HERR, höre meine Worte, merke auf mein Seufzen! (Psalm 5)

Trinität gepostet in FB von Michael Kumm.

HERR, höre meine Worte, merke auf mein Seufzen! Vernimm mein Schreien, mein König und mein Gott; denn ich will zu dir beten. HERR, frühe wollest du meine Stimme hören, frühe will ich mich zu dir wenden und aufmerken. 

Denn du bist nicht ein Gott, dem Frevel gefällt; wer böse ist, bleibt nicht vor dir. Die Ruhmredigen bestehen nicht vor deinen Augen; du bist feind allen Übeltätern. Du vernichtest die Lügner; dem HERRN sind ein Gräuel die Blutgierigen und Falschen. Ich aber darf in dein Haus gehen durch deine große Güte und anbeten vor deinem heiligen Tempel in deiner Furcht. 

HERR, leite mich in deiner Gerechtigkeit um meiner Feinde willen; ebne vor mir deinen Weg! Denn in ihrem Munde ist nichts Verlässliches; ihr Inneres ist Bosheit. Ihr Rachen ist ein offenes Grab; mit ihren Zungen heucheln sie. Sprich sie schuldig, Gott, dass sie zu Fall kommen durch ihr Vorhaben. Stoße sie aus um ihrer vielen Übertretungen willen; denn sie sind widerspenstig gegen dich. 

Lass sich freuen alle, die auf dich trauen; ewiglich lass sie rühmen, denn du beschirmest sie. Fröhlich lass sein in dir, die deinen Namen lieben! Denn du, HERR, segnest die Gerechten, du deckest sie mit Gnade wie mit einem Schilde. 

Psalm 5. Ein Psalm Davids, vorzusingen, zum Flötenspiel. Verdeutscht von Dr. Martin Luther (Revision 2017)

Des Morgens, wenn Du aufstehst, kannst Du Dich segnen mit dem Zeichen des heiligen Kreuzes und sagen: 

Das walte Gott Vater + Sohn und Heiliger Geist! Amen

Apostolische Glaubensbekenntnis 

Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde. 

Und an Jesum Christum, seinen einigen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist von dem Heiligen Geist, geboren aus Maria der Jungfrau, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, niedergefahren zur Hölle, am dritten Tage wieder auferstanden von den Toten, aufgefahren gen Himmel; sitzend zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters; von dannen er kommen wird zu richten die Lebendigen und die Toten. 

Ich glaube an den Heiligen Geist, eine heilige christliche Kirche, die Gemeinde der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. Amen.

Vaterunser 

Vater unser im Himmel
Geheiligt werde Dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Willst du, so kannst du dies Gebet dazu sprechen (Luthers Morgensegen)

Ich danke Dir, mein himmlischer Vater, durch Jesus Christus, Deinen lieben Sohn, daß Du mich diese Nacht vor allem Schaden und Gefahr behütet hast, und bitte Dich, Du wollest mich diesen Tag auch behüten vor Sünden und allem Übel, daß Dir all mein Tun und Leben gefalle. Denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in Deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde.

Als dann mit Freuden an Dein Werk gegangen und etwa ein Lied gesungen oder was Dir Deine Andacht eingibt.

Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit Euch allen!

2. Korinther 13,13

Lied aus dem lutherischen Kirchengesangbuch

Gott der Vater steh uns bei und laß uns nicht verderben, mach uns aller Sünden frei
und hilf uns selig sterben. “Vor dem Teufel uns bewahr, halt uns bei festem Glauben und auf Dich laß uns bauen, aus Herzensgrund vertrauen, Dir uns lassen ganz und gar, mit allen rechten Christen entfliehen Teufels Listen, mit Gottes Kraft uns rüsten.” Amen, Amen, das sei wahr, so singen wir Halleluja.

Jesus Christus steh uns bei und laß uns nicht verderben, mach uns aller Sünden frei und hilf uns selig sterben. “Vor dem Teufel uns bewahr, halt uns bei festem Glauben und auf Dich laß uns bauen, aus Herzensgrund vertrauen, Dir uns lassen ganz und gar, mit allen rechten Christen entfliehen Teufels Listen, mit Gottes Kraft uns rüsten.” Amen, Amen, das sei wahr, so singen wir Halleluja.

Heilig Geist steh uns bei laß uns nicht verderben, mach uns aller Sünden frei und hilf uns selig sterben. “Vor dem Teufel uns bewahr, halt uns bei festem Glauben und auf Dich laß uns bauen, aus Herzensgrund vertrauen, Dir uns lassen ganz und gar, mit allen rechten Christen entfliehen Teufels Listen, mit Gottes Kraft uns rüsten.” Amen, Amen, das sei wahr, so singen wir Halleluja.

Nach einer Bittfahrtlitanei (15.Jhd), Dr. Martin Luther 1524. (LKG 192)

Fortlaufende Lese

Es hatten unsre Väter die Stiftshütte in der Wüste, wie der es angeordnet hatte, der zu Mose redete, dass er sie machen sollte nach dem Vorbild, das er gesehen hatte.  45 Diese übernahmen unsre Väter und brachten sie mit, als sie unter Josua das Land der Völker in Besitz nahmen, die Gott vertrieb vor dem Angesicht unsrer Väter, bis zur Zeit Davids.  46 Der fand Gnade bei Gott und bat darum, dass er eine heilige Stätte finden möge für das Haus Jakob.  47 Salomo aber baute ihm ein Haus.  48 Aber der Höchste wohnt nicht in Tempeln, die mit Händen gemacht sind, wie der Prophet spricht:  49 »Der Himmel ist mein Thron und die Erde der Schemel meiner Füße; was wollt ihr mir denn für ein Haus bauen«, spricht der Herr, »oder was ist die Stätte meiner Ruhe?  50 Hat nicht meine Hand das alles gemacht?«  51 Ihr, halsstarrig und unbeschnitten an Herzen und Ohren, ihr widerstrebt allezeit dem Heiligen Geist, wie eure Väter, so auch ihr.  52 Welchen der Propheten haben eure Väter nicht verfolgt? Und sie haben getötet, die zuvor verkündigten das Kommen des Gerechten, dessen Verräter und Mörder ihr nun geworden seid.  53 Ihr habt das Gesetz empfangen durch Weisung von Engeln und habt’s nicht gehalten. 

Apostelgeschichte 7,44-53

Morgenlese

Höre, Israel, der HERR ist unser Gott, der HERR ist einer. Und du sollst den HERRN, deinen Gott, lieb haben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und mit all deiner Kraft. Und diese Worte, die ich dir heute gebiete, sollst du zu Herzen nehmen und sollst sie deinen Kindern einschärfen und davon reden, wenn du in deinem Hause sitzt oder unterwegs bist, wenn du dich niederlegst oder aufstehst. Und du sollst sie binden zum Zeichen auf deine Hand, und sie sollen dir ein Merkzeichen zwischen deinen Augen sein, und du sollst sie schreiben auf die Pfosten deines Hauses und an die Tore. Wenn dich nun der HERR, dein Gott, in das Land bringen wird, von dem er deinen Vätern Abraham, Isaak und Jakob geschworen hat, es dir zu geben – große und schöne Städte, die du nicht gebaut hast, und Häuser voller Güter, die du nicht gefüllt hast, und ausgehauene Brunnen, die du nicht ausgehauen hast, und Weinberge und Ölbäume, die du nicht gepflanzt hast –, und wenn du nun isst und satt wirst, so hüte dich, dass du nicht den HERRN vergisst, der dich aus Ägyptenland, aus der Knechtschaft, geführt hat, sondern du sollst den HERRN, deinen Gott, fürchten und ihm dienen und bei seinem Namen schwören.

5. Mose (Deuteronomium) 6,4-13

Abendlese

Deshalb beuge ich meine Knie vor dem Vater, von dem jedes Geschlecht im Himmel und auf Erden seinen Namen hat, dass er euch Kraft gebe nach dem Reichtum seiner Herrlichkeit, gestärkt zu werden durch seinen Geist an dem inwendigen Menschen, dass Christus durch den Glauben in euren Herzen wohne. Und ihr seid in der Liebe eingewurzelt und gegründet, damit ihr mit allen Heiligen begreifen könnt, welches die Breite und die Länge und die Höhe und die Tiefe ist, auch die Liebe Christi erkennen könnt, die alle Erkenntnis übertrifft, damit ihr erfüllt werdet, bis ihr die ganze Fülle Gottes erlangt habt. Dem aber, der überschwänglich tun kann über alles hinaus, was wir bitten oder verstehen, nach der Kraft, die in uns wirkt, dem sei Ehre in der Gemeinde und in Christus Jesus durch alle Geschlechter von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen. 

Epheser 3,14-21

Bekenntnislese

Eine kurze Ermahnung zur Beichte
Von der Beichte haben wir immer gelehrt, dass sie frei sein soll. Wir haben die Tyrannei des Papstes beseitigt, sodass wir alle von der unerträglichen Bürde und Last befreit und von dem Zwang los sind, der der Christenheit auferlegt worden war. Denn nichts war, wie wir es alle erfahren haben, so schwer und erdrückend als der Zwang, dass jeder beichten musste. Nicht zu beichten war die größte Todsünde.

Außerdem hatte man die Beichte so schwer gemacht und die Gewissen dadurch gemartert, dass man die Sünden alle aufzählen sollte. Man hat darum nie genug beichten können!

Und das Schlimmste dabei war, dass niemand gelehrt und gewusst hat, was die Beichte
eigentlich ist oder wie nützlich und tröstlich sie ist. Sondern man hat uns aus ihr eine reine Angst- und Marterhölle gemacht, weil jeder hat beichten müssen. Keiner andern Sache ist man so feind gewesen wie gerade der Beichte.

Diese drei Dinge sind uns nun abgenommen und erlassen: Dass wir ohne Zwang und Furcht beichten dürfen, dass auch die Quälerei aufgehört hat, alle Sünden genau nennen zu müssen; außerdem haben wir noch den Vorteil, dass wir wissen, wie man die Beichte zur Tröstung und Stärkung unsers Gewissens zu unserm Heile gebrauchen kann.

Aber das weiß nun jeder; und sie haben es leider nur allzugut gelernt; denn jetzt tun sie, was sie wollen, und gebrauchen die Freiheit so, als brauchten sie überhaupt nicht mehr zu beichten. Denn das hat man schnell abgenommen, was einem angenehm ist und über die Maßen bequem ist, nämlich wo das Evangelium sanft ist und uns nicht weh tut. Solche Säue aber, so habe ich gesagt, sollten besser nichts vom Evangelium hören und haben, sondern sie sollten unter dem Papst bleiben und sich treiben und damit plagen lassen, dass sie beichten, fasten und anderes tun müssen, mehr als je zuvor. Denn wer dem Evangelium nicht glauben und nach ihm leben will, auch nicht tun will, was ein Christ tun soll, der soll auch keinen Anteil am Evangelium haben.

Nur den Nutzen haben wollen, aber nichts dafür tun und einsetzen wollen – was ist das?! Darum wollen wir jenen nichts gepredigt haben, wollen ihnen auch mit unserer Einwilligung nichts von unserer evangelischen Freiheit einräumen und zugestehen, sondern wollen wieder den Papst oder seinesgleichen über sie herrschen lassen, der sie wie ein rechter Tyrann unterdrücken möge. Denn solch ein Volk, das dem Evangelium nicht gehorchen will, hat den Stockmeister verdient, der Gottes Teufel und Henker ist.

Den andern aber, die sich gerne etwas sagen lassen, müssen wir immer wieder predigen, sie einladen und dazu anhalten und bewegen, dass sie diesen teuren und tröstlichen Schatz, der ihnen im Evangelium angeboten wird, nicht umsonst an sich vorübergehen lassen. Darum wollen wir auch von der Beichte etwas sagen, um die weniger Unterrichteten zu unterweisen und zu ermahnen.

Erstens, so habe ich oft gesagt, gibt es außer der Beichte, von der wir hier reden, noch zwei andere Arten der Beichte; man mag beide richtiger als eine Art (Sünden-) Bekenntnis bezeichnen, das allen Christen gemeinsam ist, nämlich jenes Bekenntnis, in dem man Gott selbst allein beichtet oder dem Nächsten allein beichtet und um Vergebung bittet. Beides ist ja auch im Vaterunser enthalten, wenn wir sprechen: „Vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigem“ usf.

Ja, das ganze Vaterunser ist nichts anderes als eine solche Beichte. Denn unser ganzes Gebet ist doch nichts anderes, als dass wir bekennen, was wir nicht haben und nicht tun, obgleich wir es zu tun schuldig sind, und dass wir um Gnade bitten und um ein fröhliches Gewissen. Solch eine Beichte muss immer wieder aufs Neue geschehen, solange wir leben. Denn darin besteht eigentlich christliches Leben, dass wir uns als Sünder erkennen und um Gnade bitten.

Ebenso ist auch jene andere Beichte, die jeder seinem Nächsten gegenüber ablegt, im Vaterunser mit enthalten, dass wir uns nämlich untereinander unsere Schuld bekennen und vergeben, ehe wir vor Gott kommen und ihn um Vergebung bitten. Nun sind wir insgesamt alle aneinander schuldig. Darum sollen und mögen wir wohl öffentlich vor allen unsere Schuld bekennen, und keiner soll sich vor dem andern schämen. Denn es ist so, wie das Sprichwort sagt: „Ist einer fromm, so sind sie es alle“ (und das heißt: Ist einer ein Sünder, so sind sie es alle). Es lebt doch keiner Gott und dem Nächsten gegenüber so, wie er soll. Doch es gibt außer diesem allgemeinen Bekenntnis der Schuld auch ein besonderes Schuldbekenntnis, wenn einer z. B. einen andern erzürnt hat und ihm Abbitte leistet. [12]So haben wir im Vaterunser zwei Formen der Absolution, nämlich dass uns vergeben wird, was wir Gott und dem Nächsten gegenüber verschuldet haben, und dass wir dem Nächsten vergeben und uns mit ihm versöhnen.

Außer dieser öffentlichen, täglichen und notwendigen Beichte gibt es nun auch jene „heimliche“ Beichte, die vor einem Bruder allein geschieht. Sie soll dazu dienen, dass wir unsere Not, alles, was uns besonders zu schaffen macht und anficht, womit wir uns herumschlagen, ohne dass wir Frieden finden können, weil unser Glaube nicht stark genug ist – ‚ dass wir all dies einem Bruder klagen und Rat, Tröstung und Stärkung holen, wann und wie oft wir wollen. Aber diese Beichte ist nicht geboten, wie jene zwei, sondern sie ist jedem freigestellt. Wer ihrer bedarf, soll sie in Anspruch nehmen. Sie geht
darauf zurück, dass Christus selbst seiner Christenheit die Absolution in den Mund gelegt und ihr befohlen hat, uns von Sünden freizusprechen. Wo nun ein Mensch seine Sünde fühlt und Trost begehrt, hat er hier eine feste Zuflucht; hier findet er Gottes Wort und hier hört er, dass Gott ihn durch einen Menschen von Sünden losspricht.

So präge dir nun ein, dass die Beichte, wie oft ich gesagt habe, aus zwei Stücken besteht. Das erste ist unser Werk und Tun, dass ich meine Sünde beklage und Tröstung und Stärkung meiner Seele begehre. Das andere ist Gottes Werk, das Gott tut: Er spricht mich durch das Wort, das einem Menschen in den Mund gelegt ist, von meinen Sünden los. Dies ist das Wichtigste und Beste an der Beichte, und das macht sie so tröstlich und wunderbar.

Nun hat man bisher allein unser Tun betont und auf nichts weiter geachtet, als dass wir ja vorschriftsmäßig beichteten. Das viel wichtigere andere Stück aber hat man unbeachtet gelassen und nichts darüber gesagt, gerade als wäre die Beichte allein ein gutes Werk, mit der wir Gott unsere Schuld bezahlen könnten. Wenn die Beichte nicht vollständig und genau nach Vorschrift erfolgen würde, sollte die Absolution nicht gelten und die Sünde nicht vergeben sein. Damit hat man die Leute so weit getrieben, dass
jeder hat verzweifeln müssen, weil es nicht möglich gewesen ist, so vollständig zu beichten. Kein Gewissen kam zur Ruhe und konnte sich auf die Absolution verlassen. So haben sie uns die liebe Beichte nicht allein nutzlos, sondern auch schwer und sauer gemacht – nicht ohne den Seelen damit sehr zu schaden.

Dr. Martin Luther, Großer Katechismus: Beichte 1-17

Es segne und behüte Euch Gott, der allmächtige und barmherzige, der Vater, Sohn + Heiliger Geist  + Friede sei mit Euch +

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High Feast- and Holiday of the most Holy Trinity

Dreifaltigkeitsikone“ von Andrei Rubljow (etwa 1411)

The grace of the Lord Jesus Christ and the love of God and the fellowship of the Holy Spirit be with you all.

2. Corinthians 13,13

Introitus

Praise the Lord.
Praise, you servants of the Lord,
praise the name of the Lord.
May the Lord’s name be praised
now and forevermore.
From east to west
the Lord’s name is deserving of praise.
The Lord is exalted over all the nations;
his splendor reaches beyond the sky.
Who can compare to the Lord our God,
who sits on a high throne?
He bends down to look
at the sky and the earth.
He raises the poor from the dirt,
and lifts up the needy from the garbage pile,

that he might seat him with princes,
with the princes of his people.
He makes the barren woman of the family
a happy mother of children.
Praise the Lord.

Psalm 113

Collect

Almighty and everlasting God, You have given us grace to acknowledge the glory of the etneral Trinity by the confession of a true faith and to worship the Unity in the power of the Divine Majesty. Keep us steadfast in this faith and defend us from all adversities; for You, O Father, Son, and Holy Spirit, live and reign, one God, now and forever. Amen.

Altar Book (LSB Pg.906)

Old Testament

In the year of King Uzziah’s death, I saw the Lord seated on a high, elevated throne. The hem of his robe filled the temple. Seraphs stood over him; each one had six wings. With two wings they covered their faces, with two they covered their feet, and they used the remaining two to fly. They called out to one another, “Holy, holy, holy is the Lord of Heaven’s Armies! His majestic splendor fills the entire earth!” The sound of their voices shook the door frames, and the temple was filled with smoke.

 I said, “Woe to me! I am destroyed, for my lips are contaminated by sin, and I live among people whose lips are contaminated by sin. My eyes have seen the king, the Lord of Heaven’s Armies.” But then one of the seraphs flew toward me. In his hand was a hot coal he had taken from the altar with tongs. He touched my mouth with it and said, “Look, this coal has touched your lips. Your evil is removed; your sin is forgiven.” I heard the voice of the Lord say, “Whom will I send? Who will go on our behalf?” I answered, “Here I am, send me!” He said, “Go and tell these people:

‘Listen continually, but don’t understand.
Look continually, but don’t perceive.’
Make the hearts of these people calloused;
make their ears deaf and their eyes blind.

Otherwise they might see with their eyes and hear with their ears,
their hearts might understand and they might repent and be healed.”
I replied, “How long, Lord?” He said,
“Until cities are in ruins and unpopulated,
and houses are uninhabited,
and the land is ruined and devastated,
 and the Lord has sent the people off to a distant place,
and the very heart of the land is completely abandoned.
Even if only a tenth of the people remain in the land,
it will again be destroyed,
like one of the large sacred trees or an Asherah pole,
when a sacred pillar on a high place is thrown down.
That sacred pillar symbolizes the special chosen family.”

Isaiah 6,1-8 (9-13)  

Gradual

Blessed are You, O Lord, who beholds the deep, and who dwells between the cherubim. Blessed are You, O Lord, in the firmament of heaven, and greatly to be praised forever.

Altar Book (LSB Pg.907)

Epistle

For God has consigned all people to disobedience so that he may show mercy to them all.

Oh, the depth of the riches and wisdom and knowledge of God! How unsearchable are his judgments and how unfathomable his ways!

For who has known the mind of the Lord,
or who has been his counselor?
Or who has first given to God,
that God needs to repay him?

For from him and through him and to him are all things. To him be glory forever! Amen.

Romans 11, (32) 33-36

Halleluja Verse

Alleluia. Blessed are You, O Lord God of our fathers, and greatly to be praised and glorified forever. Amen.

Altar Book (LSB Pg.907)

Gospel

Now a certain man, a Pharisee named Nicodemus, who was a member of the Jewish ruling council,  came to Jesus[c] at night and said to him, “Rabbi, we know that you are a teacher who has come from God. For no one could perform the miraculous signs that you do unless God is with him.”Jesus replied, “I tell you the solemn truth, unless a person is born from above, he cannot see the kingdom of God.” Nicodemus said to him, “How can a man be born when he is old? He cannot enter his mother’s womb and be born a second time, can he?”

Jesus answered, “I tell you the solemn truth, unless a person is born of water and spirit, he cannot enter the kingdom of God.What is born of the flesh is flesh, and what is born of the Spirit is spirit. Do not be amazed that I said to you, ‘You must all be born from above.’ The wind blows wherever it will, and you hear the sound it makes, but do not know where it comes from and where it is going. So it is with everyone who is born of the Spirit.”

Nicodemus replied, “How can these things be?” Jesus answered, “Are you the teacher of Israel and yet you don’t understand these things? I tell you the solemn truth, we speak about what we know and testify about what we have seen, but you people do not accept our testimony. If I have told you people about earthly things and you don’t believe, how will you believe if I tell you about heavenly things? No one has ascended into heaven except the one who descended from heaven—the Son of Man.

John 3,1-8 (9-13)

Christian Creed

IbelieveinoneGod,theFatherAlmighty,makerofheavenandearthandofallthingsvisibleandinvisible.
And
inoneLordJesusChrist,theonlybegottenSonofGod,begottenofHisFatherbeforeall worlds,GodofGod,LightofLight,veryGodofveryGod,begotten,notmade,beingofonesubstancewiththeFather,bywhomallthingsweremade;whoforusmenandforoursalvationcamedownfromheavenandwasincarnatebytheHolySpiritofthevirginMaryandwasmademan;andwascrucifiedalsoforusunderPontiusPilate.Hesufferedandwas buried.AndthethirddayHeroseagainaccordingtotheScripturesandascendedintoheavenandsitsattherighthandoftheFather.AndHewillcomeagainwithglorytojudgeboththelivingandthedead,whosekingdomwillhavenoend.
And
IbelieveintheHolySpirit,theLordandgiveroflife,whoproceedsfromtheFatherandtheSon,whowiththeFatherandtheSontogetherisworshipedandglorified,whospokebytheprophets.AndIbelieveinoneholyChristianandapostolicChurchIacknowledgeoneBaptismfortheremissionofsins,andIlookfortheresurrectionofthedeadandthelifeoftheworldtocome.Amen.

Nicene Creed

Hymn of the week

Come, Holy Ghost, Creator blest, and make our hearts your place of rest; come with your grace and heav’nly aid, and fill the hearts which you have made.

To you, the Counselor, we cry, to you, the gift of God most high, the fount of life, the fire of love, the soul’s anointing from above.

In you, with graces sevenfold, we God’s almighty hand behold while you with tongues of fire proclaim to all the world his holy name.

Your light to ev’ry thought impart, and shed your love in ev’ry heart; the weakness of our mortal state with deathless might invigorate.

Drive far away our wily foe, and your abiding peace bestow; with you as our protecting guide, no evil can with us abide.

Teach us to know the Father, Son, and you, from both, as Three in One that we your name may ever bless and in our lives the truth confess.

Praise we the Father and the Son and Holy Spirit, with them One, and may the Son on us bestow the gifts that from the Spirit flow!

Rabanus Maurus (776-856) translated by Edward Caswall (1814-1878)

Sermon

Finally, brothers and sisters, rejoice, set things right, be encouraged, agree with one another, live in peace, and the God of love and peace will be with you.  Greet one another with a holy kiss. All the saints greet you.The grace of the Lord Jesus Christ and the love of God and the fellowship of the Holy Spirit be with you all.

2. Corinthians 13,11-13

My sermon:

Prayer of the week

Let us pray for the whole Church of God in Christ Jesus and for all people according to their needs.

Blessed Father, we worship You not as we ought but as we are able, within the frailty of our minds and hearts that still struggle against sin and unbelief. Guard us by Your Spirit, that we may not grow weary nor lose sight of the goal before us. Work in us to display the good works of Him who has called us from darkness into His marvelous light. Lord, in Your mercy, hear our prayer.

Blessed Father, You have revealed Yourself to us in Christ, that we may know You by faith and confess You before the world. Give us Your Spirit, that all churches may confess truly and faithfully Your Word and live in harmony of doctrine and life, in anticipation of that day when we shall kneel together at Your altar. Lord, in Your mercy, hear our prayer.

Blessed Father, You gave Your only Son that whoever believes in Him should not perish but have eternal life. Bless the work of missionaries as they carry this Gospel to the ends of the earth, that many may hear of Your love in Your Son and be saved through Him. Lord, in Your mercy, hear our prayer.

Blessed Father, You sit enthroned as King forever. Bless Friedrich, Reiner, Cyril, Volodimyr, Benjamin and all who rule us in Your stead with wisdom and understanding, that truth and justice may prevail in our land and lawlessness may be kept at bay. Lord, in Your mercy, hear our prayer.

Blessed Father, uphold Ukrainians in the Russian war and Israelis under Islamistic terror and all those who suffer in affliction and need in our midst, that since You are at their right hand, they cannot be shaken. Gladden their hearts, cause their tongues to rejoice and make their flesh dwell in hope. Lord, in Your mercy, hear our prayer.

Send from Your altar, blessed Father, the body and blood of Christ. Cleanse us and our lips by this blessed Sacrament, delivering the atonement Christ has won for us, that we may be worthy to stand before You now and at the Last Day. Lord, in Your mercy, hear our prayer.

Heavenly Father, from whom all fatherhood is named, we give You thanks for earthly fathers. Give them confidence in their station and zeal for their task to care for their families faithfully. Make them examples to their children of godly life and love of Your Word. Bless their work of bringing up children in the fear and instruction of the Lord, and give them the comfort of Your absolution over all their shortcomings. Gather us together with all our fathers to Your eternal household; through Jesus Christ, Your Son, our Lord, who lives and reigns with You and the Holy Spirit, one God, now and forever. Amen.

LCMS One-year-series: Trinity

+ Dominum vobiscum +

The Lord bless Thee, and keep Thee: The Lord make his face shine upon Thee, and be gracious unto Thee: The Lord lift up his countenance upon Thee and give Thee peace.

Numbers 6,24-26 (4th Book of Moses)

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Wach auf, meine Seele! Wach auf, Psalter und Harfe! (Psalm 108)

Gott, mein Herz ist bereit, ich will singen und spielen.

Wach auf, meine Seele! Wach auf, Psalter und Harfe! Ich will das Morgenrot wecken. Ich will dir danken, HERR, unter den Völkern, ich will dir lobsingen unter den Leuten. Denn deine Gnade reicht, so weit der Himmel ist, und deine Treue, so weit die Wolken gehen. Erhebe dich, Gott, über den Himmel und deine Ehre über alle Lande! Lass deine Freunde errettet werden, dazu hilf mit deiner Rechten und erhöre mich! 

Gott hat in seinem Heiligtum geredet: Ich will frohlocken; ich will Sichem verteilen und das Tal Sukkot ausmessen. Gilead ist mein, Manasse ist auch mein, und Ephraim ist der Schutz meines Haupts, Juda ist mein Fürst. Moab ist mein Waschbecken, ich will meinen Schuh auf Edom werfen, über die Philister will ich jauchzen. 

Wer wird mich führen in die feste Stadt? Wer wird mich nach Edom leiten? Wirst du es nicht tun, Gott, der du uns verstoßen hast, und ziehst nicht aus, Gott, mit unserm Heer? Schaff uns Beistand vor dem Feind; denn Menschenhilfe ist nichts nütze. Mit Gott wollen wir Taten tun. Er wird unsre Feinde niedertreten. 

Psalm 108. Ein Lied. Ein Psalm Davids. Verdeutscht von Dr. Martin Luther (Revision 2017)

Des Morgens, wenn Du aufstehst, kannst Du Dich segnen mit dem Zeichen des heiligen Kreuzes und sagen: 

Das walte Gott Vater + Sohn und Heiliger Geist! Amen

Apostolische Glaubensbekenntnis 

Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde. 

Und an Jesum Christum, seinen einigen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist von dem Heiligen Geist, geboren aus Maria der Jungfrau, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, niedergefahren zur Hölle, am dritten Tage wieder auferstanden von den Toten, aufgefahren gen Himmel; sitzend zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters; von dannen er kommen wird zu richten die Lebendigen und die Toten. 

Ich glaube an den Heiligen Geist, eine heilige christliche Kirche, die Gemeinde der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. Amen.

Vaterunser 

Vater unser im Himmel
Geheiligt werde Dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Willst du, so kannst du dies Gebet dazu sprechen (Luthers Morgensegen)

Ich danke Dir, mein himmlischer Vater, durch Jesus Christus, Deinen lieben Sohn, daß Du mich diese Nacht vor allem Schaden und Gefahr behütet hast, und bitte Dich, Du wollest mich diesen Tag auch behüten vor Sünden und allem Übel, daß Dir all mein Tun und Leben gefalle. Denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in Deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde.

Als dann mit Freuden an Dein Werk gegangen und etwa ein Lied gesungen oder was Dir Deine Andacht eingibt.

Es soll nicht durch Heer oder Kraft, sondern durch meinen Geist geschehen, spricht der Herr Zebaoth.

Sacharja 4,6b

Herr Gott, lieber Vater, der Du Deiner Gläubigen Herzen durch Deinen Heiligen Geist erleuchtet und gelehret hast, gib uns, daß wir auch durch denselbigen Geist rechten Verstand haben und zu aller Zeit Seines Trostes und Seiner Kraft uns freuen. Durch denselbigen Deinen Sohn, Jesum Christum, unsern Herrn. Amen.

Lutherisches Kirchengesangbuch S. 236

Lied aus dem lutherischen Kirchengesangbuch

Heilger Geist, Du Tröster mein, hoch vom Himmel uns erschein mit dem Licht der Gnaden Dein.

Komm, Vater der armen Herd, komm mit Deinen Gaben wert, uns erleucht auf dieser Erd.

O Du sel’ge Gnadensonn, füll das Herz mit Freud und Wonn aller, die Dich rufen an.

Ohn Dein Beistand, Hilf und Gunst ist all unser Tun und Kunst vor Gott ganz und gar umsonst.

Lenk uns nach dem Willen Dein, wärm die kalten Herzen fein, bring zurecht, die irrig sein.

Gib dem Glauben Kraft und Halt, Heilger Geist, und komme bald mit den Gaben siebenfalt.

Führ uns durch die Lebenszeit, gib im Sterben Dein Geleit, hol uns heim zur ewgen Freud.

Nach der mittelalterlichen Pfingstsequenz “Veni Sancte Spiritus” von Martin Moller 1584 (LKG 185)

Fortlaufende Lese

Als vierzig Jahre vergangen waren, erschien ihm in der Wüste am Berge Sinai ein Engel in einer Feuerflamme im Dornbusch.  31 Da Mose das sah, wunderte er sich über die Erscheinung. Als er aber hinzuging zu schauen, geschah die Stimme des Herrn zu ihm:  32 »Ich bin der Gott deiner Väter, der Gott Abrahams und Isaaks und Jakobs.« Mose aber fing an zu zittern und wagte nicht hinzuschauen.  33 Da sprach der Herr zu ihm: »Zieh die Schuhe aus von deinen Füßen; denn die Stätte, auf der du stehst, ist heiliges Land!  34 Ich habe gesehen das Leiden meines Volkes, das in Ägypten ist, und habe sein Seufzen gehört und bin herabgekommen, es zu erretten. Und nun komm her, ich will dich nach Ägypten senden.«  35 Diesen Mose, den sie verleugnet hatten, als sie sprachen: »Wer hat dich als Aufseher und Richter eingesetzt?«, den sandte Gott als Anführer und Befreier durch den Engel, der ihm im Dornbusch erschienen war.  36 Dieser Mose führte sie heraus und tat Wunder und Zeichen in Ägypten, im Roten Meer und in der Wüste vierzig Jahre lang.  37 Dies ist der Mose, der zu den Israeliten gesagt hat: »Einen Propheten wie mich wird euch der Herr, euer Gott, erwecken aus euren Brüdern.«  38 Dieser ist’s, der in der Gemeinde in der Wüste stand zwischen dem Engel, der mit ihm redete auf dem Berge Sinai, und unsern Vätern. Er empfing Worte des Lebens, um sie uns weiterzugeben.  39 Ihm wollten unsre Väter nicht gehorsam werden, sondern sie stießen ihn von sich und wandten sich in ihrem Herzen wieder Ägypten zu  40 und sprachen zu Aaron: »Mache uns Götter, die vor uns hergehen; denn wir wissen nicht, was diesem Mose, der uns aus dem Lande Ägypten geführt hat, widerfahren ist.«  41 Und sie machten zu der Zeit ein Kalb und opferten dem Götzenbild und freuten sich über das Werk ihrer Hände.  42 Aber Gott wandte sich ab und gab sie dahin, sodass sie dem Heer des Himmels dienten, wie geschrieben steht im Buch der Propheten: »Habt ihr vom Hause Israel die vierzig Jahre in der Wüste mir Schlachtopfer und Gaben dargebracht?  43 Ihr trugt das Zelt Molochs umher und den Stern eures Gottes Räfan, die Bilder, die ihr gemacht hattet, sie anzubeten. Und ich will euch wegführen bis über Babylon hinaus.« 

Apostelgeschichte 7,30-43

Morgenlese

Und einer rief zum andern und sprach: Heilig, heilig, heilig ist der HERR Zebaoth, alle Lande sind seiner Ehre voll! 

Jesaja 6,3

Abendlese

Als aber die Apostel in Jerusalem hörten, dass Samarien das Wort Gottes angenommen hatte, sandten sie zu ihnen Petrus und Johannes. 15 Die kamen hinab und beteten für sie, dass sie den Heiligen Geist empfingen. 16 Denn er war noch auf keinen von ihnen gefallen, sondern sie waren allein getauft auf den Namen des Herrn Jesus. 17 Da legten sie die Hände auf sie und sie empfingen den Heiligen Geist. 18 Als aber Simon sah, dass der Geist gegeben wurde, wenn die Apostel die Hände auflegten, bot er ihnen Geld an 19 und sprach: Gebt auch mir diese Macht, dass jeder, dem ich die Hände auflege, den Heiligen Geist empfange. 20 Petrus aber sprach zu ihm: Dein Geld fahre mit dir ins Verderben, weil du meinst, Gottes Gabe werde durch Geld erlangt. 21 Du hast weder Anteil noch Anrecht an dieser Sache; denn dein Herz ist nicht rechtschaffen vor Gott. 22 Darum tu Buße für diese deine Bosheit und bitte den Herrn, ob dir vergeben werden möge das Trachten deines Herzens. 23 Denn ich sehe, dass du voll bitterer Galle bist und verstrickt in Ungerechtigkeit. 24 Da antwortete Simon und sprach: Bittet ihr den Herrn für mich, dass nichts von dem über mich komme, was ihr gesagt habt. 25 Als sie nun das Wort des Herrn bezeugt und geredet hatten, kehrten sie wieder um nach Jerusalem und predigten das Evangelium in vielen Dörfern Samarias. 

Apostelgeschichte 8,14-25

Bekenntnislese

Wenn du aber sagst: „Wie soll ich mir denn helfen, wenn ich diese Not nicht fühle noch Hunger und Durst zum Sakrament empfinden kann“?

Antwort: Denen, die so empfinden, dass sie nichts fühlen, weiß ich keinen bessern Rat zu geben als den, dass sie bei sich Einkehr halten und sich fragen mögen, ob sie auch Menschen von Fleisch und Blut sind. Wenn du das bejahen musst, dann vertiefe dich doch, dir zugut, in den Brief des St. Paulus an die Galater und höre, was du für ein Früchtchen bist: „Offenbar sind aber“, so sagt er, „die Werke des Fleisches, als da sind: Unzucht, Unreinigkeit, Ausschweifung, Götzendienst, Zauberei, Feindschaft, Hader, Eifersucht, Zorn, Zank, Zwietracht, Spaltungen, Neid, Saufen, Fressen und dergleichen.“

Darum: Wenn du es schon nicht fühlen kannst, dann glaube doch der Schrift; sie lügt dich nicht an; sie kennt dich besser, als du dich selber kennst. Ja, St. Paulus zieht im Brief an die Römer (7,18) sogar folgenden Schluss: „Denn ich weiß, dass in mir, das ist in meinem Fleische, wohnet nichts Gutes.“ Wenn schon St. Paulus so von sich und seinem Fleische redet, wollen auch wir nicht besser und heiliger sein.

Dass wir das aber nicht fühlen, ist nur um so schlimmer. Denn es ist ein Zeichen dafür, dass es ein „aussätziges“ Fleisch ist, das wir an uns tragen, weil es nichts empfindet und doch wütet und um sich frisst.

Doch, wie gesagt, wenn du so ganz und gar erstorben bist, dann glaube doch der Schrift, die jenes Urteil über dich spricht. Kurz, je weniger du deine Sünde und deine Gebrechen fühlst, um so mehr Grund hast du, zum Sakrament zu gehen, um dort Hilfe und Arznei zu suchen.

Zweitens, frage dich doch einmal, ob du überhaupt noch in der Welt lebst! Wenn du es nicht weißt, frage deine Nachbarn danach. Lebst du aber in der Welt, dann meine nicht, dass es an Sünde und Not fehlen werde. Denn fange nur an, fromm zu werden und beim Evangelium zu bleiben, und mache keinen Hehl daraus – und du wirst sehen, wie viele dir feind sein werden, wie viele dir auch Leid, Unrecht und Gewalt antun und dir auch zur Sünde und zum Bösen Anlass geben werden. Wenn du es nicht erfahren hast, so lass es dir von der Schrift sagen, die der Welt immer wieder solch ein Zeugnis ausstellt.

Im übrigen wirst du ja auch den Teufel um dich haben; ihn wirst du nicht ganz und gar niedertreten können; selbst unser Herr Christus hat ihm nicht aus dem Wege gehen können.

Was ist nun der Teufel? Nichts anderes als was ihn die Schrift bezeichnet – ein Lügner und ein Mörder. Ein Lügner ist er, der das Herz des Menschen zu verführen und von Gottes Wort fortzuziehen und dich zu verblenden sucht, dass du deine Not nicht erkennst noch zu Christus kommen kannst. Ein Mörder ist er, der dir keine Stunde deines Lebens gönnt.

Wenn du sehen könntest, wie viele Messer, Spieße und Pfeile alle Augenblicke auf dich gezielt werden, du würdest froh sein, wenn du zum Sakrament kommen könntest, so oft es geht. Dass man aber so sicher und nachlässig dahinlebt, liegt daran, dass wir es nicht wahrhaben und darüber nachdenken, dass wir „im Fleisch“ leben und in der bösen Welt und mitten im Reich des Teufels sind.

Darum prüfe es nach und bringe es in Erfahrung, gehe nur in dich selber und siehe dich ein wenig um und halte dich nur an die Schrift. Fühlst du auch dann noch nichts, so hast du desto mehr Grund, dies vor Gott und auch vor deinem Bruder zu beklagen. Lass dir von ihm raten und lass für dich bitten und höre damit nicht auf, bis dein zu Stein verhärtetes Herz weich wird.

Dann wirst du dein Elend erkennen und gewahr werden, dass du doppelt so tief gefallen bist als wie andere arme Sünder und dass du das Sakrament viel nötiger brauchst, um aus dem Elend herauszukommen, das du leider gar nicht erkennst. Vielleicht gibt Gott Gnade, dass du es mehr fühlst und nach dem Sakrament immer hungriger wirst. Denn der Teufel, er setzt dir zu und stellt dir ständig nach. Er will dich in seine Gewalt bekommen und dich um Leib und Seele bringen; keine Stunde kannst du vor ihm sicher sein. Wie schnell könnte er dich, wenn du es am wenigsten erwartest, plötzlich in
Jammer und Not bringen?

Das sei nun zur Ermahnung gesagt, nicht allein für uns Erwachsene und Große, sondern auch für das junge Volk, das man in der christlichen Lehre und im christlichen Geist erziehen soll. Denn auf diese Weise könnte man desto leichter die Zehn Gebote, den Glauben und das Vaterunser in die Jugend bringen, sodass sie dies alles mit Lust und Liebe lernten und sich so von Jugend auf darin übten und daran gewöhnten.

Denn mit den Alten ist es nun schon fast zu spät. Will man die christliche Lehre und anderes erhalten, muss man die Jugendlichen darin erziehen, die nach uns kommen und die einmal in unsere Arbeit und Aufgaben eintreten sollen. Sie sollen auch wieder ihre Kinder christlich erziehen, damit Gottes Wort und die Christenheit erhalten werde.

Darum soll jeder Familienvater wissen, dass er nach Gottes Gebot und Befehl schuldig ist, seine Kinder das zu lehren oder lernen zu lassen, was sie wissen sollen. Denn weil sie getauft und in die Christenheit aufgenommen sind, sollen sie auch an der Gemeinschaft des Sakramentes teilhaben, damit sie uns dienen und nützlich sein können. Denn sie müssen uns doch alle helfen – zu glauben, zu lieben, zu beten und gegen den Teufel
zu kämpfen.

Dr. Martin Luther, Großer Katechismus (Das Abendmahl): GK V,75-87

Es segne und behüte Euch Gott, der allmächtige und barmherzige, der Vater, Sohn + Heiliger Geist  + Friede sei mit Euch +

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Hilf uns, Gott, unser Heiland, und laß ab von Deiner Ungnade über uns! (Psalm 85)

HERR, der du bist vormals gnädig gewesen Deinem Lande und hast erlöst die Gefangenen Jakobs; der Du die Missetat vormals vergeben hast Deinem Volk und all ihre Sünde bedeckt hast; – Sela – der Du vormals hast all Deinen Zorn fahren lassen und Dich abgewandt von der Glut Deines Zorns: Hilf uns, Gott, unser Heiland, und laß ab von Deiner Ungnade über uns! 

Willst Du denn ewiglich über uns zürnen und Deinen Zorn walten lassen für und für? Willst Du uns denn nicht wieder erquicken, daß Dein Volk sich über dich freuen kann? HERR, zeige uns deine Gnade und gib uns dein Heil!

Könnte ich doch hören, was Gott der HERR redet, daß er Frieden zusagte seinem Volk und seinen Heiligen, auf daß sie nicht in Torheit geraten. 

Doch ist ja seine Hilfe nahe denen, die ihn fürchten, dass in unserm Lande Ehre wohne; daß Güte und Treue einander begegnen, Gerechtigkeit und Friede sich küssen; daß Treue auf der Erde wachse und Gerechtigkeit vom Himmel schaue; daß uns auch der HERR Gutes tue und unser Land seine Frucht gebe; daß Gerechtigkeit vor ihm her gehe und seinen Schritten folge. 

Psalm 85. Ein Psalm der Korachiter, vorzusingen. Verdeutscht von Dr. Martin Luther (Revision 2017)

Des Morgens, wenn Du aufstehst, kannst Du Dich segnen mit dem Zeichen des heiligen Kreuzes und sagen: 

Das walte Gott Vater + Sohn und Heiliger Geist! Amen

Apostolische Glaubensbekenntnis 

Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde. 

Und an Jesum Christum, seinen einigen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist von dem Heiligen Geist, geboren aus Maria der Jungfrau, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, niedergefahren zur Hölle, am dritten Tage wieder auferstanden von den Toten, aufgefahren gen Himmel; sitzend zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters; von dannen er kommen wird zu richten die Lebendigen und die Toten. 

Ich glaube an den Heiligen Geist, eine heilige christliche Kirche, die Gemeinde der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. Amen.

Vaterunser 

Vater unser im Himmel
Geheiligt werde Dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Willst du, so kannst du dies Gebet dazu sprechen (Luthers Morgensegen)

Ich danke Dir, mein himmlischer Vater, durch Jesus Christus, Deinen lieben Sohn, daß Du mich diese Nacht vor allem Schaden und Gefahr behütet hast, und bitte Dich, Du wollest mich diesen Tag auch behüten vor Sünden und allem Übel, daß Dir all mein Tun und Leben gefalle. Denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in Deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde.

Als dann mit Freuden an Dein Werk gegangen und etwa ein Lied gesungen oder was Dir Deine Andacht eingibt.

Es soll nicht durch Heer oder Kraft, sondern durch meinen Geist geschehen, spricht der Herr Zebaoth.

Sacharja 4,6b

Herr Gott, lieber Vater, der Du Deiner Gläubigen Herzen durch Deinen Heiligen Geist erleuchtet und gelehret hast, gib uns, daß wir auch durch denselbigen Geist rechten Verstand haben und zu aller Zeit Seines Trostes und Seiner Kraft uns freuen. Durch denselbigen Deinen Sohn, Jesum Christum, unsern Herrn. Amen.

Lutherisches Kirchengesangbuch S. 236

Lied aus dem lutherischen Kirchengesangbuch

O Heiliger Geist, o heiliger Gott, Du Tröster wert in aller Not, Du bist gesandt vons Himmels Thron von Gott dem Vater und dem Sohn. O Heiliger Geist, o heiliger Gott!

O Heiliger Geist, o heiliger Gott, gib uns die Lieb zu Deinem Wort; zünd an in uns der Liebe Flamm, danach zu lieben allesamt. O Heiliger Geist, o heiliger Gott!

O Heiliger Geist, o heiliger Gott, mehr’ unsern Glauben immerfort; an Christus niemand glauben kann, es sei denn durch Dein Hilf getan. O Heiliger Geist, o heiliger Gott!

O Heiliger Geist, o heiliger Gott, erleucht uns durch Dein göttlich Wort; lehr uns den Vater kennen schon, dazu auch seinen lieben Sohn. O Heiliger Geist, o heiliger Gott!

O Heiliger Geist, o heiliger Gott, Du zeigst den Weg zur Himmelspfort; lass uns hier kämpfen ritterlich und zu Dir dringen seliglich. O Heiliger Geist, o heiliger Gott!

O Heiliger Geist, o heiliger Gott, verlaß uns nicht in Not und Tod. Wir sagen Dir Lob, Ehr und Dank allzeit und unser Leben lang. O Heiliger Geist, o heiliger Gott!

Johannes Niedling 1602-1668: Altenburg 1651 (LKG 188)

Fortlaufende Lese

Als nun die Zeit der Verheißung nahte, die Gott dem Abraham zugesagt hatte, wuchs das Volk und mehrte sich in Ägypten,  18 bis ein andrer König in Ägypten aufkam, der nichts wusste von Josef.  19 Er ging mit Hinterlist vor gegen unser Volk und misshandelte unsre Väter und ließ ihre neugeborenen Kinder aussetzen, damit sie nicht am Leben blieben.  20 Zu der Zeit wurde Mose geboren, und er war ein schönes Kind vor Gott und wurde drei Monate ernährt im Hause seines Vaters.  21 Als er aber ausgesetzt wurde, nahm ihn die Tochter des Pharao auf und zog ihn auf als ihren Sohn.  22 Und Mose wurde in aller Weisheit der Ägypter gelehrt und war mächtig in Worten und Werken.  23 Als er aber vierzig Jahre alt wurde, gedachte er, nach seinen Brüdern, den Israeliten, zu sehen.  24 Und sah einen Unrecht leiden; da stand er ihm bei und rächte den, dem Leid geschah, und erschlug den Ägypter.  25 Er meinte aber, seine Brüder sollten’s verstehen, dass Gott durch seine Hand ihnen Rettung bringe; aber sie verstanden’s nicht.  26 Und am nächsten Tag kam er zu ihnen, als sie miteinander stritten, und ermahnte sie, Frieden zu halten, und sprach: Ihr Männer, ihr seid doch Brüder; warum tut einer dem andern Unrecht?  27 Der aber seinem Nächsten Unrecht getan hatte, stieß ihn von sich und sprach: »Wer hat dich zum Aufseher und Richter über uns gesetzt?  28 Willst du mich auch töten, wie du gestern den Ägypter getötet hast?«  29 Mose aber floh wegen dieser Rede und lebte als Fremdling im Lande Midian; dort zeugte er zwei Söhne. 

Apostelgeschichte 7,17-29

Morgenlese

Und er ist gekommen und hat im Evangelium Frieden verkündigt euch, die ihr fern wart, und Frieden denen, die nahe waren. Denn durch ihn haben wir alle beide in einem Geist den Zugang zum Vater. So seid ihr nun nicht mehr Gäste und Fremdlinge, sondern Mitbürger der Heiligen und Gottes Hausgenossen, erbaut auf den Grund der Apostel und Propheten, da Jesus Christus der Eckstein ist, auf welchem der ganze Bau ineinandergefügt wächst zu einem heiligen Tempel in dem Herrn. Durch ihn werdet auch ihr mit erbaut zu einer Wohnung Gottes im Geist. 

Epheser 2,17-22

Abendlese

Da rief er sie herein und beherbergte sie. Am nächsten Tag machte er sich auf und zog mit ihnen, und einige Brüder aus Joppe gingen mit ihm. Und am folgenden Tag kam er nach Cäsarea. Kornelius aber wartete auf sie und hatte seine Verwandten und nächsten Freunde zusammengerufen. Und als Petrus hereinkam, ging ihm Kornelius entgegen und fiel ihm zu Füßen und betete ihn an. Petrus aber richtete ihn auf und sprach: Steh auf, auch ich bin ein Mensch. Und während er mit ihm redete, ging er hinein und fand viele, die zusammengekommen waren. Und er sprach zu ihnen: Ihr wisst, dass es einem jüdischen Mann nicht erlaubt ist, mit einem Fremden umzugehen oder zu ihm zu kommen; aber Gott hat mir gezeigt, dass ich keinen Menschen gemein oder unrein nennen soll. Darum habe ich mich nicht geweigert zu kommen, als ich geholt wurde. So frage ich euch nun, warum ihr mich habt holen lassen. Kornelius sprach: Vor vier Tagen um diese Zeit betete ich um die neunte Stunde in meinem Hause. Und siehe, da stand ein Mann vor mir in einem leuchtenden Gewand und sprach: Kornelius, dein Gebet ist erhört und deiner Almosen ist gedacht worden vor Gott. So sende nun nach Joppe und lass herrufen Simon mit dem Beinamen Petrus, der zu Gast ist im Hause des Gerbers Simon am Meer. Da sandte ich sofort zu dir; und du hast recht getan, dass du gekommen bist. Nun sind wir alle hier vor Gott zugegen, um alles zu hören, was dir vom Herrn befohlen ist.

Apostelgeschichte 10,23-33

Bekenntnislese

So siehst du, dass das Sakrament nicht in dem Sinne in unsere Freiheit gestellt ist, dass man es auch verachten dürfte. Denn das nenne ich eine Verachtung des Sakramentes, wenn man so lange Zeit vergehen lässt und es nicht begehrt, ohne dass irgendein Hinderungsgrund besteht. Ist dir nach solch einer Freiheit zumute, dann nimm dir doch lieber gleich die Freiheit, überhaupt kein Christ zu sein; dann brauchst du auch nicht zu glauben und zu beten. Denn dies ist ebenso Christi Gebot wie jenes. Willst du aber ein Christ sein, so musst du jedenfalls hin und wieder diesem Gebot Folge leisten und
gehorchen.

Solch ein Gebot aber sollte dich vielmehr bewegen, in dich zu gehen und dich zu fragen: „ Was bin ich eigentlich für ein Christ? Wäre ich einer, so müsste ich mich doch ein wenig danach sehnen, das zu tun, was mein Herr befohlen hat.“

Es ist wahr, weil wir uns dem Sakrament so ablehnend gegenüber verhalten, spürt man deutlich, was für Christen wir unter dem Papsttum gewesen sind; aus lauter Zwang und aus Furcht, ein von Menschen gemachtes kirchliches Gebot zu übertreten, sind wir hingegangen, ohne Lust und Liebe und ohne auf das Gebot Christi zu achten.

Wir aber zwingen und bedrängen niemand. Es soll auch niemand nur uns zu Gefallen zum Sakrament gehen. Das aber soll dich bewegen und innerlich zwingen, dass es Christus gefällt und er es haben will. Von Menschen soll sich niemand zum Glauben, noch zu einer guten Tat nötigen lassen. Wir tun nicht mehr, als dass wir sagen und ermahnen, was du tun sollst – nicht um unsertwillen, sondern um deinetwillen. Christus lädt dich freundlich ein – willst du es verachten? Du hast es selber zu verantworten.

Das ist das erste, was insbesondere den kalten und nachlässigen Christen gilt, damit sie über sich selber nachdenken und sich selber wachrütteln. Denn das ist gewiss wahr – ich habe es selbst erfahren, und jeder wird es bei sich genauso finden – ‚ dass man von Tag zu Tag roher und kälter wird und schließlich den Glauben in den Wind schlägt, je mehr man sich vom Sakrament fernhält. [54]Andernfalls aber, wenn man zum Sakrament geht,
muss man sich in seinem Herzen und Gewissen immer wieder die Frage stellen, wie es um einen steht, und man verhält sich dann wie einer, der gern möchte, dass sein Verhältnis zu Gott in Ordnung ist. Je mehr dies aber der Fall ist, um so mehr wird das Herz erwärmt und entzündet, sodass es nicht erkalten kann.

Wenn du aber sagst: „Was soll ich tun, wenn ich fühle, dass ich nicht in der rechten inneren Verfassung bin, das Sakrament zu empfangen?“ Antwort: Das ist auch meine Anfechtung; sie kommt noch aus der alten Zeit unter dem Papsttum her, da hat man sich so gequält, um ganz rein zu sein, damit Gott auch nicht den geringsten Makel an einem finden möchte. Dadurch wurde man so ängstlich, dass man sich immer gleich voller Schrecken angeklagt und gesagt hat: ‚,O weh, ich bin nicht würdig, das Sakrament zu empfangen.“

Und so fangen Natur und Vernunft an, unsere Unwürdigkeit gegen das große teure Gut des Sakramentes zu halten; und da stellt sich heraus, dass wir wie eine finstere Laterne gegenüber der hellen Sonne sind oder wie Mist im Vergleich zu Edelsteinen. Und dann, wenn man das erkennt, will man nicht zum Sakrament kommen und wartet, bis man in
der rechten inneren Verfassung ist – von einer Woche zur andern und von einem halben Jahr zum nächsten.

Wenn du dein Kommen davon abhängig machen willst, wie fromm und rein du bist, und wenn du dann noch dies erreichen willst, dass dich nichts mehr anficht, dann wirst du niemals zum Sakrament kommen können.

Deswegen muss man hier bei den Leuten einen Unterschied machen: Den Spöttern und Gottlosen soll man sagen, dass sie sich vom Sakrament fernhalten sollen, denn sie sind unfähig, die Vergebung der Sünde zu empfangen; sie begehren sie ja auch nicht und wollen auch nicht gern fromm sein.

Die andern aber, die nicht zu den rohen und gottlosen Leuten gehören, sondern gerne fromm sein möchten, sollen sich nicht vom Sakrament fernhalten, auch wenn sie sonst im Glauben schwach und angefochten sind. So hat es auch St. Hilarius gesagt: „Wenn eine Sünde nicht derart ist, dass ihretwegen jemand aus der Gemeinde ausgeschlossen und für einen Unchristen gehalten werden müsste, soll man dem Sakrament nicht fernbleiben, damit man sich des Lebens nicht beraube.“

Denn niemand wird es in seinem Leben soweit bringen, dass er von täglichen Schwachheiten und Gebrechen frei sein wird.

Darum sollen jene Leute lernen, dass alles darauf ankommt zu wissen, dass das Sakrament nicht mit unserer Würdigkeit steht und fällt. Denn wir lassen uns auch nicht als Menschen taufen, die würdig und heilig sind; wir kommen auch nicht zur Beichte, als seien wir rein und ohne Sünde. Das Gegenteil ist der Fall: Wir kommen als arme, elende Menschen und eben deswegen, weil wir unwürdig sind. Anders verhält es sich, wenn jemand gar keine Gnade und Absolution begehrt und sich auch nicht zu bessern gedenkt.

Wer aber nach Gnade und Trost Verlangen hat, soll sich selber ermuntern, zum Sakrament zu kommen, und sich durch niemand davon abhalten lassen. Er soll vielmehr sagen: „Ich möchte wohl gern würdig sein, aber ich komme nicht auf Grund meiner Würdigkeit, sondern weil du es gesagt und befohlen hast; und ich komme als jemand, der gern dein Jünger sein möchte; meine Würdigkeit mag sein, wie sie ist.“

So zu sprechen ist aber schwer, denn von Natur sehen wir mehr auf uns selber als auf das, was Christus spricht; diese unsere Eigenart stellt sich uns immer in den Weg und hindert uns daran, so zu sprechen. Denn von Natur möchten wir so handeln, dass wir
uns immer auf uns selber verlassen können; wo wir es nicht können, da machen wir nicht mehr mit. – Dies sei nun genug von diesem ersten Punkt.

Zweitens gibt es, wie wir oben gehört haben, außer dem Gebot auch eine Zusage, die uns auf das Allerstärkste bewegen und veranlassen soll, zum Sakrament zu kommen. Denn da stehen die freundlichen, herrlichen Worte: „Das ist mein Leib, für euch gegeben“, „Das ist mein Blut, für euch vergossen zur Vergebung der Sünde.“

Diese Worte sind, wie ich gesagt habe, keinem Stock und Stein gesagt, sondern mir und dir, denn sonst hätte er ebensogut stillschweigen und kein Sakrament einzusetzen brauchen. Darum denke auch du dich in das „Euch“ hinein, mache dir klar, dass du mitgemeint bist, und lass Christus nicht umsonst zu dir reden.

Denn hier bietet er uns allen den Schatz an, den er uns vom Himmel gebracht hat; außerdem lädt er uns aufs Allerfreundlichste ein, wenn er spricht (Matth. 11, 28): „Kommt her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid, ich will euch erquicken.“

Nun ist es eine Sünde und Schande, dass er uns so herzlich und treu auffordert und ermahnt, unser höchstes und bestes Gut wahrzunehmen, und wir verhalten uns ablehnend und leben solange dahin, bis wir ganz erkaltet und verhärtet sind und keine Lust und Liebe mehr zum Sakrament haben.

Man muss das Sakrament doch nicht als etwas Schädliches ansehen, vor dem man weglaufen müsste, sondern als eine sehr heilsame, tröstliche Arznei, die dir hilft und dir Leben schenkt für Seele und Leib. Denn wo die Seele genesen ist, da ist auch dem Leibe geholfen. Wie stehen wir eigentlich zum Sakrament – ? Als ob es ein Gift sei, durch das man sich den Tod holt?

Das ist wohl wahr: Die das Sakrament verachten und unchristlich leben, nehmen es sich zum Schaden und zur Verdammnis. Denn für sie soll nichts gut und heilsam sein, so wenig es für einen Kranken gut ist, wenn er aus Mutwillen isst und trinkt, was ihm vom Arzt verboten ist.

Aber jene, die ihre Schwachheit fühlen, sie gern los sein möchten und Hilfe begehren, sollen das Sakrament nicht anders ansehen und gebrauchen, als sei es ein köstliches
Gegengift gegen jene Gifte, die sie in sich selber haben. Denn hier im Sakrament sollst du aus Christi Mund Vergebung der Sünde empfangen und mit ihr zugleich Gottes Gnade und Geist mit allen seinen Gaben, mit seinem Schutz und Schirm und seiner Macht über Tod, Teufel und alles Unglück. Denn dies alles bringt Gottes Vergebung mit sich.

So hast du nun im Blick auf Gott zwei Gründe, um zum Sakrament zu kommen: Das Gebot und die Zusage des Herrn Christus. Außerdem soll dich, im Blick auf dich selbst, deine eigene Not, die du mit dir herumschleppst, zum Kommen bewegen. Denn um ihretwillen hat Gott jene Einladung und Zusage und jenes Gebot, zum Sakrament zu kommen, gegeben. Denn er sagt selbst: „Die Starken bedürfen des Arztes nicht, sondern die Kranken“, d. h. diejenigen, die von Sünde, Todesfurcht, Anfechtung des Fleisches und Teufels beschwert sind und bedrückt werden.

Wenn du dich nun belastet fühlst und deine Schwachheit spürst, dann gehe fröhlich zum Sakrament hin und lasse dich aufrichten, trösten und stärken.

Denn wenn du warten willst, bis du das alles los sein wirst und du rein und würdig zum Sakrament kommen kannst, dann wirst du ewig fernbleiben müssen. Und dann fällt Gott
das Urteil und spricht: „Wenn du rein und fromm bist, so bedarfst du meiner nicht und ich deiner nicht.“ Darum sind allein diejenigen unwürdig zu nennen, die ihre Gebrechen nicht fühlen noch Sünder sein wollen.

Dr. Martin Luther, Großer Katechismus (1529): Abendmahl (GK V:49-74)

Es segne und behüte Euch Gott, der allmächtige und barmherzige, der Vater, Sohn + Heiliger Geist  + Friede sei mit Euch +

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Jauchzet Gott, alle Lande! (Psalm 66)

Jauchzet Gott, alle Lande! Lobsinget zur Ehre seines Namens; rühmet ihn herrlich! Sprecht zu Gott: Wie wunderbar sind deine Werke! Deine Feinde müssen sich beugen vor deiner großen Macht. Alles Land bete dich an und lobsinge dir, lobsinge deinem Namen. Sela. 

Kommt her und sehet an die Werke Gottes, der so wunderbar ist in seinem Tun an den Menschenkindern. Er verwandelte das Meer in trockenes Land, sie gingen zu Fuß durch den Strom; dort wollen wir uns seiner freuen. Er herrscht mit seiner Gewalt ewiglich, seine Augen schauen auf die Völker. Die Abtrünnigen können sich nicht erheben. Sela.

Lobet, ihr Völker, unsern Gott, lasst seinen Ruhm weit erschallen, der unsre Seelen am Leben erhält und lässt unsere Füße nicht gleiten. Denn, Gott, du hast uns geprüft und geläutert, wie das Silber geläutert wird; du hast uns in den Turm werfen lassen, du hast auf unsern Rücken eine Last gelegt, du hast Menschen über unser Haupt fahren lassen, wir sind in Feuer und Wasser gekommen. Aber du hast uns herausgeführt und erquickt. Darum will ich in dein Haus gehen mit Brandopfern und dir meine Gelübde erfüllen, wie ich meine Lippen aufgetan habe und mein Mund geredet hat in meiner Not. Ich will dir Brandopfer bringen von fetten Schafen mit dem Opferrauch von Widdern; ich will opfern Rinder mit Böcken. Sela. 

Kommt her, höret zu alle, die ihr Gott fürchtet; ich will erzählen, was er an mir getan hat. Zu ihm rief ich mit meinem Munde und pries ihn mit meiner Zunge. Wenn ich Unrechtes vorgehabt hätte in meinem Herzen, so würde der Herr nicht hören. Aber Gott hat mich erhört und gemerkt auf mein Flehen. Gelobt sei Gott, der mein Gebet nicht verwirft noch seine Güte von mir wendet. 

Psalm 66. Ein Psalmlied vorzusingen. Verdeutscht von Dr. Martin Luther (Revision 2017)

Des Morgens, wenn Du aufstehst, kannst Du Dich segnen mit dem Zeichen des heiligen Kreuzes und sagen: 

Das walte Gott Vater + Sohn und Heiliger Geist! Amen

Apostolische Glaubensbekenntnis 

Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde. 

Und an Jesum Christum, seinen einigen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist von dem Heiligen Geist, geboren aus Maria der Jungfrau, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, niedergefahren zur Hölle, am dritten Tage wieder auferstanden von den Toten, aufgefahren gen Himmel; sitzend zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters; von dannen er kommen wird zu richten die Lebendigen und die Toten. 

Ich glaube an den Heiligen Geist, eine heilige christliche Kirche, die Gemeinde der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. Amen.

Vaterunser 

Vater unser im Himmel
Geheiligt werde Dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Willst du, so kannst du dies Gebet dazu sprechen (Luthers Morgensegen)

Ich danke Dir, mein himmlischer Vater, durch Jesus Christus, Deinen lieben Sohn, daß Du mich diese Nacht vor allem Schaden und Gefahr behütet hast, und bitte Dich, Du wollest mich diesen Tag auch behüten vor Sünden und allem Übel, daß Dir all mein Tun und Leben gefalle. Denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in Deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde.

Als dann mit Freuden an Dein Werk gegangen und etwa ein Lied gesungen oder was Dir Deine Andacht eingibt.

Es soll nicht durch Heer oder Kraft, sondern durch meinen Geist geschehen, spricht der Herr Zebaoth.

Sacharja 4,6b

Herr Gott, lieber Vater, der Du Deiner Gläubigen Herzen durch Deinen Heiligen Geist erleuchtet und gelehret hast, gib uns, daß wir auch durch denselbigen Geist rechten Verstand haben und zu aller Zeit Seines Trostes und Seiner Kraft uns freuen. Durch denselbigen Deinen Sohn, Jesum Christum, unsern Herrn. Amen.

Lutherisches Kirchengesangbuch S. 236

Lied aus dem lutherischen Kirchengesangbuch

Gib zu allen Dingen Wollen und Vollbringen, führ uns ein und aus; wohn in unsrer Seele, unser Herz erwähle Dir zum eignen Haus; wertes Pfand, mach uns bekannt, wie wir Jesus recht erkennen und Gott Vater nennen.

Mach das Kreuze süße, und durch Finsternisse sei Du unser Licht; trag nach Zions Hügeln uns mit Glaubensflügeln und verlaß uns nicht, wenn der Tod, die letzte Not, mit uns will zu Felde liegen, daß wir fröhlich siegen.

Laß uns hier indessen nimmermehr vergessen, daß wir Gott verwandt; dem laß uns stets dienen und im Guten grünen als ein fruchtbar Land, bis wir dort, Du werter Hort, bei den grünen Himmelsmaien ewig uns erfreuen.

Benjamin Schmolck 1715 (LKG 191,6-8)

Fortlaufende Lese

Da fragte der Hohepriester: Ist das so?  Er aber sprach: Liebe Brüder und Väter, hört zu. Der Gott der Herrlichkeit erschien unserm Vater Abraham, als er noch in Mesopotamien war, ehe er in Haran wohnte,  und sprach zu ihm: »Geh aus deinem Land und von deiner Verwandtschaft und zieh in das Land, das ich dir zeigen will.«  Da ging er aus dem Land der Chaldäer und wohnte in Haran. Und als sein Vater gestorben war, brachte Gott ihn von dort herüber in dies Land, in dem ihr nun wohnt,  aber er gab ihm kein Erbteil darin, auch nicht einen Fußbreit, und verhieß ihm, er wolle es ihm und seinen Nachkommen zum Besitz geben, obwohl er noch kein Kind hatte.  Denn so sprach Gott: »Seine Nachkommen werden Fremdlinge sein in einem fremden Lande, und man wird sie knechten und misshandeln vierhundert Jahre lang. Aber das Volk, dem sie als Knechte dienen werden, will ich richten«, sprach Gott, »und danach werden sie ausziehen und mir dienen an dieser Stätte.« Und er gab ihm den Bund der Beschneidung. Und so zeugte er Isaak und beschnitt ihn am achten Tage, und Isaak den Jakob, und Jakob die zwölf Erzväter. Und die Erzväter wurden neidisch auf Josef und verkauften ihn nach Ägypten. Aber Gott war mit ihm  und errettete ihn aus aller seiner Bedrängnis und gab ihm Gnade und Weisheit vor dem Pharao, dem König von Ägypten; der setzte ihn zum Regenten über Ägypten und über sein ganzes Haus.  Es kam aber eine Hungersnot über ganz Ägypten und Kanaan und eine große Bedrängnis, und unsre Väter fanden keine Nahrung. Jakob aber hörte, dass es in Ägypten Getreide gebe, und sandte unsre Väter ein erstes Mal. Und beim zweiten Mal gab sich Josef seinen Brüdern zu erkennen; so wurde dem Pharao Josefs Herkunft bekannt.  Josef aber sandte aus und ließ seinen Vater Jakob holen und seine ganze Verwandtschaft, fünfundsiebzig Menschen. Und Jakob zog hinab nach Ägypten und starb, er und unsre Väter;  und sie wurden nach Sichem herübergebracht und in das Grab gelegt, das Abraham für Geld gekauft hatte von den Söhnen Hamors in Sichem. 

Apostelgeschichte 7,1-16

Morgenlese

Sie sahen aber den Freimut des Petrus und Johannes und wunderten sich; denn sie merkten, dass sie ungelehrte und einfache Leute waren, und wussten auch von ihnen, dass sie mit Jesus gewesen waren. Sie sahen aber den Menschen, der gesund geworden war, bei ihnen stehen und wussten nichts dagegen zu sagen. Da hießen sie sie hinausgehen aus dem Hohen Rat und berieten miteinander und sprachen: Was wollen wir mit diesen Menschen tun? Denn dass ein offenkundiges Zeichen durch sie geschehen ist, ist allen bekannt, die in Jerusalem wohnen, und wir können’s nicht leugnen. Aber damit es nicht weiter einreiße unter dem Volk, wollen wir ihnen drohen, dass sie hinfort zu keinem Menschen in diesem Namen reden. Und sie riefen sie und geboten ihnen, keinesfalls zu verkünden oder zu lehren in dem Namen Jesu. Petrus aber und Johannes antworteten und sprachen zu ihnen: Urteilt selbst, ob es vor Gott recht ist, dass wir euch mehr gehorchen als Gott. Wir können’s ja nicht lassen, von dem zu reden, was wir gesehen und gehört haben. Da drohten sie ihnen und ließen sie gehen um des Volkes willen, weil sie nicht wussten, wie man sie hätte bestrafen können; denn alle lobten Gott für das, was geschehen war. Denn der Mensch war über vierzig Jahre alt, an dem dieses Zeichen der Heilung geschehen war. 

Apostelgeschichte 4,13-22

Abendlese

Und als man sie hatte gehen lassen, kamen sie zu den Ihren und berichteten, was die Hohenpriester und Ältesten zu ihnen gesagt hatten. Als sie das hörten, erhoben sie ihre Stimme einmütig zu Gott und sprachen: Herr, du hast Himmel und Erde und das Meer und alles, was darin ist, gemacht, du hast durch den Mund unseres Vaters David, deines Knechtes, durch den Heiligen Geist gesagt: »Warum toben die Heiden, und die Völker nehmen sich vor, was vergeblich ist? Die Könige der Erde treten zusammen, und die Fürsten versammeln sich wider den Herrn und seinen Christus.« Wahrhaftig, sie haben sich versammelt in dieser Stadt gegen deinen heiligen Knecht Jesus, den du gesalbt hast, Herodes und Pontius Pilatus mit den Heiden und den Stämmen Israels, zu tun, was deine Hand und dein Ratschluss zuvor bestimmt haben, dass es geschehen sollte. Und nun, Herr, sieh an ihr Drohen und gib deinen Knechten, mit allem Freimut zu reden dein Wort. Strecke deine Hand aus zur Heilung und lass Zeichen und Wunder geschehen durch den Namen deines heiligen Knechtes Jesus. Und als sie gebetet hatten, erbebte die Stätte, wo sie versammelt waren; und sie wurden alle vom Heiligen Geist erfüllt und redeten das Wort Gottes mit Freimut.

Die Menge der Gläubigen aber war ein Herz und eine Seele; auch nicht einer sagte von seinen Gütern, dass sie sein wären, sondern es war ihnen alles gemeinsam. Und mit großer Kraft bezeugten die Apostel die Auferstehung des Herrn Jesus, und große Gnade war bei ihnen allen.

Apostelgeschichte 4,23-33

Bekenntnislese

Darum ist auch nichts darauf zu geben, wenn sie sagen, dass Leib und Blut Christi nicht im Abendmahl für uns gegeben und vergossen werden und man deswegen nicht im Sakrament Vergebung der Sünde haben könne. Denn wenn auch das Werk der Versöhn-ung am Kreuz geschehen ist und dadurch die Vergebung der Sünde erworben ist, so kann sie doch nicht anders als durch das Wort zu uns kommen. Denn was wüssten wir von dem, was am Kreuz geschehen ist, und von dem, was uns dadurch erworben ist, wenn es nicht durch die Predigt oder das verkündigte Wort vorgetragen würde! Woher wissen sie es oder wie können sie die Vergebung annehmen und sich zu eigen machen, wenn sie sich nicht an die Schrift und an das Evangelium halten und ihnen glauben.

Nun ist aber das ganze Evangelium und der Glaubensartikel „Ich glaube eine heilige christliche Kirche, die Vergebung der Sünde“ usf. kraft jener Worte in dieses Sakrament hineingelegt und wird uns darin angeboten. Warum sollten wir uns denn jenen Schatz aus dem Sakrament herausreißen lassen, zumal sie doch zugeben müssen, dass es eben die gleichen Worte sind, die wir auch sonst im Evangelium hören? Auch werden sie nicht sagen können, dass jene Worte im Sakrament ohne Nutzen sind; ebensowenig wie sie es wagen werden zu behaupten, dass das ganze Evangelium oder Wort Gottes, abgesehen vom Sakrament, ohne Nutzen ist.

Drittens
So haben wir nun das Wichtigste des ganzen Sakramentes besprochen, sein Wesen und seinen Nutzen. Nun müssen wir auch sehen, wer diejenigen sind, die die Kraft und den Nutzen des Sakramentes empfangen. Wie oben bei der Taufe und auch sonst schon oft gesagt worden ist, kann man in aller Kürze darauf antworten: „Derjenige, der glaubt, was die Worte sagen und was sie mit sich bringen.“ Denn jene Worte sind nicht zu Holz und Steinen gesprochen, sondern sie sind denen verkündigt, die sie hören können und zu denen Christus spricht: „Nehmet und esset“ usf.

Und weil er Vergebung der Sünde anbietet und zusagt, kann dies nicht anders als durch den Glauben empfangen werden. Solch einen Glauben fordert er selbst, wenn er spricht „für euch gegeben“ und „für euch vergossen“, so als wollte er sagen: „Darum gebe ich euch meinen Leib und mein Blut zu essen und zu trinken, damit ihr die Vergebung der Sünde annehmt und euch zu eigen macht.“ Wer sich nun dies gesagt sein lässt und glaubt, dass dies wahr ist, der hat, was die Worte sagen.

Wer aber nicht glaubt, der hat nichts. Der lässt sich alles umsonst anbieten, ohne dieses heilbringende Gut zu empfangen. Der Schatz ist für jeden da, er liegt vor jedermanns Tür, ja er ist für jeden auf den Tisch gelegt, aber darauf kommt es an, dass du ihn entgegennimmst und der festen Überzeugung bist, dass wahr ist, was die Worte Christi sagen.

Darin besteht die ganze Vorbereitung für den Christen, dieses Sakrament „würdig“ zu empfangen. Denn weil uns jener Schatz allein in den Worten Christi vorgehalten wird, kann man ihn nicht anders entgegennehmen und sich zu eigen machen als mit dem Herzen. Denn mit der Faust kann man ein solches Geschenk und solch einen Schatz, der in Ewigkeit bleibt, nicht ergreifen.

Fasten und Beten mag wohl eine äußerliche Vorbereitung sein, eine „Kinderübung“, damit wir uns zuchtvoll und ehrerbietig Leib und Blut Christi gegenüber verhalten. Aber was uns mit dem Leibe und Blute Christi gegeben wird, können wir mit unserm Leib nicht erfassen noch zu uns nehmen. Es ist unser Herz und der Glaube unsers Herzens, der jenen Schatz erkennt und begehrt.

Da sei nun genug zur allgemeinen Unterweisung dieses Sakramentes. Was noch mehr dazu zu sagen ist, mag ein andermal geschehen.

Viertens

Nachdem wir nun das richtige Verständnis des Sakramentes und die richtige Sakramentslehre dargelegt haben, ist wohl auch eine Ermahnung und Ermunterung nötig, dass man solch einen großen Schatz, der täglich in unserer Mitte ist und unter uns Christen ausgeteilt wird, nicht einfach unbeachtet lassen soll. Wer ein Christ sein will, soll bereit sein, das hochwürdige Sakrament oft zu empfangen.

Denn wir sehen, dass die Haltung dem Sakrament gegenüber bei vielen nachlässig und träge ist. Die Zahl derer ist sehr groß, die zwar das Evangelium hören, die aber, weil das
Papsttum mit seinem Zwang, seinen unnützen Zeremonien und Geboten bei uns abgeschafft ist, nun ein, zwei, drei oder noch mehr Jahre ohne Sakrament dahinleben. Als seien sie so starke Christen, die das Sakrament nicht nötig hätten.

Einige haben sich dadurch abhalten und abschrecken lassen, weil wir gelehrt haben, dass niemand zum Sakrament gehen soll, ohne Hunger und Durst zu verspüren und von ihnen getrieben zu werden. Andere behaupten, die Teilnahme am Sakrament sei jedem freigestellt und sei nicht notwendig; es genüge, wenn man einfach glaube. Und so kommt es dazu, dass sehr viele ganz roh werden und schließlich beides verachten, sowohl das Sakrament als auch das Wort Gottes.

Nun ist wahr, was wir gesagt haben, dass man keinesfalls jemand bedrängen noch zwingen soll, das Sakrament zu empfangen, damit es nicht wieder zu einer neuen Seelen-mörderei komme. Aber das soll man wissen, dass jene Leute, die sich so lange Zeit vom Sakrament fernhalten, nicht als Christen anzusehen sind. Denn Christus hat es nicht deswegen eingesetzt, damit man eine Feier zum Zuschauen daraus mache, sondern er hat seinen Christen geboten, dass sie es essen und trinken und seiner dabei gedenken sollen.

Diejenigen, die in Wahrheit Christen sind und das Sakrament teuer und wert halten, werden sich wohl selber zu ermuntern wissen; sie werden ohnehin zum Sakrament kommen. Doch um der weniger Unterrichteten und im Glauben schwachen Christen willen, die aber doch gern Christen sein möchten, wollen wir ein wenig davon reden; sie sollen dadurch desto mehr veranlasst werden, über den Grund und die Notwendigkeit nachzudenken, die sie bewegen soll, das Sakrament zu empfangen.

Auch in andern Dingen, die den Glauben, die Liebe und die Geduld betreffen, genügt es ja nicht, allein zu lehren und zu unterrichten, sondern man muss auch täglich ermahnen.
Ebenso ist es auch hier nötig, nicht im Ermahnen nachzulassen, damit man nicht nachlässig und des Sakramentes überdrüssig werde; denn wir wissen und spüren es, wie der Teufel sich dem Sakrament und allem Christlichen stets widersetzt und, soweit er’s vermag, Menschen davon abzubringen sucht.

Erstens haben wir nun die klare, eindeutige Aussage in den Worten Christi: „Das tut zu meinem Gedächtnis.“ Das sind Worte, die uns etwas befehlen und gebieten: Denen, die Christen sein wollen, wird hiermit geboten, das Sakrament zu empfangen. Wer darum Christi Jünger sein will – mit solchen redet er ja hier – ‚ der denke daran und halte sich zum Sakrament, nicht aus Zwang, weil Menschen ihn bedrängen, sondern um Christus zu
gefallen und ihm zu gehorchen.

Wenn du aber sagst: „Es steht doch da: So oft ihr’s tut; damit zwingt er ja niemand, sondern stellt es jedem frei“, so antworte ich: „Das ist wahr, aber das heißt nicht, dass man es überhaupt nicht tun soll; gerade weil er die Worte spricht So oft ihr’s tut, ist damit inbegriffen, dass man es oft tun soll; es ist aber deswegen hinzugefügt, weil er das Sakrament frei haben wollte, nicht gebunden an eine bestimmte Zeit, wie das Essen des Passa-Lammes bei den Juden, das sie jedes Jahr nur einmal essen durften (und zwar genau am Abend des 14. Tages nach dem ersten Vollmond, wobei sie keinen Tag überschreiten durften). Als ob Christus damit sagen wollte: „Ich ordne für euch ein Passafest bzw. ein Abendmahl, das ihr nicht nur einmal an diesem Abend des Jahres feiern sollt, sondern ihr sollt es oft tun, wann und wo ihr wollt, ganz nach eines jeden Gelegenheit und Wunsch; an keinen Ort und keine bestimmte Zeit gebunden“ – obgleich
später der Papst dies in das Gegenteil verkehrt hat und wieder ein „Judenfest“ daraus gemacht hat.“

Dr. Martin Luther, Großer Katechismus: Das Abendmahl GK V:31-48

Es segne und behüte Euch Gott, der allmächtige und barmherzige, der Vater, Sohn + Heiliger Geist  + Friede sei mit Euch +


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Der HERR ist König; des freue sich das Erdreich und seien fröhlich die Inseln, so viel ihrer sind. (Psalm 97)

St. Nikolai, Coswig (SA)

Der HERR ist König; des freue sich das Erdreich und seien fröhlich die Inseln, so viel ihrer sind. Wolken und Dunkel sind um ihn her, Gerechtigkeit und Recht sind seines Thrones Stütze. Feuer geht vor ihm her und verzehrt ringsum seine Feinde. Seine Blitze erleuchten den Erdkreis, das Erdreich sieht es und erschrickt. Berge zerschmelzen wie Wachs vor dem HERRN, vor dem Herrscher der ganzen Erde. Die Himmel verkündigen seine Gerechtigkeit, und alle Völker sehen seine Herrlichkeit. 

Schämen sollen sich alle, die den Bildern dienen / und sich der Götzen rühmen. Betet ihn an, alle Götter! Zion hört es und ist froh, und die Töchter Juda sind fröhlich, weil du, HERR, recht regierest. Denn du, HERR, bist der Höchste über allen Landen, du bist hoch erhöht über alle Götter. 

Die ihr den HERRN liebet, hasset das Arge! Der Herr bewahrt die Seelen seiner Heiligen; aus der Hand der Frevler wird er sie erretten. Dem Gerechten muss das Licht immer wieder aufgehen und Freude den aufrichtigen Herzen. Ihr Gerechten, freut euch des HERRN und danket ihm und preiset seinen heiligen Namen! 

Psalm 97. Verdeutscht von Dr. Martin Luther (Revision 2017)

Des Morgens, wenn Du aufstehst, kannst Du Dich segnen mit dem Zeichen des heiligen Kreuzes und sagen: 

Das walte Gott Vater + Sohn und Heiliger Geist! Amen

Apostolische Glaubensbekenntnis 

Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde. 

Und an Jesum Christum, seinen einigen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist von dem Heiligen Geist, geboren aus Maria der Jungfrau, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, niedergefahren zur Hölle, am dritten Tage wieder auferstanden von den Toten, aufgefahren gen Himmel; sitzend zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters; von dannen er kommen wird zu richten die Lebendigen und die Toten. 

Ich glaube an den Heiligen Geist, eine heilige christliche Kirche, die Gemeinde der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. Amen.

Vaterunser 

Vater unser im Himmel
Geheiligt werde Dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Willst du, so kannst du dies Gebet dazu sprechen (Luthers Morgensegen)

Ich danke Dir, mein himmlischer Vater, durch Jesus Christus, Deinen lieben Sohn, daß Du mich diese Nacht vor allem Schaden und Gefahr behütet hast, und bitte Dich, Du wollest mich diesen Tag auch behüten vor Sünden und allem Übel, daß Dir all mein Tun und Leben gefalle. Denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in Deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde.

Als dann mit Freuden an Dein Werk gegangen und etwa ein Lied gesungen oder was Dir Deine Andacht eingibt.

Es soll nicht durch Heer oder Kraft, sondern durch meinen Geist geschehen, spricht der Herr Zebaoth.

Sacharja 4,6b

Lied aus dem lutherischen Kirchengesangbuch

Schmückt das Fest mit Maien, lasset Blumen streuen, zündet Opfer an; denn der Geist der Gnaden hat sich eingeladen, machet ihm die Bahn! Nehmt ihn ein, so wird sein Schein Euch mit Licht und Heil erfüllen und den Kummer stillen.

Laß die Zungen brennen, wenn wir Jesus nennen, führ den Geist empor; gib uns Kraft zu beten und vor Gott zu treten, sprich Du selbst uns vor. Gib uns Mut, du höchstes Gut, tröst uns kräftiglich von oben bei der Feinde Toben.

Güldner Himmelsregen, schütte Deinen Segen auf der Kirche Feld; lasse Ströme fließen, die das Land begießen, wo Dein Wort hinfällt, und verleih, daß es gedeih, hundertfältig Früchte bringe, alles ihm gelinge.

Benjamin Schmolck 1715 (LKG 191 mit der schönen Melodie von Paul Kretzschmar 1947)

Fortlaufende Lese

Stephanus aber, voll Gnade und Kraft, tat Wunder und große Zeichen unter dem Volk.  Da standen einige auf von der Synagoge der Libertiner und der Kyrenäer und der Alexandriner und einige von denen aus Kilikien und der Provinz Asia und stritten mit Stephanus.  Doch sie vermochten nicht zu widerstehen der Weisheit und dem Geist, in dem er redete.  

Da stifteten sie einige Männer an, die sprachen: Wir haben ihn Lästerworte reden hören gegen Mose und gegen Gott.  Und sie brachten das Volk und die Ältesten und die Schriftgelehrten auf, traten herzu und ergriffen ihn und führten ihn vor den Hohen Rat  und stellten falsche Zeugen auf, die sprachen: Dieser Mensch hört nicht auf, zu reden gegen diese heilige Stätte und das Gesetz.  

Denn wir haben ihn sagen hören: Dieser Jesus von Nazareth wird diese Stätte zerstören und die Ordnungen ändern, die uns Mose gegeben hat.  Und alle, die im Hohen Rat saßen, blickten auf ihn und sahen sein Angesicht wie eines Engels Angesicht. 

Apostelgeschichte 6,8-15

Morgenlese

Während sie zum Volk redeten, traten zu ihnen die Priester und der Hauptmann der Tempelwache und die Sadduzäer, die verdross, dass sie das Volk lehrten und verkündigten in Jesus die Auferstehung von den Toten. Und sie legten Hand an sie und setzten sie gefangen bis zum Morgen; denn es war schon Abend. Aber viele von denen, die das Wort gehört hatten, wurden gläubig; und die Zahl der Männer stieg auf etwa fünftausend. Als nun der Morgen kam, versammelten sich ihre Oberen und Ältesten und Schriftgelehrten in Jerusalem, auch Hannas, der Hohepriester, und Kaiphas und Johannes und Alexander und alle, die vom Geschlecht der Hohenpriester waren; und sie stellten sie in die Mitte und fragten sie: Aus welcher Kraft oder in welchem Namen habt ihr das getan? Petrus, voll des Heiligen Geistes, sprach zu ihnen: Ihr Oberen des Volkes und ihr Ältesten! Wenn wir heute wegen der Wohltat an dem kranken Menschen verhört werden, wodurch er gesund geworden ist, so sei euch allen und dem ganzen Volk Israel kundgetan: Im Namen Jesu Christi von Nazareth, den ihr gekreuzigt habt, den Gott von den Toten auferweckt hat; durch ihn steht dieser hier gesund vor euch. Das ist der Stein, von euch Bauleuten verworfen, der zum Eckstein geworden ist. Und in keinem andern ist das Heil, auch ist kein andrer Name unter dem Himmel den Menschen gegeben, durch den wir sollen selig werden.

Apostelgeschichte 4,1-12

Abendlese

Petrus aber und Johannes gingen hinauf in den Tempel um die neunte Stunde, zur Gebetszeit. Und es wurde ein Mann herbeigetragen, der war gelähmt von Mutterleibe an; den setzte man täglich vor das Tor des Tempels, das da heißt das Schöne, damit er um Almosen bettelte bei denen, die in den Tempel gingen. Als er nun Petrus und Johannes sah, wie sie in den Tempel hineingehen wollten, bat er um ein Almosen. Petrus aber blickte ihn an mit Johannes und sprach: Sieh uns an! Und er sah sie an und wartete darauf, dass er etwas von ihnen empfinge. Petrus aber sprach: Silber und Gold habe ich nicht; was ich aber habe, das gebe ich dir: Im Namen Jesu Christi von Nazareth steh auf und geh umher! Und er ergriff ihn bei der rechten Hand und richtete ihn auf. Sogleich wurden seine Füße und Knöchel fest, er sprang auf, konnte stehen und gehen und ging mit ihnen in den Tempel, lief und sprang umher und lobte Gott. Und es sah ihn alles Volk umhergehen und Gott loben. Sie erkannten ihn auch, dass er es war, der vor dem Schönen Tor des Tempels gesessen und um Almosen gebettelt hatte; und Verwunderung und Entsetzen erfüllte sie über das, was ihm widerfahren war. Als er sich aber zu Petrus und Johannes hielt, lief alles Volk bei ihnen zusammen in der Halle, die nach Salomo genannt ist, und sie wunderten sich sehr. Als Petrus das sah, sprach er zu dem Volk: Ihr Männer von Israel, was wundert ihr euch darüber oder was seht ihr auf uns, als hätten wir durch eigene Kraft oder Frömmigkeit bewirkt, dass dieser gehen kann? Der Gott Abrahams und Isaaks und Jakobs, der Gott unsrer Väter, hat seinen Knecht Jesus verherrlicht, den ihr überantwortet und verleugnet habt vor Pilatus, als dieser ihn freisprechen wollte. Ihr aber habt den Heiligen und Gerechten verleugnet und darum gebeten, dass man euch den Mörder schenke, aber den Fürsten des Lebens habt ihr getötet. Den hat Gott auferweckt von den Toten; dessen sind wir Zeugen. Und durch den Glauben an seinen Namen hat sein Name diesen, den ihr seht und kennt, stark gemacht; und der Glaube, der durch ihn gewirkt ist, hat diesem die Gesundheit gegeben vor euer aller Augen.

Apostelgeschichte 3,1-16

Bekenntnislese

Was ist nun das Sakrament des Altars?

Antwort: Es ist der wahre Leib und das wahre Blut des Herrn Christus; beides hat uns Christus zu essen und zu trinken befohlen – in und unter dem Brot und Wein. Und wie wir von der Taufe gesagt haben, dass sie nicht gewöhnliches Wasser ist, so sagen wir auch hier: Das Sakrament ist Brot und Wein, aber nicht gewöhnliches Brot und gewöhnlicher Wein, wie man sie zu Tisch aufträgt, sondern Brot und Wein, die in Gottes Wort „eingefasst“ und mit ihm verbunden sind. Das Wort, sage ich, ist es, das Brot und Wein zum Sakrament macht und bewirkt, dass es nicht gewöhnliches Brot und gewöhnlicher Wein ist, sondern Leib und Blut Christi ist und heißt. Denn es heißt: „Wenn das Wort zum äußerlichen Element kommt, so wird es ein Sakrament.“ Dieser Ausspruch St. Augustins ist so zutreffend und gut, dass es kaum einen bessern von ihm gibt. Es ist das Wort, dass das Sakrament zum Sakrament macht. Wo das Wort nicht dazukommt, bleibt es ein bloßes Element.

Nun handelt es sich aber nicht um das Wort und die Ordnung eines Fürsten oder Kaisers, sondern um die der hohen Majestät Gottes, vor dem alle Geschöpfe zu Füßen fallen und
bekennen sollten, dass alles so ist, wie er es sagt. Mit aller Ehrerbietung, Ehrfurcht und Demut sollten sie es tun. Dieses Wort kann dich gewissmachen, sodass du sagen kannst: Wenn hunderttausend Teufel mit allen Schwärmern daherkommen und sagen: „Wie können Brot und Wein Leib und Blut Christi sein?“ usf., so weiß ich, dass alle klugen Geister und Gelehrten zusammen nicht so klug sind wie die göttliche Majestät im kleinsten Finger.

Hier steht das Wort Christi: „Nehmet, esset, das ist mein Leib“, „trinket alle daraus, das ist das Neue Testament in meinem Blut“ usf., dabei bleiben wir; und wir wollen doch einmal sehen, wer die sind, die ihn belehren und seine Worte anders verstehen wollen, als er sie gesprochen hat.

Das ist allerdings wahr: Wenn du das Wort Christi fortnimmst oder von seinem Worte absiehst, hast du nichts anderes als bloß Brot und Wein. Wenn die Worte Christi aber mit Brot und Wein verbunden bleiben, wie sie es sollen und müssen, so sind sie gemäß seinen Worten Leib und Blut Christi. Denn wenn der Mund Christi etwas redet und spricht, dann ist es so; denn Christus kann nicht lügen und betrügen.

Darum kann man nun jene Fragen leicht beantworten, mit denen sich viele jetzt herumquälen, wie z. B. die, ob auch ein „böser“ Priester das Sakrament gültig verwalten und reichen kann – und was dergleichen Fragen mehr sind.

Wir behaupten und sagen: Auch wenn ein böser Bube das Sakrament reicht oder sich nimmt, so ist es dennoch das rechte Sakrament, d. h. Leib und Blut Christi, ebenso als wenn jemand auf die allerwürdigste Weise mit dem Sakrament umgeht. Denn das Sakrament gründet sich nicht auf die Heiligkeit von Menschen, sondern auf das Wort Gottes. Und ebenso wie kein Heiliger auf Erden, ja kein Engel im Himmel Brot und Wein zu Leib und Blut Christi machen können, so kann auch niemand das Sakrament verändern und verwandeln, auch nicht durch Missbrauch.

Denn um der Person oder um des Unglaubens willen wird das Wort Christi nicht falsch und ungültig, durch das das Sakrament zum Sakrament eingesetzt und gemacht worden ist. Denn Christus spricht nicht: „Wenn ihr glaubt oder würdig seid, dann habt ihr meinen Leib und mein Blut“, sondern: „Nehmet, esset und trinket, das ist mein Leib und Blut.“ Ebenso sagt er auch: „Solches tut“, nämlich das, was ich jetzt tue, einsetze, euch gebe und zu nehmen gebiete.

Das bedeutet so viel wie: „Ob du nun unwürdig oder würdig bist, du hast hier seinen Leib und sein Blut kraft dieser Worte, die zu dem Brot und Wein hinzukommen.“

Das präge dir nur gut ein und behalte es! Denn unser ganzer Schutz und Schirm gegen allen Irrtum und alle Verführung, die es je gegeben hat und noch kommen mag, gründet sich auf diese Worte Christi.

Zweitens

Damit haben wir in Kürze das erste Stück dieses Sakramentes, sein Wesen, erläutert. Nun wollen wir auch von der Kraft und dem Nutzen dieses Sakramentes reden, um deretwillen es ja schließlich eingesetzt ist. Auch bei diesem Sakrament ist das das Wichtigste, dass man weiß, was wir in ihm suchen und finden sollen.

Das ist nun klar und leicht aus den eben angeführten Worten Christi zu entnehmen, nämlich den Worten: „Das ist mein Leib und mein Blut, für euch gegeben und vergossen zur Vergebung der Sünde.“

Das heißt soviel wie: Deswegen gehen wir zum Sakrament, um dort jenen Schatz zu erhalten, in dem und durch den wir Vergebung der Sünde bekommen. Warum ist das so? Weil die Worte dastehen und uns solches geben. Denn darum lässt Christus mich essen und trinken, damit das Sakrament mein eigen sei und mir als festes Pfand und Zeichen diene – ja, es ist die Sache selbst, die dazu bestimmt ist, meine Sünde und meinen Tod und alles Unglück zu beseitigen.

Darum wird es auch zu Recht eine Speise der Seele genannt, die den „neuen“ Menschen nährt und stärkt. Denn durch die Taufe werden wir neu geboren; aber es bleibt auch noch, wie oben gesagt, der „alte“ Mensch mit Fleisch und Blut am Leben; darum gibt es auch so viele Anfechtungen durch den Teufel und die Welt und so vieles, was den Glauben hindert, sodass wir oft müde und matt werden und manchmal auch straucheln.

Darum ist uns das Sakrament gegeben, dass es uns zur täglichen Weide und Nahrung werde. Der Glaube soll fest und stark werden, damit wir im Kampf des Glaubens nicht unterliegen, sondern immer stärker werden.

Denn das „neue“ Leben soll so beschaffen sein, dass es stets zunimmt und voranschreitet.

Es muss aber andererseits auch viel erleiden. Denn der Teufel ist ein sehr zorniger Feind. Wo er sieht, dass man ihm entgegentritt und den „alten“ Menschen bekämpft und er uns nicht gewaltsam überrumpeln kann, da schleicht er von allen Seiten um uns herum, versucht alles Mögliche und hört nicht eher auf, bis er uns zuletzt müde gemacht hat und man entweder den Glauben aufgibt oder verzagt und unlustig oder ungeduldig wird.

Dagegen ist nun dieses Sakrament zur Stärkung und Tröstung gegeben. Wenn unser Herz jene Versuchungen fühlt und sie uns zu schwer werden, dann können wir hier neue Kraft und Stärke holen.

Hier empören sich wieder unsere klugen Geister mit ihrer großen Gelehrsamkeit und Klugheit und schreien und poltern: „Wie können Brot und Wein die Sünde vergeben oder den Glauben stärken?“ Obgleich sie es doch gehört haben und wissen, dass wir dies nicht von jenem Brot und Wein aussagen, die, für sich genommen, eben Brot und Wein sind, sondern wir sagen es von dem Brot aus, das Christi Leib ist, und von dem Wein, der Christi Blut ist; denn sie haben doch die Worte Christi bei sich. Leib und Blut Christi aber und nichts anderes sind ja, so sagen wir, der Schatz, durch den die Vergebung der Sünde erworben ist.

Sie wird uns nicht anders als mit den Worten „Für euch gegeben und vergossen“ über-bracht und zugeeignet. Denn in diesen Worten hast du beides ausgesagt: Dass Brot und Wein Leib und Blut Christi sind und dass sie dir gehören als dein Schatz und Geschenk.

Nun kann aber der Leib Christi nichts Unfruchtbares oder Wirkungsloses sein; er kann nicht ohne Wirkung und Nutzen sein. Doch wie groß auch der Schatz als solcher ist, er muss in das Wort „eingefasst“ sein und muss uns überreicht werden, sonst würden wir nichts von ihm wissen und ihn nicht begehren können.

Dr. Martin Luther, Der Große Katechismus: Abendmahl (GK V:8-30)

Es segne und behüte Euch Gott, der allmächtige und barmherzige, der Vater, Sohn + Heiliger Geist  + Friede sei mit Euch +

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Singet dem HERRN ein neues Lied; singet dem HERRN, alle Welt! (Psalm 96)

Singet dem HERRN ein neues Lied; singet dem HERRN, alle Welt! Singet dem HERRN und lobet seinen Namen, verkündet von Tag zu Tag sein Heil! Erzählet unter den Heiden von seiner Herrlichkeit, unter allen Völkern von seinen Wundern! 

Denn der HERR ist groß und hoch zu loben, mehr zu fürchten als alle Götter. Denn alle Götter der Völker sind Götzen; aber der HERR hat den Himmel gemacht. Hoheit und Pracht sind vor ihm, Macht und Herrlichkeit in seinem Heiligtum. 

Ihr Völker, bringet dar dem HERRN, bringet dar dem HERRN Ehre und Macht! Bringet dar dem HERRN die Ehre seines Namens, bringet Geschenke und kommt in seine Vorhöfe! Betet an den HERRN in heiligem Schmuck; es fürchte ihn alle Welt! Sagt unter den Heiden: Der HERR ist König. Er hat den Erdkreis gegründet, dass er nicht wankt. Er richtet die Völker recht. 

Der Himmel freue sich, und die Erde sei fröhlich, das Meer brause und was darinnen ist; das Feld sei fröhlich und alles, was darauf ist; jauchzen sollen alle Bäume im Walde vor dem HERRN; denn er kommt, denn er kommt, zu richten das Erdreich. Er wird den Erdkreis richten mit Gerechtigkeit und die Völker mit seiner Wahrheit.

Psalm 96 verdeutscht von Dr. Martin Luther (Revision 2017)

Des Morgens, wenn Du aufstehst, kannst Du Dich segnen mit dem Zeichen des heiligen Kreuzes und sagen: 

Das walte Gott Vater + Sohn und Heiliger Geist! Amen

Apostolische Glaubensbekenntnis 

Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde. 

Und an Jesum Christum, seinen einigen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist von dem Heiligen Geist, geboren aus Maria der Jungfrau, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, niedergefahren zur Hölle, am dritten Tage wieder auferstanden von den Toten, aufgefahren gen Himmel; sitzend zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters; von dannen er kommen wird zu richten die Lebendigen und die Toten. 

Ich glaube an den Heiligen Geist, eine heilige christliche Kirche, die Gemeinde der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. Amen.

Vaterunser 

Vater unser im Himmel
Geheiligt werde Dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Willst du, so kannst du dies Gebet dazu sprechen (Luthers Morgensegen)

Ich danke Dir, mein himmlischer Vater, durch Jesus Christus, Deinen lieben Sohn, daß Du mich diese Nacht vor allem Schaden und Gefahr behütet hast, und bitte Dich, Du wollest mich diesen Tag auch behüten vor Sünden und allem Übel, daß Dir all mein Tun und Leben gefalle. Denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in Deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde.

Als dann mit Freuden an Dein Werk gegangen und etwa ein Lied gesungen oder was Dir Deine Andacht eingibt.

Es soll nicht durch Heer oder Kraft, sondern durch meinen Geist geschehen, spricht der Herr Zebaoth.

Sacharja 4,6b

Lied aus dem lutherischen Kirchengesangbuch

Nun bitten wir den Heiligen Geist um den rechten Glauben allermeist, daß er uns behüte an unserm Ende, wenn wir heimfahrn aus diesem Elende. Kyrieleis.

Du wertes Licht, gib uns Deinen Schein, lehr uns Jesus Christ kennen allein, daß wir an ihm bleiben, dem treuen Heiland, der uns bracht hat zum rechten Vaterland. Kyrieleis.

Du süße Lieb, schenk uns Deine Gunst, laß uns empfinden der Liebe Brunst, daß wir uns von Herzen einander lieben und im Frieden auf einem Sinn bleiben. Kyrieleis.

Du höchster Tröster in aller Not, hilf, daß wir nicht fürchten Schand noch Tod, daß in uns die Sinne nicht verzagen, wenn der Feind wird das Leben verklagen. Kyrieleis.

Dr. Martin Luther 1524 (LKG 183)

Fortlaufende Lese

In diesen Tagen aber, als die Zahl der Jünger zunahm, erhob sich ein Murren unter den griechischen Juden in der Gemeinde gegen die hebräischen, weil ihre Witwen übersehen wurden bei der täglichen Versorgung.  Da riefen die Zwölf die Menge der Jünger zusammen und sprachen: Es ist nicht recht, dass wir das Wort Gottes vernachlässigen und zu Tische dienen.  Darum, liebe Brüder, seht euch um nach sieben Männern in eurer Mitte, die einen guten Ruf haben und voll Geistes und Weisheit sind, die wollen wir bestellen zu diesem Dienst.  Wir aber wollen ganz beim Gebet und beim Dienst des Wortes bleiben.  Und die Rede gefiel der ganzen Menge gut; und sie wählten Stephanus, einen Mann voll Glaubens und Heiligen Geistes, und Philippus und Prochorus und Nikanor und Timon und Parmenas und Nikolaus, den Proselyten aus Antiochia.  Diese stellten sie vor die Apostel; die beteten und legten ihnen die Hände auf.  Und das Wort Gottes breitete sich aus, und die Zahl der Jünger wurde sehr groß in Jerusalem. Es wurden auch viele Priester dem Glauben gehorsam. 

Apostelgeschichte 6,1-7

Morgenlese

Sie blieben aber beständig in der Lehre der Apostel und in der Gemeinschaft und im Brotbrechen und im Gebet. Es kam aber Furcht über alle, und es geschahen viele Wunder und Zeichen durch die Apostel. Alle aber, die gläubig geworden waren, waren beieinander und hatten alle Dinge gemeinsam. Sie verkauften Güter und Habe und teilten sie aus unter alle, je nachdem es einer nötig hatte. Und sie waren täglich einmütig beieinander im Tempel und brachen das Brot hier und dort in den Häusern, hielten die Mahlzeiten mit Freude und lauterem Herzen und lobten Gott und fanden Wohlwollen beim ganzen Volk. Der Herr aber fügte täglich zur Gemeinde hinzu, die gerettet wurden. 

Apostelgeschichte 2,42-47

Abendlese

Wie mich mein Vater liebt, so liebe ich euch auch. Bleibt in meiner Liebe! Wenn ihr meine Gebote haltet, bleibt ihr in meiner Liebe, so wie ich meines Vaters Gebote gehalten habe und bleibe in seiner Liebe. Das habe ich euch gesagt, auf dass meine Freude in euch sei und eure Freude vollkommen werde. Das ist mein Gebot, dass ihr euch untereinander liebt, wie ich euch liebe. Niemand hat größere Liebe als die, dass er sein Leben lässt für seine Freunde. Ihr seid meine Freunde, wenn ihr tut, was ich euch gebiete. Ich nenne euch hinfort nicht Knechte; denn der Knecht weiß nicht, was sein Herr tut. Euch aber habe ich Freunde genannt; denn alles, was ich von meinem Vater gehört habe, habe ich euch kundgetan. Nicht ihr habt mich erwählt, sondern ich habe euch erwählt und bestimmt, dass ihr hingeht und Frucht bringt und eure Frucht bleibt, auf dass, worum ihr den Vater bittet in meinem Namen, er’s euch gebe. Das gebiete ich euch, dass ihr euch untereinander liebt. 

Johannes 15,9-17

Bekenntnislese

Darum folgt der alte Mensch ungehindert seiner Natur und lebt sich aus, wenn man nicht
durch die Kraft der Taufe Einhalt gebietet und die Natur in ihre Schranken weist. Umge-kehrt gilt: Wenn jemand ein Christ geworden ist, nimmt der alte Mensch täglich ab, bis er endlich ganz und gar untergeht. Das ist die richtige Art und Weise, in die Taufe hinein-zugehen und täglich wieder herauszukommen.

So ist das äußerliche Zeichen der Taufe nicht allein dazu bestimmt, um kraftvoll zu wirken, sondern auch, um etwas abzubilden. Wo nun der Glaube mit seinen Früchten vorhanden ist, da ist die Taufe nicht nur ein Symbol, sondern zugleich wirkende Kraft.

Wo aber kein Glaube ist, bleibt sie allein ein wirkungsloses Zeichen.

Und hier siehst du, dass die Taufe mit ihrer Wirkung und sinnbildlichen Bedeutung auch das dritte Sakrament mit einschließt, das man die Buße genannt hat; denn sie ist eigentlich nichts anderes als die Taufe. Denn was bedeutet Buße anderes, als gegen den „alten“ Menschen ernstlich angehen und ein neues Leben zu beginnen. Wenn du darum in der Buße lebst, so lebst du in der Taufe. Sie versinnbildlicht ja nicht nur dieses neue Leben, sondern sie bewirkt es auch, lässt es beginnen und treibt es voran.

Denn in ihr wird Gnade und Kraft und der Heilige Geist gegeben, damit der „alte“ Mensch unterdrückt werde und der neue Mensch hervorkomme und stark werde.

Darum bleibt die Taufe immer in Kraft; auch wenn jemand von ihr abfällt und sündigt, können wir doch immer wieder zu ihr zurückkehren, um den „alten“ Menschen wieder zu unterwerfen. Aber mit Wasser braucht man uns nicht mehr zu begießen. Denn wenn man sich gleich hundertmal im Wasser untertauchen ließe, ist es doch nicht mehr als eine Taufe; ihre Wirkung aber und sinnbildhafte Bedeutung dauern an und bleiben in Kraft.

So ist also die Buße nichts anderes als eine Rückkehr und ein Wiederhinzutreten zur Taufe, damit man das wieder aufnimmt und tut, was man einmal angefangen und dann doch unterlassen hatte.

Das sage ich darum, dass man nicht meinen soll – wie wir es lange Zeit geglaubt haben – ‚ die Taufe wäre dahin und sei von keinem Nutzen mehr, wenn man wieder in Sünde gefallen sei; das würde bedeuten, dass man sie nur als etwas ansieht, was einmal geschehen ist und seine Wirkung gehabt hat.

Und diese Meinung kommt daher, dass St. Hieronymus geschrieben hat: „Die Buße ist das Brett, auf dem wir schwimmen und ans Ufer kommen müssen, nachdem das Schiff (der Taufe) zerbrochen ist.“ In dieses sind wir eingetreten und mit ihm sind wir losgefahren, als wir Glieder der Christenheit wurden.

Das heißt aber, dass damit die Taufe unbrauchbar geworden ist, sodass sie uns nichts mehr nützen kann. Darum soll man so nicht sprechen; denn das „Schiff“ (der Taufe) zerbricht nicht, weil es, wie gesagt, Gottes Ordnung und nicht unsere Sache ist. Aber das geschieht wohl, dass wir ausgleiten und herausfallen. Wenn aber jemand herausfällt, der sehe zu, dass er wieder herzuschwimmt und sich am Schiff festhält, bis er wieder hineinkommt und sich, so wie es vorher der Fall war, mit dem Schiff voranbewegt.

So sieht man, eine wie vortreffliche Sache es um die Taufe ist. Sie reißt uns dem Teufel aus dem Rachen, sie macht uns zu Gottes Eigentum und sie bekämpft die Sünde und nimmt sie fort; danach stärkt sie den neuen Menschen und bleibt immer in Kraft, bis wir aus diesem Elend zur ewigen Herrlichkeit kommen.

Darum soll jeder seine Taufe ansehen wie die Kleidung, die man täglich anlegt. In ihr soll man fortwährend leben und sich immer im Glauben finden lassen und seine Früchte bringen, damit man den alten Menschen überwindet und am neuen Menschen wächst.

Denn wenn wir Christen sein wollen, müssen wir in der Taufe leben, durch die wir
Christen geworden sind. [86]Verleugnet aber jemand seine Taufe, so komme er wieder herzu. Denn ebenso wie Christus, der „Gnadenthron“, nicht von uns weicht und uns nicht hindert, wieder zu ihm zu kommen, auch wenn wir gesündigt haben, so bleiben auch alle seine Schätze und Gaben für uns erhalten. Die Vergebung der Sünden, die wir einmal in der Taufe empfangen haben, bleibt täglich in Kraft, solange wir leben und den alten Menschen mit uns herumschleppen.

V. Das Sakrament des Altars

So wie wir es bei der heiligen Taufe taten, müssen wir es auch bei diesem zweiten Sakrament tun, nämlich von drei Stücken reden: Was sein Wesen ist, was sein Nutzen ist und wer es empfangen soll. Die Antwort ist den Worten zu entnehmen, mit denen Christus das Sakrament eingesetzt hat; auf sie gründet sich alles, was wir sagen. Jeder, der ein Christ sein will und zum Sakrament gehen will, soll sie auch kennen. Denn wir sind nicht gewillt, jene zum Sakrament zuzulassen und es denen zu reichen, die nicht wissen, was sie dort empfangen oder warum sie kommen. Dies sind aber die Worte Christi: „Unser Herr Jesus Christus, in der Nacht, da er verraten ward, nahm er das Brot, dankte und brach’s und gab’s seinen Jüngern und sprach: Nehmet hin und esset; das ist mein Leib, der für euch gegeben wird. Solches tut zu meinem Gedächtnis. Desselbengleichen nahm er auch den Kelch nach dem Abendmahl, dankte und gab ihnen den und sprach: Nehmet und trinket alle daraus; dieser Kelch ist das Neue Testament in meinem Blut, das für euch vergossen wird zur Vergebung der Sünden. Solches tut, so oft ihr’s trinket, zu meinem Gedächtnis.“

Erstens

Auch hier wollen wir nicht den Streit mit den Lästerern und Schändern dieses Sakramentes führen, sondern erstens lernen, worauf es auch bei diesem Sakrament (ebenso wie bei der Taufe) ankommt, nämlich auf Gottes Wort und Ordnung bzw. Befehl. Das ist das Wichtigste. Denn es ist von keinem Menschen erdacht oder eingeführt worden, sondern Christus hat es eingesetzt ohne jemandes Rat oder Veranlassung.

Und so wie die Zehn Gebote, das Vaterunser und das Glaubensbekenntnis in ihrem Wesen und ihrer Würde bestehen bleiben, auch wenn du nicht betest, nicht glaubst und die Gebote nicht hältst, so bleibt auch dies hochwürdige Sakrament unverändert bestehen, auch wenn wir in unwürdiger Weise mit ihm umgehen. Es kann ihm kein Abbruch getan und ihm nichts genommen werden.

Oder meinst du, dass Gott deswegen nach unserm Tun oder Glauben fragt, um von ihnen seine Ordnung abhängig zu machen? Auch in allen weltlichen Dingen bleibt doch alles, wie es Gott geschaffen und geordnet hat, unabhängig davon, wie wir die Dinge gebrauchen und mit ihnen umgehen. Dies muss man immer wieder betonen.

Denn damit kann man am besten das Geschwätz aller Sektierer zurückweisen; denn sie betrachten die Sakramente losgelöst vom Worte Gottes und sehen sie als etwas an, das wir tun.

Dr. Martin Luther: Großer Katechismus Taufe verf. und Abendmahl GK IV:71-V:7

Es segne und behüte Euch Gott, der allmächtige und barmherzige, der Vater, Sohn + Heiliger Geist  + Friede sei mit Euch +

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Dr. Martin Luther predigt am Pfingstmontag über das Evangelium Johannes 3,16-21

“Auferstandene Jesus Christus” (1550. Anhaltische Gemäldegalerie, Dessau) von Lucas Cranach d.J (1515-1586)

Dr. Martin Luther predigt am Pfingstmontag über Johannes 3,16-21.

Hier die Predigt abgedruckt und vorgelesen:

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Pfingstmontag

Es soll nicht durch Heer oder Kraft, sondern durch meinen Geist geschehen, spricht der Herr Zebaoth.

Sacharja 4,6b

Antiphon

Komm, Heiliger Geist, erfüll die Herzen Deiner Gläubigen und entzünd in ihnen das Feuer Deiner göttlichen Liebe, der Du in Mannigfaltigkeit der Zungen die Völker der ganzen Welt versammelt hast in Einigkeit des Glaubens. Hallelujah, Hallelujah!

Die altkirchliche Antiphon “Veni Sancte Spiritus” verdeutscht Erfurt um 1527. (LKG 180)

Introitus

Man singt mit Freuden vom Sieg in den Hütten der Gerechten: Die Rechte des HERRN behält den Sieg!  Die Rechte des HERRN ist erhöht; die Rechte des HERRN behält den Sieg!  

Ich werde nicht sterben, sondern leben und des HERRN Werke verkündigen. Der HERR züchtigt mich schwer; aber er gibt mich dem Tode nicht preis.  Tut mir auf die Tore der Gerechtigkeit, dass ich durch sie einziehe und dem HERRN danke.  Das ist das Tor des HERRN; die Gerechten werden dort einziehen.  Ich danke dir, dass du mich erhört hast und hast mir geholfen.  

Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, ist zum Eckstein geworden.  Das ist vom HERRN geschehen und ist ein Wunder vor unsern Augen.  Dies ist der Tag, den der HERR macht; lasst uns freuen und fröhlich an ihm sein.  O HERR, hilf! O HERR, lass wohlgelingen!  Gelobt sei, der da kommt im Namen des HERRN! Wir segnen euch vom Haus des HERRN.  Der HERR ist Gott, der uns erleuchtet. Schmückt das Fest mit Maien bis an die Hörner des Altars!  

Du bist mein Gott, und ich danke dir; mein Gott, ich will dich preisen.  Danket dem HERRN; denn er ist freundlich, und seine Güte währet ewiglich. 

Psalm 118,15-29

Alttestamentliche Lese

Und Mose sprach zu dem HERRN: Warum bekümmerst du deinen Knecht? Und warum finde ich keine Gnade vor deinen Augen, dass du die Last dieses ganzen Volks auf mich legst? Hab ich denn all das Volk empfangen oder geboren, dass du zu mir sagen könntest: Trag es in deinen Armen, wie eine Amme ein Kind trägt, in das Land, das du ihren Vätern zugeschworen hast? Woher soll ich Fleisch nehmen, um es all diesem Volk zu geben? Sie weinen vor mir und sprechen: Gib uns Fleisch zu essen. 

Ich vermag all das Volk nicht allein zu tragen, denn es ist mir zu schwer. Willst du aber doch so mit mir tun, so töte mich lieber, wenn anders ich Gnade vor deinen Augen gefunden habe, damit ich nicht mein Unglück sehen muss. Und der HERR sprach zu Mose: Sammle mir siebzig Männer unter den Ältesten Israels, von denen du weißt, dass sie Älteste im Volk und seine Amtleute sind, und bringe sie vor die Stiftshütte und stelle sie dort vor dich,so will ich herniederkommen und dort mit dir reden und von deinem Geist, der auf dir ist, nehmen und auf sie legen, damit sie mit dir die Last des Volks tragen und du nicht allein tragen musst. 

Und zum Volk sollst du sagen: Heiligt euch für morgen, so sollt ihr Fleisch zu essen haben; denn euer Weinen ist vor die Ohren des HERRN gekommen, die ihr sprecht: »Wer gibt uns Fleisch zu essen? Denn es ging uns gut in Ägypten.« Darum wird euch der HERR Fleisch zu essen geben, nicht nur einen Tag, nicht zwei, nicht fünf, nicht zehn, nicht zwanzig Tage lang, sondern einen Monat lang, bis ihr’s nicht mehr riechen könnt und es euch zum Ekel wird, weil ihr den HERRN verworfen habt, der unter euch ist, und weil ihr vor ihm geweint und gesagt habt: Warum sind wir aus Ägypten gegangen? Und Mose sprach: Sechshunderttausend Mann Fußvolk sind es, mit denen ich lebe, und du sprichst: Ich will ihnen Fleisch geben, dass sie einen Monat lang zu essen haben. Kann man so viele Schafe und Rinder schlachten, dass es für sie genug sei? Oder kann man alle Fische des Meeres einfangen, dass es für sie genug sei? Der HERR aber sprach zu Mose: Ist denn die Hand des HERRN zu kurz? Aber du sollst jetzt sehen, ob sich mein Wort an dir erfüllt oder nicht. 

Und Mose ging heraus und sagte dem Volk die Worte des HERRN und versammelte siebzig Männer aus den Ältesten des Volks und stellte sie rings um die Stiftshütte. Da kam der HERR hernieder in der Wolke und redete mit ihm und nahm von dem Geist, der auf ihm war, und legte ihn auf die siebzig Ältesten. Und als der Geist auf ihnen ruhte, gerieten sie in Verzückung wie Propheten und hörten nicht auf. 

Es waren aber noch zwei Männer im Lager geblieben; der eine hieß Eldad, der andere Medad. Und der Geist kam über sie, denn sie waren auch aufgeschrieben, jedoch nicht hinausgegangen zu der Stiftshütte, und sie gerieten in Verzückung im Lager. Da lief ein junger Mann hin und sagte es Mose und sprach: Eldad und Medad sind in Verzückung im Lager. Da antwortete Josua, der Sohn Nuns, der dem Mose diente von seiner Jugend an, und sprach: Mose, mein Herr, wehre ihnen! Aber Mose sprach zu ihm: Eiferst du um meinetwillen? Wollte Gott, dass alle im Volk des HERRN Propheten wären und der HERR seinen Geist über sie kommen ließe! Darauf kehrte Mose zum Lager zurück mit den Ältesten Israels

4. Mose (Numeri) 11,11-12.14-17.24-25 (26-30)

Epistel

Es sind verschiedene Gaben; aber es ist ein Geist.Und es sind verschiedene Ämter; aber es ist ein Herr. Und es sind verschiedene Kräfte; aber es ist ein Gott, der da wirkt alles in allen. Durch einen jeden offenbart sich der Geist zum Nutzen aller. Dem einen wird durch den Geist ein Wort der Weisheit gegeben; dem andern ein Wort der Erkenntnis durch denselben Geist; einem andern Glaube, in demselben Geist; einem andern die Gabe, gesund zu machen, in dem einen Geist; einem andern die Kraft, Wunder zu tun; einem andern prophetische Rede; einem andern die Gabe, die Geister zu unterscheiden; einem andern mancherlei Zungenrede; einem andern die Gabe, sie auszulegen. Dies alles aber wirkt derselbe eine Geist, der einem jeden das Seine zuteilt, wie er will. 

1.Korinther 12,4-11

Evangelium

Am Abend aber dieses ersten Tages der Woche, da die Jünger versammelt und die Türen verschlossen waren aus Furcht vor den Juden, kam Jesus und trat mitten unter sie und spricht zu ihnen: Friede sei mit euch! 

Und als er das gesagt hatte, zeigte er ihnen die Hände und seine Seite. Da wurden die Jünger froh, dass sie den Herrn sahen. Da sprach Jesus abermals zu ihnen: Friede sei mit euch! Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch. 

Und als er das gesagt hatte, blies er sie an und spricht zu ihnen: Nehmt hin den Heiligen Geist! Welchen ihr die Sünden erlasst, denen sind sie erlassen; welchen ihr sie behaltet, denen sind sie behalten.

Johannes 20,19-23

Glaubensbekenntnis

Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, Schöpfer des Himmels und der Erde.

Und an Jesus Christus, seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn,
der empfangen ist vom Heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria,
gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben,
niedergefahren zur Hölle, am dritten Tage auferstanden von den Toten,
aufgefahren gen Himmel; sitzend zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters;
von dannen er kommen wird zu richten die Lebendigen und die Toten.

Ich glaube an den Heiligen Geist, eine heilige christliche Kirche, die Gemeinde der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung der Toten und ein ewige Leben.

Amen.

Apostolikum

Graduallied

Komm, Heiliger Geist, Herre Gott, erfüll mit Deiner Gnaden Gut Deiner Gläubgen Herz, Mut und Sinn, Dein brünstig Lieb entzünd in ihn’. O Herr, durch Deines Lichtes Glast zum Glauben Du versammelt hast das Volk aus aller Welt Zungen. Das sei Dir, Herr, zu Lob gesungen. Halleluja, Halleluja.

Du heiliges Licht, edler Hort, laß leuchten uns des Lebens Wort und lehr uns Gott recht erkennen, von Herzen Vater ihn nennen. O Herr, behüt vor fremder Lehr, daß wir nicht Meister suchen mehr denn Jesus mit rechtem Glauben und ihm aus ganzer Macht vertrauen. Halleluja, Halleluja.

Du heilige Brunst, süßer Trost, nun hilf uns, fröhlich und getrost in Deim Dienst beständig bleiben, die Trübsal uns nicht abtreiben. O Herr, durch Dein Kraft uns bereit und stärk des Fleisches Blödigkeit, daß wir hie ritterlich ringen, durch Tod und Leben zu Dir dringen. Halleluja, Halleluja.

Nach der Antiphon „Veni Sancte Spiritus“ (11.Jhd) verdeutscht von Dr. Martin Luther, 1524. (LKG 182)

Predigt

Da kam Jesus in die Gegend von Cäsarea Philippi und fragte seine Jünger und sprach: Wer sagen die Leute, dass der Menschensohn sei? Sie sprachen: Einige sagen, du seist Johannes der Täufer, andere, du seist Elia, wieder andere, du seist Jeremia oder einer der Propheten. 

Er sprach zu ihnen: Wer sagt denn ihr, dass ich sei? Da antwortete Simon Petrus und sprach: Du bist der Christus, des lebendigen Gottes Sohn! Und Jesus antwortete und sprach zu ihm: Selig bist du, Simon, Jonas Sohn; denn Fleisch und Blut haben dir das nicht offenbart, sondern mein Vater im Himmel. 

Und ich sage dir auch: Du bist Petrus, und auf diesen Felsen will ich meine Gemeinde bauen, und die Pforten der Hölle sollen sie nicht überwältigen. Ich will dir die Schlüssel des Himmelreichs geben: Was du auf Erden binden wirst, soll auch im Himmel gebunden sein, und was du auf Erden lösen wirst, soll auch im Himmel gelöst sein. 

Matthäus 16,13-19

Bekenntnislese

Weiterhin sagen wir, dass uns gar nicht so sehr viel daran liegt, ob der, der getauft wird, glaubt oder nicht glaubt. Denn deswegen wird die Taufe nicht ungültig; sondern ihre Gültigkeit hängt allein von dem Wort und Gebot Gottes ab. Das klingt nun zwar ein wenig überspitzt, aber es folgt aus dem Satz, den ich gesagt habe, dass zur Taufe nichts anderes gehört als das Wasser und das Wort Gottes, das bei und mit dem Wasser ist, d. h.: Wenn das Wort Gottes bei dem Wasser ist, so ist die Taufe gültig, auch wenn kein Glaube auf seiten des Täuflings vorhanden ist. Mein Glaube macht die Taufe nicht gültig, sondern er empfängt die Taufe. Nun wird die Taufe nicht deswegen schon ungültig, wenn sie nicht in rechter Weise empfangen oder gebraucht wird; denn ihre Gültigkeit hängt, wie gesagt, nicht von unserm Glauben ab, sondern von dem Wort Gottes.

Denn wenn heute jemand in heimtückischer Absicht herkäme, in seinem Herzen voller Bosheit, wir aber würden ihn in vollem Ernst taufen, dann müssten wir nichtsdesto-weniger sagen, dass die Taufe gültig ist – auch wenn er sie nicht empfangen hat, wie er soll; denn das Wasser und das Wort Gottes waren da. Es verhält sich hier ebenso wie bei denen, die unwürdig zum Sakrament gehen, aber dennoch das Sakrament wirklich empfangen, auch wenn sie nicht glauben.

So siehst du, dass die Einwürfe der Sektierer nichts taugen. Denn auch wenn die Kinder keinen Glauben hätten, was doch nicht zutrifft, wie oben gezeigt wurde, so wäre dennoch die Taufe gültig, und niemand sollte sie nochmals taufen. Auch dem Sakrament des Altars wird dadurch kein Abbruch getan, dass jemand mit bösem Vorsatz hinzugeht; und es wäre nicht zu erlauben, dass er wegen seines Missbrauchs das Sakrament zur gleichen Stunde nochmals nimmt, so als ob er zuvor das Sakrament nicht wirklich empfangen hätte. Denn das würde heißen, das Sakrament aufs Höchste zu lästern und zu schänden. Wie kämen wir dazu, Gottes Wort und Ordnung desweger außer Kraft zu setzen und nicht gelten zu lassen, nur weil wir sie nicht in rechter Weise gebraucht haben?

Darum sage ich: Wenn du nicht geglaubt hast, so glaube jetzt und sprich: Die Taufe ist wohl gültig gewesen, ich aber habe sie leider nicht so empfangen, wie ich sie hätte empfangen sollen. Denn auch ich selber und alle, die sich taufen lassen, müssen vor Gott sprechen: „Ich komme herzu mit meinem Glauben und auch im Vertrauen auf den der andern; doch darauf kann ich mich nicht verlassen, dass ich glaube und dass viele Leute Fürbitte für mich tun, sondern darauf verlasse ich mich, dass es dein Wort und Befehl ist“ – ‚ so wie ich auch zum Sakrament nicht im Vertrauen auf meinen Glauben gehe, sondern im Vertrauen auf das Wort Christi. Ob ich stark bin oder schwach – das befehle ich Gott an; das aber weiß ich, dass er mich auffordert hinzugehen, zu essen und zu trinken usf., und er mir seinen Leib und sein Blut schenkt – hier lügt er mich nicht an und betrügt mich nicht.

Ebenso handeln wir auch bei der Kindertaufe: Das Kind tragen wir herzu in der Meinung und Hoffnung, dass es glaube, und wir bitten, dass Gott ihm den Glauben geben möge. Aber wir taufen es nicht auf seinen Glauben, sondern allein deswegen, weil Gott es befohlen hat. Warum? Weil wir wissen, dass Gott nicht lügt; ich aber und mein Nächster und überhaupt alle Menschen können sich täuschen und sich betrügen, aber Gottes Wort kann nicht betrügen.

Darum sind es allerdings vermessene, törichte Geister, die folgern und schließen: Wenn der Glaube nicht vorhanden ist, dann kann auch die Taufe nicht gültig sein. Das ist gerade so, als wollte ich sagen: Wenn ich nicht glaube, so ist es mit Christus nichts; oder: Wenn ich nicht gehorsam bin, so haben Vater, Mutter und die Obrigkeit keine Bedeutung mehr. Ist das richtig gefolgert: Wenn jemand nicht tut, was er tun soll, dass darum die Sache als solche nichts mehr sein und gelten solle?

Mein Lieber, kehre das Ganze um und folgere vielmehr so: Eben darum ist die Taufe rechtens und gültig, denn man hat sie ja nur auf unrechte Weise empfangen. Denn wenn sie als solche schon nicht rechtens und nicht gültig wäre, könnte man sie nicht miss-brauchen und sich nicht an ihr versündigen. Denn so heißt es ja: „Der Missbrauch hebt das Wesen einer Sache nicht auf, sondern bestätigt es nur.“ Denn Gold bleibt dennoch Gold, auch wenn es eine Dime mit Sünde und Schande trägt.

Darum sei abschließend festgestellt, dass die Taufe immer gültig und in ihrem Wesen erhalten bleibt, auch wenn sich nur ein einziger Mensch taufen ließe, der noch nicht einmal rechtschaffen glaubte. Denn Gottes Ordnung und Wort lassen sich nicht von Menschen umwandeln und verändern.

Sie aber, jene schwärmerischen Geister, sind so verblendet, dass sie Gottes Wort und Gebot nicht sehen und darum die Taufe ansehen wie bloßes Wasser im Bach oder Wasser im Topf und auch die obrigkeitlichen Personen nicht mehr achten als andere Menschen. Weil sie bei der Kindertaufe keinen Glauben sehen und sie den obrigkeitlichen Personen keinen Gehorsam erweisen, deswegen sollen auch die Taufe und die Obrigkeit selbst nichts mehr gelten!

Da ist ein im Verborgenen wirkender, aufrührerischer Teufel am Werk, der gerne den obrigkeitlichen Personen Amt und Würde nehmen möchte, um sie danach mit Füßen zu treten; auch alle andern Werke und Ordnungen Gottes möchte er uns umstoßen und zunichte machen.

Darum müssen wir wachsam und gerüstet sein und uns vom Worte Gottes nicht abziehen und abwenden lassen, damit wir die Taufe nicht zu einem bloßen leeren Zeichen machen, wie jene Schwärmer träumen.

Fünftens

Schließlich muss man auch wissen, welches der zeichenhafte Sinn der Taufhandlung ist und warum Gott eben dieses äußerliche Zeichen und diese Zeremonie bei jenem Sakrament angeordnet hat, durch das wir zuerst in die Christenheit aufgenommen werden.

Die äußere Zeremonie und Handlung ist aber die, dass man uns in das Wasser senkt, das uns ganz bedeckt, und danach wieder herauszieht. Diese beiden Dinge – ins Wasser versenkt werden und wieder herauskommen – zeigen die Kraft und Wirkung der Taufe an. Sie besteht in nichts anderem als in der Tötung des alten Adam und außerdem in der Auferstehung des neuen Menschen. Dies beides muss unser Leben lang geschehen; ein christliches Leben ist darum nichts anderes als eine tägliche Taufe, die einmal angefangen hat und in der immer vorangeschritten wird. Denn dies muss fortwährend geschehen, dass man immer „ausfegt“, was zum alten Adam gehört, und dass hervorkommt, was zum neuen Menschen gehört.

Denn was ist der „alte“ Mensch? Das ist der, der uns von Adam her angeboren ist, der zornig ist, gehässig, neidisch, unkeusch, geizig, faul, hochmütig, ja ungläubig, voller Laster, und der von Natur nichts Gutes an sich hat.

Wenn wir aber in das Reich Christi kommen, soll der „alte“ Mensch täglich abnehmen, sodass wir je länger desto gütiger, geduldiger und sanftmütiger werden und dem Geiz und Hass, dem Hochmut und Neid immer mehr entsagen.

Darin besteht der rechte Gebrauch der Taufe, auf den die äußere Taufhandlung hinweist. Wo nun solches nicht geschieht, sondern stattdessen dem alten Menschen Raum gegeben wird, dass er immer stärker wird, da wird die Taufe nicht gebraucht, sondern da wird ihr zuwider gehandelt.

Denn die nicht in der Gemeinschaft mit Christus leben, können nicht anders als täglich
schlimmer werden. So lautet auch das Sprichwort, und so ist es auch in Wahrheit: „Je länger, desto ärger und böser.“

Wenn jemand vor einem Jahr stolz und geizig war, dann ist ers heute noch viel mehr; das Böse wächst von Jugend an mit ihm auf und verstärkt sich. Ein junges Kind hat noch keine besonders ausgeprägten bösen Eigenschaften; wenn es aber heranwächst, wird es unzüchtig und unkeusch; hat es aber das volle Erwachsenenalter erreicht, da fangen erst die richtigen Laster an, je länger desto mehr.

Darum folgt der alte Mensch ungehindert seiner Natur und lebt sich aus, wenn man nicht
durch die Kraft der Taufe Einhalt gebietet und die Natur in ihre Schranken weist. Umgekehrt gilt: Wenn jemand ein Christ geworden ist, nimmt der alte Mensch täglich ab, bis er endlich ganz und gar untergeht. Das ist die richtige Art und Weise, in die Taufe hineinzugehen und täglich wieder herauszukommen.

So ist das äußerliche Zeichen der Taufe nicht allein dazu bestimmt, um kraftvoll zu wirken, sondern auch, um etwas abzubilden.

Dr. Martin Luther: Großer Katechismus, Taufe (GK IV:52-70)

Tagesgebet zum 2. Pfingsttag

Allmächtiger Herr Gott, heiliger Geist, wir bitten Dich, lehre uns alles, was uns zu unserer Seligkeit zu wißen mütz und nötig ist. Leite uns in alle Wahrheit, behüte uns vor Lügen, vor Irrthum, vor falscher Lehre. Mache uns weise und verständig. Gib uns göttliche Weisheit und Erkenntnis, daß wir recht erkennen Gott, den Vater, und den Er uns gesandt hat, Jesum Christum, unsern Heiland.

Gib uns wahren, kräftigen Trost in aller Anfechtung und Noth. Tröste alle elenden, traurigen, betrübten Christen. Stärke uns in unserer Schwachheit. Mache unsre Herzen der Gnaden gewis, die uns Christus erworben hat. Gib Zeugnis unserem Geist, daß wir Gottes Kinder sind. Erwecke uns ein herzlich und ernstlich Gebet, daß wir schreien: “Abba, lieber Vater!”

Heilge uns durch das göttliche, heilige Wort und die heiligen Sakramente. Regiere uns, daß wir der von Dir geschenkten Gaben reichlich brauchen zu Deinem Lobe und zu Nutz des Nächsten. Schaffe und erhalte uns die wahre Furcht Gottes.

Sei Du unsere Salbung, unsre kräftige Stärke, Freudenöl und Balsam, auf daß wir nach unserm Namen, den wir von Christo führen, rechte Christen seien, geistliche, gesalbte Priester und Könige, und haben Kraft und Stärke, ritterlich zu ringen und wider unsre Feinde zu streiten.

Weil auch der böse Geist und die gottlose Welt heftig wider die christliche Kirche jederzeit stürmen und wider die Lehre der Wahrheit gräulich wüten, so bitten wir Dich, o heiliger Geist, steure und wehre ihrer Grausamkeit, zerbrich ihre Macht, ihre Stärke, ihre Bande.

Beschütze und beschirme Deine kleine Herde, daß sie Dich ewig mit Gott dem Vater und Sohne lobe und Dir danke! Amen.

Agende für christliche Gemeinden des lutherischen Bekenntnisses. Hg.v. Wilhelm Löhe (Nördlingen, 1844) S. 124f

+ Der Herr sei mit Euch +

Der Herr segne und behüte Dich.

Der Herr lasse Sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig.

Der Herr erhebe Sein Angesicht auf Dich und schenke Dir Seinen Frieden.

4. Mose 6,24-26

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Heiliges Pfingstfest

Pfingstikone, Kirillo-Beloserski-Kloster (um 1497)

Ich will ausgießen meinen Geist auf alles Fleisch

Joel 3,1

Antiphon

Komm, Heiliger Geist, erfüll die Herzen Deiner Gläubigen und entzünd in ihnen das Feuer Deiner göttlichen Liebe, der Du in Mannigfaltigkeit der Zungen die Völker der ganzen Welt versammelt hast in Einigkeit des Glaubens. Hallelujah, Hallelujah!

Die altkirchliche Antiphon “Veni Sancte Spiritus” verdeutscht Erfurt um 1527. (LKG 180)

Introitus

Dies ist der Tag, den der HERR macht; lasst uns freuen und fröhlich an ihm sein. 

O HERR, hilf!

O HERR, lass wohlgelingen! 

Gelobt sei, der da kommt im Namen des HERRN!

Wir segnen euch vom Haus des HERRN. 

Der HERR ist Gott, der uns erleuchtet.

Schmückt das Fest mit Maien bis an die Hörner des Altars! 

Du bist mein Gott, und ich danke dir; mein Gott, ich will dich preisen. 

Danket dem HERRN; denn er ist freundlich, und seine Güte währet ewiglich. 

Psalm 118,24-29. Verdeutscht von Dr. Martin Luther (Revision 2017)

Alttestamentliche Lese

Es hatte aber alle Welt einerlei Zunge und Sprache. Als sie nun von Osten aufbrachen, fanden sie eine Ebene im Lande Schinar und wohnten daselbst. Und sie sprachen untereinander: Wohlauf, lasst uns Ziegel streichen und brennen! – und nahmen Ziegel als Stein und Erdharz als Mörtel und sprachen: Wohlauf, lasst uns eine Stadt und einen Turm bauen, dessen Spitze bis an den Himmel reiche, dass wir uns einen Namen machen; denn wir werden sonst zerstreut über die ganze Erde. Da fuhr der HERR hernieder, dass er sähe die Stadt und den Turm, die die Menschenkinder bauten. Und der HERR sprach: Siehe, es ist einerlei Volk und einerlei Sprache unter ihnen allen und dies ist der Anfang ihres Tuns; nun wird ihnen nichts mehr verwehrt werden können von allem, was sie sich vorgenommen haben zu tun. Wohlauf, lasst uns herniederfahren und dort ihre Sprache verwirren, dass keiner des andern Sprache verstehe! So zerstreute sie der HERR von dort über die ganze Erde, dass sie aufhören mussten, die Stadt zu bauen. Daher heißt ihr Name Babel, weil der HERR daselbst verwirrt hat aller Welt Sprache und sie von dort zerstreut hat über die ganze Erde. 

1. Mose (Genesis) 11,1-9

Epistel

Und als der Pfingsttag gekommen war, waren sie alle beieinander an einem Ort. Und es geschah plötzlich ein Brausen vom Himmel wie von einem gewaltigen Sturm und erfüllte das ganze Haus, in dem sie saßen. Und es erschienen ihnen Zungen, zerteilt und wie von Feuer, und setzten sich auf einen jeden von ihnen, und sie wurden alle erfüllt von dem Heiligen Geist und fingen an zu predigen in andern Sprachen, wie der Geist ihnen zu reden eingab. Es wohnten aber in Jerusalem Juden, die waren gottesfürchtige Männer aus allen Völkern unter dem Himmel. 

Als nun dieses Brausen geschah, kam die Menge zusammen und wurde verstört, denn ein jeder hörte sie in seiner eigenen Sprache reden. Sie entsetzten sich aber, verwunderten sich und sprachen: Siehe, sind nicht diese alle, die da reden, Galiläer? Wie hören wir sie denn ein jeder in seiner Muttersprache? Parther und Meder und Elamiter und die da wohnen in Mesopotamien, Judäa und Kappadozien, Pontus und der Provinz Asia, Phrygien und Pamphylien, Ägypten und der Gegend von Kyrene in Libyen und Römer, die bei uns wohnen, Juden und Proselyten, Kreter und Araber: Wir hören sie in unsern Sprachen die großen Taten Gottes verkünden. Sie entsetzten sich aber alle und waren ratlos und sprachen einer zu dem andern: Was will das werden? Andere aber hatten ihren Spott und sprachen: Sie sind voll süßen Weins.

Da trat Petrus auf mit den Elf, erhob seine Stimme und redete zu ihnen: Ihr Juden, und alle, die ihr in Jerusalem wohnt, das sei euch kundgetan, vernehmt meine Worte! Denn diese sind nicht betrunken, wie ihr meint, ist es doch erst die dritte Stunde des Tages; sondern das ist’s, was durch den Propheten Joel gesagt worden ist: »Und es soll geschehen in den letzten Tagen, spricht Gott, da will ich ausgießen von meinem Geist auf alles Fleisch; und eure Söhne und eure Töchter sollen weissagen, und eure Jünglinge sollen Gesichte sehen, und eure Alten sollen Träume haben; und auf meine Knechte und auf meine Mägde will ich in jenen Tagen von meinem Geist ausgießen, und sie sollen weissagen. Und ich will Wunder tun oben am Himmel und Zeichen unten auf Erden, Blut und Feuer und Rauchdampf; die Sonne soll in Finsternis verwandelt werden und der Mond in Blut, ehe der große und herrliche Tag des Herrn kommt. Und es soll geschehen: Wer den Namen des Herrn anrufen wird, der soll gerettet werden.«

Apostelgeschichte 2,1-21

Evangelium

Liebt ihr mich, so werdet ihr meine Gebote halten. Und ich will den Vater bitten und er wird euch einen andern Tröster geben, dass er bei euch sei in Ewigkeit: den Geist der Wahrheit, den die Welt nicht empfangen kann, denn sie sieht ihn nicht und kennt ihn nicht. Ihr kennt ihn, denn er bleibt bei euch und wird in euch sein. Ich will euch nicht als Waisen zurücklassen; ich komme zu euch.

Es ist noch eine kleine Zeit, dann sieht die Welt mich nicht mehr. Ihr aber seht mich, denn ich lebe, und ihr sollt auch leben. Wer mich liebt, der wird mein Wort halten; und mein Vater wird ihn lieben, und wir werden zu ihm kommen und Wohnung bei ihm nehmen. Wer aber mich nicht liebt, der hält meine Worte nicht. Und das Wort, das ihr hört, ist nicht mein Wort, sondern das des Vaters, der mich gesandt hat. Das habe ich zu euch geredet, solange ich bei euch gewesen bin. Aber der Tröster, der Heilige Geist, den mein Vater senden wird in meinem Namen, der wird euch alles lehren und euch an alles erinnern, was ich euch gesagt habe.

Frieden lasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch. Nicht gebe ich euch, wie die Welt gibt. Euer Herz erschrecke nicht und fürchte sich nicht.

Johannes 14,15-19. 23b-27

Graduallied

Komm, Heiliger Geist, Herre Gott, erfüll mit Deiner Gnaden Gut Deiner Gläubgen Herz, Mut und Sinn, Dein brünstig Lieb entzünd in ihn’. O Herr, durch Deines Lichtes Glast zum Glauben Du versammelt hast das Volk aus aller Welt Zungen. Das sei Dir, Herr, zu Lob gesungen. Halleluja, Halleluja.

Du heiliges Licht, edler Hort, laß leuchten uns des Lebens Wort und lehr uns Gott recht erkennen, von Herzen Vater ihn nennen. O Herr, behüt vor fremder Lehr, daß wir nicht Meister suchen mehr denn Jesus mit rechtem Glauben und ihm aus ganzer Macht vertrauen. Halleluja, Halleluja.

Du heilige Brunst, süßer Trost, nun hilf uns, fröhlich und getrost in Deim Dienst beständig bleiben, die Trübsal uns nicht abtreiben. O Herr, durch Dein Kraft uns bereit und stärk des Fleisches Blödigkeit, daß wir hie ritterlich ringen, durch Tod und Leben zu Dir dringen. Halleluja, Halleluja.

Nach der Antiphon „Veni Sancte Spiritus“ (11.Jhd) verdeutscht von Dr. Martin Luther 1524. (LKG 182)

Glaubensbekenntnis

Ich glaube an den einen Gott, den allmächtigen Vater, Schöpfer Himmels und der Erden, all des, das sichtbar und unsichtbar ist.

Und an den einen Herrn Jesus Christus, Gottes eingeborenen Sohn, der vom Vater geboren ist vor aller Zeit und Welt, Gott von Gott, Licht vom Licht, wahrhaftigen Gott vom wahrhaftigen Gott, geboren, nicht geschaffen, eines Wesens mit dem Vater, durch welchen alles geschaffen ist; welcher um uns Menschen und um unserer Seligkeit willen vom Himmel gekommen ist und leibhaft geworden durch den Heiligen Geist von der Jungfrau Maria und Mensch geworden; auch für uns gekreuzigt unter Pontius Pilatus, gelitten und begraben und am dritten Tage auferstanden nach der Schrift, und ist aufgefahren gen Himmel und sitzet zur Rechten des Vaters und wird wiederkommen mit Herrlichkeit, zu richten die Lebendigen und die Toten; dessen Reich kein Ende haben wird.

Und an den Herrn, den Heiligen Geist, der da lebendig macht, der von dem Vater und dem Sohn ausgeht, der mit dem Vater und dem Sohne zugleich angebetet und zugleich geehret wird, der durch die Propheten geredet hat.

Und die eine, heilige, christliche, apostolische Kirche. Ich bekenne die eine Taufe zur Vergebung der Sünden und warte auf die Auferstehung der Toten und das Leben der zukünftigen Welt.

Nizänische Glaubensbekenntnis

Dr. Martin Luthers Predigt zum hl. Pfingstfest

Die heutige Lesepredigt von der VELKD.

Hier auch meine Predigt zum Festtag:

Wochengebet

O Gott, heiliger Geist, Du Geist der Weisheit, des Verstandes, des Raths, der Stärke, der Erkenntnis und Furcht des Herrn! Du Tröster aller Betrübten, Du Führer und Leiter aller Irrenden, Du Lehrer aller Unwissenden, Du Stärke der schwachen, furchtsamen und blöden Herzen!

Wir ehren, loben und preisen Dich an diesem Freudenfeste als wahrhaftigen Gott mit dem Vater und dem Sohn, und danken Dir, daß Du Deine lieben Kirche und Gemeinde mit Deiner himmlischen Gnade auch in in dieser letzten Zeit erleuchtest, und durch Dein heiliges Wort und die hochwürdigen Sacramente in uns kräftig wirkest. Du hast uns ja bisher in mancherlei Trübsal gewaltig wider alle menschliche Vernunft erhalten.

Wir bitten Deine Güte, erwärme und wecke doch auf unsre kalten, schläfrigen Herzen, erleuchte unsern Verstand und Sinn, leite uns in aller Wahrheit, heilige unsre Leiber und Seelen, gib uns rechte inbrünstige Andacht zum Gebet, tröste uns in allem unsern Elend. Wie sich Gras und Blumen erquicken nach einem fruchtbaren Regen, so werden sich unsre matten Seelen laben an Deinem Trost und göttlichen Segen.

Erhalte uns, daß unser Glaube nicht sinke, unsre Liebe nicht erkalte, unsre Hoffnung nicht zergehe, unsre Geduld nicht verlösche, unser Herz in keiner Betrübnis und Anfechtung verzage, sondern alles Übel mit Geduld und beständiger Hoffnung des ewigen Lebens ertrage. Sonderlich aber, weil uns der leidige böse Geist ohn Unterlaß stark zusetzt und uns von Gott durch Sünde und Anfechtung reißen will; so vereinige uns mit Gott durch Dein heiliges Wort, daß wir nimmermehr von ihm geschieden werden.

Schütze uns wider diesen argen Feind und reiche uns das Schwert des Geistes, auf daß wir ritterlich kämpfen und alle böse Lust und Begierde durch Deine Kraft dämpfen. Stehe uns auch bei an unserm letzten Ende, stärke unsere matten Seelen, und vertritt uns mit unausprechlichem Seufzen, daß wir getrost aus diesem Jammertal in das ewige Vaterland abscheiden. Amen. 

Agende für christliche Gemeinden des lutherischen Bekenntnisses. Hg.v. Wilhelm Löhe (Nördlingen, 1844) S. 123f

+ Der Herr sei mit Euch +

Der Herr segne und behüte Dich.

Der Herr lasse Sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig.

Der Herr erhebe Sein Angesicht auf Dich und schenke Dir Seinen Frieden.

4. Mose 6,24-26

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