
Halleluja! Singet dem HERRN ein neues Lied; die Gemeinde der Heiligen soll ihn loben. Israel freue sich seines Schöpfers, die Kinder Zions seien fröhlich über ihren König. Sie sollen loben seinen Namen im Reigen, mit Pauken und Harfen sollen sie ihm spielen. Denn der HERR hat Wohlgefallen an seinem Volk, er hilft den Elenden herrlich.
Die Heiligen sollen fröhlich sein in Herrlichkeit und rühmen auf ihren Lagern. Ihr Mund soll Gott erheben; sie sollen scharfe Schwerter in ihren Händen halten, dass sie Rache üben unter den Völkern, Strafe unter den Nationen, ihre Könige zu binden mit Ketten und ihre Edlen mit eisernen Fesseln, dass sie an ihnen vollziehen das Gericht, wie geschrieben ist. Solche Ehre werden alle seine Heiligen haben. Halleluja!
Psalm 149 übersetzt von Dr. Martin Luther (Revision 2017)
Des Morgens, wenn Du aufstehst, kannst Du Dich segnen mit dem Zeichen des heiligen Kreuzes und sagen:
Das walte Gott Vater + Sohn und Heiliger Geist! Amen
Apostolische Glaubensbekenntnis
Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde.
Und an Jesum Christum, seinen einigen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist von dem Heiligen Geist, geboren aus Maria der Jungfrau, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, niedergefahren zur Hölle, am dritten Tage wieder auferstanden von den Toten, aufgefahren gen Himmel; sitzend zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters; von dannen er kommen wird zu richten die Lebendigen und die Toten.
Ich glaube an den Heiligen Geist, eine heilige christliche Kirche, die Gemeinde der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. Amen.
Vaterunser
Vater unser im Himmel
Geheiligt werde Dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.
Willst du, so kannst du dies Gebet dazu sprechen (Luthers Morgensegen)
Ich danke Dir, mein himmlischer Vater, durch Jesus Christus, Deinen lieben Sohn, daß Du mich diese Nacht vor allem Schaden und Gefahr behütet hast, und bitte Dich, Du wollest mich diesen Tag auch behüten vor Sünden und allem Übel, daß Dir all mein Tun und Leben gefalle. Denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in Deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde.
Als dann mit Freuden an Dein Werk gegangen und etwa ein Lied gesungen oder was Dir Deine Andacht eingibt.
Kollekte für Quasimodogeniti.
Barmherziger Gott, Du hast uns erfüllt mit österlicher Freude: Hilf, daß sie in uns lebendig bleibe und ausstrahle in die Welt. Durch unsern Herrn Jesus Christus, Deinen Sohn, der mit Dir und dem Heiligen Geiste lebt und gepriesen wird in alle Ewigkeit.
Evangelisches Gottesdienstbuch. Berlin, 1999: S.325.
Gelobt sei Gott, der Vater unsers Herrn Jesus Christus, der uns nach seiner großen Barmherzigkeit wiedergeboren hat zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten.
1. Petrus 1,3
Lied aus dem lutherischen Kirchengesangbuch
Zu dieser österlichen Zeit lasst fahren alle Traurigkeit, Ihr mühseligen Sünder. Gott hat getan groß Wunder. Sprecht im Glauben mit Freuden „Ja“ und singet Halleluja, Halleluja, Halleluja.
Der Herre Jesus ist erweckt, der für uns in den Tod gesteckt. Die Sünd ist hingenommen, Gerechtigkeit ist kommen. Sprecht im Glauben mit Freuden „Ja“ und singet Halleluja, Halleluja, Halleluja.
Zerstöret ist des Teufels Macht, göttlicher Friede wieder bracht. Des großen Sieges wegen sollen wir ewig leben. Sprecht im Glauben mit Freuden „Ja“ und singet Halleluja, Halleluja, Halleluja.
Gelobet sei der Herre Christ, sein Auferstehung unser ist nach des Vaters Gefallen. Sein Geist sei mit uns allen. Sprecht im Glauben mit Freuden „Ja“ und singet Halleluja, Halleluja, Halleluja.
Ludwig Helmbold 1575 (LKG 163)
Fortlaufende Lese
So lasst euch nun von niemandem ein schlechtes Gewissen machen wegen Speise und Trank oder wegen eines Feiertages, Neumondes oder Sabbats. 17 Das alles ist nur ein Schatten des Zukünftigen; der Leib aber ist Christus eigen. 18 Lasst euch den Siegespreis von niemandem nehmen, der sich gefällt in Demut und Verehrung der Engel und sich dessen rühmt, was er geschaut hat, und ist ohne Grund aufgeblasen in seinem fleischlichen Sinn 19 und hält sich nicht an das Haupt, von dem her der ganze Leib durch Gelenke und Bänder gestützt und zusammengehalten wird und wächst durch Gottes Wirken. 20 Wenn ihr nun mit Christus den Elementen der Welt gestorben seid, was lasst ihr euch dann Satzungen auferlegen, als lebtet ihr noch in der Welt: 21 »Du sollst das nicht anfassen, du sollst das nicht kosten, du sollst das nicht anrühren« – 22 was doch alles verbraucht und vernichtet werden soll. Es sind menschliche Gebote und Lehren. 23 Diese haben zwar einen Schein von Weisheit durch selbst erwählte Frömmigkeit und Demut und dadurch, dass sie den Leib nicht schonen; sie sind aber nichts wert und befriedigen nur das Fleisch.
Kolosser 2,16-23
Morgenlese
Liebe Kinder, ich schreibe euch, dass euch die Sünden vergeben sind um seines Namens willen. 13 Ich schreibe euch Vätern; denn ihr habt den erkannt, der von Anfang an ist. Ich schreibe euch jungen Männern; denn ihr habt den Bösen überwunden. 14 Ich habe euch Kindern geschrieben; denn ihr habt den Vater erkannt. Ich habe euch Vätern geschrieben; denn ihr habt den erkannt, der von Anfang an ist. Ich habe euch jungen Männern geschrieben; denn ihr seid stark, und das Wort Gottes bleibt in euch, und ihr habt den Bösen überwunden. 15 Habt nicht lieb die Welt noch was in der Welt ist. Wenn jemand die Welt lieb hat, in dem ist nicht die Liebe des Vaters. 16 Denn alles, was in der Welt ist, des Fleisches Lust und der Augen Lust und hoffärtiges Leben, ist nicht vom Vater, sondern von der Welt. 17 Und die Welt vergeht mit ihrer Lust; wer aber den Willen Gottes tut, der bleibt in Ewigkeit.
1. Johannes 2,12-17
Abendlese
2 Ich harrte des HERRN, und er neigte sich zu mir und hörte mein Schreien. 3 Er zog mich aus der grausigen Grube, aus lauter Schmutz und Schlamm, und stellte meine Füße auf einen Fels, dass ich sicher treten kann; 4 er hat mir ein neues Lied in meinen Mund gegeben, zu loben unsern Gott. Das werden viele sehen und sich fürchten und auf den HERRN hoffen. 5 Wohl dem, der seine Hoffnung setzt auf den HERRN und sich nicht wendet zu den Hoffärtigen und denen, die mit Lügen umgehen! 6 HERR, mein Gott, groß sind deine Wunder / und deine Gedanken, die du an uns beweisest; dir ist nichts gleich! Ich will sie verkündigen und davon sagen, wiewohl sie nicht zu zählen sind. 7 Schlachtopfer und Speisopfer gefallen dir nicht, / aber die Ohren hast du mir aufgetan. Du willst weder Brandopfer noch Sündopfer. 8 Da sprach ich: Siehe, ich komme; im Buch ist von mir geschrieben: 9 Deinen Willen, mein Gott, tue ich gern, und dein Gesetz hab ich in meinem Herzen. 10 Ich verkündige Gerechtigkeit in der großen Gemeinde. Siehe, ich will mir meinen Mund nicht stopfen lassen; HERR, das weißt du. 11 Deine Gerechtigkeit verberge ich nicht in meinem Herzen; von deiner Wahrheit und von deinem Heil rede ich. Ich verhehle deine Güte und Treue nicht vor der großen Gemeinde. 12 Du aber, HERR, wollest deine Barmherzigkeit nicht von mir wenden; lass deine Güte und Treue allewege mich behüten. 13 Denn es haben mich umgeben Leiden ohne Zahl. Meine Sünden haben mich ereilt; ich kann sie nicht überblicken. Ihrer sind mehr als Haare auf meinem Haupt, und mein Mut hat mich verlassen. 14 Lass dir’s gefallen, HERR, mich zu erretten; eile, HERR, mir zu helfen! 15 Schämen sollen sich und allesamt zuschanden werden, die mir nach dem Leben trachten, dass sie mich umbringen. Es sollen zurückweichen und zuschanden werden, die mir mein Unglück gönnen. 16 Sie sollen in ihrer Schande erschrecken, die über mich schreien: Da, da! 17 Lass deiner sich freuen und fröhlich sein alle, die nach dir fragen; und die dein Heil lieben, lass allewege sagen: Der HERR sei hochgelobt! 18 Denn ich bin arm und elend; der Herr aber sorgt für mich. Du bist mein Helfer und Erretter; mein Gott, säume doch nicht!
Psalm 40. Ein Psalm Davids, vorzusingen. Verdeutscht von Dr. Martin Luther (Revision 2017)
Bekenntnislese
Sieh, so sollte man die Jugend auf kindgemäße Weise und sozusagen spielend erziehen in der Furcht Gottes, damit das 1. und 2. Gebot in steter Übung und Gewohnheit blieben. Daraus könnte dann etwas Gutes entstehen, hervorgehen und heranreifen, dass nämlich solche Leute aufwüchsen, von denen ein ganzes Land Nutzen hätte und über die es sich freuen könnte.
Das wäre auch die richtige Weise, Kinder gut zu erziehen, weil man sie so mit Lust und Liebe an etwas gewöhnen kann. Denn was man allein mit der Rute und mit Schlägen erzwingen will – daraus wird nichts Gutes. Und wenn man es weit bringt, bleiben sie nicht länger rechtschaffen, solange die Rute auf dem Nacken liegt. Aber hier geht es in das Herz hinein, sodass man sich mehr vor Gott fürchtet als vor der Rute und dem Knüppel. Dies alles sage ich mit so einfachen Worten im Blick auf die Jugend, damit es einmal verstanden wird. Denn weil wir Kindern predigen, müssen wir auch mit ihnen lallen. So haben wir nun dem Missbrauch des göttlichen Namens gewehrt und den rechten Gebrauch gelehrt, welcher nicht allein in Worten bestehen soll, sondern auch mit dem ganzen Leben geübt sein will. Das soll man aber wissen, dass dies von Herzen Gott gefällt, und er will es ebenso reichlich belohnen, wie er jenen Missbrauch bestrafen will.
Das 3. Gebot: Du sollst den Feiertag heiligen.
Das Wort „Feiertag“ haben wir statt des hebräischen Wortes „Sabbat“ gewählt, weil Sabbat eigentlich „feiern“ bedeutet, d. h. von der Arbeit ruhen; darum pflegen wir ja zu sagen „Feierabend machen“. Nun hat Gott im Alten Testament den 7. Tag ausgesondert und als Feiertag eingesetzt und geboten, ihn vor allen andern Tagen heilig zu halten. Und dieser äußerlichen Feier nach ist dieses Gebot allein den Juden gegeben; sie sollten von grober Arbeit ruhen, damit sich Mensch und Vieh wieder erholten und nicht von steter Arbeit geschwächt würden.Obgleich sie es später allzu eng auslegten und Missbrauch mit ihm trieben; sie verlästerten Christus wegen solcher Taten, die sie bei ihm nicht duldeten, aber doch selber am Sabbat verrichteten, wie man im Evangelium liest, geradeso als ob das Gebot damit erfüllt wird, wenn man keine äußerliche Arbeit tut. Dies aber war nicht der eigentliche Sinn des Gebotes, sondern recht besehen der, dass sie den Feier oder Ruhetag heiligen sollten, wie wir noch hören werden.
Darum geht uns Christen dieses Gebot nach dem äußeren Wortsinn nichts an; denn es enthält etwas ganz Äußerliches wie auch andere Satzungen des Alten Testamentes, die an bestimmte Riten, Personen, Zeiten und Orte gebunden sind, die nun durch Christus alle aufgehoben sind. Um aber in einfachen Worten zu beschreiben, was das christliche Verständnis ist, also das, was Gott in diesem Gebot von uns fordert, so wisse, dass wir nicht um der verständigen und gelehrten Christen willen Feiertage halten – denn sie
brauchen keine – ‚ sondern erstens um der körperlichen Ruhe willen, welche die Natur des Menschen für das einfache Volk fordert, für die körperlich arbeitende Bevölkerung, die die ganze Woche ihrer Arbeit und ihrem Gewerbe nachgegangen ist; sie brauchen einen Tag, um sich auszuruhen und neue Kraft zu sammeln.Zum andern halten wir Feiertage vor allem deswegen, damit man an solch einem Ruhetag Gelegenheit und Zeit hat, am Gottesdienst teilzunehmen, also zusammenzukommen, Gottes Wort zu hören und mit ihm umzugehen, danach auch Gott zu loben, zu singen und zu beten. Dies aber, sage ich, ist nicht an eine bestimmte Zeit gebunden wie bei den Juden, die sagen, es müsse dieser oder jener Tag sein; denn es ist kein Tag als solcher besser als der andere. Täglich sollte es wohl geschehen, aber weil es die meisten (aus zeitlichen Gründen) nicht können, muss man wenigstens einen Tag in der Woche dazu bestimmen. Weil aber von alters her der Sonntag dazu bestimmt ist, soll man’s auch dabei bleiben lassen, damit eine einträchtige Ordnung bewahrt werde und niemand durch unnötige Neuerung Unordnung stifte.
So ist das der einfache Sinn dieses Gebotes, dass man diesen Tag, weil er ohnehin als Feiertag gehalten wird, dazu verwende, Gottes Wort zu lernen, sodass die eigentliche Aufgabe dieses Tages die ist, um der Jugend und des unwissenden Volkes willen das Wort Gottes zu predigen. Doch lege man das „Feiern“ nicht so eng aus, als wäre damit auch alle sonstige Arbeit, die man nicht umgehen kann, verboten. Darum, wenn man fragt, was das bedeutet „Du sollst den Feiertag heiligen“, so antworte: Den Feiertag heiligen heißt soviel wie „ihn heilig halten“. Was heißt aber „heilig halten“? Nichts anderes als ein heiliges Leben mit Wort und Tat führen. Denn der Tag selbst bedarf keiner Heiligung, denn er selber ist heilig geschaffen. Gott aber will haben, dass er dir heilig sei. So wird er deinetwegen heilig oder unheilig, je nachdem ob du an ihm heilige oder unheilige Dinge treibst. Wie aber geschieht solches „heiligen“?
Dr. Martin Luthers Großer Katechismus 2. und 3. Gebot (GK 1:75-87)