O Jesu Christ, mein schönstes Licht der Du in meiner Seelen so hoch mich liebst, daß ich es nicht aussprechen kann noch zählen: gib, daß mein Herz Dich wiederum mit Lieben und Verlangen mög umfangen und als Dein Eigentum nur einzig an Dir hangen.
Gib, daß sonst nichts in meiner Seel als Deine Liebe wohne; gib, daß ich Deine Lieb erwähl als meinen Schatz und Krone. Stoß alles aus, nimm alles hin, was mich und Dich will trennen und nicht gönnen, daß all mein Mut und Sinn in Deiner Liebe brennen.
Mein Heiland, Du bist mir zulieb in Not und Tod gegangen und hast am Kreuz als wie ein Dieb und Mörder da gehangen, verhöhnt, verspeit und sehr verwundt; ach, laß mich Deine Wunden alle Stunden mit Lieb im Herzengrund auch ritzen und verwunden.
Paul Gerhardt 1653 nach einem Gebet aus Johann Arnds “Paradiesgärtlein” (LKG 238,1-3)
Mittwoch nach dem 23. Sonntag nach Trinitatis (Die Kirche in der Welt)
Dem König aller Könige und Herrn aller Herren, der allein Unsterblichkeit hat, dem sei Ehre und ewiges Reich.
1.Timotheus 6,15-16
Kollekte
Herr Gott, himmlischer Vater, der Du heiligen Mut, guten Rat und rechte Werke schaffst, gib Deinen Dienern Frieden, den die Welt nicht geben kann, auf daß unsere Herzen an Deinen Geboten hangen, und wir unsere Zeit durch Deinen Schutz sicher vor Feinden leben mögen. Durch unseren Herrn Jesus Christus, der mit Dir und dem Heiligen Geiste lebet und regieret von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.
Orate fratres 3.Aufl. Vandenhoeck & Ruprecht: Göttingen, 1970. S.157
Fortlaufende Lese
Wir tun euch aber kund, Brüder und Schwestern, die Gnade Gottes, die in den Gemeinden Makedoniens gegeben ist. 2 Denn vielfach bewährt in Bedrängnis war ihre Freude doch überschwänglich, und obwohl sie sehr arm sind, haben sie doch reichlich gegeben in aller Lauterkeit. 3 Denn nach Kräften, das bezeuge ich, und sogar über ihre Kräfte haben sie willig gegeben 4 und haben uns mit vielem Zureden gebeten, dass sie mithelfen dürften an der Wohltat und der Gemeinschaft des Dienstes für die Heiligen; 5 und nicht nur das, wie wir hofften, sondern sie gaben sich selbst, zuerst dem Herrn und danach uns, durch den Willen Gottes. 6 So haben wir Titus zugeredet, dass er, wie er zuvor angefangen hatte, nun auch diese Wohltat unter euch vollende. 7 Wie ihr aber in allen Stücken reich seid, im Glauben und im Wort und in der Erkenntnis und in allem Eifer und in der Liebe, die wir in euch erweckt haben, so gebt auch reichlich bei dieser Wohltat. 8 Nicht als Befehl sage ich das; sondern weil andere so eifrig sind, prüfe ich auch eure Liebe, ob sie echt sei. 9 Denn ihr kennt die Gnade unseres Herrn Jesus Christus: Obwohl er reich ist, wurde er doch arm um euretwillen, auf dass ihr durch seine Armut reich würdet. 10 Und damit gebe ich einen Rat; denn das ist euch nützlich, die ihr seit vorigem Jahr angefangen habt nicht allein mit dem Tun, sondern auch mit dem Wollen. 11 Nun aber vollendet auch das Tun, damit, wie ihr geneigt seid zu wollen, ihr auch geneigt seid zu vollenden nach dem Maß dessen, was ihr habt. 12 Denn wenn der gute Wille da ist, so ist jeder willkommen nach dem, was er hat, nicht nach dem, was er nicht hat. 13 Nicht, dass die andern Ruhe haben und ihr Not leidet, sondern dass es zu einem Ausgleich komme. 14 Jetzt helfe euer Überfluss ihrem Mangel ab, damit auch ihr Überfluss eurem Mangel abhelfe und so ein Ausgleich geschehe, 15 wie geschrieben steht: »Wer viel sammelte, hatte keinen Überfluss, und wer wenig sammelte, hatte keinen Mangel.«
2. Korinther 8,1-15
Tageslese
Darum, ihr heiligen Brüder und Schwestern, die ihr teilhabt an der himmlischen Berufung, schaut auf den Apostel und Hohenpriester, den wir bekennen, Jesus, 2 der da treu ist dem, der ihn gemacht hat, wie auch Mose in Gottes ganzem Hause. 3 Er ist aber größerer Herrlichkeit wert als Mose, so wie der Erbauer des Hauses größere Ehre hat als das Haus. 4 Denn jedes Haus wird von jemandem erbaut; der aber alles erbaut hat, das ist Gott. 5 Mose zwar war treu in Gottes ganzem Hause als Diener, zum Zeugnis für das, was später gesagt werden sollte, 6 Christus aber war treu als Sohn über Gottes Haus. Sein Haus sind wir, wenn wir den Freimut und den Ruhm der Hoffnung festhalten.
Hebräer 3,1-6
Abendgebet
Wir danken Dir, lieber himmlischer Vater, daß Du uns den vergangenen Tag gnädig hast vollenden lassen und uns vor allem Unfall behütet hast. Wir bitten Dich: wache Du für uns, wenn wir uns jetzt schlafen legen, und bewahre uns vor Angst und Not. Insonderheit bleibe mit Deinem Schutze bei denen, die uns anvertraut und anbefohlen sind in der Nähe und in der Ferne; sei Du ihr Hüter und Wächter. Schenke uns und allen, die zu Dir flehen, die Gewißheit Deines Heils, den Frieden Deiner Vergebung, den Trost Deiner Nähe. Mache uns wachend und schlafend dessen gewiß: Du bist bei mir, Dein Stecken und Stab trösten mich! Amen.
Evangelisch-lutherisches Gesangbuch der Hannoverschen Landeskirche (1937): Gebete zum täglichen Gottesdienste. S. 15
