Jünger folgten ihm nach. 2 Und als der Sabbat kam, fing er an zu lehren in der Synagoge. Und viele, die zuhörten, verwunderten sich und sprachen: Woher hat er dies? Und was ist das für eine Weisheit, die ihm gegeben ist? Und solche Taten geschehen durch seine Hände? 3 Ist der nicht der Zimmermann, Marias Sohn und der Bruder des Jakobus und Joses und Judas und Simon? Sind nicht auch seine Schwestern hier bei uns? Und sie ärgerten sich an ihm. 4 Jesus aber sprach zu ihnen: Ein Prophet gilt nirgends weniger als in seinem Vaterland[1] und bei seinen Verwandten und in seinem Hause. 5 Und er konnte dort nicht eine einzige Tat tun, außer dass er wenigen Kranken die Hände auflegte und sie heilte. 6 Und er wunderte sich über ihren Unglauben. Und er zog rings umher in die Dörfer und lehrte. 

Markus 6,1-6

Abendlese

Als sie aber weiterzogen, kam er in ein Dorf. Da war eine Frau mit Namen Marta, die nahm ihn auf. 39 Und sie hatte eine Schwester, die hieß Maria; die setzte sich dem Herrn zu Füßen und hörte seiner Rede zu. 40 Marta aber machte sich viel zu schaffen, ihnen zu dienen. Und sie trat hinzu und sprach: Herr, fragst du nicht danach, dass mich meine Schwester lässt allein dienen? Sage ihr doch, dass sie mir helfen soll! 41 Der Herr aber antwortete und sprach zu ihr: Marta, Marta, du hast viel Sorge und Mühe. 42 Eins aber ist not. Maria hat das gute Teil erwählt; das soll nicht von ihr genommen werden. 

Lukas 10,38-42

Bekenntnislese

Im fünfzehnten Artikel lassen sie ihnen gefallen, da wir sagen, die Zeremonien und Satzungen soll man halten in der Kirche, die man mit gutem Gewissen ohne Sünde halten kann und die zu guter Ordnung und Frieden dienen. Das andere Stück verdammen sie, da wir sagen, daß die Satzungen, welche aufgerichtet sind, Gott zu versöhnen und Vergebung der Sünden zu erlangen, stracks wider das Evangelium sind. Wiewohl wir in der Konfession vom Unterschied der Speisen und von Satzungen viel gesagt haben, so müssen wir es doch kurz hier wiederholen.

Wiewohl wir gedacht, daß die Widersacher andere Ursachen suchen würden, die menschlichen Satzungen zu schützen, so hätten wir doch nicht gemeint, daß sie diesen Artikel, nämlich: durch Menschentraditionen verdient niemand Vergebung der Sünden, verdammen sollten. Dieweil aber derselbe ganze Artikel unverschämt verdammt ist, so haben wir eine leichte, schlechte Sache. Denn das ist öffentlich jüdisch, das heißt öffentlich mit des Teufels Lehren das Evangelium unterdrücken. Denn die Heilige Schrift und Paulus nennen solche Satzungen dann erst rechte Teufelslehre, wenn man sie dafür rühmt, daß sie sollen dienen, dadurch Vergebung der Sünden zu erlangen. Denn da sind sie stracks wider Christum, wider das Evangelium, wie Feuer und Wasser widereinander sind. Das Evangelium lehrt, daß wir durch den Glauben an Christum ohne Verdienst Vergebung der Sünden erlangen und Gott versöhnt werden. Die Widersacher aber setzen einen andern Mittler, nämlich Menschengesetze, durch die wollen sie Vergebung der Sünden erlangen, durch die wollen sie den Zorn Gottes versöhnen. Aber Christus sagt klar: „Sie dienen mir vergeblich durch Menschengebote.“

Droben haben wir reichlich angezeigt, daß wir durch den Glauben vor Gott gerecht werden, wenn wir glauben, daß wir einen gnädigen Gott haben, nicht durch unsere Werke, sondern durch Christum. Nun ist’s gar gewiß, daß solches das reine Evangelium sei. Denn Paulus sagt klar zu den Ephesern am 2. Kapitel: „ohne Verdienst seid ihr selig worden, und das nicht aus euch, denn Gottes Gabe ist es; nicht aus den Werken.“ Nun sagen die Widersacher, die Leute verdienen Vergebung der Sünden durch solche menschliche Satzungen und Werke. Was ist das anders, denn über Christum einen andern Mittler, einen andern Versöhner stellen und setzen? Paulus sagt zu den Galatern: „Ihr seid von Christo abgefallen, so ihr durchs Gesetz wollt gerecht werden“, das ist, so ihr haltet, daß ihr durchs Gesetz vor Gott gerecht werdet, so ist euch Christus nichts nütze. Denn was bedürfen diejenigen des Mittlers Christi, die durch die Werke des Gesetzes vertrauen, Gott zu versöhnen? Gott hat Christum dargestellt, daß er um desselben willen, nicht um unserer Gerechtigkeit willen, uns will gnädig sein. Aber sie halten, daß Gott um ihrer Werke willen und um solcher Traditionen willen uns gnädig sei. So nehmen sie nun und rauben Christo seine Ehre, und ist kein Unterschied zwischen den Zeremonien des Gesetzes Mosis und solchen Satzungen, soviel es diese Sache belangt. Paulus verwirft Mosis Zeremonien eben darum, darum er auch Menschengebote verwirft, nämlich daß es die Juden für solche Werke hielten, dadurch man Vergebung der Sünden verdiente. Denn dadurch ward Christus untergedrückt. Darum verwirft er die Werke des Gesetzes und Menschengebote zugleich und streitet dieses, daß noch um unserer Werke, sondern um Christus’ willen, ohne Verdienst, verheißen sei Vergebung der Sünden, doch also, daß wir sie durch den Glauben fassen. Denn die Verheißung kann man nicht anders denn durch den Glauben fassen. So wir nun durch den Glauben Vergebung der Sünden erlangen, so wir durch den Glauben einen gnädigen Gott haben um Christus’ willen, so ist es ein großer Irrtum und Gotteslästerung, daß wir durch solche Satzungen sollten Vergebung der Sünden erlangen. Wenn sie hier nun sagen wollten, daß wir nicht durch solche Werke Vergebung der Sünden erlangen, sondern wenn wir durch den Glauben jetzund Vergebung haben, so sollen wir danach durch solche Werke verdienen, daß uns Gott gnädig sei; da streitet aber Paulus wider zu den Galatern am 23. Kapitel, da er sagt: „Sollten wir aber, die da sich durch Christum gerecht zu werden, auch noch selber Sünder erfunden werden, so wäre Christus ein Sündendiener“; item: „Zu eines Menschen Testament soll niemand einen Zusatz machen.“ Darum soll man auch zu dem Testament Gottes, da er uns verheißt, er will uns gnädig sein um Christus’ willen, nichts zutun oder dieses anflicken, als verdienten wir erst, daß uns Gott um solcher Werke willen gnädig sein müsse.

Und wenngleich noch jemand wollte solche Werke aufrichten oder erwählen, damit Gott zu versöhnen, Vergebung der Sünden zu verdienen, wie wollte der gewiß werden, daß die Werke Gott gefielen, so er keinen Gottesbefehl noch Wort davon hat? Wie wollte er die Gewissen und Herzen versichern, wie sie mit Gott stehen; item,. daß die Werke Gott gefallen, wenn kein Gotteswort noch =Befehl da ist? Es verbieten die Propheten allenthalben, eigenerwählte, sonderliche Gottesdienste anzurichten ohne Gottes Wort und Befehl, Hes. am 20.: „Wandelt nicht in Geboten eurer Väter und haltet ihre Sitten nicht und werdet nicht unrein von ihren Götzen. Ich bin der Her, euer Gott. In meinen Geboten wandelt und haltet meine Rechte und Sitten und tut dieselbigen.“: So die Menschen Macht haben, Gottesdienste anzurichten, daß wir dadurch Sünden bezahlen und fromm werden vor Gott, so müssen aller Heiden Gottesdienste, alle Abgötterei aller gottlosen Könige in Israel, Jerobeams und anderer, auch gut sein; denn es ist kein Unterschied. Steht bei Menschen die Macht, Gottesdienste aufzurichten, dadurch man möge Seligkeit verdienen, warum sollten der Heiden und Israeliten selbsterwählte Gottesdienste unrecht sein? Denn darum sind der Heiden und Israeliten Dienste verworfen, daß sie wähnen wollten, solche Dienste gefielen Gott, und wußten nichts vom höchsten Gottesdienst, der da heißt Glaube. Item, woher sind wir gewiß daß solche Gottesdienste und Werke ohne Gottes Wort vor Gott gerecht machen, so kein Mensch Gottes Willen anders erfahren oder wissen kann denn allein durch die Wort? Wie, wenn solche Gottesdienste Gott der Herr nicht allein verachtet, sondern auch für einen Greuel hält? Wie dürfen denn die Widersacher sagen, daß sie vor Gott gerecht machen? Ohne Gottes Wort kann je niemand das sagen. Paulus sagt zu den Römern: „Alles, was nicht aus dem Glauben geschieht, das ist Sünde.“ So nun dieselben Gottesdienste keinen göttlichen Befehl haben, so müssen die Herzen im Zweifel stehen, ob sie Gott gefallen.

Apologie XV,1-17 Von den menschlichen Satzungen in der Kirche.

Es segne und behüte Euch Gott, der allmächtige und barmherzige, der Vater, Sohn + Heiliger Geist

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