Gott steht auf; so werden seine Feinde zerstreut, und die ihn hassen, fliehen vor ihm. (Psalm 68)

Altar in der Kapelle (Alte Lateinschule, Lutherstadt Wittenberg)

Gott steht auf; so werden seine Feinde zerstreut, und die ihn hassen, fliehen vor ihm. Wie Rauch verweht, so verwehen sie; wie Wachs zerschmilzt vor dem Feuer, so kommen die Frevler um vor Gott. Die Gerechten aber freuen sich und sind fröhlich vor Gott und freuen sich von Herzen. 

Singet Gott, lobsinget seinem Namen! Macht Bahn dem, der auf den Wolken einherfährt; er heißt HERR. Freuet Euch vor ihm! Ein Vater der Waisen und ein Helfer der Witwen ist Gott in seiner heiligen Wohnung, ein Gott, der die Einsamen nach Hause bringt, der die Gefangenen herausführt, daß es ihnen wohlgehe; aber die Abtrünnigen bleiben in dürrem Lande. 

Gott, als Du vor Deinem Volk herzogst, als du einhergingst in der Wüste, – Sela – da bebte die Erde, und die Himmel troffen vor Gott – am Sinai –, vor Gott, dem Gott Israels. Du gabst, Gott, Regen in Fülle, und dein Erbe, das dürre war, erquicktest du, daß Deine Tiere darin wohnen konnten. Gott, Du labst die Elenden in Deiner Güte. 

Der Herr gibt ein Wort – der Freudenbotinnen ist eine große Schar –: Die Könige der Heerscharen fliehen, sie fliehen, und die Frauen teilen die Beute aus. Wollt ihr zwischen den Hürden lagern? Die Flügel der Tauben sind überzogen mit Silber, und ihre Schwingen schimmern von Gold. 

Psalm 68,1-14 Ein Psalmlied Davids, vorzusingen. 

Das walte Gott Vater + Sohn und Heiliger Geist! Amen

Apostolische Glaubensbekenntnis 

Ich glaube an Gott, den Vater, den allmächtigen Schöpfer Himmels und der Erde. 

Und an Jesum Christum, seinen einigen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist vom Heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, niedergefahren zur Hölle, am dritten Tage auferstanden von den Toten, aufgefahren gen Himmel; sitzend zur rechten Hand Gottes, des allmächtigen Vaters; von dannen er kommen wird zu richten die Lebendigen und die Toten. 

Ich glaube an den Heiligen Geist, eine heilige christliche Kirche, die Gemeinde der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. Amen.

Vaterunser 

Vater unser im Himmel
Geheiligt werde Dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Willst Du, so kannst Du dies Gebet dazu sprechen (Luthers Morgensegen)

Ich danke Dir, mein himmlischer Vater, durch Jesus Christus, Deinen lieben Sohn, daß Du mich diese Nacht vor allem Schaden und Gefahr behütet hast, und bitte Dich, Du wollest mich diesen Tag auch behüten vor Sünden und allem Übel, daß Dir all mein Tun und Leben gefalle. Denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in Deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde.

Als dann mit Freuden an Dein Werk gegangen und etwa ein Lied gesungen oder was Dir Deine Andacht eingibt.

Gott erweist seine Liebe zu uns darin, daß Christus für uns gestorben ist, als wir noch Sünder waren.

Römer 5,8

Lied aus dem Lutherischen Kirchengesangbuch

Es wolle Gott uns gnädig sein und seinen Segen geben, sein Antlitz uns mit hellem Schein
erleucht zum ewgen Leben, daß wir erkennen seine Werk und was ihm lieb auf Erden, und Jesus Christus, Heil und Stärk, bekannt den Heiden werden und sie zu Gott bekehren.

So danken, Gott, und loben Dich die Heiden überalle, und alle Welt, die freue sich und singt mit großem Schalle, daß Du auf Erden Richter bist und läßt die Sünd nicht walten; Dein Wort die Hut und Weide ist, die alles Volk erhalten, in rechter Bahn zu wallen.

Es danke, Gott, und lobe Dich das Volk in guten Taten; das Land bringt Frucht und bessert sich, Dein Wort ist wohlgeraten. Uns segne Vater und der Sohn, uns segne Gott der Heilig Geist, dem alle Welt die Ehre tu, vor ihm sich fürchte allermeist. Nun sprecht von Herzen: Amen.

Dr. Martin Luther 1524 (LKG 60)

Morgenlese

Es ist aber nichts verborgen, was nicht offenbar wird, und nichts geheim, was man nicht wissen wird. Darum, was Ihr in der Finsternis sagt, das wird man im Licht hören; und was Ihr ins Ohr flüstert in den Kammern, das wird man auf den Dächern verkündigen. Ich sage aber Euch, meinen Freunden: Fürchtet Euch nicht vor denen, die den Leib töten und danach nichts mehr tun können. 

Ich will Euch aber zeigen, wen Ihr fürchten sollt: Fürchtet den, der, nachdem er getötet hat, Macht hat, in die Hölle zu werfen. Ja, ich sage Euch, den sollt ihr fürchten. Verkauft man nicht fünf Sperlinge für zwei Groschen? Dennoch ist vor Gott nicht einer von ihnen vergessen. Auch sind die Haare auf Eurem Haupt alle gezählt. Fürchtet Euch nicht! Ihr seid kostbarer als viele Sperlinge. 

Ich sage Euch aber: Wer mich bekennt vor den Menschen, zu dem wird sich auch der Menschensohn bekennen vor den Engeln Gottes. Wer mich aber verleugnet vor den Menschen, der wird verleugnet werden vor den Engeln Gottes. Und wer ein Wort gegen den Menschensohn sagt, dem soll es vergeben werden; wer aber den Heiligen Geist lästert, dem soll es nicht vergeben werden.

Wenn sie Euch aber führen werden in die Synagogen und vor die Machthaber und die Obrigkeiten, so sorgt nicht, wie oder womit Ihr Euch verantworten oder was Ihr sagen sollt; denn der Heilige Geist wird Euch in derselben Stunde lehren, was Ihr sagen sollt.

Lukas 12,2-12

Abendlese

Und Paulus sah eine Erscheinung bei Nacht: Ein Mann aus Makedonien stand da und bat ihn: Komm herüber nach Makedonien und hilf uns! Als er aber die Erscheinung gesehen hatte, da suchten wir sogleich nach Makedonien zu reisen, gewiss, daß uns Gott dahin berufen hatte, ihnen das Evangelium zu predigen.

Da fuhren wir von Troas ab und kamen geradewegs nach Samothrake, am nächsten Tag nach Neapolis und von da nach Philippi, das ist eine Stadt des ersten Bezirks von Makedonien, eine römische Kolonie. Wir blieben aber einige Tage in dieser Stadt. Am Sabbattag gingen wir hinaus vor das Stadttor an den Fluß, wo wir dachten, dass man zu beten pflegte, und wir setzten uns und redeten mit den Frauen, die dort zusammenkamen.

Und eine Frau mit Namen Lydia, eine Purpurhändlerin aus der Stadt Thyatira, eine Gottesfürchtige, hörte zu; der tat der Herr das Herz auf, sodass sie darauf achthatte, was von Paulus geredet wurde. Als sie aber mit ihrem Hause getauft war, bat sie uns und sprach: Wenn Ihr anerkennt, daß ich an den Herrn glaube, so kommt in mein Haus und bleibt da. Und sie nötigte uns.

Apostelgeschichte 16,9-15

Bekenntnislese Apologie 27,1-12 Von den Klostergelübden

Es segne und behüte Euch Gott, der allmächtige und barmherzige, der Vater, Sohn + Heiliger Geist

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About Wilhelm Weber

Pastor at the Old Latin School in the Lutherstadt Wittenberg
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