Tag der Berufung des hl. Apostels Paulus (25. Januar)

Die Bekehrung des Saulus (Lucas Cranach d.J., 1549: Germanisches Nationalmuseum)

Ich lebe, doch nun nicht ich, sondern Christus lebt in mir.

Galater 2,20a.

Lied zum Eingang

O Herre Gott, Dein göttlich Wort ist lang verdunkelt blieben, bis durch Dein Gnad uns ist gesagt, was Paulus hat geschrieben und andere Apostel mehr aus Deim göttlichen Munde; wir danken Dir mit Fleiß, daß wir erlebet han die Stunde,

daß es mit Macht an Tag ist bracht, wie klärlich ist für Augen. Ach Gott, mein Herr, erbarm Dich der´, die Dich noch jetzt verleugnen und achten sehr auf Menschenlehr, darin sie doch verderben. Deins Worts Verstand mach ihn’ bekannt, daß sie nicht ewig sterben.

Willst Du nun fein gut Christe sein, so mußt Du vor allem glauben. Setz Dein Vertraun, drauf fest zu baun Hoffnung und Lieb im Glauben, allein auf Christ zu aller Frist; Dein’ Nächsten lieb daneben. Das Gwissen frei, rein Herz dabei, kann kein Geschöpf Dir geben.

Allein, Herr, Du mußt solches tun doch ganz aus lauter Gnaden. Wer sich des tröst, der ist erlöst, und kann ihm niemand schaden. Ob wollten gleich Pabst, Kaiser, Reich sie und Dein Wort vertreiben, ist doch ihr Macht gen Dich nichts g´acht, sie werdens lassen bleiben.

Hilf, Herre Gott, in dieser Not, daß sich die auch bekehren, die nichts betrachtn, Dein Wort verachtn und wollens auch nicht lehren. Sie sprechen schlecht, es sei nicht recht, und habens nicht gelesen, auch nie gehört das edle Wort. Ist’s nicht ein teuflich Wesen?

Anarg, Herr zu Wildenfels, Schönkirchen und Ronneburg 1526 (LKG 206,1-5)

Antiphone

Wie lieblich sind auf den Bergen die Füßen der Freudenboten, die da Frieden verkündigen, Gutes verkündigen.  

Jesaja 52,7

Introitus

Gott sei uns gnädig und segne uns, er lasse uns sein Antlitz leuchten, – Sela – daß man auf Erden erkenne Deinen Weg, unter allen Heiden Dein Heil. Es danken Dir, Gott, die Völker, es danken Dir alle Völker. Die Völker freuen sich und jauchzen, daß Du die Menschen recht richtest und regierst die Völker auf Erden. Sela. Es danken Dir, Gott, die Völker, es danken Dir alle Völker. Das Land gibt sein Gewächs; es segne uns Gott, unser Gott! Es segne uns Gott, und alle Welt fürchte ihn!

Psalm 67

Kollekte

Herr  Jesus Christus, Du hast den, der Deine Gemeinde verfolgte, bekehrt und zum Lehrer der Völker gemacht: gib, daß wir durch das Zeugnis Deines Apostels Paulus im Glauben gefestigt werden und Dir dienen im freudigen Gehorsam. Der Du mit dem Vater und dem Heiligen Geiste lebst und regierst von Ewigkeit zu Ewigkeit.

Evangelisch-Lutherische Kirchenagende (SELK). Bd.1. Herder: Freiburg u.a. 1997. S.202

Alttestamentliche Lesung

Wendet euch zu mir, so werdet ihr gerettet, aller Welt Enden; denn ich bin Gott, und sonst keiner mehr. Ich schwöre bei mir selbst, und Gerechtigkeit geht aus meinem Munde, ein Wort, bei dem es bleiben soll: Mir sollen sich alle Knie beugen und alle Zungen schwören und sagen: Im HERRN habe ich Gerechtigkeit und Stärke. Aber alle, die ihm widerstehen, werden zu ihm kommen und beschämt werden. Im HERRN wird gerecht werden Israels ganzes Geschlecht und wird sich seiner rühmen. 

Jesaja 45,22-25

Epistel

Mein Leben von Jugend auf, wie ich es von Anfang an unter meinem Volk und in Jerusalem zugebracht habe, ist allen Juden bekannt, die mich von früher kennen, wenn sie es bezeugen wollten. Denn nach der strengsten Richtung unsres Glaubens habe ich gelebt als Pharisäer.

Und nun stehe ich hier und werde angeklagt wegen der Hoffnung auf die Verheißung, die unsern Vätern von Gott gegeben ist. Auf sie hoffen die zwölf Stämme unsres Volkes, wenn sie Gott bei Tag und Nacht beharrlich dienen. Wegen dieser Hoffnung werde ich, o König, von den Juden beschuldigt. Warum wird das bei euch für unglaublich gehalten, dass Gott Tote auferweckt? 

Zwar meinte auch ich selbst, ich müsste viel gegen den Namen Jesu von Nazareth tun. Das habe ich in Jerusalem auch getan; dort brachte ich viele Heilige ins Gefängnis, wozu ich Vollmacht von den Hohenpriestern empfangen hatte. Und wenn sie getötet werden sollten, gab ich meine Stimme dazu. Und in allen Synagogen zwang ich sie oft durch Strafen zur Lästerung und ich wütete maßlos gegen sie, verfolgte sie auch bis in die fremden Städte. 

Als ich darum nach Damaskus reiste mit Vollmacht und im Auftrag der Hohenpriester, sah ich mitten am Tage, o König, auf dem Weg ein Licht vom Himmel, heller als der Glanz der Sonne, das mich und die mit mir reisten umleuchtete. Als wir aber alle zu Boden stürzten, hörte ich eine Stimme zu mir reden, die sprach auf Hebräisch: Saul, Saul, was verfolgst du mich? Es wird dir schwer sein, wider den Stachel zu löcken. Ich aber sprach: Herr, wer bist du?

Der Herr sprach: Ich bin Jesus, den du verfolgst; steh nun auf und stell dich auf deine Füße. Denn dazu bin ich dir erschienen, um dich zu erwählen zum Diener und zum Zeugen für das, was du gesehen hast und wie ich dir erscheinen will. Und ich will dich erretten von deinem Volk und von den Heiden, zu denen ich dich sende, um ihre Augen aufzutun, dass sie sich bekehren von der Finsternis zum Licht und von der Gewalt des Satans zu Gott. So werden sie Vergebung der Sünden empfangen und das Erbteil mit denen, die geheiligt sind durch den Glauben an mich.

Daher, König Agrippa, war ich der himmlischen Erscheinung nicht ungehorsam, sondern verkündigte zuerst denen in Damaskus und in Jerusalem, dann im ganzen Land Judäa und unter den Heiden, sie sollten Buße tun und sich zu Gott bekehren und rechtschaffene Werke der Buße tun. (Deswegen haben mich Juden im Tempel ergriffen und versucht, mich zu töten. Aber Gottes Hilfe habe ich erfahren bis zum heutigen Tag und stehe nun hier und bin sein Zeuge bei Klein und Groß und sage nichts, als was die Propheten und Mose gesagt haben, dass es geschehen soll: dass Christus müsse leiden und als Erster auferstehen von den Toten und verkündigen das Licht seinem Volk und den Heiden.)

Apostelgeschichte 26,4-20 (21-23)

Hallelujavers

Freuet Euch des Herrn, Ihr Gerechten; die Frommen sollen ihn recht preisen.

Psalm 33,1

Das heilige Evangelium

Da antwortete Petrus und sprach zu ihm: Siehe, wir haben alles verlassen und sind Dir nachgefolgt; was wird uns dafür zuteil? 

Jesus aber sprach zu ihnen: Wahrlich, ich sage Euch: Ihr, die ihr mir nachgefolgt seid, werdet bei der Wiedergeburt, wenn der Menschensohn sitzen wird auf dem Thron seiner Herrlichkeit, auch sitzen auf zwölf Thronen und richten die zwölf Stämme Israels. Und wer Häuser oder Brüder oder Schwestern oder Vater oder Mutter oder Kinder oder Äcker verläßt, um meines Namens willen, der wird’s hundertfach empfangen und das ewige Leben ererben.

Aber viele, die die Ersten sind, werden die Letzten und die Letzten werden die Ersten sein. 

Evangelium Matthäus 19,27-30 (Predigttext)

Das Evangelium von Jesus Christus ist eine Kraft Gottes selig zu machen alle, die daran glauben. Römer 1,16

Das Glaubensbekenntnis der Christenheit

Wir glauben an den einen Gott, den Vater, den Allmächtigen, der alles geschaffen hat, Himmel und Erde, die sichtbare und die unsichtbare Welt.

Und an den einen Herrn Jesus Christus, Gottes eingeborenen Sohn, aus dem Vater geboren vor aller Zeit: Gott von Gott, Licht vom Licht, wahrer Gott vom wahren Gott, gezeugt, nicht geschaffen, eines Wesens mit dem Vater; durch ihn ist alles geschaffen.

Für uns Menschen und zu unserm Heil ist er vom Himmel gekommen, hat Fleisch angenommen durch den Heiligen Geist von der Jungfrau Maria und ist Mensch geworden.

Er wurde für uns gekreuzigt unter Pontius Pilatus, hat gelitten und ist begraben worden, ist am dritten Tage auferstanden nach der Schrift und aufgefahren in den Himmel.

Er sitzt zur Rechten des Vaters und wird wiederkommen in Herrlichkeit, zu richten die Lebenden und die Toten; seiner Herrschaft wird kein Ende sein.

Wir glauben an den Heiligen Geist, der Herr ist und lebendig macht, der aus dem Vater (und dem Sohn) hervorgeht, der mit dem Vater und dem Sohn angebetet und verherrlicht wird, der gesprochen hat durch die Propheten, und die eine, heilige, allgemeine und apostolische Kirche.

Wir bekennen die eine Taufe zur Vergebung der Sünden.

Wir erwarten die Auferstehung der Toten und das Leben der kommenden Welt.
Amen.

Nizänum

Lied vor der Predigt

Ich glaub gwiß gar, daß es sei wahr, was Paulus uns thut schreiben. Eh´ muß geschehn, daß alls vergeh, Dein göttlich Wort soll bleiben in Ewigkeit, wär es auch leid viel hart verstockten Herzen. Kehrn sich nicht um, werden sie drum leiden gar großen Schmerzen.

Anarg, Herr zu Wildenfels, Schönkirchen und Ronneburg 1526 (LKG 206,6)

Meine Predigt dazu.

Lied nach der Predigt

Ich lobe Dich von ganzer Seelen, daß Du auf diesem Erdenkreis Dir wollen eine Kirch erwählen zu Deines Namens Lob und Preis, darinnen sich viel Menschen finden in einer heiligen Gemein, die da von allen ihren Sünden durch Christi Blut gewaschen sein.

Du rufest auch noch heutzutage, daß jedermann erscheinen soll; man höret immer deine Klage, daß nicht Dein Haus will werden voll. Deswegen schickst Du auf die Straßen, zu laden alle, die man findt; Du willst auch die berufen lassen, die blind und lahm und Krüppel sind.

Du, Gott, hast Dir aus vielen Zungen der Völker eine Kirch gemacht, darin Dein Lob Dir wird gesungen in einer wunderschönen Pracht, die sämtlich unter Christus stehen als ihrem königlichen Haupt und in Gemeinschaft dies begehen, was jeder Christ von Herzen glaubt.

Wir wolln uns nicht auf Werke gründen, weil doch kein Mensch vor Gott gerecht; und will sich etwas Gutes finden, so sind wir dennoch böse Knecht. Mit Glauben müssen wir empfangen, was Christi Leiden uns bereit’; im Glauben müssen wir erlangen der Seelen Heil und Seligkeit.

Erhalt uns, Herr, im rechten Glauben noch fernerhin bis an das End; ach laß uns nicht die Schätze rauben: Dein heilig Wort und Sakrament. Erfüll die Herzen Deiner Christen
mit Gnade, Segen, Fried und Freud, durch Liebesfeur sie auszurüsten zur ungefärbten Einigkeit.

EKG 214,1-5 Ich lobe Dich von ganzer Seele…

Der Herr segne und behüte Dich. Der Herr lasse Sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig. Der Herr erhebe Sein Angesicht auf Dich und schenke Dir Seinen Frieden 4. Mose 6,24-26.

Lied zum Ausgang

Gott ist mein Herr. So bin ich der, dem Sterben kommt zugute; dadurch uns hast aus aller Last erlöst mit Deinem Blute. Das dank ich dir; drum wirst Du mir nach Dein’r Verheißung geben, was ich Dich bitt. Versag mirs nit im Tod und auch im Leben.

Herr, ich hoff je, Du werdest die in keiner Not verlassen, die Dein Wort recht als treue Knecht, im Herzn und Glauben fassen; gibst ihn´ bereit die Seligkeit, und läßt sie nicht verderben. O Herr, durch Dich bitt ich, laß mich fröhlich und willig sterben.

Anarg, Herr zu Wildenfels, Schönkirchen und Ronneburg 1526 (LKG 206,7-8)

Beichte zum 4. Gebot: Du sollst Deinen Vater und Deine Mutter ehren, auf daß Dir´s wohlgehe und Du lange lebest auf Erden. (Lied 240,1-5)

Christenlehre über das 3. Gebot: Du sollst den Feiertag heiligen.

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About Wilhelm Weber

Pastor at the Old Latin School in the Lutherstadt Wittenberg
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