Drittletzter Sonntag im Kirchenjahr 

Wochenspruch

Siehe, jetzt ist die willkommene Zeit, siehe, jetzt ist der Tag des Heils! (2.Kor.6:2)

Introitus: Psalm 90 Ein Gebet des Moses, des Mannes Gottes.

Herr, du bist unsre Zuflucht für und für. /   Ehe denn die Berge wurden und die Erde und die Welt geschaffen wurden, bist du, Gott, von Ewigkeit zu Ewigkeit.  Der du die Menschen lässest sterben und sprichst: Kommt wieder, Menschenkinder!  Denn tausend Jahre sind vor dir / wie der Tag, der gestern vergangen ist, und wie eine Nachtwache.  Du lässest sie dahinfahren wie einen Strom, / sie sind wie ein Schlaf, wie ein Gras, das am Morgen noch sprosst, das am Morgen blüht und sprosst und des Abends welkt und verdorrt.  Das macht dein Zorn, dass wir so vergehen, und dein Grimm, dass wir so plötzlich dahinmüssen.  Denn unsre Missetaten stellst du vor dich, unsre unerkannte Sünde ins Licht vor deinem Angesicht.  Darum fahren alle unsren Tage dahin durch deinen Zorn, wir bringen unsre Jahre zu wie ein Geschwätz.  Unser Leben währet siebzig Jahre, und wenn’s hoch kommt, so sind’s achtzig Jahre, und was daran köstlich scheint, ist doch nur vergebliche Mühe; denn es fähret schnell dahin, als flögen wir davon.  Wer glaubt’s aber, dass du so sehr zürnest, und wer fürchtet sich vor dir in deinem Grimm?  Lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, auf dass wir klug werden.  HERR, kehre dich doch endlich wieder zu uns und sei deinen Knechten gnädig!  Fülle uns frühe mit deiner Gnade, so wollen wir rühmen und fröhlich sein unser Leben lang.  Erfreue uns nun wieder, nachdem du uns so lange plagest, nachdem wir so lange Unglück leiden.  Zeige deinen Knechten deine Werke und deine Herrlichkeit ihren Kindern.  Und der Herr, unser Gott, sei uns freundlich / und fördere das Werk unsrer Hände bei uns. Ja, das Werk unsrer Hände wollest du fördern! Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist wie im Anfang so auch jetzt und immerdar und bis in alle Ewigkeit. Amen.

Lesung aus dem Alten Testament Hiob Kapitel 14 (Predigttext)

Der Mensch, vom Weibe geboren, lebt kurze Zeit und ist voll Unruhe,  geht auf wie eine Blume und welkt, flieht wie ein Schatten und bleibt nicht.  Doch du tust deine Augen über einen solchen auf, dass du mich vor dir ins Gericht ziehst. Kann wohl ein Reiner kommen von Unreinen? Auch nicht einer!  Sind seine Tage bestimmt, steht die Zahl seiner Monde bei dir und hast du ein Ziel gesetzt, das er nicht überschreiten kann: so blicke doch weg von ihm, damit er Ruhe hat, bis sein Tag kommt, auf den er sich wie ein Tagelöhner freut. (1-6)

Lektion aus dem Brief des Paulus an die Römer Kapitel 14

Denn unser keiner lebt sich selber, und keiner stirbt sich selber. Leben wir, so leben wir dem Herrn; sterben wir, so sterben wir dem Herrn. Darum: wir leben oder sterben, so sind wir des Herrn. Denn dazu ist Christus gestorben und wieder lebendig geworden, dass er über Tote und Lebende Herr sei. (7-9)

Das Evangelium von Jesus Christus bei St. Lukas im 17. Kapitel

Als er aber von den Pharisäern gefragt wurde: Wann kommt das Reich Gottes?, antwortete er ihnen und sprach: Das Reich Gottes kommt nicht mit äußeren Zeichen; man wird auch nicht sagen: Siehe, hier!, oder: Da! Denn sehet, das Reich Gottes ist mitten unter euch. Er sprach aber zu den Jüngern: Es wird die Zeit kommen, in der ihr begehren werdet, zu sehen einen der Tage des Menschensohns, und werdet ihn nicht sehen. Und sie werden zu euch sagen: Siehe, da!, oder: Siehe, hier! Geht nicht hin und lauft nicht hinterher! Denn wie der Blitz aufblitzt und leuchtet von einem Ende des Himmels bis zum andern, so wird der Menschensohn an seinem Tage sein. (20-24)

Das Nizänische Glaubensbekenntnis

Ich glaube an den Einen Gott, den allmächtigen Vater,  Schöpfer Himmels und der Erden,  all des, das sichtbar und unsichtbar ist.

Und an den Einen Herrn Jesus Christus,  Gottes eingeborenen Sohn,  der vom Vater geboren ist vor aller Zeit und Welt,  Gott von Gott, Licht vom Licht, wahrhaftigen Gott vom wahrhaftigen Gott, geboren, nicht geschaffen, eines Wesens mit dem Vater, durch welchen alles geschaffen ist; welcher um uns Menschen und um unserer Seligkeit willen vom Himmel gekommen ist und leibhaft geworden durch den Heiligen Geist von der Jungfrau Maria und Mensch geworden; auch für uns gekreuzigt unter Pontius Pilatus, gelitten und begraben und am dritten Tage auferstanden nach der Schrift,  und ist aufgefahren gen Himmel  und sitzet zur Rechten des Vaters und wird wiederkommen mit Herrlichkeit, zu richten die Lebendigen und die Toten; dessen Reich kein Ende haben wird.

Und an den Herrn, den Heiligen Geist, der da lebendig macht,  der von dem Vater und dem Sohn ausgeht, der mit dem Vater und dem Sohne zugleich angebetet und zugleich geehret wird,  der durch die Propheten geredet hat.

Und die Eine, heilige, christliche, apostolische Kirche.  Ich bekenne die Eine Taufe zur Vergebung der Sünden Und warte auf die Auferstehung der Toten und das Leben der zukünftigen Welt.

Die Liturgische Fabe ist grün. 

Kollekte zum Sonntag 

Allmächtiger, ewiger Gott, Du hast uns einen neuen Himmel und eine neue Erde verheißen, darin Gerechtigkeit wohnt: wir bitten dich, leite uns durch deinen Geist, daß wir auf die Wiederkunft deines Sohnes warten und in heiliger Furcht und Freude ihm entgegeneilen. Durch ihn, unseren Herrn Jesus Christus, deinen Sohn, der mit Dir und dem Heiligen Geist lebt und regiert von Ewigkeit zu Ewigkeit.

Hauptlied: Wir warten Dein, o Gottes Sohn… (EG 152)

  1. Wir warten dein, o Gottes Sohn, und lieben dein Erscheinen. Wir wissen dich auf deinem Thron und nennen uns die Deinen. Wer an dich glaubt, erhebt sein Haupt und siehet dir entgegen; du kommst uns ja zum Segen. 
  2. Wir warten deiner mit Geduld in unsern Leidenstagen; wir trösten uns, dass du die Schuld am Kreuz hast abgetragen; so können wir nun gern mit dir uns auch zum Kreuz bequemen, bis du es weg wirst nehmen. 
  3. Wir warten dein; du hast uns ja das Herz schon hingenommen. Du bist uns zwar im Geiste nah, doch sollst du sichtbar kommen; da willst uns du bei dir auch Ruh, bei dir auch Freude geben, bei dir ein herrlich Leben. 
  4. Wir warten dein, du kommst gewiss, die Zeit ist bald vergangen; wir freuen uns schon überdies mit kindlichem Verlangen. Was wird geschehn, wenn wir dich sehn, wenn du uns heim wirst bringen, wenn wir dir ewig singen! 

Philipp Friedrich Hiller 1767

Bach-Kantate BWV 26 zum 24. Sonntag nach Trinitatis hier mit dem Münchener Bachkollegium unter der Leitung von Karl Richter.

About Wilhelm Weber

Pastor at the Old Latin School in the Lutherstadt Wittenberg
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