Halleluja! Lobe den HERRN, meine Seele! (Psalm 146)

“David bringt die Bundeslade nach Jerusalem” von Luca Giordano (1634-1705) Spencer Museum of Art (Lawrence, KS)

Halleluja! Lobe den HERRN, meine Seele! Ich will den HERRN loben, solange ich lebe, und meinem Gott lobsingen, solange ich bin. Verlasset euch nicht auf Fürsten; sie sind Menschen, die können ja nicht helfen. Denn des Menschen Geist muss davon, und er muss wieder zu Erde werden; dann sind verloren alle seine Pläne.

Wohl dem, dessen Hilfe der Gott Jakobs ist, der seine Hoffnung setzt auf den HERRN, seinen Gott, der Himmel und Erde gemacht hat, das Meer und alles, was darinnen ist; der Treue hält ewiglich, der Recht schafft denen, die Gewalt leiden, der die Hungrigen speiset.

Der HERR macht die Gefangenen frei. Der HERR macht die Blinden sehend. Der HERR richtet auf, die niedergeschlagen sind. Der HERR liebt die Gerechten. Der HERR behütet die Fremdlinge und erhält Waisen und Witwen; aber die Gottlosen führt er in die Irre. Der HERR ist König ewiglich, dein Gott, Zion, für und für. Halleluja! 

Psalm 146 verdeutscht von Dr. Martin Luther (Revision 2017)

Des Morgens, wenn Du aufstehst, kannst Du Dich segnen mit dem Zeichen des heiligen Kreuzes und sagen: 

Das walte Gott Vater + Sohn und Heiliger Geist! Amen

Apostolische Glaubensbekenntnis 

Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde. 

Und an Jesum Christum, seinen einigen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist von dem Heiligen Geist, geboren aus Maria der Jungfrau, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, niedergefahren zur Hölle, am dritten Tage wieder auferstanden von den Toten, aufgefahren gen Himmel; sitzend zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters; von dannen er kommen wird zu richten die Lebendigen und die Toten. 

Ich glaube an den Heiligen Geist, eine heilige christliche Kirche, die Gemeinde der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. Amen.

Vaterunser 

Vater unser im Himmel
Geheiligt werde Dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Willst du, so kannst du dies Gebet dazu sprechen (Luthers Morgensegen)

Ich danke Dir, mein himmlischer Vater, durch Jesus Christus, Deinen lieben Sohn, daß Du mich diese Nacht vor allem Schaden und Gefahr behütet hast, und bitte Dich, Du wollest mich diesen Tag auch behüten vor Sünden und allem Übel, daß Dir all mein Tun und Leben gefalle. Denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in Deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde.

Als dann mit Freuden an Dein Werk gegangen und etwa ein Lied gesungen oder was Dir Deine Andacht eingibt.

Kollekte für Jubilate.

Du Gott,
himmlischer Vater,
Deine Schöpfung singt Dir ihr Loblied –
die Vögel des Himmels,
die Tiere auf den Feldern und in den Wäldern.
Bäume, Sträucher und Blumen –
sie werfen Dir ihre Blütenpracht entgegen.
Dein Geist wecke unsere Sinne und unsere Seele,
damit wir dich loben und preisen.
Deinem Sohn, Jesus Christus,
auferstanden von den Toten,
gehört unsere Zukunft.
Amen.

Tagesgebet zu Jubilate.

Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur; das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden.

1.Korinther 5,17

Lied aus dem lutherischen Kirchengesangbuch

Die ganze Welt, Herr Jesu Christ, Halleluja, Halleluja, zu Deiner Urständ fröhlich ist. Halleluja, Halleluja.

Das himmlisch Heer im Himmel singt, Halleluja, Halleluja, die Christenheit auf Erden klingt. Halleluja, Halleluja.

Jetzt grünet, was nur grünen kann, Halleluja, Halleluja, die Bäum zu blühen fangen an. Halleluja, Halleluja.

Es singen jetzt die Vögel all, Halleluja, Halleluja, jetzt singt und klingt die Nachtigall. Halleluja, Halleluja.

Der Sonnenschein jetzt kommt herein, Halleluja, Halleluja, und gibt der Welt ein neuen Schein. Halleluja, Halleluja.

Die ganze Welt, Herr Jesu Christ, Halleluja, Halleluja, zu Deiner Urständ fröhlich ist. Halleluja, Halleluja.

Köln 1623 (LKG 172)

Fortlaufende Lese

Doch auch jetzt noch, spricht der HERR, kehrt um zu mir von ganzem Herzen mit Fasten, mit Weinen, mit Klagen!  Zerreißt eure Herzen und nicht eure Kleider und kehrt um zu dem HERRN, eurem Gott! Denn er ist gnädig, barmherzig, geduldig und von großer Güte, und es reut ihn bald die Strafe.  Wer weiß, ob er nicht umkehrt und es ihn reut und er Segen zurücklässt, sodass ihr opfern könnt Speisopfer und Trankopfer dem HERRN, eurem Gott.  Blast die Posaune zu Zion, sagt ein heiliges Fasten an, ruft einen Feiertag aus!  Versammelt das Volk, heiligt die Gemeinde, sammelt die Ältesten, bringt zusammen die Kinder und die Säuglinge! Der Bräutigam gehe aus seiner Kammer und die Braut aus ihrem Gemach!  Lasst die Priester, des HERRN Diener, weinen zwischen Vorhalle und Altar und sagen: HERR, schone dein Volk und lass dein Erbteil nicht zuschanden werden, dass Völker über sie herrschen! Warum willst du unter den Völkern sagen lassen: Wo ist nun ihr Gott? 

Joel 2,12-17

Morgen- und Abendlese

Ihr Lieben, lasst uns einander lieb haben; denn die Liebe ist von Gott, und wer liebt, der ist aus Gott geboren und kennt Gott. 8 Wer nicht liebt, der kennt Gott nicht; denn Gott ist Liebe. 9 Darin ist erschienen die Liebe Gottes unter uns, dass Gott seinen eingebornen Sohn gesandt hat in die Welt, damit wir durch ihn leben sollen. 10 Darin besteht die Liebe: nicht dass wir Gott geliebt haben, sondern dass er uns geliebt hat und gesandt seinen Sohn zur Versöhnung[1] für unsre Sünden. 11 Ihr Lieben, hat uns Gott so geliebt, so sollen wir uns auch untereinander lieben. 12 Niemand hat Gott jemals gesehen. Wenn wir uns untereinander lieben, so bleibt Gott in uns, und seine Liebe ist in uns vollkommen. 13 Daran erkennen wir, dass wir in ihm bleiben und er in uns, dass er uns von seinem Geist gegeben hat. 14 Und wir haben gesehen und bezeugen, dass der Vater den Sohn gesandt hat als Heiland der Welt. 

Wer nun bekennt, dass Jesus Gottes Sohn ist, in dem bleibt Gott und er in Gott. 16 Und wir haben erkannt und geglaubt die Liebe, die Gott zu uns hat: Gott ist Liebe; und wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott und Gott in ihm. 17 Darin ist die Liebe bei uns vollendet, auf dass wir die Freiheit haben, zu reden am Tag des Gerichts; denn wie er ist, so sind auch wir in dieser Welt. 18 Furcht ist nicht in der Liebe, sondern die vollkommene Liebe treibt die Furcht aus. Denn die Furcht rechnet mit Strafe; wer sich aber fürchtet, der ist nicht vollkommen in der Liebe. 19 Lasst uns lieben, denn er hat uns zuerst geliebt. 20 Wenn jemand spricht: Ich liebe Gott, und hasst seinen Bruder, der ist ein Lügner. Denn wer seinen Bruder nicht liebt, den er sieht, der kann nicht Gott lieben, den er nicht sieht. 21 Und dies Gebot haben wir von ihm, dass, wer Gott liebt, dass der auch seinen Bruder liebe. 

1. Johannes 4,7-21

Bekenntnislese

Dies sage ich nun deswegen, damit man die Jugend dazu anhalte, Lust zur Ehe zu gewinnen. Sie soll wissen, dass die Ehe ein seliger und Gott wohlgefälliger Stand ist. Vielleicht gelingt es dann auch mit der Zeit, dass die Ehe wieder zu Ehren kommt und das wüste, unordentliche Wesen aufhört, das sich jetzt überall in der Welt breit macht, nämlich die öffentliche Hurerei und andere schändliche Laster, die aus der Verachtung des ehelichen Lebens gefolgt sind.

Darum sind Eltern und Staat es schuldig, auf die Jugend zu achten, dass man sie zur Zucht und Ehrbarkeit erziehe und, wenn sie erwachsen sind, in Ehren verheirate. Dazu würde Gott seinen Segen und seine Gnade geben, sodass man seine Lust und Freude daran hätte.

Schließlich, um zum Ende zu kommen, sei dies gesagt: Dieses Gebot fordert nicht allein, dass ein jeder in seinem Stand und d. h. für die meisten in der Ehe in seinen Worten und Gedanken, in all seinem Tun, keusch leben soll, sondem er soll auch sein Gemahl, das ihm von Gott gegeben ist, von Herzen liebhaben. Denn wo eheliche Keuschheit gehalten werden soll, müssen Mann und Frau vor allen Dingen in Liebe und Eintracht beieinander wohnen. Einer muss den andern von Herzen und mit ganzer Treue lieben. Denn dies gehört zum Wichtigsten in der Ehe und ist die Voraussetzung dafür, dass Lust und Liebe zur Keuschheit entstehen. Wo Liebe und Treue in Übung sind, wird die Keuschheit (und das heißt der zuchtvolle Umgang mit dem eigenen Trieb) wohl von selbst folgen ohne alles Gebieten.

Deshalb mahnt auch St. Paulus so fleißig die Eheleute, dass einer den andern lieben
und ehren soll. So zeigt dir auch dieses Gebot in vielfacher Hinsicht und reichem Maße, was es bedeutet, Gutes zu tun, dessen du dich rühmen kannst gegenüber allen besonderen „geistlichen“ Ständen, die ohne Gottes Wort und Gebot erwählt sind.

Das 7. Gebot: Du sollst nicht stehlen.

Nach deiner Person und deinem ehelichen Gemahl ist das irdische Gut dir das Nächste. Das will Gott auch geschützt wissen. Darum hat er geboten, dass niemand dem Nächsten das Seine fortnehmen oder mindern soll. Denn stehlen bedeutet nichts anderes als das Gut eines andern auf unrechtmäßige Weise an sich bringen. Und dazu gehört auch, dass man in Handelsgeschäften den eigenen Vorteil auf Kosten des andern sucht. Das ist ein so weit verbreitetes allgemeines Laster, dass man es schon gar nicht mehr als Laster ansieht und beachtet, so sehr hat es überhand genommen. Wenn man sie alle an den Galgen hängen wollte, die in Wahrheit Diebe sind und doch keine sein wollen, würde die Welt bald menschenleer sein, und es würde an Henkern und Galgen fehlen. Denn, wie gesagt, stehlen wollen wir nicht alleine das nennen, wenn jemand Truhen ausräumt und Taschen leer macht, sondern wenn sich jemand Dinge zu Unrecht aneignet und betrügt – auf dem Markt, in den Kaufläden und Fleischerbuden, im Wein- und Bierkeller, in den Werkstätten, kurz, wo man Handel treibt und Geschäfte abschließt, wo man für Geld arbeitet oder Arbeit mit Geld bezahlt.

So, um es für jedermann ein wenig deutlicher zu sagen: Wenn z. B. Angestellte nicht treu ihre Arbeit tun, sondern Schaden anrichten oder geschehen lassen, obgleich sie ihn hätten verhindern können; oder wenn sie aus Faulheit oder Bosheit das, was ihnen anvertraut ist, verwahrlosen lassen und sich nicht darum kümmern, zum Ärger und Verdruss ihrer Vorgesetzten, und dies alles auch noch absichtlich geschieht (denn ich
rede nicht von dem, was versehentlich und unabsichtlich geschieht) – dann kann man auf diese Weise gut und gern pro Jahr 30 oder 40 Goldstücke oder noch mehr „entwenden“. Wenn ein anderer jedoch diese Summe heimlich genommen oder gestohlen hätte, dann hätte man ihn aufgehängt. So aber darfst du noch groß auftrumpfen, und niemand wagt es, dich einen Dieb zu nennen.

Das gleiche sage ich auch von Handwerkern, Arbeitern und Tagelöhnern, die ganz nach Willkür die Leute übervorteilen und dazu noch nachlässig und untreu in ihrer Arbeit sind. Diese alle sind weit schlimmer als die Diebe, die heimlich stehlen, vor denen man sich durch Schloss und Riegel schützen kann oder mit denen man, wenn man sie erwischt, so umspringt, dass sie es nicht mehr tun. Vor diesen aber kann sich keiner schützen; niemand darf sie auch unfreundlich ansehen oder irgendeines Diebstahls bezichtigen. Zehnmal lieber wollte man es ertragen, das Geld einfach aus dem Geldbeutel zu verlieren; denn sie sind meine Nachbarn, sind gute Freunde, sind meine Angestellten, von denen ich doch Gutes erwarten kann, aber sie betrügen mich am allerersten.

So geht es auch auf dem Markt zu und allgemein im Geschäfts- und Handelsleben. Ungeniert betrügt einer den andern mit falscher Ware, falschem Maß, Gewicht und Geld; und gar schnell übervorteilt man mit schlauer List und unlauteren Tricks, beim Kaufen und Verkaufen, und man schindet und plagt und beschwert die Leute ganz nach Willkür. Wer kann dies alles aufzählen und nennen? Jedenfalls ist Stehlen und Betrügen das am
häufigsten geübte Handwerk, und die das tun, bilden die größte Zunft auf der Erde; und wenn man heutzutage die Welt durch alle Berufe hin ansieht, so ist sie nichts anderes als ein großer, geräumiger Stall voller Diebe.

Darum heißen sie auch „Stuhlräuber“, Land- und Straßendiebe – nicht heimliche Diebe, die einbrechen und heimlich Geld stehlen – ‚ sondern sie sitzen auf dem Stuhl hinter ihrem Schreibtisch und gelten als große Herren und ehrbare, rechtschaffene Bürger, rauben und stehlen aber unter dem Schein des Rechts.

Ja man könnte noch schweigen, wo es um kleine einzelne Diebe geht, aber die großen, gewaltigen Erzdiebe, die sollte man anprangern, mit denen die Herren und Fürsten gemeinsame Sache machen; sie stehlen nicht nur eine oder zwei Städte leer, sondern bestehlen täglich ganz Deutschland.

Kurz, so geht’s in der Welt zu, dass, wer mächtig genug ist, öffentlich zu stehlen und zu rauben, sicher und frei dahinlebt, von niemand bestraft wird und dazu noch geehrt sein will. Die kleinen heimlichen Diebe jedoch, die sich einmal vergriffen haben, müssen die Schande und Strafe ertragen und jene andern noch rechtschaffen und ehrenvoll erscheinen lassen. Doch sollen sie wissen, dass sie vor Gott die größten Diebe sind, der sie auch, wie sie es wert sind und verdienen, strafen wird.

Dr. Martin Luther, Großer Katechismus (1529): 6. und 7. Gebot

Es segne und behüte Euch Gott, der allmächtige und barmherzige, der Vater, Sohn + Heiliger Geist  + Friede sei mit Euch + 

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About Wilhelm Weber

Pastor at the Old Latin School in the Lutherstadt Wittenberg
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