Es tut gut, wenn Frau, Kinder, Schwiegekinder, Enkel, Verwandte und Freunde, Amtsbrüder über Meere hinweg sich mitfreuen. Ebenso macht es froh, wenn Amtsbrüder aus anderen Erdteilen Dinge in Kirche und Mission in gleichem Sinn beurteilen. Die Diözese Botswana hat um eine Aussprache über die Frauenordination gebeten. Wilhelm hatte Amtsbrüder aus Amerika und Australien gebeten, ihren Beitrag dazu zu bringen. Ich hatte gerade einen Artikel von Manfred Gerwing, dem Inhaber des Lehrstuhls für Dogmatik und Dogmengeschichte der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt als Antwort auf das Memorandum “Kirche 2011″ gelesen. Er erinnerte daran, dass Papst Johannes Paulus II 1994 in dem Schreiben “Ordination sacerdotalis” zur Frauenordination Stellung bezogen hatte. Darin heißt es, dass die Kirche nicht sage, sie dürfe Frauen nicht zu Priestern weihen, die Kirche habe “keinerlei Vollmacht” dazu; denn sie wüsste sich an den Stifterwillen Jesu Christi gebunden. Mit anderen Worten: Die Kirche könne nicht über ihre eigene Gestalt verfügen. Dazu erinnerte Gerwing an den heutigen Papst, der zu dem, was sein Vorgänger gesagt hatte, ergänzte, wir können nicht machen, was wir wollen, sondern es gäbe einen Willen des Herrn für uns, an den wir uns halten, auch wenn dies in dieser Kultur und dieser Zivilisation mühsam und schwierig sei. Wir hatten in den achtziger Jahren einmal über die Veröffentlichungen von LCMS und von WELS über die Rolle der Frau in der Kirche auf der jährlichen Kirchenvorsteherrüstwoche der Tswanagemeinden in Potchefstroom gesprochen. Die von St. Louis lag in einer Tswanaübersetzung vor. Ich freute mich, wie unser Besuch aus Australien von seinem Vortrag kurz erzählte und die Aussage bestätigte, dass die Kirche kein Mandat des Herrn hat, Frauen zum Predigtamt zu ordinieren.Der Schlußparagraph von Gerwings Artikel ist bedenkenswert: “Noch einmal: Die Kirche in Deutschland braucht einen Neuanfang. Doch dieser wird nicht so sehr durch ’Umorganisieren’ und Neustrukturieren’ gelingen, im Gegenteil: Dass man immer wieder auf ‘Organisation’, ‘Gremienarbeit’ und ‘Strukturveränderungen’ setzt, ist eher Symptom als Überwindung der Krise. Gott und seine Kirche brauchen mehr Christen, die Chistus nachfolgen. Die Kirche in Deutschland muss wieder eine Kirche des Glaubens werden. Doch niemand darf sich täuschen: Bis dahin ist es ein beschwerlicher Weg.” Oder wie der neue Präses der LCMS in seinem Buch: Lord, have mercy! in meinen Worten sagt: Wir brauchen Christen, die die Barmherzigkeit Gottes glauben und leben; Christen, die die Litanei ganz bewusst und ständig beten. Lasst uns nicht müde werden, den Herrn der Ernte um treue, fleißige, willige Arbeiter für seine Ernte zu bitten, die nicht müde werden, das Evangelium von der Gnade Gottes von der Vergebung um Christi willen wortgemäß zu predigen und die Sakramente evangeliumsgemäß zu verwalten und dabei dem Herrn von ganzem Herzen vertrauen, dass der heilige Geist Glauben wirken wird, wo und wann er will, Arbeiter, die sich im Haus unserer Väter wohlfühlen, wirklich zu Hause sind im Haus unserer Väter.
Ich will noch etwas anderes ansprechen. Es hat mich als langjähriger Seminarlehrer sehr bewegt, als ich kürzlich lesen musste, dass Leuenberg hier in Südafrika keine Rolle gespielt hätte. Ich kann mich leider an vieles nicht mehr erinnern und kann nicht behaupten, dass wir darüber in unseren gemeinsamen Pastoren- und Missionarskonferenzen gesprochen hätten. Da war ich froh, als ich in diesen Tagen bei dem Lesen der Korrektur meiner Do 3 in Zulu auf die Seiten stieß, wo ich auf Arnoldshain und Leuenberg verwiesen habe, wo die leibliche Gegenwart des Leibes des Herrn im Brot und seines Blutes im Wein mit der persönlichen Gegenwart des Herrn erklärt, wenn nicht sogar ersetzt werden soll. Ich erinnerte auch an ein Wort Martin Wittenbergs, der in einer Liedbeurteilung darauf hinwies, wie in einem Abendmahlslied die Betonung der Realpräsenz fehlte, und die Parallele zu Leuenberg zog. Der Herr erhalte uns die Katechismuslehr! Erschreckend ist dann aber, wenn eine Aussage des Katechismus Dr. Martin Luthers auf einmal Raum geben soll für reformierte Irrlehren, als ob Maria nur einen Menschen geboren haben soll, und nicht wie Luther es immer betont hat, dass sie die Mutter des Sohnes Gottes ist. Elisabeth freut sich, dass die Mutter ihres Herrn, des Herrn Zebaoth, sie besucht. In Bethlehem ist der Retter der Menschen, der Herr geboren und hat als kleines Kind in der Krippe gelegen und davor lag er im Mutterschoß der Mutter Gottes.
Wir freuen uns, dass Ruth uns gekonnt helfen kann, die nötigen Anträge für die U. S. A. Visa auszufüllen und uns das Datum zum Erscheinen im Konsulat besorgt hat. Am vierten April werden wir mit ihr dann nach Johannesburg fahren und hoffen, dass wir die Visa bekommen.
Mit herzlichen Grüßen
Euer Wilhelm Weber von Welbedacht