Vorletzter Sonntag des Kirchenjahres  

Jüngstes Gerichgt Nicolo et Giovanni Vatikan

Wochenspruch

Wir müssen alle offenbar werden vor dem Richterstuhl Christi, auf dass ein jeder empfange nach dem, was er getan hat im Leib, es sei gut oder böse. (2.Kor.5,10)

Antiphon

Der Herr wird den Erdkreis richten mit Gerechtigkeit und die Völker mit seiner Wahrheit. (Ps.96:13)

Introitus

HERR, erhöre mein Gebet, vernimm mein Flehen um deiner Treue willen, erhöre mich um deiner Gerechtigkeit willen, und geh nicht ins Gericht mit deinem Knecht; denn vor dir ist kein Lebendiger gerecht.  Denn der Feind verfolgt meine Seele und schlägt mein Leben zu Boden, er legt mich ins Finstere wie die, die lange schon tot sind. Und mein Geist ist in mir geängstet, mein Herz ist erstarrt in meinem Leibe. 

Ich gedenke an die früheren Zeiten; ich sinne nach über all deine Taten und spreche von den Werken deiner Hände. Ich breite meine Hände aus zu dir, meine Seele dürstet nach dir wie ein dürres Land. Sela.  HERR, erhöre mich bald, mein Geist vergeht; verbirg dein Antlitz nicht vor mir, dass ich nicht gleich werde denen, die in die Grube fahren. 

Lass mich am Morgen hören deine Gnade; denn ich hoffe auf dich. Tu mir kund den Weg, den ich gehen soll; denn mich verlangt nach dir.  Errette mich, HERR, von meinen Feinden; zu dir nehme ich meine Zuflucht.  Lehre mich tun nach deinem Wohlgefallen, denn du bist mein Gott; dein guter Geist führe mich auf ebner Bahn. 

HERR, erquicke mich um deines Namens willen; führe mich aus der Not um deiner Gerechtigkeit willen, und vernichte meine Feinde um deiner Güte willen und bringe alle um, die mich bedrängen; denn ich bin dein Knecht.

Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist wie es war im Anfang, jetzt und immerdar und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. (Ps.143)

Lesung aus dem Alten Testament beim Propheten Jeremia im 8. Kapitel

Sprich zu ihnen: So spricht der HERR: Wo ist jemand, wenn er fällt, der nicht gern wieder aufstünde? Wo ist jemand, wenn er irregeht, der nicht gern wieder zurechtkäme? Warum will denn dies Volk zu Jerusalem irregehen für und für? Sie halten so fest am Trug, dass sie nicht umkehren wollen. Ich sehe und höre, dass sie nicht die Wahrheit reden. Es gibt niemand, dem seine Bosheit leid wäre und der spräche: Was hab ich doch getan! Sie laufen alle ihren Lauf wie ein Hengst, der in der Schlacht dahinstürmt. Der Storch unter dem Himmel weiß seine Zeit, Turteltaube, Schwalbe und Drossel halten die Zeit ein, in der sie wiederkommen sollen; aber mein Volk will das Recht des HERRN nicht wissen.  (Verse 4-7)

Epistolische Lektion im Römerbrief das 8. Kapitel

Denn ich bin überzeugt, dass dieser Zeit Leiden nicht ins Gewicht fallen gegenüber der Herrlichkeit, die an uns offenbart werden soll. Denn das ängstliche Harren der Kreatur wartet darauf, dass die Kinder Gottes offenbar werden. Die Schöpfung ist ja unterworfen der Vergänglichkeit – ohne ihren Willen, sondern durch den, der sie unterworfen hat –, doch auf Hoffnung; denn auch die Schöpfung wird frei werden von der Knechtschaft der Vergänglichkeit zu der herrlichen Freiheit der Kinder Gottes. Denn wir wissen, dass die ganze Schöpfung bis zu diesem Augenblick seufzt und in Wehen liegt. (18-23)

Hallelujavers

Die Himmel werden seine Gerechtigkeit verkündigen, denn Gott selber ist Richter. (Ps.50:6)

Das Evangelium von Jesus Christus bei St. Matthäus im 25. Kapitel

Wenn aber der Menschensohn kommen wird in seiner Herrlichkeit und alle Engel mit ihm, dann wird er sich setzen auf den Thron seiner Herrlichkeit, und alle Völker werden vor ihm versammelt werden. Und er wird sie voneinander scheiden, wie ein Hirt die Schafe von den Böcken scheidet, und wird die Schafe zu seiner Rechten stellen und die Böcke zur Linken. Da wird dann der König sagen zu denen zu seiner Rechten: Kommt her, ihr Gesegneten meines Vaters, ererbt das Reich, das euch bereitet ist von Anbeginn der Welt! Denn ich bin hungrig gewesen und ihr habt mir zu essen gegeben. Ich bin durstig gewesen und ihr habt mir zu trinken gegeben. Ich bin ein Fremder gewesen und ihr habt mich aufgenommen. Ich bin nackt gewesen und ihr habt mich gekleidet. Ich bin krank gewesen und ihr habt mich besucht. Ich bin im Gefängnis gewesen und ihr seid zu mir gekommen.  Dann werden ihm die Gerechten antworten und sagen: Herr, wann haben wir dich hungrig gesehen und haben dir zu essen gegeben? Oder durstig und haben dir zu trinken gegeben? Wann haben wir dich als Fremden gesehen und haben dich aufgenommen? Oder nackt und haben dich gekleidet? Wann haben wir dich krank oder im Gefängnis gesehen und sind zu dir gekommen? Und der König wird antworten und zu ihnen sagen: Wahrlich, ich sage euch: Was ihr getan habt einem von diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan. Dann wird er auch sagen zu denen zur Linken: Geht weg von mir, ihr Verfluchten, in das ewige Feuer, das bereitet ist dem Teufel und seinen Engeln! Denn ich bin hungrig gewesen und ihr habt mir nicht zu essen gegeben. Ich bin durstig gewesen und ihr habt mir nicht zu trinken gegeben. Ich bin ein Fremder gewesen und ihr habt mich nicht aufgenommen. Ich bin nackt gewesen und ihr habt mich nicht gekleidet. Ich bin krank und im Gefängnis gewesen und ihr habt mich nicht besucht. Dann werden auch sie antworten und sagen: Herr, wann haben wir dich hungrig oder durstig gesehen oder als Fremden oder nackt oder krank oder im Gefängnis und haben dir nicht gedient? Dann wird er ihnen antworten und sagen: Wahrlich, ich sage euch: Was ihr nicht getan habt einem von diesen Geringsten, das habt ihr mir auch nicht getan. Und sie werden hingehen: diese zur ewigen Strafe, aber die Gerechten in das ewige Leben. (Verse 31-46)

Das Nizänische Glaubensbekenntnis

Ich glaube an den Einen Gott, den allmächtigen Vater,  Schöpfer Himmels und der Erden,  all des, das sichtbar und unsichtbar ist.

Und an den Einen Herrn Jesus Christus,  Gottes eingeborenen Sohn,  der vom Vater geboren ist vor aller Zeit und Welt,  Gott von Gott, Licht vom Licht, wahrhaftigen Gott vom wahrhaftigen Gott, geboren, nicht geschaffen, eines Wesens mit dem Vater, durch welchen alles geschaffen ist; welcher um uns Menschen und um unserer Seligkeit willen vom Himmel gekommen ist und leibhaft geworden durch den Heiligen Geist von der Jungfrau Maria und Mensch geworden; auch für uns gekreuzigt unter Pontius Pilatus, gelitten und begraben und am dritten Tage auferstanden nach der Schrift,  und ist aufgefahren gen Himmel  und sitzet zur Rechten des Vaters und wird wiederkommen mit Herrlichkeit, zu richten die Lebendigen und die Toten; dessen Reich kein Ende haben wird.

Und an den Herrn, den Heiligen Geist, der da lebendig macht,  der von dem Vater und dem Sohn ausgeht, der mit dem Vater und dem Sohne zugleich angebetet und zugleich geehret wird,  der durch die Propheten geredet hat.

Und die Eine, heilige, christliche, apostolische Kirche.  Ich bekenne die Eine Taufe zur Vergebung der Sünden Und warte auf die Auferstehung der Toten und das Leben der zukünftigen Welt.

Die Liturgische Farbe ist grün.

Kollekte zum Sonntag

Ewiger Gott, barmherziger Vater, Du hast Deinen Sohn eingesetzt zum Richter der lebenden und der Toten: lass uns allezeit warten auf den Tag seiner Wiederkunft, damit wir unser Leben hinwenden auf das Reich, das Du den Deinen bereitet hast von Anbeginn der Welt. Durch unseren Herrn Jesus Christus, deinen Sohn, der mit Dir und dem Heiligen Geist lebt und regiert von Ewigkeit zu Ewigkeit.

Hauptlied: Es ist gewißlich an der Zeit (EG 149)

  1. Es ist gewisslich an der Zeit,
    dass Gottes Sohn wird kommen
    in seiner großen Herrlichkeit,
    zu richten Bös und Fromme.
    Da wird das Lachen werden teu’r,
    wenn alles wird vergehn im Feu’r,
    wie Petrus davon schreibet.
  2. Posaunen wird man hören gehn
    an aller Welten Ende,
    darauf bald werden auferstehn
    die Toten all behände;
    die aber noch das Leben han,
    die wird der Herr von Stunde an
    verwandeln und erneuen.
  3. Danach wird man ablesen bald
    ein Buch, darin geschrieben,
    was alle Menschen, jung und alt,
    auf Erden je getrieben;
    da denn gewiss ein jedermann
    wird hören, was er hat getan
    in seinem ganzen Leben.
  4. O weh dem Menschen, welcher hat
    des Herren Wort verachtet
    und nur auf Erden früh und spat
    nach großem Gut getrachtet!
    Er wird fürwahr gar schlecht bestehn
    und mit dem Satan müssen gehn
    von Christus in die Hölle.
  5.  O Jesu, hilf zur selben Zeit
    von wegen deiner Wunden,
    dass ich im Buch der Seligkeit
    werd angezeichnet funden.
    Daran ich denn auch zweifle nicht,
    denn du hast ja den Feind gericht’
    und meine Schuld bezahlet.
  6. Derhalben mein Fürsprecher sei,
    wenn du nun wirst erscheinen,
    und lies mich aus dem Buche frei,
    darinnen stehn die Deinen,
    auf dass ich samt den Brüdern mein
    mit dir geh in den Himmel ein,
    den du uns hast erworben.
  7. O Jesu Christ, du machst es lang
    mit deinem Jüngsten Tage;
    den Menschen wird auf Erden bang
    von wegen vieler Plage.
    Komm doch, komm doch, du Richter groß,
    und mach uns bald in Gnaden los
    von allem Übel. Amen.

Bartholomäus Ringwaldt 1530-1589

Predigt über die Offenbarung des hl. Evangelisten und Apostels Johannes im 2 Kapitel

Und dem Engel der Gemeinde in Smyrna schreibe: Das sagt der Erste und der Letzte, der tot war und ist lebendig geworden: Ich kenne deine Bedrängnis und deine Armut – du bist aber reich – und die Lästerung von denen, die sagen, sie seien Juden, und sind’s nicht, sondern sind die Versammlung des Satans. Fürchte dich nicht vor dem, was du leiden wirst! Siehe, der Teufel wird einige von euch ins Gefängnis werfen, damit ihr versucht werdet, und ihr werdet in Bedrängnis sein zehn Tage. Sei getreu bis an den Tod, so will ich dir die Krone des Lebens geben. Wer Ohren hat, der höre, was der Geist den Gemeinden sagt! Wer überwindet, dem soll kein Leid geschehen von dem zweiten Tode. (Verse 8-11)

About Wilhelm Weber

Pastor at the Old Latin School in the Lutherstadt Wittenberg
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