Lobet den HERRN, alle Heiden! (Psalm 117)

Immanuel (Frankentrost, MI)

Lobet den HERRN, alle Heiden! Preiset ihn, alle Völker! Denn seine Gnade und Wahrheit waltet über uns in Ewigkeit. Halleluja! 

Psalm 117

Des Morgens, wenn Du aufstehst, kannst Du Dich segnen mit dem Zeichen des heiligen Kreuzes und sagen: 

Das walte Gott Vater + Sohn und Heiliger Geist! Amen

Apostolische Glaubensbekenntnis 

Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde. 

Und an Jesum Christum, seinen einigen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist von dem Heiligen Geist, geboren aus Maria der Jungfrau, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, niedergefahren zur Hölle, am dritten Tage wieder auferstanden von den Toten, aufgefahren gen Himmel; sitzend zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters; von dannen er kommen wird zu richten die Lebendigen und die Toten. 

Ich glaube an den Heiligen Geist, eine heilige christliche Kirche, die Gemeinde der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. Amen.

Vaterunser 

Vater unser im Himmel
Geheiligt werde Dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Willst du, so kannst du dies Gebet dazu sprechen (Luthers Morgensegen)

Ich danke Dir, mein himmlischer Vater, durch Jesus Christus, Deinen lieben Sohn, daß Du mich diese Nacht vor allem Schaden und Gefahr behütet hast, und bitte Dich, Du wollest mich diesen Tag auch behüten vor Sünden und allem Übel, daß Dir all mein Tun und Leben gefalle. Denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in Deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde.

Als dann mit Freuden an Dein Werk gegangen und etwa ein Lied gesungen oder was Dir Deine Andacht eingibt.

Kollekte für Jubilate.

Du Gott,
himmlischer Vater,
Deine Schöpfung singt Dir ihr Loblied –
die Vögel des Himmels,
die Tiere auf den Feldern und in den Wäldern.
Bäume, Sträucher und Blumen –
sie werfen Dir ihre Blütenpracht entgegen.
Dein Geist wecke unsere Sinne und unsere Seele,
damit wir dich loben und preisen.
Deinem Sohn, Jesus Christus,
auferstanden von den Toten,
gehört unsere Zukunft.
Amen.

Tagesgebet zu Jubilate.

Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur; das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden.

1.Korinther 5,17

Lied aus dem lutherischen Kirchengesangbuch

O Tod, wo ist Dein Stachel nun? Wo ist Dein Sieg, o Hölle? Was kann uns jetzt der Teufel tun, wie grausam er sich stelle? Gott sei gedankt, der uns den Sieg so herrlich hat nach diesem Krieg durch Jesus Christ gegeben!

Wie sträubte sich die alte Schlang, da Christus mit ihr kämpfte! Mit List und Macht sie auf ihn drang jedennoch er sie dämpfte. Ob sie ihn in die Ferse sticht, so sieget sie doch darum nicht, der Kopf ist ihr zertreten.

Lebendig Christus kommt herfür, die Feind nimmt er gefangen, zerbricht der Hölle Schloss und Tür, trägt weg den Raub mit Prangen. Nichts ist, das in dem Siegeslauf den starken Held kann halten auf, alls liegt da überwunden.

Des Todes Gift, der Höllen Pest ist unser Heiland worden; Wenn Satan auch noch ungern läßt von Wüten und von Morden und, da er sonst nichts schaffen kann, nur Tag und Nacht uns klage an, so ist er doch verworfen.

Des Herren Rechte, die behält den Sieg und ist erhöhet; des Herren Rechte mächtig fällt,
was ihr entgegenstehet. Tod, Teufel, Höll und alle Feind durch Christi Sieg bezwungen seind, ihr Zorn ist krattlos worden.

Es war getötet Jesus Christ und sieh, er lebet wieder. Weil nun das Haupt erstanden ist,
stehn wir auch auf, die Glieder. So jemand Christi Worten glaubt, im Tod und Grabe der nicht bleibt; er lebt, ob er gleich stirbet.

Wer täglich hier durch wahre Reu mit Christus auferstehet, ist dort vom andern Tode frei, derselb ihn nicht angehet. Genommen ist dem Tod die Macht, Unschuld und Leben wiederbracht und unvergänglich Wesen.

Das ist die reiche Osterbeut, der wir teilhaftig werden: Fried, Freude, Heil, Gerechtigkeit im Himmel und auf Erden. Hier sind wir still und warten fort, bis unser Leib wird ähnlich dort Christi verklärtem Leibe.

Der alte Drach mit seiner Rott hingegen wird zuschaden; erlegt ist er mit Schimpf und Spott, da Christus ist erstanden. Des Hauptes Sieg der Glieder ist, drum kann mit aller Macht und List uns Satan nicht mehr schaden.

0 Tod, wo ist dein Stachel nun? Wo ist dein Sieg, o Hölle? Was kann uns jetzt der Teufel tun wie grausam er sich stelle? Gott sei gedankt, der uns den Sieg so herrlich hat in diesem Krieg durch Jesus Christ gegeben!

Nach Georg Weissel 1590-1635, Hannoversches Gesangbuch 1657 (LKG 170)

Fortlaufende Lese

Dies ist das Wort des HERRN, das geschehen ist zu Joel, dem Sohn Petuëls.  2 Hört dies, ihr Ältesten, und merkt auf, alle Bewohner des Landes, ob solches geschehen sei zu euren Zeiten oder zu eurer Väter Zeiten!  3 Sagt euren Kindern davon, und lasst’s eure Kinder ihren Kindern sagen und diese wiederum ihren Nachkommen:  4 Was die Raupen übrig ließen, das fraßen die Heuschrecken, und was die Heuschrecken übrig ließen, das fraßen die Larven, und was die Larven übrig ließen, das fraß das Geschmeiß.  5 Wacht auf, ihr Trunkenen, und weint, und heult, alle Weinsäufer, um den Most; denn er ist euch vor eurem Munde weggenommen!  6 Denn es zog herauf gegen mein Land ein Volk, mächtig und ohne Zahl; das hatte Zähne wie die Löwen und Backenzähne wie die Löwinnen.  7 Es verwüstete meinen Weinstock und fraß meinen Feigenbaum kahl, schälte ihn ab und warf ihn hin, dass seine Zweige weiß dastehen.  8 Heule wie eine Jungfrau, die Trauer anlegt um ihres Bräutigams willen!  9 Denn Speisopfer und Trankopfer sind vom Hause des HERRN weggenommen, und die Priester, des HERRN Diener, trauern.  10 Das Feld ist verwüstet und der Acker ausgedörrt; das Getreide ist verdorben, der Wein steht jämmerlich und das Öl kläglich.  11 Steht beschämt, ihr Ackerleute, heult, ihr Weingärtner, um den Weizen und um die Gerste, weil aus der Ernte auf dem Felde nichts werden kann!  12 Der Weinstock steht jämmerlich und der Feigenbaum kläglich, auch die Granatbäume, Palmbäume und Apfelbäume, ja, alle Bäume auf dem Felde sind verdorrt. So ist die Freude der Menschen zum Jammer geworden.  13 Umgürtet euch und klagt, ihr Priester, heult, ihr Diener des Altars! Kommt, schlaft im Trauergewand, ihr Diener meines Gottes! Denn Speisopfer und Trankopfer sind vom Hause eures Gottes weggenommen.  14 Sagt ein heiliges Fasten an, ruft einen Feiertag aus! Versammelt die Ältesten und alle Bewohner des Landes zum Hause des HERRN, eures Gottes, und schreit zum HERRN:  15 O weh des Tages! Denn der Tag des HERRN ist nahe und kommt wie ein Verderben vom Allmächtigen.  16 Ist nicht die Speise vor unsern Augen weggenommen und vom Hause unseres Gottes Freude und Wonne?  17 Der Same ist unter der Erde verdorrt, die Kornhäuser stehen wüst, die Scheunen zerfallen; denn das Getreide ist verdorben.  18 O wie seufzt das Vieh! Die Rinder sehen kläglich drein, denn sie haben keine Weide, und die Schafe verschmachten.  19 HERR, dich rufe ich an; denn das Feuer hat die Auen in der Steppe verbrannt, und die Flamme hat alle Bäume auf dem Felde angezündet.  20 Es schreien auch die wilden Tiere zu dir; denn die Wasserbäche sind ausgetrocknet und das Feuer hat die Auen in der Steppe verbrannt. 

Joel 1,1-20

Morgenlese

So sage ich nun und bezeuge in dem Herrn, dass ihr nicht mehr leben dürft, wie die Heiden leben in der Nichtigkeit ihres Sinnes. 18 Ihr Verstand ist verfinstert, und sie sind entfremdet dem Leben, das aus Gott ist, durch die Unwissenheit, die in ihnen ist, und durch die Verstockung ihres Herzens. 19 Sie sind abgestumpft und haben sich der Ausschweifung ergeben, um allerlei unreine Dinge zu treiben in Habgier. 20 Ihr aber habt Christus nicht so kennengelernt; 21 ihr habt doch von ihm gehört und seid in ihm unterwiesen, wie es Wahrheit in Jesus ist: 22 Legt von euch ab den alten Menschen mit seinem früheren Wandel, der sich durch trügerische Begierden zugrunde richtet. 23 Erneuert euch aber in eurem Geist und Sinn 24 und zieht den neuen Menschen an, der nach Gott geschaffen ist in wahrer Gerechtigkeit und Heiligkeit.

Epheser 4,17-24

Abendlese

Denn siehe, ich will einen neuen Himmel und eine neue Erde schaffen, dass man der vorigen nicht mehr gedenken und sie nicht mehr zu Herzen nehmen wird. 18 Freuet euch und seid fröhlich immerdar über das, was ich schaffe. Denn siehe, ich erschaffe Jerusalem zur Wonne und sein Volk zur Freude, 19 und ich will fröhlich sein über Jerusalem und mich freuen über mein Volk. Man soll in ihm nicht mehr hören die Stimme des Weinens noch die Stimme des Klagens. 20 Es sollen keine Kinder mehr da sein, die nur einige Tage leben, oder Alte, die ihre Jahre nicht erfüllen, sondern als Knabe gilt, wer hundert Jahre alt stirbt, und wer die hundert Jahre nicht erreicht, gilt als verflucht. 21 Sie werden Häuser bauen und bewohnen, sie werden Weinberge pflanzen und ihre Früchte essen. 22 Sie sollen nicht bauen, was ein anderer bewohne, und nicht pflanzen, was ein anderer esse. Denn die Tage meines Volks werden sein wie die Tage eines Baumes, und ihrer Hände Werk werden meine Auserwählten genießen. 23 Sie sollen nicht umsonst arbeiten und keine Kinder für einen frühen Tod zeugen; denn sie sind das Geschlecht der Gesegneten des HERRN, und ihre Nachkommen sind bei ihnen. 24 Und es soll geschehen: Ehe sie rufen, will ich antworten; wenn sie noch reden, will ich hören. 25 Wolf und Lamm sollen beieinander weiden; der Löwe wird Stroh fressen wie das Rind, aber die Schlange muss Erde fressen. Man wird weder Bosheit noch Schaden tun auf meinem ganzen heiligen Berge, spricht der HERR. 

Jesaja 65,17-25

Großer Katechismus

Der Grund aber und die Notwendigkeit dafür, dass Gott dieses Gebot gegeben hat, ist, dass Gott sehr wohl weiß, wie böse die Welt ist und wieviel Unglück es im Leben gibt. Darum hat er dieses und andere Gebote gegeben, um das Gute zu schützen und das Böse zu verhindern. Wie es nun im Blick auf alle Gebote Anfechtungen gibt, sie zu übertreten, so auch bei diesem Gebot. Wir müssen z. B. mit vielen Leuten zusammenleben, die uns Leid antun, sodass wir alle Ursache haben, ihnen feind zu sein. So, wenn dein Nachbar sieht, dass dein Haus und Hof schöner und besser ist, dass du mehr Gut und Glück von Gott empfangen hast als er, so verdrießt ihn das, und er wird neidisch und redet nichts Gutes von dir. So bekommst du viele Feinde durch des Teufels Eingebung, die dir nichts Gutes an Leib und Seele gönnen. Wenn man sie dann trifft, fängt das Herz an zu wüten und zu grollen und will sich rächen. Und so kommt es zum Fluchen und Schlagen und schließlich zu Mord und Totschlag. Da tritt nun Gott wie ein freundlicher Vater dazwischen; er will den Hader und Streit beenden, sodass kein Unglück daraus entsteht und einer den andern umbringt. Und so will er einen jeden vor Frevel und Gewalttat beschirmen, ihn vor Verfolgung beschützen und in Sicherheit leben lassen. Dieses Gebot aber hat er wie eine Ringmauer, eine Festung und einen Zufluchtsort um den Nächsten aufgestellt, damit man ihm kein Leid antun und keinen Schaden an Leib und Leben zufügen soll. So ist der Sinn dieses Gebotes nun der, dass man niemand ein Leid antun soll um irgendeiner bösen Sache willen, auch wenn er es wirklich verdient hat; denn weil Totschlag verboten ist, ist auch alles verboten, woraus Totschlag entspringen mag. Denn mancher, auch wenn er nicht tötet, flucht doch und wünscht demjenigen alles Unglück, an den er Hand anzulegen sich scheut. Weil nun dieses einem jeden Menschen von Natur anhängt und es allgemeiner Brauch ist, dass keiner das Unrecht ertragen will, das ihm ein anderer zufügt, so will Gott die Wurzel und Ursache aller Bitterkeit beseitigen, die unser Herz dem Nächsten gegenüber empfindet. Er will uns daran gewöhnen, dass wir dieses Gebot immer vor Augen haben und wie einen Spiegel uns vorhalten: Seinen Willen sollen wir ansehen und das Unrecht, das wir erleiden, im herzlichen Vertrauen und unter Anrufung seines Namens ihm anbefehlen. Jene aber, die uns feindlich gesinnt sind, sollen wir toben, zürnen und tun lassen, was sie wollen. So soll ein Mensch lernen, seinen Zorn zu dämpfen und von Herzen geduldig und sanft zu sein, insbesondere gegen jene, die ihm Grund geben zu zürnen, nämlich gegen seine Feinde.

Darum ist der ganze Inhalt dieses Gebotes, der den schlichten Christen aufs Deutlichste einzuprägen ist, erstens der, dass man niemand ein Leid antun soll, weder durch Wort noch Tat. Unsere Zunge sollen wir nicht dazu gebrauchen, irgendetwas zu tun oder zu reden, zu raten oder in etwas einzuwilligen, wodurch jemand beleidigt werden könnte. Schließlich soll unser Herz niemand feind sein und nicht aus Zorn oder Hass ihm Böses wünschen. So sollen Leib und Seele an niemand schuldig werden, vor allem nicht an
dem, der dir Böses wünscht oder zufügt; denn demjenigen Böses tun, der dir Gutes gönnt und tut, das ist nicht menschlich, sondern teuflisch.

Zweitens übertritt nicht allein derjenige dieses Gebot, der Böses tut, sondern auch der, der dem Nächsten Gutes tun kann und es nicht tut; der es verhindern könnte, dass dem Nächsten Schaden an Leib und Leben widerfähr – und es nicht verhindert und den Nächsten vor Leid nicht schützt und rettet. Wenn du nun einen Nackten gehen lässt und hättest ihn kleiden können, dann hast du ihn erfrieren lassen. Siehst du jemand Hunger leiden und speist ihn nicht, dann lässt du ihn verhungern. Ebenso wenn du siehst, dass jemand zum Tode verurteilt ist oder in Todesnot ist und du ihn nicht rettest, obgleich
du Mittel und Wege dazu wüsstest, dann hast du ihn getötet. Und es wird dir nichts helfen, wenn du dich damit entschuldigst, dass du an seinem Tode unbeteiligt warst und du weder mit Rat noch Tat beteiligt warst; denn du hast ihm die Liebe entzogen und die Hilfe versagt, durch die er am Leben geblieben wäre.

Darum nennt Gott mit Recht auch alle diejenigen Mörder, die in Not und Gefahr des Leibes und Lebens dem Nächsten nicht mit Rat und Tat helfen, und Gott wird am Jüngsten Tage ein schreckliches Urteil über sie ergehen lassen, wie Christus selbst verkündigt und spricht (Math. 25, 42-43): „Ich bin hungrig und durstig gewesen, und ihr habt mich nicht gespeist und getränkt; ich bin ein Gast gewesen, und ihr habt mich nicht beherbergt; ich bin nackend gewesen, und ihr habt mich nicht gekleidet; ich bin krank und gefangen gewesen, und ihr habt mich nicht besucht.“ Das heißt, ihr hättet mich und die Meinen wohl an Hunger, Durst und Frost sterben lassen, von wilden Tieren zerreißen und im Gefängnis verfaulen und im Elend umkommen lassen. Das bedeutet nichts anderes, als dass sie Mörder und Bluthunde genannt werden! Und wenn du auch dieses nicht mit der Tat begangen hast, so hast du ihn doch, was dich betrifft, im Unglück stecken und umkommen lassen. Und das ist ebenso viel, als ob ich jemand auf hoher See fahren und sich abmühen sehe oder als ob jemand in das Feuer gefallen wäre und ich könnte ihm die Hand reichen, ihn herausziehen und retten – und es doch nicht täte! Würde ich anders vor der Welt dastehen als ein Mörder und Bösewicht?

Darum ist das der tiefste Sinn, den Gott mit diesem Gebot verbindet, dass wir keinem Menschen Leid widerfahren lassen, sondern ihm alles Gute tun und ihm alle Liebe erweisen, insbesondere, wie oben gesagt, denen gegenüber, die unsere Feinde sind. Denn nur Freunden Gutes zu tun, das ist eine ganz gewöhnliche heidnische Tugend, wie Christus Matthäus 5 sagt. Da haben wir nun nochmals Gottes Wort, durch das er uns zu einem rechten und edlen Tun bewegen will – zu Sanftmütigkeit und Geduld und vor
allem zu Liebe und allem Guten unsern Feinden gegenüber. Er will uns immer wieder daran erinnern, an das 1. Gebot zurückzudenken, dass er nämlich unser Gott ist, und das heißt, dass er uns helfen, beistehen und schützen wolle; dadurch will er unsere Lust dämpfen, uns selber zu rächen. Dies sollte man nun gründlich einprägen, dann würden wir alle Hände voll zu tun haben, Gutes zu tun. Aber dann würden wir nicht für Mönche predigen, dann würden wir dem geistlichen Stande Abbruch tun und der Heiligkeit der Karthäuser zu nahe treten! Und dann könnten wir gleich die „guten Werke“ verbieten und die Klöster räumen lassen! Denn auf diese Weise würden die Laienchristen ebensoviel, ja noch viel mehr gelten als die „Geistlichen“; und jeder würde sehen, wie sie die Welt mit einem falschen heuchlerischen Schein der Heiligkeit blenden und verführen, weil sie dieses und andere Gebote in den Wind geschlagen haben, als seien sie nicht nötig und wären es nicht Gebote, sondern bloße Ratschläge. Und dabei haben sie ihr heuchlerisches Wesen und Tun als das vollkommenste Leben gerühmt und haben damit geprahlt, damit sie nur ja ein gutes und sanftes Leben führen möchten ohne Kreuz und Leid. Darum sind sie auch in die Klöster gelaufen, damit sie von niemand etwas zu erleiden und niemand etwas Gutes zu tun brauchten. Du aber wisse, dass dieses das rechte, heilige und göttliche Tun ist, an welchem Gott sich mit allen Engeln freut. Dagegen ist alle menschliche Heiligkeit Gestank und Unrat und verdient nichts anderes als Zorn und Verdammnis.

Dr. Martin Luther, Großer Katechimsus (1529): 5. Gebot (verf)

Es segne und behüte Euch Gott, der allmächtige und barmherzige, der Vater, Sohn + Heiliger Geist 
+ Friede sei mit Euch + 

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About Wilhelm Weber

Pastor at the Old Latin School in the Lutherstadt Wittenberg
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