
Komponist Johann Sebastian Bach (* 21. März 1685 in Eisenach; † 28. Juli 1750 in Leipzig) komponiert zum Sonntag Estomihi diese Kantate: “Herr Jesu Christ, wahr’ Mensch und Gott” (BWV 127) am 11. Februar, 1725. Gut dreihundert Jahre her.
Hier zu dem Text der Kantate: Herr Jesu Christ, wahr Mensch und Gott…
1. Coro
Flauto I/II, Oboe I/II, Violino I/II, Viola, ContinuoHerr Jesu Christ, wahr’ Mensch und Gott,
Der du littst Marter, Angst und Spott,
Für mich am Kreuz auch endlich starbst
Und mir deins Vaters Huld erwarbst,
Ich bitt durchs bittre Leiden dein:
Du wollst mir Sünder gnädig sein.2. Recitativo T
ContinuoWenn alles sich zur letzten Zeit entsetzet,
Und wenn ein kalter Todesschweiß
Die schon erstarrten Glieder netzet,
Wenn meine Zunge nichts, als nur durch Seufzer spricht
Und dieses Herze bricht:
Genug, dass da der Glaube weiß,
Dass Jesus bei mir steht,
Der mit Geduld zu seinem Leiden geht
Und diesen schweren Weg auch mich geleitet
Und mir die Ruhe zubereitet.3. Aria S
Flauto I/II, Oboe I, Violino I/II, Viola, ContinuoDie Seele ruht in Jesu Händen,
Wenn Erde diesen Leib bedeckt.
Ach ruft mich bald, ihr Sterbeglocken,
Ich bin zum Sterben unerschrocken,
Weil mich mein Jesus wieder weckt.4. Recitativo e Aria B
Tromba, Violino I/II, Viola, ContinuoWenn einstens die Posaunen schallen,
Und wenn der Bau der Welt
Nebst denen Himmelsfesten
Zerschmettert wird zerfallen,
So denke mein, mein Gott, im besten;
Wenn sich dein Knecht einst vors Gerichte stellt,
Da die Gedanken sich verklagen,
So wollest du allein,
O Jesu, mein Fürsprecher sein
Und meiner Seele tröstlich sagen:
Fürwahr, fürwahr, euch sage ich:
Wenn Himmel und Erde im Feuer vergehen,
So soll doch ein Gläubiger ewig bestehen.
Er wird nicht kommen ins Gericht
Und den Tod ewig schmecken nicht.
Nur halte dich,
Mein Kind, an mich:
Ich breche mit starker und helfender Hand
Des Todes gewaltig geschlossenes Band.5. Choral
Flauto I e Flauto II in octava e Oboe I/II e Violino I col Soprano, Violino II coll’ Alto, Viola col Tenore, ContinuoAch, Herr, vergib all unsre Schuld,
Hilf, dass wir warten mit Geduld,
Bis unser Stündlein kömmt herbei,
Auch unser Glaub stets wacker sei,
Dein’m Wort zu trauen festiglich,
Bis wir einschlafen seliglich.Walter F. Bischof (Alberta, CA)
Die Lesungen für den Sonntag waren wie bei uns gestern hier gestern in der Lutherstadt Wittenberg die Epistel vom Hohenlied der Liebe im 1. Brief des hl. Apostels Paulus an die Korinther im 13. Kapitel und das Evangelium aus Sankt Lukas18,31–43 von der Leidensankündigung Jesu mit folgender Heilung des Bartimäus.
Der Kantatentext basiert auf dem Sterbelied in acht Strophen von Paul Eber (1562). Das Lied passt zum Evangelium, da es die Passion betont und der Ruf am Ende der ersten Strophe „Du wollst mir Sünder gnädig sein“ dem Ruf Bartimäi ähnelt.
Und hier eine Einspielung in memoriam Helmuth Rilling (II): Johann Sebastian Bach: “Herr Jesu Christ, wahr’ Mensch und Gott”, Kantate am Sonntag Estomihi, BWV 127 (Arleen Augér, Sopran; Lutz-Michael Harder, Tenor; Wolfgang Schöne, Bass; Gächinger Kantorei Stuttgart; Bach-Collegium Stuttgart: Helmuth Rilling) BR-Klassik: https://www.br-klassik.de/programm/radio/ausstrahlung-3952694.html