Ich habe nun den Grund gefunden, der meinen Anker ewig hält; wo anders als in Jesu Wunden? Da lag er vor der Zeit der Welt, der Grund, der unbeweglich steht, wenn Erd und Himmel untergeht.
Es ist das ewige Erbarmen, das alles Denken übersteigt; es sind die offnen Liebesarme des, der sich zu den Sündern neigt, dem allemal das Herze bricht, wir kommen oder kommen nicht.
Wir sollen nicht verloren werden, Gott will, uns soll geholfen sein; deswegen kam der Sohn auf Erden und nahm hernach den Himmel ein, deswegen klopft er für und für so stark an unsers Herzens Tür.
Johann Andreas Rothe 1726/1727 (LKG 239,1-3)
Donnerstag nach dem 23. Sonntag nach Trinitatis (Die Kirche in der Welt)
Dem König aller Könige und Herrn aller Herren, der allein Unsterblichkeit hat, dem sei Ehre und ewiges Reich.
1.Timotheus 6,15-16
Kollekte
Herr Gott, himmlischer Vater, der Du heiligen Mut, guten Rat und rechte Werke schaffst, gib Deinen Dienern Frieden, den die Welt nicht geben kann, auf daß unsere Herzen an Deinen Geboten hangen, und wir unsere Zeit durch Deinen Schutz sicher vor Feinden leben mögen. Durch unseren Herrn Jesus Christus, der mit Dir und dem Heiligen Geiste lebet und regieret von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.
Orate fratres 3.Aufl. Vandenhoeck & Ruprecht: Göttingen, 1970. S.157
Fortlaufende Lese
Gott aber sei Dank, der dem Titus solchen Eifer für euch ins Herz gegeben hat. 17 Denn er ließ sich gerne zureden; ja, weil er so sehr eifrig war, ist er von selber zu euch gereist. 18 Wir haben aber den Bruder mit ihm gesandt, dessen Lob wegen seines Dienstes am Evangelium durch alle Gemeinden geht. 19 Nicht allein aber das, sondern er ist auch von den Gemeinden dazu eingesetzt, uns zu begleiten, wenn wir diese Gabe überbringen dem Herrn zur Ehre und zum Erweis unsres guten Willens. 20 So verhüten wir, dass uns jemand übel nachredet wegen dieser reichen Gabe, die durch uns überbracht wird. 21 Denn wir sehen darauf, dass es redlich zugehe nicht allein vor dem Herrn, sondern auch vor den Menschen. 22 Auch haben wir mit ihnen unsern Bruder gesandt, dessen Eifer wir oft in vielen Stücken erprobt haben, nun aber ist er noch viel eifriger aus großem Vertrauen zu euch. 23 Es sei nun Titus, der mein Gefährte und mein Mitarbeiter unter euch ist, oder es seien unsere Brüder, die Abgesandte der Gemeinden sind und eine Ehre Christi: 24 Erbringt ihnen den Beweis eurer Liebe und des Ruhmes, den wir euretwegen haben, öffentlich vor den Gemeinden.
2. Korinther 8,16-24
Tageslese
Ich ermahne euch aber, Brüder und Schwestern, im Namen unseres Herrn Jesus Christus, dass ihr alle mit einer Stimme redet; und lasst keine Spaltungen unter euch sein, sondern haltet aneinander fest in einem Sinn und in einer Meinung. 11 Denn es ist mir bekannt geworden über euch, meine Brüder und Schwestern, durch die Leute der Chloë, dass Streit unter euch ist. 12 Ich meine aber dies, dass unter euch der eine sagt: Ich gehöre zu Paulus, der andere: Ich zu Apollos, der Dritte: Ich zu Kephas, der Vierte: Ich zu Christus. 13 Wie? Ist Christus etwa zerteilt? Wurde denn Paulus für euch gekreuzigt? Oder seid ihr auf den Namen des Paulus getauft? 14 Ich danke Gott, dass ich niemanden unter euch getauft habe außer Krispus und Gaius, 15 damit nicht jemand sagen kann, ihr wäret auf meinen Namen getauft. 16 Ich habe aber auch Stephanas und sein Haus getauft; sonst weiß ich nicht, ob ich noch jemanden getauft habe. 17 Denn Christus hat mich nicht gesandt zu taufen, sondern das Evangelium zu predigen – nicht mit weiser Rede, auf dass nicht das Kreuz Christi zunichtewerde.
1. Korinther 1,10-17
Abendgebet am Donnerstag
Herr, wir kommen zu Dir in dieser Abendstunde und sammeln uns vor Deinem Angesicht aus aller Zerstreuung unseres Herzens. Blicke in Gnaden auf uns herab. Du hast uns aufs neue erfahren lassen, wie groß Deine Güte ist. Du hast unser und der unser Leben bewahrt und uns vor Schrecken und Unfall behütet. Vergib uns, wenn wir das vergessen und durch unsere Gleichgültigkeit Dich betrübt haben. Laß Deine Geduld über uns kein Ende haben. Wache über uns als der treue Menschenhüter, der nicht schläft noch schlummert. Gib dem müden Leibe sein Recht und schenke der bedrückten Seele den Frieden Jesu Christi. Wir gedenken aller, die mit uns an diesem Abend betend vor Dir stehen. Pflege die Kranken, tröste die Betrübten, vollende die Sterbenden. Nimm Dich all der Unseren an, besonders die, die alleine sind, traurig, krank und mutlos. Erhebe das Licht Deines Antlitzes über uns alle und erhöre uns um Jesu Christi willen. Amen.
Evangelisch-lutherisches Gesangbuch der Hannoverschen Landeskirche (1937): Gebete zum täglichen Gottesdienste. S. 15
