Errette mich aus dem Schlamm, dass ich nicht versinke, dass ich errettet werde vor denen, die mich hassen, und aus den tiefen Wassern; 16 dass mich die Wasserflut nicht ersäufe / und die Tiefe nicht verschlinge und das Loch des Brunnens sich nicht über mir schließe. 17 Erhöre mich, HERR, denn deine Güte ist tröstlich; wende dich zu mir nach deiner großen Barmherzigkeit 18 und verbirg dein Angesicht nicht vor deinem Knecht, denn mir ist angst; erhöre mich eilends. 19 Nahe dich meiner Seele und erlöse sie, erlöse mich um meiner Feinde willen. 20 Du kennst meine Schmach, meine Schande und Scham; meine Widersacher sind dir alle vor Augen. 21 Die Schmach bricht mir mein Herz und macht mich krank. Ich warte, ob jemand Mitleid habe, aber da ist niemand, und auf Tröster, aber ich finde keine.
Sie geben mir Galle zu essen und Essig zu trinken für meinen Durst. 23 Ihr Tisch werde vor ihnen zur Falle, zur Vergeltung und zum Strick. 24 Ihre Augen sollen finster werden, dass sie nicht sehen, und ihre Hüften lass immerfort wanken. 25 Gieß deine Ungnade über sie aus, und dein grimmiger Zorn ergreife sie. 26 Ihre Wohnstatt soll verwüstet werden, und niemand wohne in ihren Zelten. 27 Denn sie verfolgen, den du geschlagen hast, und reden gern von dem Schmerz derer, die du hart getroffen hast. 28 Lass sie aus einer Schuld in die andre fallen, dass sie nicht kommen zu deiner Gerechtigkeit. 29 Tilge sie aus dem Buch des Lebens, dass sie nicht geschrieben stehen bei den Gerechten. 30 Ich aber bin elend und voller Schmerzen. Gott, deine Hilfe schütze mich!
Ich will den Namen Gottes loben mit einem Lied und will ihn hoch ehren mit Dank. 32 Das wird dem HERRN besser gefallen als ein Stier, der Hörner und Klauen hat. 33 Die Elenden sehen es und freuen sich. Die ihr Gott sucht, euer Herz lebe auf! 34 Denn der HERR hört die Armen und verachtet seine Gefangenen nicht. 35 Es lobe ihn Himmel und Erde, die Meere und alles, was sich darin regt. 36 Denn Gott wird Zion helfen / und die Städte Judas bauen, dass man dort wohne und sie besitze. 37 Und die Kinder seiner Knechte werden sie erben, und die seinen Namen lieben, werden darin bleiben.
Psalm 69,15-36. Von David, vorzusingen, nach der Weise »Lilien«. Dr. Martin Luthers deutsche Übersetzung (Revision 2017)
Des Morgens, wenn Du aufstehst, kannst Du Dich segnen mit dem Zeichen des heiligen Kreuzes und sagen:
Das walte Gott Vater + Sohn und Heiliger Geist! Amen
Apostolische Glaubensbekenntnis
Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde.
Und an Jesum Christum, seinen einigen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist von dem Heiligen Geist, geboren aus Maria der Jungfrau, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, niedergefahren zur Hölle, am dritten Tage wieder auferstanden von den Toten, aufgefahren gen Himmel; sitzend zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters; von dannen er kommen wird zu richten die Lebendigen und die Toten.
Ich glaube an den Heiligen Geist, eine heilige christliche Kirche, die Gemeinde der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. Amen.
Vaterunser
Vater unser im Himmel
Geheiligt werde Dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.
Willst du, so kannst du dies Gebet dazu sprechen (Luthers Morgensegen)
Ich danke Dir, mein himmlischer Vater, durch Jesus Christus, Deinen lieben Sohn, daß Du mich diese Nacht vor allem Schaden und Gefahr behütet hast, und bitte Dich, Du wollest mich diesen Tag auch behüten vor Sünden und allem Übel, daß Dir all mein Tun und Leben gefalle. Denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in Deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde.
Als dann mit Freuden an Dein Werk gegangen und etwa ein Lied gesungen oder was Dir Deine Andacht eingibt.
Kollekte an Judika (Der Hohepriester)
Gütiger Gott und Vater, Du hast Deinen Sohn leiden und sterben lassen, um uns zu erretten. Laß uns sein Opfer bedenken und alle Zeit in Deiner Liebe bleiben, die Du in ihm offenbart hast, Deinem Sohn Jesus Christus, der mit Dir und dem Heiligen Geist lebt und regiert von Ewigkeit zu Ewigkeit.
Evangelisches Gottesdienstbuch. Berlin, 1999: S.305
Der Menschensohn ist nicht gekommen, dass er sich dienen lasse, sondern dass er diene und gebe sein Leben als Lösegeld für viele
Matthäus 20,28
Lied aus dem lutherischen Kirchengesangbuch
Der Du, Herr Jesu, Ruh und Rast in Deinem Grab gehalten hast, gib, daß wir in Dir ruhen all, und unser Leben Dir gefall.
Verleih, o Herr, uns Stärk und Mut, die Du erkauft mit Deinem Blut, und führ uns in des Himmels Licht zu Deines Vaters Angesicht.
Wir danken Dir, o Gotteslamm, getötet an des Kreuzes Stamm; laß ja uns Sündern Deine Pein den Eingang in das Leben sein.
Nach dem “Qui iacuisti mortuus” des Bonaventura (13.Jhd) von Georg Werner 1647. LKG 152.
Fortlaufende Lese
Und er ging nach seiner Gewohnheit hinaus an den Ölberg. Es folgten ihm aber auch die Jünger. 40 Und als er dahin kam, sprach er zu ihnen: Betet, dass ihr nicht in Anfechtung fallt! 41 Und er riss sich von ihnen los, etwa einen Steinwurf weit, und kniete nieder, betete 42 und sprach: Vater, willst du, so nimm diesen Kelch von mir; doch nicht mein, sondern dein Wille geschehe! 43 [Es erschien ihm aber ein Engel vom Himmel und stärkte ihn. 44 Und er geriet in Todesangst und betete heftiger. Und sein Schweiß wurde wie Blutstropfen, die auf die Erde fielen.] 45 Und er stand auf von dem Gebet und kam zu seinen Jüngern und fand sie schlafend vor Traurigkeit 46 und sprach zu ihnen: Was schlaft ihr? Steht auf und betet, damit ihr nicht in Anfechtung fallt!
Lukas 22,39-46
Morgenlese
Und darum ist er auch der Mittler des neuen Bundes, auf dass durch seinen Tod, der geschehen ist zur Erlösung von den Übertretungen unter dem ersten Bund, die Berufenen das verheißene ewige Erbe empfangen. 16 Denn wo ein Testament[2] ist, da muss der Tod dessen geschehen sein, der das Testament gemacht hat. 17 Denn ein Testament tritt erst in Kraft mit dem Tode; es ist niemals in Kraft, solange der noch lebt, der es gemacht hat. 18 Daher wurde auch der erste Bund nicht ohne Blut gestiftet.
Und wie den Menschen bestimmt ist, einmal zu sterben, danach aber das Gericht: 28 so ist auch Christus einmal geopfert worden, die Sünden vieler wegzunehmen; zum zweiten Mal erscheint er nicht der Sünde wegen, sondern zur Rettung derer, die ihn erwarten.
Hebräer 9,15-18.27-28
Abendlese
Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, der Vater der Barmherzigkeit und Gott allen Trostes, der uns tröstet in aller unserer Bedrängnis, damit wir auch trösten können, die in allerlei Bedrängnis sind, mit dem Trost, mit dem wir selber getröstet werden von Gott.
Denn wie die Leiden Christi reichlich über uns kommen, so werden wir auch reichlich getröstet durch Christus. Werden wir aber bedrängt, so geschieht es euch zu Trost und Heil; werden wir getröstet, so geschieht es euch zum Trost, der sich wirksam erweist, wenn ihr mit Geduld dieselben Leiden ertragt, die auch wir leiden. Und unsre Hoffnung steht fest für euch, weil wir wissen: Wie ihr an den Leiden teilhabt, so habt ihr auch am Trost teil.
Denn wir wollen euch, Brüder und Schwestern, nicht verschweigen die Bedrängnis, die uns in der Provinz Asia widerfahren ist, da wir über die Maßen beschwert waren und über unsere Kraft, sodass wir auch am Leben verzagten; und wir dachten bei uns selbst, zum Tode verurteilt zu sein. Das geschah aber, damit wir unser Vertrauen nicht auf uns selbst setzten, sondern auf Gott, der die Toten auferweckt, der uns aus solcher Todesnot errettet hat und erretten wird. Auf ihn hoffen wir, er werde uns auch hinfort erretten. Dazu helft auch ihr durch eure Fürbitte für uns, damit von vielen auf vielfältige Weise um unsertwillen Dank dargebracht werde für die Gabe, die uns gegeben ist.
2. Korinther 1,3-11
Bekenntnislese
Daß der Papst nicht sei iure divino oder aus Gottes Wort das Haupt der ganzen Christenheit (denn das gehört einem allein zu, der heißt Jeus Christus), sondern allein Bischof oder Pfarrherr der Kirche zu Rom und derjenigen, so sich williglich oder durch menschliche Kreatur (das ist, weltliche Obrigkeit), zu ihm begeben haben, nicht unter ihm als einem Herrn, sondern neben ihm als Bruder und Gesellen, Christen zu sein, wie solches auch die alten Conzilia und die Zeit S. Cypriani weisen.
Izt aber tarr kein Bischof den Papst “Bruder” heißen wie zu der Zeit, sondern muß ihn seinen “allergnädigsten Herrn” heißen, wenn’s auch ein König oder Kaiser wäre. Das wollen, sollen und können wir nicht auf unser Gewissen nehmen; wer es aber tun will, der tu´ es ohn uns.
Hieraus folget, daß alle dasjenige, so der Papst aus solcher falscher, freveler, lästerlicher, angemaßter Gewalt getan und furgenommen hat, eitel teuflisch Geschicht und Geschäft gewest und noch sei (ohn was das leibliche Regiment belangt, darin Gott auch wohl durch´ einen Tyrannen und Buben läßt (dem) einem Volk viel Gutes geschehen), zu Verderbung der ganzen heiligen christlichen Kirche (soviel an ihm gelegen) und zu verstoren den ersten Häuptartikel von der Erlosung Jeu Christi.
Denn da stehen alle seine Bullen und Bücher, (und) darin er brulle(n)t wie ein Lewe (als der Engel Apocaly. 12 bildet), daß (niemand) kein Christ konne selig werden, er sei denn ihm gehorsam und untertan in allen Dingen, was er will, was er sagt, was er tut. Welches alles nichts anderes ist, denn also viel gesagt: “Wenn du gleich an Christum gläubst und alles an ihm hast, was zur Seligkeit not ist, so ist’s doch nichts und alles umbsonst, wo du mich nicht fur deinen Gott hältest, mir untertan und gehorsam bist.” So es doch offenbärlich ist, daß die heilige Kirche ohne Bapst gewest zum wenigsten uber funfhundert Jahren, und bis auf diesen Tag die griechisch und viel anderer Sprachen Kirchen noch nie unter dem Bapst gewest und noch nicht sind. So ist’s (am Tag), wie oft gesagt, ein Menschengeticht, das nicht geboten, ohne Not und vergeblich; denn die heilige christliche Kirche ohne solch Häupt wohl bleiben kann und wohl besser blieben wäre, wo solch Haupt durch den Teufel nicht aufgeworfen wäre, und ist auch das Bapsttum kein Nutz in der Kirchen, denn es ubet kein christlich Ampt, und muß also die Kirche bleiben und bestehen ohne den Bapst.
Und ich setze, daß der Bapst wollte sich des begeben, daß er nicht iure divino oder aus Gottes Gebot der Oberste wäre, sondern, damit die Einigkeit der Christen wider die Rotten und Ketzerei desto baß erhalten würde, mußte man ein Häupt haben, daran sich die andern alle hielten. Solches Häupt würde nu durch Menschen erwählt und stunde in menschlicher Wahl und Gewalt dasselbe Häupt zu ändern, zu entsetzen. Wie (im) zu Konstanz das Conzilium fast die Weise hielt mit den Bäpsten, setzten der drei ab und wählten den vierden. Ich setze nu, sage ich, daß sich der Bapst und der Stuel zu Rom solchs begeben und annehmen wollt´, welchs doch unmuglich ist; denn er mußte sein ganz Regiment und Stand lassen umkehren und zerstören mit allen seinen Rechten und Buchern. Summa, er kann’s nicht tun.
Dennoch wäre damit der Christenheit nichts geholfen, und wurden viel mehr Rotten werden den zuvor; denn weil man solchem Häupt nicht mußte untertan sein aus Gottes Befehl, sondern aus menschlichem guten Willen, wurde es gar leichtlich und bald verachtet, zuletzt kein Glied behalten, mußte auch nicht immerdar zu Rom oder anderm Ort sein, sondern wo und in welcher Kirche Gott einen solchen Mann hätte gegeben, der tüchtig dazu wäre. O das wollt ein weitläuftig, wust Wesen werden.
Darum kann die Kirche nimmermehr bass [besser] regiert und erhalten werden, denn daß wir alle unter einem Häupt Christo leben, und die Bischöfe alle, gleich nach dem Amt (ob sie wohl ungleich nach den Gaben), fleissig zusammenhalten in einträchtiger Lehre, Glauben, Sakramenten, Gebeten und Werken der Liebe usw.; wie St. Hieronymus schreibt, daß die Priester zu Alexandria sämtlich und insgemein die Kirche regierten, und [wie] die Apostel auch getan und hernach alle Bischöfe in der ganzen Christenheit, bis der Papst seinen Kopf über alle erhob.
Dies Stück zeigt gerwaltiglich, daß er der rechte Endechrist oder Widerchrist sei, der sich über und wider Christum gesetzt und erhöht hat, weil er will die Christen nicht lassen selig sein ohne seine Gewalt, welche doch nichts ist, von Gott nicht geordnet noch geboten. Das heisst eigentlich “über Gott und wider Gott sich setzen”, wie St. Paulus sagt 2 Thess. 2. Solches tut dennoch der Türke noch Tatter [Tatar] nicht, wie grosse Feinde sie der Christen sind, sondern lassen glauben an Christum, wer da will, und nehmen leiblichen Zins und Gehorsam von den Christen.
Aber der Papst will nicht lassen glauben, sondern spricht, man solle ihm gehorsam sein, so werde man selig. Das wollen wir nicht tun, oder drüber sterben in Gottes Namen. Das kommt alles daher, daß er iure divino der Oberste hat sollen heissen über die christliche Kirche. Darum hat er sich müssen Christo gleich und über Christum setzen, sich das Haupt, hernach einen Herrn der Kirche, zuletzt auch der ganzen Welt und schlecht [schlechthin] einen irdischen Gott rühmen lassen, bis er auch den Engeln im Himmelreich zu gebieten sich unterstand. Und wenn man unterscheidet des Papstes Lehre von der Heiligen Schrift oder sie dagegen stellt und hält, so findet sich’s daß des Papstes Lehre, wo sie am allerbesten ist, so ist sie aus dem kaiserlichen, heidnischen Recht genommen und lehrt weltliche Händel und Gerichte, wie seine Dekretales zeugen. Danach lehrt sie Zeremonien von Kirchen, Kleidern, Speisen, Personen und des Kinderspiels, Larven [Scheinwesens] und Narrenwerks ohne Massen, aber in diesem allem gar nichts von Christo, Glauben und Gottes Geboten. Zuletzt ist’s nichts denn eitel Teufel, da er seine Lügen von Messen, Fegfeür, Klösterei, eigenem Werk und Gottesdienst (welches denn das rechte Papsttum ist) treibet über und wider Gott, verdammt tötet und plagt alle Christen, so solchen seinen Greül nicht über alles heben und ehren. Darum, sowenig wir den Teufel selbst für einen Herrn oder Gott anbeten können, so wenig können wir auch seinen Apostel, den Papst oder Endechrist, in seinem Regiment zum Haupt oder Herrn leiden. Denn Lügen und Mord, Leib und Seele zu verderben ewiglich, das ist sein päpstlich Regiment eigentlich, wie ich dasselbe in vielen Büchern bewiesen habe.
An diesen vier Artikeln werden sie genugsam zu verdammen haben im Konzilio; denn sie nicht das geringste Gliedlein von der Artikel einem uns lassen können noch wollen. Des müssen wir gewiss sein und uns erwägen [vertraünd hingeben der Hoffnung, Christus, unser Her, habe seinen Widersacher angegriffen und werde nachdrüken beide mit seinem Geist und Zukunft. Amen.
Den im Konzilio; werden wir nicht vor dem Kaiser over weltlicher Obrigkeit wie zu Augsburg (der ganz ein gnädiges Ausschreiben tat und in der Güte liess die Sachen verhören), sondern vor dem Papst und dem Teufel selbst werden wir dastehen, der nichts gedenkt zu hören, sondern schlechts [zu] verdammen, [zu] worden und zur Abgötterei zu zwingen. Darum müssen wir hier nicht seine Füsse küssen oder sagen: Ihr seid mein gnädiger Herr! sondern wie im Zacharia [Sacharja] der Engel zum Teufel sprach: “Strafe dich Gott, Satan!”
Schmalkaldische Artikel II:IV Vom Papsttum
