O König aller Ehren, Herr Jesu, Davids Sohn, Dein Reich soll ewig währen (LKG 124)

Mittelteil des Triptychons des brennenden Dornbuschs von Nicolas Froment in der Kathedrale von Aix-en-Provence

Des Morgens, wenn Du aufstehst, kannst Du Dich segnen mit dem Zeichen des heiligen Kreuzes und sagen: Das walte Gott Vater + Sohn und Heiliger Geist! Amen

Apostolische Glaubensbekenntnis 

Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde. 

Und an Jesum Christum, seinen einigen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist von dem Heiligen Geist, geboren aus Maria der Jungfrau, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, niedergefahren zur Hölle, am dritten Tage wieder auferstanden von den Toten, aufgefahren gen Himmel; sitzend zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters; von dannen er kommen wird zu richten die Lebendigen und die Toten. 

Ich glaube an den Heiligen Geist, eine heilige christliche Kirche, die Gemeinde der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. Amen.

Vaterunser 

Vater unser im Himmel
Geheiligt werde Dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Willst du, so kannst du dies Gebet dazu sprechen (Luthers Morgensegen)

Ich danke Dir, mein himmlischer Vater, durch Jesus Christus, Deinen lieben Sohn, daß Du mich diese Nacht vor allem Schaden und Gefahr behütet hast, und bitte Dich, Du wollest mich diesen Tag auch behüten vor Sünden und allem Übel, daß Dir all mein Tun und Leben gefalle. Denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in Deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde.

Als dann mit Freuden an Dein Werk gegangen und etwa ein Lied gesungen oder was Dir Deine Andacht eingibt.

Kollekte

Herr Gott, himmlischer Vater, Du hast Deinen Sohn vom Himmel herab verklärt: verleihe uns, daß wir die Offenbarung seiner Herrlichkeit gläubig aufnehmen und ihm willig nachfolgen damit wir durch sein Leiden und Kreuz zur Glorie der Auferstehung gelangen. Durch unsern Herrn Jesus Christus, Deinen Sohn, der mit Dir und dem Heiligen Geiste lebt und regiert von Ewigkeit zu Ewigkeit. 

Evangelisch-Lutherische Kirchenagende (SELK). Bd.1. Herder: Freiburg u.a. 1997. S.51

Über Dir geht auf der Herr, und seine Herrlichkeit erscheint über Dir (Jesaja 60,2)

O König aller Ehren, Herr Jesu, Davids Sohn, Dein Reich soll ewig währen, im Himmel ist Dein Thron; hilf, daß allhier auf Erden den Menschen weit und breit Dein Reich bekannt mög werden zur Seelen Seligkeit.

Von Deinem Reich auch zeugen die Leut aus Morgenland; die Knie sie vor Dir beugen,
weil Du ihn´ bist bekannt. Der neu Stern auf Dich weiset, dazu das göttlich Wort. Drum man Dich billig preiset, daß Du bist unser Hort.

Du bist ein großer König, wie uns die Schrift vermeldt, doch achtest Du gar wenig vergänglich Gut und Geld, prangst nicht auf stolzem Rosse, trägst keine güldne Kron, sitzt nicht im steinern Schlosse; hier hast Du Spott und Hohn.

Doch bist Du schön gezieret, Dein Glanz erstreckt sich weit, Dein Güt allzeit regieret und Dein Gerechtigkeit. Du wollst die Frommen schützen durch Dein Macht und Gewalt, daß sie im Frieden sitzen, die Bösen stürzen bald.

Du wollst Dich mein erbarmen, in Dein Reich nimm mich auf, Dein Güte schenk mir Armen und segne meinen Lauf. Mein’ Feinden wollst Du wehren, dem Teufel, Sünd und Tod, daß sie mich nicht versehren; rett mich aus aller Not.

Du wollst in mir entzünden Dein Wort, den schönen Stern, daß falsche Lehr und Sünden sein meinem Herzen fern. Hilf, dass ich Dich erkenne und mit der Christenheit Dich meinen König nenne jetzt und in Ewigkeit.

Martin Behm 1606 (LKG 124)

Fortlaufende Lese

Und sie fuhren weiter in die Gegend der Gerasener, die Galiläa gegenüberliegt.  27 Und als er ans Land trat, begegnete ihm ein Mann aus der Stadt, der war von Dämonen besessen; er trug seit langer Zeit keine Kleider mehr und blieb in keinem Hause, sondern in den Grabhöhlen.  28 Da er aber Jesus sah, schrie er auf und fiel vor ihm nieder und rief laut: Was habe ich mit dir zu schaffen, Jesus, du Sohn des höchsten Gottes? Ich bitte dich: Quäle mich nicht!  29 Denn er hatte dem unreinen Geist geboten, aus dem Menschen auszufahren. Denn der hatte ihn lange Zeit geplagt; und er wurde mit Ketten und Fesseln an den Füßen gebunden und gefangen gehalten, doch er zerriss seine Fesseln und wurde von dem Dämon in die Wüste getrieben.  30 Und Jesus fragte ihn: Wie heißt du? Er antwortete: Legion. Denn es waren viele Dämonen in ihn gefahren.  31 Und sie baten ihn, dass er ihnen nicht gebiete, in den Abgrund zu fahren.  32 Es war aber dort auf dem Berg eine große Herde Säue auf der Weide. Und sie baten ihn, dass er ihnen erlaube, in diese zu fahren. Und er erlaubte es ihnen.  33 Da fuhren die Dämonen von dem Menschen aus und fuhren in die Säue, und die Herde stürmte den Abhang hinunter in den See und ersoff.  34 Als aber die Hirten sahen, was da geschah, flohen sie und verkündeten es in der Stadt und auf dem Lande.  35 Da gingen die Leute hinaus, zu sehen, was geschehen war, und kamen zu Jesus und fanden den Menschen, von dem die Dämonen ausgefahren waren, sitzend zu den Füßen Jesu, bekleidet und vernünftig, und sie erschraken.  36 Und die es gesehen hatten, verkündeten ihnen, wie der Besessene gerettet worden war.  37 Und die ganze Menge aus dem umliegenden Land der Gerasener bat ihn, von ihnen fortzugehen; denn es hatte sie große Furcht ergriffen. Und er stieg ins Boot und kehrte zurück.  38 Aber der Mann, von dem die Dämonen ausgefahren waren, bat ihn, dass er bei ihm bleiben dürfe. Aber Jesus schickte ihn fort und sprach:  39 Geh wieder heim und sage, wie große Dinge Gott an dir getan hat. Und er ging hin und verkündigte überall in der Stadt, wie große Dinge Jesus an ihm getan hatte. 

Lukas 8,26-39

Morgenlese

Weil wir aber denselben Geist des Glaubens haben, wie geschrieben steht: »Ich glaube, darum rede ich«, so glauben wir auch, darum reden wir auch; 14 denn wir wissen, dass der, der den Herrn Jesus auferweckt hat, wird uns auch auferwecken mit Jesus und wird uns vor sich stellen samt euch. 15 Denn es geschieht alles um euretwillen, auf dass die Gnade durch viele wachse und so die Danksagung noch reicher werde zur Ehre Gottes. 16 Darum werden wir nicht müde; sondern wenn auch unser äußerer Mensch verfällt, so wird doch der innere von Tag zu Tag erneuert. 17 Denn unsre Bedrängnis, die zeitlich und leicht ist, schafft eine ewige und über alle Maßen gewichtige Herrlichkeit, 18 uns, die wir nicht sehen auf das Sichtbare, sondern auf das Unsichtbare. Denn was sichtbar ist, das ist zeitlich; was aber unsichtbar ist, das ist ewig. 

2. Korinther 4,13-18

Abendlese

Nachdem Gott vorzeiten vielfach und auf vielerlei Weise geredet hat zu den Vätern durch die Propheten, 2 hat er zuletzt in diesen Tagen zu uns geredet durch den Sohn, den er eingesetzt hat zum Erben über alles, durch den er auch die Welten gemacht hat. 3 Er ist der Abglanz seiner Herrlichkeit und das Ebenbild seines Wesens und trägt alle Dinge mit seinem kräftigen Wort und hat vollbracht die Reinigung von den Sünden und hat sich gesetzt zur Rechten der Majestät in der Höhe 4 und ist so viel höher geworden als die Engel, wie der Name, den er ererbt hat, höher ist als ihr Name.
5 Denn zu welchem Engel hat Gott jemals gesagt: »Du bist mein Sohn, heute habe ich dich gezeugt«? Und wiederum: »Ich werde sein Vater sein und er wird mein Sohn sein«? 6 Und abermals, wenn er den Erstgeborenen einführt in die Welt, spricht er: »Und es sollen ihn alle Engel Gottes anbeten.«

Hebräer 1,1-6

Bekenntnislese

Die Apostel aber haben befohlen, in den Kirchen den Ostertag also auf die Zeit zu halten, wie ihn die Brüder, so aus dem Judentum bekehrt waren, hielten. Darum haben etliche Bistümer und Völker, auch nach dem Concilio zu Nizäa, hart darüber gehalten, daß der Ostertag mit dem jüdischen Ostertag sollte zu gleicher Zeit gehalten werden. Aber die Apostel haben mit ihrem Dekret den Kirchen nicht wollen eine solche Last auflegen, als wäre solches nötig zur Seligkeit, wie die klaren Worte auch desselben ihres Dekrets anzeigen; denn sie drücken es mit klaren Worten aus, „daß niemand sich darum bekümmern solle, ob die Brüder, so Ostertag halten usw., gleich die Zeit nicht eigentlich abrechnen“. Denn Epiphanius zieht an die Worte der Apostel, daraus ein jeder Verständiger klar zu merken hat, daß die Apostel die Leute von dem Irrtum haben wollen abweisen, damit ihm niemand Gewissen mache über Feiertage, gewisse Zeit usw. Denn sie setzen klar dazu, man solle sich nicht groß darum bekümmern, obschon in der Rechnung des Ostertags geirrt sei.

Dergleichen unzählig könnte ich aus den Historien vorbringen und noch klarer anzeigen, daß solche Ungleichheit in äußerlichen Satzungen niemand von der gemeinen Christenkirche absondert oder scheidet. Die Widersacher verstehen gar nicht, was der Glaube, was das Reich Christi sei, die da lehren, daß in den Satzungen, welche von Speise, von Tagen, von Kleidung und dergleichen Dingen reden, die Gott nicht geboten hat, die Einigkeit der christlichen Kirche stehe. Es mag aber hier jedermann sehen und merken, wie andächtige, überaus heilige Leute die Widersacher seien. Denn so Universalordnungen nötig sind und nicht sollen geändert werden, wer hat ihnen befohlen, die Ordnung in Abendmahl Christi zu ändern, welche nicht eine Menschensatzung ist, sondern eine göttliche Ordnung? Aber davon wollen wir hernach sonderlich handeln.

Den VIII. Artikel lassen ihnen die Widersacher ganz gefallen, da wir sagen, daß auch Heuchler und Gottlose in der Kirche gefunden werden, und daß die Sakramente nicht darum ohne Kraft seien, ob sie durch Heuchler gereicht werden; denn sie reichen’s an Christus’ Statt und nicht für ihre Person, wie der Spruch lautet: „Wer euch höret, der höret mich.“ Doch soll man falsche Lehrer nicht annehmen oder hören; denn dieselben sind nicht mehr an Christus’ Statt, sondern sind Widerchristi. Und Christus hat von denen klar befohlen: „Hütet euch vor den falschen Propheten“; Und Paulus zu den Galatern: „Wer euch ein ander Evangelium prediget, der sei verflucht.“

Sonst, was der Priester eigen Leben belangt, hat uns Christus vermahnt in den Gleichnissen von der Kirche, daß wir nicht schismata oder Trennungen sollen anrichten, ob die Priester oder das Volk nicht allenthalben rein, christlich leben, wie die Donatisten getan haben. Diejenigen aber, die darum an etlichen Orten haben schismata und Trennungen angerichtet, daß sie vorgeben, die Priester dürften nicht Güter oder Eigenes haben, die achten wir für aufrührerisch. Denn Eigenes haben, Güter haben ist eine weltliche Ordnung. Die Christen aber mögen allerlei weltliche Ordnung so frei brauchen, als sie der Luft, Speise, Tranks, gemeines Lichts brauchen. Denn gleichwie Himmel, Erde, Sonne, Mond und Sterne Gottes Ordnung sind und von Gott erhalten werden, also sind Politien und alles, was zur Polizei gehört, Gottes Ordnung und werden erhalten und beschützt von Gott wider den Teufel.

Artikel IX. Von der Taufe

Den neunten Artikel lassen ihnen die Widersacher auch gefallen, da wir bekennen, daß die Taufe zur Seligkeit vonnöten sei, und daß die Taufe der jungen Kinder nicht vergeblich sei, sondern nötig und seliglich. Und dieweil das Evangelium bei uns rein und mit allem Fleiß gepredigt wird, so haben wir auch, Gott Lob, den großen Nutzen und selige Frucht davon, daß nicht Wiedertäufer in unsere Kirchen eingerissen sind. Denn unser Volk ist, Gott Lob, unterrichtet durch Gottes Wort wider die gottlosen, Rotten derselben mörderischen Bösewichte, und so wir viel andere Irrtümer der Wiedertäufer dämpfen und verdammen, so haben wir den doch sonderlich wider sie erstritten und erhalten, daß die Kindertaufe nicht unnütz sei. Denn es ist ganz gewiß, daß die göttlichen Verheißungen der Gnade des Heiligen Geistes nicht allein die Alten, sondern auch die Kinder belangen. Nun gehen die Verheißungen diejenigen nicht an, so außerhalb der Kirche Christi sind, da weder Evangelium noch Sakrament ist. Denn das Reich Christi ist nirgend, denn wo das Wort Gottes und die Sakramente sind. Darum ist es auch recht christlich und not, die Kinder zu taufen, damit sie des Evangelii, der Verheißung des Heils und der Gnade teilhaftig werden, wie Christus befiehlt: „Gehet hin, taufet alle Heiden.“ Wie ihnen nun wird Gnade, Heil in Christo, also wird ihnen angeboten die Taufe, beide Männern und Weibern, Knaben und jungen Kindern. So folgt gewiß daraus, daß man die jungen Kinder taufen mag und soll, denn in und mit der Taufe wird ihnen die gemeine Gnade und der Schatz des Evangelii angeboten. Zum andern ist’s am Tage, daß Gott der Herr ihm gefallen läßt die Taufe der jungen Kinder. Derhalben lehren die Wiedertäufer unrecht, so dieselbe Taufe verdammen. Daß aber Gott Gefallen hat an der Taufe der jungen Kinder, zeigt er damit an, daß er vielen, so in der Kindheit getauft sind, den Heiligen Geist hat gegeben; denn es sind viel heilige Leute in der Kirche gewesen, die nicht anders getauft sind.

Apologie VII+VIII:43 (Von den Kirchen) -IX:3 (Von der Taufe)

Es segne und behüte Euch Gott, der allmächtige und barmherzige, der Vater, Sohn + Heiliger Geist

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About Wilhelm Weber

Pastor at the Old Latin School in the Lutherstadt Wittenberg
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