Zu der Zeit wirst du sagen: Ich danke dir, HERR! Du bist zornig gewesen über mich. Möge dein Zorn sich abkehren, dass du mich tröstest. Siehe, Gott ist mein Heil, ich bin sicher und fürchte mich nicht; denn Gott der HERR ist meine Stärke und mein Psalm und ist mein Heil. Ihr werdet mit Freuden Wasser schöpfen aus den Brunnen des Heils. Und ihr werdet sagen zu der Zeit: Danket dem HERRN, rufet an seinen Namen! Machet kund unter den Völkern sein Tun, verkündiget, wie sein Name so hoch ist! Lobsinget dem HERRN, denn er hat sich herrlich bewiesen. Solches sei kund in allen Landen! Jauchze und rühme, die du wohnst auf Zion; denn der Heilige Israels ist groß bei dir!
Jesaja 12
Des Morgens, wenn Du aufstehst, kannst Du Dich segnen mit dem Zeichen des heiligen Kreuzes und sagen:
Das walte Gott Vater + Sohn und Heiliger Geist! Amen
Apostolische Glaubensbekenntnis
Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde.
Und an Jesum Christum, seinen einigen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist von dem Heiligen Geist, geboren aus Maria der Jungfrau, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, niedergefahren zur Hölle, am dritten Tage wieder auferstanden von den Toten, aufgefahren gen Himmel; sitzend zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters; von dannen er kommen wird zu richten die Lebendigen und die Toten.
Ich glaube an den Heiligen Geist, eine heilige christliche Kirche, die Gemeinde der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. Amen.
Vaterunser
Vater unser im Himmel Geheiligt werde Dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.
Willst du, so kannst du dies Gebet dazu sprechen (Luthers Morgensegen)
Ich danke Dir, mein himmlischer Vater, durch Jesus Christus, Deinen lieben Sohn, daß Du mich diese Nacht vor allem Schaden und Gefahr behütet hast, und bitte Dich, Du wollest mich diesen Tag auch behüten vor Sünden und allem Übel, daß Dir all mein Tun und Leben gefalle. Denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in Deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde.
Als dann mit Freuden an Dein Werk gegangen und etwa ein Lied gesungen oder was Dir Deine Andacht eingibt.
Singet dem Herrn ein neues Lied, denn er tut Wunder.
Psalm 98
Lied aus dem lutherischen Kirchengesangbuch
Nun lob, mein Seel, den Herren, was in mir ist, den Namen sein. Sein Wohltat tut er mehren, vergiss es nicht, o Herze mein. Hat dir dein Sünd vergeben und heilt dein Schwachheit groß, errett’ dein armes Leben, nimmt dich in seinen Schoß, mit reichem Trost beschüttet, verjüngt, dem Adler gleich; der Herr schafft Recht, behütet, die leidn in seinem Reich.
Er hat uns wissen lassen sein herrlich Recht und sein Gericht, dazu sein Güt ohn Maßen, es mangelt an Erbarmung nicht; sein’ Zorn lässt er wohl fahren, straft nicht nach unsrer Schuld, die Gnad tut er nicht sparen, den Schwachen ist er hold; sein Güt ist hoch erhaben ob den’, die fürchten ihn; so fern der Ost vom Abend, ist unsre Sünd dahin.
Wie sich ein Mann erbarmet ob seiner jungen Kindlein klein, so tut der Herr uns Armen, wenn wir ihn kindlich fürchten rein. Er kennt das arm Gemächte und weiß, wir sind nur Staub, ein bald verwelkt Geschlechte ein Blum und fallend Laub: Der Wind nur drüber wehet, so ist es nimmer da, also der Mensch vergehet, sein End, das ist ihm nah.
Die Gottesgnad alleine steht fest und bleibt in Ewigkeit bei seiner lieben G’meine, die steht in seiner Furcht bereit, die seinen Bund behalten. Er herrscht im Himmelreich. Ihr starken Engel, waltet seins Lobs und dient zugleich dem großen Herrn zu Ehren und treibt sein heiligs Wort! Mein Seel soll auch vermehren sein Lob an allem Ort.
Sei Lob und Preis mit Ehren Gott Vater, Sohn und Heilgem Geist! Der wolle in uns mehren, was er aus Gnaden uns verheilst, dass wir ihm test vertrauen, uns gründen ganz auf ihn, von Herzen auf ihn bauen, dass unser Mut und Sinn ihm allezeit anhangen. Drauf singen wir zur Stund: Amen, wir werden’s erlangen, glaubn wir von Herzensgrund.
Johann Gramann um 1540 (Strophe 5. Königsberg 1559) LKG 315
Fortlaufende Lese
Den ersten Bericht habe ich gegeben, lieber Theophilus, von all dem, was Jesus von Anfang an tat und lehrte 2 bis zu dem Tag, an dem er aufgenommen wurde, nachdem er den Aposteln, die er erwählt hatte, durch den Heiligen Geist Weisung gegeben hatte. 3 Ihnen zeigte er sich nach seinem Leiden durch viele Beweise als der Lebendige und ließ sich sehen unter ihnen vierzig Tage lang und redete mit ihnen vom Reich Gottes. 4 Und als er mit ihnen beim Mahl war, befahl er ihnen, Jerusalem nicht zu verlassen, sondern zu warten auf die Verheißung des Vaters, die ihr – so sprach er – von mir gehört habt; 5 denn Johannes hat mit Wasser getauft, ihr aber sollt mit dem Heiligen Geist getauft werden nicht lange nach diesen Tagen. 6 Die nun zusammengekommen waren, fragten ihn und sprachen: Herr, wirst du in dieser Zeit wieder aufrichten das Reich für Israel? 7 Er sprach aber zu ihnen: Es gebührt euch nicht, Zeit oder Stunde zu wissen, die der Vater in seiner Macht bestimmt hat; 8 aber ihr werdet die Kraft des Heiligen Geistes empfangen, der auf euch kommen wird, und werdet meine Zeugen sein in Jerusalem und in ganz Judäa und Samarien und bis an das Ende der Erde. 9 Und als er das gesagt hatte, wurde er vor ihren Augen emporgehoben, und eine Wolke nahm ihn auf, weg vor ihren Augen. 10 Und als sie ihm nachsahen, wie er gen Himmel fuhr, siehe, da standen bei ihnen zwei Männer in weißen Gewändern. 11 Die sagten: Ihr Männer von Galiläa, was steht ihr da und seht gen Himmel? Dieser Jesus, der von euch weg gen Himmel aufgenommen wurde, wird so wiederkommen, wie ihr ihn habt gen Himmel fahren sehen. 12 Da kehrten sie nach Jerusalem zurück von dem Berg, der Ölberg heißt und nahe bei Jerusalem liegt, einen Sabbatweg entfernt. 13 Und als sie hineinkamen, stiegen sie hinauf in das Obergemach des Hauses, wo sie sich aufzuhalten pflegten: Petrus, Johannes, Jakobus und Andreas, Philippus und Thomas, Bartholomäus und Matthäus, Jakobus, der Sohn des Alphäus, und Simon der Zelot und Judas, der Sohn des Jakobus. 14 Diese alle hielten einmütig fest am Gebet samt den Frauen und Maria, der Mutter Jesu, und seinen Brüdern.
Apostelgeschichte 1,1-14
Morgenlese
Denn ihr wart früher Finsternis; nun aber seid ihr Licht in dem Herrn. Wandelt als Kinder des Lichts; die Frucht des Lichts ist lauter Güte und Gerechtigkeit und Wahrheit. Prüft, was dem Herrn wohlgefällig ist, und habt nicht Gemeinschaft mit den unfruchtbaren Werken der Finsternis; deckt sie vielmehr auf. Denn was von ihnen heimlich getan wird, davon auch nur zu reden ist schändlich. Das alles aber wird offenbar, wenn’s vom Licht aufgedeckt wird; denn alles, was offenbar wird, das ist Licht. Darum heißt es: Wach auf, der du schläfst, und steh auf von den Toten, so wird dich Christus erleuchten.
Epheser 5,8-14
Abendlese
Aber darum ist mir Barmherzigkeit widerfahren, daß Christus Jesus an mir als Erstem alle Geduld erweise, zum Vorbild denen, die an ihn glauben sollten zum ewigen Leben.
1. Timotheus 3,16
Großer Katechismus
Weiter lehrt Christus (Matth. 18,16): „Will er dich aber nicht hören, so nimm noch einen oder zwei zu dir, damit jegliche Sache stehe auf zweier oder dreier Zeugen Mund“, damit man ja mit dem Betreffenden selber handelt, um den es geht, und man nicht ohne sein Wissen hinter seinem Rücken redet.
Will aber dieses nichts helfen, so bringe es dann öffentlich vor die Gemeinde, vor die weltliche oder die geistliche Gerichtsbarkeit. Denn hier stehst du nicht allein da, sondern hast jene Zeugen bei dir, durch die du den Schuldigen überführen kannst, worauf der Richter dann ein Urteil gründen und die Strafe verhängen kann. So kann es auf ordentliche und rechte Weise dazu kommen, dass man den Bösen wehrt oder sie bessert.
Wenn man jedoch einen andern bis in alle Winkel ins Gerede bringt und im Schmutze wühlt, wird niemand gebessert; und hinterher, wenn man Rede stehen und als Zeuge auftreten soll, dann will mans nicht gesagt haben. Darum würde es solchen Mäulern recht geschehen, wenn man ihnen die Lust daran gründlich verleidete, sodass sich andere dadurch warnen ließen. Wenn du es wirklich aus Liebe zur Wahrheit tust oder um deinen Nächsten zu bessern, dann würdest du nicht heimlich herumschleichen und den Tag und das Licht scheuen.
Das alles bezieht sich nun auf die verborgenen Sünden. Wo aber die Sünde in der Öffentlichkeit bekannt ist, sodass die Richter und jedermann davon wissen, kannst du den Betreffenden, ohne zu sündigen, meiden und fahren lassen als einen, der sich selbst in Schande gebracht hat, und kannst auch öffentlich über ihn reden. Denn wenn etwas offenbar zutage liegt, kann es keine böse Nachrede und kein falsches Richten und falsches Zeugnis geben. So, wenn wir jetzt z. B. den Papst mit seiner Lehre verurteilen, die in öffentlichen Büchern zutage liegt und in alle Welt hinausposaunt ist. Denn wo die Sünde in der Offentlichkeit bekannt ist, soll auch die Verurteilung und Strafe billigerweise öffentlich erfolgen, damit ein jeder sich davor hüten moge.
Dies ist also der Hauptsinn und die weitergefasste Bedeutung dieses Gebotes, dass niemand mit der Zunge seinem Nächsten, ob Freund oder Feind, schaden und Böses von ihm reden soll, gleich ob es wahr oder erlogen ist – es sei denn, er habe einen Auftrag dazu oder es geschieht zur Besserung des Nächsten. Sondern jeder soll seine Zunge dazu gebrauchen und dienen lassen, um von jedermann das Beste zu reden, die Sünde und die Schwachheiten der andern zuzudecken, zu entschuldigen, und mit der eigenen Ehre für den andern eintreten.
Der Grund für solches Verhalten soll vor allem der sein, den Christus im Evangelium (Matth. 7,12) nennt und mit dem er alle Gebote, sofern sie den Nächsten betreffen, zusammenfasst: „Alles, was ihr wollt, das euch die Leute tun sollen, das tut ihnen auch.“
Das lehrt uns auch die Natur an unserm eigenen Leibe, wie St. Paulus in 1. Korinther 12,22-23 sagt: „Die Glieder des Leibes, die uns dünken die schwächsten zu sein, sind die nötigsten; und die uns dünken am wenigsten ehrbar zu sein, die umkleiden wir mit besonderer Ehre, und die uns übel anstehen, die schmückt man am meisten.“ Gesicht, Augen, Nase und Mund deckt niemand zu; denn sie haben es nicht nötig, weil sie die ehrbarsten Teile des Körpers sind. Aber die allergebrechlichsten, deren wir uns schämen, deckt man fleißig zu; da müssen die Hände, die Augen und der ganze Leib noch nachhelfen, sie zu bedecken und zu verhüllen.
So sollen auch wir alle miteinander das, was an unserm Nächsten fehlerhaft und unvollkommen ist, verhüllen, und soviel in unserm Vermögen steht, seine Ehre und sein Ansehen zu erhalten und zu fördern suchen. Und wir sollen allem entgegentreten, was seinem Ruf zum Schaden gereichen mag.
Und dies ist eine besonders gute und edle Tugend, wer alles, was er über den Nächsten Schlechtes reden hört (wenn es nicht allgemein bekannt ist), zu seinem Besten auslegt und deutet und ihm zugute hält – jenen giftigen Mäulern gegenüber, die eifrig darauf bedacht sind, den Nächsten zu tadeln und ihm alles zum Schlechten auszulegen und zu verdrehen, wo sie an ihm etwas finden und entdecken können. Das geschieht jetzt besonders häufig im Blick auf das liebe Gotteswort und seine Prediger.
Darum ist in diesem Gebot auch über die Maßen viel enthalten, was wir Gutes tun sollen, woran Gott sein größtes Wohlgefallen hat und was reichlichen Segen und Gutes mit sich bringt. Möchten die falschen Heiligen und die blinde Welt das nur erkennen!
Denn es gibt nichts am ganzen Menschen und in ihm, das mehr Gutes schaffen und zugleich Schaden wirken kann als die Zunge, sowohl in geistlichen als auch in weltlichen Dingen, obgleich doch die Zunge das kleinste und schwächste Glied ist.
Das 9. und 10. Gebot: Du sollst nicht begehren deines Nächsten Haus. Du sollst nicht begehren deines Nächsten Weib, Knecht, Magd, Vieh oder alles, was sein ist.
Diese zwei Gebote sind, genau genommen, nur den Juden gegeben, obgleich sie auch uns zum Teil betreffen. Denn die Juden beziehen sie nicht auf die Unkeuschheit oder den Diebstahl, weil beides schon oben (im 5. und 7, Gebot) zur Genüge verboten ist. Sie waren außerdem auch der Ansicht, sie hätten jene Gebote alle gehalten, wenn sie äußerlich nach ihnen gelebt hätten.
Darum hat Gott diese beiden Gebote hinzugefügt, damit man es auch für Sünde halte und für etwas Verbotenes, wenn man des Nächsten Frau oder Gut begehrt und auf irgendeine Weise nach ihnen trachtet. Vor allem deswegen sind sie hinzugefügt, weil bei den Juden Knechte und Mägde nicht, wie es jetzt der Fall ist, frei waren, um Lohn zu dienen, solange sie wollten, sondern sie waren Eigentum ihrer Herren mit Leib und Leben und allem, was sie hatten, so wie das Vieh und anderes Gut.
Außerdem hatte auch ein jeder über seine Frau die Verfügungsgewalt; er konnte sie durch einen Scheidungsbrief öffentlich entlassen und eine andere nehmen. Da mussten sie nun untereinander darauf gefasst sein, dass, wenn jemand eines andem Frau gern gehabt hätte, er irgendeinen Grund hersuchte, um sich von seiner Frau zu trennen und um die andere von ihrem Mann zu entfremden, um sie dann selber mit gutem Recht an sich zu bringen. Das war nun bei ihnen keine Sünde und Schande, ebensowenig als wenn jetzt ein Dienstherr seine Angestellten entlässt oder einer sie dem andern abspenstig macht.
Darum haben sie nun, sage ich, diese Gebote so gedeutet, wie es ja auch richtig ist (obgleich ihr Sinn noch weiter und umfassender ist), dass niemand darauf bedacht sein und sich vornehmen soll, das, was dem andem gehört, an sich zu bringen (wie Frau und Dienstboten, Haus und Hof, Acker, Wiesen oder Vieh), auch nicht, wenn es mit gutem Schein oder unter einem1 Vorwand geschieht; denn es geschieht doch immer zum Schaden des Nächsten.
Denn oben im 7. Gebot ist das Unrecht verboten, dass man fremdes Gut an sich reißt oder dem Nächsten vorenthält, wozu man kein Recht hat. Hier aber wird dem gewehrt, dass man dem Nächsten etwas ablockt, auch wenn man vor der Welt nichts Ehrenrühriges dabei tut, sodass niemand dich zu beschuldigen und zu tadeln wagt, als habest du es unrechtmäßig gewonnen