Kommt herzu, lasst uns dem HERRN frohlocken und jauchzen dem Hort unsres Heils! Lasst uns mit Danken vor sein Angesicht kommen und mit Psalmen ihm jauchzen! Denn der HERR ist ein großer Gott und ein großer König über alle Götter. Denn in seiner Hand sind die Tiefen der Erde, und die Höhen der Berge sind auch sein. Denn sein ist das Meer, und er hat’s gemacht, und seine Hände haben das Trockene bereitet. Kommt, lasst uns anbeten und knien und niederfallen vor dem HERRN, der uns gemacht hat. Denn er ist unser Gott und wir das Volk seiner Weide und Schafe seiner Hand. Wenn ihr doch heute auf seine Stimme hören wolltet: »Verstocket euer Herz nicht, wie zu Meriba geschah, wie zu Massa in der Wüste, wo mich eure Väter versuchten und prüften und hatten doch mein Werk gesehen. Vierzig Jahre war dies Volk mir zuwider, dass ich sprach: Es sind Leute, deren Herz immer den Irrweg will und die meine Wege nicht lernen wollen, sodass ich schwor in meinem Zorn: Sie sollen nicht zu meiner Ruhe kommen.«
Psalm 95 verdeutscht von Dr. Martin Luther (Revision 2017)
Des Morgens, wenn Du aufstehst, kannst Du Dich segnen mit dem Zeichen des heiligen Kreuzes und sagen:
Das walte Gott Vater + Sohn und Heiliger Geist! Amen
Apostolische Glaubensbekenntnis
Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde.
Und an Jesum Christum, seinen einigen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist von dem Heiligen Geist, geboren aus Maria der Jungfrau, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, niedergefahren zur Hölle, am dritten Tage wieder auferstanden von den Toten, aufgefahren gen Himmel; sitzend zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters; von dannen er kommen wird zu richten die Lebendigen und die Toten.
Ich glaube an den Heiligen Geist, eine heilige christliche Kirche, die Gemeinde der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. Amen.
Vaterunser
Vater unser im Himmel
Geheiligt werde Dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.
Willst du, so kannst du dies Gebet dazu sprechen (Luthers Morgensegen)
Ich danke Dir, mein himmlischer Vater, durch Jesus Christus, Deinen lieben Sohn, daß Du mich diese Nacht vor allem Schaden und Gefahr behütet hast, und bitte Dich, Du wollest mich diesen Tag auch behüten vor Sünden und allem Übel, daß Dir all mein Tun und Leben gefalle. Denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in Deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde.
Als dann mit Freuden an Dein Werk gegangen und etwa ein Lied gesungen oder was Dir Deine Andacht eingibt.
Christus spricht: Wenn ich erhöht werde von der Erde, so will ich alle zu mir ziehen.
Johannes 12,32
Lied aus dem lutherischen Kirchengesangbuch
Amen, Gott Vatr und Sohne sei Lob ins Himmels Throne. Sein Geist stärk uns im Glauben im Glauben, im Glauben und mach uns selig, Amen, uns mach uns selig. Amen.
Amen, es wird geschehen, wir werden Christum sehen in den Wolken herkommen, herkommen, herkommen, uns mitzunehmen, Amen, uns mitzunehmen. Amen.
Amen, Gott sei gepreiset, der Geist auf Christum weiset, der helf uns alln zusammen, zusammen, zusammen ins ewge Leben, Amen, ins ewge Leben. Amen.
Ludwig Helmbold, 1611 (LKG 17)
Fortlaufende Lese
Da stand aber im Hohen Rat ein Pharisäer auf mit Namen Gamaliel, ein Lehrer des Gesetzes, vom ganzen Volk in Ehren gehalten, und ließ die Männer für kurze Zeit hinausführen. Und er sprach zu ihnen: Ihr Männer von Israel, seht genau zu, was ihr mit diesen Menschen tun wollt. Denn vor einiger Zeit stand Theudas auf und gab vor, er wäre etwas, und ihm hing eine Anzahl Männer an, etwa vierhundert. Der wurde erschlagen und alle, die ihm folgten, wurden zerstreut und zunichte. Danach stand Judas der Galiläer auf in den Tagen der Volkszählung und brachte eine Menge Volk hinter sich zum Aufruhr; und der ist auch umgekommen und alle, die ihm folgten, sind zerstreut. Und nun sage ich euch: Lasst ab von diesen Menschen und lasst sie gehen! Ist dies Vorhaben oder dies Werk von Menschen, so wird’s untergehen; ist’s aber von Gott, so könnt ihr sie nicht vernichten – damit ihr nicht dasteht als solche, die gegen Gott streiten wollen. Da stimmten sie ihm zu und riefen die Apostel herein, schlugen sie und geboten ihnen, sie sollten nicht mehr im Namen Jesu reden, und ließen sie gehen. Sie gingen aber fröhlich von dem Hohen Rat fort, weil sie würdig gewesen waren, um Seines Namens willen Schmach zu leiden, und sie hörten nicht auf, alle Tage im Tempel und hier und dort in den Häusern zu lehren und zu predigen das Evangelium von Jesus Christus.
Apostelgeschichte 5,34-42
Morgenlese
Die Elenden und Armen suchen Wasser und es ist nichts da, ihre Zunge verdorrt vor Durst. Aber ich, der HERR, will sie erhören; ich, der Gott Israels, will sie nicht verlassen. Ich will Wasserbäche auf den Höhen öffnen und Quellen inmitten der Täler und will die Wüste zu Wasserstellen machen und das dürre Land zu Wasserquellen. Ich will in der Wüste wachsen lassen Zedern, Akazien, Myrten und Ölbäume; ich will in der Steppe pflanzen miteinander Zypressen, Buchsbaum und Kiefern, damit man zugleich sehe und erkenne und merke und verstehe: Des HERRN Hand hat dies getan, und der Heilige Israels hat es geschaffen.
Jesaja 41,17-20
Abendlese
Darum sollst du zum Hause Israel sagen: So spricht Gott der HERR: Ich tue es nicht um euretwillen, ihr vom Hause Israel, sondern um meines heiligen Namens willen, den ihr entheiligt habt unter den Völkern, wohin ihr auch gekommen seid. Denn ich will meinen großen Namen, der vor den Völkern entheiligt ist, den ihr unter ihnen entheiligt habt, wieder heilig machen. Und die Völker sollen erfahren, dass ich der HERR bin, spricht Gott der HERR, wenn ich vor ihren Augen an euch zeige, dass ich heilig bin. Denn ich will euch aus den Völkern herausholen und euch aus allen Ländern sammeln und wieder in euer Land bringen, und ich will reines Wasser über euch sprengen, dass ihr rein werdet; von all eurer Unreinheit und von allen euren Götzen will ich euch reinigen. Und ich will euch ein neues Herz und einen neuen Geist in euch geben und will das steinerne Herz aus eurem Fleisch wegnehmen und euch ein fleischernes Herz geben. Ich will meinen Geist in euch geben und will solche Leute aus euch machen, die in meinen Geboten wandeln und meine Rechte halten und danach tun.
Hesekiel 36,22-27
Bekenntnislese
Sagen sie aber, wie sie es zu tun pflegen: Die Taufe ist doch selbst ein Tun des Menschen; nun behauptest du, dass das Tun des Menschen nichts zur Seligkeit bewirkt – was bleibt nun noch vom Glauben übrig? Antwort: Ja, unser Tun bewirkt allerdings nichts zur Seligkeit; aber die Taufe ist nicht ein Tun des Menschen, sondern Gott handelt in ihr. Denn du musst, wie gesagt, einen großen Unterschied zwischen der von Christus eingesetzten Taufe und allen andern Taufen machen. Das Handeln Gottes aber ist heilbringend und nötig zur Seligkeit; es schließt den Glauben nicht aus, sondern fordert den Glauben, weil man ohne Glauben Gottes Tun nicht erfassen kann.
Denn dadurch, dass du dich allein vom Taufwasser begießen lässt, hast du die Taufe noch nicht zu deinem Segen empfangen oder erhalten. Aber dann bringt sie dir Nutzen, wenn du dich im Namen Gottes in der Absicht taufen lässt, um Gottes Ordnung und Befehl nachzukommen und um in dem Wasser die zugesagte Seligkeit zu empfangen. Nun können weder die Faust noch der Leib glauben, sondern glauben ist Sache des Herzens.
So erkennst du deutlich, dass die Taufe kein von uns getanes Werk ist, sondern sie ist ein
Schatz, den Gott uns gibt und den der Glaube ergreift. Ebenso ist auch der Christus am Kreuz nicht eine menschliche Erfindung und ein Werk von Menschen, sondern ein göttlicher Schatz, der in Worte gefasst ist und der uns angeboten und durch den Glauben empfangen wird. Darum tun sie uns Unrecht, wenn sie gegen uns eifern, als predigten wir gegen den Glauben; vielmehr betonen wir, wie nötig der Glaube ist; denn ohne ihn können wir nichts empfangen noch bekommen.Dies sind nun die drei Dinge, die man von diesem Sakrament wissen muss; insbesondere, dass es Gottes Ordnung und darum in Ehren zu halten ist. Dass es Gottes Ordnung ist, ist allein schon Grund genug, es zu ehren, obgleich die Ordnung doch etwas ganz Äußerliches ist. Es verhält sich ähnlich wie beim Gebot „Du sollst Vater und Mutter ehren“; das bezieht sich allein auf die Eltern, die aber nicht bloß deswegen zu ehren sind, weil sie Eltern sind, sondern weil es Gottes Gebot so will. So ist es auch hier: Wenn wir nicht mehr als nur diese Worte hätten „Gehet hin und taufet…“, so müssten wir die Taufe doch als Gottes Ordnung annehmen und sie vollziehen.
Nun ist aber nicht allein das Gebot und der Befehl gegeben, sondern auch die Zusage. Darum ist die Taufe um vieles herrlicher als alles andere, was Gott sonst geboten und geordnet hat. Kurz, sie ist so voller Trost und Gnade, dass Himmel und Erde dies nicht begreifen können.
Es ist schon eine hohe Kunst, dies zu glauben; denn der Schatz ist da, aber daran fehlt’s, dass man ihn erfasst und festhält.
Darum hat jeder Christ sein Leben lang genug an der Taufe zu lernen und sich in sie einzuüben; denn er hat immer damit zu tun, fest zu glauben, was sie zusagt und schenkt: Überwindung des Teufels und des Todes, Vergebung der Sünde, Gottes Gnade, den ganzen Christus und den Heiligen Geist mit seinen Gaben.
Kurz, dies ist so überschwänglich viel, dass, wenn es die zaghafte Natur des Menschen bedenkt, er allen Grund zum Zweifel hat, ob es wahr sein kann. Denn stelle dir vor, es gäbe einen Arzt, der die Kunst beherrschte, dass die Leute nicht zu sterben brauchten oder, wenn sie schon sterben müssten, dass sie danach ewig leben würden – : Wie würde die Welt all ihre Reichtümer zusammensuchen, sodass außer den Reichen niemand herzukommen könnte! Nun aber wird hier in der Taufe einem jeden ganz umsonst ein solcher Schatz und solch eine Arznei vor die Füße gelegt, die den Tod verschlingt und alle Menschen am Leben erhält.
So und nicht anders muss man die Taufe ansehen und sich zunutze machen. Ihrer sollten wir uns trösten und durch sie uns stark machen lassen, wenn uns unsere Sünde oder unser Gewissen beschwert. Wir sollen dann sagen: Ich bin dennoch getauft; bin ich aber getauft, so ist mir zugesagt, dass ich selig werden und das ewige Leben an Leib und Seele erlangen soll.
Denn darum geschieht dies beides in der Taufe, dass der Leib mit Wasser begossen wird – denn etwas anderes kann er nicht aufnehmen – und dazu das Wort Gottes gesprochen wird, das die Seele aufnehmen kann.
Weil nun beides, Wasser und Wort, die eine Taufe sind, so müssen auch beide, Leib und Seele, selig werden und ewig leben, die Seele durch das Wort, an das sie glaubt, der Leib aber, weil er mit der Seele vereinigt ist und auch auf seine Weise die Taufe empfangen hat. Darum ist die Taufe für unsern Leib und für unsere Seele das größte Kleinod.
Denn durch sie werden wir heilig und selig; niemand vermag es von sich aus zu werden. Kein menschliches Bemühen reicht dazu aus. Das mag nun in diesem Zusammenhang genügen über das Wesen, den Nutzen und den Gebrauch der Taufe.Viertens
Es gehört nun aber auch die folgende Frage hierher, mit der der Teufel durch seine Sektierer die Welt verwirrt, nämlich die Frage der Kindertaufe, ob die Kinder auch glauben können bzw. ob sie überhaupt mit Recht getauft werden. Dazu sagen wir in aller Kürze: Wer ein schlichter Christ ist, der weise die Frage ab und überlasse sie den Gelehrten.Willst du aber die Frage beantworten können, so antworte wie folgt: Dass Christus an der Kindertaufe Gefallen hat, wird schon allein daraus bewiesen, dass Gott viele von denen heilig gemacht und ihnen den heiligen Geist gegeben hat, die als Kinder getauft worden sind. Auch heutigentages gibt es viele, denen man das abspürt, sei es an ihrem Leben oder an ihrer Lehre, dass sie den Heiligen Geist haben; auch uns ist es durch Gottes Gnade gegeben, die Schrift auszulegen und Christus zu erkennen, was ohne den Heiligen Geist nicht geschehen könnte.
Wenn aber Gott die Kindertaufe nicht gelten ließe, würde er keinem von ihnen den Heiligen Geist oder auch nur etwas von seinem Geist gegeben haben, d. h. es hätte seit so langer Zeit bis auf diesen Tag kein Mensch auf der Erde Christ sein können. Weil nun Gott die Taufe durch die Gabe seines Heiligen Geistes bestätigt hat, wie man es bei einigen Vätern wie St. Bernhard, Gerson, Johannes Hus und andern deutlich spürt, und die heilige christliche Kirche bis an das Ende der Tage nicht untergeht, so muss man zugeben, dass die Kindertaufe Gott gefällt. Denn Gott kann ja nicht gegen sich selbst sein; er kann weder die Unwahrheit noch den Irrtum bekräftigen noch kann er dazu seine Gnade und seinen Geist geben.
Dies ist eigentlich der beste und stärkste Beweis für die schlichten und ungelehrten Christen. Denn man wird uns diesen Glaubenssatz „Ich glaube an eine heilige christliche Kirche, die Gemeinde der Heiligen“ nicht nehmen und umstoßen können.
Dr. Martin Luther: Großer Katechismus (1529): Taufe verf. GK IV,35-51
Es segne und behüte Euch Gott, der allmächtige und barmherzige, der Vater, Sohn + Heiliger Geist + Friede sei mit Euch +
