
Wo Gott der Herr nicht bei uns hält, wenn unsere Feinde toben, und er unser Sach nicht zufällt im Himmel hoch dort oben, wo er Israels Schutz nicht ist und selber bricht der Feindes List, so ists mit uns verloren.
Was Menschenkraft und -witz anfäht, soll uns billig nicht schrecken; er sitzet an der höchsten Stätte, der wird ihrn Rat aufdecken. Wenn sie’s aufs klügste greifen an, so geht doch Gott ein ander Bahn; es steht in seinen Händen.
Sie wüten hart und fahren her, als wollten sie uns fressen; zu würgen steht all ihr Begehr, Gotts ist bei ihn´ vergessen. Wie Meereswellen einher schlau, nach Leib und Leben sie uns stahl; des wird sich Gott erbarmen.
Sie stellen uns wie Ketzern nach, zu unserem Blut sie trachten, doch rühmen sie sich Christen hoch, die Gott allein groß achten. Ach Gott, der teure Name Dein muß ihrer Schalkheit Deckel sein. Du wirst einmal aufwachen.
Aufsperren sie den Rachen weit und wollen uns verschlingen. Lob und Dank sei Gott allezeit, es wird ihn´ nicht gelingen. Er wird ihr Strick zerreißen gar und stürzen ihre falschen Lehr. Sie werden Gott nicht wehren.
Justus Jonas 1524 (LKG 47,1-5)
Donnerstag nach dem 11. Sonntag nach Trinitatis (Pharisäer und Zöllner)
Gott widerstehet den Hoffärtigen, aber den Demütigen gibt er Gnade.
1. Petrus 5,5
Kollekte
Barmherziger Gott und Vater, Du widerstehst den Hoffärtigen, aber den Demütigen gibst Du Gnade. Hilf uns, daß wir Dir ganz und gar vertrauen, uns Deiner Gnade getrösten und Dir mit lauterem Herzen dienen. Durch unseren Herrn Jesus Christus, Deinen Sohn, der mit Dir und dem Heiligen Geiste, ein wahrer Gott, lebet und regieret von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.
Orate fratres 3.Aufl. Vandenhoeck & Ruprecht: Göttingen, 1970. S.147
Fortlaufende Lese
Zu der Zeit, als wieder eine große Menge da war und sie nichts zu essen hatten, rief Jesus die Jünger zu sich und sprach zu ihnen: 2 Mich jammert das Volk, denn sie harren nun schon drei Tage bei mir aus und haben nichts zu essen. 3 Und wenn ich sie hungrig heimgehen ließe, würden sie auf dem Wege verschmachten; denn einige sind von ferne gekommen. 4 Seine Jünger antworteten ihm: Woher nehmen wir Brot hier in der Einöde, dass wir sie sättigen? 5 Und er fragte sie: Wie viele Brote habt ihr? Sie sprachen: Sieben. 6 Und er gebot dem Volk, sich auf die Erde zu lagern. Und er nahm die sieben Brote, dankte, brach sie und gab sie seinen Jüngern, dass sie sie austeilten, und sie teilten sie unter das Volk aus. 7 Sie hatten auch einige Fische; und er sprach den Segen darüber und ließ auch diese austeilen. 8 Und sie aßen und wurden satt. Und sie sammelten die übrigen Brocken auf, sieben Körbe voll. 9 Es waren aber etwa viertausend; und er ließ sie gehen.
Markus 8,1-9
Tageslese
Und es geschah das Wort des HERRN zum zweiten Mal zu Jona: 2 Mach dich auf, geh in die große Stadt Ninive und predige ihr, was ich dir sage! 3 Da machte sich Jona auf und ging hin nach Ninive, wie der HERR gesagt hatte. Ninive aber war eine große Stadt vor Gott, drei Tagereisen groß. 4 Und als Jona anfing, in die Stadt hineinzugehen, und eine Tagereise weit gekommen war, predigte er und sprach: Es sind noch vierzig Tage, so wird Ninive untergehen. 5 Da glaubten die Leute von Ninive an Gott und riefen ein Fasten aus und zogen alle, Groß und Klein, den Sack zur Buße an. 6 Und als das vor den König von Ninive kam, stand er auf von seinem Thron und legte seinen Purpur ab und hüllte sich in den Sack und setzte sich in die Asche 7 und ließ ausrufen und sagen in Ninive als Befehl des Königs und seiner Gewaltigen: Es sollen weder Mensch noch Vieh, weder Rinder noch Schafe etwas zu sich nehmen, und man soll sie nicht weiden noch Wasser trinken lassen; 8 und sie sollen sich in den Sack hüllen, Menschen und Vieh, und heftig zu Gott rufen. Und ein jeder kehre um von seinem bösen Wege und vom Frevel seiner Hände! 9 Wer weiß, ob Gott nicht umkehrt und es ihn reut und er sich abwendet von seinem grimmigen Zorn, dass wir nicht verderben. 10 Als aber Gott ihr Tun sah, wie sie umkehrten von ihrem bösen Wege, reute ihn das Übel, das er ihnen angekündigt hatte, und tat’s nicht.
Jona 3,1-10
Morgengebet am Donnerstag
Lebendiger Gott, Du bist die Quelle des Heils. Zu Dir rufen wir: Herr, erbarme Dich +
In der Auferstehung Deines Sohnes hast Du uns unvergängliche Hoffnung geschenkt. Schenke, daß diese Zuversicht uns heute begleitet. Zu Dir rufen wir: Herr, erbarme Dich +
Durch die Taufe hast Du uns zu einer neuen Gemeinschaft zusammengeführt und verbindest uns immer neu am Tisch Deines Sohnes. Hilf, daß wir einander dienen in Geduld, und erneuere in uns die Liebe zueinander. Zu Dir rufen wir: Herr, erbarme Dich +
Dein Heiliger Geist führt uns auf dem Weg zur Einheit. Heile die Spaltungen Deiner Kirche. Zu Dir rufen wir: Herr, erbarme Dich +
Evangelisches Tagzeitenbuch (6.Aufl. 2020) S. 182