Merkt auf, ihr Himmel, ich will reden, und die Erde höre die Rede meines Mundes. (Lied des Moses)

Apokaypse Val-Dieu Offb.15 (British Library, London)

Merkt auf, ihr Himmel, ich will reden, und die Erde höre die Rede meines Mundes. 2 Meine Lehre rinne wie der Regen, und meine Rede riesele wie Tau, wie der Regen auf das Gras und wie die Tropfen auf das Kraut. 3 Denn ich will den Namen des HERRN preisen. Gebt unserm Gott allein die Ehre! 4 Er ist der Fels. Seine Werke sind vollkommen; denn alle seine Wege sind recht. Treu ist Gott und kein Böses an ihm, gerecht und wahrhaftig ist er. 5 Das verkehrte und böse Geschlecht hat gesündigt wider ihn; sie sind Schandflecken und nicht seine Kinder. 6 Dankst du so dem HERRN, deinem Gott, du tolles und törichtes Volk? Ist er nicht dein Vater und dein Herr? Ist’s nicht er allein, der dich gemacht und bereitet hat? 7 Gedenke der vorigen Zeiten und hab acht auf die Jahre von Geschlecht zu Geschlecht. Frage deinen Vater, der wird dir’s verkünden, deine Ältesten, die werden dir’s sagen. 8 Als der Höchste den Völkern Land zuteilte und der Menschen Kinder voneinander schied, da setzte er die Grenzen der Völker nach der Zahl der Söhne Israels[1]. 9 Denn des HERRN Teil ist sein Volk, Jakob ist sein Erbe. 10 Er fand ihn in der Steppe, in der Wüste, im Geheul der Wildnis. Er umfing ihn und hatte acht auf ihn. Er behütete ihn wie seinen Augapfel. 11 Wie ein Adler ausführt seine Jungen und über ihnen schwebt, so breitete er seine Fittiche aus und nahm ihn und trug ihn auf seinen Flügeln. 12 Der HERR allein leitete ihn, und kein fremder Gott war mit ihm. 13 Er ließ ihn einherfahren über die Höhen der Erde und nährte ihn mit den Früchten des Feldes und ließ ihn Honig saugen aus dem Felsen und Öl aus hartem Gestein, 14 Butter von den Kühen und Milch von den Schafen samt dem Fett von den Lämmern, feiste Widder und Böcke und das Beste vom Weizen und tränkte ihn mit edlem Traubenblut. 15 Als aber Jeschurun fett ward, wurde er übermütig. Er ist fett und dick und feist geworden und hat den Gott verworfen, der ihn gemacht hat. Er hat den Fels seines Heils gering geachtet 16 und hat ihn zur Eifersucht gereizt durch fremde Götter; durch Gräuel hat er ihn erzürnt. 17 Sie haben Geistern geopfert, die keine Gottheiten sind, Göttern, die sie nicht kannten, neuen, die vor Kurzem erst aufgekommen sind, die eure Väter nicht geehrt haben. 18 Den Fels, der dich gezeugt hat, hast du außer Acht gelassen und hast vergessen den Gott, der dich geboren hat. 19 Und als es der HERR sah, ward er zornig über seine Söhne und Töchter, 20 und er sprach: Ich will mein Antlitz vor ihnen verbergen, will sehen, was ihnen zuletzt widerfahren wird; denn es ist ein verkehrtes Geschlecht, es sind untreue Kinder. 21 Sie haben mich gereizt durch einen Nicht-Gott, durch ihre Abgötterei haben sie mich erzürnt. Ich aber will sie wieder reizen durch ein Nicht-Volk, durch ein gottloses Volk will ich sie erzürnen. 22 Denn ein Feuer ist entbrannt durch meinen Zorn und wird brennen bis in die unterste Tiefe und wird verzehren das Land mit seinem Gewächs und wird anzünden die Grundfesten der Berge. 23 Ich will alles Unglück über sie häufen, ich will alle meine Pfeile auf sie schießen. 24 Vor Hunger sollen sie verschmachten und verzehrt werden vom Fieber und von jähem Tod. Ich will der Tiere Zähne unter sie schicken und der Schlangen Gift. 25 Draußen wird das Schwert ihre Kinder rauben und drinnen der Schrecken den jungen Mann wie das Mädchen, den Säugling wie den Greis. 26 Ich hätte gesagt: Es soll aus sein mit ihnen, ich will ihren Namen tilgen unter den Menschen –, 27 wenn ich nicht den Spott der Feinde gescheut hätte; ihre Widersacher hätten es nicht erkannt und gesagt: Unsere Macht ist groß, und nicht der HERR hat dies alles getan. 28 Denn Israel ist ein Volk, dem man nicht mehr raten kann, und kein Verstand wohnt in ihnen. 29 O dass sie weise wären und dies verstünden, dass sie merkten, was ihnen hernach begegnen wird! 30 Wie geht’s zu, dass einer tausend verjagt und zwei sogar zehntausend flüchtig machen? Kommt’s nicht daher, dass ihr Fels sie verkauft hat und der HERR sie dahingegeben hat? 31 Denn unserer Feinde Fels ist nicht wie unser Fels; so müssen sie selber urteilen. 32 Denn ihr Weinstock stammt von Sodoms Weinstock und von dem Weinberg Gomorras; ihre Trauben sind Gift, sie haben bittere Beeren, 33 ihr Wein ist Drachengift und verderbliches Gift der Ottern. 34 Ist dies nicht bei mir verwahrt und versiegelt in meinen Schatzkammern? 35 Die Rache ist mein, ich will vergelten zur Zeit, da ihr Fuß gleitet; denn die Zeit ihres Unglücks ist nahe, und was über sie kommen soll, eilt herzu. 36 Denn der HERR wird seinem Volk Recht schaffen, und über seine Knechte wird er sich erbarmen. Denn er wird sehen, dass ihre Macht dahin ist und es aus ist mit ihnen ganz und gar. 37 Und er wird sagen: Wo sind ihre Götter, ihr Fels, auf den sie trauten, 38 die das Fett ihrer Schlachtopfer essen sollten und trinken den Wein ihrer Trankopfer? Lasst sie aufstehen und euch helfen und euch schützen! 39 Sehet nun, dass ich’s allein bin und ist kein Gott neben mir! Ich kann töten und lebendig machen, ich kann schlagen und kann heilen, und niemand kann aus meiner Hand reißen. 40 Denn ich will meine Hand zum Himmel heben und will sagen: So wahr ich ewig lebe: 41 Wenn ich mein blitzendes Schwert schärfe und meine Hand zur Strafe greift, so will ich mich rächen an meinen Feinden und denen, die mich hassen, vergelten. 42 Ich will meine Pfeile mit Blut trunken machen, und mein Schwert soll Fleisch fressen, mit Blut von Erschlagenen und Gefangenen, vom Haupt der Fürsten des Feindes. 43 Preiset, ihr Heiden, sein Volk; denn er wird das Blut seiner Knechte rächen und wird an seinen Feinden Rache nehmen und entsühnen das Land seines Volks! 

Deuteronomium (5. Mose) 32,1-43 verdeutscht von Dr. Martin Luther (Revision 2017)

Des Morgens, wenn Du aufstehst, kannst Du Dich segnen mit dem Zeichen des heiligen Kreuzes und sagen: 

Das walte Gott Vater + Sohn und Heiliger Geist! Amen

Apostolische Glaubensbekenntnis 

Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde. 

Und an Jesum Christum, seinen einigen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist von dem Heiligen Geist, geboren aus Maria der Jungfrau, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, niedergefahren zur Hölle, am dritten Tage wieder auferstanden von den Toten, aufgefahren gen Himmel; sitzend zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters; von dannen er kommen wird zu richten die Lebendigen und die Toten. 

Ich glaube an den Heiligen Geist, eine heilige christliche Kirche, die Gemeinde der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. Amen.

Vaterunser 

Vater unser im Himmel
Geheiligt werde Dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Willst du, so kannst du dies Gebet dazu sprechen (Luthers Morgensegen)

Ich danke Dir, mein himmlischer Vater, durch Jesus Christus, Deinen lieben Sohn, daß Du mich diese Nacht vor allem Schaden und Gefahr behütet hast, und bitte Dich, Du wollest mich diesen Tag auch behüten vor Sünden und allem Übel, daß Dir all mein Tun und Leben gefalle. Denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in Deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde.

Als dann mit Freuden an Dein Werk gegangen und etwa ein Lied gesungen oder was Dir Deine Andacht eingibt.

Kollekte für Jubilate.

Du Gott,
himmlischer Vater,
Deine Schöpfung singt Dir ihr Loblied –
die Vögel des Himmels,
die Tiere auf den Feldern und in den Wäldern.
Bäume, Sträucher und Blumen –
sie werfen Dir ihre Blütenpracht entgegen.
Dein Geist wecke unsere Sinne und unsere Seele,
damit wir dich loben und preisen.
Deinem Sohn, Jesus Christus,
auferstanden von den Toten,
gehört unsere Zukunft.
Amen.

Tagesgebet zu Jubilate.

Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur; das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden.

1.Korinther 5,17

Lied aus dem lutherischen Kirchengesangbuch

O gläubig Herz, gebenedei und gib Lob deinem Herren! Gedenk, dass er dein Vater sei, den du allzeit sollst ehren, dieweil du keine Stund ohn ihn mit aller Sorg in deinem Sinn dein Leben kannst ernähren.

Er ist’s, der dich von Herzen liebt und sein Gut mit dir teilet, dir deine Missetat vergibt und deine Wunden heilet, dich waffnet zum geistlichen Krieg dass dir der Feind nicht obenlieg und deinen Schatz zerteile.

Er ist barmherzig und sehr gut den Armen und Elenden, die sich von allem Übermut zu seiner Wahrheit wenden; er nimmt sie als ein Vater auf und gibt, dass sie den rechten Lauf zur Seligkeit vollenden.

Wie sich ein treuer Vater neigt und Guts tut seinen Kindern, also hat sich auch Gott erzeigt allzeit uns armen Sündern; er hat uns lieb und ist uns hold, vergibt uns gnädig alle Schuld, macht uns zu Uberwindern.

Er gibt uns seinen guten Geist, erneuet unsre Herzen, dass wir vollbringen, was er heißt, ob’s auch das Fleisch mag schmerzen. Er hilft uns hier mit Gnad und Heil, verheißt uns auch ein herrlich Teil von den ewigen Schätzen.

Nach unsrer Ungerechtigkeit hat er uns nicht vergolten, sondern erzeigt Barmherzigkeit, da wir verderben sollten. Mit seiner Gnad und Gütigkeit ist uns und allen er bereit, die ihm von Herzen hulden.

Was er nun angefangen hat, das will er auch vollenden; nur geben wir uns seiner Gnad, opfern uns seinen Händen und tun daneben unsern Fleiß, hoffend, er werd zu seinem Preis all unsern Wandel wenden.

O Vater, steh uns gnädig bei, weil wir sind im Elende, dass unser Tun aufrichtig sei und nehm ein löblich Ende; o leucht uns mit deim hellen Wort, dass uns an diesem dunklen Ort kein falscher Schein ver-blende.

O Gott, nimm an zu Lob und Dank, was wir einfältig singen, und gib dein Wort mit freiem Klang, lass’s durch die Herzen dringen. O hilf, dass wir mit deiner Kraft durch recht geistliche Ritterschaft des Lebens Kron erringen.

Michael Weiße 1531 (LKG 314)

Fortlaufende Lese

Denn siehe, in jenen Tagen und zur selben Zeit, da ich das Geschick Judas und Jerusalems wenden werde,  2 will ich alle Völker zusammenbringen und will sie ins Tal Joschafat hinabführen und will dort mit ihnen rechten wegen meines Volks und meines Erbteils Israel, weil sie es unter die Völker zerstreut und sich mein Land geteilt haben;  3 sie haben das Los um mein Volk geworfen und haben Knaben für eine Hure hingegeben und Mädchen für Wein verkauft und vertrunken.  4 Und ihr, Tyrus und Sidon und alle Gebiete der Philister, was habt ihr mit mir zu tun? Wollt ihr mir’s heimzahlen oder mir etwas antun? Eilends und bald lasse ich euer Tun zurückfallen auf euren Kopf,  5 die ihr mein Silber und Gold genommen und meine schönen Kleinode in eure Tempel gebracht habt.  6 Dazu habt ihr die Judäer und die Leute von Jerusalem an die Griechen verkauft, um sie weit weg von ihrem Lande zu bringen.  7 Siehe, ich will sie kommen lassen aus dem Ort, wohin ihr sie verkauft habt, und will’s euch heimzahlen auf euren Kopf  8 und will nun eure Söhne und eure Töchter verkaufen in die Hand der Judäer; die sollen sie an die Sabäer, ein Volk in fernen Landen, verkaufen; denn der HERR hat’s geredet.  9 Ruft dies aus unter den Völkern! Heiligt euch zum Krieg! Bietet die Starken auf! Lasst herzukommen und hinaufziehen alle Kriegsleute!  10 Macht aus euren Pflugscharen Schwerter und aus euren Sicheln Spieße! Der Schwache spreche: Ich bin stark!  11 Eilt und kommt, alle Völker ringsum, und versammelt euch! – Dorthin führe du hinab, HERR, deine Starken! –  12 Die Völker sollen sich aufmachen und heraufkommen zum Tal Joschafat; denn dort will ich sitzen und richten alle Völker ringsum.  13 Greift zur Sichel, denn die Ernte ist reif! Kommt und tretet, denn die Kelter ist voll, die Kufen laufen über, denn ihre Bosheit ist groß!  14 Es werden Scharen über Scharen von Menschen sein im Tal der Entscheidung; denn des HERRN Tag ist nahe im Tal der Entscheidung.  15 Sonne und Mond werden sich verfinstern und die Sterne ihren Schein zurückhalten.  16 Und der HERR wird aus Zion brüllen und aus Jerusalem seine Stimme hören lassen, dass Himmel und Erde erbeben werden. Aber seinem Volk wird der HERR eine Zuflucht sein und eine Burg den Israeliten.  17 Und ihr sollt’s erfahren, dass ich, der HERR, euer Gott bin und zu Zion auf meinem heiligen Berge wohne. Dann wird Jerusalem heilig sein, und kein Fremder wird mehr hindurchziehen.  18 Zur selben Zeit werden die Berge von Most triefen und die Hügel von Milch fließen, und alle Bäche in Juda werden voll Wasser sein. Und es wird eine Quelle ausgehen vom Hause des HERRN, die wird das Tal Schittim bewässern.  19 Aber Ägypten soll wüst werden und Edom eine wüste Einöde um des Frevels willen an den Judäern, weil sie unschuldiges Blut in ihrem Lande vergossen haben.  20 Aber Juda soll für immer bewohnt werden und Jerusalem für und für.  21 Und ich will ihr Blut nicht ungesühnt lassen. Und der HERR wird wohnen zu Zion. 

Joel 4,1-21

Morgenlese

Und ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde; denn der erste Himmel und die erste Erde sind vergangen, und das Meer ist nicht mehr. 2 Und ich sah die heilige Stadt, das neue Jerusalem, von Gott aus dem Himmel herabkommen, bereitet wie eine geschmückte Braut für ihren Mann. 3 Und ich hörte eine große Stimme von dem Thron her, die sprach: Siehe da, die Hütte Gottes bei den Menschen! Und er wird bei ihnen wohnen, und sie werden seine Völker[1] sein, und er selbst, Gott mit ihnen, wird ihr Gott sein; 4 und Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein; denn das Erste ist vergangen. 5 Und der auf dem Thron saß, sprach: Siehe, ich mache alles neu! Und er spricht: Schreibe, denn diese Worte sind wahrhaftig und gewiss! 6 Und er sprach zu mir: Es ist geschehen. Ich bin das A und das O, der Anfang und das Ende. Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst. 7 Wer überwindet, der wird dies ererben, und ich werde sein Gott sein und er wird mein Sohn sein.

Offenbarung des hl. Sankt Johannes 21,1-7

Abendlese

Denn Gottes Zorn wird vom Himmel her offenbart über alles gottlose Leben und alle Ungerechtigkeit der Menschen, die die Wahrheit durch Ungerechtigkeit niederhalten. 19 Denn was man von Gott erkennen kann, ist unter ihnen offenbar; denn Gott hat es ihnen offenbart. 20 Denn sein unsichtbares Wesen – das ist seine ewige Kraft und Gottheit – wird seit der Schöpfung der Welt, wenn man es mit Vernunft wahrnimmt, an seinen Werken ersehen. Darum haben sie keine Entschuldigung. 21 Denn obwohl sie von Gott wussten, haben sie ihn nicht als Gott gepriesen noch ihm gedankt, sondern sind dem Nichtigen verfallen in ihren Gedanken, und ihr unverständiges Herz ist verfinstert. 22 Die sich für Weise hielten, sind zu Narren geworden 23 und haben die Herrlichkeit des unvergänglichen Gottes vertauscht mit einem Bild gleich dem eines vergänglichen Menschen und der Vögel und der vierfüßigen und der kriechenden Tiere. 24 Darum hat Gott sie in den Begierden ihrer Herzen dahingegeben in die Unreinheit, sodass sie ihre Leiber selbst entehren. 25 Sie haben Gottes Wahrheit in Lüge verkehrt und das Geschöpf verehrt und ihm gedient statt dem Schöpfer, der gelobt ist in Ewigkeit. Amen. 26 Darum hat sie Gott dahingegeben in schändliche Leidenschaften;

Römer 1,18-26a

Bekenntnislese

Darum sollten wir uns klar darüber sein, dass niemand den Auftrag hat, seinen Nächsten öffentlich zu verurteilen und zu strafen, auch wenn er ihn sündigen sieht, es sei denn, er ist dazu beauftragt, zu richten und zu strafen. Denn es ist ein großer Unterschied zwischen Sünde richten und um Sünde wissen. Du magst um sie wissen, aber richten sollst du nicht. Diese Untugend sollen wir meiden. Sehen und hören, dass mein Nachbar sündigt, ist mir nicht verwehrt, aber ihn bei andern ins Gerede zu bringen, dazu habe ich keinen Auftrag. Wenn ich eingreife, richte und verurteile, so falle ich in eine Sünde, die größer ist als jene. Weißt du aber um die Sünde des andern, so mache aus deinen Ohren ein Grab und verscharre sie darin, solange bis du den Auftrag erhältst, Richter zu sein und von Amts wegen zu strafen. Das nennt man nun üble Nachrede, wenn Menschen es bei dem Wissen um die Sünde des andern nicht bleiben lassen, sondern hingehen und dem Urteil vorgreifen und, wenn sie etwas von dem andern wissen, es in alle Winkel tragen und eine Freude daran finden, im Schmutz eines andern zu wühlen wie eine Sau, die sich im Dreck wälzt und mit ihrem Rüssel darin herumwühlt.

Das heißt nichts anderes als in Gottes Gericht und Amt greifen und mit dem schärfsten Urteil zu verurteilen und zu strafen. Denn kein Richter kann eine höhere Strafe verhängen als wenn er sagt: Dieser ist ein Dieb, ein Mörder, ein Verräter usf. Wer sich darum untersteht, solches vom Nächsten zu behaupten, maßt sich das Amt an, das Kaiser und Staat innehaben. Denn auch wenn du das Schwert nicht führst, so gebrauchst du doch eine giftige Zunge, um dem Nächsten zu schaden und ihn in Schande zu bringen. Darum will Gott verhindert haben, dass einer dem andern übel nachredet, auch wenn jener einer Sache schuldig ist und der andere es genau weiß. Noch viel weniger soll üble Nachrede dann geschehen, wenn einer von einer Sache nur vom Hörensagen vernommen hat und nichts Genaues weiß.

Sagst du aber: Soll ichs denn nicht sagen, wenn es die Wahrheit ist? Antwort: Warum bringst du es dann nicht vor den ordentlichen Richter? Ja, ich kann es nicht öffentlich bezeugen. Man möchte mir vielleicht über den Mund fahren und mich schändlich abweisen. Ja, mein Lieber, riechst du den Braten? Merkst du etwas? Wenn du dich nicht traust, vor den dazu verordneten Personen zu stehen und eine Sache zu verantworten, dann halte den Mund. Weißt du aber um eine Sache, so behalte dein Wissen für dich und gib es nicht andern weiter. Denn wenn du es weitersagst, auch wenn es wahr ist, so stehst du doch wie ein Lügner da, weil du es nicht beweisen kannst, und handelst dazu noch wie ein Bösewicht. Denn man soll niemand um seine Ehre und seinen guten Ruf bringen, es sei denn, ihm sei schon zuvor öffentlich Ehre und Ruf genommen. So ist nun mit „falschem Zeugnis“ alle üble Nachrede gemeint, die man ordentlicherweise nicht beweisen kann. Darum soll niemand etwas offenbar machen und als Wahrheit aussprechen, was nicht eindeutig bewiesen und offenbar ist.

Kurz, was verborgen ist, soll man verborgen bleiben lassen oder im Verborgenen strafen, wie wir noch hören werden. Wo dir darum ein loser Mund begegnet, der einen andern ins Gerede bringt und verleumdet, da rede ihm tüchtig ins Gewissen, damit er schamrot werde. So wird mancher seinen Mund halten, der sonst einen armen Menschen ins Gerede bringt, aus dem er schwer wieder herauskommen kann. Denn Ehre und guter Name sind schnell weggenommen, aber langsam wiedergegeben. So siehst du, dass es ganz und gar verboten ist, über den Nächsten etwas Böses zu reden. Doch sind hier die weltliche Obrigkeit, die Prediger, Vater und Mutter ausgenommen, insofern sie das Böse nicht ungestraft lassen sollen. Es verhält sich hier ähnlich wie beim 5. Gebot: Niemand soll dem Nächsten am Leibe Schaden zufügen, doch ist der Henker hiervon ausgenommen; denn sein Amt ist es, dem Nächsten nicht Gutes, sondern nur Schaden und Böses zu tun. Dennoch sündigt er nicht gegen das 5. Gebot, weil Gott selber dieses Amt um seiner selbst willen geordnet hat; denn Gott hat sich das Strafen nach seinem Belieben vorbehalten, wie er im 1. Gebot androht. Darum gilt auch hier (beim 8. Gebot): Niemand soll für seine Person irgend jemand richten und verurteilen. Doch wo es diejenigen nicht tun, denen es anbefohlen ist, sündigen sie ebensosehr wie jene, die es – ohne dazu beauftragt zu sein – von sich aus tun. Denn notwendig ist es, dass man von dem Bösen redet, dass angeklagt und gefragt, ausgesagt und Zeugnis abgelegt wird.

Und es geht hier nicht anders zu als bei einem Arzt, der zuweilen denjenigen, den er heilen soll, auch an Stellen untersuchen und berühren muss, die man sonst nicht zeigt. So sind auch der Staat, Väter und Mütter, ja auch Brüder und Schwestern und sonst gute Freunde untereinander es schuldig, Böses zu strafen, wo es nötig und nützlich ist. Das wäre aber die richtige Weise, wenn man sich nach der Ordnung des Evangeliums in Matthäus 18,15-16 richten würde, wo Christus spricht: „Sündigt aber dein Bruder an dir, so halte es ihm vor zwischen dir und ihm allein.“

Da hast du eine köstliche, feine Anweisung, um die Zunge recht zu regieren, eine Anweisung, die man sich gut merken sollte, um dem leidigen Missbrauch zu wehren. Danach richte dich nun, bringe nicht sogleich den Nächsten bei andern ins Gerede, sondern ermahne ihn unter vier Augen, dass er sich bessern soll. Ebenso auch, wenn dir ein anderer etwas zu Ohren bringt, was dieser oder jener getan hat, dann sage ihm auch, dass er hingehen und es dem Betreffenden vorhalten soll, falls er das Böse gesehen hat, falls nicht, dass er den Mund halten soll. Das magst du auch an Beispielen des täglichen Lebens in Haus und Beruf lernen. Denn so macht es der Dienstherr: Wenn er sieht, dass der Angestellte nicht tut, was er soll, so redet er mit ihm selbst. Wenn er aber so töricht wäre und ließe den Angestellten an seinem Platze sitzen und ginge heraus auf die Straße, um es den Nachbarn zu klagen, würde er freilich hören müssen: Du Narr, was gehts uns an, warum sagst du es ihm selber nicht?

Sieh, das wäre recht brüderlich gehandelt, weil so dem Übel abgeholfen würde und dein Nächster in Ehren bliebe. So sagt es auch Christus an der genannten Stelle: „Höret er dich, so hast du deinen Bruder gewonnen.“ Damit hast du eine große und vortreffliche Tat getan. Denn meinst du, dass es keine Kleinigkeit ist, einen Bruder zu gewinnen? Lass alle Mönche und heiligen Orden mit all ihren Taten, auch wenn man sie alle auf einen Haufen tun würde, herzutreten, ob sie den Ruhm beanspruchen können, auch nur einen
Bruder gewonnen zu haben?

Dr. Martin Luther: Der große Katechismus 8. Gebot verf.

Es segne und behüte Euch Gott, der allmächtige und barmherzige, der Vater, Sohn + Heiliger Geist 
+ Friede sei mit Euch + 

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Hilf mir aus dem Rachen des Löwen und vor den Hörnern der wilden Stiere (Psalm 22,22ff)

“Vor dem Kampf” von Friedrich Wilhelm Karl Kuhnert (* 28. September 1865 – † 11. Februar 1926) 

Hilf mir aus dem Rachen des Löwen und vor den Hörnern der wilden Stiere – du hast mich erhört! Ich will deinen Namen kundtun meinen Brüdern, ich will dich in der Gemeinde rühmen: Rühmet den HERRN, die ihr ihn fürchtet; ehrt ihn, all ihr Nachkommen Jakobs, und scheut euch vor ihm, all ihr Nachkommen Israels! Denn er hat nicht verachtet noch verschmäht das Elend des Armen und sein Antlitz vor ihm nicht verborgen; und da er zu ihm schrie, hörte er’s. Dich will ich preisen in der großen Gemeinde, ich will mein Gelübde erfüllen vor denen, die ihn fürchten. Die Elenden sollen essen, dass sie satt werden;  und die nach dem HERRN fragen, werden ihn preisen; euer Herz soll ewiglich leben. Es werden gedenken und sich zum HERRN bekehren aller Welt Enden und vor ihm anbeten alle Geschlechter der Völker. Denn des HERRN ist das Reich, und er herrscht unter den Völkern. Ihn allein werden anbeten alle Großen auf Erden; vor ihm werden die Knie beugen alle, die zum Staube hinabfuhren und ihr Leben nicht konnten erhalten. Er wird Nachkommen haben, die ihm dienen; vom Herrn wird man verkündigen Kind und Kindeskind. Sie werden kommen und seine Gerechtigkeit predigen dem Volk, das geboren wird. Denn er hat’s getan. 

Psalm 22,22-31 verdeutscht von Dr. Martin Luther (Revision 2017)

Des Morgens, wenn Du aufstehst, kannst Du Dich segnen mit dem Zeichen des heiligen Kreuzes und sagen: 

Das walte Gott Vater + Sohn und Heiliger Geist! Amen

Apostolische Glaubensbekenntnis 

Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde. 

Und an Jesum Christum, seinen einigen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist von dem Heiligen Geist, geboren aus Maria der Jungfrau, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, niedergefahren zur Hölle, am dritten Tage wieder auferstanden von den Toten, aufgefahren gen Himmel; sitzend zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters; von dannen er kommen wird zu richten die Lebendigen und die Toten. 

Ich glaube an den Heiligen Geist, eine heilige christliche Kirche, die Gemeinde der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. Amen.

Vaterunser 

Vater unser im Himmel
Geheiligt werde Dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Willst du, so kannst du dies Gebet dazu sprechen (Luthers Morgensegen)

Ich danke Dir, mein himmlischer Vater, durch Jesus Christus, Deinen lieben Sohn, daß Du mich diese Nacht vor allem Schaden und Gefahr behütet hast, und bitte Dich, Du wollest mich diesen Tag auch behüten vor Sünden und allem Übel, daß Dir all mein Tun und Leben gefalle. Denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in Deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde.

Als dann mit Freuden an Dein Werk gegangen und etwa ein Lied gesungen oder was Dir Deine Andacht eingibt.

Kollekte für Jubilate.

Du Gott,
himmlischer Vater,
Deine Schöpfung singt Dir ihr Loblied –
die Vögel des Himmels,
die Tiere auf den Feldern und in den Wäldern.
Bäume, Sträucher und Blumen –
sie werfen Dir ihre Blütenpracht entgegen.
Dein Geist wecke unsere Sinne und unsere Seele,
damit wir dich loben und preisen.
Deinem Sohn, Jesus Christus,
auferstanden von den Toten,
gehört unsere Zukunft.
Amen.

Tagesgebet zu Jubilate.

Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur; das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden.

1.Korinther 5,17

Lied aus dem lutherischen Kirchengesangbuch

All Ehr und Lob soll Gottes sein, er ist und heißt der Höchst allein, sein Zorn auf Erden hat ein End, sein Fried und Gnad sich zu uns wend, den Menschen das gefalle wohl, dafür man herzlich danken soll.

“Ach, lieber Gott, Dich loben wir, und preisen Dich mit ganzer Bgier, auch kniend wir anbeten Dich; Dein Ehr wir rühmen stetiglich. Wir danken Dir zu aller Zeit um Deine große Herrlichkeit.

Herr Gott im Himmel Kön´g Du bist, ein Vater, der allmächtig ist. Du Gottes Sohn, vom Vater bist einig geborn, Herr Jesu Christ. Herr Gott, Du zartes Gotteslamm, ein Sohn aus Gott des Vaters Stamm.

Der Du der Welt Sünd trägst allein, wollst uns gnädig barmherzig sein. Der Du der Welt Sünd trägst allein, laß Dir unser Bitt gefällig sein. Der Du gleich sizt dem Vater Dein, wollst uns gnädig, barmherzig sein.

Du bist und bleibst heilig allein, über alles der Herr allein. Der Allerhöchst allein Du bist, Du lieber Heiland Jesu Christ, samt dem Vater und Heilgen Geist in göttlicher Majestät gleich.”

Amen, das ist gewißlich wahr, das bekennt aller Engel Schar, und alle Welt, so weit und breit, Dich lobt und ehret allezeit. Dich rühmt die ganze Christenheit von Anfang bis in Ewigkeit.

Babstsches Gesangbuch Wittenberg 1545 (LKG 313)

Fortlaufende Lese

Und nach diesem will ich meinen Geist ausgießen über alles Fleisch, und eure Söhne und Töchter sollen weissagen, eure Alten sollen Träume haben, und eure Jünglinge sollen Gesichte sehen.  Auch will ich zur selben Zeit über Knechte und Mägde meinen Geist ausgießen.  Und ich will Wunderzeichen geben am Himmel und auf Erden: Blut, Feuer und Rauchsäulen.  Die Sonne soll in Finsternis und der Mond in Blut verwandelt werden, ehe denn der große und schreckliche Tag des HERRN kommt.  Und es soll geschehen: Wer des HERRN Namen anrufen wird, der soll errettet werden. Denn auf dem Berge Zion und zu Jerusalem wird Errettung sein, wie der HERR verheißen hat, und bei den Entronnenen, die der HERR berufen wird. 

Joel 3,1-5

Morgenlese

Aber durch Gottes Gnade bin ich, was ich bin. Und seine Gnade an mir ist nicht vergeblich gewesen, sondern ich habe viel mehr gearbeitet als sie alle; nicht aber ich, sondern Gottes Gnade, die mit mir ist. Ob nun ich oder jene: So predigen wir, und so habt ihr geglaubt.

Wenn aber Christus gepredigt wird, dass er von den Toten auferweckt ist, wie sagen dann einige unter euch: Es gibt keine Auferstehung der Toten? Gibt es keine Auferstehung der Toten, so ist auch Christus nicht auferweckt worden. Ist aber Christus nicht auferweckt worden, so ist unsre Predigt vergeblich, so ist auch euer Glaube vergeblich. Wir würden dann auch als falsche Zeugen Gottes befunden, weil wir gegen Gott bezeugt hätten, er habe Christus auferweckt, den er nicht auferweckt hätte, wenn doch die Toten nicht auferstehen. Denn wenn die Toten nicht auferstehen, so ist Christus auch nicht auferstanden. Ist Christus aber nicht auferstanden, so ist euer Glaube nichtig, so seid ihr noch in euren Sünden; dann sind auch die, die in Christus entschlafen sind, verloren. Hoffen wir allein in diesem Leben auf Christus, so sind wir die elendesten unter allen Menschen

Nun aber ist Christus auferweckt von den Toten als Erstling unter denen, die entschlafen sind. Denn da durch einen Menschen der Tod gekommen ist, so kommt auch durch einen Menschen die Auferstehung der Toten. Denn wie in Adam alle sterben, so werden in Christus alle lebendig gemacht werden. Ein jeder aber in der für ihn bestimmten Ordnung: als Erstling Christus; danach die Christus angehören, wenn er kommen wird; danach das Ende, wenn er das Reich Gott, dem Vater, übergeben wird, nachdem er vernichtet hat alle Herrschaft und alle Macht und Gewalt. Denn er muss herrschen, bis Gott »alle Feinde unter seine Füße gelegt hat« Der letzte Feind, der vernichtet wird, ist der Tod. Denn »alles hat er unter seine Füße getan« Wenn es aber heißt, alles sei ihm unterworfen, so ist offenbar, dass der ausgenommen ist, der ihm alles unterworfen hat. Wenn aber alles ihm untertan sein wird, dann wird auch der Sohn selbst untertan sein dem, der ihm alles unterworfen hat, auf dass Gott sei alles in allem. 

1. Korinther 15,10-28

Abendlese

Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde. 2 Und die Erde war wüst und leer, und Finsternis lag auf der Tiefe; und der Geist Gottes schwebte über dem Wasser. 3 Und Gott sprach: Es werde Licht! Und es ward Licht. 4 Und Gott sah, dass das Licht gut war. Da schied Gott das Licht von der Finsternis 5 und nannte das Licht Tag und die Finsternis Nacht. Da ward aus Abend und Morgen der erste Tag. 6 Und Gott sprach: Es werde eine Feste zwischen den Wassern, die da scheide zwischen den Wassern. 7 Da machte Gott die Feste und schied das Wasser unter der Feste von dem Wasser über der Feste. Und es geschah so. 8 Und Gott nannte die Feste Himmel. Da ward aus Abend und Morgen der zweite Tag. 9 Und Gott sprach: Es sammle sich das Wasser unter dem Himmel an einem Ort, dass man das Trockene sehe. Und es geschah so. 10 Und Gott nannte das Trockene Erde, und die Sammlung der Wasser nannte er Meer. Und Gott sah, dass es gut war. 11 Und Gott sprach: Es lasse die Erde aufgehen Gras und Kraut, das Samen bringe, und fruchtbare Bäume, die ein jeder nach seiner Art Früchte tragen, in denen ihr Same ist auf der Erde. Und es geschah so. 12 Und die Erde ließ aufgehen Gras und Kraut, das Samen bringt, ein jedes nach seiner Art, und Bäume, die da Früchte tragen, in denen ihr Same ist, ein jeder nach seiner Art. Und Gott sah, dass es gut war. 13 Da ward aus Abend und Morgen der dritte Tag. 14 Und Gott sprach: Es werden Lichter an der Feste des Himmels, die da scheiden Tag und Nacht. Sie seien Zeichen für Zeiten, Tage und Jahre 15 und seien Lichter an der Feste des Himmels, dass sie scheinen auf die Erde. Und es geschah so. 16 Und Gott machte zwei große Lichter: ein großes Licht, das den Tag regiere, und ein kleines Licht, das die Nacht regiere, dazu auch die Sterne. 17 Und Gott setzte sie an die Feste des Himmels, dass sie schienen auf die Erde 18 und den Tag und die Nacht regierten und schieden Licht und Finsternis. Und Gott sah, dass es gut war. 19 Da ward aus Abend und Morgen der vierte Tag. 20 Und Gott sprach: Es wimmle das Wasser von lebendigem Getier, und Vögel sollen fliegen auf Erden unter der Feste des Himmels. 21 Und Gott schuf große Seeungeheuer und alles Getier, das da lebt und webt, davon das Wasser wimmelt, ein jedes nach seiner Art, und alle gefiederten Vögel, einen jeden nach seiner Art. Und Gott sah, dass es gut war. 22 Und Gott segnete sie und sprach: Seid fruchtbar und mehret euch und erfüllet das Wasser im Meer, und die Vögel sollen sich mehren auf Erden. 23 Da ward aus Abend und Morgen der fünfte Tag. 24 Und Gott sprach: Die Erde bringe hervor lebendiges Getier, ein jedes nach seiner Art: Vieh, Gewürm und Tiere des Feldes, ein jedes nach seiner Art. Und es geschah so. 25 Und Gott machte die Tiere des Feldes, ein jedes nach seiner Art, und das Vieh nach seiner Art und alles Gewürm des Erdbodens nach seiner Art. Und Gott sah, dass es gut war. 26 Und Gott sprach: Lasset uns Menschen machen, ein Bild, das uns gleich sei, die da herrschen über die Fische im Meer und über die Vögel unter dem Himmel und über das Vieh und über die ganze Erde und über alles Gewürm, das auf Erden kriecht. 27 Und Gott schuf den Menschen zu seinem Bilde, zum Bilde Gottes schuf er ihn; und schuf sie als Mann und Frau[1]. 28 Und Gott segnete sie und sprach zu ihnen: Seid fruchtbar und mehret euch und füllet die Erde und machet sie euch untertan und herrschet über die Fische im Meer und über die Vögel unter dem Himmel und über alles Getier, das auf Erden kriecht. 29 Und Gott sprach: Sehet da, ich habe euch gegeben alle Pflanzen, die Samen bringen, auf der ganzen Erde, und alle Bäume mit Früchten, die Samen bringen, zu eurer Speise. 30 Aber allen Tieren auf Erden und allen Vögeln unter dem Himmel und allem Gewürm, das auf Erden lebt, habe ich alles grüne Kraut zur Nahrung gegeben. Und es geschah so. 31 Und Gott sah an alles, was er gemacht hatte, und siehe, es war sehr gut. Da ward aus Abend und Morgen der sechste Tag. 

So wurden vollendet Himmel und Erde mit ihrem ganzen Heer. 2 Und so vollendete Gott am siebenten Tage seine Werke, die er machte, und ruhte am siebenten Tage von allen seinen Werken, die er gemacht hatte. 3 Und Gott segnete den siebenten Tag und heiligte ihn, weil er an ihm ruhte von allen seinen Werken, die Gott geschaffen und gemacht hatte.

Genesis (1. Mose) 1,1-2,3

Bekenntnislese

Wir haben genug gemahnt und gewarnt; wer es nicht wahrhaben und glauben will, der lasse es bleiben, bis ers erfahre. Doch muss man dieses der Jugend einprägen, dass sie sich in acht nehmen und nicht dem gottlosen Haufen nachlaufen, sondern Gottes Gebot vor Augen haben, damit nicht Gottes Zorn und Strafe auch über sie komme. Unsere Aufgabe ist keine andere als Gottes Wort zu sagen und mit Gottes Wort zu strafen. Aber dass man solcher öffentlichen Willkür steuere, das ist die Aufgabe der Fürsten und des Staates. Die haben selber Augen und müssten den Mut haben, in den Dingen des Handelns, des Kaufens und Verkaufens Ordnung durchzusetzen und zu halten, damit die Armen nicht beschwert und unterdrückt werden und sie nicht noch die Last fremder Sünden zu tragen hätten.

Das sei genug über das, was Stehlen heißt. Man darf es nicht so eng fassen, sondern muss es auf alles beziehen, soweit es den Nächsten betrifft. Um es kurz zusammenzufassen, wie es bei den vorhergehenden Geboten geschehen ist: Es ist erstens verboten, dem Nächsten Schaden und Unrecht zu tun (auf welche Weise es auch immer geschehen mag, dass man Hab und Gut des Nächsten mindert, dass man ihm etwas vorenthält oder fortnimmt), auch nicht darin einwilligt und es gestattet, sondern dem wehrt und es verhütet.

Zum andern ist geboten, des Nächsten Gut zu fördern und gedeihen zu lassen und, wo er Not leidet, zu helfen, zu teilen und – ob Freund oder Feind – das Nötige vorzustrecken. Wer nun gute Taten tun möchte, wird hier übergenug finden, die Gott von Herzen angenehm sind und ihm gefallen und die er außerdem noch mit reichem Segen begnadet und überschüttet. Es soll reichlich vergolten werden, was wir unserm Nächsten Gutes tun, wie auch der König Salomo lehrt: „Wer sich des Armen erbarmt, der leiht dem Herrn, der wird ihm vergelten, was er Gutes getan hat“ (Spr. Sal. 19,17).

Da hast du einen reichen Herrn, der dir gewiss genug geben und es dir an nichts
fehlen lassen wird. So kannst du mit fröhlichem Gewissen hundertmal mehr genießen, als wenn du durch Untreue und Unrecht das Deine zusammenscharrst. Wer nun diesen Segen nicht mag, der wird Zorn und Unglück genug finden.

Das 8. Gebot: Du sollst nicht falsch Zeugnis reden wider deinen Nächsten.

Außer unserm Leib, dem ehelichen Gemahl und dem zeitlichen Gut haben wir noch einen Schatz, nämlich die Ehre und den guten Ruf, die wir auch nicht entbehren können. Denn es ist wichtig, bei den Menschen nicht in öffentlicher Schande zu stehen und nicht von jedermann verachtet zu werden. Darum will Gott, dass dem Nächsten der gute Ruf, die Ehre und das gute Ansehen ebensowenig genommen und gemindert werden wie Geld und Gut, damit jeder von seiner Frau, seinen Kindern, seinen Angestellten und seinen Nachbarn als ehrenhaft dastehe. Und das ist die erste und eigentliche Bedeutung dieses Gebots, dass es sich, so wie die Worte lauten (“Du sollst nicht falsch Zeugnis reden“), auf das Verhalten vor Gericht bezieht, wo man etwa einen armen unschuldigen Mann verklagt und durch falsche Zeugen belastet, damit er an Leib, Gut oder Ehre gestraft werde.

Das scheint uns nun wenig anzugehen, aber bei den Juden kam dies sehr häufig vor, denn das jüdische Volk hatte eine gute Verfassung und Ordnung, und wo solch eine gute Verfassung und Ordnung ist, da geht es ohne diese Sünde nicht ab. Die Ursache ist folgende (denn wo es Richter, Bürgermeister, Fürsten oder andere obrigkeitliche Personen gibt, da kann es nicht anders sein, als dass es nach dem Lauf der Welt zugeht): Man will niemand gern beleidigen, man heuchelt und redet nach Gunst, man verspricht sich dadurch späteren Vorteil und nimmt Rücksicht auf Freundschaft und Geld. Der arme Mann aber wird mit seiner Sache unterdrückt, er muss Unrecht haben und Strafe leiden. Und das ist ein allgemeines Übel in der Welt, dass im Gericht selten fromme und rechtschaffene Leute sitzen.

Denn um Richter zu sein, muss jemand vor allen Dingen ein rechtschaffener Mann sein, und nicht allein ein rechtschaffener Mann, sondern auch ein weiser und gescheiter, ja auch ein kühner und mutiger Mann. Ebenso muss auch ein Zeuge ein mutiger, dazu vor allem auch ein rechtschaffener und frommer Mann sein. Denn wer alle Sachen gerecht entscheiden und mit dem Urteil einmal durchgreifen will, wird oftmals gute Freunde, Verwandte und Nachbarn, auch reiche und einflussreiche Menschen erzürnen, die ihm sehr von Nutzen sein oder ihm auch schaden können. Darum muss er sich blind stellen, Augen und Ohren schließen, nichts anderes sehen und hören als allein die Sache selbst, um die es geht, und dann sein Urteil fällen.

Darauf nun bezieht sich dieses Gebot zuerst, dass ein jeder seinem Nächsten zu seinem Recht helfe und nicht zulasse, dass es gebeugt und ihm vorenthalten werde. Sondern man soll das Recht fordern und über dem Recht wachen, gleichviel, ob man Richter oder Zeuge ist und um welche Sache es auch immer gehen mag.

Und insbesondere ist dies unsern Herren Juristen gesagt, sie sollen zusehen, dass sie recht und aufrichtig mit den Rechtssachen umgehen und, was Recht ist, auch Recht bleiben lassen und umgekehrt auch nichts verdrehen und bemänteln oder verschweigen und alles tun ohne Rücksicht auf Geld und Gut, Ansehen und Einfluss. Dies ist das Eine, wovon dieses Gebot handelt, und der eigentliche Sinn, der sich auf alles bezieht, was vor Gericht geschieht.

Dann aber, zweitens, reicht sein Sinn noch viel weiter, wenn man es auf das „geistliche“ Gericht oder Regiment bezieht. Da geht es doch so zu, dass ein jeder gegen seinen Nächsten eine falsche Zeugenaussage macht. Denn wo es fromme Prediger und Christen gibt, gelten sie vor der Welt als Ketzer und Abtrünnige, ja als Revolutionäre und gefährliche Bösewichte. Außerdem muss sich Gottes Wort aufs Schändlichste und Giftigste verfolgen, lästern und als Lügner bezeichnen lassen. Man verdreht es und führt es falsch an und legt es falsch aus. Aber daran kann man nichts ändern; denn es ist der blinden Welt Art, dass sie die Wahrheit und die Kinder Gottes verurteilt und verfolgt
und es doch für keine Sünde hält.

Drittens – und das betrifft uns alle – ist in diesem Gebot alle Zungensünde verboten, durch die man dem Nächsten Schaden antut oder ihn kränkt. Denn „falsches Zeugnis reden“ geschieht ja mit dem Mund und mit der Zunge. Was man nun mit seinem Mundwerk dem Nächsten zum Schaden redet, das will Gott verhindert haben. Es seien falsche Prediger mit ihrer Lehre und ihrem Lästern, falsche Richter und Zeugen mit ihrem Urteilen oder sonst außerhalb des Gerichtes alles Lügen und jedes böse Gerede. Hierher gehört insbesondere das leidige, schändliche Laster der bösen Nachrede und des Verleumdens, mit dem uns der Teufel plagt und von dem viel zu reden wäre. Denn es ist ein allgemeines schändliches Übel, dass jedermann lieber Böses als Gutes über den Nächsten reden hört. Und obgleich wir selber böse sind und es nicht leiden können, wenn uns jemand etwas Böses nachsagt, sondern jeder gerne möchte, dass alle Welt das Beste von ihm redet, so können wir es doch nicht hören, wenn man das Beste von andern sagt.

Dr. Martin Luther: Großer Katechismus (7. und 8. Gebot)

+ Der Herr sei mit Euch +

Der Herr segne und behüte Dich.
Der Herr lasse Sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig.
Der Herr erhebe Sein Angesicht auf Dich und schenke Dir Seinen Frieden.

4. Mose 6,24-26

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Damals sangen Mose und die Israeliten dies Lied dem HERRN (Exodus 15)

Spencer Kunstmuseum (Lawrence, KS)

Damals sangen Mose und die Israeliten dies Lied dem HERRN und sprachen: Ich will dem HERRN singen, denn er ist hoch erhaben; Ross und Reiter hat er ins Meer gestürzt. Der HERR ist meine Stärke und mein Lobgesang und ist mein Heil. Das ist mein Gott, ich will ihn preisen, er ist meines Vaters Gott, ich will ihn erheben. Der HERR ist der rechte Kriegsmann, HERR ist sein Name. Des Pharao Wagen und seine Macht warf er ins Meer, seine auserwählten Streiter versanken im Schilfmeer. Fluten haben sie bedeckt, sie sanken in die Tiefe wie Steine. HERR, deine rechte Hand, herrlich an Kraft, deine rechte Hand, HERR, zerschlägt den Feind. Und mit deiner großen Herrlichkeit hast du deine Widersacher gestürzt; denn als du deinen Grimm ausließest, verzehrte er sie wie Stoppeln. Durch dein Schnauben türmten die Wasser sich auf, die Fluten standen wie ein Wall; die Tiefen erstarrten mitten im Meer. Der Feind gedachte: Ich will nachjagen und ergreifen und den Raub austeilen und meinen Mut an ihnen kühlen. Ich will mein Schwert ziehen, und meine Hand soll sie verderben. Da ließest du deinen Wind blasen, und das Meer bedeckte sie, und sie sanken unter wie Blei im mächtigen Wasser. HERR, wer ist dir gleich unter den Göttern? Wer ist dir gleich, der so herrlich und heilig ist, schrecklich, löblich und wundertätig? Als du deine rechte Hand ausrecktest, verschlang sie die Erde. Du hast geleitet durch deine Barmherzigkeit dein Volk, das du erlöst hast, und hast sie geführt durch deine Stärke zu deiner heiligen Wohnung. Als das die Völker hörten, erbebten sie; Angst kam die Philister an. Da erschraken die Fürsten Edoms, Zittern kam die Gewaltigen Moabs an, alle Bewohner Kanaans wurden feig. Es fiel auf sie Erschrecken und Furcht; vor deinem mächtigen Arm erstarrten sie wie die Steine, bis dein Volk, HERR, hindurchzog, bis das Volk hindurchzog, das du erworben hast. Du brachtest sie hinein und pflanztest sie ein auf dem Berge deines Erbteils, den du, HERR, dir zur Wohnung gemacht hast, zu deinem Heiligtum, Herr, das deine Hand bereitet hat. Der HERR wird König sein immer und ewig. Denn der Pharao zog hinein ins Meer mit Rossen und Wagen und Reitern. Und der HERR ließ das Meer wieder über sie kommen. Aber die Israeliten gingen trocken mitten durchs Meer. 

2. Mose 15,1-19 (Exodus) verdeutscht von Dr. Martin Luther (Revision 2017)

Des Morgens, wenn Du aufstehst, kannst Du Dich segnen mit dem Zeichen des heiligen Kreuzes und sagen: 

Das walte Gott Vater + Sohn und Heiliger Geist! Amen

Apostolische Glaubensbekenntnis 

Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde. 

Und an Jesum Christum, seinen einigen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist von dem Heiligen Geist, geboren aus Maria der Jungfrau, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, niedergefahren zur Hölle, am dritten Tage wieder auferstanden von den Toten, aufgefahren gen Himmel; sitzend zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters; von dannen er kommen wird zu richten die Lebendigen und die Toten. 

Ich glaube an den Heiligen Geist, eine heilige christliche Kirche, die Gemeinde der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. Amen.

Vaterunser 

Vater unser im Himmel
Geheiligt werde Dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Willst du, so kannst du dies Gebet dazu sprechen (Luthers Morgensegen)

Ich danke Dir, mein himmlischer Vater, durch Jesus Christus, Deinen lieben Sohn, daß Du mich diese Nacht vor allem Schaden und Gefahr behütet hast, und bitte Dich, Du wollest mich diesen Tag auch behüten vor Sünden und allem Übel, daß Dir all mein Tun und Leben gefalle. Denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in Deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde.

Als dann mit Freuden an Dein Werk gegangen und etwa ein Lied gesungen oder was Dir Deine Andacht eingibt.

Kollekte für Jubilate.

Du Gott,
himmlischer Vater,
Deine Schöpfung singt Dir ihr Loblied –
die Vögel des Himmels,
die Tiere auf den Feldern und in den Wäldern.
Bäume, Sträucher und Blumen –
sie werfen Dir ihre Blütenpracht entgegen.
Dein Geist wecke unsere Sinne und unsere Seele,
damit wir dich loben und preisen.
Deinem Sohn, Jesus Christus,
auferstanden von den Toten,
gehört unsere Zukunft.
Amen.

Tagesgebet zu Jubilate.

Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur; das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden.

1.Korinther 5,17

Lied aus dem lutherischen Kirchengesangbuch

Nun freut euch, lieben Christen g’mein, und lasst uns fröhlich springen, dass wir getrost und all in ein
mit Lust und Liebe singen, was Gott an uns gewendet hat und seine süße Wundertat; gar teu’r hat er’s erworben.

Dem Teufel ich gefangen lag, im Tod war ich verloren, mein Sünd mich quälte Nacht und Tag, darin ich war geboren. Ich fiel auch immer tiefer drein, es war kein Guts am Leben mein, die Sünd hatt’ mich besessen.

Mein guten Werk, die galten nicht, es war mit ihn’ verdorben; der frei Will hasste Gotts Gericht, er war zum Gutn erstorben; die Angst mich zu verzweifeln trieb, dass nichts denn Sterben bei mir blieb, zur Höllen musst ich sinken.

Da jammert Gott in Ewigkeit mein Elend übermaßen; er dacht an sein Barmherzigkeit, er wollt mir helfen lassen; er wandt zu mir das Vaterherz, es war bei ihm fürwahr kein Scherz, er ließ’s sein Bestes kosten.

Er sprach zu seinem lieben Sohn: »Die Zeit ist hier zu erbarmen; fahr hin, meins Herzens werte Kron, und sei das Heil dem Armen und hilf ihm aus der Sünden Not, erwürg für ihn den bittern Tod und lass ihn mit dir leben.«

Der Sohn dem Vater g’horsam ward, er kam zu mir auf Erden von einer Jungfrau rein und zart; er sollt, mein Bruder werden. Gar heimlich führt er sein Gewalt, er ging in meiner armen G’stalt, den Teufel wollt er fangen.

Er sprach zu mir: »Halt dich an mich, es soll dir jetzt gelingen; ich geb mich selber ganz für dich, da will ich für dich ringen; denn ich bin dein und du bist mein, und wo ich bleib, da sollst du sein, uns soll der Feind nicht scheiden.

Vergießen wird er mir mein Blut, dazu mein Leben rauben; das leid ich alles dir zugut, das halt mit festem Glauben. Den Tod verschlingt das Leben mein, mein Unschuld trägt die Sünde dein, da bist du selig worden.

Gen Himmel zu dem Vater mein fahr ich von diesem Leben; da will ich sein der Meister dein, den Geist will ich dir geben, der dich in Trübnis trösten soll und lehren mich erkennen wohl und in der Wahrheit leiten.

Was ich getan hab und gelehrt, das sollst du tun und lehren, damit das Reich Gotts werd gemehrt zu Lob und seinen Ehren; und hüt dich vor der Menschen Satz, davon verdirbt der edle Schatz: Das lass ich dir zur Letze.«

Dr Martin Luther (1523) in LKG 226

Fortlaufende Lese

Da eiferte der HERR um sein Land und verschonte sein Volk. Und der HERR antwortete und sprach zu seinem Volk: Siehe, ich will euch Getreide, Wein und Öl die Fülle schicken, dass ihr genug daran haben sollt, und will euch nicht mehr unter den Völkern zuschanden werden lassen.  20 Und ich will den Feind aus Norden von euch wegtreiben und ihn in ein dürres und wüstes Land verstoßen, seine Spitze in das östliche Meer und sein Ende in das westliche Meer; er soll verfaulen und stinken, denn er hat Großes getan.  Fürchte dich nicht, liebes Land, sondern sei fröhlich und getrost; denn der HERR hat Großes getan.  Fürchtet euch nicht, ihr Tiere auf dem Felde; denn die Auen in der Steppe grünen, und die Bäume bringen ihre Früchte, und die Feigenbäume und Weinstöcke tragen reichlich. Und ihr, Kinder Zions, freut euch und seid fröhlich im HERRN, eurem Gott, der euch den Lehrer zur Gerechtigkeit gibt und euch herabsendet Regen, Frühregen und Spätregen wie zuvor,  dass die Tennen voll Korn werden und die Keltern Überfluss an Wein und Öl haben.  Und ich will euch die Jahre erstatten, deren Ertrag die Heuschrecken, Larven, Geschmeiß und Raupen gefressen haben, mein großes Heer, das ich unter euch schickte. Ihr sollt genug zu essen haben und den Namen des HERRN, eures Gottes, preisen, der Wunder unter euch getan hat, und mein Volk soll nicht mehr zuschanden werden. Und ihr sollt’s erfahren, dass ich mitten unter Israel bin und dass ich, der HERR, euer Gott bin, und sonst keiner mehr, und mein Volk soll nicht mehr zuschanden werden. 

Joel 2,18-27

Morgenlese

Er ist das Ebenbild des unsichtbaren Gottes, der Erstgeborene vor aller Schöpfung. 16 Denn in ihm wurde alles geschaffen, was im Himmel und auf Erden ist, das Sichtbare und das Unsichtbare, es seien Throne oder Herrschaften oder Mächte oder Gewalten; es ist alles durch ihn und zu ihm geschaffen. 17 Und er ist vor allem, und es besteht alles in ihm. 18 Und er ist das Haupt des Leibes, nämlich der Gemeinde. Er ist der Anfang, der Erstgeborene von den Toten, auf dass er in allem der Erste sei. 19 Denn es hat Gott gefallen, alle Fülle in ihm wohnen zu lassen 20 und durch ihn alles zu versöhnen zu ihm hin, es sei auf Erden oder im Himmel, indem er Frieden machte durch sein Blut am Kreuz. 21 Auch euch, die ihr einst Fremde wart und feindlich gesinnt in bösen Werken, 22 hat er nun versöhnt durch seinen sterblichen Leib, durch seinen Tod, auf dass er euch heilig und makellos und untadelig vor sein Angesicht stelle; 23 wenn ihr nur bleibt im Glauben, gegründet und fest, und nicht weicht von der Hoffnung des Evangeliums, das ihr gehört habt und das gepredigt ist allen Geschöpfen unter dem Himmel. Sein Diener bin ich, Paulus, geworden.

Kolosser 1,15-23

Abendlese

Paulus aber stand mitten auf dem Areopag und sprach: Ihr Männer von Athen, ich sehe, dass ihr die Götter in allen Stücken sehr verehrt. 23 Denn ich bin umhergegangen und habe eure Heiligtümer angesehen und fand einen Altar, auf dem stand geschrieben: Dem unbekannten Gott. Nun verkündige ich euch, was ihr unwissend verehrt. 24 Gott, der die Welt gemacht hat und alles, was darinnen ist, er, der Herr des Himmels und der Erde, wohnt nicht in Tempeln, die mit Händen gemacht sind. 25 Auch lässt er sich nicht von Menschenhänden dienen wie einer, der etwas nötig hätte, da er doch selber jedermann Leben und Odem und alles gibt. 26 Und er hat aus einem Menschen das ganze Menschengeschlecht gemacht, damit sie auf dem ganzen Erdboden wohnen, und er hat festgesetzt, wie lange sie bestehen und in welchen Grenzen sie wohnen sollen, 27 dass sie Gott suchen sollen, ob sie ihn wohl fühlen und finden könnten; und fürwahr, er ist nicht ferne von einem jeden unter uns. 28 Denn in ihm leben, weben und sind wir; wie auch einige Dichter bei euch gesagt haben: Wir sind seines Geschlechts. 29 Da wir nun göttlichen Geschlechts sind, sollen wir nicht meinen, die Gottheit sei gleich den goldenen, silbernen und steinernen Bildern, durch menschliche Kunst und Gedanken gemacht. 30 Zwar hat Gott über die Zeit der Unwissenheit hinweggesehen; nun aber gebietet er den Menschen, dass alle an allen Enden Buße tun. 31 Denn er hat einen Tag festgesetzt, an dem er richten will den Erdkreis mit Gerechtigkeit durch einen Mann, den er dazu bestimmt hat und den er vor allen Menschen bestätigt hat, indem er ihn von den Toten auferweckt hat. 32 Als sie von der Auferstehung der Toten hörten, begannen die einen zu spotten; die andern aber sprachen: Wir wollen dich darüber ein andermal weiterhören. 33 So ging Paulus weg aus ihrer Mitte.

Apostelgeschichte 17,22-33

Bekenntnislese

Weil sich nun dieses Gebot, wie eben erläutert, auf so viele Dinge bezieht, ist es nötig, es den Menschen gründlich vorzuhalten und zu erklären, damit man sie nicht so frei und sicher dahinleben lässt; man muss ihnen immer wieder Gottes Zorn vor Augen stellen und einprägen. Dieses müssen wir vor allem den Spitzbuben und Gaunern predigen, denen eigentlich die Richter, Gefängniswärter und Henker predigen müssten. Denn den Christen braucht das nicht gesagt zu werden.

Darum soll jedermann wissen, dass er es bei Gottes Ungnade schuldig ist, seinem Nächsten keinen Schaden zuzufügen noch ihn um seinen Vorteil zu bringen oder beim Kauf oder irgendeinem Handel Untreue oder Hinterlist zu beweisen; er ist es darüber hinaus auch schuldig, Hab und Gut des Nächsten treu zu bewahren und dessen Nutzen zu fördern und zu mehren, insbesondere dann, wenn er Geld, Lohn oder Nahrung dafür nimmt. Wer nun dieses mutwillig verachtet, mag wohl hingehen und dem Henker entlaufen; er wird aber Gottes Zorn und Strafe nicht entgehen und, wenn er auch eine Zeitlang seinen Mutwillen treibt, schließlich doch ein Landstreicher und Bettler werden und noch dazu von allerlei Unglück geplagt werden.

Jetzt lebst du deine Tage dahin und – statt Hab und Gut deines Vorgesetzten zu bewahren – stopfst du dir deinen Magen und Bauch voll und erhältst deinen Lohn wie ein Dieb und lässt dich dazu noch wie ein großer Herr feiern. Es sind ihrer viele, die den Willen ihrer Vorgesetzten missachten und sich höchst ungern dazu bereit finden, einen Schaden zu verhüten.

Sieh aber zu, welchen Nutzen du davon hast. Es könnte sein, dass, wenn du selber dir Eigentum erwirbst und in deinem Hause sitzt, Gott allerlei Unglück über dich kommen und es dich vergelten lässt; wo du etwas gestohlen oder jemand Schaden zugefügt hast, dass du es 30-fältig bezahlen musst.

Ebenso mag es Handwerkern und Tagelöhnern gehen, von welchen man jetzt auch unleidliche Dinge hört und ertragen muss. Sie tun so, als wären sie die großen Herren und könnten über alles verfügen und jedermann müsste ihnen geben, soviel sie wollten.

Man lasse sie nur weiter die Leute schinden, solange sie können; aber Gott wird sein Gebot nicht vergessen und wird es ihnen lohnen, so wie sie es verdient haben. Sie werden schließlich am dürren Galgen hängen, nicht einmal am grünen Holze, sodass es mit ihrem Leben aus ist und sie nichts Gutes mehr zu erwarten haben. Wenn wir einen Staat hätten, in dem Ordnung herrschte, dann könnte man solcher Willkür bald Herr werden, so wie es bei den Römern gewesen ist; dort packte man den Betreffenden gleich beim Schopfe, damit auch die andern sich dadurch warnen ließen.

So sollte es auch allen andern ergehen, die aus dem freien Markt nichts als eine Abdeckerei und eine Räuberhöhle machen. Täglich übervorteilt man die Armen, beschwert sie und verteuert alles, und jeder handelt auf dem Markt nach seiner Willkür. Und darauf besteht man auch noch, so als könne man mit Fug und Recht das Seine so teuer verkaufen, wie es einem gefällt, und niemand solle etwas dareinreden.

Wir wollen ihnen wohl zuschauen (und sie gewähren lassen), wie sie andere schinden und quälen und mit allem geizen, aber wir vertrauen Gott. Wenn du dich lang genug geschunden und mühsam alles zusammengescharrt hast, dann wird er einen Segen darüber sprechen, sodass dir dein Kom auf dem Boden, dein Bier im Keller und dein Vieh im Stall verdirbt. Er wirds gewiss tun. Ja wo du jemand um ein Goldstück betrügst und übervorteilst, da soll dir dein ganzes Geld verrotten und verderben, sodass du dessen niemals mehr froh wirst.

Wir sehen und erfahren es und haben es auch täglich vor Augen, dass gestohlenes und unrecht gewonnenes Gut nicht gedeiht. Wie viele gibt es doch, die Tag und Nacht zusammenscharren und -kratzen, aber doch um keinen Pfennig reicher werden. Und wenn sie auch viel sammeln, doch soviel Plage und Unglück haben, dass sie es weder mit Freude genießen noch auf ihre Kinder vererben können. Aber weil sich niemand daran kehrt und man dahinlebt, als ginge es uns nichts an, muss Gott uns auf andere Weise heimsuchen und Mores lehren. Ein Unglück über das andere lässt er über das Land kommen, oder er schickt uns plündernde Horden ins Haus, die uns in kürzester Frist Schränke und Vorratskammern ausräumen und die nicht eher aufhören, bis wir die letzte Mark herausgegeben haben. Und zum Dank werden sie uns noch Haus und Hof verbrennen und zerstören, Frau und Kinder schänden und umbringen.

Kurz, wenn du viel stiehlst, so sei gewiss, dass dir selber noch viel mehr gestohlen wird. Wer mit Gewalt raubt und zu Unrecht Gewinne macht, muss es sich gefallen lassen, dass ihm ein anderer ebenso mitspielt. Denn diese Kunst beherrscht Gott meisterhaft, dass, weil jedermann den andem beraubt und bestiehlt, er einen Dieb mit dem andern bestraft. Wäre es nicht so, wo sollte man sonst genügend Galgen und Stricke hernehmen?

Wer sich nun belehren lassen will, soll wissen, dass es Gottes Gebot ist. Er soll es für keinen Scherz halten. Denn wenn du uns verachtest, betrügst, bestiehlst und beraubst, so wollen wir uns noch darein finden und deinen Hochmut ertragen und erleiden, auch dir vergeben und mit dir Erbarmen haben, wie es das Vaterunser lehrt. Denn die Frommen werden doch immer genug zum Leben haben müssen. Du schadest dir selber mehr als irgendeinem andern.

Aber davor hüte dich, wenn die lieben Armen kommen, von denen es heutzutage viele gibt, die von der Hand in den Mund leben müssen, dass du sie nicht anfährst, so als müsste jedermann von deiner Gnade leben, und sie bis auf die Knochen schindest und sie mit Stolz und übermut abweist, obgleich du ihnen doch geben und schenken solltest. Sie werden dann elend und betrübt fortgehen und werden, weil niemand Anklage erhebt, gen Himmel rufen und schreien. Davor hüte dich, sage ich nochmals, wie vor dem Teufel selbst. Denn solch ein Seufzen und Rufen wird nicht vergeblich sein, sondern es wird eine Wirkung haben, die dir und aller Welt zu schwer werden wird. Denn es wird zu dem dringen, der sich der armen, betrübten Herzen annimmt und sie nicht ungerächt lassen will. Verachtest du dieses aber und trotzest du, dann sieh zu, mit wem du es zu tun bekommst. Wirst du unangefochten leben und wird es dir gut ergehen, dann sollst du Gott und mich vor aller Welt einen Lügner schelten.

Dr. Martin Luther (1529): Große Katechismus 7. Gebot (I,232-247)

Es segne und behüte Euch Gott, der allmächtige und barmherzige, der Vater, Sohn + Heiliger Geist  + Friede sei mit Euch + 

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Kantate: 4. Sonntag nach Ostern.

Wochenspruch

Singet dem Herrn ein neues Lied, denn er tut Wunder.

Psalm 98,1

Introitus

Singet dem HERRN ein neues Lied, denn er tut Wunder. Er schafft Heil mit seiner Rechten und mit seinem heiligen Arm. Der HERR lässt sein Heil verkündigen; vor den Völkern macht er seine Gerechtigkeit offenbar. Er gedenkt an seine Gnade und Treue für das Haus Israel, aller Welt Enden sehen das Heil unsres Gottes. Jauchzet dem HERRN, alle Welt, singet, rühmet und lobet! 

Lobet den HERRN mit Harfen, mit Harfen und mit Saitenspiel! Mit Trompeten und Posaunen jauchzet vor dem HERRN, dem König! Das Meer brause und was darinnen ist, der Erdkreis und die darauf wohnen. Die Ströme sollen in die Hände klatschen, und alle Berge seien fröhlich vor dem HERRN; denn er kommt, das Erdreich zu richten. Er wird den Erdkreis richten mit Gerechtigkeit und die Völker, wie es recht ist. 

Psalm 98

Alttestamentliche Lesung

Der Geist des HERRN aber wich von Saul, und ein böser Geist vom HERRN verstörte ihn. 15 Da sprachen die Knechte Sauls zu ihm: Siehe, ein böser Geist von Gott verstört dich. 16 Unser Herr befehle nun seinen Knechten, die vor ihm stehen, dass sie einen Mann suchen, der auf der Harfe gut spielen kann, damit, wenn der böse Geist Gottes über dich kommt, er mit seiner Hand darauf spiele, und es besser mit dir werde. 17 Da sprach Saul zu seinen Knechten: Seht nach einem Mann, der des Saitenspiels kundig ist, und bringt ihn zu mir. 18 Da antwortete einer der jungen Männer und sprach: Ich habe gesehen einen Sohn Isais, des Bethlehemiters, der ist des Saitenspiels kundig, ein tapferer Mann und tüchtig zum Kampf, verständig in seinen Reden und schön, und der HERR ist mit ihm. 19 Da sandte Saul Boten zu Isai und ließ ihm sagen: Sende deinen Sohn David zu mir, der bei den Schafen ist. 20 Da nahm Isai einen Esel und Brot und einen Schlauch Wein und ein Ziegenböcklein und sandte es Saul durch seinen Sohn David. 21 So kam David zu Saul und diente ihm. Und Saul gewann ihn sehr lieb, und er wurde sein Waffenträger. 22 Und Saul sandte zu Isai und ließ ihm sagen: Lass David mir dienen, denn er hat Gnade gefunden vor meinen Augen. 23 Wenn nun der Geist Gottes über Saul kam, nahm David die Harfe und spielte darauf mit seiner Hand. So erquickte sich Saul, und es ward besser mit ihm, und der böse Geist wich von ihm. 

1. Samuel 16,14-23

Versikel

Christus hat dem Tode die Macht genommen, Halleluja, und das Leben und ein unvergängliches Wesen ans Licht gebracht durch das Evangelium. Halleluja.

2. Timotheus 1,10

Epistel Lese

So zieht nun an als die Auserwählten Gottes, als die Heiligen und Geliebten, herzliches Erbarmen, Freundlichkeit, Demut, Sanftmut, Geduld; 13 und ertrage einer den andern und vergebt euch untereinander, wenn jemand Klage hat gegen den andern; wie der Herr euch vergeben hat, so vergebt auch ihr! 14 Über alles aber zieht an die Liebe, die da ist das Band der Vollkommenheit. 15 Und der Friede Christi, zu dem ihr berufen seid in einem Leibe, regiere in euren Herzen; und seid dankbar. 16 Lasst das Wort Christi reichlich unter euch wohnen: Lehrt und ermahnt einander in aller Weisheit; mit Psalmen, Lobgesängen und geistlichen Liedern singt Gott dankbar in euren Herzen. 17 Und alles, was ihr tut mit Worten oder mit Werken, das tut alles im Namen des Herrn Jesus und dankt Gott, dem Vater, durch ihn. 

Kolosser 3,12-17

Hallelujavers

Jauchzet Gott, alle Lande! Lobsinget zur Ehre seines Namens; rühmet ihn herrlich! Der Herr ist auferstanden. Er ist wahrhaftig auferstanden. Halleluja, Halleluja.

Psalm 66,1-2; Lukas 24,6a.34

Das heilige Evangelium

Und als er schon nahe am Abhang des Ölbergs war, fing die ganze Menge der Jünger an, mit Freuden Gott zu loben mit lauter Stimme über alle Taten, die sie gesehen hatten, 38 und sprachen: Gelobt sei, der da kommt, der König, in dem Namen des Herrn! Friede sei im Himmel und Ehre in der Höhe! 39 Und einige von den Pharisäern in der Menge sprachen zu ihm: Meister, weise doch deine Jünger zurecht! 40 Er antwortete und sprach: Ich sage euch: Wenn diese schweigen werden, so werden die Steine schreien. 

Lukas 19,37-40

Glaubensbekenntnis

Ich glaube an den einen Gott, den allmächtigen Vater, Schöpfer Himmels und der Erden, all des, das sichtbar und unsichtbar ist.

Und an den einen Herrn Jesus Christus, Gottes eingeborenen Sohn, der vom Vater geboren ist vor aller Zeit und Welt, Gott von Gott, Licht vom Licht, wahrhaftigen Gott vom wahrhaftigen Gott, geboren, nicht geschaffen, eines Wesens mit dem Vater, durch welchen alles geschaffen ist; welcher um uns Menschen und um unserer Seligkeit willen vom Himmel gekommen ist und leibhaft geworden durch den Heiligen Geist von der Jungfrau Maria und Mensch geworden; auch für uns gekreuzigt unter Pontius Pilatus, gelitten und begraben und am dritten Tage auferstanden nach der Schrift, und ist aufgefahren gen Himmel und sitzet zur Rechten des Vaters und wird wiederkommen mit Herrlichkeit, zu richten die Lebendigen und die Toten; dessen Reich kein Ende haben wird.

Und an den Herrn, den Heiligen Geist, der da lebendig macht, der von dem Vater und dem Sohn ausgeht, der mit dem Vater und dem Sohne zugleich angebetet und zugleich geehret wird, der durch die Propheten geredet hat.

Und die eine, heilige, christliche, apostolische Kirche. Ich bekenne die eine Taufe zur Vergebung der Sünden und warte auf die Auferstehung der Toten und das Leben der zukünftigen Welt.

Nizänisches Glaubensbekenntnis

Wochenlied

Nun freut euch, lieben Christen g’mein, und lasst uns fröhlich springen, dass wir getrost und all in ein mit Lust und Liebe singen, was Gott an uns gewendet hat und seine süße Wundertat; gar teur hat ers erworben.

Dem Teufel ich gefangen lag, im Tod war ich verloren, mein Sünd mich quälte Nacht und Tag, darin ich war geboren. Ich fiel auch immer tiefer drein, es war kein Guts am Leben mein, die Sünd hatt’ mich besessen.

Mein guten Werk, die galten nicht, es war mit ihn’ verdorben; der frei Will haßte Gotts Gericht, er war zum Gutn erstorben; die Angst mich zu verzweifeln trieb, dass nichts denn Sterben bei mir blieb, zur Höllen musst ich sinken.

Da jammert Gott in Ewigkeit mein Elend übermaßen; er dacht an sein Barmherzigkeit, er wollt mir helfen lassen; er wandt zu mir das Vaterherz, es war bei ihm fürwahr kein Scherz, er ließ’s sein Bestes kosten.

Er sprach zu seinem lieben Sohn: »Die Zeit ist hier zu erbarmen; fahr hin, meins Herzens werte Kron, und sei das Heil dem Armen und hilf ihm aus der Sünden Not, erwürg für ihn den bittern Tod und lass ihn mit Dir leben.«

Der Sohn dem Vater g’horsam ward, er kam zu mir auf Erden von einer Jungfrau rein und zart; er sollt mein Bruder werden. Gar heimlich führt er sein Gewalt, er ging in meiner armen Gstalt, den Teufel wollt er fangen.

Er sprach zu mir: »Halt Dich an mich, es soll Dir jetzt gelingen; ich geb mich selber ganz für Dich, da will ich für Dich ringen; denn ich bin Dein und Du bist mein, und wo ich bleib, da sollst Du sein, uns soll der Feind nicht scheiden.

Vergießen wird er mir mein Blut, dazu mein Leben rauben; das leid ich alles Dir zugut, das halt mit festem Glauben. Den Tod verschlingt das Leben mein, mein Unschuld trägt die Sünde Dein, da bist Du selig worden.

Gen Himmel zu dem Vater mein fahr ich von diesem Leben; da will ich sein der Meister Dein, den Geist will ich Dir geben, der Dich in Trübnis trösten soll und lehren mich erkennen wohl und in der Wahrheit leiten.

Was ich getan hab und gelehrt, das sollst Du tun und lehren, damit das Reich Gotts werd gemehrt zu Lob und seinen Ehren; und hüt Dich vor der Menschen Satz, davon verdirbt der edle Schatz: das lass ich Dir zur Letze.«

Martin Luther 1523 (LKG 226)

Gottes Wort zur Predigt

Nachdem man sie hart geschlagen hatte, warf man sie ins Gefängnis und befahl dem Kerkermeister, sie gut zu bewachen. Als er diesen Befehl empfangen hatte, warf er sie in das innerste Gefängnis und legte ihre Füße in den Block. Um Mitternacht aber beteten Paulus und Silas und lobten Gott. Und es hörten sie die Gefangenen. Plötzlich aber geschah ein großes Erdbeben, sodass die Grundmauern des Gefängnisses wankten. Und sogleich öffneten sich alle Türen und von allen fielen die Fesseln ab. Als aber der Kerkermeister aus dem Schlaf auffuhr und sah die Türen des Gefängnisses offen stehen, zog er das Schwert und wollte sich selbst töten; denn er meinte, die Gefangenen wären entflohen. 

Paulus aber rief laut: Tu dir nichts an; denn wir sind alle hier! Der aber forderte ein Licht und stürzte hinein und fiel zitternd Paulus und Silas zu Füßen. Und er führte sie heraus und sprach: Ihr Herren, was muss ich tun, dass ich gerettet werde? Sie sprachen: Glaube an den Herrn Jesus, so wirst du und dein Haus selig! Und sie sagten ihm das Wort des Herrn und allen, die in seinem Hause waren. Und er nahm sie zu sich in derselben Stunde der Nacht und wusch ihnen die Striemen. Und er ließ sich und alle die Seinen sogleich taufen und führte sie in sein Haus und bereitete ihnen den Tisch und freute sich mit seinem ganzen Hause, dass er zum Glauben an Gott gekommen war.

Apostelgeschichte 16,23-34 

Predigt Dr. Martin Luther´s zu Kantate

Dr. Martin Luther predigt am 4. Sonntag nach Ostern (Kantate) über das hl. Evangelium des hl. Apostels Johannes 16, 5-15(WA 52 S.289-298) eine “trost predigt” über des verheißenen Trösters Werk, des Heiligen Geistes, der uns predigt über die Sünde, die Gerechtigkeit und das Gericht zu Trost uns armen Sünder.

Und hier zwei Predigten von mir zum Sonntag Kantate. Die erste (Längere) war im Taufgottesdienst um 8h00, die zweite im Hauptgottesdienst um 11h00.

Wochengebet

Wunderbarer Gott,
in deiner Gegenwart 
atmen wir auf,
werden frei und 
schöpfen neuen Mut.
Für dich singen wir:
Laudate omnes gentes (EG 181,6)

Wunderbarer Gott,
sieh auf die, die gefangen sind – 
die entführten Kinder,
die verschleppten Geiseln,
die Kriegsgefangenen,
die Menschen in den Abschiebelagern und -gefängnissen.
Siehst du ihre Tränen? 
Bringe sie zurück.
Wir rufen zu dir:
Erbarme dich.

Wunderbarer Gott,
höre die, die inmitten von Gewalt und Krieg leben–
in Gaza,
in Israel,
in der Ukraine und 
an den Orten, die uns fern sind. 
Du kennst sie und sie sind deinem Herzen nahe.
Hörst du das Weinen?
Komm und rette.
Wir rufen zu dir:
Erbarme dich.

Wunderbarer Gott,
machen denen Mut, die sich fürchten –
vor Feindschaft,
vor Mobbing,
vor der Macht der Lüge,
davor, dass die Mächte der Zerstörung siegen könnten. 
Hast du nicht Worte zum Leben?
Sprich du das Wort, das tröstet und befreit.
Wir rufen zu dir:
Erbarme dich.

Wunderbarer Gott,
mahne die, die sich für die Herren der Welt halten –
die Kriegstreiber,
die Gierigen,
die Gewalttäter und
alle, die meinen, klüger als die anderen zu sein.
Hast du nicht größere Macht?
Bewahre deine Schöpfung.
Wir rufen zu dir:
Erbarme dich.

Wunderbarer Gott,
tröste die Leidenden  –
die Kranken und alle, die mit ihnen mitleiden,
die Trauernden,
die Ratlosen und die in Dunkelheit Gefangenen.
Warum zögerst du?
Mach es hell und lass sie wieder aufleben.
Wir rufen zu dir:
Erbarme dich.

Wunderbarer Gott,
du segnest unsere Kinder,
unsere neu Getauften, die Konfirmandinnen und Konfirmanden,
du segnest die, die einander vertrauen.
Segne deine weltweite Kirche,
segne heute unsere römisch-katholischen Geschwister und Papst Leo.
Segne uns und die Gemeinde an diesem Ort.
In deiner Gegenwart atmen wir auf,
werden wir frei und 
schöpfen neuen Mut.
Für dich singen wir:
Laudate omnes gentes(EG 181,6).
Amen.

VELKD: Wochengebet

+ Der Herr sei mit Euch +

Der Herr segne und behüte Dich.
Der Herr lasse Sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig.
Der Herr erhebe Sein Angesicht auf Dich und schenke Dir Seinen Frieden.

4. Mose 6,24-26

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Halleluja! Lobe den HERRN, meine Seele! (Psalm 146)

“David bringt die Bundeslade nach Jerusalem” von Luca Giordano (1634-1705) Spencer Museum of Art (Lawrence, KS)

Halleluja! Lobe den HERRN, meine Seele! Ich will den HERRN loben, solange ich lebe, und meinem Gott lobsingen, solange ich bin. Verlasset euch nicht auf Fürsten; sie sind Menschen, die können ja nicht helfen. Denn des Menschen Geist muss davon, und er muss wieder zu Erde werden; dann sind verloren alle seine Pläne.

Wohl dem, dessen Hilfe der Gott Jakobs ist, der seine Hoffnung setzt auf den HERRN, seinen Gott, der Himmel und Erde gemacht hat, das Meer und alles, was darinnen ist; der Treue hält ewiglich, der Recht schafft denen, die Gewalt leiden, der die Hungrigen speiset.

Der HERR macht die Gefangenen frei. Der HERR macht die Blinden sehend. Der HERR richtet auf, die niedergeschlagen sind. Der HERR liebt die Gerechten. Der HERR behütet die Fremdlinge und erhält Waisen und Witwen; aber die Gottlosen führt er in die Irre. Der HERR ist König ewiglich, dein Gott, Zion, für und für. Halleluja! 

Psalm 146 verdeutscht von Dr. Martin Luther (Revision 2017)

Des Morgens, wenn Du aufstehst, kannst Du Dich segnen mit dem Zeichen des heiligen Kreuzes und sagen: 

Das walte Gott Vater + Sohn und Heiliger Geist! Amen

Apostolische Glaubensbekenntnis 

Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde. 

Und an Jesum Christum, seinen einigen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist von dem Heiligen Geist, geboren aus Maria der Jungfrau, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, niedergefahren zur Hölle, am dritten Tage wieder auferstanden von den Toten, aufgefahren gen Himmel; sitzend zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters; von dannen er kommen wird zu richten die Lebendigen und die Toten. 

Ich glaube an den Heiligen Geist, eine heilige christliche Kirche, die Gemeinde der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. Amen.

Vaterunser 

Vater unser im Himmel
Geheiligt werde Dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Willst du, so kannst du dies Gebet dazu sprechen (Luthers Morgensegen)

Ich danke Dir, mein himmlischer Vater, durch Jesus Christus, Deinen lieben Sohn, daß Du mich diese Nacht vor allem Schaden und Gefahr behütet hast, und bitte Dich, Du wollest mich diesen Tag auch behüten vor Sünden und allem Übel, daß Dir all mein Tun und Leben gefalle. Denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in Deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde.

Als dann mit Freuden an Dein Werk gegangen und etwa ein Lied gesungen oder was Dir Deine Andacht eingibt.

Kollekte für Jubilate.

Du Gott,
himmlischer Vater,
Deine Schöpfung singt Dir ihr Loblied –
die Vögel des Himmels,
die Tiere auf den Feldern und in den Wäldern.
Bäume, Sträucher und Blumen –
sie werfen Dir ihre Blütenpracht entgegen.
Dein Geist wecke unsere Sinne und unsere Seele,
damit wir dich loben und preisen.
Deinem Sohn, Jesus Christus,
auferstanden von den Toten,
gehört unsere Zukunft.
Amen.

Tagesgebet zu Jubilate.

Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur; das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden.

1.Korinther 5,17

Lied aus dem lutherischen Kirchengesangbuch

Die ganze Welt, Herr Jesu Christ, Halleluja, Halleluja, zu Deiner Urständ fröhlich ist. Halleluja, Halleluja.

Das himmlisch Heer im Himmel singt, Halleluja, Halleluja, die Christenheit auf Erden klingt. Halleluja, Halleluja.

Jetzt grünet, was nur grünen kann, Halleluja, Halleluja, die Bäum zu blühen fangen an. Halleluja, Halleluja.

Es singen jetzt die Vögel all, Halleluja, Halleluja, jetzt singt und klingt die Nachtigall. Halleluja, Halleluja.

Der Sonnenschein jetzt kommt herein, Halleluja, Halleluja, und gibt der Welt ein neuen Schein. Halleluja, Halleluja.

Die ganze Welt, Herr Jesu Christ, Halleluja, Halleluja, zu Deiner Urständ fröhlich ist. Halleluja, Halleluja.

Köln 1623 (LKG 172)

Fortlaufende Lese

Doch auch jetzt noch, spricht der HERR, kehrt um zu mir von ganzem Herzen mit Fasten, mit Weinen, mit Klagen!  Zerreißt eure Herzen und nicht eure Kleider und kehrt um zu dem HERRN, eurem Gott! Denn er ist gnädig, barmherzig, geduldig und von großer Güte, und es reut ihn bald die Strafe.  Wer weiß, ob er nicht umkehrt und es ihn reut und er Segen zurücklässt, sodass ihr opfern könnt Speisopfer und Trankopfer dem HERRN, eurem Gott.  Blast die Posaune zu Zion, sagt ein heiliges Fasten an, ruft einen Feiertag aus!  Versammelt das Volk, heiligt die Gemeinde, sammelt die Ältesten, bringt zusammen die Kinder und die Säuglinge! Der Bräutigam gehe aus seiner Kammer und die Braut aus ihrem Gemach!  Lasst die Priester, des HERRN Diener, weinen zwischen Vorhalle und Altar und sagen: HERR, schone dein Volk und lass dein Erbteil nicht zuschanden werden, dass Völker über sie herrschen! Warum willst du unter den Völkern sagen lassen: Wo ist nun ihr Gott? 

Joel 2,12-17

Morgen- und Abendlese

Ihr Lieben, lasst uns einander lieb haben; denn die Liebe ist von Gott, und wer liebt, der ist aus Gott geboren und kennt Gott. 8 Wer nicht liebt, der kennt Gott nicht; denn Gott ist Liebe. 9 Darin ist erschienen die Liebe Gottes unter uns, dass Gott seinen eingebornen Sohn gesandt hat in die Welt, damit wir durch ihn leben sollen. 10 Darin besteht die Liebe: nicht dass wir Gott geliebt haben, sondern dass er uns geliebt hat und gesandt seinen Sohn zur Versöhnung[1] für unsre Sünden. 11 Ihr Lieben, hat uns Gott so geliebt, so sollen wir uns auch untereinander lieben. 12 Niemand hat Gott jemals gesehen. Wenn wir uns untereinander lieben, so bleibt Gott in uns, und seine Liebe ist in uns vollkommen. 13 Daran erkennen wir, dass wir in ihm bleiben und er in uns, dass er uns von seinem Geist gegeben hat. 14 Und wir haben gesehen und bezeugen, dass der Vater den Sohn gesandt hat als Heiland der Welt. 

Wer nun bekennt, dass Jesus Gottes Sohn ist, in dem bleibt Gott und er in Gott. 16 Und wir haben erkannt und geglaubt die Liebe, die Gott zu uns hat: Gott ist Liebe; und wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott und Gott in ihm. 17 Darin ist die Liebe bei uns vollendet, auf dass wir die Freiheit haben, zu reden am Tag des Gerichts; denn wie er ist, so sind auch wir in dieser Welt. 18 Furcht ist nicht in der Liebe, sondern die vollkommene Liebe treibt die Furcht aus. Denn die Furcht rechnet mit Strafe; wer sich aber fürchtet, der ist nicht vollkommen in der Liebe. 19 Lasst uns lieben, denn er hat uns zuerst geliebt. 20 Wenn jemand spricht: Ich liebe Gott, und hasst seinen Bruder, der ist ein Lügner. Denn wer seinen Bruder nicht liebt, den er sieht, der kann nicht Gott lieben, den er nicht sieht. 21 Und dies Gebot haben wir von ihm, dass, wer Gott liebt, dass der auch seinen Bruder liebe. 

1. Johannes 4,7-21

Bekenntnislese

Dies sage ich nun deswegen, damit man die Jugend dazu anhalte, Lust zur Ehe zu gewinnen. Sie soll wissen, dass die Ehe ein seliger und Gott wohlgefälliger Stand ist. Vielleicht gelingt es dann auch mit der Zeit, dass die Ehe wieder zu Ehren kommt und das wüste, unordentliche Wesen aufhört, das sich jetzt überall in der Welt breit macht, nämlich die öffentliche Hurerei und andere schändliche Laster, die aus der Verachtung des ehelichen Lebens gefolgt sind.

Darum sind Eltern und Staat es schuldig, auf die Jugend zu achten, dass man sie zur Zucht und Ehrbarkeit erziehe und, wenn sie erwachsen sind, in Ehren verheirate. Dazu würde Gott seinen Segen und seine Gnade geben, sodass man seine Lust und Freude daran hätte.

Schließlich, um zum Ende zu kommen, sei dies gesagt: Dieses Gebot fordert nicht allein, dass ein jeder in seinem Stand und d. h. für die meisten in der Ehe in seinen Worten und Gedanken, in all seinem Tun, keusch leben soll, sondem er soll auch sein Gemahl, das ihm von Gott gegeben ist, von Herzen liebhaben. Denn wo eheliche Keuschheit gehalten werden soll, müssen Mann und Frau vor allen Dingen in Liebe und Eintracht beieinander wohnen. Einer muss den andern von Herzen und mit ganzer Treue lieben. Denn dies gehört zum Wichtigsten in der Ehe und ist die Voraussetzung dafür, dass Lust und Liebe zur Keuschheit entstehen. Wo Liebe und Treue in Übung sind, wird die Keuschheit (und das heißt der zuchtvolle Umgang mit dem eigenen Trieb) wohl von selbst folgen ohne alles Gebieten.

Deshalb mahnt auch St. Paulus so fleißig die Eheleute, dass einer den andern lieben
und ehren soll. So zeigt dir auch dieses Gebot in vielfacher Hinsicht und reichem Maße, was es bedeutet, Gutes zu tun, dessen du dich rühmen kannst gegenüber allen besonderen „geistlichen“ Ständen, die ohne Gottes Wort und Gebot erwählt sind.

Das 7. Gebot: Du sollst nicht stehlen.

Nach deiner Person und deinem ehelichen Gemahl ist das irdische Gut dir das Nächste. Das will Gott auch geschützt wissen. Darum hat er geboten, dass niemand dem Nächsten das Seine fortnehmen oder mindern soll. Denn stehlen bedeutet nichts anderes als das Gut eines andern auf unrechtmäßige Weise an sich bringen. Und dazu gehört auch, dass man in Handelsgeschäften den eigenen Vorteil auf Kosten des andern sucht. Das ist ein so weit verbreitetes allgemeines Laster, dass man es schon gar nicht mehr als Laster ansieht und beachtet, so sehr hat es überhand genommen. Wenn man sie alle an den Galgen hängen wollte, die in Wahrheit Diebe sind und doch keine sein wollen, würde die Welt bald menschenleer sein, und es würde an Henkern und Galgen fehlen. Denn, wie gesagt, stehlen wollen wir nicht alleine das nennen, wenn jemand Truhen ausräumt und Taschen leer macht, sondern wenn sich jemand Dinge zu Unrecht aneignet und betrügt – auf dem Markt, in den Kaufläden und Fleischerbuden, im Wein- und Bierkeller, in den Werkstätten, kurz, wo man Handel treibt und Geschäfte abschließt, wo man für Geld arbeitet oder Arbeit mit Geld bezahlt.

So, um es für jedermann ein wenig deutlicher zu sagen: Wenn z. B. Angestellte nicht treu ihre Arbeit tun, sondern Schaden anrichten oder geschehen lassen, obgleich sie ihn hätten verhindern können; oder wenn sie aus Faulheit oder Bosheit das, was ihnen anvertraut ist, verwahrlosen lassen und sich nicht darum kümmern, zum Ärger und Verdruss ihrer Vorgesetzten, und dies alles auch noch absichtlich geschieht (denn ich
rede nicht von dem, was versehentlich und unabsichtlich geschieht) – dann kann man auf diese Weise gut und gern pro Jahr 30 oder 40 Goldstücke oder noch mehr „entwenden“. Wenn ein anderer jedoch diese Summe heimlich genommen oder gestohlen hätte, dann hätte man ihn aufgehängt. So aber darfst du noch groß auftrumpfen, und niemand wagt es, dich einen Dieb zu nennen.

Das gleiche sage ich auch von Handwerkern, Arbeitern und Tagelöhnern, die ganz nach Willkür die Leute übervorteilen und dazu noch nachlässig und untreu in ihrer Arbeit sind. Diese alle sind weit schlimmer als die Diebe, die heimlich stehlen, vor denen man sich durch Schloss und Riegel schützen kann oder mit denen man, wenn man sie erwischt, so umspringt, dass sie es nicht mehr tun. Vor diesen aber kann sich keiner schützen; niemand darf sie auch unfreundlich ansehen oder irgendeines Diebstahls bezichtigen. Zehnmal lieber wollte man es ertragen, das Geld einfach aus dem Geldbeutel zu verlieren; denn sie sind meine Nachbarn, sind gute Freunde, sind meine Angestellten, von denen ich doch Gutes erwarten kann, aber sie betrügen mich am allerersten.

So geht es auch auf dem Markt zu und allgemein im Geschäfts- und Handelsleben. Ungeniert betrügt einer den andern mit falscher Ware, falschem Maß, Gewicht und Geld; und gar schnell übervorteilt man mit schlauer List und unlauteren Tricks, beim Kaufen und Verkaufen, und man schindet und plagt und beschwert die Leute ganz nach Willkür. Wer kann dies alles aufzählen und nennen? Jedenfalls ist Stehlen und Betrügen das am
häufigsten geübte Handwerk, und die das tun, bilden die größte Zunft auf der Erde; und wenn man heutzutage die Welt durch alle Berufe hin ansieht, so ist sie nichts anderes als ein großer, geräumiger Stall voller Diebe.

Darum heißen sie auch „Stuhlräuber“, Land- und Straßendiebe – nicht heimliche Diebe, die einbrechen und heimlich Geld stehlen – ‚ sondern sie sitzen auf dem Stuhl hinter ihrem Schreibtisch und gelten als große Herren und ehrbare, rechtschaffene Bürger, rauben und stehlen aber unter dem Schein des Rechts.

Ja man könnte noch schweigen, wo es um kleine einzelne Diebe geht, aber die großen, gewaltigen Erzdiebe, die sollte man anprangern, mit denen die Herren und Fürsten gemeinsame Sache machen; sie stehlen nicht nur eine oder zwei Städte leer, sondern bestehlen täglich ganz Deutschland.

Kurz, so geht’s in der Welt zu, dass, wer mächtig genug ist, öffentlich zu stehlen und zu rauben, sicher und frei dahinlebt, von niemand bestraft wird und dazu noch geehrt sein will. Die kleinen heimlichen Diebe jedoch, die sich einmal vergriffen haben, müssen die Schande und Strafe ertragen und jene andern noch rechtschaffen und ehrenvoll erscheinen lassen. Doch sollen sie wissen, dass sie vor Gott die größten Diebe sind, der sie auch, wie sie es wert sind und verdienen, strafen wird.

Dr. Martin Luther, Großer Katechismus (1529): 6. und 7. Gebot

Es segne und behüte Euch Gott, der allmächtige und barmherzige, der Vater, Sohn + Heiliger Geist  + Friede sei mit Euch + 

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Ich zwitschere wie eine Schwalbe und gurre wie eine Taube. (Jesaja 38,10-20)

Im Schatten des allerhöchsten auch in Frankentrost

Ich sprach: In der Mitte meines Lebens muss ich dahinfahren, zu des Totenreichs Pforten bin ich befohlen für den Rest meiner Jahre. Ich sprach: Nun werde ich nicht mehr sehen den HERRN, ja, den HERRN im Lande der Lebendigen, nicht mehr schauen die Menschen, mit denen, die auf der Welt sind. Meine Hütte ist abgebrochen und über mir weggenommen wie eines Hirten Zelt. Zu Ende gewebt hab ich mein Leben wie ein Weber; er schneidet mich ab vom Faden. Tag und Nacht gibst du mich preis; bis zum Morgen schreie ich um Hilfe; aber er zerbricht mir alle meine Knochen wie ein Löwe; Tag und Nacht gibst du mich preis. Ich zwitschere wie eine Schwalbe und gurre wie eine Taube. Meine Augen sehen verlangend nach oben: Herr, ich leide Not, tritt für mich ein!

Was soll ich reden und was ihm sagen? Er hat’s getan! Entflohen ist all mein Schlaf bei solcher Betrübnis meiner Seele. Herr, davon lebt man, und allein darin liegt meines Lebens Kraft: Du lässt mich genesen und am Leben bleiben. Siehe, um Trost war mir sehr bange. Du aber hast dich meiner Seele herzlich angenommen, dass sie nicht verdürbe; denn du wirfst alle meine Sünden hinter dich zurück. Denn die Toten loben dich nicht, und der Tod rühmt dich nicht, und die in die Grube fahren, warten nicht auf deine Treue; sondern allein, die da leben, loben dich so wie ich heute. Der Vater macht den Kindern deine Treue kund. Der HERR hat mir geholfen, darum wollen wir singen und spielen, solange wir leben, im Hause des HERRN!

Jesaja 38,10-20 verdeutscht von Dr. Martin Luther (Revision 2017)

Des Morgens, wenn Du aufstehst, kannst Du Dich segnen mit dem Zeichen des heiligen Kreuzes und sagen: 

Das walte Gott Vater + Sohn und Heiliger Geist! Amen

Apostolische Glaubensbekenntnis 

Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde. 

Und an Jesum Christum, seinen einigen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist von dem Heiligen Geist, geboren aus Maria der Jungfrau, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, niedergefahren zur Hölle, am dritten Tage wieder auferstanden von den Toten, aufgefahren gen Himmel; sitzend zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters; von dannen er kommen wird zu richten die Lebendigen und die Toten. 

Ich glaube an den Heiligen Geist, eine heilige christliche Kirche, die Gemeinde der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. Amen.

Vaterunser 

Vater unser im Himmel
Geheiligt werde Dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Willst du, so kannst du dies Gebet dazu sprechen (Luthers Morgensegen)

Ich danke Dir, mein himmlischer Vater, durch Jesus Christus, Deinen lieben Sohn, daß Du mich diese Nacht vor allem Schaden und Gefahr behütet hast, und bitte Dich, Du wollest mich diesen Tag auch behüten vor Sünden und allem Übel, daß Dir all mein Tun und Leben gefalle. Denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in Deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde.

Als dann mit Freuden an Dein Werk gegangen und etwa ein Lied gesungen oder was Dir Deine Andacht eingibt.

Kollekte für Jubilate.

Du Gott,
himmlischer Vater,
Deine Schöpfung singt Dir ihr Loblied –
die Vögel des Himmels,
die Tiere auf den Feldern und in den Wäldern.
Bäume, Sträucher und Blumen –
sie werfen Dir ihre Blütenpracht entgegen.
Dein Geist wecke unsere Sinne und unsere Seele,
damit wir dich loben und preisen.
Deinem Sohn, Jesus Christus,
auferstanden von den Toten,
gehört unsere Zukunft.
Amen.

Tagesgebet zu Jubilate.

Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur; das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden.

1.Korinther 5,17

Lied aus dem lutherischen Kirchengesangbuch

Wach auf, mein Herz, die Nacht ist hin, die Sonn ist aufgegangen. Ermuntre deinen Geist und Sinn, den Heiland zu umfangen, der heute durch des Todes Tür gebrochen aus dem Grab herfür der ganzen Welt zur Wonne.

Steh aus dem Grab der Sünden auf und such ein neues Leben, vollführe deinen Glaubenslauf und lass dein Herz sich heben gen Himmel, da dein Jesus ist, und such, was droben, als ein Christ, der geistlich auferstanden.

Vergiss nun, was dahinten ist, und tracht nach dem, was droben, damit dein Herz zu jeder Frist zu Jesus sei erhoben. Tritt unter dich die böse Welt und strebe nach des Himmels Zelt, wo Jesus ist zu finden.

Quält dich ein schwerer Sorgenstein, dein Jesus wird ihn heben; es kann ein Christ bei Kreuzespein in Freud und Wonne leben. Wirf dein Anliegen auf den Herrn und sorge nicht, er ist nicht fern, weil er ist auferstanden.

Geh mit Maria Magdalen und Salome zum Grabe, die früh dahin aus Liebe gehn
mit ihrer Salbungsgabe, so wirst du sehn, dass Jesus Christ vom Tod heut auferstanden ist und nicht im Grab zu finden.

Es hat der Löw aus Judas Stamm heut siegreich überwunden, und das erwürgte Gotteslamm hat uns zum Heil erfunden das Leben und Gerechtigkeit, weil er nach überwundnem Streit den Feind zur Schau getragen.

Drum auf, mein Herz, fang an den Streit, weil Jesus überwunden; er wird auch überwinden weit in dir, weil er gebunden der Feinde Macht, dass du aufstehst und in ein neues Leben gehst und Gott im Glauben dienest.

Scheu weder Teufel, Welt noch Tod noch gar der Hölle Rachen. Dein Jesus lebt, es hat kein Not, er ist noch bei den Schwachen und den Geringen in der Welt als ein gekrönter Siegesheld; drum wirst du überwinden.

Ach mein Herr Jesu, der du bist vom Tode auferstanden, rett uns aus Satans Macht und List und aus des Todes Banden, dass wir zusammen insgemein zum neuen Leben gehen ein, das du uns hast erworben.

Sei hochgelobt in dieser Zeit von allen Gotteskindern und ewig in der Herrlichkeit
von allen Überwindern, die überwunden durch dein Blut; Herr Jesu, gib uns Kraft und Mut, dass wir auch überwinden.

Lorenz Lorenzen 1700 (LKG 171)

Fortlaufende Lese

Blast die Posaune zu Zion, ruft laut auf meinem heiligen Berge! Erzittert, alle Bewohner des Landes! Denn der Tag des HERRN kommt und ist nahe,  2 ein finsterer Tag, ein dunkler Tag, ein wolkiger Tag, ein nebliger Tag! Gleichwie die Morgenröte sich ausbreitet über die Berge, so kommt ein großes und mächtiges Volk, desgleichen vormals nicht gewesen ist und hinfort nicht sein wird auf ewige Zeiten für und für.  3 Vor ihm her geht ein verzehrendes Feuer und hinter ihm eine brennende Flamme. Das Land ist vor ihm wie der Garten Eden, aber nach ihm wie eine wüste Einöde, und niemand wird ihm entgehen.  4 Sie sind gestaltet wie Pferde und rennen wie die Rosse.  5 Sie sprengen daher über die Höhen der Berge, wie die Wagen rasseln und wie eine Flamme prasselt im Stroh, wie ein mächtiges Volk, das zum Kampf gerüstet ist.  6 Völker entsetzen sich vor ihm, und jedes Angesicht erbleicht.  7 Sie laufen wie Helden und ersteigen die Mauern wie Krieger; ein jeder geht stracks seinen Weg, weicht nicht von seinen Pfaden.  8 Keiner drängt den andern, sondern ein jeder zieht auf seinem Weg daher; sie durchbrechen die feindlichen Waffen und dabei reißt ihr Zug nicht ab.  9 Sie stürzen sich auf die Stadt, laufen auf der Mauer, in die Häuser steigen sie ein, wie ein Dieb kommen sie durch die Fenster.  10 Vor ihm erzittert das Land und bebt der Himmel, Sonne und Mond werden finster, und die Sterne halten ihren Schein zurück.  11 Und der HERR lässt seinen Donner vor seinem Heer erschallen. Denn sein Heer ist sehr groß; denn es ist mächtig und richtet seinen Befehl aus. Ja, der Tag des HERRN ist groß und voller Schrecken, wer kann ihn ertragen? 

Joel 2,1-11

Morgenlese

Darum legt die Lüge ab und redet die Wahrheit, ein jeder mit seinem Nächsten, weil wir untereinander Glieder sind. 26 Zürnt ihr, so sündigt nicht; lasst die Sonne nicht über eurem Zorn untergehen 27 und gebt nicht Raum dem Teufel. 28 Wer gestohlen hat, der stehle nicht mehr, sondern arbeite und schaffe mit eigenen Händen das nötige Gut, damit er dem Bedürftigen abgeben kann. 29 Lasst kein faules Geschwätz aus eurem Mund gehen, sondern redet, was gut ist, was erbaut und was notwendig ist, damit es Gnade bringe denen, die es hören. 30 Und betrübt nicht den Heiligen Geist Gottes, mit dem ihr versiegelt seid für den Tag der Erlösung. 31 Alle Bitterkeit und Grimm und Zorn und Geschrei und Lästerung seien fern von euch samt aller Bosheit. 32 Seid aber untereinander freundlich und herzlich und vergebt einer dem andern, wie auch Gott euch vergeben hat in Christus. 

Epheser 4,25-32

Abendlese

Denn ich bin überzeugt, dass dieser Zeit Leiden nicht ins Gewicht fallen gegenüber der Herrlichkeit, die an uns offenbart werden soll. Denn das ängstliche Harren der Kreatur wartet darauf, dass die Kinder Gottes offenbar werden. Die Schöpfung ist ja unterworfen der Vergänglichkeit – ohne ihren Willen, sondern durch den, der sie unterworfen hat –, doch auf Hoffnung; denn auch die Schöpfung wird frei werden von der Knechtschaft der Vergänglichkeit zu der herrlichen Freiheit der Kinder Gottes. Denn wir wissen, dass die ganze Schöpfung bis zu diesem Augenblick seufzt und in Wehen liegt.

Nicht allein aber sie, sondern auch wir selbst, die wir den Geist als Erstlingsgabe haben, seufzen in uns selbst und sehnen uns nach der Kindschaft, der Erlösung unseres Leibes. 

Römer 8,18-23

Bekenntnislese

Das 6. Gebot: Du sollst nicht ehebrechen.

Dieses und die folgenden Gebote sind leicht zu verstehen, wenn man das vorige verstanden hat. Denn sie laufen alle darauf hinaus, dass man sich davor hüten soll, dem Nächsten allerlei Schaden zuzufügen. Sie folgen aber in guter Ordnung: das Erste bezieht sich auf die Person des Nächsten selbst, das Folgende auf die ihm nächststehende Person bzw. auf das Gut, das ihm nach seinem eigenen Leben am nächsten steht, nämlich sein eheliches Gemahl, das mit ihm ein Fleisch und Blut ist. An keinem andern Gut kann man ihm größeren Schaden zufügen. Darum wird hier auch klar zum Ausdruck gebracht, dass man dem Nächsten keine Schande bereiten soll, indem man sich an seiner Ehefrau vergeht.

Und dieses Gebot bezieht sich dem Wortlaut nach allein auf den Ehebruch, und zwar deswegen, weil es im jüdischen Volk so geordnet und geboten war, dass jeder ehelich werden musste. Darum sollten die Jugendlichen auch möglichst zeitig heiraten. Ledig zu sein galt nichts. Es gab auch keine öffentliche Prostitution, wie sie jetzt bei uns gestattet ist. Darum ist der Ehebruch die verbreitetste Unkeuschheit bei ihnen gewesen.

Weil aber bei uns eine solche schändliche Anhäufung aller Untugenden und Laster zu finden ist, richtet sich dieses Gebot gegen alle Arten von Unkeuschheit, welche es auch immer sein mögen. Es verbietet auch nicht allein das unkeusche Tun, sondern auch alles, was zur Unkeuschheit reizt und verführt. So sollen Herz, Mund und der ganze Leib keusch sein. Und kein Anlass und keine Verführung zur Unkeuschheit sollen gegeben werden. Schließlich soll man auch aller Unkeuschheit wehren und, wo jemand in Gefahr und Versuchung gerät, gegen das 6. Gebot zu sündigen oder dazu verführt zu werden, ihn beschützen und ihm helfen, damit die Ehre des Nächsten nicht angetastet werde. Denn wenn du Hilfeleistung unterlässt, wo du Schaden verhüten könntest, oder darüber hinweg siehst, als ginge es dich nichts an, bist du ebenso schuldig wie der Täter selbst. So wird, um es kurz zu sagen, in diesem Gebot gefordert, dass ein jeder selbst keusch leben und auch dem Nächsten dazu behilflich sein soll. So will Gott durch dieses Gebot eines jeden Ehegemahl schützen und bewahren, damit sich niemand an ihm vergreife.

Weil sich dieses Gebot aber vor allem auf den Ehestand bezieht und Anlass gibt, von ihm zu reden, sollst du Folgendes bedenken und zu Herzen nehmen: Erstens wie sehr Gott diesen Stand dadurch ehrt und hervorhebt, dass er ihn durch sein Gebot bestätigt und schützt. Bestätigt hat er ihn im 4. Gebot: „Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren.“ Hier – mit dem 6. Gebot – bewahrt und schützt er ihn. Darum will er auch, dass wir ihn als einen göttlichen und seligen Stand ehren, ansehen und führen. Denn er hat ihn vor allen andern Ständen eingesetzt. Er hat Mann und Frau unterschiedlich geschaffen, wie das vor Augen ist, aber nicht, damit sie miteinander Unzucht treiben, sondern dass Mann und Frau in der Ehe zusammenhalten, fruchtbar sind, Kinder zeugen, ernähren und zu Gottes Ehre aufziehen.

Darum hat Gott den Ehestand auch vor allen andern Ständen auf’s reichlichste gesegnet. Alles, was es in der Welt gibt, hat Gott dem Ehestand zugedacht und soll ihm zugute kommen, sodass er mit allem reichlich versorgt ist. So ist die Ehe kein Kinderspiel und keine vorwitzige Sache, sondern eine vortreffliche Ordnung, um die es Gott sehr ernst ist. Denn es kommt ihm alles darauf an, dass man Leute erzieht, die der Welt dienen und ihr helfen, Gott zu erkennen, ein seliges und an guten Taten reiches Leben zu führen und gegen alles Böse und den Teufel zu kämpfen.

Darum habe ich immer gelehrt, dass man die Ehe nicht verachten oder geringschätzen soll, wie es die blinde Welt und unsere falschen Geistlichen tun. Man soll die Ehe vielmehr ansehen, wie Gottes Wort sie sieht, denn Gott heiligt den Ehestand und zeichnet ihn vor allen andern Ständen aus. Er ist allen andern Ständen nicht nur gleich – ob es sich nun um Kaiser, Fürsten und Bischöfe handelt – ‚ sondern ist höher als sie alle. Ob nun jemand im geistlichen oder weltlichen Stande lebt – alle müssen diesem Stand Ehre bezeugen und sich in ihn hineinfinden, wie wir noch hören werden. Darum ist der Ehestand nicht ein besonderer Stand, sondern der verbreitetste und doch edelste Stand, der sich in der ganzen Christenheit, ja in der ganzen Welt findet.

Zweitens sollst du auch wissen, dass der Ehestand nicht allein ein ehrenhafter, sondern auch ein notwendiger Stand ist. Es ist ernstlich von Gott geboten, dass in allen Ständen und Gesellschaftsschichten Mann und Frau die Ehe eingehen sollen, zu der sie doch geschaffen sind. Ausgenommen sind einige wenige, welche Gott davon ausgenommen hat, sei es, dass sie zur Ehe nicht tüchtig sind, oder sei es, dass er sie durch eine hohe, übernatürliche Gabe von ihr befreit hat, eine Gabe, die sie befähigt, auch außerhalb der Ehe in Keuschheit zu leben. Denn wo es nach der Natur geht, wie sie Gott dem Menschen eingepflanzt hat, ist es nicht möglich, ohne Ehe keusch zu bleiben, denn Fleisch und Blut bleiben Fleisch und Blut. Und die natürliche Neigung und der geschlechtliche Trieb lassen sich nicht unterdrücken, wie jeder sieht und fühlt. Darum hat auch Gott den Ehestand befohlen, damit es desto leichter fällt, die Unkeuschheit einigermaßen zu meiden. In der Ehe hat ein jeder sein zugewiesenes Teil und soll sich daran genügen lassen – obgleich noch Gottes Gnade hinzukommen muss, damit auch das Herz keusch sei.

Daraus kannst du nun erkennen, wie sehr der Papst, die Priester, die Mönche und Nonnen Gottes Gebot und Ordnung widerstreben. Denn sie verachten und verbieten den Ehestand, und sie sind so vermessen, das Gelübde abzulegen, ewige Keuschheit zu halten. Dazu betrügen sie auch noch die einfachen Leute mit lügnerischen Worten und heuchlerischem Schein. Denn niemand hat so wenig Lust und Liebe zur Keuschheit als gerade sie, die den Ehestand aus Gründen der Heiligkeit meiden, und entweder öffentlich und schamlos in Hurerei liegen oder es heimlich noch ärger treiben. Man, wagt es gar nicht zu sagen; allzuviel hat man leider erfahren. Kurz, auch wenn sie sich der Hurerei selbst enthalten, so steckt doch ihr Herz voll unkeuscher Gedanken und böser Lust. Es ist ein ewiges Brennen und heimliches Leiden, das man im ehelichen Leben vermeiden kann.

Darum sind durch dieses Gebot alle der Ehe entgegenstehenden Keuschheitsgelübde verdammt und außer Kraft gesetzt. Ja, es ist sogar all den armen, gefangenen Gewissen, die durch ihre Klostergelübde betrogen worden sind, geboten, dass sie aus dem unkeuschen Stand in das eheliche Leben treten. Auch wenn sonst das klösterliche Leben Gott wohlgefällig wäre, würde es doch nicht in ihrer Kraft stehen, Keuschheit zu bewahren. Wenn sie im Kloster bleiben, werden sie nur immer mehr und weiter gegen dieses Gebot sündigen müssen.

Dr. Martin Luther, Großer Katechismus (1529): 6. Gebot. I,199-216

Es segne und behüte Euch Gott, der allmächtige und barmherzige, der Vater, Sohn + Heiliger Geist 
+ Friede sei mit Euch + 

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Lobet den HERRN, alle Heiden! (Psalm 117)

Immanuel (Frankentrost, MI)

Lobet den HERRN, alle Heiden! Preiset ihn, alle Völker! Denn seine Gnade und Wahrheit waltet über uns in Ewigkeit. Halleluja! 

Psalm 117

Des Morgens, wenn Du aufstehst, kannst Du Dich segnen mit dem Zeichen des heiligen Kreuzes und sagen: 

Das walte Gott Vater + Sohn und Heiliger Geist! Amen

Apostolische Glaubensbekenntnis 

Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde. 

Und an Jesum Christum, seinen einigen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist von dem Heiligen Geist, geboren aus Maria der Jungfrau, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, niedergefahren zur Hölle, am dritten Tage wieder auferstanden von den Toten, aufgefahren gen Himmel; sitzend zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters; von dannen er kommen wird zu richten die Lebendigen und die Toten. 

Ich glaube an den Heiligen Geist, eine heilige christliche Kirche, die Gemeinde der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. Amen.

Vaterunser 

Vater unser im Himmel
Geheiligt werde Dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Willst du, so kannst du dies Gebet dazu sprechen (Luthers Morgensegen)

Ich danke Dir, mein himmlischer Vater, durch Jesus Christus, Deinen lieben Sohn, daß Du mich diese Nacht vor allem Schaden und Gefahr behütet hast, und bitte Dich, Du wollest mich diesen Tag auch behüten vor Sünden und allem Übel, daß Dir all mein Tun und Leben gefalle. Denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in Deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde.

Als dann mit Freuden an Dein Werk gegangen und etwa ein Lied gesungen oder was Dir Deine Andacht eingibt.

Kollekte für Jubilate.

Du Gott,
himmlischer Vater,
Deine Schöpfung singt Dir ihr Loblied –
die Vögel des Himmels,
die Tiere auf den Feldern und in den Wäldern.
Bäume, Sträucher und Blumen –
sie werfen Dir ihre Blütenpracht entgegen.
Dein Geist wecke unsere Sinne und unsere Seele,
damit wir dich loben und preisen.
Deinem Sohn, Jesus Christus,
auferstanden von den Toten,
gehört unsere Zukunft.
Amen.

Tagesgebet zu Jubilate.

Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur; das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden.

1.Korinther 5,17

Lied aus dem lutherischen Kirchengesangbuch

O Tod, wo ist Dein Stachel nun? Wo ist Dein Sieg, o Hölle? Was kann uns jetzt der Teufel tun, wie grausam er sich stelle? Gott sei gedankt, der uns den Sieg so herrlich hat nach diesem Krieg durch Jesus Christ gegeben!

Wie sträubte sich die alte Schlang, da Christus mit ihr kämpfte! Mit List und Macht sie auf ihn drang jedennoch er sie dämpfte. Ob sie ihn in die Ferse sticht, so sieget sie doch darum nicht, der Kopf ist ihr zertreten.

Lebendig Christus kommt herfür, die Feind nimmt er gefangen, zerbricht der Hölle Schloss und Tür, trägt weg den Raub mit Prangen. Nichts ist, das in dem Siegeslauf den starken Held kann halten auf, alls liegt da überwunden.

Des Todes Gift, der Höllen Pest ist unser Heiland worden; Wenn Satan auch noch ungern läßt von Wüten und von Morden und, da er sonst nichts schaffen kann, nur Tag und Nacht uns klage an, so ist er doch verworfen.

Des Herren Rechte, die behält den Sieg und ist erhöhet; des Herren Rechte mächtig fällt,
was ihr entgegenstehet. Tod, Teufel, Höll und alle Feind durch Christi Sieg bezwungen seind, ihr Zorn ist krattlos worden.

Es war getötet Jesus Christ und sieh, er lebet wieder. Weil nun das Haupt erstanden ist,
stehn wir auch auf, die Glieder. So jemand Christi Worten glaubt, im Tod und Grabe der nicht bleibt; er lebt, ob er gleich stirbet.

Wer täglich hier durch wahre Reu mit Christus auferstehet, ist dort vom andern Tode frei, derselb ihn nicht angehet. Genommen ist dem Tod die Macht, Unschuld und Leben wiederbracht und unvergänglich Wesen.

Das ist die reiche Osterbeut, der wir teilhaftig werden: Fried, Freude, Heil, Gerechtigkeit im Himmel und auf Erden. Hier sind wir still und warten fort, bis unser Leib wird ähnlich dort Christi verklärtem Leibe.

Der alte Drach mit seiner Rott hingegen wird zuschaden; erlegt ist er mit Schimpf und Spott, da Christus ist erstanden. Des Hauptes Sieg der Glieder ist, drum kann mit aller Macht und List uns Satan nicht mehr schaden.

0 Tod, wo ist dein Stachel nun? Wo ist dein Sieg, o Hölle? Was kann uns jetzt der Teufel tun wie grausam er sich stelle? Gott sei gedankt, der uns den Sieg so herrlich hat in diesem Krieg durch Jesus Christ gegeben!

Nach Georg Weissel 1590-1635, Hannoversches Gesangbuch 1657 (LKG 170)

Fortlaufende Lese

Dies ist das Wort des HERRN, das geschehen ist zu Joel, dem Sohn Petuëls.  2 Hört dies, ihr Ältesten, und merkt auf, alle Bewohner des Landes, ob solches geschehen sei zu euren Zeiten oder zu eurer Väter Zeiten!  3 Sagt euren Kindern davon, und lasst’s eure Kinder ihren Kindern sagen und diese wiederum ihren Nachkommen:  4 Was die Raupen übrig ließen, das fraßen die Heuschrecken, und was die Heuschrecken übrig ließen, das fraßen die Larven, und was die Larven übrig ließen, das fraß das Geschmeiß.  5 Wacht auf, ihr Trunkenen, und weint, und heult, alle Weinsäufer, um den Most; denn er ist euch vor eurem Munde weggenommen!  6 Denn es zog herauf gegen mein Land ein Volk, mächtig und ohne Zahl; das hatte Zähne wie die Löwen und Backenzähne wie die Löwinnen.  7 Es verwüstete meinen Weinstock und fraß meinen Feigenbaum kahl, schälte ihn ab und warf ihn hin, dass seine Zweige weiß dastehen.  8 Heule wie eine Jungfrau, die Trauer anlegt um ihres Bräutigams willen!  9 Denn Speisopfer und Trankopfer sind vom Hause des HERRN weggenommen, und die Priester, des HERRN Diener, trauern.  10 Das Feld ist verwüstet und der Acker ausgedörrt; das Getreide ist verdorben, der Wein steht jämmerlich und das Öl kläglich.  11 Steht beschämt, ihr Ackerleute, heult, ihr Weingärtner, um den Weizen und um die Gerste, weil aus der Ernte auf dem Felde nichts werden kann!  12 Der Weinstock steht jämmerlich und der Feigenbaum kläglich, auch die Granatbäume, Palmbäume und Apfelbäume, ja, alle Bäume auf dem Felde sind verdorrt. So ist die Freude der Menschen zum Jammer geworden.  13 Umgürtet euch und klagt, ihr Priester, heult, ihr Diener des Altars! Kommt, schlaft im Trauergewand, ihr Diener meines Gottes! Denn Speisopfer und Trankopfer sind vom Hause eures Gottes weggenommen.  14 Sagt ein heiliges Fasten an, ruft einen Feiertag aus! Versammelt die Ältesten und alle Bewohner des Landes zum Hause des HERRN, eures Gottes, und schreit zum HERRN:  15 O weh des Tages! Denn der Tag des HERRN ist nahe und kommt wie ein Verderben vom Allmächtigen.  16 Ist nicht die Speise vor unsern Augen weggenommen und vom Hause unseres Gottes Freude und Wonne?  17 Der Same ist unter der Erde verdorrt, die Kornhäuser stehen wüst, die Scheunen zerfallen; denn das Getreide ist verdorben.  18 O wie seufzt das Vieh! Die Rinder sehen kläglich drein, denn sie haben keine Weide, und die Schafe verschmachten.  19 HERR, dich rufe ich an; denn das Feuer hat die Auen in der Steppe verbrannt, und die Flamme hat alle Bäume auf dem Felde angezündet.  20 Es schreien auch die wilden Tiere zu dir; denn die Wasserbäche sind ausgetrocknet und das Feuer hat die Auen in der Steppe verbrannt. 

Joel 1,1-20

Morgenlese

So sage ich nun und bezeuge in dem Herrn, dass ihr nicht mehr leben dürft, wie die Heiden leben in der Nichtigkeit ihres Sinnes. 18 Ihr Verstand ist verfinstert, und sie sind entfremdet dem Leben, das aus Gott ist, durch die Unwissenheit, die in ihnen ist, und durch die Verstockung ihres Herzens. 19 Sie sind abgestumpft und haben sich der Ausschweifung ergeben, um allerlei unreine Dinge zu treiben in Habgier. 20 Ihr aber habt Christus nicht so kennengelernt; 21 ihr habt doch von ihm gehört und seid in ihm unterwiesen, wie es Wahrheit in Jesus ist: 22 Legt von euch ab den alten Menschen mit seinem früheren Wandel, der sich durch trügerische Begierden zugrunde richtet. 23 Erneuert euch aber in eurem Geist und Sinn 24 und zieht den neuen Menschen an, der nach Gott geschaffen ist in wahrer Gerechtigkeit und Heiligkeit.

Epheser 4,17-24

Abendlese

Denn siehe, ich will einen neuen Himmel und eine neue Erde schaffen, dass man der vorigen nicht mehr gedenken und sie nicht mehr zu Herzen nehmen wird. 18 Freuet euch und seid fröhlich immerdar über das, was ich schaffe. Denn siehe, ich erschaffe Jerusalem zur Wonne und sein Volk zur Freude, 19 und ich will fröhlich sein über Jerusalem und mich freuen über mein Volk. Man soll in ihm nicht mehr hören die Stimme des Weinens noch die Stimme des Klagens. 20 Es sollen keine Kinder mehr da sein, die nur einige Tage leben, oder Alte, die ihre Jahre nicht erfüllen, sondern als Knabe gilt, wer hundert Jahre alt stirbt, und wer die hundert Jahre nicht erreicht, gilt als verflucht. 21 Sie werden Häuser bauen und bewohnen, sie werden Weinberge pflanzen und ihre Früchte essen. 22 Sie sollen nicht bauen, was ein anderer bewohne, und nicht pflanzen, was ein anderer esse. Denn die Tage meines Volks werden sein wie die Tage eines Baumes, und ihrer Hände Werk werden meine Auserwählten genießen. 23 Sie sollen nicht umsonst arbeiten und keine Kinder für einen frühen Tod zeugen; denn sie sind das Geschlecht der Gesegneten des HERRN, und ihre Nachkommen sind bei ihnen. 24 Und es soll geschehen: Ehe sie rufen, will ich antworten; wenn sie noch reden, will ich hören. 25 Wolf und Lamm sollen beieinander weiden; der Löwe wird Stroh fressen wie das Rind, aber die Schlange muss Erde fressen. Man wird weder Bosheit noch Schaden tun auf meinem ganzen heiligen Berge, spricht der HERR. 

Jesaja 65,17-25

Großer Katechismus

Der Grund aber und die Notwendigkeit dafür, dass Gott dieses Gebot gegeben hat, ist, dass Gott sehr wohl weiß, wie böse die Welt ist und wieviel Unglück es im Leben gibt. Darum hat er dieses und andere Gebote gegeben, um das Gute zu schützen und das Böse zu verhindern. Wie es nun im Blick auf alle Gebote Anfechtungen gibt, sie zu übertreten, so auch bei diesem Gebot. Wir müssen z. B. mit vielen Leuten zusammenleben, die uns Leid antun, sodass wir alle Ursache haben, ihnen feind zu sein. So, wenn dein Nachbar sieht, dass dein Haus und Hof schöner und besser ist, dass du mehr Gut und Glück von Gott empfangen hast als er, so verdrießt ihn das, und er wird neidisch und redet nichts Gutes von dir. So bekommst du viele Feinde durch des Teufels Eingebung, die dir nichts Gutes an Leib und Seele gönnen. Wenn man sie dann trifft, fängt das Herz an zu wüten und zu grollen und will sich rächen. Und so kommt es zum Fluchen und Schlagen und schließlich zu Mord und Totschlag. Da tritt nun Gott wie ein freundlicher Vater dazwischen; er will den Hader und Streit beenden, sodass kein Unglück daraus entsteht und einer den andern umbringt. Und so will er einen jeden vor Frevel und Gewalttat beschirmen, ihn vor Verfolgung beschützen und in Sicherheit leben lassen. Dieses Gebot aber hat er wie eine Ringmauer, eine Festung und einen Zufluchtsort um den Nächsten aufgestellt, damit man ihm kein Leid antun und keinen Schaden an Leib und Leben zufügen soll. So ist der Sinn dieses Gebotes nun der, dass man niemand ein Leid antun soll um irgendeiner bösen Sache willen, auch wenn er es wirklich verdient hat; denn weil Totschlag verboten ist, ist auch alles verboten, woraus Totschlag entspringen mag. Denn mancher, auch wenn er nicht tötet, flucht doch und wünscht demjenigen alles Unglück, an den er Hand anzulegen sich scheut. Weil nun dieses einem jeden Menschen von Natur anhängt und es allgemeiner Brauch ist, dass keiner das Unrecht ertragen will, das ihm ein anderer zufügt, so will Gott die Wurzel und Ursache aller Bitterkeit beseitigen, die unser Herz dem Nächsten gegenüber empfindet. Er will uns daran gewöhnen, dass wir dieses Gebot immer vor Augen haben und wie einen Spiegel uns vorhalten: Seinen Willen sollen wir ansehen und das Unrecht, das wir erleiden, im herzlichen Vertrauen und unter Anrufung seines Namens ihm anbefehlen. Jene aber, die uns feindlich gesinnt sind, sollen wir toben, zürnen und tun lassen, was sie wollen. So soll ein Mensch lernen, seinen Zorn zu dämpfen und von Herzen geduldig und sanft zu sein, insbesondere gegen jene, die ihm Grund geben zu zürnen, nämlich gegen seine Feinde.

Darum ist der ganze Inhalt dieses Gebotes, der den schlichten Christen aufs Deutlichste einzuprägen ist, erstens der, dass man niemand ein Leid antun soll, weder durch Wort noch Tat. Unsere Zunge sollen wir nicht dazu gebrauchen, irgendetwas zu tun oder zu reden, zu raten oder in etwas einzuwilligen, wodurch jemand beleidigt werden könnte. Schließlich soll unser Herz niemand feind sein und nicht aus Zorn oder Hass ihm Böses wünschen. So sollen Leib und Seele an niemand schuldig werden, vor allem nicht an
dem, der dir Böses wünscht oder zufügt; denn demjenigen Böses tun, der dir Gutes gönnt und tut, das ist nicht menschlich, sondern teuflisch.

Zweitens übertritt nicht allein derjenige dieses Gebot, der Böses tut, sondern auch der, der dem Nächsten Gutes tun kann und es nicht tut; der es verhindern könnte, dass dem Nächsten Schaden an Leib und Leben widerfähr – und es nicht verhindert und den Nächsten vor Leid nicht schützt und rettet. Wenn du nun einen Nackten gehen lässt und hättest ihn kleiden können, dann hast du ihn erfrieren lassen. Siehst du jemand Hunger leiden und speist ihn nicht, dann lässt du ihn verhungern. Ebenso wenn du siehst, dass jemand zum Tode verurteilt ist oder in Todesnot ist und du ihn nicht rettest, obgleich
du Mittel und Wege dazu wüsstest, dann hast du ihn getötet. Und es wird dir nichts helfen, wenn du dich damit entschuldigst, dass du an seinem Tode unbeteiligt warst und du weder mit Rat noch Tat beteiligt warst; denn du hast ihm die Liebe entzogen und die Hilfe versagt, durch die er am Leben geblieben wäre.

Darum nennt Gott mit Recht auch alle diejenigen Mörder, die in Not und Gefahr des Leibes und Lebens dem Nächsten nicht mit Rat und Tat helfen, und Gott wird am Jüngsten Tage ein schreckliches Urteil über sie ergehen lassen, wie Christus selbst verkündigt und spricht (Math. 25, 42-43): „Ich bin hungrig und durstig gewesen, und ihr habt mich nicht gespeist und getränkt; ich bin ein Gast gewesen, und ihr habt mich nicht beherbergt; ich bin nackend gewesen, und ihr habt mich nicht gekleidet; ich bin krank und gefangen gewesen, und ihr habt mich nicht besucht.“ Das heißt, ihr hättet mich und die Meinen wohl an Hunger, Durst und Frost sterben lassen, von wilden Tieren zerreißen und im Gefängnis verfaulen und im Elend umkommen lassen. Das bedeutet nichts anderes, als dass sie Mörder und Bluthunde genannt werden! Und wenn du auch dieses nicht mit der Tat begangen hast, so hast du ihn doch, was dich betrifft, im Unglück stecken und umkommen lassen. Und das ist ebenso viel, als ob ich jemand auf hoher See fahren und sich abmühen sehe oder als ob jemand in das Feuer gefallen wäre und ich könnte ihm die Hand reichen, ihn herausziehen und retten – und es doch nicht täte! Würde ich anders vor der Welt dastehen als ein Mörder und Bösewicht?

Darum ist das der tiefste Sinn, den Gott mit diesem Gebot verbindet, dass wir keinem Menschen Leid widerfahren lassen, sondern ihm alles Gute tun und ihm alle Liebe erweisen, insbesondere, wie oben gesagt, denen gegenüber, die unsere Feinde sind. Denn nur Freunden Gutes zu tun, das ist eine ganz gewöhnliche heidnische Tugend, wie Christus Matthäus 5 sagt. Da haben wir nun nochmals Gottes Wort, durch das er uns zu einem rechten und edlen Tun bewegen will – zu Sanftmütigkeit und Geduld und vor
allem zu Liebe und allem Guten unsern Feinden gegenüber. Er will uns immer wieder daran erinnern, an das 1. Gebot zurückzudenken, dass er nämlich unser Gott ist, und das heißt, dass er uns helfen, beistehen und schützen wolle; dadurch will er unsere Lust dämpfen, uns selber zu rächen. Dies sollte man nun gründlich einprägen, dann würden wir alle Hände voll zu tun haben, Gutes zu tun. Aber dann würden wir nicht für Mönche predigen, dann würden wir dem geistlichen Stande Abbruch tun und der Heiligkeit der Karthäuser zu nahe treten! Und dann könnten wir gleich die „guten Werke“ verbieten und die Klöster räumen lassen! Denn auf diese Weise würden die Laienchristen ebensoviel, ja noch viel mehr gelten als die „Geistlichen“; und jeder würde sehen, wie sie die Welt mit einem falschen heuchlerischen Schein der Heiligkeit blenden und verführen, weil sie dieses und andere Gebote in den Wind geschlagen haben, als seien sie nicht nötig und wären es nicht Gebote, sondern bloße Ratschläge. Und dabei haben sie ihr heuchlerisches Wesen und Tun als das vollkommenste Leben gerühmt und haben damit geprahlt, damit sie nur ja ein gutes und sanftes Leben führen möchten ohne Kreuz und Leid. Darum sind sie auch in die Klöster gelaufen, damit sie von niemand etwas zu erleiden und niemand etwas Gutes zu tun brauchten. Du aber wisse, dass dieses das rechte, heilige und göttliche Tun ist, an welchem Gott sich mit allen Engeln freut. Dagegen ist alle menschliche Heiligkeit Gestank und Unrat und verdient nichts anderes als Zorn und Verdammnis.

Dr. Martin Luther, Großer Katechimsus (1529): 5. Gebot (verf)

Es segne und behüte Euch Gott, der allmächtige und barmherzige, der Vater, Sohn + Heiliger Geist 
+ Friede sei mit Euch + 

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Jubilate (3. Sonntag nach Ostern)

Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur; das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden.

1.Korinther 5,17

Introitus

Jauchzet Gott, alle Lande! Lobsinget zur Ehre seines Namens; rühmet ihn herrlich! Sprecht zu Gott: Wie wunderbar sind deine Werke! Deine Feinde müssen sich beugen vor deiner großen Macht. Alles Land bete dich an und lobsinge dir, lobsinge deinem Namen. Sela.

Kommt her und sehet an die Werke Gottes, der so wunderbar ist in seinem Tun an den Menschenkindern. Er verwandelte das Meer in trockenes Land, sie gingen zu Fuß durch den Strom; dort wollen wir uns seiner freuen. Er herrscht mit seiner Gewalt ewiglich, seine Augen schauen auf die Völker. Die Abtrünnigen können sich nicht erheben. Sela. 

Lobet, ihr Völker, unsern Gott, lasst seinen Ruhm weit erschallen, der unsre Seelen am Leben erhält und lässt unsere Füße nicht gleiten. 

Psalm 66 verdeutscht von Dr. Martin Luther (Revision 2017)

Kollekte

Du Gott,
himmlischer Vater,
Deine Schöpfung singt Dir ihr Loblied –
die Vögel des Himmels,
die Tiere auf den Feldern und in den Wäldern.
Bäume, Sträucher und Blumen –
sie werfen Dir ihre Blütenpracht entgegen.
Dein Geist wecke unsere Sinne und unsere Seele,
damit wir dich loben und preisen.
Deinem Sohn, Jesus Christus,
auferstanden von den Toten,
gehört unsere Zukunft.
Amen.

Tagesgebet zu Jubilate

Alttestamentliche Lesung

Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde. 2 Und die Erde war wüst und leer, und Finsternis lag auf der Tiefe; und der Geist Gottes schwebte über dem Wasser. 3 Und Gott sprach: Es werde Licht! Und es ward Licht. 4 Und Gott sah, dass das Licht gut war. Da schied Gott das Licht von der Finsternis 

Und Gott sprach: Lasset uns Menschen machen, ein Bild, das uns gleich sei, die da herrschen über die Fische im Meer und über die Vögel unter dem Himmel und über das Vieh und über die ganze Erde und über alles Gewürm, das auf Erden kriecht. 27 Und Gott schuf den Menschen zu seinem Bilde, zum Bilde Gottes schuf er ihn; und schuf sie als Mann und Frau[1]. 28 Und Gott segnete sie und sprach zu ihnen: Seid fruchtbar und mehret euch und füllet die Erde und machet sie euch untertan und herrschet über die Fische im Meer und über die Vögel unter dem Himmel und über alles Getier, das auf Erden kriecht.

Und Gott sah an alles, was er gemacht hatte, und siehe, es war sehr gut.

So wurden vollendet Himmel und Erde mit ihrem ganzen Heer. 2 Und so vollendete Gott am siebenten Tage seine Werke, die er machte, und ruhte am siebenten Tage von allen seinen Werken, die er gemacht hatte. 3 Und Gott segnete den siebenten Tag und heiligte ihn, weil er an ihm ruhte von allen seinen Werken, die Gott geschaffen und gemacht hatte. 

Genesis (1. Mose) 1,1-4.26-28.31a

Versikel

Christus hat dem Tode die Macht genommen, Halleluja, und das Leben und ein unvergängliches Wesen ans Licht gebracht durch das Evangelium. Halleluja.

2. Timotheus 1,10

Epistel Lese

Paulus aber stand mitten auf dem Areopag und sprach: Ihr Männer von Athen, ich sehe, dass ihr die Götter in allen Stücken sehr verehrt. 23 Denn ich bin umhergegangen und habe eure Heiligtümer angesehen und fand einen Altar, auf dem stand geschrieben: Dem unbekannten Gott. Nun verkündige ich euch, was ihr unwissend verehrt. 24 Gott, der die Welt gemacht hat und alles, was darinnen ist, er, der Herr des Himmels und der Erde, wohnt nicht in Tempeln, die mit Händen gemacht sind. 25 Auch lässt er sich nicht von Menschenhänden dienen wie einer, der etwas nötig hätte, da er doch selber jedermann Leben und Odem und alles gibt. 26 Und er hat aus einem Menschen das ganze Menschengeschlecht gemacht, damit sie auf dem ganzen Erdboden wohnen, und er hat festgesetzt, wie lange sie bestehen und in welchen Grenzen sie wohnen sollen, 27 dass sie Gott suchen sollen, ob sie ihn wohl fühlen und finden könnten; und fürwahr, er ist nicht ferne von einem jeden unter uns. 28 Denn in ihm leben, weben und sind wir; wie auch einige Dichter bei euch gesagt haben: Wir sind seines Geschlechts. 29 Da wir nun göttlichen Geschlechts sind, sollen wir nicht meinen, die Gottheit sei gleich den goldenen, silbernen und steinernen Bildern, durch menschliche Kunst und Gedanken gemacht. 30 Zwar hat Gott über die Zeit der Unwissenheit hinweggesehen; nun aber gebietet er den Menschen, dass alle an allen Enden Buße tun. 31 Denn er hat einen Tag festgesetzt, an dem er richten will den Erdkreis mit Gerechtigkeit durch einen Mann, den er dazu bestimmt hat und den er vor allen Menschen bestätigt hat, indem er ihn von den Toten auferweckt hat. 32 Als sie von der Auferstehung der Toten hörten, begannen die einen zu spotten; die andern aber sprachen: Wir wollen dich darüber ein andermal weiterhören. 33 So ging Paulus weg aus ihrer Mitte. 34 Einige Männer aber schlossen sich ihm an und wurden gläubig; unter ihnen war auch Dionysius, einer aus dem Rat[3], und eine Frau mit Namen Damaris und andere mit ihnen. 

Apostelgeschichte 17,22-34

Hallelujavers

Lobt Gott in seinem Heiligtum. Alles, was Odem hat, lobe den Herrn. Der Herr ist auferstanden. Er ist wahrhaftig auferstanden. Halleluja, Halleluja.

Psalm 150,1a.6; Lukas 24,6a.34

Das heilige Evangelium

Ich bin der wahre Weinstock und mein Vater der Weingärtner. 2 Eine jede Rebe an mir, die keine Frucht bringt, nimmt er weg; und eine jede, die Frucht bringt, reinigt er, dass sie mehr Frucht bringe. 3 Ihr seid schon rein um des Wortes willen, das ich zu euch geredet habe. 4 Bleibt in mir und ich in euch. Wie die Rebe keine Frucht bringen kann aus sich selbst, wenn sie nicht am Weinstock bleibt, so auch ihr nicht, wenn ihr nicht an mir bleibt. 5 Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht; denn ohne mich könnt ihr nichts tun. 6 Wer nicht in mir bleibt, der wird weggeworfen wie eine Rebe und verdorrt, und man sammelt die Reben und wirft sie ins Feuer, und sie verbrennen. 7 Wenn ihr in mir bleibt und meine Worte in euch bleiben, werdet ihr bitten, was ihr wollt, und es wird euch widerfahren. 8 Darin wird mein Vater verherrlicht, dass ihr viel Frucht bringt und werdet meine Jünger. 

Johannes 15,1-9

Glaubensbekenntnis

Ich glaube an den einen Gott, den allmächtigen Vater, Schöpfer Himmels und der Erden, all des, das sichtbar und unsichtbar ist.

Und an den einen Herrn Jesus Christus, Gottes eingeborenen Sohn, der vom Vater geboren ist vor aller Zeit und Welt, Gott von Gott, Licht vom Licht, wahrhaftigen Gott vom wahrhaftigen Gott, geboren, nicht geschaffen, eines Wesens mit dem Vater, durch welchen alles geschaffen ist; welcher um uns Menschen und um unserer Seligkeit willen vom Himmel gekommen ist und leibhaft geworden durch den Heiligen Geist von der Jungfrau Maria und Mensch geworden; auch für uns gekreuzigt unter Pontius Pilatus, gelitten und begraben und am dritten Tage auferstanden nach der Schrift, und ist aufgefahren gen Himmel und sitzet zur Rechten des Vaters und wird wiederkommen mit Herrlichkeit, zu richten die Lebendigen und die Toten; dessen Reich kein Ende haben wird.

Und an den Herrn, den Heiligen Geist, der da lebendig macht, der von dem Vater und dem Sohn ausgeht, der mit dem Vater und dem Sohne zugleich angebetet und zugleich geehret wird, der durch die Propheten geredet hat.

Und die eine, heilige, christliche, apostolische Kirche. Ich bekenne die eine Taufe zur Vergebung der Sünden und warte auf die Auferstehung der Toten und das Leben der zukünftigen Welt.

Nizänische Glaubensbekenntnis

Wochenlied

Mit Freuden zart zu dieser Fahrt lasst uns zugleich fröhlich singen, beid, groß und klein, von Herzen rein mit hellem Ton frei erklingen. Das ewig Heil wird uns zuteil, denn Jesus Christ erstanden ist, welchs er lässt reichlich verkünden.

Er ist der Erst, der stark und fest all unsre Feind hat bezwungen und durch den Tod als wahrer Gott zum neuen Leben gedrungen, auch seiner Schar verheißen klar durch sein rein Wort, zur Himmelspfort desgleichen Sieg zu erlangen.

Singt Lob und Dank mit freiem Klang unserm Herrn zu allen Zeiten und tut sein Ehr je mehr und mehr mit Wort und Tat weit ausbreiten: so wird er uns aus Lieb und Gunst nach unserm Tod, frei aller Not, zur ewgen Freude geleiten.

Georg Vetter 1566 (LKG 161)

Predigttext

Der HERR hat mich schon gehabt im Anfang seiner Wege, ehe er etwas schuf, von Anbeginn her. Ich bin eingesetzt von Ewigkeit her, im Anfang, ehe die Erde war. Als die Tiefe noch nicht war, ward ich geboren, als die Quellen noch nicht waren, die von Wasser fließen. Ehe denn die Berge eingesenkt waren, vor den Hügeln ward ich geboren, als er die Erde noch nicht gemacht hatte noch die Fluren darauf noch die Schollen des Erdbodens. Als er die Himmel bereitete, war ich da, als er den Kreis zog über der Tiefe, als er die Wolken droben mächtig machte, als er stark machte die Quellen der Tiefe, als er dem Meer seine Grenze setzte und den Wassern, dass sie nicht überschreiten seinen Befehl; als er die Grundfesten der Erde legte, da war ich beständig bei ihm; ich war seine Lust täglich und spielte vor ihm allezeit; ich spielte auf seinem Erdkreis und hatte meine Lust an den Menschenkindern. So hört nun auf mich, meine Söhne! Wohl denen, die meine Wege einhalten! Hört die Zucht und werdet weise und schlagt sie nicht in den Wind! Wohl dem Menschen, der mir gehorcht, dass er wache an meiner Tür täglich, dass er hüte die Pfosten meiner Tore! Wer mich findet, der findet das Leben und erlangt Wohlgefallen vom HERRN. Wer aber mich verfehlt, zerstört sein Leben; alle, die mich hassen, lieben den Tod. 

Sprüche 8,22-32

Meine Predigten zum Hirtensonntag in Frankentrost:

Wochengebet

Du wunderbarer Gott,
du Lebensatem,
wie schön ist deine Schöpfung,
wie herrlich sind deine Gaben.

Wir feiern dich und das Leben.
Mit Sorge sehen wir,
wie bedroht es ist.
Wir sind in Sorge um die Kinder in Gaza.
Wir sorgen uns um die Menschen in der Ukraine. 
Wir fürchten um das Leben der Menschen im Sudan.
Wir feiern dich 
und legen an dein Herz die Opfer der zahllosen Kriege.
Wir rufen:
Kyrie eleison.

Wir feiern dich und das Leben.
Wir sehen, wie Ungerechtigkeit Leben zerstört.
Wir sind empört über die Machtgier,
die die Schöpfung ausraubt und
die die Hoffnungen der Menschen verachtet.
Hilflos sehen wir, wie Arme hungern
und der Frieden mit Füßen getreten wird.
Wir feiern dich
und legen an dein Herz das Zusammenleben der Völker.
Wir rufen:
Kyrie eleison.

Wir feiern dich und das Leben.
Wie erleben, wie Schmerzen die Lebensfreude angreift.
Wir fühlen mit unseren Kranken und
mit denen, die sie pflegen und sich um sie kümmern,
die sich verausgaben und kraftlos werden.
Wir trauern mit denen,
die geliebte Menschen verloren haben
und mit denen, die sich nach Trost sehnen.
Wir feiern dich
und legen an dein Herz die Hoffenden und die Träumenden.
Wir rufen:
Kyrie eleison.

Wir feiern dich und das Leben.
Wir freuen uns über unsere Kinder.
Wir freuen uns über alle, 
die in diesen Wochen getauft und konfirmiert werden.
Wir freuen uns mit allen,
die sich in diesen Tagen finden und beieinanderbleiben wollen. 
Dein Segen begleite sie.
Wir rufen:
Kyrie eleison.

Wir feiern dich und das Leben.
Du schenkst uns den Glauben,
du sprichst zu uns,
du gibst Brot und Wein.
Bei dir ist die Fülle des Lebens.
Du wunderbarer Gott,
du Lebensatem.
Wir danken dir durch Jesus Christus
Heute und morgen und alle Tage.
Amen.

Wochengebet (VELKD)

+ Der Herr sei mit Euch +

Der Herr segne und behüte Dich. Der Herr lasse Sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig. Der Herr erhebe Sein Angesicht auf Dich und schenke Dir Seinen Frieden. (4. Mose 6,24-26)

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Halleluja! Lobet Gott in seinem Heiligtum, lobet ihn in der Feste seiner Macht! (Psalm 150)

Immanuel (Frankentrost, MI)

Halleluja! Lobet Gott in seinem Heiligtum, lobet ihn in der Feste seiner Macht! 2 Lobet ihn für seine Taten, lobet ihn in seiner großen Herrlichkeit! 3 Lobet ihn mit Posaunen, lobet ihn mit Psalter und Harfen! 4 Lobet ihn mit Pauken und Reigen, lobet ihn mit Saiten und Pfeifen! 5 Lobet ihn mit hellen Zimbeln, lobet ihn mit klingenden Zimbeln! 6 Alles, was Odem hat, lobe den HERRN! Halleluja! 

Psalm 150. Verdeutscht von Dr. Martin Luther (Version 2017)

Des Morgens, wenn Du aufstehst, kannst Du Dich segnen mit dem Zeichen des heiligen Kreuzes und sagen: 

Das walte Gott Vater + Sohn und Heiliger Geist! Amen

Apostolische Glaubensbekenntnis 

Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde. 

Und an Jesum Christum, seinen einigen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist von dem Heiligen Geist, geboren aus Maria der Jungfrau, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, niedergefahren zur Hölle, am dritten Tage wieder auferstanden von den Toten, aufgefahren gen Himmel; sitzend zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters; von dannen er kommen wird zu richten die Lebendigen und die Toten. 

Ich glaube an den Heiligen Geist, eine heilige christliche Kirche, die Gemeinde der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. Amen.

Vaterunser 

Vater unser im Himmel
Geheiligt werde Dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Willst du, so kannst du dies Gebet dazu sprechen (Luthers Morgensegen)

Ich danke Dir, mein himmlischer Vater, durch Jesus Christus, Deinen lieben Sohn, daß Du mich diese Nacht vor allem Schaden und Gefahr behütet hast, und bitte Dich, Du wollest mich diesen Tag auch behüten vor Sünden und allem Übel, daß Dir all mein Tun und Leben gefalle. Denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in Deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde.

Als dann mit Freuden an Dein Werk gegangen und etwa ein Lied gesungen oder was Dir Deine Andacht eingibt.

Kollekte für Miserikordias Domini.

Herr Jesus Christus, Du bist der gute Hirte, Du führst uns auf Deinen Wegen und läßt uns nicht Mangel leiden. Von Dir werden wir nicht verlassen. Wir bitten Dich: Halte uns zusammen bei Dir: Suche die Verlorenen. Sammle die Verstreuten, daß am Ende dieser Zeit die Deinen geschart sind um Dich, der Du mit dem Vater und dem Heiligen Geist lebst und regierst von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

Evangelisches Gottesdienstbuch (199, S.328)

Christus spricht: Ich bin der gute Hirte. Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie und sie folgen mir; und ich gebe ihnen das ewige Leben.

Johannes 10,11a.27f

Lied aus dem lutherischen Kirchengesangbuch

Nun freut Euch hier und überall, Ihr Schwestern und Ihr Brüder; Das Heil, das durch den Todesfall gesunken, stehet wieder. Des Lebens Leben lebet noch, sein Arm hat aller Feinde Joch mit aller Macht zerbrochen.

Die Morgenröte war noch nicht mit ihrem Licht vorhanden, und siehe, da war schon das Licht, das ewig leucht’, erstanden. Die Sonne war noch nicht erwacht, da wacht und ging in voller Macht die unerschaffne Sonne.

O Lebensfürst, o starker Leu, aus Juda Stamm erstanden, so bist Du nun wahrhaftig frei von Todes Strick und Banden. Du hast gesiegt und trägst zum Lohn ein allzeit unverwelkte Kron als Herr all Deiner Feinde.

Ich will Dich rühmen, wie Du seist die Pest und Gift der Höllen; ich will auch, Herr, durch Deinen Geist mich Dir zur Seiten stellen, und mit Dir sterben, wie Du stirbst, und was Du in dem Sieg erwirbst, soll meine Beute bleiben.

Ich will von Sünden auferstehn, wie Du vom Grab aufstehest, ich will zum andern Leben gehn, wie Du zum Himmel gehest. Dies Leben ist doch lauter Tod, drum komm und reiß aus aller Not uns in das rechte Leben.

Paul Gerhardt 1653 (LKG 169)

Fortlaufende Lese

Wie es um mich steht, wird euch alles Tychikus berichten, der liebe Bruder und treue Diener und Mitknecht in dem Herrn,  8 den ich darum zu euch sende, dass ihr erfahrt, wie es uns ergeht, und damit er eure Herzen tröste.  9 Mit ihm sende ich Onesimus, den treuen und lieben Bruder, der einer der Euren ist. Wie es hier um uns steht, werden sie euch alles berichten.  10 Es grüßen euch Aristarch, mein Mitgefangener, und Markus, der Vetter des Barnabas – seinetwegen habt ihr schon Weisungen empfangen; wenn er zu euch kommt, nehmt ihn auf –,  11 und Jesus mit dem Beinamen Justus. Von denen aus der Beschneidung sind sie allein meine Mitarbeiter am Reich Gottes, und sie sind mir ein Trost geworden.  12 Es grüßt euch Epaphras, der einer von den Euren ist, ein Knecht Christi Jesu, der allezeit in seinen Gebeten für euch ringt, auf dass ihr fest steht, vollkommen und erfüllt mit allem, was Gottes Wille ist.  13 Ich bezeuge ihm, dass er viel Mühe hat um euch und um die in Laodizea und in Hierapolis.  14 Es grüßt euch Lukas, der Arzt, der Geliebte, und Demas.  15 Grüßt die Brüder und Schwestern in Laodizea und Nympha und die Gemeinde in ihrem Hause.  16 Und wenn der Brief bei euch gelesen ist, so sorgt dafür, dass er auch in der Gemeinde von Laodizea gelesen wird und dass ihr auch den von Laodizea lest.  17 Und sagt dem Archippus: Sieh auf das Amt, das du empfangen hast in dem Herrn, dass du es ausfüllst!  18 Mein Gruß mit meiner, des Paulus, Hand. Gedenkt meiner Fesseln! Die Gnade sei mit euch! 

Kolosser 4,7-18

Morgenlese

Und Jesus ging umher im Tempel in der Halle Salomos. 24 Da umringten ihn die Juden und sprachen zu ihm: Wie lange hältst du uns im Ungewissen? Bist du der Christus, so sage es frei heraus. 25 Jesus antwortete ihnen: Ich habe es euch gesagt, und ihr glaubt nicht. Die Werke, die ich tue in meines Vaters Namen, die zeugen von mir. 26 Aber ihr glaubt nicht, denn ihr seid nicht von meinen Schafen. 27 Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie und sie folgen mir; 28 und ich gebe ihnen das ewige Leben, und sie werden nimmermehr umkommen, und niemand wird sie aus meiner Hand reißen. 29 Was mir mein Vater gegeben hat, ist größer als alles, und niemand kann es aus des Vaters Hand reißen. 30 Ich und der Vater sind eins. 

Johannes 10:23-30

Abendlese

So habt nun acht auf euch selbst und auf die ganze Herde, in der euch der Heilige Geist eingesetzt hat zu Bischöfen, zu weiden die Gemeinde Gottes, die er durch sein eigenes Blut erworben hat. 29 Denn das weiß ich, dass nach meinem Abschied reißende Wölfe zu euch kommen, die die Herde nicht verschonen werden. 30 Auch aus eurer Mitte werden Männer aufstehen, die Verkehrtes reden, um die Jünger an sich zu ziehen. 31 Darum seid wachsam und denkt daran, dass ich drei Jahre lang Tag und Nacht nicht abgelassen habe, einen jeden unter Tränen zu ermahnen. 32 Und nun befehle ich euch Gott und dem Wort seiner Gnade, der da mächtig ist, euch zu erbauen und das Erbe zu geben mit allen, die geheiligt sind.

Apostelgeschichte 20,28-32

Bekenntnislese

Dies soll uns immer wieder bewegen, voller Lust und Liebe diejenigen in unser Herz zu schließen, denen wir Ehrerbietung schuldig sind, und unsere Hände zu erheben und Gott fröhlich zu danken, der uns diese Zusage gegeben hat. Um ihretwillen sollen wir bis ans Ende der Welt laufen. Denn auch wenn sich die ganze Welt zusammentun würde, könnte sie unser Leben nicht um eine Stunde verlängern oder auch nur ein Korn aus der Erde wachsen lassen. Gott aber kann und will dir alles überreichlich geben – ganz wie dein Herz es verlangt. Wer nun dies verachtet und in den Wind schlägt, der ist es überhaupt nicht wert, dass er ein Gotteswort hört.

Das alles ist nun sehr ausführlich denen gesagt, an die sich dieses Gebot wendet. Daneben wäre wohl auch den Eltern einzuprägen, was ihres Amtes ist – wie sie sich denen gegenüber verhalten sollen, die ihnen anbefohlen sind. Dies steht zwar in den 10 Geboten nicht ausdrücklich drin, aber es ist sonst an vielen Stellen der Heiligen Schrift reichlich geboten. Auch will es Gott in diesem Gebot mit inbegriffen haben, denn er redet ja von Vater und Mutter; und er will nicht böse Buben und Tyrannen zu diesem Amt haben. Er gibt ihnen auch nicht deswegen die Vollmacht und das Recht zu regieren, damit sie sich anbeten lassen. Sondern sie sollen daran denken, dass auch sie Gott Gehorsam schuldig sind und sollen darauf bedacht sein, dass sie sich vor allen Dingen ihrer Aufgabe und ihres Amtes von Herzen und in Treue annehmen. Ihre Kinder, Hausgenossen, Untertanen und so fort sollen sie nicht allein ernähren und leiblich versorgen, sondern zuallererst zu Gottes Lob und Ehre aufziehen und hinführen.

Darum meine nicht, dass dies in deiner Willkür steht und du hier nach eigenem Belieben handeln könntest, sondern Gott hat dir einen strengen Befehl gegeben und auferlegt. Du wirst ihm dafür Rechenschaft geben müssen.

Leider ist hier wieder zu beklagen, dass niemand dieses wahrnimmt und beachtet. Sie leben dahin, als gebe uns Gott Kinder, damit wir an ihnen bloß unsere Lust und Kurzweil hätten; oder als seien die Hausangestellten nur dazu da, damit wir sie wie eine Kuh oder einen Esel allein zum Arbeiten gebrauchten; oder als ob wir mit den Untertanen ganz nach unserm Belieben umgehen dürften. Wir lassen sie leben, als ginge es uns nichts an, was sie lernen oder wie sie leben. Und niemand will es wahrhaben, dass es der Befehl der hohen Majestät Gottes ist, der es mit allem Ernst von uns fordert und es strafen wird, wenn wir seinem Befehl nicht folgen. Niemand will es auch wahrhaben, dass es so sehr nötig ist, sich der Jugend mit Ernst anzunehmen.

Denn wenn wir in Kirche und Welt tüchtige und geschickte Leute haben wollen, dann dürfen wir allerdings keinen Fleiß, keine Mühe und kein Geld an unsern Kindern sparen, um sie zu unterrichten und auszubilden, damit sie Gott und der Welt dienen mögen. Und wir dürfen nicht allein daran denken, wie wir ihnen Geld und Gut sammeln, denn Gott kann sie wohl auch ohne uns ernähren und reich machen, wie er es auch täglich tut.

Darum aber hat er uns Kinder gegeben und anbefohlen, dass wir sie nach seinem Willen
erziehen und lenken; sonst brauchte er Vater und Mutter nicht. Darum soll ein jeder wissen, dass er es bei Verlust der göttlichen Gnade schuldig ist, seine Kinder vor allen Dingen zur Furcht und Erkenntnis Gottes zu führen und, wo sie begabt sind, sie auch lernen und studieren lasse, damit man sie gebrauchen könne, wo es nötig ist.

Wenn man nun solches tun würde, würde uns Gott auch reichlich segnen und Gnade geben, solche Leute zu erziehen, von denen Land und Leute einen Vorteil hätten, außerdem auch tüchtige und gut ausgebildete Bürger und wohlerzogene Hausfrauen, die ihrerseits fromme Kinder erziehen möchten.

Nun denk einmal selber darüber nach, einen wie großen Schaden du anrichtest, wenn du in dieser Sache etwas versäumst und es an etwas fehlen lässt und du dein Kind nicht gut und zu seinem Heil erziehst. Du bringst dich in größte Schuld und ziehst dir Gottes Zorn zu und verdienst so die Hölle an deinen eignen Kindern, auch wenn du sonst fromm und heilig bist. Deswegen straft Gott auch die Welt so grausam, weil man dieses verachtet, sodass wir keine Zucht und Ordnung und keinen Frieden im Lande haben. Wir beklagen es zwar alle, sehen aber nicht, dass es unsere Schuld ist. Denn so, wie wir sie jetzt erziehen, haben wir auch entsprechend ungeratene und ungehorsame Untergebene.

Dies sei genug zur Ermahnung. Noch mehr davon zu reden, mag zu
anderer Zeit geschehen.

Das 5. Gebot: Du sollst nicht töten.

Wir haben nun beides behandelt, sowohl das geistliche als auch das weltliche „Regiment“, d. h. den Gehorsam sowohl Gott gegenüber als auch gegenüber den weltlichen Autoritäten. Nun aber gehen wir aus unserm Hause heraus zu den Nachbarn, um zu lernen, wie wir untereinander leben sollen, ein jeder mit seinem Nächsten. Darum bezieht sich dieses Gebot nicht auf Gott und die Obrigkeit; ihnen ist die Vollmacht zu töten nicht durch dieses Gebot genommen. Denn Gott hat sein Recht, Übeltäter zu strafen, der staatlichen Obrigkeit an der Eltern Statt befohlen; denn diese haben früher,
wie man bei Mose liest, ihre Kinder selbst vor Gericht stellen und zum Tode verurteilen müssen. Deswegen ist das, was hier verboten ist, nicht der Obrigkeit verboten, sondern dem Einzelnen in seinem Verhalten dem Nächsten gegenüber.

Dieses Gebot ist nun leicht verständlich; es ist auch schon oft behandelt worden, weil man es Jahr für Jahr im Evangelium Matthäus 5 hört. Dort legt es Christus selbst aus und fasst es zusammen, nämlich dass man nicht töten soll, weder mit der Hand noch im Herzen, weder durch Reden noch durch Verhalten, auch nicht durch Beihilfe. Darum ist im 5. Gebot jedem verboten zu zürnen – ausgenommen, wie gesagt, sind diejenigen, die an Gottes Statt sitzen, d. h. Eltern und Obrigkeit. Denn Gott und all jene, die von ihm über andere gesetzt sind, haben ein Recht zu zürnen, zu schelten und jene zu strafen, die dieses und andere Gebote übertreten.

Dr. Martin Luther, Großer Katechismus (1529): 4. Gebot verf. und 5. Gebot (I,166-182)


Es segne und behüte Euch Gott, der allmächtige und barmherzige, der Vater, Sohn + Heiliger Geist 
+ Friede sei mit Euch + 

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Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen? (Psalm 22)

Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen? Ich schreie, aber meine Hilfe ist ferne. 3 Mein Gott, des Tages rufe ich, doch antwortest du nicht, und des Nachts, doch finde ich keine Ruhe. 4 Aber du bist heilig, der du thronst über den Lobgesängen Israels. 5 Unsere Väter hofften auf dich; und da sie hofften, halfst du ihnen heraus. 6 Zu dir schrien sie und wurden errettet, sie hofften auf dich und wurden nicht zuschanden. 7 Ich aber bin ein Wurm und kein Mensch, ein Spott der Leute und verachtet vom Volk. 8 Alle, die mich sehen, verspotten mich, sperren das Maul auf und schütteln den Kopf: 9 »Er klage es dem HERRN, der helfe ihm heraus und rette ihn, hat er Gefallen an ihm.« 10 Du hast mich aus meiner Mutter Leibe gezogen; du ließest mich geborgen sein an der Brust meiner Mutter. 11 Auf dich bin ich geworfen von Mutterleib an, du bist mein Gott von meiner Mutter Schoß an. 12 Sei nicht ferne von mir, denn Angst ist nahe; denn es ist hier kein Helfer. 13 Gewaltige Stiere haben mich umgeben, mächtige Büffel haben mich umringt. 14 Ihren Rachen sperren sie gegen mich auf wie ein brüllender und reißender Löwe. 15 Ich bin ausgeschüttet wie Wasser, / alle meine Gebeine haben sich zertrennt; mein Herz ist in meinem Leibe wie zerschmolzenes Wachs. 16 Meine Kräfte sind vertrocknet wie eine Scherbe, / und meine Zunge klebt mir am Gaumen, und du legst mich in des Todes Staub. 17 Denn Hunde haben mich umgeben, / und der Bösen Rotte hat mich umringt; sie haben meine Hände und Füße durchgraben. 18 Ich kann alle meine Gebeine zählen; sie aber schauen zu und weiden sich an mir. 19 Sie teilen meine Kleider unter sich und werfen das Los um mein Gewand. 20 Aber du, HERR, sei nicht ferne; meine Stärke, eile, mir zu helfen! 21 Errette mein Leben vom Schwert, mein einziges Gut von den Hunden! 

Psalm 22. Ein Psalm Davids, vorzusingen, nach der Weise »die Hirschkuh der Morgenröte«. Verdeutscht von Dr. Martin Luther (Revision 2017)

Des Morgens, wenn Du aufstehst, kannst Du Dich segnen mit dem Zeichen des heiligen Kreuzes und sagen: 

Das walte Gott Vater + Sohn und Heiliger Geist! Amen

Apostolische Glaubensbekenntnis 

Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde. 

Und an Jesum Christum, seinen einigen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist von dem Heiligen Geist, geboren aus Maria der Jungfrau, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, niedergefahren zur Hölle, am dritten Tage wieder auferstanden von den Toten, aufgefahren gen Himmel; sitzend zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters; von dannen er kommen wird zu richten die Lebendigen und die Toten. 

Ich glaube an den Heiligen Geist, eine heilige christliche Kirche, die Gemeinde der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. Amen.

Vaterunser 

Vater unser im Himmel
Geheiligt werde Dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Willst du, so kannst du dies Gebet dazu sprechen (Luthers Morgensegen)

Ich danke Dir, mein himmlischer Vater, durch Jesus Christus, Deinen lieben Sohn, daß Du mich diese Nacht vor allem Schaden und Gefahr behütet hast, und bitte Dich, Du wollest mich diesen Tag auch behüten vor Sünden und allem Übel, daß Dir all mein Tun und Leben gefalle. Denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in Deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde.

Als dann mit Freuden an Dein Werk gegangen und etwa ein Lied gesungen oder was Dir Deine Andacht eingibt.

Kollekte für Miserikordias Domini.

Herr Jesus Christus, Du bist der gute Hirte, Du führst uns auf Deinen Wegen und läßt uns nicht Mangel leiden. Von Dir werden wir nicht verlassen. Wir bitten Dich: Halte uns zusammen bei Dir: Suche die Verlorenen. Sammle die Verstreuten, daß am Ende dieser Zeit die Deinen geschart sind um Dich, der Du mit dem Vater und dem Heiligen Geist lebst und regierst von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

Evangelisches Gottesdienstbuch (199, S.328)

Christus spricht: Ich bin der gute Hirte. Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie und sie folgen mir; und ich gebe ihnen das ewige Leben.

Johannes 10,11a.27f

Lied aus dem lutherischen Kirchengesangbuch

Auf, auf, mein Herz, mit Freuden nimm wahr, was heut geschieht; wie kommt nach großem Leiden nun ein so großes Licht! Mein Heiland war gelegt da, wo man uns hinträgt, wenn von uns unser Geist gen Himmel ist gereist.

Er war ins Grab gesenket, der Feind trieb groß Geschrei; eh er’s vermeint und denket, ist Christus wieder frei und ruft Viktoria, schwingt fröhlich hier und da sein Fähnlein als ein Held, der Feld und Mut behält.

Der Held steht auf dem Grabe und sieht sich munter um; der Feind liegt und legt abe Gift, Gall, und Ungestüm. Er wirft zu Christi Fuß sein Höllenreich und muß selbst in des Siegers Band ergeben Fuß und Hand.

Das ist mir anzuschauen ein rechtes Freudenspiel; nun soll mir nicht mehr grauen vor allem, was mir will entnehmen meinen Mut zusamt dem edlen Gut, so mir durch Jesus Christ aus Lieb erworben ist.

Die Höll und ihre Rotten, die krümmen mir kein Haar; der Sünden kann ich spotten, bleib allzeit ohn Gefahr. Der Tod mit seiner Macht wird nichts bei mir geacht’: er bleibt ein totes Bild, und wär er noch so wild.

Die Welt ist mir ein Lachen mit ihrem großen Zorn, sie zürnt und kann nichts machen, all Arbeit ist verlorn. Die Trübsal trübt mir nicht mein Herz und Angesicht, das Unglück ist mein Glück, die Nacht mein Sonnenblick.

Ich hang und bleib auch hangen an Christus als ein Glied; wo mein Haupt durch ist gangen, da nimmt er mich auch mit. Er reißet durch den Tod, durch Welt, durch Sünd, durch Not, er reißet durch die Höll, ich bin stets sein Gesell.

Er dringt zum Saal der Ehren, ich folg ihm immer nach und darf mich gar nicht kehren
an einzig Ungemach. Es tobe, was da kann, mein Haupt nimmt sich mein an, mein Heiland ist mein Schild, der alles Toben stillt.

Er bringt mich an die Pforten, die in den Himmel führt, daran mit güldnen Worten
der Reim gelesen wird: »Wer dort wird mit verhöhnt, wird hier auch mit gekrönt; wer dort mit sterben geht, wird hier auch mit erhöht.«

Text: Paul Gerhardt 1647

Fortlaufende Lese

Seid beharrlich im Gebet und wacht in ihm mit Danksagung!  3 Betet zugleich auch für uns, auf dass Gott uns eine Tür für das Wort auftue und wir vom Geheimnis Christi reden können, um dessentwillen ich auch in Fesseln bin,  4 auf dass ich es so offenbar mache, wie ich es soll.  5 Verhaltet euch weise gegenüber denen, die draußen sind, und kauft die Zeit aus.  6 Eure Rede sei allezeit wohlklingend und mit Salz gewürzt, dass ihr wisst, wie ihr einem jeden antworten sollt. 

Kolosser 4,2-6

Morgenlese

Als Jesus das geredet hatte, ging er hinaus mit seinen Jüngern über den Bach Kidron; da war ein Garten, in den gingen er und seine Jünger. 2 Judas aber, der ihn verriet, kannte den Ort auch, denn Jesus versammelte sich oft dort mit seinen Jüngern. 3 Als nun Judas die Schar der Soldaten mit sich genommen hatte und Knechte der Hohenpriester und Pharisäer, kommt er dahin mit Fackeln, Lampen und mit Waffen. 4 Da nun Jesus alles wusste, was ihm begegnen sollte, ging er hinaus und sprach zu ihnen: Wen sucht ihr? 5 Sie antworteten ihm: Jesus von Nazareth. Er spricht zu ihnen: Ich bin’s! Judas aber, der ihn verriet, stand auch bei ihnen. 6 Als nun Jesus zu ihnen sprach: Ich bin’s!, wichen sie zurück und fielen zu Boden. 7 Da fragte er sie abermals: Wen sucht ihr? Sie aber sprachen: Jesus von Nazareth. 8 Jesus antwortete: Ich habe euch gesagt: Ich bin’s. Sucht ihr mich, so lasst diese gehen! 9 Damit sollte das Wort erfüllt werden, das er gesagt hatte: Ich habe keinen von denen verloren, die du mir gegeben hast.

Johannes 18,1-9

Abendlese

Darum hat auch Jesus, damit er das Volk heilige durch sein eigenes Blut, gelitten draußen vor dem Tor. 13 So lasst uns nun zu ihm hinausgehen vor das Lager und seine Schmach tragen. 14 Denn wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir. 15 So lasst uns nun durch ihn Gott allezeit das Lobopfer darbringen, das ist die Frucht der Lippen, die seinen Namen bekennen. 16 Gutes zu tun und mit andern zu teilen vergesst nicht; denn solche Opfer gefallen Gott. 17 Gehorcht euren Lehrern[2] und folgt ihnen, denn sie wachen über eure Seelen – und dafür müssen sie Rechenschaft geben –, damit sie das mit Freuden tun und nicht mit Seufzen; denn das wäre nicht gut für euch. 18 Betet für uns. Wir sind überzeugt, dass wir ein gutes Gewissen haben, und suchen in allen Dingen recht zu leben. 19 Umso mehr aber ermahne ich euch, dies zu tun, auf dass ich euch möglichst bald wiedergegeben werde.

20 Der Gott des Friedens aber, der den großen Hirten der Schafe, unsern Herrn Jesus, von den Toten heraufgeführt hat durch das Blut des ewigen Bundes, 21 der mache euch tüchtig in allem Guten, zu tun seinen Willen, und schaffe in uns, was ihm gefällt, durch Jesus Christus, welchem sei Ehre von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen. 

Hebräer 13,12-21

Bekenntnislese

Wen nun dieses nicht bewegen will, fromm zu werden, den befehlen wir dem Henker und dem Tod. Darum bedenke ein jeder, der sich belehren lassen will, dass Gott nicht mit sich scherzen lässt; und wisse, dass Gott mit dir redet und von dir Gehorsam fordert. Gehorchst du ihm, so bist du sein liebes Kind; verachtest du es aber, so wirst du Schande, Elend und Herzeleid zum Lohn haben. Ebenso ist auch vom Gehorsam der weltlichen Obrigkeit gegenüber zu reden. Auch sie gehört zum „Vaterstand“, und dieser Vaterstand erstreckt sich am allerweitesten. Denn hier geht es nicht nur um den Vater einer einzelnen Familie, sondern um den „Landesvater“, der so oft „Vater“ ist, wie er Einwohner, Bürger oder Untertanen hat. Denn Gott gibt und erhält uns durch sie Nahrung, Haus und Hof, Schutz und Sicherheit. Wie durch Eltern tut Gott das. Weil sie nun einen solchen Namen und Ehrentitel als höchste Auszeichnung tragen, sind wir es auch schuldig, sie zu ehren und zu achten und sie für den teuersten Schatz und das köstlichste Kleinod auf Erden zu halten.

Wer nun hier gehorsam, willig und dienstbereit ist und gerne alles tut, was ihnen zukommt, der soll wissen, dass Gott daran Gefallen hat und er mit Freude und Glück belohnt wird. Wer es aber nicht mit Liebe tun will, sondern wer den Gehorsam verachtet und sich widersetzt und rebelliert, soll dagegen wissen, dass er keine Gnade zu erwarten hat und keinen Segen empfangen wird. Und wo er meint, durch seinen Ungehorsam zu mehr Geld zu kommen, wird er auf andere Weise das Zehnfache wieder verlieren oder es dem Henker geben müssen; er wird durch Krieg, Krankheit oder sonstige Not umkommen
oder an seinen Kindern nichts Gutes erleben; er wird von seinen Hausbewohnern und Nachbarn oder Fremden und Tyrannen Unrecht und Gewalt erleiden müssen; so wird uns bezahlt und vergolten werden, was wir zu tun verdienen.

Wenn wir es uns nur einmal sagen ließen, dass Gott solch ein Tun gefällt und reichlich belohnt, würden wir überreichlich alles haben, was unser Herz begehrt. Weil man aber Gottes Wort und Gebot so verachtet, als hätte es irgendein Schwätzer dahergeredet, so lass sehen, ob du der Mann bist, der ihm trotzen könnte. Wie schwer wird es ihm wohl werden, dir dein Tun wieder zu vergelten?! Darum lebst du viel besser, wenn Gott sich dir zuwendet und dir Glück und Frieden schenkt, als wenn seine Ungnade über dich kommt und du in Unglück gerätst. Was meinst du wohl, warum jetzt die Welt so voller Untreue und Schandtaten, Jammer und Morden ist? Weil jeder sein eigener Herr sein will und keiner einen andern über sich haben will; und weil keiner auf den andern Rücksicht nimmt, sondern nur tut, wozu er Lust hat. Darum straft Gott einen bösen Buben mit dem andern. Wo du deinen Herrn betrügst oder verachtest, kommt ein anderer, der ebenso mit dir umspringt, sodass du in deinem Hause von Frau und Kind und andern Hausbewohnern zehnmal mehr wirst leiden müssen.

Wir fühlen unser Unglück wohl, murren und klagen über Untreue, Gewalttätigkeit und Unrecht, wollen aber nicht sehen, dass wir selber böse Buben sind, die Strafe reichlich verdient haben und um nichts besser sind. Wir wollen keine Gnade und kein Glück haben, darum haben wir verdientermaßen Unglück, und niemand erbarmt sich. Es müssen noch irgendwo fromme Leute auf Erden sein, dass uns Gott noch soviel Gutes übrig lässt. Was uns betrifft, so haben wir keinen Pfennig im Haus und keinen Strohhalm
auf dem Felde verdient.

Das alles habe ich mit so vielen Worten sagen müssen, damit man es doch einmal zu Herzen nimmt und wir die Blindheit und das Elend, darin wir stecken, loswerden und Gottes Wort und Willen recht erkennen und mit Ernst annehmen. Denn daraus allein könnten wir lernen, wie wir Freude, Glück und Heil in Zeit und Ewigkeit übergenug gewinnen könnten. So haben wir dreierlei „Väter“ in diesem Gebot vorgestellt: Väter des Blutes, des Hauses und des Landes. Darüber hinaus gibt es auch noch geistliche Väter, nicht wie im Papsttum, die sich zwar so haben nennen lassen, aber doch kein väterliches Amt geführt haben. Denn allein diejenigen werden geistliche Väter genannt, die uns durch das Wort Gottes regieren und vorstehen. So, wie sich St. Paulus rühmt, ein Vater zu sein (1. Kor. 4,13), wenn er sagt: „Ich habe euch in Jesus Christus gezeugt durch das Evangelium.“

Weil sie nun Väter sind, gebührt ihnen auch Ehre vor allen andern. Aber ihnen wird sie am allerwenigsten zuteil; denn die Welt ehrt sie so, dass man sie aus dem Lande jagt und ihnen kein Stück Brot gönnt! Sie müssen schließlich, wie Paulus sagt (1. Kor. 4,13), „der Welt Kehricht und Dreck“ sein. Doch es ist nötig, dieses auch dem einfachen Volk einzuprägen, dass nämlich diejenigen, die Christen sein wollen, es vor Gott schuldig sind, ihren Seelsorgern doppelte Ehre zuteil werden zu lassen, ihnen Gutes zu tun und sie zu versorgen. Gott will dir dafür auch genug geben, sodass du keinen Mangel leiden musst. Aber dagegen sträubt und wehrt sich ein jeder; sie haben die Sorge, dass der Bauch verschmachtet. Und so können sie jetzt nicht einmal einen einzigen rechtschaffenen Prediger ernähren, obgleich wir zuvor doch zehn Mastbäuche gefüllt haben. Damit verdienen wir es wiederum, dass uns Gott sein Wort und seinen Segen fortnimmt und uns Lügenprediger schickt, die uns zum Teufel führen und dazu noch bis auf’s Blut aussaugen.

Die aber Gottes Willen und Gebot vor Augen haben, haben die Zusage, dass ihnen reichlich vergolten werden soll, was sie den leiblichen und den geistlichen Vätern Gutes getan und worin sie ihnen Ehre erwiesen haben. Nicht dass sie für ein oder zwei Jahre Brot, Kleidung und Geld haben sollen, sondern langes Leben, Nahrung und Friede, und sie sollen ewig reich und selig sein. Darum tue nur, was du zu tun schuldig bist, und lass Gott dafür sorgen, wie er dich ernährt und genügend versorgt. Hat er es versprochen und noch nie gelogen, so wird er auch dich nicht belügen.

Dr. Martin Luther: Großer Katechismus 4.Gebot verf. (I,149-165)

Es segne und behüte Euch Gott, der allmächtige und barmherzige, der Vater, Sohn + Heiliger Geist 
+ Friede sei mit Euch + 

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