22. Sonntag nach Trinitatis (4.Sonntag nach Michaelis)

 

 

 

Wochenspruch:  Denn bei dir ist die Vergebung, dass man dich fürchte. (Psalm 130:4)

Antiphon: Wenn Du, Herr, Sünden anrechnen willst, Herr, wer wird bestehen? Denn bei Dir ist die Vergebung, dass man Dich fürchte. (Psalm 130:3-4)

Introitus 

Ich harre des HERRN, meine Seele harret, und ich hoffe auf sein Wort. Meine Seele wartet auf den Herrn mehr als die Wächter auf den Morgen; mehr als die Wächter auf den Morgen hoffe Israel auf den HERRN! Denn bei dem HERRN ist die Gnade und viel Erlösung bei ihm.  Und er wird Israel erlösen aus allen seinen Sünden. (Psalm 130:5-8)

Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist wie es war im Anfang, jetzt und immerdar und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

Atl. Lesung beim Propheten Micha im 6. Kapitel

»Womit soll ich mich dem HERRN nahen, mich beugen vor dem Gott in der Höhe? Soll ich mich ihm mit Brandopfern nahen, mit einjährigen Kälbern? Wird wohl der HERR Gefallen haben an viel tausend Widdern, an unzähligen Strömen von Öl? Soll ich meinen Erstgeborenen für meine Übertretung geben, meines Leibes Frucht für meine Sünde?« Es ist dir gesagt, Mensch, was gut ist und was der HERR von dir fordert: nichts als Gottes Wort halten und Liebe üben und demütig sein vor deinem Gott. (Verse 6-8)

Epistolische Lektion aus dem Philipperbrief im 1. Kapitel

Ich danke meinem Gott, sooft ich euer gedenke – was ich allezeit tue in allen meinen Gebeten für euch alle, und ich tue das Gebet mit Freuden –,  für eure Gemeinschaft am Evangelium vom ersten Tage an bis heute; und ich bin darin guter Zuversicht, dass der in euch angefangen hat das gute Werk, der wird’s auch vollenden bis an den Tag Christi Jesu.  So halte ich es denn für richtig, dass ich so von euch allen denke, weil ich euch in meinem Herzen habe, die ihr alle mit mir an der Gnade teilhabt in meiner Gefangenschaft und wenn ich das Evangelium verteidige und bekräftige.  Denn Gott ist mein Zeuge, wie mich nach euch allen verlangt von Herzensgrund in Christus Jesus. Und ich bete darum, dass eure Liebe immer noch reicher werde an Erkenntnis und aller Erfahrung,  sodass ihr prüfen könnt, was das Beste sei, damit ihr lauter und unanstößig seid für den Tag Christi, erfüllt mit Frucht der Gerechtigkeit durch Jesus Christus zur Ehre und zum Lobe Gottes. (3-11)

Hallelujahvers: Er heilt, die zerbrochenen Herzens sind, und verbindet ihre Wunden. (Ps.147,3)

Kollekte zum Sonntag: Barmherziger, gütiger Gott, Du vergibst uns reichlich und täglich alle unsre Sünde: gib uns Deinen heiligen Geist, dass er Deine Barmherzigkeit in unsere Herzen schreibe damit auch wir einander willig vergeben. Durch unseren Herrn Jesus Christus, Deinen Sohn, der mit Dir und dem Heiligen Geist lebt und regiert von Ewigkeit zu Ewigkeit.

Das Evangelium von Jesus Christus bei St. Matthäus im 18. Kapitel

Da trat Petrus hinzu und sprach zu Jesus: Herr, wie oft muss ich denn meinem Bruder, der an mir sündigt, vergeben? Ist’s genug siebenmal? Jesus sprach zu ihm: Ich sage dir: nicht siebenmal, sondern siebzigmal siebenmal. Darum gleicht das Himmelreich einem König, der mit seinen Knechten abrechnen wollte. Und als er anfing abzurechnen, wurde einer vor ihn gebracht, der war ihm zehntausend Zentner Silber schuldig. Da er’s nun nicht bezahlen konnte, befahl der Herr, ihn und seine Frau und seine Kinder und alles, was er hatte, zu verkaufen und zu zahlen. Da fiel der Knecht nieder und flehte ihn an und sprach: Hab Geduld mit mir; ich will dir’s alles bezahlen. Da hatte der Herr Erbarmen mit diesem Knecht und ließ ihn frei und die Schuld erließ er ihm auch. Da ging dieser Knecht hinaus und traf einen seiner Mitknechte, der war ihm hundert Silbergroschen schuldig; und er packte und würgte ihn und sprach: Bezahle, was du schuldig bist! Da fiel sein Mitknecht nieder und bat ihn und sprach: Hab Geduld mit mir; ich will dir’s bezahlen. Er wollte aber nicht, sondern ging hin und warf ihn ins Gefängnis, bis er bezahlt hätte, was er schuldig war. Als nun seine Mitknechte das sahen, wurden sie sehr betrübt und kamen und brachten bei ihrem Herrn alles vor, was sich begeben hatte. Da befahl ihn sein Herr zu sich und sprach zu ihm: Du böser Knecht! Deine ganze Schuld habe ich dir erlassen, weil du mich gebeten hast; hättest du dich da nicht auch erbarmen sollen über deinen Mitknecht, wie ich mich über dich erbarmt habe? Und sein Herr wurde zornig und überantwortete ihn den Peinigern, bis er alles bezahlt hätte, was er schuldig war. So wird auch mein himmlischer Vater an euch tun, wenn ihr nicht von Herzen vergebt, ein jeder seinem Bruder. (21-35)

Hauptlied: Herr Jesu, Gnadensonne… EKG 258

  1.  Herr Jesu, Gnadensonne,
    wahrhaftes Lebenslicht:
    Mit Leben, Licht und Wonne
    wollst du mein Angesicht
    nach Deiner Gnad er freuen
    und meinen Geist erneuen,
    mein Gott, versag mir’s nicht.
  2. Vergib mir meine Sünden
    und wirf sie hinter Dich;
    lass allen Zorn verschwinden
    und hilf mir gnädiglich.
    Lass Deine Friedensgaben
    mein armes Herze laben.
    Ach Herr, erhöre mich!
  3. Vertreib aus meiner Seelen
    den alten Adamssinn
    und lass mich Dich erwählen,
    auf dass ich mich forthin
    zu Deinem Dienst ergebe
    und Dir zur Ehre lebe,
    weil ich erlöset bin.
  4. Befördre dein Erkenntnis
    in mir, mein Seelenhort,
    und öffne mein Verständnis,
    Herr, durch dein heilig Wort,
    damit ich an dich glaube
    und in der Wahrheit bleibe
    zu Trutz der Höllenpfort.
  5. Mit deiner Kraft mich rüste,
    zu kreuz´gen mein Begier
    und alle bösen Lüste,
    auf dass ich für und für
    der Sündenwelt absterbe
    und nach dem Fleisch verderbe,
    hingegen leb ich in dir.
  6. Ach zünde Deine Liebe
    in meiner Seele an,
    dass ich aus innerm Triebe
    Dich ewig lieben kann
    Und Dir zum Wohlgefallen
    Beständig möge wallen
    Auf rechter Lebensbahn.
  7. Nun, Herr, verleih mir Stärke,
    verleih mir Kraft und Mut;
    denn das sind Gnadenwerke,
    die Dein Geist schafft und tut.
    Hingegen meine Sinnen,
    mein Lassen und Beginnen
    ist böse und nicht gut.
  8. Darum, Du Gott der Gnaden,
    Du Vater aller Treu,
    wend allen Seelenschaden
    und mach mich täglich neu;
    gib, dass ich Deinen Willen
    gedenke zu erfüllen,
    und steh mir kräftig bei!

Ludwig Andreas Gotter (1661 – 1735)

Predigttext Epheserbrief 4:7-13

Einem jeden aber von uns ist die Gnade gegeben nach dem Maß der Gabe Christi. Darum heißt es (Psalm 68,19): »Er ist aufgefahren zur Höhe, hat Gefangene in die Gefangenschaft geführt und den Menschen Gaben gegeben.« Dass er aber aufgefahren ist, was heißt das anderes, als dass er auch hinabgefahren ist in die Tiefen der Erde?  Der hinabgefahren ist, das ist derselbe, der aufgefahren ist über alle Himmel, damit er alles erfülle.  Und er selbst gab den Heiligen die einen als Apostel, andere als Propheten, andere als Evangelisten, andere als Hirten und Lehrer, damit die Heiligen zugerüstet werden zum Werk des Dienstes. Dadurch soll der Leib Christi erbaut werden, bis wir alle hingelangen zur Einheit des Glaubens und der Erkenntnis des Sohnes Gottes, zum vollendeten Menschen, zum vollen Maß der Fülle Christi,

About Wilhelm Weber

Pastor at the Old Latin School in the Lutherstadt Wittenberg
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