Mein Herz ist fröhlich in dem HERRN (1. Samuel 2)

Nahender Regen (Timisoara, Rumänien)

Und Hanna betete und sprach: Mein Herz ist fröhlich in dem HERRN, mein Horn ist erhöht in dem HERRN. Mein Mund hat sich weit aufgetan wider meine Feinde, denn ich freue mich deines Heils. 2 Es ist niemand heilig wie der HERR, außer dir ist keiner, und ist kein Fels, wie unser Gott ist. 3 Lasst euer großes Rühmen und Trotzen, freches Reden gehe nicht aus eurem Munde; denn der HERR ist ein Gott, der es merkt, und von ihm werden Taten gewogen. 4 Der Bogen der Starken ist zerbrochen, und die Schwachen sind umgürtet mit Stärke. 5 Die da satt waren, müssen um Brot dienen, und die Hunger litten, hungert nicht mehr. Die Unfruchtbare hat sieben geboren, und die viele Kinder hatte, welkt dahin. 6 Der HERR tötet und macht lebendig, führt ins Totenreich und wieder herauf. 7 Der HERR macht arm und macht reich; er erniedrigt und erhöht. 8 Er hebt auf den Dürftigen aus dem Staub und erhöht den Armen aus der Asche, dass er ihn setze unter die Fürsten und den Thron der Ehre erben lasse. Denn der Welt Grundfesten sind des HERRN, und er hat die Erde darauf gesetzt. 9 Er wird behüten die Füße seiner Heiligen, aber die Frevler sollen zunichtewerden in Finsternis; denn viel Macht hilft doch niemand. 10 Die mit dem HERRN hadern, müssen zugrunde gehen. Über ihnen wird er donnern im Himmel. Der HERR wird richten der Welt Enden. Er wird Macht geben seinem Könige und erhöhen das Horn seines Gesalbten.

1. Samuel 2,1-10

Des Morgens, wenn Du aufstehst, kannst Du Dich segnen mit dem Zeichen des heiligen Kreuzes und sagen: 

Das walte Gott Vater + Sohn und Heiliger Geist! Amen

Apostolische Glaubensbekenntnis 

Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde. 

Und an Jesum Christum, seinen einigen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist von dem Heiligen Geist, geboren aus Maria der Jungfrau, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, niedergefahren zur Hölle, am dritten Tage wieder auferstanden von den Toten, aufgefahren gen Himmel; sitzend zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters; von dannen er kommen wird zu richten die Lebendigen und die Toten. 

Ich glaube an den Heiligen Geist, eine heilige christliche Kirche, die Gemeinde der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. Amen.

Vaterunser 

Vater unser im Himmel
Geheiligt werde Dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Willst du, so kannst du dies Gebet dazu sprechen (Luthers Morgensegen)

Ich danke Dir, mein himmlischer Vater, durch Jesus Christus, Deinen lieben Sohn, daß Du mich diese Nacht vor allem Schaden und Gefahr behütet hast, und bitte Dich, Du wollest mich diesen Tag auch behüten vor Sünden und allem Übel, daß Dir all mein Tun und Leben gefalle. Denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in Deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde.

Als dann mit Freuden an Dein Werk gegangen und etwa ein Lied gesungen oder was Dir Deine Andacht eingibt.

Singet dem Herrn ein neues Lied, denn er tut Wunder.

Psalm 98

Lied aus dem lutherischen Kirchengesangbuch: Um gut Wetter und durchdringenden Regen, genug Wasser für Menschen und Vieh…

Herr Gott, Du Herrscher aller Welt, gut Wetter Du bescherest, Du machst mit Früchten reich das Feld, dadurch Du uns ernährest; Du gibst uns Obst, Getreid und Wein, dazu Tier, Fisch und Vögelein, erhältst uns Leib und Leben.

Schau, wie jetzt bei der dürren Zeit die Frücht im Feld vergehen, all Kreatur um Regen schreit, die Menschen jammernd stehen. Es lechzt das Vieh, dürr ist das Land. Drum tu auf Deine Gnadenhand; gib Guts, wend allen Schaden.

Send uns herab von’s Himmels Saal ein’ warmen, fruchtbarn Regen, behüt vor Schloß’ und Wetterstrahl, gib zum Gewächs Dein’ Segen, bescher uns unser täglich Brot, gib, was für Leib und Seel ist not, hilf, daß wir selig werden

Martin Behm 1608 (LKG 312)

Fortlaufende Lese

Und als der Pfingsttag gekommen war, waren sie alle beieinander an einem Ort.  Und es geschah plötzlich ein Brausen vom Himmel wie von einem gewaltigen Sturm und erfüllte das ganze Haus, in dem sie saßen.  Und es erschienen ihnen Zungen, zerteilt und wie von Feuer, und setzten sich auf einen jeden von ihnen,  und sie wurden alle erfüllt von dem Heiligen Geist und fingen an zu predigen in andern Sprachen, wie der Geist ihnen zu reden eingab.  Es wohnten aber in Jerusalem Juden, die waren gottesfürchtige Männer aus allen Völkern unter dem Himmel.  Als nun dieses Brausen geschah, kam die Menge zusammen und wurde verstört, denn ein jeder hörte sie in seiner eigenen Sprache reden.  Sie entsetzten sich aber, verwunderten sich und sprachen: Siehe, sind nicht diese alle, die da reden, Galiläer?  Wie hören wir sie denn ein jeder in seiner Muttersprache?  Parther und Meder und Elamiter und die da wohnen in Mesopotamien, Judäa und Kappadozien, Pontus und der Provinz Asia,  Phrygien und Pamphylien, Ägypten und der Gegend von Kyrene in Libyen und Römer, die bei uns wohnen,  Juden und Proselyten, Kreter und Araber: Wir hören sie in unsern Sprachen die großen Taten Gottes verkünden.  Sie entsetzten sich aber alle und waren ratlos und sprachen einer zu dem andern: Was will das werden?  Andere aber hatten ihren Spott und sprachen: Sie sind voll süßen Weins. 

Apostelgeschichte 2,1-13

Morgenlese

Lasst das Wort Christi reichlich unter euch wohnen: Lehrt und ermahnt einander in aller Weisheit; mit Psalmen, Lobgesängen und geistlichen Liedern singt Gott dankbar in euren Herzen. Und alles, was ihr tut mit Worten oder mit Werken, das tut alles im Namen des Herrn Jesus und dankt Gott, dem Vater, durch ihn.

Ihr Frauen, ordnet euch euren Männern unter, wie sich’s gebührt in dem Herrn. Ihr Männer, liebt eure Frauen und seid nicht bitter gegen sie. Ihr Kinder, seid gehorsam den Eltern in allen Dingen; denn das ist wohlgefällig in dem Herrn. Ihr Väter, kränkt eure Kinder nicht, auf dass sie nicht verzagen. Ihr Sklaven, seid gehorsam in allen Dingen euren irdischen Herren; dient nicht allein vor ihren Augen, um den Menschen zu gefallen, sondern in Einfalt des Herzens und in der Furcht des Herrn. Alles, was ihr tut, das tut von Herzen als dem Herrn und nicht den Menschen, denn ihr wisst, dass ihr von dem Herrn als Lohn das Erbe empfangen werdet. Dient dem Herrn Christus!

Kolosser 3,16-24

Abendlese

Und es begab sich, als er nahe von Betfage und Betanien an den Berg kam, der Ölberg heißt, da sandte er zwei Jünger und sprach: Geht hin in das Dorf, das gegenüberliegt. Und wenn ihr hineinkommt, werdet ihr ein Füllen angebunden finden, auf dem noch nie ein Mensch gesessen hat; bindet es los und bringt’s her! Und wenn euch jemand fragt: Warum bindet ihr es los?, dann sagt so: Der Herr bedarf seiner. Und die er gesandt hatte, gingen hin und fanden’s, wie er ihnen gesagt hatte. Als sie aber das Füllen losbanden, sprachen seine Herren zu ihnen: Warum bindet ihr das Füllen los? Sie aber sprachen: Der Herr bedarf seiner. 

Und sie brachten’s zu Jesus und warfen ihre Kleider auf das Füllen und setzten Jesus darauf. Als er nun hinzog, breiteten sie ihre Kleider auf den Weg. Und als er schon nahe am Abhang des Ölbergs war, fing die ganze Menge der Jünger an, mit Freuden Gott zu loben mit lauter Stimme über alle Taten, die sie gesehen hatten, und sprachen: Gelobt sei, der da kommt, der König, in dem Namen des Herrn! Friede sei im Himmel und Ehre in der Höhe! Und einige von den Pharisäern in der Menge sprachen zu ihm: Meister, weise doch deine Jünger zurecht! Er antwortete und sprach: Ich sage euch: Wenn diese schweigen werden, so werden die Steine schreien.

Lukas 19,29-40

Bekenntnislese

So haben wir nun die Zehn Gebote als einzigartige Zusammenfassung der göttlichen Lehre; sie sagen uns, was wir tun sollen, damit unser ganzes Leben Gott gefällt. Sie sind die Quelle und der Brunnen, aus der alles kommen und in den hinein alles fließen muss, was ein gutes Werk genannt werden soll, sodass außerhalb der Zehn Gebote nichts gut ist und Gott gefallen kann, es sei so groß und glänzend vor der Welt, wie es wolle.

Lasst nun sehen, wessen sich unsere großen Heiligen rühmen können! Sie rühmen sich ihrer geistlichen Orden und ihrer großen und schweren Werke, die sie erdacht und erfunden haben, aber die Zehn Gebote haben sie fahren lassen, gerade als wären sie viel zu gering oder schon längst getan. Ich meine jedoch, man hätte hier alle Hände voll zu tun, um zu halten, was sie gebieten: Sanftmut, Geduld, Liebe den Feinden gegenüber, Keuschheit, Wohltätigkeit usf. und was damit zusammenhängt. Aber solche Werke gelten in den Augen der Welt nichts, denn sie sind nicht außergewöhnlich und auffallend. Sie sind nicht an eine besondere Zeit, einen besonderen Ort, eine besondere Weise der
Ausführung gebunden, sondern sind ganz gewöhnliche, alltägliche Verhaltensweisen, mit denen einer dem andern begegnet. Darum haben sie kein Ansehen.

Jene großen Heiligen aber haben die Augen und Ohren der Menschen auf sich gerichtet. Sie tragen selber dazu bei mit ihrem großen Gepränge, dem Aufwand und den herrlichen Bauten. Und sie schmücken sie aus, dass alles glänzt und leuchtet; man räuchert, singt und klingt; man zündet Kerzen und Lichter an, sodass man außer diesem allem nichts anderes mehr hören und sehen kann. Denn dass da ein Priester in einem goldenen Messgewand steht oder ein Laie den ganzen Tag in der Kirche auf den Knien liegt, das nennt man ein christliches Werk, das niemand genug loben kann.

Aber dass da ein armes Mädchen ein kleines Kind pflegt und treu tut, was ihr anbefohlen ist, das gilt nichts. Was sollten sonst auch Mönche und Nonnen in ihren Klöstern suchen?

Sieh aber, ist es nicht eine verfluchte Vermessenheit der heillosen Heiligen, wenn sie vorgeben, in einem höheren Stand zu leben und ein besseres Leben zu führen als es die Zehn Gebote lehren? Und wenn sie, wie gesagt, vorgeben, dass zu unterscheiden sei zwischen dem gewöhnlichen Leben des einfachen Mannes und dem der Heiligen und Vollkommenen? Und sie sehen nicht, diese elenden blinden Leute, dass kein Mensch es so weit bringen kann, auch nur eines von den Zehn Geboten so zu halten, wie es gehalten werden soll; sondern Glaube und Gebet müssen zur Hilfe kommen (wie wir noch hören werden), um zu erbitten und ständig aufs Neue zu empfangen, was zum Halten der Gebote nötig ist. Darum ist ihr Rühmen gerade soviel, als wenn ich mich rühmen und sagen würde: Ich habe nicht einmal einen Groschen, um etwas zu bezahlen, aber zehn Gulden könnte ich wohl bezahlen.

Dies sage und betone ich deswegen so sehr, damit das leidige Missverständnis endlich aufhört, das so tief eingewurzelt ist und an dem jedermann noch hängt, und damit alle sich daran gewöhnen, allein auf die Gebote zu sehen und um ihre Erfüllung bemüht zu sein. Denn man wird niemals eine Lehre aufbringen und zu einer Lebensweise finden, die den Zehn Geboten gleichkommt und ihnen entspricht. Sie gehen weit über alles hinaus, was Menschen je vermögen, sodass niemand aus eigener Kraft sie halten kann; und wer sie halten würde, der wäre ein himmlischer, den Engeln gleicher Mensch und hoch erhaben über alle Heiligkeit der Welt.

Nimm sie dir nur vor und versuche dich an ihnen; setze alle Kraft und alles Vermögen daran, du wirst so viel zu tun bekommen, dass du keine andern Werke und keine andere Heiligkeit suchen und achten wirst.

Dies sei genug an Lehre und Mahnung vom ersten Hauptstück. Doch müssen wir zum Schluss noch einmal den Text wiederholen, den wir oben beim 1. Gebot behandelt haben, damit man lerne, wieviel Gott daran liegt, dass man die Zehn Gebote hält und sich in ihnen übt.

Ich, der Herr dein Gott, bin ein eifernder Gott, der über die, so mich hassen, die Sünde der Väter heimsucht an den Kindern bis ins dritte und vierte Glied. Aber denen, so mich lieben und meine Gebote halten, tue ich wohl in tausend Glied.

Obgleich dieser Zusatz, wie oben gesagt, insbesondere dem 1. Gebot beigefügt ist, so ist er doch um aller Gebote willen beigefügt; denn alle Gebote lassen sich auf ihn beziehen und sollen auf ihn bezogen werden. Darum habe ich gesagt, dass man diesen Zusatz auch der Jugend vor Augen halten und einprägen soll, damit sie ihn lernen und behalten und dadurch erkennen, was uns dazu bewegen soll, diese Zehn Gebote zu halten. Und man soll diesen Zusatz nicht anders ansehen, als sei er jedem einzelnen Gebot beigefügt und durchdringe sie alle.

Nun ist, wie schon zuvor ausgeführt, in diesen Worten dies beides zusammengefasst: Ein zorniges Drohwort, um uns zu erschrecken und zu warnen, und eine freundliche Zusage, um uns zu locken und zu bewegen, damit man sein Wort in göttlichem Ernst annimmt und achtet. Denn er selbst drückt darin aus, wie sehr ihm an den Geboten gelegen ist und wie sehr er über ihnen wachen will; denn er will alle grausam und schrecklich strafen, die seine Gebote verachten und übertreten. Und er will andererseits jene reichlich belohnen und denen alles Gute erweisen, die sie achten und gern nach ihnen handeln und leben. Damit fordert er, dass alles aus einem Herzen geschehen soll, das allein Gott fürchtet und vor Augen hat und aus solcher Furcht alles unterlässt, was gegen seinen Willen ist, um ihn nicht zu erzürnen. Und zugleich soll alles aus einem Herzen geschehen, das Gott allein vertraut und aus Liebe zu ihm tut, was er haben will, weil er sich so freundlich als ein Vater zu erkennen gibt und uns alles Gute und alle Gnade anbietet.

Dr. Martin Luther: Der Große Katechismus (1529). Der Beschluß. GK I,311-323

Es segne und behüte Euch Gott, der allmächtige und barmherzige, der Vater, Sohn + Heiliger Geist  + Friede sei mit Euch +

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About Wilhelm Weber

Pastor at the Old Latin School in the Lutherstadt Wittenberg
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