HERR, lehre doch mich, daß es ein Ende mit mir haben muß und mein Leben ein Ziel hat und ich davon muß. (Psalm 39)

Ich habe mir vorgenommen: Ich will mich hüten, dass ich nicht sündige mit meiner Zunge; ich will meinem Mund einen Zaum anlegen, solange ich den Frevler vor mir sehen muss. 3 Ich bin verstummt und still und schweige fern der Freude und muss mein Leid in mich fressen. 4 Mein Herz ist entbrannt in meinem Leibe; / wenn ich seufze, brennt es wie Feuer. So rede ich mit meiner Zunge: 5 »HERR, lehre doch mich, / dass es ein Ende mit mir haben muss und mein Leben ein Ziel hat und ich davon muss. 6 Siehe, meine Tage sind eine Handbreit bei dir, und mein Leben ist wie nichts vor dir. Ach, wie gar nichts sind alle Menschen, die doch so sicher leben! Sela. 7 Sie gehen daher wie ein Schatten / und machen sich viel vergebliche Unruhe; sie sammeln und wissen nicht, wer es kriegen wird.« 8 Nun, Herr, wes soll ich mich trösten? Ich hoffe auf dich. 9 Errette mich von aller meiner Sünde und lass mich nicht den Narren zum Spott werden. 10 Ich will schweigen und meinen Mund nicht auftun; denn du hast es getan. 11 Wende deine Plage von mir; ich vergehe, weil deine Hand nach mir greift. 12 Wenn du den Menschen züchtigst um der Sünde willen, / so verzehrst du seine Schönheit wie Motten ein Kleid. Ach, wie gar nichts sind doch alle Menschen. Sela. 13 Höre mein Gebet, HERR, und vernimm mein Schreien, schweige nicht zu meinen Tränen; denn ich bin ein Gast bei dir, ein Fremdling wie alle meine Väter. 14 Lass ab von mir, dass ich mich erquicke, ehe ich dahinfahre und nicht mehr bin. 

Psalm 39 Ein Psalm Davids, vorzusingen, für Jedutun. Dr. Martin Luthers deutsche Übersetzung (Revision 2017)

Des Morgens, wenn Du aufstehst, kannst Du Dich segnen mit dem Zeichen des heiligen Kreuzes und sagen: 

Das walte Gott Vater + Sohn und Heiliger Geist! Amen

Apostolische Glaubensbekenntnis 

Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde. 

Und an Jesum Christum, seinen einigen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist von dem Heiligen Geist, geboren aus Maria der Jungfrau, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, niedergefahren zur Hölle, am dritten Tage wieder auferstanden von den Toten, aufgefahren gen Himmel; sitzend zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters; von dannen er kommen wird zu richten die Lebendigen und die Toten. 

Ich glaube an den Heiligen Geist, eine heilige christliche Kirche, die Gemeinde der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. Amen.

Vaterunser 

Vater unser im Himmel
Geheiligt werde Dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Willst du, so kannst du dies Gebet dazu sprechen (Luthers Morgensegen)

Ich danke Dir, mein himmlischer Vater, durch Jesus Christus, Deinen lieben Sohn, daß Du mich diese Nacht vor allem Schaden und Gefahr behütet hast, und bitte Dich, Du wollest mich diesen Tag auch behüten vor Sünden und allem Übel, daß Dir all mein Tun und Leben gefalle. Denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in Deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde.

Als dann mit Freuden an Dein Werk gegangen und etwa ein Lied gesungen oder was Dir Deine Andacht eingibt.

Kollekte an Judika (Der Hohepriester)

Gütiger Gott und Vater, Du hast Deinen Sohn leiden und sterben lassen, um uns zu erretten. Laß uns sein Opfer bedenken und alle Zeit in Deiner Liebe bleiben, die Du in ihm offenbart hast, Deinem Sohn Jesus Christus, der mit Dir und dem Heiligen Geist lebt und regiert von Ewigkeit zu Ewigkeit.

Evangelisches Gottesdienstbuch. Berlin, 1999: S.305

Der Menschensohn ist nicht gekommen, dass er sich dienen lasse, sondern dass er diene und gebe sein Leben als Lösegeld für viele

Matthäus 20,28

Lied aus dem lutherischen Kirchengesangbuch

Christe, Du Schöpfer aller Welt, Du König, der die Gläub’gen hält, weil unser Bitten Dir gefällt, nimm unser Loblied an, o Held.

Kein Maß hat Deine Gnad gekannt, hat in Geduld mit starker Hand durch Leid am Kreuz gelöst das Band, das Adams Sünde um uns wand.

Vor dem die Sterne neigen sich, Du kamst ins Fleisch demütiglich, darin zu leiden williglich; in Todesschmerz Dein Leib erblich.

Die Hand gebunden ausgestreckt, zu lösen, was in Banden steckt, hast Du mit Gnad den Zorn bedeckt, den Menschenschuld in Gott erweckt.

Du hangst am Kreuze sterbend hier und doch erbebt die Erd vor Dir, der Geist der Kraft geht aus von Dir, die stolze Welt erblasst vor Dir.

Jetzt um Dein Siegerangesicht des ewgen Vaters Glanz sich flicht, jetzt mit des Geistes Kraft und Licht, o König Du, verlaß uns nicht.

Theodor Kliefoth 1875 nach dem altkirchlichen Hymnus: Rex Christe, factor omnium” (Hildburghausen 9Jhd). LKG 150.

Fortlaufende Lese

Es erhob sich auch ein Streit unter ihnen, wer von ihnen als der Größte gelten sollte.  25 Er aber sprach zu ihnen: Die Könige herrschen über ihre Völker, und ihre Machthaber lassen sich Wohltäter nennen.  26 Ihr aber nicht so! Sondern der Größte unter euch soll sein wie der Jüngste und der Vornehmste wie ein Diener.  27 Denn wer ist größer: der zu Tisch sitzt oder der dient? Ist’s nicht der, der zu Tisch sitzt? Ich aber bin unter euch wie ein Diener.  28 Ihr aber seid’s, die ihr ausgeharrt habt bei mir in meinen Anfechtungen.  29 Und wie mir mein Vater das Reich bestimmt hat, so bestimme ich für euch,  30 dass ihr essen und trinken sollt an meinem Tisch in meinem Reich und sitzen auf Thronen und richten die zwölf Stämme Israels. 

Lukas 22,24-30

Morgenlese

Und jeder Priester steht Tag für Tag da und versieht seinen Dienst und bringt oftmals die gleichen Opfer dar, die doch niemals die Sünden wegnehmen können. 12 Dieser aber hat ein einziges Opfer für die Sünden dargebracht, das ewiglich gilt, und hat sich zur Rechten Gottes gesetzt 13 und wartet hinfort, bis seine Feinde zum Schemel unter seine Füße gelegt werden. 14 Denn mit einem einzigen Opfer hat er für immer die vollendet, die geheiligt werden. 15 Das bezeugt uns aber auch der Heilige Geist. Denn nachdem er gesagt hat: 16 »Das ist der Bund, den ich mit ihnen schließen will nach diesen Tagen«, spricht der Herr: »Ich will meine Gesetze in ihr Herz geben, und in ihren Sinn will ich sie schreiben, 17 und ihrer Sünden und ihrer Missetaten will ich nicht mehr gedenken.« 18 Wo aber Vergebung der Sünden ist, da geschieht kein Opfer mehr für die Sünde.

Hebräer 10,11-18

Abendlese

Denn das Gesetz hat den Schatten von den zukünftigen Gütern, nicht die Gestalt der Dinge selbst. Deshalb kann es die, die opfern, niemals vollkommen machen durch die Jahr für Jahr gleichen Opfer, welche man immer wieder darbringt. 2 Hätte nicht sonst das Opfern aufgehört, wenn die, die Gott dienen, ein für alle Mal rein geworden wären und kein von Sünden beschwertes Gewissen mehr hätten? 3 Vielmehr geschieht durch die Opfer alle Jahre eine Erinnerung an die Sünden. 4 Denn es ist unmöglich, durch das Blut von Stieren und Böcken Sünden wegzunehmen. 5 Darum spricht er[1], wenn er in die Welt kommt: »Opfer und Gaben hast du nicht gewollt; einen Leib aber hast du mir bereitet. 6 Brandopfer und Sündopfer gefallen dir nicht. 7 Da sprach ich: Siehe, ich komme – im Buch steht von mir geschrieben –, dass ich tue, Gott, deinen Willen.« 8 Zuerst hatte er gesagt: »Opfer und Gaben, Brandopfer und Sündopfer hast du nicht gewollt und sie gefallen dir nicht«, welche doch nach dem Gesetz geopfert werden. 9 Dann aber sprach er: »Siehe, ich komme, zu tun deinen Willen.« Da hebt er das Erste auf, damit er das Zweite einsetze. 10 Nach diesem Willen sind wir geheiligt ein für alle Mal durch das Opfer des Leibes Jesu Christi.

Hebräer 10,1-10

Bekenntnislese

Der II. Artikel. Von der Messe.

1] Daß die Messe im Papsttum muss der grösste und schrecklichste Greül sein als die stracks und gewaltiglich wider diesen Hauptartikel strebt und doch über und vor allen andern päpstlichen Abgöttereien die höchste und schönste gewesen ist. Den es ist gehalten [sie halten dafür], daß solch Opfer oder Werk der Messe (auch durch einen bösen Buben getan) helfe dem Menschen von Sünden, beide hier im Leben und dort im Fegfeür, welches doch allein soll und muss tun das Lamm Gottes, wie droben gesagt. Von diesem Artikel ist auch nicht zu weichen oder nachzulassen; denn der erste Artikel leidet’s nicht.

2] Und wo etwa vernünftige Papisten wären, möchte man dermassen [gemässigt] und freundlicherweise mit ihnen reden: Erstlich, warum sie doch so hart an der Messe hielten? Ist’s doch ein lauter Menschenfündlein, von Gott nicht geboten. Und alle Menschenfündlein mögen wir fallen lassen, wie Christus spricht Matth. 15: “Sie dienen mir vergeblich mit Menschengeboten.”

Zum andern ist’s ein unnötig Ding, das man ohne Sünde und [Ge]Fahr wohl lassen kann.

4] Zum dritten kann man das Sakrament viel besser und seliger[er] Weise (ja allein seliger Weise) nach Christus’ Einsetzung kreigen. Was ist’s denn daß man um einer erdichteten, unnötigen Sache willen, da man’s sonst wohl und seliger haben kann, die Welt in Jammer und Not wollte zwingen?

5] Man lasse den Leuten öffentlich predigen, wie die Messe als ein Menschentand möge ohne Sünde nachbleiben und niemand verdammt werde, wer sie nicht achte, sondern möge wohl ohne Messe, durch bessere Weise selig werden: was gilt’s ob die Messe alsdann nicht von ihr selbst fallen wird, nicht allein bei dem tollen Pöbel, sondern auch bei allen frommen, christlichen, vernünftigen, gottesfürchtigen Herzen; viel mehr, wo sie hören würden daß es ein [ge]fährlich Ding, ohne Gottes Wort und willen erdichtet und erfunden ist.

6] Zum vierten, weil solche unzählige unaussprechliche Mißbräuche in aller Welt mit Kaufen und Verkaufen der Messen entstanden [sind], sollte man sie billig lassen fahren, auch allein [um] solchen Mißbräuchen zu wehren, wenn sie gleich an ihr selbst etwas Nützliches und Gutes hätte. Wieviel mehr soll man sie fahren lassen, solche Mißbräuche ewiglich zu verhüten, weil sie doch gar unnötig, unnütz und [ge]fährlich ist und man alles nötiger, nützlicher und gewisser ohne die Messe haben kann!

7] Zum fünften. Nun aber die Messe nichts anders ist noch sein kann (wie der Kanon und alle Bücher sagen) denn ein Werk der Menschen (auch böser Buben), damit einer sich selbst und andere mit sich gegen Gott versöhnen, Vergebung der Sünden und Gnade erwerben und verdienen will (denn also wird sie gehalten, wenn sie aufs allerbeste wird gehalten; was sollte sie sonst?), so soll und muss man sie verdammen und verwerfen. Denn das ist stracks wider den Hauptartikel, der da sagt, daß nicht ein böser oder frommer Meßknecht mit seinem Werk, sondern das Lamm Gottes und Sohn Gottes unsere Sünde trägt.

8] Und ob einer zum guten Schein wollte vorgeben, er wollte zur Andacht sich selbst berichten [mit dem Sakrament versehen] oder kommunizieren, das ist nicht Ernst. Den wo [wenn] er mit Ernst will kommunizieren, so hat er’s gewiss und aufs beste im Sakrament, nach der Einsetzung Christi gereicht. Aber sich selbst kommunizieren ist ein Menschendünkel [eine menschliche Meinung], ungewiss und unnötig dazu verboten. Und er weiss auch nicht, was er macht, weil er ohne Gottes Wort falschem Menschendünkel und Fündlein [Erfindung] folgt. 9] So ist’s auch nicht Recht (wenn alles sonst schlecht [richtig] wäre), daß einer das gemeine Sakrament der Kirche nach seiner eigenen Andacht will brauchen und damit seines Gefallens ohne Gottes Wort ausser der Kirche Gemeinschaft spielen.

10] Dieser Artikel von der Messe wird’s ganz und gar sein im Konzilio. Denn wo es möglich wäre daß sie uns alle andern Artikel nachgäben, so können sie doch diesen Artikel nicht nachgeben. Wie der Campegius zu Augsburg gesagt, er wollte sich eher auf [in] Stücke zerreissen lassen, ehe er wollte die Messe fahren lassen. So werde ich mich auch mit Gottes Hilfe eher lassen zu Asche machen, ehe ich einen Messknecht mit seinem Werke, er sei gut oder böse, lasse meinem Hern und Heiland Jeu Christo gleich oder höher sein. Also sind und bleiben wir ewiglich geschieden und widereinander. Sie fühlen’s wohl, wo die Messe fällt, so liegt das Papsttum; ehe sie das lassen geschehen, so töten sie uns alle, wo sie es vermögen.

11] Über das alles hat dieser Drachenschwanz, die Messe, viel Ungeziefer und Geschmeiss, mancherlei Abgötterei gezeugt.

12] Erstlich das Fegfeür. Da hat man mit Seelenmessen, Vigilien, dem Siebenten, dem Dreissigsten und jährlichen Begängnissen, zuletzt mit der Gemeinwoche und aller Seelen Tag und Seelbad [Freibad für Arme, zum Seelenheil des Stifters gespendet] ins Fegfeür gehandelt, daß die Messe schier allein für die Toten gebraucht ist, so doch Christus das Sakrament allein für die Lebendigen gestiftet hat. Darum ist das Fegfeür mit allem seinem Gepränge, Gottesdienst und Gewerbe für ein lauter Teufelsgespenst zu achten. Denn es ist auch wider den Hauptartikel, daß allein Christus und nicht Menschenwerk den Seelen helfen soll; ohne daß sonst auch uns nichts von den Toten befohlen noch geboten ist. Derhalben mag man es wohl lassen, wenn es schon kein Irrtum noch Abgötterei wäre.

13] Die Papisten führen hier Augustinum und etliche Väter [an], die vom Fegfeür sollen geschrieben haben, und meinen, wir sehen nicht, wozu und wohin sie solche Sprüche führen. St. Augustinus schreibt nicht, daß ein Fegfeür sei, hat auch keine Schrift, die ihn dazu zwinge, sondern lässt es in Zweifel hangen ob eins sei, und sagt, seine Mutter habe begehrt, daß man ihrer sollte gedenken bei dem Altar oder Sakrament. Nun, solches alles ist ja nichts denn Menschenandacht gewesen einzelner Personen, die keine Artikel des Glaubens (welches allein Gott zugehört) stiften.

14] Aber unsere Papisten führen solch Menschenwort dahin, daß man solle glauben ihrem schändlichen, lästerlichen, verfluchten Jahrmarkt von Seelmessen ins Fegfeür zu opfern usw. Solches werden sie noch lange nicht aus St. Augustino beweisen. Wenn sie nun den fegfeürischen Messenjahrmarkt abgetan haben, davon St. Augustinus nie geträumt hat, alsdann wollen wir mit ihnen reden, ob St. Augustinus’ Wort ohne Schrift möge zu dulden sein und der Toten gedacht werden bei dem Sakrament. 15] Es gilt nicht, daß man aus der heiligen Väter Werken oder Worten Artikel des Glaubens macht, sonst müsste auch ein Artikel des Glaubens werden, was sie für Speise, Kleider, Häuser usw. gehabt hätten, wie man mit dem Heiligtum [Reliquien] getan hat. Es heisst, Gottes Wort soll Artikel des Glaubens stellen und sonst niemand, auch kein Engel.

Schmalkaldische Artikel 2,II,1-15

Es segne und behüte Euch Gott, der allmächtige und barmherzige, der Vater, Sohn + Heiliger Geist

Unknown's avatar

About Wilhelm Weber

Pastor at the Old Latin School in the Lutherstadt Wittenberg
This entry was posted in Judika and tagged , , , , , , , , , . Bookmark the permalink.

Leave a comment

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.