Höre, Gott, meine Stimme in meiner Klage, behüte mein Leben vor dem schrecklichen Feinde.
Verbirg mich vor den Anschlägen der Bösen, vor dem Toben der Übeltäter, die ihre Zunge schärfen wie ein Schwert, mit ihren giftigen Worten zielen wie mit Pfeilen, dass sie heimlich schießen auf den Frommen; plötzlich schießen sie auf ihn ohne alle Scheu. Sie sind kühn mit ihren bösen Anschlägen und reden davon, wie sie Stricke legen wollen, und sprechen: Wer kann sie sehen? Sie haben Böses im Sinn und sprechen: Wir haben einen hinterhältigen Plan gefasst. Unergründlich sind Herz und Sinn.
Da trifft sie Gott mit dem Pfeil, plötzlich sind sie zu Boden geschlagen. Ihre eigene Zunge bringt sie zu Fall, dass ihrer spotten wird, wer sie sieht. Und alle Menschen werden sich fürchten / und sagen: Das hat Gott getan!, und erkennen, dass es sein Werk ist. Der Gerechte wird sich des HERRN freuen und auf ihn trauen, und alle frommen Herzen werden sich seiner rühmen.
Psalm 64. Ein Psalm Davids, vorzusingen. Verdeutscht von Dr. Martin Luther (Revision 2017)
Des Morgens, wenn Du aufstehst, kannst Du Dich segnen mit dem Zeichen des heiligen Kreuzes und sagen:
Das walte Gott Vater + Sohn und Heiliger Geist! Amen
Apostolische Glaubensbekenntnis
Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde.
Und an Jesum Christum, seinen einigen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist von dem Heiligen Geist, geboren aus Maria der Jungfrau, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, niedergefahren zur Hölle, am dritten Tage wieder auferstanden von den Toten, aufgefahren gen Himmel; sitzend zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters; von dannen er kommen wird zu richten die Lebendigen und die Toten.
Ich glaube an den Heiligen Geist, eine heilige christliche Kirche, die Gemeinde der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. Amen.
Vaterunser
Vater unser im Himmel Geheiligt werde Dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.
Willst du, so kannst du dies Gebet dazu sprechen (Luthers Morgensegen)
Ich danke Dir, mein himmlischer Vater, durch Jesus Christus, Deinen lieben Sohn, daß Du mich diese Nacht vor allem Schaden und Gefahr behütet hast, und bitte Dich, Du wollest mich diesen Tag auch behüten vor Sünden und allem Übel, daß Dir all mein Tun und Leben gefalle. Denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in Deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde.
Als dann mit Freuden an Dein Werk gegangen und etwa ein Lied gesungen oder was Dir Deine Andacht eingibt.
Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit Euch allen!
2. Korinther 13,13
Lied aus dem lutherischen Kirchengesangbuch
Der Tag bricht an und zeiget sich. O Herre Gott, wir loben Dich, wir danken Dir, Du höchstes Gut, daß Du uns die Nacht hast behüt.
Bitten Dich auch: Behüt uns heut, denn wir allhier sind Pilgerleut; steh uns bei, tu Hilf und bewahr, daß uns kein Übel widerfahr.
Regier Du uns mit starker Hand, auf daß Dein Werk in uns erkannt, Dein Name durch glaubreich Gebärd in uns heilig erweiset werd.
Hilf, daß der Geist Zuchtmeister bleib, das arge Fleisch so zwing und treib, daß es sich nicht gar ungestüm erheb und fordre Deinen Grimm.
Versorg uns auch, o Herre Gott, auf diesen Tag, wie’s uns ist Not, teil uns Dein milden Segen aus, denn unser Sorg richtet nichts aus.
Gib Deinen Segen unserm Tun und unsrer Arbeit Deinen Lohn durch Jesus Christus, Deinen Sohn, unsern Herren vor Deinem Thron.
Michael Weiße 1531 (LKG 268)
Fortlaufende Lese
Es war aber ein Jünger in Damaskus mit Namen Hananias; dem erschien der Herr und sprach: Hananias! Und er sprach: Hier bin ich, Herr. Der Herr sprach zu ihm: Steh auf und geh in die Straße, die die Gerade heißt, und frage in dem Haus des Judas nach einem Mann mit Namen Saulus von Tarsus. Denn siehe, er betet und hat in einer Erscheinung einen Mann gesehen mit Namen Hananias, der zu ihm hereinkam und ihm die Hände auflegte, dass er wieder sehend werde.
Hananias aber antwortete: Herr, ich habe von vielen gehört über diesen Mann, wie viel Böses er deinen Heiligen in Jerusalem angetan hat; und hier hat er Vollmacht von den Hohenpriestern, alle gefangen zu nehmen, die deinen Namen anrufen. Doch der Herr sprach zu ihm: Geh nur hin; denn dieser ist mein auserwähltes Werkzeug, dass er meinen Namen trage vor Heiden und vor Könige und vor das Volk Israel. Ich will ihm zeigen, wie viel er leiden muss um meines Namens willen.
Und Hananias ging hin und kam in das Haus und legte die Hände auf ihn und sprach: Lieber Bruder Saul, der Herr hat mich gesandt, Jesus, der dir auf dem Wege hierher erschienen ist, dass du wieder sehend und mit dem Heiligen Geist erfüllt werdest. Und sogleich fiel es von seinen Augen wie Schuppen, und er wurde wieder sehend; und er stand auf, ließ sich taufen und nahm Speise zu sich und stärkte sich. Saulus blieb aber einige Tage bei den Jüngern in Damaskus.
Apostelgeschichte 9,10-19
Morgenlese
Zuletzt, Brüder, freut Euch, laßt Euch zurechtbringen, laßt Euch mahnen, habt einerlei Sinn, haltet Frieden! So wird der Gott der Liebe und des Friedens mit Euch sein.
Grüßt Euch untereinander mit dem heiligen Kuss. Es grüßen euch alle Heiligen.
Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen!
2. Korinther 13,11-13
Abendlese
Und ich sah, und siehe, es kam ein ungestümer Wind von Norden her, eine mächtige Wolke und loderndes Feuer, und Glanz war rings um sie her, und mitten im Feuer war es wie blinkendes Kupfer. Und mitten darin war etwas wie vier Wesen; die waren anzusehen wie Menschen. Und jedes von ihnen hatte vier Angesichter und vier Flügel. Und ihre Beine standen gerade, und ihre Füße waren wie Hufe von Stieren und glänzten wie blinkende, glatte Bronze. Und sie hatten Menschenhände unter ihren Flügeln an ihren vier Seiten; die vier hatten Angesichter und Flügel. Ihre Flügel berührten einer den andern. Und wenn sie gingen, brauchten sie sich nicht umzuwenden; immer gingen sie in der Richtung eines ihrer Angesichter. Ihre Angesichter waren vorn gleich einem Menschen und zur rechten Seite gleich einem Löwen bei allen vieren und zur linken Seite gleich einem Stier bei allen vieren und hinten gleich einem Adler bei allen vieren. Und ihre Flügel waren nach oben hin ausgespannt; je zwei Flügel berührten einander, und mit zwei Flügeln bedeckten sie ihren Leib. Immer gingen sie in der Richtung eines ihrer Angesichter; wohin der Geist sie trieb, dahin gingen sie; sie brauchten sich im Gehen nicht umzuwenden. Und in der Mitte zwischen den Wesen sah es aus, wie wenn feurige Kohlen brennen, und wie Fackeln, die zwischen den Wesen hin und her fuhren. Das Feuer leuchtete, und aus dem Feuer kamen Blitze. Und die Wesen liefen hin und her, dass es aussah wie Blitze. Als ich die Wesen sah, siehe, da stand je ein Rad auf der Erde bei den vier Wesen, bei ihren vier Angesichtern. Die Räder waren anzuschauen wie ein Türkis und waren alle vier gleich, und sie waren so gemacht, dass ein Rad im andern war. Nach allen vier Seiten konnten sie gehen; sie brauchten sich im Gehen nicht umzuwenden. Und ihre Felgen waren hoch und furchterregend, ihre Felgen waren voller Augen ringsum bei allen vier Rädern. Und wenn die Wesen gingen, so gingen auch die Räder mit, und wenn die Wesen sich von der Erde emporhoben, so hoben die Räder sich auch empor. Wohin der Geist sie trieb, dahin gingen sie, und die Räder hoben sich mit ihnen empor; denn es war der Geist der Wesen in den Rädern. Wenn sie gingen, so gingen diese auch; wenn sie standen, so standen diese auch; und wenn sie sich emporhoben von der Erde, so hoben sich auch die Räder mit ihnen empor; denn es war der Geist der Wesen in den Rädern. Aber über den Häuptern der Wesen war es wie eine Himmelsfeste, wie ein Kristall, unheimlich anzusehen, oben über ihren Häuptern ausgespannt, dass unter der Feste ihre Flügel gerade ausgestreckt waren, einer an dem andern; und mit zwei Flügeln bedeckten sie ihren Leib. Und ich hörte ihre Flügel rauschen wie große Wasser, wie die Stimme des Allmächtigen, wenn sie gingen, ein Getöse wie in einem Heerlager. Wenn sie aber stillstanden, ließen sie die Flügel herabhängen, und es donnerte im Himmel über ihnen. Wenn sie stillstanden, ließen sie die Flügel herabhängen. Und über der Feste, die über ihrem Haupt war, sah es aus wie ein Saphir, einem Thron gleich, und auf dem Thron saß einer, der aussah wie ein Mensch. Und ich sah, und es war wie blinkendes Kupfer aufwärts von dem, was aussah wie seine Hüften; und abwärts von dem, was wie seine Hüften aussah, erblickte ich etwas wie Feuer und Glanz ringsumher. Wie der Regenbogen steht in den Wolken, wenn es geregnet hat, so glänzte es ringsumher. So war die Herrlichkeit des HERRN anzusehen. Und als ich sie gesehen hatte, fiel ich auf mein Angesicht und hörte einen reden.
Hesekiel 1,4-28
Bekenntnislese
Was dann die Reden der alten und neuen Kirchenlehrer belanget, als da gesagt wird: Deus trabit, sed volentem trabit, das ist, Gott zeugt, zeucht aber, die da wöllen. Item: Hominis voluntas in eonversione non est otiosa, sed agit aliquid, das ist, des Menschen Wille ist nicht müßig in der Bekehrung, sondern wirket auch etwas. Weil solche Reden zu Bestätigung des natürlichen freien Willens in der Bekehrung des Menschen wider die Lehre von der Gnade Gottes eingeführt, halten wir, daß sie der Form der gesunden Lehre nicht ähnlich, und demnach, wann von der Bekehrung zu Gott geredet wird, billig zu meiden seien.
Dagegen aber wird recht geredet, daß Gott in der Belehrung durch das Ziehen des heiligen Geistes aus widerspänstigen, unwilligen willige Menschen mache, und daß nach solcher Bekehrung in täglicher Uebung der Buße des Menschen wiedergeborner Wille nicht müßig gehe, sondern in allem Wirken des heiligen Geistes, die er durch uns thut, auch mitwirke.
9. Item, das Doctor Luther geschrieben, daß des Menschen Wille in seiner Bekehrung sich halte pure passive, das ist, daß er ganz und gar nichts thue, daß solches zu verstehen sei respecta divinae gratia in accendendis novis motibus, das ist, wann der Geist Gottes durch das gehörte Wort oder durch den Brauch der heiligen Sacramenten des Menschen Willen angreift und wirket die neue Geburt und Bekehrung. Dann so der heilige Geist solches gewirket und ausgerichtet, und des Menschen Wille allein durch sein göttliche Kraft und Wirkung geändert und erneuert: alsdann ist der neue Wille des Menschen ein Instrument und Werkzeug Gottes des heiligen Geistes, daß er nicht allein die Gnade annimmt, sondern auch in folgenden Werken des heiligen Geistes mitwirket.
Daß also vor der Bekehrung des Menschen nur zwo wirklich Ursachen sich finden, nämlich der heilige Geist und das Wort Gottes, als das Instrument des heiligen Geistes, dadurch er die Bekehrung wirket, welches der Mensch hören soll, aber demselbigen nicht aus eignen Kräften, sondern allein durch die Gnade und Wirkung Gottes des heiligen Geistes Glauben geben und annehmen kann.
III. Von der Gerechtigkeit des Glaubens vor Gott
Status Controversiae
Die Hauptfrage in dieser Zwiespalt
Weil einhellig vermöge Gottes Worts und nach Inhalt der Augsburgischen Confession in unsern Kirchen bekannt, daß wir arme Sünder allein durch den Glauben an Christum vor Gott gerecht und selig werden, und also Christus allein unser Gerechtigkeit sei, welcher wahrhaftiger Gott und Mensch ist, weil in ihm die göttliche und menschliche Natur mit einander persönlich vereiniget Jer. 23. 1.Kor. 1. 2.Kor. 5: ist eine Frage entstanden, nach welcher Natur Christus unsere Gerechtigkeit sei? und also zweene widerwärtige Irrthum in etlichen Kirchen eingefallen.
Dann der eine Theil hat gehalten, daß Christus allein nach der Gottheit unser Gerechtigkeit sei, wenn er durch den Glauben in uns wohnet, gegen welcher durch den Glauben einwohnender Gottheit aller Menschen Sünde wie ein Tropfen Wasser gegen dem großen Meer geachtet sei. Dargegen haben andere gehalten, Christus sei unser Gerechtigkeit vor Gott allein nach der menschlichen Natur.
Affirmativa
Reine Lehre der christlichen Kirchen wider beide jetzt gesetzte Irrthum.
1. Wider beide jetzt erzählte Irrthum gläuben, lehren und bekennen wir einhelliglich, daß Christus unser Gerechtigkeit weder nach der göttlichen Natur allein, noch auch nach der menschlichen Natur allein, sondern der ganze Christus nach beiden Naturen allein in seinem Gehorsam sei, den er als Gott und Mensch dem Vater bis in Tod geleistet und uns damit Vergebung der Sünden und das ewige Leben verdienet habe, wie geschrieben stehet: Gleichwie durch eines Menschen Ungehorsam viel Sünder worden: also durch eines Menschen Gehorsam werden viel gerecht. Röm. 5.
2. Demnach gläuben, lehren und bekennen wir, daß unsere Gerechtigkeit vor Gott sei, daß uns Gott die Sünde vergiebt aus lauter Gnaden ohne all unsere Vorhergehende, gegenwärtige oder nachfolgende Werk, Verdienst oder Würdigkeit, schenket und rechnet uns zu die Gerechtigkeit des Gehorsams Christi, um welcher Gerechtigkeit willen wir bei Gott zu Gnaden angenommen und für gerecht gehalten werden.
3. Wir gläuben, lehren und bekennen, daß allein der Glaube das Mittel und der Werkzeug sei, damit wir Christum und also in Christo solche Gerechtigkeit, die vor Gott gilt, ergreifen, um welches willen uns solcher Glauben zur Gerechtigkeit zugerechnet wird. Röm. 4.
4. Wir gläuben, lehren und bekennen, daß dieser Glaube nicht sei eine bloße Erkenntnis der Historien von Christo, sondern eine solche Gabe Gottes, dadurch wir Christum, unsern Erlöser, im Wort des Evangelii recht erkennen und auf ihn vertrauen, daß wir allein um seines Gehorsams willen aus Gnaden Vergebung der Sünden haben, vor fromm und gerecht von Gott dem Vater gehalten und ewig selig werden.
5. Wir gläuben, lehren und bekennen, daß nach Art heiliger Schrift das Wort rechtfertigen in diesem Artikel heißt absolviren, daß ist von Sünden frei sprechen. Wer den Gottlosen recht spricht und den Gerechten verdammet, der ist dem Herrn ein Gräuel. Item: Wer will die Auserwählten Gottes beschuldigen? Gott ist hie, der da gerecht machet.
Und da an desselben Statt die Worte regeneratio und vivificatio, das ist Lebendigmachung und Wiedergeburt, gebraucht, wie in der Apologia geschehe, , daß es auchin gleichem Verstand geschehe, dadurch sonst die Erneuerung des Menschen verstanden und von der Rechtfertigung des Glaubens unterscheiden wird.
6. Wir gläuben, lehren und bekennen auch, unangesehen daß den Rechtgläubigen und wahrhaftig Wiedergebornen auch noch viel Schwachheit und Gebrechen anhangen bis in die Gruben, do sie doch der Ursach halben weder an ihrer Gerechtigkeit, so ihnen durch den Glauben zugerechnet, noch an ihrer Seelen Seligkeit zweifeln, sondern vor gewis halten sollen, daß sie um Christus willen vermöge der Verheißung und Wort des heiligen Evangelii einen gnädigen Gott haben.
7. Wir gläuben, lehren und bekennen, daß zu Erhaltung reiner Lehre von der Gerechtigkeit des Glaubens für Gott über den particulis exclusivis, das ist über nachfolgende Wort des heiligen Apostels Pauli, dadurch der Verdienst Christi von unsern Werken gänzlich abgesondert und Christo die Ehre allein gegeben, mit besonderm Fleiß zu halten sei, da der heilige Apostel Paulus schreibt: Aus Gnaden, ohne Verdienst, ohne Gesetz, ohne Werk, nicht aus den Werken, welche Wort alle zugleich so viel heißen als allein durch den Glauben an Christum werden wir gerecht und selig.
8. Wir gläuben, lehren und bekennen, daß, obwol vorgehende Reu und nachfolgende gute Werk nicht in den Artikel der Rechtfertigung vor Gott gehören, jedoch soll nicht ein solcher Glaub gedichtet werden, der bei und neben einem bösen Vorsatz zu sündigen, und wider das Gesißen zu handeln, sein und bleiben könnte. Sondern nachdem der Mensch durch den Glauben gerechtfertiget werden, alsdann ist ein wahrhaftiger lebendiger Glaube durch die Liebe thätig Gal. 5. Also, daß die gute Werk dem gerechtmachenden Glauben allzeit folgen und bei demselben, da er rechtschaffen und lebendig, gewislich erfunden werden; wie er dann nimmer allein ist, sondern allzeit Liebe und Hoffnung bei sich hat.
Steinerner Kreuzgangsgruppe aus dem 15. Jhd an der Südseite von St.Marien (Lutherstadt Wittenberg)
Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen? Ich schreie, aber meine Hilfe ist ferne. Mein Gott, des Tages rufe ich, doch antwortest du nicht, und des Nachts, doch finde ich keine Ruhe. Aber du bist heilig, der du thronst über den Lobgesängen Israels. Unsere Väter hofften auf dich; und da sie hofften, halfst du ihnen heraus. Zu dir schrien sie und wurden errettet, sie hofften auf dich und wurden nicht zuschanden.
Ich aber bin ein Wurm und kein Mensch, ein Spott der Leute und verachtet vom Volk. Alle, die mich sehen, verspotten mich, sperren das Maul auf und schütteln den Kopf: »Er klage es dem HERRN, der helfe ihm heraus und rette ihn, hat er Gefallen an ihm.« Du hast mich aus meiner Mutter Leibe gezogen; du ließest mich geborgen sein an der Brust meiner Mutter. Auf dich bin ich geworfen von Mutterleib an, du bist mein Gott von meiner Mutter Schoß an.
Sei nicht ferne von mir, denn Angst ist nahe; denn es ist hier kein Helfer. Gewaltige Stiere haben mich umgeben, mächtige Büffel haben mich umringt. Ihren Rachen sperren sie gegen mich auf wie ein brüllender und reißender Löwe. Ich bin ausgeschüttet wie Wasser, / alle meine Gebeine haben sich zertrennt; mein Herz ist in meinem Leibe wie zerschmolzenes Wachs. Meine Kräfte sind vertrocknet wie eine Scherbe, und meine Zunge klebt mir am Gaumen, und du legst mich in des Todes Staub.
Denn Hunde haben mich umgeben, und der Bösen Rotte hat mich umringt; sie haben meine Hände und Füße durchgraben. Ich kann alle meine Gebeine zählen; sie aber schauen zu und weiden sich an mir. Sie teilen meine Kleider unter sich und werfen das Los um mein Gewand. Aber du, HERR, sei nicht ferne; meine Stärke, eile, mir zu helfen! Errette mein Leben vom Schwert, mein einziges Gut von den Hunden!
Psalm 22. Ein Psalm Davids, vorzusingen, nach der Weise »die Hirschkuh der Morgenröte«. Verdeutscht von Dr. Martin Luther (Revision 2017)
Des Morgens, wenn Du aufstehst, kannst Du Dich segnen mit dem Zeichen des heiligen Kreuzes und sagen:
Das walte Gott Vater + Sohn und Heiliger Geist! Amen
Apostolische Glaubensbekenntnis
Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde.
Und an Jesum Christum, seinen einigen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist von dem Heiligen Geist, geboren aus Maria der Jungfrau, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, niedergefahren zur Hölle, am dritten Tage wieder auferstanden von den Toten, aufgefahren gen Himmel; sitzend zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters; von dannen er kommen wird zu richten die Lebendigen und die Toten.
Ich glaube an den Heiligen Geist, eine heilige christliche Kirche, die Gemeinde der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. Amen.
Vaterunser
Vater unser im Himmel Geheiligt werde Dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.
Willst du, so kannst du dies Gebet dazu sprechen (Luthers Morgensegen)
Ich danke Dir, mein himmlischer Vater, durch Jesus Christus, Deinen lieben Sohn, daß Du mich diese Nacht vor allem Schaden und Gefahr behütet hast, und bitte Dich, Du wollest mich diesen Tag auch behüten vor Sünden und allem Übel, daß Dir all mein Tun und Leben gefalle. Denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in Deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde.
Als dann mit Freuden an Dein Werk gegangen und etwa ein Lied gesungen oder was Dir Deine Andacht eingibt.
Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit Euch allen!
2. Korinther 13,13
Lied aus dem lutherischen Kirchengesangbuch
Die helle Sonn leucht’ jetzt herfür, fröhlich vom Schlaf aufstehen wir, Gott Lob, der uns heut diese Nacht behüt’ hat vor des Teufels Macht.
Herr Christ, den Tag uns auch behüt vor Sünd und Schand durch Deine Güt. Lass Deine lieben Engelein unsre Hüter und Wächter sein,
daß unser Herz in G’horsam leb, Deim Wort und Willn nicht widerstreb, daß wir Dich stets vor Augen han in allem, das wir heben an.
Laß unser Werk geraten wohl, was ein jeder ausrichten soll, daß unsre Arbeit, Müh und Fleiß gereich zu Deim Lob, Ehr und Preis.
Nikolaus Herman 1560 (LKG 274)
Fortlaufende Lese
Saulus aber schnaubte noch mit Drohen und Morden gegen die Jünger des Herrn und ging zum Hohenpriester und bat ihn um Briefe nach Damaskus an die Synagogen, dass er Anhänger dieses Weges, Männer und Frauen, wenn er sie fände, gefesselt nach Jerusalem führe. Als er aber auf dem Wege war und in die Nähe von Damaskus kam, umleuchtete ihn plötzlich ein Licht vom Himmel; und er fiel auf die Erde und hörte eine Stimme, die sprach zu ihm: Saul, Saul, was verfolgst du mich? Er aber sprach: Herr, wer bist du? Der sprach: Ich bin Jesus, den du verfolgst. Steh auf und geh in die Stadt; da wird man dir sagen, was du tun sollst. Die Männer aber, die seine Gefährten waren, standen sprachlos da; denn sie hörten zwar die Stimme, sahen aber niemanden. Saulus aber richtete sich auf von der Erde; und als er seine Augen aufschlug, sah er nichts. Sie nahmen ihn aber bei der Hand und führten ihn nach Damaskus; und er konnte drei Tage nicht sehen und aß nicht und trank nicht.
Apostelgeschichte 9,1-9
Morgenlese
Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, der uns gesegnet hat mit allem geistlichen Segen im Himmel durch Christus.
Denn in ihm hat er uns erwählt, ehe der Welt Grund gelegt war, dass wir heilig und untadelig vor ihm sein sollten in der Liebe; er hat uns dazu vorherbestimmt, seine Kinder zu sein durch Jesus Christus nach dem Wohlgefallen seines Willens, zum Lob seiner herrlichen Gnade, mit der er uns begnadet hat in dem Geliebten.
In ihm haben wir die Erlösung durch sein Blut, die Vergebung der Sünden, nach dem Reichtum seiner Gnade, die er uns reichlich hat widerfahren lassen in aller Weisheit und Klugheit. Gott hat uns wissen lassen das Geheimnis seines Willens nach seinem Rat-schluss, den er zuvor in Christus gefasst hatte, um die Fülle der Zeiten heraufzuführen, auf dass alles zusammengefasst würde in Christus, was im Himmel und auf Erden ist, durch ihn.
In ihm sind wir auch zu Erben eingesetzt worden, die wir dazu vorherbestimmt sind nach dem Vorsatz dessen, der alles wirkt, nach dem Ratschluss seines Willens, damit wir zum Lob seiner Herrlichkeit leben, die wir zuvor auf Christus gehofft haben.
In ihm seid auch ihr, die ihr das Wort der Wahrheit gehört habt, nämlich das Evangelium von eurer Rettung – in ihm seid auch ihr, als ihr gläubig wurdet, versiegelt worden mit dem Heiligen Geist, der verheißen ist, welcher ist das Unterpfand unsres Erbes, zu unsrer Erlösung, dass wir sein Eigentum würden zum Lob seiner Herrlichkeit.
Epheser 1,3-14
Abendlese
Dieser ist’s, der gekommen ist durch Wasser und Blut, Jesus Christus; nicht im Wasser allein, sondern im Wasser und im Blut; und der Geist ist’s, der das bezeugt, denn der Geist ist die Wahrheit.
Denn drei sind, die das bezeugen: der Geist und das Wasser und das Blut; und die drei stimmen überein. Wenn wir der Menschen Zeugnis annehmen, so ist Gottes Zeugnis größer; denn das ist Gottes Zeugnis, dass er Zeugnis gegeben hat von seinem Sohn.
Wer an den Sohn Gottes glaubt, der hat dieses Zeugnis in sich. Wer Gott nicht glaubt, der macht ihn zum Lügner; denn er glaubt nicht dem Zeugnis, das Gott gegeben hat von seinem Sohn. Und das ist das Zeugnis, dass uns Gott das ewige Leben gegeben hat, und dieses Leben ist in seinem Sohn. Wer den Sohn hat, der hat das Leben; wer den Sohn Gottes nicht hat, der hat das Leben nicht.
Das habe ich euch geschrieben, damit ihr wisst, dass ihr das ewige Leben habt, die ihr glaubt an den Namen des Sohnes Gottes.
1. Johannes 5,6-13
Bekenntnislese
II. Vom freien Willen
Status Controversiae Die Hauptfrage in dieser Zwiespalt
Nachdem der Menschen Wille in vier gleichen Ständen gefunden, nämlich 1. vor dem Fall, 2. nach dem Fall, 3. nach der Wiedergeburt, 4. nach der Auferstehung des Fleisches: ist die Hauptfrage allein von dem Willen und Vermögen des Menschen in andern Stande, was derselbige nach dem Fall unser ersten Aeltern vor seiner Wiedergeburt aus ihm selbst in geistlichen Sachen vor Kräfte habe, und ob er vermöge aus seinen eigenen Kräften, zuvor und ehe er durch den Geist Gottes wiedergeboren, sich zur Gnade Gottes schicken und bereiten, und die durch den heiligen Geist im Wort und heiligen Sacramenten angebotene Gnade annehmen oder nicht?
Affirmativa: Reine Lehre vermöge Gottes Worts von diesem Artikel
1. Hiervon ist unser Lehre, Glaub und Bekenntnis, daß des Menschen Verstand und Vernunft in geistlichen Sachen blind, nichts verstehe aus seinen eigenen Kräften, wie geschrieben stehet: Der natürliche Mensch vernimmt nichts vom Geist Gottes; es ist ihm eine Thorheit und kann es nicht begreifen, wann er wird von geistlichen Sachen gefraget.
2. Desgleichen gläuben, lehren und bekennen wir, daß des Menschen unwiedergeborner Wille nicht allein von Gott abgewendet, sondern auch ein Feind Gottes worden, daß er nur Lust und Willen hat zum Bösen und was Gott zuwider ist, wie geschrieben stehet: Das Dichten des Menschen Herzen ist bös von Jugend auf. Item: Fleischlich gesinnet sein ist eine Feindschaft wider Gotte, sintemal es dem Gesetz nicht unterthan ist, denn es vermag es auch nicht. Ja so wenig ein todter Leib sich selbst lebendig machen kann zum leiblichen irdischen Leben, so wenig mag der Mensch, so durch die Sünde geistlich todt ist, sich selbst zum geistlichen Leben aufrichten, wie geschrieben stehet: Da wir todt waren in Sünden, hat er uns sammt Christo lebendig gemacht. Darum wir auch aus uns selbst, als aus uns, nicht tüchtig seind etwas Guts zu gedenken, sondern daß wir tüchtig sind, das ist von Gott. 2. Kor. 3
3. Die Bekehrung aber wirket Gott der heilige Geist nicht ohne Mittel, sondern gebraucht dazu die Predigt und das Gehör Gottes Worts, wie geschrieben stehet: Das Evangelium ist eine Kraft Gottes selig zu machen. Item: Der Glaube kommt aus dem Gehör Gottes Worts. Und ist Gottes Wille, daß man sein Wort hören, und nicht die Ohren verstopfen solle. Bei solchem Wort ist der heilige Geist gegenwärtig und thut auf die Herzen, daß sie, wie die Lydia in der Apostelgeschichte am 16. Kap., darauf merken und also bekehret werden allein durch die Gnade und Kraft des heiligen Geistes, dessen Werk allein ist die Bekehrung des Menschen. Dann ohne seine Gnade ist unser Wollen und Laufen, unser Pflanzen, Säen und Begießen alles nichts, wenn er nicht das Gedeihen darzu verleihet, wie Christus sagt: Ohne mich vermüget ihr nichtes. Mit welchen kurzen Worten er dem freien Willen seine Kräfte abspricht, und alles der Gnaden Gottes zuschreibet, damit sich nicht jemands vor Gott rühmen möchte. 1.Kor. 1
Negativ: Widerwärtige falsche Lehre
Demnach verwerfen und verdammen wir alle nachfolgende Irrthum als der Richtschnur Gottes Worts zuwider:
1. Den Schwarm der Philosophen, so man Stoices genennet hat, wie auch die Manichäer, die gelehret haben, daß alles, was geschähe, müße also geschehen und könne nicht anders geschehen, und daß der Mensch alles aus Zwang thue, was er auch in äußerlichen Dingen handele, und zu bösen Werken und Thaten, als Unzucht, Raub, Mord, Diebstahl und dergleichen, gezwungen werde.
2. Wir verwerfen auch der groben Pelagianer Irrthum, die gelehret haben, daß der Mensch aus eigenen Kräften ohne die Gnade des heiligen Geistes sich selbst zu Gott bekehren, dem Evangelio gläuben, dem Gesetz Gottes mit Herzen gehorsamen, und also Vergebung der Sünden und ewiges Leben verdienen könne.
3. Wir verwerfen auch der Halbpelagianer Irrthum, welche lehren, daß der Mensch aus eigenen Kräften den Anfang seiner Bekehrung machen, aber ohne die Gnad des heiligen Geistes nicht vollbringen möge.
4. Item, da gelehret wird, obwol der Mensch mit seinem freien Willen vor seiner Wiedergeburt zu schwach, den Anfang zu machen und sich selbst aus eigenen Kräften zu Gott zu bekehren und Gottes Gesetz von Herzen gehorsam zu sein: jedoch, wann der heilige Geist mit der Predigt des Worts den Anfang gemacht und seine Gnade darinne angeboten, daß alsdann der Wille des Menschen aus seinem eignen natürlichen Kräften etlichermaßen etwas, wiewol wenig und schwächlich, darzu thun, helfen und mitwirken, sich selbst zur Gnade schicken, bereiten, dieselbige ergreifen, annehmen und dem Evangelio gläuben könne.
5. Item, daß der Mensch, nachdem er wiedergeboren, das Gesetz Gottes vollkommen halten und gänzlich erfüllen könne, und daß solche Erfüllung unser Gerechtigkeit vor Gott sei, mit welcher wir das ewige Leben verdienen.
6. Item, wir verwerfen und verdammen auch den Irrthum der Enthusiasten, welche dichten, daß Gott ohne Mittel, ohne Gehör Gottes Worts, auch ohne Gebrauch der heiligen Sacramenten die Menschen zu sich ziehe, erleuchte, gerecht und selig mache. Enthusiasten heißen, die ohne die Predig Gottes Worts auf himmlische Erleuchtung warten.
7. Item, daß Gott in der Bekehrung und Widergeburt des alten Adams Substanz und Wesen und sonderlich die vernünftige Seele ganz vertilge, und ein neues Wesen der Seele aus Nichts in der Bekehrung un Wiedergeburt erschaffe.
8. Item, wann diese Reden ohne Erklärung gebraucht, daß des Menschen Wille vor, in und nach der Bekehrung dem heiligen Geist widerstrebe, und daß der heilige Geist gegeben werde denen, so ihm vorsätzlich und beharrlich widerstreben, dann Gott in der Bekehrung aus den Unwilligen Willige machet, und in den Willigen wohnet, wie Augustinus redet.
“Schafe mit Hirten beim Wasser” von Willem Steelink jr (1900)
Der HERR ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln. Er weidet mich auf einer grünen Aue und führet mich zum frischen Wasser. Er erquicket meine Seele. Er führet mich auf rechter Straße um seines Namens willen.
Und ob ich schon wanderte im finstern Tal, fürchte ich kein Unglück; denn du bist bei mir, dein Stecken und Stab trösten mich.
Du bereitest vor mir einen Tisch im Angesicht meiner Feinde. Du salbest mein Haupt mit Öl und schenkest mir voll ein. Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen mein Leben lang, und ich werde bleiben im Hause des HERRN immerdar.
Psalm 23. Ein Psalm Davids. Verdeutscht von Dr. Martin Luther (Revision 2017)
Des Morgens, wenn Du aufstehst, kannst Du Dich segnen mit dem Zeichen des heiligen Kreuzes und sagen:
Das walte Gott Vater + Sohn und Heiliger Geist! Amen
Apostolische Glaubensbekenntnis
Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde.
Und an Jesum Christum, seinen einigen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist von dem Heiligen Geist, geboren aus Maria der Jungfrau, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, niedergefahren zur Hölle, am dritten Tage wieder auferstanden von den Toten, aufgefahren gen Himmel; sitzend zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters; von dannen er kommen wird zu richten die Lebendigen und die Toten.
Ich glaube an den Heiligen Geist, eine heilige christliche Kirche, die Gemeinde der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. Amen.
Vaterunser
Vater unser im Himmel Geheiligt werde Dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.
Willst du, so kannst du dies Gebet dazu sprechen (Luthers Morgensegen)
Ich danke Dir, mein himmlischer Vater, durch Jesus Christus, Deinen lieben Sohn, daß Du mich diese Nacht vor allem Schaden und Gefahr behütet hast, und bitte Dich, Du wollest mich diesen Tag auch behüten vor Sünden und allem Übel, daß Dir all mein Tun und Leben gefalle. Denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in Deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde.
Als dann mit Freuden an Dein Werk gegangen und etwa ein Lied gesungen oder was Dir Deine Andacht eingibt.
Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit Euch allen!
2. Korinther 13,13
Lied aus dem lutherischen Kirchengesangbuch
Gott Vater, Herr, wir danke Dir, daß Du uns bhütest für und für, ernährest uns so mildiglich: bewahr uns ferner gnädiglich.
Herr Jesu Christ, wahr´ Mensch und Gott, hast uns erlöst vom ewgen Tod und uns verdient das Himmelreich: mach uns Dein’ lieben Engeln gleich.
Gott heilger Geist, Du Tröster gut, der Du gibst rechten Sinne und Mut: den Glauben, Lieb und Hoffnung mehr´ und uns von Sünden zu Dir kehr.
Du heilige Dreifaltigkeit, Du seist gelobt in Ewigkeit. O treuer Gott, am letzten End nimm unser Seel in Deine Händ.
Württemberg 1583. (LKG 193)
Fortlaufende Lese
Aber der Engel des Herrn redete zu Philippus und sprach: Steh auf und geh nach Süden auf die Straße, die von Jerusalem nach Gaza hinabführt und öde ist. 27 Und er stand auf und ging hin. Und siehe, ein Mann aus Äthiopien, ein Kämmerer und Mächtiger am Hof der Kandake, der Königin von Äthiopien, ihr Schatzmeister, war nach Jerusalem gekommen, um anzubeten. 28 Nun zog er wieder heim und saß auf seinem Wagen und las den Propheten Jesaja. 29 Der Geist aber sprach zu Philippus: Geh hin und halte dich zu diesem Wagen! 30 Da lief Philippus hin und hörte, dass er den Propheten Jesaja las, und fragte: Verstehst du auch, was du liest? 31 Er aber sprach: Wie kann ich, wenn mich nicht jemand anleitet? Und er bat Philippus, aufzusteigen und sich zu ihm zu setzen. 32 Die Stelle aber der Schrift, die er las, war diese: »Wie ein Schaf, das zur Schlachtung geführt wird, und wie ein Lamm, das vor seinem Scherer verstummt, so tut er seinen Mund nicht auf. 33 In seiner Erniedrigung wurde sein Urteil aufgehoben. Wer kann seine Nachkommen aufzählen? Denn sein Leben wird von der Erde weggenommen.« 34 Da antwortete der Kämmerer dem Philippus und sprach: Ich bitte dich, von wem redet der Prophet das, von sich selber oder von jemand anderem? 35 Philippus aber tat seinen Mund auf und fing mit diesem Schriftwort an und predigte ihm das Evangelium von Jesus. 36-37 Und als sie auf der Straße dahinfuhren, kamen sie an ein Wasser. Da sprach der Kämmerer: Siehe, da ist Wasser; was hindert’s, dass ich mich taufen lasse? 38 Und er ließ den Wagen halten und beide stiegen in das Wasser hinab, Philippus und der Kämmerer, und er taufte ihn. 39 Als sie aber aus dem Wasser heraufstiegen, entrückte der Geist des Herrn den Philippus und der Kämmerer sah ihn nicht mehr; er zog aber seine Straße fröhlich. 40 Philippus aber fand sich in Aschdod wieder und zog umher und predigte in allen Städten das Evangelium, bis er nach Cäsarea kam.
Apostelgeschichte 8,26-40
Morgenlese
Und der HERR redete mit Mose und sprach: Sage Aaron und seinen Söhnen und sprich: So sollt Ihr sagen zu den Israeliten, wenn Ihr sie segnet: Der HERR segne Dich und behüte Dich; der HERR lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig; der HERR hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir Frieden. So sollen sie meinen Namen auf die Israeliten legen, daß ich sie segne.
4. Mose (Numeri) 6,22-27
Abendlese
Dies schreibe ich dir und hoffe, bald zu dir zu kommen; wenn ich aber erst später komme, sollst du wissen, wie man sich verhalten soll im Hause Gottes, welches ist die Gemeinde des lebendigen Gottes, ein Pfeiler und eine Grundfeste der Wahrheit. Und groß ist, wie jedermann bekennen muss, das Geheimnis des Glaubens: Er ist offenbart im Fleisch, gerechtfertigt im Geist, erschienen den Engeln, gepredigt den Heiden, geglaubt in der Welt, aufgenommen in die Herrlichkeit.
1. Timotheus 3,14-16
Bekenntnislese
Von der Erbsünde verf.
Negativa Verwerfung der falschen Gegenlehre
1. Demnach verwerfen und verdammen wir, wann gelehret wird, daß die Erbsünde allein ein reatus oder Schuld von wegen fremder Verwirkung, ohn einige unserer Natur Verderbung sei.
2. Item, daß die bösen Lüste nicht Sünde, sondern angeschaffene wesentliche Eigenschaften der Natur seien, oder als wäre der obgemeldte Mangel oder Schade nicht wahrhaftig Sünde, darum derMensch außerhalb Christo ein Kind des Zorns sein sollte.
3. Desgleichen verwerfven wir auch den Pelagianischen Irrthum, da vorgegeben wird, daß der Natur des Menschen auch nach dem Fall unverderbet und sonderlich in geistlichen Sachen ganz gut und rein in ihrem naturalibus, das ist in ihren natürlichen Kräften, geblieben sei.
4. Item, daß die Erbsünde nur von außen ein schlechter,ringschätziger, eingesprengter Fleck oder anfliegende Makel sei, darunter die Natur ihre gute Kräfte auch in geistlichen Sachen behalten habe.
5. Item, daß die Erbsünde sei nur ein äußerlich Hindernis der guten geistlichen Kräften und nicht eine Beraubung oder Mangel derselben, als wann ein Magnet mit Knoblochsaft bestrichen wird, dadurch seine natürliche Kraft nicht weggenommen, sondern allein gehindert wird; aber daß dieselbe Makel wie ein Fleck vom Angesicht oder Farbe von der Wand leichthin abgewischt werden könnte.
6. Item, daß im Menschen nicht gar verderbet sei menschlich Natur und Wesen, sondern der Mensch habe noch etwas Guts an ihm, auch in geistlichen Sachen, als nämlich Fähigkeit, Geschicklichkeit, Tüchtigkeit oder Vermögen in geistlichen Sachen etwas anzufahen, zu wirken oder mitzuwirken.
7. Dagegen verwerfen wir auch die falsche Lehre der Manichäer, wann gelehret wird, daß die Erbsünde als etwas Wesentliches und Selbständigs durch den Satan in die Natur eingegossen und mit derselben vermenget, wie Gift und Wein gemenget werden.
8. Item, daß nicht der natürliche Mensch, sondern etwas Anders und Fremdes im Menschen sündige, deswegen nicht die Natur, sondern allein die Erbsünde in der Natur angeklaget werde.
9. Wir verwerfen und verdammen auch als ein Manichöischen Irrthum, wenn gelehret wird, daß die Erbsünde sei eigentlich und ohne allen Unterscheid des verderbten Menschen Substanz, Natur und Wesen selbst, also daß kein Unterscheid zwischen der verderbten Natur nach dem Fall an ihr selbst und der Erbsünde sollte auch nicht gedacht, noch mit Gedanken von einander unterschieden werden können.
10. Es wird aber solche Erbsünde von Luthero Natursünde, Personensünde, wesentliche Sünde genennet, nicht daß die Natur, Person oder das Wesen des Menschen selbst ohne allen Unterscheid die Erbsünde sei, sondern daß mit solchen Worten der Unterscheid zwischen der Erbsünde, so in der menschlichen Natur stecket, und den andern Sünden, so man wirkliche Sünden nennet, angezeigt würde.
11. Denn die Erbsünde ist nicht eine Sünde, die man thut, sondern sie stecket in der Natur, Substanz und Wesen des Menschen, also. wenn gleich kein böser Gedank nimmer im Herzen des verderbte Menschen aufstiege, kein unnütz Wort geredet, noch böse That geschähe; so ist die Natur verderbet durch die Erbsünde, die uns im sündlichen Samen angeboren wird und ein Brunnquell ist aller anderer wirklichen Sünden, als böser Gedanken, Wort und Werke, wie geschrieben stehet: Aus dem Herzen kommen arge Gedanken. Item: Das Dichten des menschlichen Herzens ist bös von Jugend auf.
12. Es ist auch wol zu merken der ungleiche Verstand des Wortes Natur, dadurch die Manichäer ihren Irrthum bedecken und viel einfältiger Leute irre machen. Dann zu Zeiten heißet es des Menschen Wesen, als wann gesagt wird: Gott hat die menschliche Natur geschaffen. Zu Zeiten aber heißet es die Art und Unart eines Dinges, die in der Natur oder Wesen steckt, als wenn gesagt wird: Der Schlangen Natur ist stechen und des Menschen Natur und Art ist sündigen und Sünde; da das Wort Natur nicht die Substanz des Menschen, sondern etwas heißet, das in der Natur oder Substanz stecket.
13. Was aber die lateinische Wort substantia und accidens belangt, weil es nicht heiliger Schrift Wort sind, dazu dem gemeinen Mann unbekannt, sollen dieselbigen in den Predigten vor dem gemeinen unverständigen Volk nicht gebraucht, sondern des einfältigen Volks damit verschont werden.
Aber in der Schule bei den Gelehrten, weil sie wol bekannt und ohne allen Misverstand gebraucht, dadurch das Wesen eines jeden Dings, und was ihm zufälliger Weise anhanget, eigentlich unterschieden, werden solche Wort auch billig in der Disputation von der Erbsünde behalten.
Denn der Unterschied zwischen Gottes und des Teufels Werk auf das deutlichste dardurch angezeigt, weil der Teufel keine Substanz schaffen, sondern allein zufälliger Weise aus Gottes Verhängnis die von Gott erschaffene Substanz verderben kann.
“Die Dreifaltigkeit” von Lucas Cranach d.Ä. im Museum der bildenden Künste (Leipzig)
HERR, schaffe mir Recht, denn ich bin unschuldig! Ich hoffe auf den HERRN, darum werde ich nicht fallen. Prüfe mich, HERR, und erprobe mich, läutere meine Nieren und mein Herz! Denn deine Güte ist mir vor Augen, und ich wandle in deiner Wahrheit.
Ich sitze nicht bei falschen Menschen und habe nicht Gemeinschaft mit den Heuchlern. Ich hasse die Versammlung der Boshaften und sitze nicht bei den Gottlosen. Ich wasche meine Hände in Unschuld und umschreite, HERR, deinen Altar, dir zu danken mit lauter Stimme und zu verkünden alle deine Wunder.
HERR, ich habe lieb die Stätte deines Hauses und den Ort, da deine Ehre wohnt. Raffe meine Seele nicht hin mit den Sündern noch mein Leben mit den Blutdürstigen, an deren Händen Schandtat klebt und die gern Geschenke nehmen. Ich aber gehe meinen Weg in Unschuld. Erlöse mich und sei mir gnädig! Mein Fuß steht fest auf rechtem Grund. Ich will den HERRN loben in den Versammlungen.
Psalm 26. Von David. Verdeutscht von Dr. Martin Luther.
Des Morgens, wenn Du aufstehst, kannst Du Dich segnen mit dem Zeichen des heiligen Kreuzes und sagen:
Das walte Gott Vater + Sohn und Heiliger Geist! Amen
Apostolische Glaubensbekenntnis
Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde.
Und an Jesum Christum, seinen einigen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist von dem Heiligen Geist, geboren aus Maria der Jungfrau, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, niedergefahren zur Hölle, am dritten Tage wieder auferstanden von den Toten, aufgefahren gen Himmel; sitzend zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters; von dannen er kommen wird zu richten die Lebendigen und die Toten.
Ich glaube an den Heiligen Geist, eine heilige christliche Kirche, die Gemeinde der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. Amen.
Vaterunser
Vater unser im Himmel Geheiligt werde Dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.
Willst du, so kannst du dies Gebet dazu sprechen (Luthers Morgensegen)
Ich danke Dir, mein himmlischer Vater, durch Jesus Christus, Deinen lieben Sohn, daß Du mich diese Nacht vor allem Schaden und Gefahr behütet hast, und bitte Dich, Du wollest mich diesen Tag auch behüten vor Sünden und allem Übel, daß Dir all mein Tun und Leben gefalle. Denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in Deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde.
Als dann mit Freuden an Dein Werk gegangen und etwa ein Lied gesungen oder was Dir Deine Andacht eingibt.
Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit Euch allen!
2. Korinther 13,13
Lied aus dem lutherischen Kirchengesangbuch
Erhebe Dich, steig zu ihm zu, und lern ihn recht erkennen, denn solch Erkenntnis bringt die Ruh und macht die Seele brennen in reiner Liebe, die uns nährt zum ewgen Freuden-leben, da, was allhier kein Ohr gehört, Gott wird zu schauen geben den Augen seiner kinder.
Weh aber dem verstockten Heer, das sich hier selbst verblendet, Gott von sich stößt, und seine Ehr auf Kreaturen wendet: dem wird gewiß des Himmels Tür einmal verschlossen bleiben; denn wer Gott von sich treibt allhier, den wird er dort auch treiben von seinem heilgen Throne.
Ei nun, so gib, Du großer Held, Gott Himmels und der Erden, daß alle Menschen in der Welt zu Dir bekehret werden. Erleuchte, was verblendet geht; bring wieder, was verirret; reiß aus, was uns im Wege steht und freventlich verwirret die Schwachen in dem Glauben.
Auf daß wir also allzugleich zur Himmelspforten dringen und dermaleinst in Deinem Reich ohn alles Ende singen, daß Du alleine König seist, hoch über alle Götter, Gott Vater, Sohn und Heilger Geist, der Frommen Schutz und Retter: Ein Wesen, drei Personen.
Paul Gerhardt 1653 (LKG 194,5-8)
Fortlaufende Lese
Die nun zerstreut worden waren, zogen umher und predigten das Wort. 5 Philippus aber kam hinab in die Stadt Samariens und verkündigte ihnen Christus. 6 Und das Volk neigte einmütig dem zu, was Philippus sagte, als sie ihm zuhörten und die Zeichen sahen, die er tat. 7 Denn die unreinen Geister fuhren aus vielen Besessenen aus mit großem Geschrei, auch viele Gelähmte und Verkrüppelte wurden gesund gemacht; 8 und es kam große Freude auf in jener Stadt. 9 Es war aber ein Mann mit Namen Simon, der zuvor in der Stadt Zauberei trieb und das Volk von Samarien in seinen Bann zog, weil er vorgab, er wäre etwas Großes. 10 Und alle hingen ihm an, Klein und Groß, und sprachen: Dieser ist die Kraft Gottes, die die Große genannt wird. 11 Sie hingen ihm aber an, weil er sie lange Zeit mit seiner Zauberei in seinen Bann gezogen hatte. 12 Als sie aber den Predigten des Philippus von dem Reich Gottes und von dem Namen Jesu Christi glaubten, ließen sich taufen Männer und Frauen. 13 Da wurde auch Simon gläubig und ließ sich taufen und hielt sich zu Philippus. Und als er die Zeichen und mächtigen Taten sah, die geschahen, geriet er außer sich vor Staunen. 14 Als aber die Apostel in Jerusalem hörten, dass Samarien das Wort Gottes angenommen hatte, sandten sie zu ihnen Petrus und Johannes. 15 Die kamen hinab und beteten für sie, dass sie den Heiligen Geist empfingen. 16 Denn er war noch auf keinen von ihnen gefallen, sondern sie waren allein getauft auf den Namen des Herrn Jesus. 17 Da legten sie die Hände auf sie und sie empfingen den Heiligen Geist. 18 Als aber Simon sah, dass der Geist gegeben wurde, wenn die Apostel die Hände auflegten, bot er ihnen Geld an 19 und sprach: Gebt auch mir diese Macht, dass jeder, dem ich die Hände auflege, den Heiligen Geist empfange. 20 Petrus aber sprach zu ihm: Dein Geld fahre mit dir ins Verderben, weil du meinst, Gottes Gabe werde durch Geld erlangt. 21 Du hast weder Anteil noch Anrecht an dieser Sache; denn dein Herz ist nicht rechtschaffen vor Gott. 22 Darum tu Buße für diese deine Bosheit und bitte den Herrn, ob dir vergeben werden möge das Trachten deines Herzens. 23 Denn ich sehe, dass du voll bitterer Galle bist und verstrickt in Ungerechtigkeit. 24 Da antwortete Simon und sprach: Bittet ihr den Herrn für mich, dass nichts von dem über mich komme, was ihr gesagt habt. 25 Als sie nun das Wort des Herrn bezeugt und geredet hatten, kehrten sie wieder um nach Jerusalem und predigten das Evangelium in vielen Dörfern Samarias.
Apostelgeschichte 8,4-25
Morgenlese
Zu der Zeit fing Jesus an und sprach: Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, dass du dies Weisen und Klugen verborgen hast und hast es Unmündigen offenbart. Ja, Vater; denn so hat es dir wohlgefallen. Alles ist mir übergeben von meinem Vater, und niemand kennt den Sohn als nur der Vater; und niemand kennt den Vater als nur der Sohn und wem es der Sohn offenbaren will. Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken. Nehmt auf euch mein Joch und lernt von mir; denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig; so werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen. Denn mein Joch ist sanft, und meine Last ist leicht.
Matthäus 11,25-30
Abendlese
So ermahne ich euch nun, ich, der Gefangene in dem Herrn, dass ihr der Berufung würdig lebt, mit der ihr berufen seid, in aller Demut und Sanftmut, in Geduld. Ertragt einer den andern in Liebe und seid darauf bedacht, zu wahren die Einigkeit im Geist durch das Band des Friedens: ein Leib und ein Geist, wie ihr auch berufen seid zu einer Hoffnung eurer Berufung; ein Herr, ein Glaube, eine Taufe; ein Gott und Vater aller, der da ist über allen und durch alle und in allen.
Epheser 4,1-6
Bekenntnislese
Formula Concordiae – (Erster Theil)
Summarischer Begriff der streitigen Artikel zwischen den Theologen Augsburgischer Confession in nachfolgender Wiederholung nach Anleitung Gottes Worts christlich erkläret und verglichen.
Von dem summarischen Begriff, Regel und Richtschnur, nach welcher alle Lehre geurtheilet, und die eingefallene Irrungen christlich entscheiden und erkläret werden sollen.
1. Wir gläuben, lehren und bekennen, daß die einige Regel und Richtschnur, nach welcher zugleich alle Lehren und Lehrer gerichtet und geurtheilet werden sollen, seind allein die prophetischen und apostolischen Schriften altes und neues Testament, wie geschrieben stehet: Dein Wort ist meines Fußes Leuchte und ein Licht auf meinem Wege Ps. 119. Und St. Paulus: Wenn ein Engel vom Himmel käme, und predigte anders, der soll verflucht sein. Gal. 1.
Andere Schriften aber der alter oder neuen Lehrer, wie sie Namen haben, sollen der heiligen Schrift nicht gleich gehalten, sondern alle zumal mit einander derselben unterworfen, und anders oder weiter nicht angenommen werden, denn als Zeugen, welcher Gestalt nach der Apostel Zeit und an welchen Orten solche Lehre der Propheten und Apostel erhalten werde.
2. Und nachdem gleich nach der Apostel Zeit, auch noch bei ihrem Leben, falsche Lehrer und Ketzer eingreifen, und wider dieselbige in der ersten Kirchen Symbola, das ist kurze, runde Bekenntnisse, gestellet, welche für den einhelligen, allgemeinen christlichen Glauben und Bekenntnis der rechtgläubigen und wahrhaftigen Kirchen gehalten, als nämlich das Symbolum Apostolicum, Symbolum Nicaenum und Symbolum Athanasii:; bekennen wir uns zu denselben, und verwerfen hiemit alle Ketzereien und Lehre, so denselben zuwider in die Kirche Gottes eingeführet worden sind.
3. So viel aber die Trennung in Glaubenssachen belanget, zu unsern Zeiten eingefallen, halten wir vor den einhelligen Consens und Erklärung unsers christlichen Glaubens und Bekenntnis, besonders wider das Pabstthums und dessen falschen Gottesdienst, Abgötterei, Aberglauben, und andere Secten, als dieser Zeit unserm Symbolo, die erste, ungeänderte Augsburgische Confession, Kaiser Karolo V. zu Augsburg Anno 30 in der großen Reichsversammlung übergeben, sammt derselben Apologie und Artikeln zu Schmalkalden Anno 37 gestellet und von den vornehmsten Theologen damals unterschrieben worden.
Und weil solche Sachen auch den gemeinen Laien und derselben Seelen Seligkeit betreffen, bekennen wir uns auch zu dem kleinen und großen Katechismus Dr. Luthers, wie solche beide Katechismi in den tomis Lutheri verfaßet, als zu der Laienbibel, darin alles begriffen, was in heiliger Schrift weitläufig gehandelt, und einem Christenmenschen zu seiner Seligkeit zu wißen vonnöthen ist.
Nach dieser Anleitung, wie oben vermeldet, sollen alle Lehren angestellet, und was derselben zuwider, als unsers Glaubens einhelliger Erklärung entgegen, verworfen und verdammet werden.
Solcher Gestalt wird der Unterschied zwischen der heiligen Schrift altes und neues Testaments und allen anderen Schriften erhalten, und bleibt allein die heilige Schrift der einige Richter, Regel und Richtschnur, nach welcher als dem einigen Probierstein sollen und müßen alle Lehren erkannt und geurtheilet werden, ob sie gut oder bös, recht oder unrecht sein.
Die andere Symbola aber und angezogene Schriften sind nicht Richter wie die heilige Schrift, sondern allein Zeugnis und Erklärung des Glaubens, wie jederzeiit die heilige Schrift in streitigen Artikeln in der Kirchen Gottes von den damals Lebenden verstanden und ausgelegt, und derselben widerwärtige Lehre verworfen und verdammet werden.
I. Von der Erbsünde
Status Controversiae
Die Hauptfrage in dieser Zwiespalt
Ob die Erbsünde sei eigentlich und ohn allen Unterschied des Menschen verderbte Natur, Substanz und Wesen, oder ja das fürnehmste und beste Theil seines Wesens, als die vernünftige Seele selbst in ihrem höchsten Grad und Kräften? Oder ob zwischen des Menschen Substanz, Natur, Wesen, Leib, seele auch nach dem Fall und der Erbsünde ein Unterschied sei, also daß ein anders die Natur, und ein anders die Erbsünde sei, welche in der verderbten Natur steckt und die Natur verderbet?
Affirmativa
Reine Lehre, Glaub und Bekenntnis, vermöge vorgesetzter Richtschnur und summarischer Erklärung
1. Wir gläuben, lehren und bekennen, daß ein Unterschied sei zwischen der Natur des Menschen, nicht allein wie er Anfangs von Gott rein und heilig ohne Sünde erschaffen, sondern auch wie wir sie jetzunder nach dem Fall haben, nämlich zwischen der Natur, so auch nach dem Fall noch eine Kreatur Gottes ist und bleibet, und der Erbsünde, und daß solcher Unterschied zwischen Gottes und des Teufels Werk sei.
2. Wir gläuben, lehren und bekennen auch, daß über solchem Unterschied mit höchstem Fleiß zu halten, weil diese Lehre, daß zwischen unserer verderbten Menschennatur und der Erbsünde kein Unterschied sein sollte, wider die Hauptartikel unsers christlichen Glaubens von der Erschaffung, Erlösung, Heiligung und Auferstehung unsers Fleisches streitet und neben denselben nicht bestehen kann.
Dann nicht allein Adams und Eva Leib und Seel vor dem Fall, sondern auch unser Leib und Seel nach dem Fall, unangesehen daß sie verderbet, Gott geschaffen, welche auch Gott noch für sein Werk erkennet, wie geschrieben stehet Hiob 10: Deine Hände haben mich gearbeitet und gemacht alles, was ich um und um bin.
Es hat auch der Sohn Gottes in Einigkeit seiner Person solche menschliche Natur, doch ohne Sünde, und also nicht ein fremd, sondern unser Fleisch an sich genommen, und nach demselben unser wahrhaftiger Bruder worden, Hebr.2: Nachdem die Kinder Fleisch und Bluut haben, ist ers gleichermaß theilhaftig worden. Item: Er nimmt nirgend die Engel an sich, sondern den Samen Abraham nimmt er an sich; daher muß er allerdings seinen Brüdern, ausgenommen die Sünde, gleich werden. Also hat es auch Christus erlöset als sein Werk, heiliget es als sein Werk, erwecket es von den Todten und zieret es herrlich als sein Werk. Aber die Erbsünde hat er nicht erschaffen, nicht angenommen, nicht erlöset, nicht geheiliget, wird sie auch nicht erwecken, an den Auserwählten weder zieren noch selig machen, sondern in der Auferstehung gar vertilget sein wird.
Daraus der Unterschied zwischen der verderbten Natur und der Verderbung, so in der Natur stecket und die Natur dadurch verderbet werden, leichtlich zu erkennen.
3. Wir gläuben, lehren und bekennen aber hinwiederum, daß die Erbsünde nicht sein eine schlechte, sondern so tiefe Verderbung menschlicher Natur, daß nichts Gesundes oder unverderbet an Leib und Seele des Menschen, seinen innerlichen und äußerlichen Kräften geblieben, sondern wie die Kirche singet: Durch Adams Fall ist ganz verderbt menschlich Natur und Wesen. Welcher Schade unaussprechlich, nicht mit der Vernunft, sondern allein aus Gottes Wort erkennet werden mag, und daß die Natur und solch Verderbung der Natur niemand von einander scheiden könne denn allein Gott, welches durch den Tod in der Auferstehung gänzlich geschehen, da unser Natur, die wir itzt tragen, ohne die Erbsünde und von derselben abgesondert und abgescheiden, auferstehen und ewig leben wird, wie geschrieben stehet Hiob 19: Ich werde mit dieser meiner Haut umgeben werden, und werde in meinem Fleisch Gott sehen, denselben werde ich mir sehen, und meine Augen werden ihn schauen.
Negativa Verwerfung der falschen Gegenlehre
1. Demnach verwerfen und verdammen wir, wann gelehret wird, daß die Erbsünde allein ein reatus oder Schuld von wegen fremder Verwirkung, ohn einige unserer Natur Verderbung sei.
2. Item, daß die bösen Lüste nicht Sünde, sondern angeschaffene wesentliche Eigenschaften der Natur seien, oder als wäre der obgemeldte Mangel oder Schade nicht wahrhaftig Sünde, darum derMensch außerhalb Christo ein Kind des Zorns sein sollte.
3. Desgleichen verwerfven wir auch den Pelagianischen Irrthum, da vorgegeben wird, daß der Natur des Menschen auch nach dem Fall unverderbet und sonderlich in geistlichen Sachen ganz gut und rein in ihrem naturalibus, das ist in ihren natürlichen Kräften, geblieben sei.
4. Item, daß die Erbsünde nur von außen ein schlechter,ringschätziger, eingesprengter Fleck oder anfliegende Makel sei, darunter die Natur ihre gute Kräfte auch in geistlichen Sachen behalten habe.
5. Item, daß die Erbsünde sei nur ein äußerlich Hindernis der guten geistlichen Kräften und nicht eine Beraubung oder Mangel derselben, als wann ein Magnet mit Knoblochsaft bestrichen wird, dadurch seine natürliche Kraft nicht weggenommen, sondern allein gehindert wird; aber daß dieselbe Makel wie ein Fleck vom Angesicht oder Farbe von der Wand leichthin abgewischt werden könnte.
6. Item, daß im Menschen nicht gar verderbet sei menschlich Natur und Wesen, sondern der Mensch habe noch etwas Guts an ihm, auch in geistlichen Sachen, als nämlich Fähigkeit, Geschicklichkeit, Tüchtigkeit oder Vermögen in geistlichen Sachen etwas anzufahen, zu wirken oder mitzuwirken.
7. Dagegen verwerfen wir auch die falsche Lehre der Manichäer, wann gelehret wird, daß die Erbsünde als etwas Wesentliches und Selbständigs durch den Satan in die Natur eingegossen und mit derselben vermenget, wie Gift und Wein gemenget werden.
8. Item, daß nicht der natürliche Mensch, sondern etwas Anders und Fremdes im Menschen sündige, deswegen nicht die Natur, sondern allein die Erbsünde in der Natur angeklaget werde.
9. Wir verwerfen und verdammen auch als ein Manichöischen Irrthum, wenn gelehret wird, daß die Erbsünde sei eigentlich und ohne allen Unterscheid des verderbten Menschen Substanz, Natur und Wesen selbst, also daß kein Unterscheid zwischen der verderbten Natur nach dem Fall an ihr selbst und der Erbsünde sollte auch nicht gedacht, noch mit Gedanken von einander unterschieden werden können.
10. Es wird aber solche Erbsünde von Luthero Natursünde, Personensünde, wesentliche Sünde genennet, nicht daß die Natur, Person oder das Wesen des Menschen selbst ohne allen Unterscheid die Erbsünde sei, sondern daß mit solchen Worten der Unterscheid zwischen der Erbsünde, so in der menschlichen Natur stecket, und den andern Sünden, so man wirkliche Sünden nennet, angezeigt würde.
Nach Dir, HERR, verlangt mich. Mein Gott, ich hoffe auf Dich; laß mich nicht zuschanden werden, daß meine Feinde nicht frohlocken über mich. Denn keiner wird zuschanden, der auf Dich harret; aber zuschanden werden die leichtfertigen Verächter. HERR, zeige mir Deine Wege und lehre mich Deine Steige! Leite mich in Deiner Wahrheit und lehre mich! Denn Du bist der Gott, der mir hilft; täglich harre ich auf Dich. Gedenke, HERR, an Deine Barmherzigkeit und an Deine Güte, die von Ewigkeit her gewesen sind.
Gedenke nicht der Sünden meiner Jugend und meiner Übertretungen, gedenke aber meiner nach Deiner Barmherzigkeit, HERR, um Deiner Güte willen! Der HERR ist gut und gerecht; darum weist er Sündern den Weg. Er leitet die Elenden recht und lehrt die Elenden seinen Weg. Die Wege des HERRN sind lauter Güte und Treue für alle, die seinen Bund und seine Zeugnisse halten. Um Deines Namens willen, HERR, vergib mir meine Schuld, die da groß ist! Wer ist es, der den HERRN fürchtet? Er wird ihm den Weg weisen, den er wählen soll. Der wird im Guten wohnen, und seine Kinder werden das Land besitzen. Am Rat des HERRN haben teil, die ihn fürchten; und seinen Bund lässt er sie wissen. Meine Augen sehen stets auf den HERRN; denn er wird meinen Fuß aus dem Netze ziehen.
Wende Dich zu mir und sei mir gnädig; denn ich bin einsam und elend. Die Angst meines Herzens ist groß; führe mich aus meinen Nöten! Sieh an meinen Jammer und mein Elend und vergib mir alle meine Sünden! Sieh, wie meiner Feinde so viel sind und zu Unrecht mich hassen. Bewahre meine Seele und errette mich; lass mich nicht zuschanden werden, denn ich traue auf Dich! Unschuld und Redlichkeit mögen mich behüten; denn ich harre auf Dich. Gott, erlöse Israel aus aller seiner Not!
Psalm 25. Von David. Verdeutscht von Dr. Martin Luther (Revision 2017)
Des Morgens, wenn Du aufstehst, kannst Du Dich segnen mit dem Zeichen des heiligen Kreuzes und sagen:
Das walte Gott Vater + Sohn und Heiliger Geist! Amen
Apostolische Glaubensbekenntnis
Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde.
Und an Jesum Christum, seinen einigen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist von dem Heiligen Geist, geboren aus Maria der Jungfrau, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, niedergefahren zur Hölle, am dritten Tage wieder auferstanden von den Toten, aufgefahren gen Himmel; sitzend zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters; von dannen er kommen wird zu richten die Lebendigen und die Toten.
Ich glaube an den Heiligen Geist, eine heilige christliche Kirche, die Gemeinde der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. Amen.
Vaterunser
Vater unser im Himmel Geheiligt werde Dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.
Willst du, so kannst du dies Gebet dazu sprechen (Luthers Morgensegen)
Ich danke Dir, mein himmlischer Vater, durch Jesus Christus, Deinen lieben Sohn, daß Du mich diese Nacht vor allem Schaden und Gefahr behütet hast, und bitte Dich, Du wollest mich diesen Tag auch behüten vor Sünden und allem Übel, daß Dir all mein Tun und Leben gefalle. Denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in Deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde.
Als dann mit Freuden an Dein Werk gegangen und etwa ein Lied gesungen oder was Dir Deine Andacht eingibt.
Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit Euch allen!
2. Korinther 13,13
Lied aus dem lutherischen Kirchengesangbuch
Was alle weisheit in der Welt bei uns hier kaum kann lallen, das läßt Gott aus dem Himmelszelt in alle Welt erschallen, daß er alleine König sei, hoch über alle Götter, groß, mächtig, freundlich, fromm und treu, der Frommen Schutz und Retter, ein Wesen, drei Personen.
Gott Vater, Sohn und heil’ger Geist, heißt sein hochheil’ger Name: so kennt, so nennt, so rühmt und preis’t in der gerechte Same, Gott Abrahams, Gott Isaaks, Gott Jakobs, den er liebet, Herr Zebaoth, der Nacht und Tag uns alle Gaben giebet, und Wunder tut alleine.
Der Vater hat von Ewigkeit den Sohn, sein Bild, erzeuget; der Sohn hat in der Füll der Zeit im Fleische sich gezeiget; der Geist geht ohne Zeit herfür vom Vater und vom Sohne, mit beiden gleicher Ehr und Zier, gleich ewig, gleicher Krone, und ungeteilter Stärke.
Sich hier, mein Herz, das ist Dein Gut, Dein Schatz, dem keiner gleichet; das ist Dein Freund, der alles tut, was Dir zum Heil gereichet, der Dich gebaut nach seinem Bild, für Deine Schuld gebüßet, der Dich mit wahrem Glauben füllt und all Dein Kreuz durchsüßet mit seinen heilgen Worten.
Paul Gerhardt 1653 (LKG 194,1-4)
Fortlaufende Lese
Als sie das hörten, ging’s ihnen durchs Herz und sie knirschten mit den Zähnen über ihn. 55 Er aber, voll Heiligen Geistes, sah auf zum Himmel und sah die Herrlichkeit Gottes und Jesus stehen zur Rechten Gottes 56 und sprach: Siehe, ich sehe den Himmel offen und den Menschensohn zur Rechten Gottes stehen. 57 Sie schrien aber laut und hielten sich ihre Ohren zu und stürmten einmütig auf ihn ein, 58 stießen ihn zur Stadt hinaus und steinigten ihn. Und die Zeugen legten ihre Kleider ab zu den Füßen eines jungen Mannes, der hieß Saulus, 59 und sie steinigten Stephanus; der rief den Herrn an und sprach: Herr Jesus, nimm meinen Geist auf! 60 Er fiel auf die Knie und schrie laut: Herr, rechne ihnen diese Sünde nicht an! Und als er das gesagt hatte, verschied er.
Apostelgeschichte 7,54-60
Morgenlese
Ich will euch nämlich wissen lassen, welchen Kampf ich für euch und für die in Laodizea und für alle führe, die mich nicht von Angesicht gesehen haben, auf dass ihre Herzen gestärkt und verbunden werden in der Liebe und zu allem Reichtum an der Fülle der Einsicht, zu erkennen das Geheimnis Gottes, das Christus ist. In ihm liegen verborgen alle Schätze der Weisheit und der Erkenntnis. Ich sage das, damit euch niemand betrüge mit verführerischen Reden. Denn obwohl ich leiblich abwesend bin, so bin ich doch im Geist bei euch und freue mich, wenn ich eure Ordnung und euren festen Glauben an Christus sehe.
Wie ihr nun angenommen habt den Herrn Christus Jesus, so lebt auch in ihm, verwurzelt und gegründet in ihm und fest im Glauben, wie ihr gelehrt worden seid, und voller Dankbarkeit. Seht zu, dass euch niemand einfange durch die Philosophie und leeren Trug, die der Überlieferung der Menschen und den Elementen der Welt folgen und nicht Christus. Denn in ihm wohnt die ganze Fülle der Gottheit leibhaftig,
Kolosser 2,1-9
Abendlese
Da sprach Salomo: Die Sonne hat der HERR an den Himmel gestellt. Er hat aber gesagt, er wolle im Dunkel wohnen. So habe ich nun ein erhabenes Haus gebaut dir zur Wohnung, eine Stätte, dass du ewiglich da wohnest. Und der König wandte sein Angesicht und segnete die ganze Gemeinde Israel, und die ganze Gemeinde Israel stand. Und er sprach: Gelobt sei der HERR, der Gott Israels, der durch seinen Mund meinem Vater David zugesagt und es durch seine Hand erfüllt hat und gesagt: Von dem Tage an, als ich mein Volk Israel aus Ägypten führte, hab ich keine Stadt erwählt unter irgendeinem Stamm Israels, dass mir ein Haus gebaut würde, damit mein Name da wäre. David aber habe ich erwählt, dass er über mein Volk Israel Herr sein sollte. Mein Vater David hatte es zwar im Sinn, dem Namen des HERRN, des Gottes Israels, ein Haus zu bauen, aber der HERR sprach zu meinem Vater David: Dass du im Sinn hast, meinem Namen ein Haus zu bauen, daran hast du wohlgetan, dass du dir das vornahmst. Doch nicht du sollst das Haus bauen, sondern dein Sohn, der dir geboren wird, der soll meinem Namen ein Haus bauen. Und der HERR hat sein Wort wahr gemacht, das er gegeben hat; denn ich bin zur Macht gekommen an meines Vaters David statt und sitze auf dem Thron Israels, wie der HERR zugesagt hat, und habe gebaut ein Haus dem Namen des HERRN, des Gottes Israels, und habe dort eine Stätte zugerichtet der Lade, in der die Tafeln des Bundes sind, den der HERR geschlossen hat mit unsern Vätern, als er sie aus Ägyptenland führte. Und Salomo trat vor den Altar des HERRN angesichts der ganzen Gemeinde Israel und breitete seine Hände aus gen Himmel und sprach: HERR, Gott Israels, es ist kein Gott weder droben im Himmel noch unten auf Erden dir gleich, der du hältst den Bund und die Barmherzigkeit deinen Knechten, die vor dir wandeln von ganzem Herzen; der du gehalten hast deinem Knecht, meinem Vater David, was du ihm zugesagt hast. Mit deinem Mund hast du es geredet, und mit deiner Hand hast du es erfüllt, wie es offenbar ist an diesem Tage. Nun, HERR, Gott Israels, halt deinem Knecht, meinem Vater David, was du ihm zugesagt hast: Es soll dir nicht fehlen an einem Mann, der vor mir steht, der da sitzt auf dem Thron Israels, wenn nur deine Söhne auf ihren Weg achthaben, dass sie vor mir wandeln, wie du vor mir gewandelt bist. Nun, Gott Israels, lass dein Wort wahr werden, das du deinem Knecht, meinem Vater David, zugesagt hast. Denn sollte Gott wirklich auf Erden wohnen? Siehe, der Himmel und aller Himmel Himmel können dich nicht fassen – wie sollte es dann dies Haus tun, das ich gebaut habe? Wende dich aber zum Gebet deines Knechts und zu seinem Flehen, HERR, mein Gott, auf dass du hörst das Flehen und Gebet deines Knechts heute vor dir: Lass deine Augen offen stehen über diesem Hause Nacht und Tag, über der Stätte, von der du gesagt hast: Da soll mein Name sein. Du wollest hören das Gebet, das dein Knecht an dieser Stätte betet, und wollest erhören das Flehen deines Knechts und deines Volkes Israel, wenn sie hier bitten werden an dieser Stätte; und wenn du es hörst in deiner Wohnung, im Himmel, wollest du gnädig sein.
1. Könige 8,12-30
Bekenntnislese
Darum sollen wir die Beichte so ansehen, dass wir die beiden Stücke klar unterscheiden und auseinanderhalten. Unser Tun sollen wir für gering ansehen, Gottes Wort aber sollen wir überaus hoch achten; wir sollen nicht zur Beichte gehen, als wollten wir selber etwas Großes und Gutes tun, um es Gott vorzuhalten, sondern wir sollen hingehen, um allein von ihm etwas zu empfangen und zu nehmen. Du sollst nicht zur Beichte kommen, um zu sagen, wie rechtschaffen oder böse du bist.
Bist du ein Christ, so weiß ich es ohnehin schon; bist du keiner, so weiß ich es noch viel mehr. Aber darauf kommt es an, dass du deine Not klagst und dir helfen und ein fröhliches Herz und Gewissen schenken lässt.
Zur Beichte sollte dich nun niemand mit Geboten drängen müssen, sondern wir sagen so: Wer ein Christ ist oder es gern sein möchte, der lasse sich diesen guten Rat geben, dass er hingehe und den kostbaren Schatz hole. (Bist du aber kein Christ oder hast du kein Verlangen nach solchem Trost, dann lassen wir dich von einem andern zwingen.)
Damit heben wir nun die ganze Tyrannei des Papstes, sein Gebot und Zwang auf; wir bedürfen dessen nicht mehr; denn wir lehren, wie gesagt, so: Wer nicht willig und um der Absolution willen zur Beichte geht, der lasse es nur bleiben. Ja, auch wer im Vertrauen darauf hingeht, dass er eine vollständige und vollkommene Beichte abgelegt hat, der bleibe nur fort.
Wir ermahnen aber, dass du beichten und deine Not klagen sollst, aber nicht deswegen, als würdest du damit ein gutes Werk tun, sondern damit du hörst, was dir Gott sagen lässt. Auf das Wort, sage ich, bzw. auf die Absolution musst du schauen und sie für etwas Großes und Teures halten, für einen vortrefflichen, großen Schatz, der mit aller Ehrerbietung und mit Dank anzunehmen ist.
Wenn man dies ausführlich darlegen würde und außerdem die Not aufzeigte, die uns zur Beichte bewegen und veranlassen soll, dann brauchte man keinen Druck und Zwang zur Beichte mehr ausüben. Jeder würde vom eigenen Gewissen zur Beichte getrieben werden; denn das würde ihn in eine solche Angst und Unruhe versetzen, dass er sich über die Beichte nur freuen könnte. Er würde wie ein armer, elender Bettler handeln, der hörte, dass man an einem bestimmten Ort eine reiche Spende, Geld oder Kleidung, austeilen würde. Es wäre kein Knüppel nötig, um ihn mit Schlägen dorthin zu treiben; er würde wohl von selber laufen, so schnell er nur laufen könnte, um nichts zu versäumen.
Wenn man aber ein Gebot daraus machte, dass alle Bettler dorthin laufen sollten, ohne einen Grund anzugeben, und würde verschweigen, was man dort suchen und finden könnte, dann würde das bedeuten, dass man mit Unlust hingehen würde. Denn man käme ja nicht, um etwas zu holen, sondern um sich bloß als Bettler in seiner Armut und seinem Elend sehen zu lassen. Daraus würde man nicht viel Freude und Trost schöpfen! Man würde dem Gebot nur feind werden!
So haben bisher die Prediger des Papstes dieses vortrefflich reiche „Almosen“ und diesen unaussprechlich großen Schatz verschwiegen. Sie haben lediglich die Leute in Scharen zur Beichte getrieben, allein deswegen, damit wir erkennen sollten, was für unvollkommene und sündige Leute wir sind. Wer hat da gern zur Beichte gehen können!
Wir aber sagen nicht, dass das der Sinn der Beichte ist, dass man sehen soll, wie voller Sünde man ist und dass man wie in einem Spiegel sich in seiner Sünde betrachten soll. Sondern wir geben den Rat und sagen: Bist du arm und elend, dann gehe hin zur Beichte und mache von der heilsamen Arznei Gebrauch.
Wer nun sein Elend und seine Not fühlt, wird wohl ein solches Verlangen danach bekommen, dass er mit Freude hineilt. Wer aber dies alles gering achtet, auch nicht von selbst kommt, den lassen wir seiner Wege gehen. Das sollen sie aber wissen, dass wir sie nicht für Christen halten.
So lehren wir nun, wie vortrefflich, wunderbar und tröstlich die Beichte ist. Wir mahnen auch, dass man, in Anbetracht unserer großen Not, ein so hohes Gut nicht verachten soll. Bist du nun ein Christ, so ist es überhaupt nicht nötig, dass ich dich zur Beichte zwinge oder dass der Papst sie dir gebietet, sondern du wirst dich wohl selber zwingen und mich um die Beichte bitten, damit du Anteil an ihrem Segen haben mögest.
Verachtest du aber die Beichte und willst du stolz, ohne zu beichten, dein Leben führen, so fällen wir das Urteil, dass du kein Christ bist und dass du auch das Sakrament nicht empfangen sollst. Denn du verachtest, was kein Christ verachten soll, und bewirkst dadurch, dass du keine Vergebung der Sünde empfangen kannst. Und dies ist ein sicheres Zeichen, dass du auch das Evangelium verachtest.
Kurz, wir wollen von keinem Zwang wissen. Wer aber unsere Predigt und Ermahnung nicht hört und ihr folgt, mit dem haben wir nichts zu schaffen. Er soll auch keinen Anteil am Evangelium haben. Wenn du ein Christ wärest, würdest du froh sein, dass es die Beichte gibt, und du würdest, um sie zu empfangen, mehr als hundert Meilen laufen. Du würdest dich nicht nötigen lassen, sondern kommen und uns zwingen.
Da muss dann der Zwang umgekehrt werden: Uns muss geboten werden, die Beichte zu halten, du aber hast die Freiheit zu kommen; wir drängen niemand zur Beichte, sondern lassen es uns gefallen, dass man uns bedrängt, ebenso wie man uns zwingt, zu predigen und die Sakramente zu reichen.
Wenn ich darum ermahne, zur Beichte zu kommen, tue ich nichts anderes, als dass ich ermahne, ein Christ zu sein. Wenn ich dich dahin bringe, ein Christ zu sein, so habe ich dich wohl auch zur Beichte gebracht. Denn jene, die danach verlangen, rechtschaffene und treue Christen zu sein und ihre Sünde loszuwerden und ein fröhliches Gewissen zu haben, die haben schon den rechten Hunger und Durst, dass sie nach dem Brote des Lebens greifen – ebenso wie ein gejagter Hirsch, der vor Hitze und Durst entbrannt ist, so wie es der 42. Psalm sagt:
„Wie der Hirsch schreit nach frischem Wasser, so schreit meine Seele, Gott, zu dir“; d. h. so wie jener nach einem frischen Quell Verlangen hat, so habe ich aus ängstlichem und bangem Herzen ein sehnsüchtiges Verlangen nach Gottes Wort bzw. der Absolution und dem Sakrament. Sieh, so würde man richtig von der Beichte lehren; so könnte man auch Lust und Liebe zu ihr wecken, sodass die Leute, mehr als wir es wünschten, herzukämen und uns nachliefen. Die Anhänger des Papstes mögen sich und andere Leute, die diesen Schatz nicht achten und sich selber von ihm ausschließen, plagen und martern.
Wir aber wollen die Hände erheben, Gott loben und danken, dass wir zu solcher Erkenntnis und Gnade gekommen sind.
HERR, höre meine Worte, merke auf mein Seufzen! Vernimm mein Schreien, mein König und mein Gott; denn ich will zu dir beten. HERR, frühe wollest du meine Stimme hören, frühe will ich mich zu dir wenden und aufmerken.
Denn du bist nicht ein Gott, dem Frevel gefällt; wer böse ist, bleibt nicht vor dir. Die Ruhmredigen bestehen nicht vor deinen Augen; du bist feind allen Übeltätern. Du vernichtest die Lügner; dem HERRN sind ein Gräuel die Blutgierigen und Falschen. Ich aber darf in dein Haus gehen durch deine große Güte und anbeten vor deinem heiligen Tempel in deiner Furcht.
HERR, leite mich in deiner Gerechtigkeit um meiner Feinde willen; ebne vor mir deinen Weg! Denn in ihrem Munde ist nichts Verlässliches; ihr Inneres ist Bosheit. Ihr Rachen ist ein offenes Grab; mit ihren Zungen heucheln sie. Sprich sie schuldig, Gott, dass sie zu Fall kommen durch ihr Vorhaben. Stoße sie aus um ihrer vielen Übertretungen willen; denn sie sind widerspenstig gegen dich.
Lass sich freuen alle, die auf dich trauen; ewiglich lass sie rühmen, denn du beschirmest sie. Fröhlich lass sein in dir, die deinen Namen lieben! Denn du, HERR, segnest die Gerechten, du deckest sie mit Gnade wie mit einem Schilde.
Psalm 5. Ein Psalm Davids, vorzusingen, zum Flötenspiel. Verdeutscht von Dr. Martin Luther (Revision 2017)
Des Morgens, wenn Du aufstehst, kannst Du Dich segnen mit dem Zeichen des heiligen Kreuzes und sagen:
Das walte Gott Vater + Sohn und Heiliger Geist! Amen
Apostolische Glaubensbekenntnis
Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde.
Und an Jesum Christum, seinen einigen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist von dem Heiligen Geist, geboren aus Maria der Jungfrau, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, niedergefahren zur Hölle, am dritten Tage wieder auferstanden von den Toten, aufgefahren gen Himmel; sitzend zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters; von dannen er kommen wird zu richten die Lebendigen und die Toten.
Ich glaube an den Heiligen Geist, eine heilige christliche Kirche, die Gemeinde der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. Amen.
Vaterunser
Vater unser im Himmel Geheiligt werde Dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.
Willst du, so kannst du dies Gebet dazu sprechen (Luthers Morgensegen)
Ich danke Dir, mein himmlischer Vater, durch Jesus Christus, Deinen lieben Sohn, daß Du mich diese Nacht vor allem Schaden und Gefahr behütet hast, und bitte Dich, Du wollest mich diesen Tag auch behüten vor Sünden und allem Übel, daß Dir all mein Tun und Leben gefalle. Denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in Deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde.
Als dann mit Freuden an Dein Werk gegangen und etwa ein Lied gesungen oder was Dir Deine Andacht eingibt.
Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit Euch allen!
2. Korinther 13,13
Lied aus dem lutherischen Kirchengesangbuch
Gott der Vater steh uns bei und laß uns nicht verderben, mach uns aller Sünden frei und hilf uns selig sterben. “Vor dem Teufel uns bewahr, halt uns bei festem Glauben und auf Dich laß uns bauen, aus Herzensgrund vertrauen, Dir uns lassen ganz und gar, mit allen rechten Christen entfliehen Teufels Listen, mit Gottes Kraft uns rüsten.” Amen, Amen, das sei wahr, so singen wir Halleluja.
Jesus Christus steh uns bei und laß uns nicht verderben, mach uns aller Sünden frei und hilf uns selig sterben. “Vor dem Teufel uns bewahr, halt uns bei festem Glauben und auf Dich laß uns bauen, aus Herzensgrund vertrauen, Dir uns lassen ganz und gar, mit allen rechten Christen entfliehen Teufels Listen, mit Gottes Kraft uns rüsten.” Amen, Amen, das sei wahr, so singen wir Halleluja.
Heilig Geist steh uns bei laß uns nicht verderben, mach uns aller Sünden frei und hilf uns selig sterben. “Vor dem Teufel uns bewahr, halt uns bei festem Glauben und auf Dich laß uns bauen, aus Herzensgrund vertrauen, Dir uns lassen ganz und gar, mit allen rechten Christen entfliehen Teufels Listen, mit Gottes Kraft uns rüsten.” Amen, Amen, das sei wahr, so singen wir Halleluja.
Nach einer Bittfahrtlitanei (15.Jhd), Dr. Martin Luther 1524. (LKG 192)
Fortlaufende Lese
Es hatten unsre Väter die Stiftshütte in der Wüste, wie der es angeordnet hatte, der zu Mose redete, dass er sie machen sollte nach dem Vorbild, das er gesehen hatte. 45 Diese übernahmen unsre Väter und brachten sie mit, als sie unter Josua das Land der Völker in Besitz nahmen, die Gott vertrieb vor dem Angesicht unsrer Väter, bis zur Zeit Davids. 46 Der fand Gnade bei Gott und bat darum, dass er eine heilige Stätte finden möge für das Haus Jakob. 47 Salomo aber baute ihm ein Haus. 48 Aber der Höchste wohnt nicht in Tempeln, die mit Händen gemacht sind, wie der Prophet spricht: 49 »Der Himmel ist mein Thron und die Erde der Schemel meiner Füße; was wollt ihr mir denn für ein Haus bauen«, spricht der Herr, »oder was ist die Stätte meiner Ruhe? 50 Hat nicht meine Hand das alles gemacht?« 51 Ihr, halsstarrig und unbeschnitten an Herzen und Ohren, ihr widerstrebt allezeit dem Heiligen Geist, wie eure Väter, so auch ihr. 52 Welchen der Propheten haben eure Väter nicht verfolgt? Und sie haben getötet, die zuvor verkündigten das Kommen des Gerechten, dessen Verräter und Mörder ihr nun geworden seid. 53 Ihr habt das Gesetz empfangen durch Weisung von Engeln und habt’s nicht gehalten.
Apostelgeschichte 7,44-53
Morgenlese
Höre, Israel, der HERR ist unser Gott, der HERR ist einer. Und du sollst den HERRN, deinen Gott, lieb haben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und mit all deiner Kraft. Und diese Worte, die ich dir heute gebiete, sollst du zu Herzen nehmen und sollst sie deinen Kindern einschärfen und davon reden, wenn du in deinem Hause sitzt oder unterwegs bist, wenn du dich niederlegst oder aufstehst. Und du sollst sie binden zum Zeichen auf deine Hand, und sie sollen dir ein Merkzeichen zwischen deinen Augen sein, und du sollst sie schreiben auf die Pfosten deines Hauses und an die Tore. Wenn dich nun der HERR, dein Gott, in das Land bringen wird, von dem er deinen Vätern Abraham, Isaak und Jakob geschworen hat, es dir zu geben – große und schöne Städte, die du nicht gebaut hast, und Häuser voller Güter, die du nicht gefüllt hast, und ausgehauene Brunnen, die du nicht ausgehauen hast, und Weinberge und Ölbäume, die du nicht gepflanzt hast –, und wenn du nun isst und satt wirst, so hüte dich, dass du nicht den HERRN vergisst, der dich aus Ägyptenland, aus der Knechtschaft, geführt hat, sondern du sollst den HERRN, deinen Gott, fürchten und ihm dienen und bei seinem Namen schwören.
5. Mose (Deuteronomium) 6,4-13
Abendlese
Deshalb beuge ich meine Knie vor dem Vater, von dem jedes Geschlecht im Himmel und auf Erden seinen Namen hat, dass er euch Kraft gebe nach dem Reichtum seiner Herrlichkeit, gestärkt zu werden durch seinen Geist an dem inwendigen Menschen, dass Christus durch den Glauben in euren Herzen wohne. Und ihr seid in der Liebe eingewurzelt und gegründet, damit ihr mit allen Heiligen begreifen könnt, welches die Breite und die Länge und die Höhe und die Tiefe ist, auch die Liebe Christi erkennen könnt, die alle Erkenntnis übertrifft, damit ihr erfüllt werdet, bis ihr die ganze Fülle Gottes erlangt habt. Dem aber, der überschwänglich tun kann über alles hinaus, was wir bitten oder verstehen, nach der Kraft, die in uns wirkt, dem sei Ehre in der Gemeinde und in Christus Jesus durch alle Geschlechter von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen.
Epheser 3,14-21
Bekenntnislese
Eine kurze Ermahnung zur Beichte Von der Beichte haben wir immer gelehrt, dass sie frei sein soll. Wir haben die Tyrannei des Papstes beseitigt, sodass wir alle von der unerträglichen Bürde und Last befreit und von dem Zwang los sind, der der Christenheit auferlegt worden war. Denn nichts war, wie wir es alle erfahren haben, so schwer und erdrückend als der Zwang, dass jeder beichten musste. Nicht zu beichten war die größte Todsünde.
Außerdem hatte man die Beichte so schwer gemacht und die Gewissen dadurch gemartert, dass man die Sünden alle aufzählen sollte. Man hat darum nie genug beichten können!
Und das Schlimmste dabei war, dass niemand gelehrt und gewusst hat, was die Beichte eigentlich ist oder wie nützlich und tröstlich sie ist. Sondern man hat uns aus ihr eine reine Angst- und Marterhölle gemacht, weil jeder hat beichten müssen. Keiner andern Sache ist man so feind gewesen wie gerade der Beichte.
Diese drei Dinge sind uns nun abgenommen und erlassen: Dass wir ohne Zwang und Furcht beichten dürfen, dass auch die Quälerei aufgehört hat, alle Sünden genau nennen zu müssen; außerdem haben wir noch den Vorteil, dass wir wissen, wie man die Beichte zur Tröstung und Stärkung unsers Gewissens zu unserm Heile gebrauchen kann.
Aber das weiß nun jeder; und sie haben es leider nur allzugut gelernt; denn jetzt tun sie, was sie wollen, und gebrauchen die Freiheit so, als brauchten sie überhaupt nicht mehr zu beichten. Denn das hat man schnell abgenommen, was einem angenehm ist und über die Maßen bequem ist, nämlich wo das Evangelium sanft ist und uns nicht weh tut. Solche Säue aber, so habe ich gesagt, sollten besser nichts vom Evangelium hören und haben, sondern sie sollten unter dem Papst bleiben und sich treiben und damit plagen lassen, dass sie beichten, fasten und anderes tun müssen, mehr als je zuvor. Denn wer dem Evangelium nicht glauben und nach ihm leben will, auch nicht tun will, was ein Christ tun soll, der soll auch keinen Anteil am Evangelium haben.
Nur den Nutzen haben wollen, aber nichts dafür tun und einsetzen wollen – was ist das?! Darum wollen wir jenen nichts gepredigt haben, wollen ihnen auch mit unserer Einwilligung nichts von unserer evangelischen Freiheit einräumen und zugestehen, sondern wollen wieder den Papst oder seinesgleichen über sie herrschen lassen, der sie wie ein rechter Tyrann unterdrücken möge. Denn solch ein Volk, das dem Evangelium nicht gehorchen will, hat den Stockmeister verdient, der Gottes Teufel und Henker ist.
Den andern aber, die sich gerne etwas sagen lassen, müssen wir immer wieder predigen, sie einladen und dazu anhalten und bewegen, dass sie diesen teuren und tröstlichen Schatz, der ihnen im Evangelium angeboten wird, nicht umsonst an sich vorübergehen lassen. Darum wollen wir auch von der Beichte etwas sagen, um die weniger Unterrichteten zu unterweisen und zu ermahnen.
Erstens, so habe ich oft gesagt, gibt es außer der Beichte, von der wir hier reden, noch zwei andere Arten der Beichte; man mag beide richtiger als eine Art (Sünden-) Bekenntnis bezeichnen, das allen Christen gemeinsam ist, nämlich jenes Bekenntnis, in dem man Gott selbst allein beichtet oder dem Nächsten allein beichtet und um Vergebung bittet. Beides ist ja auch im Vaterunser enthalten, wenn wir sprechen: „Vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigem“ usf.
Ja, das ganze Vaterunser ist nichts anderes als eine solche Beichte. Denn unser ganzes Gebet ist doch nichts anderes, als dass wir bekennen, was wir nicht haben und nicht tun, obgleich wir es zu tun schuldig sind, und dass wir um Gnade bitten und um ein fröhliches Gewissen. Solch eine Beichte muss immer wieder aufs Neue geschehen, solange wir leben. Denn darin besteht eigentlich christliches Leben, dass wir uns als Sünder erkennen und um Gnade bitten.
Ebenso ist auch jene andere Beichte, die jeder seinem Nächsten gegenüber ablegt, im Vaterunser mit enthalten, dass wir uns nämlich untereinander unsere Schuld bekennen und vergeben, ehe wir vor Gott kommen und ihn um Vergebung bitten. Nun sind wir insgesamt alle aneinander schuldig. Darum sollen und mögen wir wohl öffentlich vor allen unsere Schuld bekennen, und keiner soll sich vor dem andern schämen. Denn es ist so, wie das Sprichwort sagt: „Ist einer fromm, so sind sie es alle“ (und das heißt: Ist einer ein Sünder, so sind sie es alle). Es lebt doch keiner Gott und dem Nächsten gegenüber so, wie er soll. Doch es gibt außer diesem allgemeinen Bekenntnis der Schuld auch ein besonderes Schuldbekenntnis, wenn einer z. B. einen andern erzürnt hat und ihm Abbitte leistet. [12]So haben wir im Vaterunser zwei Formen der Absolution, nämlich dass uns vergeben wird, was wir Gott und dem Nächsten gegenüber verschuldet haben, und dass wir dem Nächsten vergeben und uns mit ihm versöhnen.
Außer dieser öffentlichen, täglichen und notwendigen Beichte gibt es nun auch jene „heimliche“ Beichte, die vor einem Bruder allein geschieht. Sie soll dazu dienen, dass wir unsere Not, alles, was uns besonders zu schaffen macht und anficht, womit wir uns herumschlagen, ohne dass wir Frieden finden können, weil unser Glaube nicht stark genug ist – ‚ dass wir all dies einem Bruder klagen und Rat, Tröstung und Stärkung holen, wann und wie oft wir wollen. Aber diese Beichte ist nicht geboten, wie jene zwei, sondern sie ist jedem freigestellt. Wer ihrer bedarf, soll sie in Anspruch nehmen. Sie geht darauf zurück, dass Christus selbst seiner Christenheit die Absolution in den Mund gelegt und ihr befohlen hat, uns von Sünden freizusprechen. Wo nun ein Mensch seine Sünde fühlt und Trost begehrt, hat er hier eine feste Zuflucht; hier findet er Gottes Wort und hier hört er, dass Gott ihn durch einen Menschen von Sünden losspricht.
So präge dir nun ein, dass die Beichte, wie oft ich gesagt habe, aus zwei Stücken besteht. Das erste ist unser Werk und Tun, dass ich meine Sünde beklage und Tröstung und Stärkung meiner Seele begehre. Das andere ist Gottes Werk, das Gott tut: Er spricht mich durch das Wort, das einem Menschen in den Mund gelegt ist, von meinen Sünden los. Dies ist das Wichtigste und Beste an der Beichte, und das macht sie so tröstlich und wunderbar.
Nun hat man bisher allein unser Tun betont und auf nichts weiter geachtet, als dass wir ja vorschriftsmäßig beichteten. Das viel wichtigere andere Stück aber hat man unbeachtet gelassen und nichts darüber gesagt, gerade als wäre die Beichte allein ein gutes Werk, mit der wir Gott unsere Schuld bezahlen könnten. Wenn die Beichte nicht vollständig und genau nach Vorschrift erfolgen würde, sollte die Absolution nicht gelten und die Sünde nicht vergeben sein. Damit hat man die Leute so weit getrieben, dass jeder hat verzweifeln müssen, weil es nicht möglich gewesen ist, so vollständig zu beichten. Kein Gewissen kam zur Ruhe und konnte sich auf die Absolution verlassen. So haben sie uns die liebe Beichte nicht allein nutzlos, sondern auch schwer und sauer gemacht – nicht ohne den Seelen damit sehr zu schaden.
The grace of the Lord Jesus Christ and the love of God and the fellowshipof the Holy Spirit be with you all.
2. Corinthians 13,13
Introitus
Praise the Lord. Praise, you servants of the Lord, praise the name of the Lord. May the Lord’s name be praised now and forevermore. From east to west the Lord’s name is deserving of praise. The Lord is exalted over all the nations; his splendor reaches beyond the sky. Who can compare to the Lord our God, who sits on a high throne? He bends down to look at the sky and the earth. He raises the poor from the dirt, and lifts up the needy from the garbage pile,
that he might seat him with princes, with the princes of his people. He makes the barren woman of the family a happy mother of children. Praise the Lord.
Psalm 113
Collect
Almighty and everlasting God, You have given us grace to acknowledge the glory of the etneral Trinity by the confession of a true faith and to worship the Unity in the power of the Divine Majesty. Keep us steadfast in this faith and defend us from all adversities; for You, O Father, Son, and Holy Spirit, live and reign, one God, now and forever. Amen.
Altar Book (LSB Pg.906)
Old Testament
In the year of King Uzziah’s death, I saw the Lordseated on a high, elevated throne. The hem of his robe filled the temple. Seraphsstood over him; each one had six wings. With two wings they covered their faces, with two they covered their feet, and they used the remaining two to fly. They called out to one another, “Holy, holy, holyis the Lord of Heaven’s Armies! His majestic splendor fills the entire earth!” The sound of their voices shook the door frames, and the temple was filled with smoke.
I said, “Woe to me! I am destroyed, for my lips are contaminated by sin, and I live among people whose lips are contaminated by sin. My eyes have seen the king, the Lord of Heaven’s Armies.” But then one of the seraphs flew toward me. In his hand was a hot coal he had taken from the altar with tongs. He touched my mouth with it and said, “Look, this coal has touched your lips. Your evil is removed; your sin is forgiven.” I heard the voice of the Lord say, “Whom will I send? Who will go on our behalf?” I answered, “Here I am, send me!” He said, “Go and tell these people:
‘Listen continually, but don’t understand. Look continually, but don’t perceive.’ Make the hearts of these people calloused; make their ears deaf and their eyes blind.
Otherwise they might see with their eyes and hear with their ears, their hearts might understand and they might repent and be healed.” I replied, “How long, Lord?” He said, “Until cities are in ruins and unpopulated, and houses are uninhabited, and the land is ruined and devastated, and the Lord has sent the people off to a distant place, and the very heart of the land is completely abandoned. Even if only a tenth of the people remain in the land, it will again be destroyed, like one of the large sacred trees or an Asherah pole, when a sacred pillar on a high placeis thrown down. That sacred pillar symbolizes the special chosen family.”
Isaiah 6,1-8 (9-13)
Gradual
Blessed are You, O Lord, who beholds the deep, and who dwells between the cherubim. Blessed are You, O Lord, in the firmament of heaven, and greatly to be praised forever.
Altar Book (LSB Pg.907)
Epistle
For God has consigned all people to disobedience so that he may show mercy to them all.
Oh, the depth of the riches and wisdom and knowledge of God! How unsearchable are his judgments and how unfathomable his ways!
For who has known the mind of the Lord, or who has been his counselor? Or who has first given to God, that Godneeds to repay him?
For from him and through him and to him are all things. To him be glory forever! Amen.
Romans 11, (32) 33-36
Halleluja Verse
Alleluia. Blessed are You, O Lord God of our fathers, and greatly to be praised and glorified forever. Amen.
Altar Book (LSB Pg.907)
Gospel
Now a certain man, a Phariseenamed Nicodemus, who was a member of the Jewish ruling council, came to Jesus[c] at nightand said to him, “Rabbi, we know that you are a teacher who has come from God. For no one could perform the miraculous signsthat you do unless God is with him.”Jesus replied, “I tell you the solemn truth, unless a person is born from above, he cannot see the kingdom of God.”Nicodemus said to him, “How can a man be born when he is old? He cannot enter his mother’s womb and be born a second time, can he?”
Jesus answered, “I tell you the solemn truth, unless a person is born of water and spirit, he cannot enter the kingdom of God.What is born of the flesh is flesh, and what is born of the Spirit is spirit. Do not be amazed that I said to you, ‘You must allbe born from above.’The wind blows wherever it will, and you hear the sound it makes, but do not know where it comes from and where it is going. So it is with everyone who is born of the Spirit.”
Nicodemus replied, “How can these things be?”Jesus answered, “Are you the teacher of Israel and yet you don’t understand these things?I tell you the solemn truth, we speak about what we know and testify about what we have seen, but you peopledo not accept our testimony.If I have told you peopleabout earthly things and you don’t believe, how will you believe if I tell you about heavenly things?No onehas ascended into heaven except the one who descended from heaven—the Son of Man.
Come, Holy Ghost, Creator blest, and make our hearts your place of rest; come with your grace and heav’nly aid, and fill the hearts which you have made.
To you, the Counselor, we cry, to you, the gift of God most high, the fount of life, the fire of love, the soul’s anointing from above.
In you, with graces sevenfold, we God’s almighty hand behold while you with tongues of fire proclaim to all the world his holy name.
Your light to ev’ry thought impart, and shed your love in ev’ry heart; the weakness of our mortal state with deathless might invigorate.
Drive far away our wily foe, and your abiding peace bestow; with you as our protecting guide, no evil can with us abide.
Teach us to know the Father, Son, and you, from both, as Three in One that we your name may ever bless and in our lives the truth confess.
Praise we the Father and the Son and Holy Spirit, with them One, and may the Son on us bestow the gifts that from the Spirit flow!
Finally, brothers and sisters, rejoice, set things right, be encouraged, agree with one another, live in peace, and the God of love and peace will be with you. Greet one another with a holy kiss. All the saints greet you.The grace of the Lord Jesus Christ and the love of God and the fellowshipof the Holy Spirit be with you all.
2. Corinthians 13,11-13
My sermon:
Prayer of the week
Let us pray for the whole Church of God in Christ Jesus and for all people according to their needs.
Blessed Father, we worship You not as we ought but as we are able, within the frailty of our minds and hearts that still struggle against sin and unbelief. Guard us by Your Spirit, that we may not grow weary nor lose sight of the goal before us. Work in us to display the good works of Him who has called us from darkness into His marvelous light. Lord, in Your mercy, hear our prayer.
Blessed Father, You have revealed Yourself to us in Christ, that we may know You by faith and confess You before the world. Give us Your Spirit, that all churches may confess truly and faithfully Your Word and live in harmony of doctrine and life, in anticipation of that day when we shall kneel together at Your altar. Lord, in Your mercy, hear our prayer.
Blessed Father, You gave Your only Son that whoever believes in Him should not perish but have eternal life. Bless the work of missionaries as they carry this Gospel to the ends of the earth, that many may hear of Your love in Your Son and be saved through Him. Lord, in Your mercy, hear our prayer.
Blessed Father, You sit enthroned as King forever. Bless Friedrich, Reiner, Cyril, Volodimyr, Benjamin and all who rule us in Your stead with wisdom and understanding, that truth and justice may prevail in our land and lawlessness may be kept at bay. Lord, in Your mercy, hear our prayer.
Blessed Father, uphold Ukrainians in the Russian war and Israelis under Islamistic terror and all those who suffer in affliction and need in our midst, that since You are at their right hand, they cannot be shaken. Gladden their hearts, cause their tongues to rejoice and make their flesh dwell in hope. Lord, in Your mercy, hear our prayer.
Send from Your altar, blessed Father, the body and blood of Christ. Cleanse us and our lips by this blessed Sacrament, delivering the atonement Christ has won for us, that we may be worthy to stand before You now and at the Last Day. Lord, in Your mercy, hear our prayer.
Heavenly Father, from whom all fatherhood is named, we give You thanks for earthly fathers. Give them confidence in their station and zeal for their task to care for their families faithfully. Make them examples to their children of godly life and love of Your Word. Bless their work of bringing up children in the fear and instruction of the Lord, and give them the comfort of Your absolution over all their shortcomings. Gather us together with all our fathers to Your eternal household; through Jesus Christ, Your Son, our Lord, who lives and reigns with You and the Holy Spirit, one God, now and forever. Amen.
The Lord bless Thee, and keep Thee: The Lord make his face shine upon Thee, and be gracious unto Thee: The Lord lift up his countenance upon Thee and give Thee peace.
Gott, mein Herz ist bereit, ich will singen und spielen.
Wach auf, meine Seele! Wach auf, Psalter und Harfe! Ich will das Morgenrot wecken. Ich will dir danken, HERR, unter den Völkern, ich will dir lobsingen unter den Leuten. Denn deine Gnade reicht, so weit der Himmel ist, und deine Treue, so weit die Wolken gehen. Erhebe dich, Gott, über den Himmel und deine Ehre über alle Lande! Lass deine Freunde errettet werden, dazu hilf mit deiner Rechten und erhöre mich!
Gott hat in seinem Heiligtum geredet: Ich will frohlocken; ich will Sichem verteilen und das Tal Sukkot ausmessen. Gilead ist mein, Manasse ist auch mein, und Ephraim ist der Schutz meines Haupts, Juda ist mein Fürst. Moab ist mein Waschbecken, ich will meinen Schuh auf Edom werfen, über die Philister will ich jauchzen.
Wer wird mich führen in die feste Stadt? Wer wird mich nach Edom leiten? Wirst du es nicht tun, Gott, der du uns verstoßen hast, und ziehst nicht aus, Gott, mit unserm Heer? Schaff uns Beistand vor dem Feind; denn Menschenhilfe ist nichts nütze. Mit Gott wollen wir Taten tun. Er wird unsre Feinde niedertreten.
Psalm 108. Ein Lied. Ein Psalm Davids. Verdeutscht von Dr. Martin Luther (Revision 2017)
Des Morgens, wenn Du aufstehst, kannst Du Dich segnen mit dem Zeichen des heiligen Kreuzes und sagen:
Das walte Gott Vater + Sohn und Heiliger Geist! Amen
Apostolische Glaubensbekenntnis
Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde.
Und an Jesum Christum, seinen einigen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist von dem Heiligen Geist, geboren aus Maria der Jungfrau, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, niedergefahren zur Hölle, am dritten Tage wieder auferstanden von den Toten, aufgefahren gen Himmel; sitzend zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters; von dannen er kommen wird zu richten die Lebendigen und die Toten.
Ich glaube an den Heiligen Geist, eine heilige christliche Kirche, die Gemeinde der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. Amen.
Vaterunser
Vater unser im Himmel Geheiligt werde Dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.
Willst du, so kannst du dies Gebet dazu sprechen (Luthers Morgensegen)
Ich danke Dir, mein himmlischer Vater, durch Jesus Christus, Deinen lieben Sohn, daß Du mich diese Nacht vor allem Schaden und Gefahr behütet hast, und bitte Dich, Du wollest mich diesen Tag auch behüten vor Sünden und allem Übel, daß Dir all mein Tun und Leben gefalle. Denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in Deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde.
Als dann mit Freuden an Dein Werk gegangen und etwa ein Lied gesungen oder was Dir Deine Andacht eingibt.
Es soll nicht durch Heer oder Kraft, sondern durch meinen Geist geschehen, spricht der Herr Zebaoth.
Sacharja 4,6b
Herr Gott, lieber Vater, der Du Deiner Gläubigen Herzen durch Deinen Heiligen Geist erleuchtet und gelehret hast, gib uns, daß wir auch durch denselbigen Geist rechten Verstand haben und zu aller Zeit Seines Trostes und Seiner Kraft uns freuen. Durch denselbigen Deinen Sohn, Jesum Christum, unsern Herrn. Amen.
Lutherisches Kirchengesangbuch S. 236
Lied aus dem lutherischen Kirchengesangbuch
Heilger Geist, Du Tröster mein, hoch vom Himmel uns erschein mit dem Licht der Gnaden Dein.
Komm, Vater der armen Herd, komm mit Deinen Gaben wert, uns erleucht auf dieser Erd.
O Du sel’ge Gnadensonn, füll das Herz mit Freud und Wonn aller, die Dich rufen an.
Ohn Dein Beistand, Hilf und Gunst ist all unser Tun und Kunst vor Gott ganz und gar umsonst.
Lenk uns nach dem Willen Dein, wärm die kalten Herzen fein, bring zurecht, die irrig sein.
Gib dem Glauben Kraft und Halt, Heilger Geist, und komme bald mit den Gaben siebenfalt.
Führ uns durch die Lebenszeit, gib im Sterben Dein Geleit, hol uns heim zur ewgen Freud.
Nach der mittelalterlichen Pfingstsequenz “Veni Sancte Spiritus” von Martin Moller 1584 (LKG 185)
Fortlaufende Lese
Als vierzig Jahre vergangen waren, erschien ihm in der Wüste am Berge Sinai ein Engel in einer Feuerflamme im Dornbusch. 31 Da Mose das sah, wunderte er sich über die Erscheinung. Als er aber hinzuging zu schauen, geschah die Stimme des Herrn zu ihm: 32 »Ich bin der Gott deiner Väter, der Gott Abrahams und Isaaks und Jakobs.« Mose aber fing an zu zittern und wagte nicht hinzuschauen. 33 Da sprach der Herr zu ihm: »Zieh die Schuhe aus von deinen Füßen; denn die Stätte, auf der du stehst, ist heiliges Land! 34 Ich habe gesehen das Leiden meines Volkes, das in Ägypten ist, und habe sein Seufzen gehört und bin herabgekommen, es zu erretten. Und nun komm her, ich will dich nach Ägypten senden.« 35 Diesen Mose, den sie verleugnet hatten, als sie sprachen: »Wer hat dich als Aufseher und Richter eingesetzt?«, den sandte Gott als Anführer und Befreier durch den Engel, der ihm im Dornbusch erschienen war. 36 Dieser Mose führte sie heraus und tat Wunder und Zeichen in Ägypten, im Roten Meer und in der Wüste vierzig Jahre lang. 37 Dies ist der Mose, der zu den Israeliten gesagt hat: »Einen Propheten wie mich wird euch der Herr, euer Gott, erwecken aus euren Brüdern.« 38 Dieser ist’s, der in der Gemeinde in der Wüste stand zwischen dem Engel, der mit ihm redete auf dem Berge Sinai, und unsern Vätern. Er empfing Worte des Lebens, um sie uns weiterzugeben. 39 Ihm wollten unsre Väter nicht gehorsam werden, sondern sie stießen ihn von sich und wandten sich in ihrem Herzen wieder Ägypten zu 40 und sprachen zu Aaron: »Mache uns Götter, die vor uns hergehen; denn wir wissen nicht, was diesem Mose, der uns aus dem Lande Ägypten geführt hat, widerfahren ist.« 41 Und sie machten zu der Zeit ein Kalb und opferten dem Götzenbild und freuten sich über das Werk ihrer Hände. 42 Aber Gott wandte sich ab und gab sie dahin, sodass sie dem Heer des Himmels dienten, wie geschrieben steht im Buch der Propheten: »Habt ihr vom Hause Israel die vierzig Jahre in der Wüste mir Schlachtopfer und Gaben dargebracht? 43 Ihr trugt das Zelt Molochs umher und den Stern eures Gottes Räfan, die Bilder, die ihr gemacht hattet, sie anzubeten. Und ich will euch wegführen bis über Babylon hinaus.«
Apostelgeschichte 7,30-43
Morgenlese
Und einer rief zum andern und sprach: Heilig, heilig, heilig ist der HERR Zebaoth, alle Lande sind seiner Ehre voll!
Jesaja 6,3
Abendlese
Als aber die Apostel in Jerusalem hörten, dass Samarien das Wort Gottes angenommen hatte, sandten sie zu ihnen Petrus und Johannes. 15 Die kamen hinab und beteten für sie, dass sie den Heiligen Geist empfingen. 16 Denn er war noch auf keinen von ihnen gefallen, sondern sie waren allein getauft auf den Namen des Herrn Jesus. 17 Da legten sie die Hände auf sie und sie empfingen den Heiligen Geist. 18 Als aber Simon sah, dass der Geist gegeben wurde, wenn die Apostel die Hände auflegten, bot er ihnen Geld an 19 und sprach: Gebt auch mir diese Macht, dass jeder, dem ich die Hände auflege, den Heiligen Geist empfange. 20 Petrus aber sprach zu ihm: Dein Geld fahre mit dir ins Verderben, weil du meinst, Gottes Gabe werde durch Geld erlangt. 21 Du hast weder Anteil noch Anrecht an dieser Sache; denn dein Herz ist nicht rechtschaffen vor Gott. 22 Darum tu Buße für diese deine Bosheit und bitte den Herrn, ob dir vergeben werden möge das Trachten deines Herzens. 23 Denn ich sehe, dass du voll bitterer Galle bist und verstrickt in Ungerechtigkeit. 24 Da antwortete Simon und sprach: Bittet ihr den Herrn für mich, dass nichts von dem über mich komme, was ihr gesagt habt. 25 Als sie nun das Wort des Herrn bezeugt und geredet hatten, kehrten sie wieder um nach Jerusalem und predigten das Evangelium in vielen Dörfern Samarias.
Apostelgeschichte 8,14-25
Bekenntnislese
Wenn du aber sagst: „Wie soll ich mir denn helfen, wenn ich diese Not nicht fühle noch Hunger und Durst zum Sakrament empfinden kann“?
Antwort: Denen, die so empfinden, dass sie nichts fühlen, weiß ich keinen bessern Rat zu geben als den, dass sie bei sich Einkehr halten und sich fragen mögen, ob sie auch Menschen von Fleisch und Blut sind. Wenn du das bejahen musst, dann vertiefe dich doch, dir zugut, in den Brief des St. Paulus an die Galater und höre, was du für ein Früchtchen bist: „Offenbar sind aber“, so sagt er, „die Werke des Fleisches, als da sind: Unzucht, Unreinigkeit, Ausschweifung, Götzendienst, Zauberei, Feindschaft, Hader, Eifersucht, Zorn, Zank, Zwietracht, Spaltungen, Neid, Saufen, Fressen und dergleichen.“
Darum: Wenn du es schon nicht fühlen kannst, dann glaube doch der Schrift; sie lügt dich nicht an; sie kennt dich besser, als du dich selber kennst. Ja, St. Paulus zieht im Brief an die Römer (7,18) sogar folgenden Schluss: „Denn ich weiß, dass in mir, das ist in meinem Fleische, wohnet nichts Gutes.“ Wenn schon St. Paulus so von sich und seinem Fleische redet, wollen auch wir nicht besser und heiliger sein.
Dass wir das aber nicht fühlen, ist nur um so schlimmer. Denn es ist ein Zeichen dafür, dass es ein „aussätziges“ Fleisch ist, das wir an uns tragen, weil es nichts empfindet und doch wütet und um sich frisst.
Doch, wie gesagt, wenn du so ganz und gar erstorben bist, dann glaube doch der Schrift, die jenes Urteil über dich spricht. Kurz, je weniger du deine Sünde und deine Gebrechen fühlst, um so mehr Grund hast du, zum Sakrament zu gehen, um dort Hilfe und Arznei zu suchen.
Zweitens, frage dich doch einmal, ob du überhaupt noch in der Welt lebst! Wenn du es nicht weißt, frage deine Nachbarn danach. Lebst du aber in der Welt, dann meine nicht, dass es an Sünde und Not fehlen werde. Denn fange nur an, fromm zu werden und beim Evangelium zu bleiben, und mache keinen Hehl daraus – und du wirst sehen, wie viele dir feind sein werden, wie viele dir auch Leid, Unrecht und Gewalt antun und dir auch zur Sünde und zum Bösen Anlass geben werden. Wenn du es nicht erfahren hast, so lass es dir von der Schrift sagen, die der Welt immer wieder solch ein Zeugnis ausstellt.
Im übrigen wirst du ja auch den Teufel um dich haben; ihn wirst du nicht ganz und gar niedertreten können; selbst unser Herr Christus hat ihm nicht aus dem Wege gehen können.
Was ist nun der Teufel? Nichts anderes als was ihn die Schrift bezeichnet – ein Lügner und ein Mörder. Ein Lügner ist er, der das Herz des Menschen zu verführen und von Gottes Wort fortzuziehen und dich zu verblenden sucht, dass du deine Not nicht erkennst noch zu Christus kommen kannst. Ein Mörder ist er, der dir keine Stunde deines Lebens gönnt.
Wenn du sehen könntest, wie viele Messer, Spieße und Pfeile alle Augenblicke auf dich gezielt werden, du würdest froh sein, wenn du zum Sakrament kommen könntest, so oft es geht. Dass man aber so sicher und nachlässig dahinlebt, liegt daran, dass wir es nicht wahrhaben und darüber nachdenken, dass wir „im Fleisch“ leben und in der bösen Welt und mitten im Reich des Teufels sind.
Darum prüfe es nach und bringe es in Erfahrung, gehe nur in dich selber und siehe dich ein wenig um und halte dich nur an die Schrift. Fühlst du auch dann noch nichts, so hast du desto mehr Grund, dies vor Gott und auch vor deinem Bruder zu beklagen. Lass dir von ihm raten und lass für dich bitten und höre damit nicht auf, bis dein zu Stein verhärtetes Herz weich wird.
Dann wirst du dein Elend erkennen und gewahr werden, dass du doppelt so tief gefallen bist als wie andere arme Sünder und dass du das Sakrament viel nötiger brauchst, um aus dem Elend herauszukommen, das du leider gar nicht erkennst. Vielleicht gibt Gott Gnade, dass du es mehr fühlst und nach dem Sakrament immer hungriger wirst. Denn der Teufel, er setzt dir zu und stellt dir ständig nach. Er will dich in seine Gewalt bekommen und dich um Leib und Seele bringen; keine Stunde kannst du vor ihm sicher sein. Wie schnell könnte er dich, wenn du es am wenigsten erwartest, plötzlich in Jammer und Not bringen?
Das sei nun zur Ermahnung gesagt, nicht allein für uns Erwachsene und Große, sondern auch für das junge Volk, das man in der christlichen Lehre und im christlichen Geist erziehen soll. Denn auf diese Weise könnte man desto leichter die Zehn Gebote, den Glauben und das Vaterunser in die Jugend bringen, sodass sie dies alles mit Lust und Liebe lernten und sich so von Jugend auf darin übten und daran gewöhnten.
Denn mit den Alten ist es nun schon fast zu spät. Will man die christliche Lehre und anderes erhalten, muss man die Jugendlichen darin erziehen, die nach uns kommen und die einmal in unsere Arbeit und Aufgaben eintreten sollen. Sie sollen auch wieder ihre Kinder christlich erziehen, damit Gottes Wort und die Christenheit erhalten werde.
Darum soll jeder Familienvater wissen, dass er nach Gottes Gebot und Befehl schuldig ist, seine Kinder das zu lehren oder lernen zu lassen, was sie wissen sollen. Denn weil sie getauft und in die Christenheit aufgenommen sind, sollen sie auch an der Gemeinschaft des Sakramentes teilhaben, damit sie uns dienen und nützlich sein können. Denn sie müssen uns doch alle helfen – zu glauben, zu lieben, zu beten und gegen den Teufel zu kämpfen.
HERR, der du bist vormals gnädig gewesen Deinem Lande und hast erlöst die Gefangenen Jakobs; der Du die Missetat vormals vergeben hast Deinem Volk und all ihre Sünde bedeckt hast; – Sela – der Du vormals hast all Deinen Zorn fahren lassen und Dich abgewandt von der Glut Deines Zorns: Hilf uns, Gott, unser Heiland, und laß ab von Deiner Ungnade über uns!
Willst Du denn ewiglich über uns zürnen und Deinen Zorn walten lassen für und für? Willst Du uns denn nicht wieder erquicken, daß Dein Volk sich über dich freuen kann? HERR, zeige uns deine Gnade und gib uns dein Heil!
Könnte ich doch hören, was Gott der HERR redet, daß er Frieden zusagte seinem Volk und seinen Heiligen, auf daß sie nicht in Torheit geraten.
Doch ist ja seine Hilfe nahe denen, die ihn fürchten, dass in unserm Lande Ehre wohne; daß Güte und Treue einander begegnen, Gerechtigkeit und Friede sich küssen; daß Treue auf der Erde wachse und Gerechtigkeit vom Himmel schaue; daß uns auch der HERR Gutes tue und unser Land seine Frucht gebe; daß Gerechtigkeit vor ihm her gehe und seinen Schritten folge.
Psalm 85. Ein Psalm der Korachiter, vorzusingen. Verdeutscht von Dr. Martin Luther (Revision 2017)
Des Morgens, wenn Du aufstehst, kannst Du Dich segnen mit dem Zeichen des heiligen Kreuzes und sagen:
Das walte Gott Vater + Sohn und Heiliger Geist! Amen
Apostolische Glaubensbekenntnis
Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde.
Und an Jesum Christum, seinen einigen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist von dem Heiligen Geist, geboren aus Maria der Jungfrau, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, niedergefahren zur Hölle, am dritten Tage wieder auferstanden von den Toten, aufgefahren gen Himmel; sitzend zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters; von dannen er kommen wird zu richten die Lebendigen und die Toten.
Ich glaube an den Heiligen Geist, eine heilige christliche Kirche, die Gemeinde der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. Amen.
Vaterunser
Vater unser im Himmel Geheiligt werde Dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.
Willst du, so kannst du dies Gebet dazu sprechen (Luthers Morgensegen)
Ich danke Dir, mein himmlischer Vater, durch Jesus Christus, Deinen lieben Sohn, daß Du mich diese Nacht vor allem Schaden und Gefahr behütet hast, und bitte Dich, Du wollest mich diesen Tag auch behüten vor Sünden und allem Übel, daß Dir all mein Tun und Leben gefalle. Denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in Deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde.
Als dann mit Freuden an Dein Werk gegangen und etwa ein Lied gesungen oder was Dir Deine Andacht eingibt.
Es soll nicht durch Heer oder Kraft, sondern durch meinen Geist geschehen, spricht der Herr Zebaoth.
Sacharja 4,6b
Herr Gott, lieber Vater, der Du Deiner Gläubigen Herzen durch Deinen Heiligen Geist erleuchtet und gelehret hast, gib uns, daß wir auch durch denselbigen Geist rechten Verstand haben und zu aller Zeit Seines Trostes und Seiner Kraft uns freuen. Durch denselbigen Deinen Sohn, Jesum Christum, unsern Herrn. Amen.
Lutherisches Kirchengesangbuch S. 236
Lied aus dem lutherischen Kirchengesangbuch
O Heiliger Geist, o heiliger Gott, Du Tröster wert in aller Not, Du bist gesandt vons Himmels Thron von Gott dem Vater und dem Sohn. O Heiliger Geist, o heiliger Gott!
O Heiliger Geist, o heiliger Gott, gib uns die Lieb zu Deinem Wort; zünd an in uns der Liebe Flamm, danach zu lieben allesamt. O Heiliger Geist, o heiliger Gott!
O Heiliger Geist, o heiliger Gott, mehr’ unsern Glauben immerfort; an Christus niemand glauben kann, es sei denn durch Dein Hilf getan. O Heiliger Geist, o heiliger Gott!
O Heiliger Geist, o heiliger Gott, erleucht uns durch Dein göttlich Wort; lehr uns den Vater kennen schon, dazu auch seinen lieben Sohn. O Heiliger Geist, o heiliger Gott!
O Heiliger Geist, o heiliger Gott, Du zeigst den Weg zur Himmelspfort; lass uns hier kämpfen ritterlich und zu Dir dringen seliglich. O Heiliger Geist, o heiliger Gott!
O Heiliger Geist, o heiliger Gott, verlaß uns nicht in Not und Tod. Wir sagen Dir Lob, Ehr und Dank allzeit und unser Leben lang. O Heiliger Geist, o heiliger Gott!
Johannes Niedling 1602-1668: Altenburg 1651 (LKG 188)
Fortlaufende Lese
Als nun die Zeit der Verheißung nahte, die Gott dem Abraham zugesagt hatte, wuchs das Volk und mehrte sich in Ägypten, 18 bis ein andrer König in Ägypten aufkam, der nichts wusste von Josef. 19 Er ging mit Hinterlist vor gegen unser Volk und misshandelte unsre Väter und ließ ihre neugeborenen Kinder aussetzen, damit sie nicht am Leben blieben. 20 Zu der Zeit wurde Mose geboren, und er war ein schönes Kind vor Gott und wurde drei Monate ernährt im Hause seines Vaters. 21 Als er aber ausgesetzt wurde, nahm ihn die Tochter des Pharao auf und zog ihn auf als ihren Sohn. 22 Und Mose wurde in aller Weisheit der Ägypter gelehrt und war mächtig in Worten und Werken. 23 Als er aber vierzig Jahre alt wurde, gedachte er, nach seinen Brüdern, den Israeliten, zu sehen. 24 Und sah einen Unrecht leiden; da stand er ihm bei und rächte den, dem Leid geschah, und erschlug den Ägypter. 25 Er meinte aber, seine Brüder sollten’s verstehen, dass Gott durch seine Hand ihnen Rettung bringe; aber sie verstanden’s nicht. 26 Und am nächsten Tag kam er zu ihnen, als sie miteinander stritten, und ermahnte sie, Frieden zu halten, und sprach: Ihr Männer, ihr seid doch Brüder; warum tut einer dem andern Unrecht? 27 Der aber seinem Nächsten Unrecht getan hatte, stieß ihn von sich und sprach: »Wer hat dich zum Aufseher und Richter über uns gesetzt? 28 Willst du mich auch töten, wie du gestern den Ägypter getötet hast?« 29 Mose aber floh wegen dieser Rede und lebte als Fremdling im Lande Midian; dort zeugte er zwei Söhne.
Apostelgeschichte 7,17-29
Morgenlese
Und er ist gekommen und hat im Evangelium Frieden verkündigt euch, die ihr fern wart, und Frieden denen, die nahe waren. Denn durch ihn haben wir alle beide in einem Geist den Zugang zum Vater. So seid ihr nun nicht mehr Gäste und Fremdlinge, sondern Mitbürger der Heiligen und Gottes Hausgenossen, erbaut auf den Grund der Apostel und Propheten, da Jesus Christus der Eckstein ist, auf welchem der ganze Bau ineinandergefügt wächst zu einem heiligen Tempel in dem Herrn. Durch ihn werdet auch ihr mit erbaut zu einer Wohnung Gottes im Geist.
Epheser 2,17-22
Abendlese
Da rief er sie herein und beherbergte sie. Am nächsten Tag machte er sich auf und zog mit ihnen, und einige Brüder aus Joppe gingen mit ihm. Und am folgenden Tag kam er nach Cäsarea. Kornelius aber wartete auf sie und hatte seine Verwandten und nächsten Freunde zusammengerufen. Und als Petrus hereinkam, ging ihm Kornelius entgegen und fiel ihm zu Füßen und betete ihn an. Petrus aber richtete ihn auf und sprach: Steh auf, auch ich bin ein Mensch. Und während er mit ihm redete, ging er hinein und fand viele, die zusammengekommen waren. Und er sprach zu ihnen: Ihr wisst, dass es einem jüdischen Mann nicht erlaubt ist, mit einem Fremden umzugehen oder zu ihm zu kommen; aber Gott hat mir gezeigt, dass ich keinen Menschen gemein oder unrein nennen soll. Darum habe ich mich nicht geweigert zu kommen, als ich geholt wurde. So frage ich euch nun, warum ihr mich habt holen lassen. Kornelius sprach: Vor vier Tagen um diese Zeit betete ich um die neunte Stunde in meinem Hause. Und siehe, da stand ein Mann vor mir in einem leuchtenden Gewand und sprach: Kornelius, dein Gebet ist erhört und deiner Almosen ist gedacht worden vor Gott. So sende nun nach Joppe und lass herrufen Simon mit dem Beinamen Petrus, der zu Gast ist im Hause des Gerbers Simon am Meer. Da sandte ich sofort zu dir; und du hast recht getan, dass du gekommen bist. Nun sind wir alle hier vor Gott zugegen, um alles zu hören, was dir vom Herrn befohlen ist.
Apostelgeschichte 10,23-33
Bekenntnislese
So siehst du, dass das Sakrament nicht in dem Sinne in unsere Freiheit gestellt ist, dass man es auch verachten dürfte. Denn das nenne ich eine Verachtung des Sakramentes, wenn man so lange Zeit vergehen lässt und es nicht begehrt, ohne dass irgendein Hinderungsgrund besteht. Ist dir nach solch einer Freiheit zumute, dann nimm dir doch lieber gleich die Freiheit, überhaupt kein Christ zu sein; dann brauchst du auch nicht zu glauben und zu beten. Denn dies ist ebenso Christi Gebot wie jenes. Willst du aber ein Christ sein, so musst du jedenfalls hin und wieder diesem Gebot Folge leisten und gehorchen.
Solch ein Gebot aber sollte dich vielmehr bewegen, in dich zu gehen und dich zu fragen: „ Was bin ich eigentlich für ein Christ? Wäre ich einer, so müsste ich mich doch ein wenig danach sehnen, das zu tun, was mein Herr befohlen hat.“
Es ist wahr, weil wir uns dem Sakrament so ablehnend gegenüber verhalten, spürt man deutlich, was für Christen wir unter dem Papsttum gewesen sind; aus lauter Zwang und aus Furcht, ein von Menschen gemachtes kirchliches Gebot zu übertreten, sind wir hingegangen, ohne Lust und Liebe und ohne auf das Gebot Christi zu achten.
Wir aber zwingen und bedrängen niemand. Es soll auch niemand nur uns zu Gefallen zum Sakrament gehen. Das aber soll dich bewegen und innerlich zwingen, dass es Christus gefällt und er es haben will. Von Menschen soll sich niemand zum Glauben, noch zu einer guten Tat nötigen lassen. Wir tun nicht mehr, als dass wir sagen und ermahnen, was du tun sollst – nicht um unsertwillen, sondern um deinetwillen. Christus lädt dich freundlich ein – willst du es verachten? Du hast es selber zu verantworten.
Das ist das erste, was insbesondere den kalten und nachlässigen Christen gilt, damit sie über sich selber nachdenken und sich selber wachrütteln. Denn das ist gewiss wahr – ich habe es selbst erfahren, und jeder wird es bei sich genauso finden – ‚ dass man von Tag zu Tag roher und kälter wird und schließlich den Glauben in den Wind schlägt, je mehr man sich vom Sakrament fernhält. [54]Andernfalls aber, wenn man zum Sakrament geht, muss man sich in seinem Herzen und Gewissen immer wieder die Frage stellen, wie es um einen steht, und man verhält sich dann wie einer, der gern möchte, dass sein Verhältnis zu Gott in Ordnung ist. Je mehr dies aber der Fall ist, um so mehr wird das Herz erwärmt und entzündet, sodass es nicht erkalten kann.
Wenn du aber sagst: „Was soll ich tun, wenn ich fühle, dass ich nicht in der rechten inneren Verfassung bin, das Sakrament zu empfangen?“ Antwort: Das ist auch meine Anfechtung; sie kommt noch aus der alten Zeit unter dem Papsttum her, da hat man sich so gequält, um ganz rein zu sein, damit Gott auch nicht den geringsten Makel an einem finden möchte. Dadurch wurde man so ängstlich, dass man sich immer gleich voller Schrecken angeklagt und gesagt hat: ‚,O weh, ich bin nicht würdig, das Sakrament zu empfangen.“
Und so fangen Natur und Vernunft an, unsere Unwürdigkeit gegen das große teure Gut des Sakramentes zu halten; und da stellt sich heraus, dass wir wie eine finstere Laterne gegenüber der hellen Sonne sind oder wie Mist im Vergleich zu Edelsteinen. Und dann, wenn man das erkennt, will man nicht zum Sakrament kommen und wartet, bis man in der rechten inneren Verfassung ist – von einer Woche zur andern und von einem halben Jahr zum nächsten.
Wenn du dein Kommen davon abhängig machen willst, wie fromm und rein du bist, und wenn du dann noch dies erreichen willst, dass dich nichts mehr anficht, dann wirst du niemals zum Sakrament kommen können.
Deswegen muss man hier bei den Leuten einen Unterschied machen: Den Spöttern und Gottlosen soll man sagen, dass sie sich vom Sakrament fernhalten sollen, denn sie sind unfähig, die Vergebung der Sünde zu empfangen; sie begehren sie ja auch nicht und wollen auch nicht gern fromm sein.
Die andern aber, die nicht zu den rohen und gottlosen Leuten gehören, sondern gerne fromm sein möchten, sollen sich nicht vom Sakrament fernhalten, auch wenn sie sonst im Glauben schwach und angefochten sind. So hat es auch St. Hilarius gesagt: „Wenn eine Sünde nicht derart ist, dass ihretwegen jemand aus der Gemeinde ausgeschlossen und für einen Unchristen gehalten werden müsste, soll man dem Sakrament nicht fernbleiben, damit man sich des Lebens nicht beraube.“
Denn niemand wird es in seinem Leben soweit bringen, dass er von täglichen Schwachheiten und Gebrechen frei sein wird.
Darum sollen jene Leute lernen, dass alles darauf ankommt zu wissen, dass das Sakrament nicht mit unserer Würdigkeit steht und fällt. Denn wir lassen uns auch nicht als Menschen taufen, die würdig und heilig sind; wir kommen auch nicht zur Beichte, als seien wir rein und ohne Sünde. Das Gegenteil ist der Fall: Wir kommen als arme, elende Menschen und eben deswegen, weil wir unwürdig sind. Anders verhält es sich, wenn jemand gar keine Gnade und Absolution begehrt und sich auch nicht zu bessern gedenkt.
Wer aber nach Gnade und Trost Verlangen hat, soll sich selber ermuntern, zum Sakrament zu kommen, und sich durch niemand davon abhalten lassen. Er soll vielmehr sagen: „Ich möchte wohl gern würdig sein, aber ich komme nicht auf Grund meiner Würdigkeit, sondern weil du es gesagt und befohlen hast; und ich komme als jemand, der gern dein Jünger sein möchte; meine Würdigkeit mag sein, wie sie ist.“
So zu sprechen ist aber schwer, denn von Natur sehen wir mehr auf uns selber als auf das, was Christus spricht; diese unsere Eigenart stellt sich uns immer in den Weg und hindert uns daran, so zu sprechen. Denn von Natur möchten wir so handeln, dass wir uns immer auf uns selber verlassen können; wo wir es nicht können, da machen wir nicht mehr mit. – Dies sei nun genug von diesem ersten Punkt.
Zweitens gibt es, wie wir oben gehört haben, außer dem Gebot auch eine Zusage, die uns auf das Allerstärkste bewegen und veranlassen soll, zum Sakrament zu kommen. Denn da stehen die freundlichen, herrlichen Worte: „Das ist mein Leib, für euch gegeben“, „Das ist mein Blut, für euch vergossen zur Vergebung der Sünde.“
Diese Worte sind, wie ich gesagt habe, keinem Stock und Stein gesagt, sondern mir und dir, denn sonst hätte er ebensogut stillschweigen und kein Sakrament einzusetzen brauchen. Darum denke auch du dich in das „Euch“ hinein, mache dir klar, dass du mitgemeint bist, und lass Christus nicht umsonst zu dir reden.
Denn hier bietet er uns allen den Schatz an, den er uns vom Himmel gebracht hat; außerdem lädt er uns aufs Allerfreundlichste ein, wenn er spricht (Matth. 11, 28): „Kommt her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid, ich will euch erquicken.“
Nun ist es eine Sünde und Schande, dass er uns so herzlich und treu auffordert und ermahnt, unser höchstes und bestes Gut wahrzunehmen, und wir verhalten uns ablehnend und leben solange dahin, bis wir ganz erkaltet und verhärtet sind und keine Lust und Liebe mehr zum Sakrament haben.
Man muss das Sakrament doch nicht als etwas Schädliches ansehen, vor dem man weglaufen müsste, sondern als eine sehr heilsame, tröstliche Arznei, die dir hilft und dir Leben schenkt für Seele und Leib. Denn wo die Seele genesen ist, da ist auch dem Leibe geholfen. Wie stehen wir eigentlich zum Sakrament – ? Als ob es ein Gift sei, durch das man sich den Tod holt?
Das ist wohl wahr: Die das Sakrament verachten und unchristlich leben, nehmen es sich zum Schaden und zur Verdammnis. Denn für sie soll nichts gut und heilsam sein, so wenig es für einen Kranken gut ist, wenn er aus Mutwillen isst und trinkt, was ihm vom Arzt verboten ist.
Aber jene, die ihre Schwachheit fühlen, sie gern los sein möchten und Hilfe begehren, sollen das Sakrament nicht anders ansehen und gebrauchen, als sei es ein köstliches Gegengift gegen jene Gifte, die sie in sich selber haben. Denn hier im Sakrament sollst du aus Christi Mund Vergebung der Sünde empfangen und mit ihr zugleich Gottes Gnade und Geist mit allen seinen Gaben, mit seinem Schutz und Schirm und seiner Macht über Tod, Teufel und alles Unglück. Denn dies alles bringt Gottes Vergebung mit sich.
So hast du nun im Blick auf Gott zwei Gründe, um zum Sakrament zu kommen: Das Gebot und die Zusage des Herrn Christus. Außerdem soll dich, im Blick auf dich selbst, deine eigene Not, die du mit dir herumschleppst, zum Kommen bewegen. Denn um ihretwillen hat Gott jene Einladung und Zusage und jenes Gebot, zum Sakrament zu kommen, gegeben. Denn er sagt selbst: „Die Starken bedürfen des Arztes nicht, sondern die Kranken“, d. h. diejenigen, die von Sünde, Todesfurcht, Anfechtung des Fleisches und Teufels beschwert sind und bedrückt werden.
Wenn du dich nun belastet fühlst und deine Schwachheit spürst, dann gehe fröhlich zum Sakrament hin und lasse dich aufrichten, trösten und stärken.
Denn wenn du warten willst, bis du das alles los sein wirst und du rein und würdig zum Sakrament kommen kannst, dann wirst du ewig fernbleiben müssen. Und dann fällt Gott das Urteil und spricht: „Wenn du rein und fromm bist, so bedarfst du meiner nicht und ich deiner nicht.“ Darum sind allein diejenigen unwürdig zu nennen, die ihre Gebrechen nicht fühlen noch Sünder sein wollen.
Dr. Martin Luther, Großer Katechismus (1529): Abendmahl (GK V:49-74)
Es segne und behüte Euch Gott, der allmächtige und barmherzige, der Vater, Sohn + Heiliger Geist + Friede sei mit Euch +
Jauchzet Gott, alle Lande! Lobsinget zur Ehre seines Namens; rühmet ihn herrlich! Sprecht zu Gott: Wie wunderbar sind deine Werke! Deine Feinde müssen sich beugen vor deiner großen Macht. Alles Land bete dich an und lobsinge dir, lobsinge deinem Namen. Sela.
Kommt her und sehet an die Werke Gottes, der so wunderbar ist in seinem Tun an den Menschenkindern. Er verwandelte das Meer in trockenes Land, sie gingen zu Fuß durch den Strom; dort wollen wir uns seiner freuen. Er herrscht mit seiner Gewalt ewiglich, seine Augen schauen auf die Völker. Die Abtrünnigen können sich nicht erheben. Sela.
Lobet, ihr Völker, unsern Gott, lasst seinen Ruhm weit erschallen, der unsre Seelen am Leben erhält und lässt unsere Füße nicht gleiten. Denn, Gott, du hast uns geprüft und geläutert, wie das Silber geläutert wird; du hast uns in den Turm werfen lassen, du hast auf unsern Rücken eine Last gelegt, du hast Menschen über unser Haupt fahren lassen, wir sind in Feuer und Wasser gekommen. Aber du hast uns herausgeführt und erquickt. Darum will ich in dein Haus gehen mit Brandopfern und dir meine Gelübde erfüllen, wie ich meine Lippen aufgetan habe und mein Mund geredet hat in meiner Not. Ich will dir Brandopfer bringen von fetten Schafen mit dem Opferrauch von Widdern; ich will opfern Rinder mit Böcken. Sela.
Kommt her, höret zu alle, die ihr Gott fürchtet; ich will erzählen, was er an mir getan hat. Zu ihm rief ich mit meinem Munde und pries ihn mit meiner Zunge. Wenn ich Unrechtes vorgehabt hätte in meinem Herzen, so würde der Herr nicht hören. Aber Gott hat mich erhört und gemerkt auf mein Flehen. Gelobt sei Gott, der mein Gebet nicht verwirft noch seine Güte von mir wendet.
Psalm 66. Ein Psalmlied vorzusingen. Verdeutscht von Dr. Martin Luther (Revision 2017)
Des Morgens, wenn Du aufstehst, kannst Du Dich segnen mit dem Zeichen des heiligen Kreuzes und sagen:
Das walte Gott Vater + Sohn und Heiliger Geist! Amen
Apostolische Glaubensbekenntnis
Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde.
Und an Jesum Christum, seinen einigen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist von dem Heiligen Geist, geboren aus Maria der Jungfrau, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, niedergefahren zur Hölle, am dritten Tage wieder auferstanden von den Toten, aufgefahren gen Himmel; sitzend zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters; von dannen er kommen wird zu richten die Lebendigen und die Toten.
Ich glaube an den Heiligen Geist, eine heilige christliche Kirche, die Gemeinde der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. Amen.
Vaterunser
Vater unser im Himmel Geheiligt werde Dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.
Willst du, so kannst du dies Gebet dazu sprechen (Luthers Morgensegen)
Ich danke Dir, mein himmlischer Vater, durch Jesus Christus, Deinen lieben Sohn, daß Du mich diese Nacht vor allem Schaden und Gefahr behütet hast, und bitte Dich, Du wollest mich diesen Tag auch behüten vor Sünden und allem Übel, daß Dir all mein Tun und Leben gefalle. Denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in Deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde.
Als dann mit Freuden an Dein Werk gegangen und etwa ein Lied gesungen oder was Dir Deine Andacht eingibt.
Es soll nicht durch Heer oder Kraft, sondern durch meinen Geist geschehen, spricht der Herr Zebaoth.
Sacharja 4,6b
Herr Gott, lieber Vater, der Du Deiner Gläubigen Herzen durch Deinen Heiligen Geist erleuchtet und gelehret hast, gib uns, daß wir auch durch denselbigen Geist rechten Verstand haben und zu aller Zeit Seines Trostes und Seiner Kraft uns freuen. Durch denselbigen Deinen Sohn, Jesum Christum, unsern Herrn. Amen.
Lutherisches Kirchengesangbuch S. 236
Lied aus dem lutherischen Kirchengesangbuch
Gib zu allen Dingen Wollen und Vollbringen, führ uns ein und aus; wohn in unsrer Seele, unser Herz erwähle Dir zum eignen Haus; wertes Pfand, mach uns bekannt, wie wir Jesus recht erkennen und Gott Vater nennen.
Mach das Kreuze süße, und durch Finsternisse sei Du unser Licht; trag nach Zions Hügeln uns mit Glaubensflügeln und verlaß uns nicht, wenn der Tod, die letzte Not, mit uns will zu Felde liegen, daß wir fröhlich siegen.
Laß uns hier indessen nimmermehr vergessen, daß wir Gott verwandt; dem laß uns stets dienen und im Guten grünen als ein fruchtbar Land, bis wir dort, Du werter Hort, bei den grünen Himmelsmaien ewig uns erfreuen.
Benjamin Schmolck 1715 (LKG 191,6-8)
Fortlaufende Lese
Da fragte der Hohepriester: Ist das so? Er aber sprach: Liebe Brüder und Väter, hört zu. Der Gott der Herrlichkeit erschien unserm Vater Abraham, als er noch in Mesopotamien war, ehe er in Haran wohnte, und sprach zu ihm: »Geh aus deinem Land und von deiner Verwandtschaft und zieh in das Land, das ich dir zeigen will.« Da ging er aus dem Land der Chaldäer und wohnte in Haran. Und als sein Vater gestorben war, brachte Gott ihn von dort herüber in dies Land, in dem ihr nun wohnt, aber er gab ihm kein Erbteil darin, auch nicht einen Fußbreit, und verhieß ihm, er wolle es ihm und seinen Nachkommen zum Besitz geben, obwohl er noch kein Kind hatte. Denn so sprach Gott: »Seine Nachkommen werden Fremdlinge sein in einem fremden Lande, und man wird sie knechten und misshandeln vierhundert Jahre lang. Aber das Volk, dem sie als Knechte dienen werden, will ich richten«, sprach Gott, »und danach werden sie ausziehen und mir dienen an dieser Stätte.« Und er gab ihm den Bund der Beschneidung. Und so zeugte er Isaak und beschnitt ihn am achten Tage, und Isaak den Jakob, und Jakob die zwölf Erzväter. Und die Erzväter wurden neidisch auf Josef und verkauften ihn nach Ägypten. Aber Gott war mit ihm und errettete ihn aus aller seiner Bedrängnis und gab ihm Gnade und Weisheit vor dem Pharao, dem König von Ägypten; der setzte ihn zum Regenten über Ägypten und über sein ganzes Haus. Es kam aber eine Hungersnot über ganz Ägypten und Kanaan und eine große Bedrängnis, und unsre Väter fanden keine Nahrung. Jakob aber hörte, dass es in Ägypten Getreide gebe, und sandte unsre Väter ein erstes Mal. Und beim zweiten Mal gab sich Josef seinen Brüdern zu erkennen; so wurde dem Pharao Josefs Herkunft bekannt. Josef aber sandte aus und ließ seinen Vater Jakob holen und seine ganze Verwandtschaft, fünfundsiebzig Menschen. Und Jakob zog hinab nach Ägypten und starb, er und unsre Väter; und sie wurden nach Sichem herübergebracht und in das Grab gelegt, das Abraham für Geld gekauft hatte von den Söhnen Hamors in Sichem.
Apostelgeschichte 7,1-16
Morgenlese
Sie sahen aber den Freimut des Petrus und Johannes und wunderten sich; denn sie merkten, dass sie ungelehrte und einfache Leute waren, und wussten auch von ihnen, dass sie mit Jesus gewesen waren. Sie sahen aber den Menschen, der gesund geworden war, bei ihnen stehen und wussten nichts dagegen zu sagen. Da hießen sie sie hinausgehen aus dem Hohen Rat und berieten miteinander und sprachen: Was wollen wir mit diesen Menschen tun? Denn dass ein offenkundiges Zeichen durch sie geschehen ist, ist allen bekannt, die in Jerusalem wohnen, und wir können’s nicht leugnen. Aber damit es nicht weiter einreiße unter dem Volk, wollen wir ihnen drohen, dass sie hinfort zu keinem Menschen in diesem Namen reden. Und sie riefen sie und geboten ihnen, keinesfalls zu verkünden oder zu lehren in dem Namen Jesu. Petrus aber und Johannes antworteten und sprachen zu ihnen: Urteilt selbst, ob es vor Gott recht ist, dass wir euch mehr gehorchen als Gott. Wir können’s ja nicht lassen, von dem zu reden, was wir gesehen und gehört haben. Da drohten sie ihnen und ließen sie gehen um des Volkes willen, weil sie nicht wussten, wie man sie hätte bestrafen können; denn alle lobten Gott für das, was geschehen war. Denn der Mensch war über vierzig Jahre alt, an dem dieses Zeichen der Heilung geschehen war.
Apostelgeschichte 4,13-22
Abendlese
Und als man sie hatte gehen lassen, kamen sie zu den Ihren und berichteten, was die Hohenpriester und Ältesten zu ihnen gesagt hatten. Als sie das hörten, erhoben sie ihre Stimme einmütig zu Gott und sprachen: Herr, du hast Himmel und Erde und das Meer und alles, was darin ist, gemacht, du hast durch den Mund unseres Vaters David, deines Knechtes, durch den Heiligen Geist gesagt: »Warum toben die Heiden, und die Völker nehmen sich vor, was vergeblich ist? Die Könige der Erde treten zusammen, und die Fürsten versammeln sich wider den Herrn und seinen Christus.« Wahrhaftig, sie haben sich versammelt in dieser Stadt gegen deinen heiligen Knecht Jesus, den du gesalbt hast, Herodes und Pontius Pilatus mit den Heiden und den Stämmen Israels, zu tun, was deine Hand und dein Ratschluss zuvor bestimmt haben, dass es geschehen sollte. Und nun, Herr, sieh an ihr Drohen und gib deinen Knechten, mit allem Freimut zu reden dein Wort. Strecke deine Hand aus zur Heilung und lass Zeichen und Wunder geschehen durch den Namen deines heiligen Knechtes Jesus. Und als sie gebetet hatten, erbebte die Stätte, wo sie versammelt waren; und sie wurden alle vom Heiligen Geist erfüllt und redeten das Wort Gottes mit Freimut.
Die Menge der Gläubigen aber war ein Herz und eine Seele; auch nicht einer sagte von seinen Gütern, dass sie sein wären, sondern es war ihnen alles gemeinsam. Und mit großer Kraft bezeugten die Apostel die Auferstehung des Herrn Jesus, und große Gnade war bei ihnen allen.
Apostelgeschichte 4,23-33
Bekenntnislese
Darum ist auch nichts darauf zu geben, wenn sie sagen, dass Leib und Blut Christi nicht im Abendmahl für uns gegeben und vergossen werden und man deswegen nicht im Sakrament Vergebung der Sünde haben könne. Denn wenn auch das Werk der Versöhn-ung am Kreuz geschehen ist und dadurch die Vergebung der Sünde erworben ist, so kann sie doch nicht anders als durch das Wort zu uns kommen. Denn was wüssten wir von dem, was am Kreuz geschehen ist, und von dem, was uns dadurch erworben ist, wenn es nicht durch die Predigt oder das verkündigte Wort vorgetragen würde! Woher wissen sie es oder wie können sie die Vergebung annehmen und sich zu eigen machen, wenn sie sich nicht an die Schrift und an das Evangelium halten und ihnen glauben.
Nun ist aber das ganze Evangelium und der Glaubensartikel „Ich glaube eine heilige christliche Kirche, die Vergebung der Sünde“ usf. kraft jener Worte in dieses Sakrament hineingelegt und wird uns darin angeboten. Warum sollten wir uns denn jenen Schatz aus dem Sakrament herausreißen lassen, zumal sie doch zugeben müssen, dass es eben die gleichen Worte sind, die wir auch sonst im Evangelium hören? Auch werden sie nicht sagen können, dass jene Worte im Sakrament ohne Nutzen sind; ebensowenig wie sie es wagen werden zu behaupten, dass das ganze Evangelium oder Wort Gottes, abgesehen vom Sakrament, ohne Nutzen ist.
Drittens So haben wir nun das Wichtigste des ganzen Sakramentes besprochen, sein Wesen und seinen Nutzen. Nun müssen wir auch sehen, wer diejenigen sind, die die Kraft und den Nutzen des Sakramentes empfangen. Wie oben bei der Taufe und auch sonst schon oft gesagt worden ist, kann man in aller Kürze darauf antworten: „Derjenige, der glaubt, was die Worte sagen und was sie mit sich bringen.“ Denn jene Worte sind nicht zu Holz und Steinen gesprochen, sondern sie sind denen verkündigt, die sie hören können und zu denen Christus spricht: „Nehmet und esset“ usf.
Und weil er Vergebung der Sünde anbietet und zusagt, kann dies nicht anders als durch den Glauben empfangen werden. Solch einen Glauben fordert er selbst, wenn er spricht „für euch gegeben“ und „für euch vergossen“, so als wollte er sagen: „Darum gebe ich euch meinen Leib und mein Blut zu essen und zu trinken, damit ihr die Vergebung der Sünde annehmt und euch zu eigen macht.“ Wer sich nun dies gesagt sein lässt und glaubt, dass dies wahr ist, der hat, was die Worte sagen.
Wer aber nicht glaubt, der hat nichts. Der lässt sich alles umsonst anbieten, ohne dieses heilbringende Gut zu empfangen. Der Schatz ist für jeden da, er liegt vor jedermanns Tür, ja er ist für jeden auf den Tisch gelegt, aber darauf kommt es an, dass du ihn entgegennimmst und der festen Überzeugung bist, dass wahr ist, was die Worte Christi sagen.
Darin besteht die ganze Vorbereitung für den Christen, dieses Sakrament „würdig“ zu empfangen. Denn weil uns jener Schatz allein in den Worten Christi vorgehalten wird, kann man ihn nicht anders entgegennehmen und sich zu eigen machen als mit dem Herzen. Denn mit der Faust kann man ein solches Geschenk und solch einen Schatz, der in Ewigkeit bleibt, nicht ergreifen.
Fasten und Beten mag wohl eine äußerliche Vorbereitung sein, eine „Kinderübung“, damit wir uns zuchtvoll und ehrerbietig Leib und Blut Christi gegenüber verhalten. Aber was uns mit dem Leibe und Blute Christi gegeben wird, können wir mit unserm Leib nicht erfassen noch zu uns nehmen. Es ist unser Herz und der Glaube unsers Herzens, der jenen Schatz erkennt und begehrt.
Da sei nun genug zur allgemeinen Unterweisung dieses Sakramentes. Was noch mehr dazu zu sagen ist, mag ein andermal geschehen.
Viertens
Nachdem wir nun das richtige Verständnis des Sakramentes und die richtige Sakramentslehre dargelegt haben, ist wohl auch eine Ermahnung und Ermunterung nötig, dass man solch einen großen Schatz, der täglich in unserer Mitte ist und unter uns Christen ausgeteilt wird, nicht einfach unbeachtet lassen soll. Wer ein Christ sein will, soll bereit sein, das hochwürdige Sakrament oft zu empfangen.
Denn wir sehen, dass die Haltung dem Sakrament gegenüber bei vielen nachlässig und träge ist. Die Zahl derer ist sehr groß, die zwar das Evangelium hören, die aber, weil das Papsttum mit seinem Zwang, seinen unnützen Zeremonien und Geboten bei uns abgeschafft ist, nun ein, zwei, drei oder noch mehr Jahre ohne Sakrament dahinleben. Als seien sie so starke Christen, die das Sakrament nicht nötig hätten.
Einige haben sich dadurch abhalten und abschrecken lassen, weil wir gelehrt haben, dass niemand zum Sakrament gehen soll, ohne Hunger und Durst zu verspüren und von ihnen getrieben zu werden. Andere behaupten, die Teilnahme am Sakrament sei jedem freigestellt und sei nicht notwendig; es genüge, wenn man einfach glaube. Und so kommt es dazu, dass sehr viele ganz roh werden und schließlich beides verachten, sowohl das Sakrament als auch das Wort Gottes.
Nun ist wahr, was wir gesagt haben, dass man keinesfalls jemand bedrängen noch zwingen soll, das Sakrament zu empfangen, damit es nicht wieder zu einer neuen Seelen-mörderei komme. Aber das soll man wissen, dass jene Leute, die sich so lange Zeit vom Sakrament fernhalten, nicht als Christen anzusehen sind. Denn Christus hat es nicht deswegen eingesetzt, damit man eine Feier zum Zuschauen daraus mache, sondern er hat seinen Christen geboten, dass sie es essen und trinken und seiner dabei gedenken sollen.
Diejenigen, die in Wahrheit Christen sind und das Sakrament teuer und wert halten, werden sich wohl selber zu ermuntern wissen; sie werden ohnehin zum Sakrament kommen. Doch um der weniger Unterrichteten und im Glauben schwachen Christen willen, die aber doch gern Christen sein möchten, wollen wir ein wenig davon reden; sie sollen dadurch desto mehr veranlasst werden, über den Grund und die Notwendigkeit nachzudenken, die sie bewegen soll, das Sakrament zu empfangen.
Auch in andern Dingen, die den Glauben, die Liebe und die Geduld betreffen, genügt es ja nicht, allein zu lehren und zu unterrichten, sondern man muss auch täglich ermahnen. Ebenso ist es auch hier nötig, nicht im Ermahnen nachzulassen, damit man nicht nachlässig und des Sakramentes überdrüssig werde; denn wir wissen und spüren es, wie der Teufel sich dem Sakrament und allem Christlichen stets widersetzt und, soweit er’s vermag, Menschen davon abzubringen sucht.
Erstens haben wir nun die klare, eindeutige Aussage in den Worten Christi: „Das tut zu meinem Gedächtnis.“ Das sind Worte, die uns etwas befehlen und gebieten: Denen, die Christen sein wollen, wird hiermit geboten, das Sakrament zu empfangen. Wer darum Christi Jünger sein will – mit solchen redet er ja hier – ‚ der denke daran und halte sich zum Sakrament, nicht aus Zwang, weil Menschen ihn bedrängen, sondern um Christus zu gefallen und ihm zu gehorchen.
Wenn du aber sagst: „Es steht doch da: So oft ihr’s tut; damit zwingt er ja niemand, sondern stellt es jedem frei“, so antworte ich: „Das ist wahr, aber das heißt nicht, dass man es überhaupt nicht tun soll; gerade weil er die Worte spricht So oft ihr’s tut, ist damit inbegriffen, dass man es oft tun soll; es ist aber deswegen hinzugefügt, weil er das Sakrament frei haben wollte, nicht gebunden an eine bestimmte Zeit, wie das Essen des Passa-Lammes bei den Juden, das sie jedes Jahr nur einmal essen durften (und zwar genau am Abend des 14. Tages nach dem ersten Vollmond, wobei sie keinen Tag überschreiten durften). Als ob Christus damit sagen wollte: „Ich ordne für euch ein Passafest bzw. ein Abendmahl, das ihr nicht nur einmal an diesem Abend des Jahres feiern sollt, sondern ihr sollt es oft tun, wann und wo ihr wollt, ganz nach eines jeden Gelegenheit und Wunsch; an keinen Ort und keine bestimmte Zeit gebunden“ – obgleich später der Papst dies in das Gegenteil verkehrt hat und wieder ein „Judenfest“ daraus gemacht hat.“
Dr. Martin Luther, Großer Katechismus: Das Abendmahl GK V:31-48
Es segne und behüte Euch Gott, der allmächtige und barmherzige, der Vater, Sohn + Heiliger Geist + Friede sei mit Euch +